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Eine Nacht im Internat

OneshotHumor, Freundschaft / P12 / Gen
17.04.2020
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„Peggy, was dauert denn da so lange?“ Angelica verlor langsam die Geduld. Schon seit mindestens zehn Minuten schraubte ihre kleine Schwester an dem Schloss herum, was sie und das Büro des Direktors trennte.
„Mach du es doch, wenn du’s besser kannst!“, schimpfte Peggy. Angelica schwieg. Besser konnte sie es sicher nicht. Sie fröstelte. Genau wie das jüngere Mädchen, trug sie selbst nur ein dünnes Nachthemd, und der Wind, der durch die Gemäuer des Internats pfiff, setzte ihr ziemlich zu.
„Äh, Mädels?“, hörte sie die Stimme ihrer anderen Schwester rufen. Eliza stand ein paar Gänge weiter und hielt Wache, damit sie falls jemand kam, Alarm schlagen konnte.
„Was denkt ihr, wie lange ihr noch braucht, denn langsam wird es ziemlich kalt und unheimlich hier.“ Angst lag in ihren Worten. Bevor Angelica antworten konnte, schrie Peggy etwas zu laut: „Ich hab’s!“
„Pshhhhh!“, zischte Angelica.
Peggy schnitt eine Grimasse, ignorierte jedoch das verärgerte Gesicht ihrer großen Schwester.
„Eliza? Die Tür ist offen!“, rief sie stattdessen, diesmal leiser.
Das Mädchen im blauen Nachthemd kam um die Ecke geflitzt. „Na endlich. Ich hab dort hinten echt Angst bekommen.“
Angelica legte ihr stumm eine Hand auf den Rücken und lächelte sie an.
Peggy war bereits ins Büro gestürmt und platzierte gerade das Pupskissen unter einer schwarzen Decke auf dem Drehstuhl des Direktors. Der Plan war, ein paar kleine, nun ja, Überraschungen am Arbeitsplatz ihres Schulleiters anzubringen und später Zugriff auf die Überwachungskamera zu erlangen, um sich den ganzen Spaß anzusehen. Eliza lief zum Computer, der auf dem großen, hölzernen Schreibtisch stand, und drückte auf den Power-Knopf. Nach einer Weile ertönte das altbekannte Windows Geräusch und sie tippte hastig ein paar Zahlen ein.
„1,2,3,4,5,6. Anfänger.“, grinste sie und warf Peggy einen Blick zu.
„In was wollen wir das Passwort ändern? Washington stinkt nach Alex’ Furzen?“
Ihre Schwestern lachten laut los. „Nein. Wie wär’s mit… Wir waren hier?“, sagte Angelica.
„Laaangweiliiig!“, stöhnte Peggy. „Ich wäre für Elizas Vorschlag. Vielleicht denkt er dann, die Jungs waren es.“
„Da ist was dran.“, stimmte die Älteste zu.
Eliza nickte und klickte auf dem Bildschirm herum, bevor sie begann das neue Passwort einzutippen. Angelica ging zu einem der Schränke und befestige ein Konstellation aus Stricken und einer Konfettikanone. Sobald jemand den Schrank öffnen würde, würde er eine Ladung Konfetti ins Gesicht gefeuert bekommen.
„Perfekt.“ Sie lächelte zufrieden.
„Los, nichts wie raus hier!“ Eliza fuhr eilig den Computer herunter.
Gemeinsam schlichen sie wieder aus dem Büro und Peggy verriegelte die Tür.

Sie waren schon fast wieder in ihrem Zimmer im Ostflügel angekommen, da spürte Angelica eine kalte Hand auf ihrem Rücken. Sie erstarrte.
„Buh!“ Rief jemand direkt in ihr Ohr und sie konnte nicht anders als aufzuschreien. Ihre Schwestern, die vor ihr liefen drehten sich erschrocken um. Hinter ihr lachte jemand. Angelica drehte sich um und blickte in das Gesicht von Alex, der sich vor lachen nicht mehr halten konnte.
„Hamilton! Was fällt dir ein?“, empörte sich Eliza. Peggy konnte ein Kichern nicht unterdrücken und Angelica selbst ließ nur ein „Haha, sehr witzig.“ heraus.
„Was macht ihr drei Schönheiten denn zu so später Stunde noch hier draußen?“ Ein grinsender John, und Lafayette und Hercules traten hinter Alex aus der Ecke.
„Isch bin mir sischer, sie wollten gerade in Bettschen gehen. Nischt wahr?“ Meinte Lafayette und lachte.
„Nein mal ehrlich: Was macht ihr hier?“, fragte John neugierig.
„Wir-“, setzte Eliza an, jedoch ließ ihre Schwester sie nicht ausreden.
„Das könnten wir euch genauso fragen.“
„Kein Grund gleich so böse zu werden, Angie.“, meinte Alex spielerisch gefolgt vom Lachen der anderen. Angelica stöhnte wieder. So sehr sie die Jungs auch mochte, so nervig konnten sie auch sein.
„Wir sollten glaube ich langsam wieder ins Bett gehen. Es ist schon ein Uhr.“ Meinte Hercules und legte Lafayette ein Hand auf die Schulter. „Nicht, dass das hier noch eskaliert.“ Er zwinkerte Angelica freundlich zu. Das war das erste mal, dass sie dankbar für einen Kommentar der Vier war.
„Herc hat recht. Gute Nacht.“, sagte Eliza entschlossen und nahm Peggy bei der Hand, worauf die beiden ihren Weg zum Zimmer fortsetzten.
Als Angelica ihren Schwestern folgen wollte, packte sie jemand am Handgelenk. Sie sah auf und hatte Alexander vor sich.
„Hey, Angelica, sehen wir uns noch mal?“ Er klang schon fast schüchtern.
Sie spürte, wie ihr Herz einen Schlag aussetzte. Angelica blickte in seine braunen Augen und wurde weich. Jedoch räusperte sie sich und setzte eine steinerne Miene auf.
„Geh schlafen, Alexander.“
Sie wusste, dass sein verletzter Blick sie noch bis in ihre Träume begleiten würde, jedoch wusste Angelica auch, wie sehr ihre liebste Eliza diesen Jungen mochte. Sie schluckte, schaute ihm noch einmal in die Augen und versuchte so viel Liebe wie möglich in diesen Blick zu legen, bevor sie sich umdrehte und ihren Schwestern hastig auf das Zimmer folgte.

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Hey,
schön das ihr hier seid! -Wenn überhaupt jemand hier im guten alten Hamilton Fandom ist. Wenn euch der kleine OS gefallen hat (oder auch wenn nicht), gebt mir doch gerne Feedback.

LG Maxi<3
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