Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

17. April: Eine neue Heimat [by Rosalie18]

OneshotLiebesgeschichte / P12 / Het
17.04.2020
17.04.2020
1
2.059
1
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
 
17.04.2020 2.059
 
Tag der Veröffentlichung: 17.04.
Zitat:  „Ob Abkürzung oder Umweg - ich komme gewöhnlich da an, wo ich hin will." – Der Herr der Ringe
 Titel der Geschichte: Eine neue Heimat
Autor:  Rosalie18
Hauptcharaktere: Caroline Forbes x Loki Laufeyson
Kommentar des Autors: Ursprünglich sollte es mal eine längere Geschichte zu einem OS über Caroline x Loki werden.


Eine neue Heimat

Loki Pov

Ich halte es keinen Tag länger in der Nähe meines vollkommenen Bruders und seiner ach so tollen Jane aus. Was findet er bloß an ihr? Keine Ahnung. Soll mir aber egal sein. Ist nicht meine Angelegenheit und sie nicht meine Freundin.

Ich möchte einfach nur noch weg von hier und ich weiß auch schon genau wohin. An einen Ort, wo ich erwünscht bin. Ein Lächeln schleicht sich auf mein Gesicht.

Meine Habseligkeiten sind schnell zusammen gepackt. Viel nehme ich sowieso nicht mit in mein neues Leben. Ein letztes Mal lasse ich meinen Blick über Asgard –  mein bisheriges Zuhause –  schweifen. Ich spüre, dass mein Platz nicht mehr länger hier ist. Ist er es überhaupt schon einmal gewesen? Ich kann es nicht mit ja beantworten. Keine Spur von Wehmut oder Abschiedsschmerz, sondern nur Vorfreude und Sehnsucht.

Seit Thor der neue Herrscher über Asgard geworden ist und mich für meinen Verrat  nicht bestraft, sondern viel mehr mit Desinteresse und Verachtung gestraft hat, fühle ich mich hier nicht mehr wohl und willkommen, sondern lediglich geduldet. Das bekomme ich jeden Tag aufs Neue zu spüren und jetzt reicht es mir. Heute ist der letzte Tag an diesem Ort, ab morgen beginnt für mich mein neues Leben mit meiner großen Liebe.

Daher fällt mir der Schritt ganz leicht. Es wird für mich eine vollkommene Befreiung sein.

Lächelnd gehe ich ein letztes Mal durch das Schloss, was einmal mein Zuhause gewesen ist.

„Willst du uns verlassen?“ Thor. Natürlich muss ich meinem heißgeliebten Bruder über den Weg laufen. Diese Begegnung hätte ich mir gerne erspart. Aber das ist das letzte Mal, wo ich ihn sehen muss. Seine Stimme ist wie immer unterkühlt und strotzt nur so vor Verachtung.

„Wonach sieht es denn aus?“, stelle ich ihm meinerseits eine Gegenfrage.

„Du machst also Ernst und verlässt uns.“ Keine Frage, sondern eine Feststellung. Aus seinen Worten höre ich Erleichterung heraus.

Ich nicke nur und setze mich in Bewegung, ohne mich noch einmal umzudrehen. Wozu auch? Es würde keinen Sinn machen, lediglich würde es eine Schwäche meinerseits ausdrücken. Die Verabschiedung – wenn man das überhaupt so nennen kann – ist kühl verlaufen. Sinnbildlich für unser Verhältnis. Doch das spielt jetzt auch keine Rolle mehr.

Beschwingt betrete ich den Bifröst, der mich in mein neues Leben bringen wird. Pure Erleichterung durchströmt mich.


+++




Caroline Pov

Frustriert laufe ich in meinem Haus umher. Ich habe keine Lust auf diesen dämlichen Ball zu gehen. Diese Bälle langweiligen mich mittlerweile. Dass ich so einmal darüber denken würde, habe ich mir auch nicht erträumen lassen. Doch die Zeiten ändern sich. Aber in den letzten Jahren ist so viel passiert, dass mir solche banalen Dinge egal geworden sind. Mir ist die Leichtigkeit des Seins abhandengekommen. Mein Leben ist komplizierter geworden, doch in all dem Chaos gibt es einen Lichtblick – Loki. In seiner Nähe fühle ich mich geborgen und bin wieder die fröhliche alte Caroline, die ich vor den ganzen Schicksalsschlägen gewesen bin.

Leider ist dieses Gefühl nicht von Dauer. Loki pendelt zwischen unseren Welten. Ein Zustand, der mir ziemlich an die Substanz geht. Es gibt Tage, wo ich verzweifelt bin und meinem Dasein ein Ende setzen will, doch meine Liebe zu Loki und die Aussicht meine beste Freundin in einigen Jahrzehnten wiederzusehen, halten mich schlussendlich davon ab.

Ich greife nach meinem Smartphone und wähle Bonnies Nummer. Nach dreimal Tuten wird das Gespräch angenommen.

„Hallo Care. Bist du schon dabei dich zu stylen?“, will eine gutgelaunte Bonnie wissen. Ihre auffallend gute Laune hat mit einem gewissen Vampir – den ich auf den Mond wünsche – zu tun. Ich seufze. Na ja. Nicht mein Problem. Ich habe meine eigenen.

„Nein“, lautet meine knappe Antwort.

„Wie nein?“ Ungläubigkeit schwingt in ihrer Stimme mit.

„Ich komme nicht mit. Ich habe einfach keine Lust auf diesen Ball“, sage ich bestimmt.

„Ach Care. Du kannst dich doch nicht die ganze Zeit Zuhause einigeln und warten bis dein Traumprinz das nächste Mal vorbeischneit.“ Ihre Vorwürfe gehen mir so langsam auf den Geist. Bonnie ist mit der Wahl meines Partners nicht besonders glücklich, genau wie ich mit ihrer. Doch sie ist direkt eingeschnappt, wenn ich auch nur die kleinste Kritik an Enzo ausübe, doch ich soll einfach so hinnehmen, wenn sie sich negativ über Loki äußert. Das geht mir gewaltig gegen den Strich. Wieder einmal wünsche ich mir meine beste Freundin zurück. „Du kennst eine Möglichkeit diesen Umstand zu ändern“, flüstert die kleine Stimme in meinem Kopf. Mehr als nur einmal bin ich kurz davor gewesen Bonnie zu töten und so meine beste Freundin zurückzubekommen, doch ich habe es nicht übers Herz gebracht. Es steht mir nicht zu. Ich werde die Jahre, die Bonnie noch zu leben hat, überstehen. Das klingt vielleicht herzlos, manchmal ist es auch so. Trotz allem ist Bonnie meine Freundin und ich werde sie nicht töten. Sie weiß, wie sehr ich Elena vermisse, ihr geht es ja genauso und wenn sie an dem Zustand etwas verändern könnte, würde sie es sofort tun. Ihr Leben ist ja nicht von Dauer. Elena und ich haben nach ihrem Tod immer noch die Ewigkeit. Da sind ein paar Jahre kaum der Rede wert und ich werde meine Zeit, die mir mit Bennett-Hexe noch bleibt, genießen.

„Doch das kann und werde ich“, entgegne ich fast trotzig.

„Ich verstehe schon. Heute ist wieder einer der schlechteren Tage“, schlägt sie sanftere Töne an.

„Ja.“

„Da wäre ein klein wenig Ablenkung genau das Richtige. Nur ein, zwei Stunden.“ Bonnie lässt nicht locker.

„Okay, aber höchstens zwei Stunden.“ Auch wenn ich von plötzlicher Unruhe erfasst werde, sage ich wenig begeistert zu. Länger als zwei Stunden werde ich aber keinesfalles bleiben.


+++



Obwohl die Party nicht schlecht ist, kommt bei mir einfach keine Stimmung auf. Ich kann mich einfach nicht darauf einlassen. Eigentlich möchte ich gar nicht hier sein. Doch des lieben Friedenswillens und weil ich Bonnie nicht schon wieder vor den Kopf stoßen wollte, bin ich mitgekommen. Dennoch bin ich nur körperlich anwesend, meine Gedanken sind ganz woanders. Sie sind ganz weit weg. Nicht mehr auf der Erde. Meine Körpersprache ist abweisend und so spricht mich auch kein Mann an. Auf blöde Anmachsprüche kann und konnte ich schon als Mensch sehr gut verzichten. Außerdem bin ich in einer glücklichen Beziehung, auch wenn wir uns nicht so oft sehen, wie ich es gerne möchte, und daher habe ich kein Interesse am anderen Geschlecht. Wenn mir einer zu blöd kommt, könnte ich ihn noch als Mahlzeit nutzen. Auch wenn ich weiß, dass Loki es nicht gutheißen würde, wenn ich von einem Menschen trinke. Eigentlich trinke ich nur noch aus Blutbeuteln, dennoch kann ich nicht verhindern, dass mich von Zeit zu Zeit die Lust nach frischem warmem pulsierendem Blut direkt aus der Vene überkommt. Das ist noch einmal ein völliges anderes Gefühl, als aus Blutkonserven zu trinken. Allein bei dem Gedanken daran läuft mir das Wasser im Mund zusammen, meine Zähne werden größer und die schwarzen Adern treten um meine Augen hervor. Schnell reiße ich mich zusammen und bekomme mich wieder unter Kontrolle. Unter keinen Umständen möchte ich hier und jetzt in einen wahren Blutrausch verfallen. Schnell schiebe ich die Gedanken beiseite und gönne mir einen Schluck des erstklassigen Bourbons. Wie viele Gläser ich schon seit meiner Ankunft getrunken habe, kann ich nicht sagen. Das spielt für mich auch keine größere Rolle. Das ist ja das Gute an meinem Vampirsein, dass ich trinken kann ohne wirklich betrunken zu sein und am nächsten Tag einen anständigen Kater zu haben.

Bonnie taucht in meinem Blickfeld auf. Sie lächelt mich an. Ich erwidere ihr Lächeln nicht. Mir ist nicht nach Lächeln. Wieso auch? Ich bin nur ihr zu Liebe mitgekommen und um meinen guten Willen zu zeigen. In der letzten Zeit habe ich ihr oftmals die kalte Schulter gezeigt und sie abblitzen lassen. Elenas Tiefschlaf und unsere Partnerwahl haben unsere Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Wir reißen uns Beide zusammen, um den Anderen nicht noch mehr zu verletzten. Gänzlich können wir das aber nicht verhindern. Bonnie weiß, dass ich Enzo nicht sonderlich mag und ihn nicht gut genug für sie halte. Nachdem was er sich alles geleistet hat. Doch die Liebe geht manchmal seltsame Wege. Ähnlich sieht es bei Loki aus. Sie hat grundsätzlich nichts gegen ihn. Bonnie stört bloß, dass er zwischen Asgard und Midgard pendelt und sie mich nicht leiden sehen kann, wenn er nicht an meiner Seite ist.

Doch kann ich nicht von ihm verlangen, dass er seiner Heimat den Rücken kehrt, wenn es nicht sein Wunsch ist. Das muss von Loki kommen. Er verlangt ja auch nicht von mir, dass ich mein Zuhause verlasse und zu ihm komme. Ich weiß auch nicht, ob ich das wollen würde. Mir würden Mystic Falls und meine Freunde fehlen. Früher oder später wäre mein Heimweh zu groß und ich würde zurückkehren. Nein, im Moment gibt es keine andere Möglichkeit. Auch wenn es mir missfällt, habe ich mich damit abgefunden. Ich weiß, dass Loki immer wieder zu mir zurückkehren wird. Das hat Bonnie mittlerweile auch begriffen haben, auch wenn sie es mir gegenüber nicht zugegeben hat. Muss sie auch nicht. Es reicht mir, es zu wissen.

„Du hattest auch schon mal mehr Spaß auf einem Ball.“ Keine Frage, sondern eine Feststellung. Ihr Ton ist sanft und ohne Vorwurf. Ich nicke. Bonnie legt mir eine Hand auf meine Schulter und übt leichten Druck aus. „Es war wohl doch keine so gute Idee, dass ich dich überredet habe mitzukommen.“

„Du wolltest mich lediglich auf andere Gedanken bringen. Dafür bin ich dir dankbar, aber ich habe wirklich schon einmal mehr Spaß gehabt, irgendwie verspüre ich schon den ganzen Tag so eine innere Unruhe“, beschreibe ich den Grund für meine schlechte Laune. Ein Lächeln schleicht sich auf das Gesicht meiner Freundin.

„Ich glaube du solltest dich langsam auf den Heimweg machen“, sagt sie mit einem sanften Lächeln. Ich verstehe meine Freundin gerade nicht. Will sie mich loswerden? Bonnie bemerkt meinen verwirrten Blick. „Wenn du nach Hause kommst, wirst du wissen, warum ich dich nach Hause geschickt habe.“

Ich verstehe Bonnie zwar immer noch nicht, aber ich will nur noch nach Hause. „Ich wünsche dir noch einen schönen Abend“, kommt es etwas verwirrt von mir, umarme sie und verlasse den Ball. Es zieht mich förmlich nach Hause. Daher beeile mich heimzukommen.



Loki Pov

Ein wenig enttäuscht bin nun doch, weil Care nicht zuhause ist. Aber ich kann ja nicht von ihr verlangen, dass sie die ganze Zeit zuhause bleibt und darauf wartet bis ich vorbeikomme. Dieser Umstand ist ja zum Glück jetzt vorbei und wir haben mehr Zeit zusammen. Dieses ständige Pendeln zwischen Asgard und Midgard während der letzten Monate war einfach nur nervenaufreibend gewesen.

Plötzlich öffnet sich die Tür und meine geliebte Caroline betritt ihr Zuhause. Unglaube spiegelt sich in ihren blauen Augen. „Loki.“ Im nächsten Moment liegt sie in meinen Armen. Ich hatte sie ganz fest in meinen Armen und atme ihren Duft ein. Ihre Nähe fühlt sich nach Zuhause an. Sie ist mein Zuhause.

Nach einer Weile löst sie sich aus meinen Armen und unsere Blicke ruhen aufeinander. „Deshalb wollte Bonnie also, dass ich nach Hause gehe“, sagt sie mit einem Lächeln. Wieder so ein Hexending von ihrer Freundin. „Wie lange wirst du dieses Mal bleiben können.“ Traurigkeit ist in ihrer Stimme zuhören.

Ich lege ihr meine Hände an die Wangen und streichele mit meinem Daumen darüber. „Für immer.“

Sie hat die Bedeutung meiner Worte noch nicht verstanden. „Was? Für immer? Ich versteh nicht …“

„Ich werde nicht mehr zurückgehen, ich werde bei dir bleiben.“ Endlich versteht Caroline.

„Kein pendeln mehr? Du bleibst wirklich bei mir?“

Ich nicke. „Ja, ich werde bei dir bleiben. Ich liebe dich.“

„Ich liebe dich auch.“

Unsere Lippen treffen sich zu einem leidenschaftlichen Kuss.



~*~






~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine tolle Geschichte, der ich trotz meines nicht vorhandenen Wissens über The Vampire Diaries, sehr gut folgen konnte. Das Zitat wurde hier sehr gut umgesetzt.

Eure lula-chan
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast