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Danke, Boss!

von leckomio1
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 Slash
Chrollo Lucilfer Feitan Kalluto Zoldyck Machi
16.04.2020
16.04.2020
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4.717
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Dieses Kapitel
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16.04.2020 4.717
 
Ich bin ein riesen Fan von Hunter x Hunter geworden und bin total  vernarrt in einige Charaktere unter anderem in die gesamten Mitglieder der Phantom Truppe.
Ich will hier einiges klarstellen und zwar weiß ich, dass die Szene mit Kalluto in dieser FF nicht zu dem passt, was im Manga passiert (will nicht spoilern), aber ich habe mich einfach mal am Anime orientiert und meine eigene Theorie entwickelt.
Und ich BITTE euch nimmt die Handlung nicht zu ernst. Ich habe die Story einfach für mich geschrieben. Es soll nur der Unterhaltung dienen und sollte nicht zu ernst genommen werden.
Leider habe ich keinen Beta. :( Ich hoffe es sind nicht zu viele Fehler drin.

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Er spürte das starren von mehreren Augenpaaren auf seinem Rücken aber ließ sich davon nicht stören beim lesen seines Buches.

Die Mitglieder der Phantom Truppe sahen alle gedankenverloren zu ihrem Oberhaupt.
Endlich war er wieder bei ihnen ihr treuer, starker und zugleich intelligenter Chef nach langer Suche hatten sich ihre Mühen endlich ausgezahlt. Und doch … irgendwas belastete die Mitglieder.
Sie hatten sich für seine Anstrengungen und sein Opfer noch gar nicht richtig bedankt. Manch einer würde behaupten, dass der größte Dank die Rückgabe seiner Kräfte war, doch den Spinnenbeinen war dies nicht genug, ihr Kopf hatte so viel mehr verdient als nur das.
Während seiner Abwesenheit hatte jeder Einzelne von ihnen erkannt wie wichtig ihm der Chef war.
Seine Fürsorgliche und dennoch distanzierte Art. Er ließ es sich nicht ansehen aber jeder Verlust bereite ihm Kummer, was er vor seinen Kameraden jedoch zu verheimlichen wusste. Seine Fassade blieb so lange aufrecht bis er alleine war und niemanden damit belasten konnte.
Waren sie egoistisch und undankbar gewesen, weil sie durch Chrollos Abwesenheit erst seinen wahren Wert erkannt hatten? Keiner von ihnen vermochte diese Frage zu beantworten.

Ein leises, dumpfes Geräusch ließ alle für eine Sekunde aus ihrer Welt erwachen. Sie sahen zum Verursacher. Die Quelle des lautes
war dass, nun geschlossene Buch ihres Bosses.
Besagter erhob sich von dem Stein auf dem er seit Stunden gesessen hatte und drehte sich mit einem nichts sagendem Blick zu ihnen.
„Also ich gehe mir jetzt die Beine vertreten.“ Er spürte sofort wie sich die Spannung im Raum änderte. Seine Freunde wollten insgeheim nicht, dass er alleine geht, doch keiner wagte es etwas von sich zu geben, wussten sie doch dass es eine schiere Beleidigung seines Könnens  wäre.

Chrollo verließ lächelnd das Versteck, zufrieden damit, dass keiner von ihnen ihm widersprochen hatte.

Alleine wieder mit ihren Gedanken saßen die restlichen Mitglieder in der Runde bis der Ungeduldigste von ihnen die Stille nicht mehr ertrug.
„Verdammt Leute, ich halte es nicht mehr aus. Ich würde mir am liebsten meine eigenen Gedärme rausreißen und sie dem Boss als Opfergabe darbringen nur um ihm zeigen zu können wie dankbar ich ihm bin!“, schrie Phinks in die Runde und sprang dabei demonstrativ mit geballter Faust auf.
Feitan sah ihn von der Seite schielend an und erwiderte nur: „Ja und du glaubst wirklich, dass so ein Haufenscheiße die aus deinem Körper kommt den Chef erfreuen könnte?“ Die anderen kicherten hinter vorgehaltenen Händen leise, während sich der blonde aufgebracht
zum Anderen wandte.
„Und hast du eine bessere Idee? Ich meine, wir waren ja alle glücklich als wir den Boss vor einer Woche wieder in die Arme schließen konnten, aber irgendwie … finde ich sollten wir ihm auch anders danken.“ Die Restlichen nickten auf diese Worte nur.

Kalluto der Chrollo nicht so lange kannte, beobachtete das Szenario nur Objektiv.
Er wusste nicht, ob er sich einmischen durfte und doch stimmte er ihnen stumm zu und verstand die Situation sehr wohl.
Sich an das erste Treffen mit Chrollo erinnernd ließ er sein Blick in die Runde schweifen.

Sie standen alle erwartungsvoll um die bewusstlose Gestalt herum. Kalluto war einfach zu neugierig und Schritt näher an die Person, vor dem ihn sein Vater immer gewarnt hatte.
//Dieser Junge soll meinen Vater fast besiegt haben?// Es war kaum zu glauben. Dieser Mann sah friedlich und gar unschuldig aus. Nicht so wie jemand den man sich als Kopf einer mörderischen Gang vorstellte.
Blasse Haut, schlanke, muskulöse Statur, pechschwarze, seidige Haare und volle, rote Lippen.
Beim nächsten Gedanken wurde sein Gesicht komplett rot.
//Im Grunde sieht er wunderschön aus.// Die anderen sahen wie ihr jüngstes Mitglied ihren Chef beäugte und jedem war klar in welche Richtungen die Gedanken wanderten und doch sagte ausnahmsweise keiner was schnippisches.
Man konnte es nun mal nicht leugnen, dass ihr Anführer gutaussehend war.  
Kalluto wich unbewusst hinter Phinks als die Augenlider der liegenden Person sich langsam zu bewegen anfingen.
Der Körper des älteren erzitterte im Gegensatz  zu ihm vor lauter Aufregung, aufgrund der bevorstehenden Wiederkunft seines Bosses.


Chrollo öffnete kurz die Augen nur um sie dann wieder schützend vor der Sonne zu verschließen.
„Was …“ , doch bevor er den Satz zu Ende bringen konnte packten ihn mehrere Hände am Körper und zogen ihn hoch.
„Chef.“
„Boss.“
„Anführer.“

Mehrere ihm so bekannte Stimmen riefen seinen Titel und genauso viele Körper drückten sich an ihn. Er musste unwillkürlich lachen und versuchte alle genauso zurück zu umarmen so wie sie es bei ihm taten, doch es war zwecklos.
Er spürte wie Hände über seine Haare strichen und über seinen Rücken.
Es war alles sehr beruhigend und vertraut zugleich. Nur für eine Sekunden konnte er vergessen.
Die Anspannung des letzten Jahres weggleiten lassen durch die Hände die ihn aufzufangen versuchten.
Zuhause … Ja, er war wieder zuhause angekommen.
Einige weinten stumme Tränen, die sie in der Kleidung von Chrollo vor den anderen zu verborgen wussten, aber nicht vor ihrem Leader, der jede einzelne an seinem Körper spürte.

„Verzeiht mir, dass ich euch im Stich gelassen habe, aber so wie ich gehört habe, kamt ihr auch sehr gut ohne mich zurecht.“  Chrollo versuchte die Situation aufzulockern, jedoch krallten sich die meisten noch fester an ihn ran, sogar Franklin der so riesig war dass er alle in einer großen, festen Umarmung vor der Außenwelt schützte drückte nun fester zu, sodass der Kern der Gruppe, also Chrollo selbst kaum Luft bekam.
„Sag nicht sowas Boss“, flüsterte Kortopi der am rechten Bein Chrollos war. Ein ehrliches Lachen erfüllte den Ort an dem sie standen. Zunächst überrascht über den Ausbruch ihres Chefs sahen sich die anderen Gegenseitig fragend an, bevor sie es nicht mehr zurückhalten konnte und sich mit einbrachten in das Lachen.

Kalluto beobachtete dieses Szenario versteckt hinter einem Baumstamm.
Doch trotz des fröhlichen Bildes, welches sich vor ihm abspielte, schlugen heftige Ströme auf ihn ein.
//Diese Aura … sie ist so stark. Ich kriege kaum Luft. Sie drückt meine gesamte Kehle zu.//Seine Augen waren weitaufgerissen und fixierten den Mann der, der Verursacher dieser ungewöhnlich starken Kraft war.
//Tod … diese Jagdlust, beinahe bestialisch.// Der Junge war sich bewusst, dass es ein kleines wäre für den Älteren ihm sein Genick wie ein Zahnstocher zu zerbrechen.
//Was habe ich mir dabei gedacht? Ich hätte auf meinen Vater hören sollen … Ich hätte zuhause bleiben sollen.// Seine Beine zitterten so stark er schaffte es noch nicht mal mehr zu fliehen, obwohl sein Verstand es ihm immer wieder riet.
Seine Arme überkreuzten sich, seine Hände packten nach seinen Oberarmen, die Nägel verkrampften sich ins Fleisch bis blutende Wunden entstanden.
//Ich habe Angst … ich habe fürchterliche Angst.// Seine Zähne fingen zu klappern an während er apathisch zu Boden starrte.

„Komm raus!“

Jeglicher Gedankenstrom stoppte für einige Sekunden. Sein Essen kam in ihm hoch bei der Kälte dieser Stimme.
Es war ein Befehl … Ein Befehl den man lieber gehorchen sollte, wenn einem sein Leben etwas wert war und dennoch schaffte Kalluto es nicht sich sofort zu rühren.

Vorbei war die freudige Stimmung des Wiedersehens nachdem der Chef der Gruppe gesprochen hatte. Die Mitglieder lösten sich von ihm und schauten in die Richtung in die ihr Boss sah.
„Wahrlich ein wahrer Leader“, flüsterte Phinks leise zu den anderen, die ihre Zustimmung durch ein Nicken gaben, denn Kallutos Verbergungen waren eigentlich Meisterhaft.

„Ich sage es nicht noch einmal komm raus … oder willst du dass ich dich holen komme.“ Das Grinsen, welches sich auf das Gesicht des Mannes legte triefte nur so vor boshafter Freude. Hinweg war die Unschuld.
Er machte direkt einen großen, demonstrativen Schritt nach vorne.
Bereit für die Jagd.

„Nein, bitte!“ Der Junge fasste seinen gesamten Mut und Stolz zusammen und trat aus dem Schatten des Baumens, um dann auf die Gruppe zuzulaufen.

Sein Herz pochte so schnell und doch ließ er sich nichts anmerken. Nein, im Gegenteil er sah sehr professionell aus, verbannt war die gesamte Angst aus seinem Gesicht.
Doch er wusste, dass er nur die anderen damit täuschen konnte.
Chrollos Blick durchbohrte ihn, zog ihn aus und ließ nur das ängstliche Kind, welches er nun mal war dort.
Wie ein Hase, der einem zu großen Fuchs entgegen kam, trottete Kalluto näher.  Der Räuber hörte ganz deutlich den kleinen Muskel im Körper des Jungen schlagen. Jegliche Faser die ihn ausmachte schrie vor der herannahenden Gestalt wegzulaufen, doch er tat es nicht.
„Chef, das ist …“ Chrollo hob die Hand und brachte Phinks damit zum Schweigen.
„Stelle dich selber vor!“ Kalluto hob den Blick den er die ganze Zeit auf den Boden gerichtet hatte und sah zum anderen hoch.
„Mein Name ist Kalluto.“ Chrollo zog seine rechte Braue in die Höhe.
„Und Kalluto du hast ja wohl auch einen Nachnamen und auch Absichten die du mir näher bringen willst oder?“ Der Angesprochene zuckte leicht, obwohl sein Gegenüber keinen scharfen Ton hatte fiel es ihm doch schwer ruhig zu bleiben.

Phinks biss die Zähne zusammen … sie waren Mörder, aber er empfand es als sinnlos ein bereits verschrecktes Kind weiter zu ängstigen, hätte dieses Kind nicht so viel Potential, wäre es ihm im Grunde egal gewesen, aber Kalluto war ihnen auch allen echt ans Herz gewachsen und Chrollos Nen war sogar für sie oft eine Qual, wenn er sie herausließ.

„Chef … er hat uns geholfen den Exorzisten zu finden, der dir geholfen hat. Wir haben entschieden gehabt ihn als neues Mitglied aufzunehmen und hoffen natürlich auch auf deine Zustimmung.“ Kalluto und auch die anderen waren überrascht darüber dass sich der Blonde einmischte. Wobei der Erstere echt heilfroh war über die Unterstützung.
Feitan kicherte nur. „Hast du plötzlich ein Herz für Kinder entwickelt.“
„Schnauze!“, erwiderte der Blonde mit hochrotem Kopf.

Chrollo dessen Blick aufgrund der Unterbrechung auf seinem Teammitglied gelegen hatte, sah wieder auf das Bündel vor sich.
„Hm … ist das so.“ Seine Finger berührten leicht sein Kinn.
Er bemerkte, dass er den Jungen ziemlich eingeschüchtert hatte.
//Potential besitzt er das stimmt … Vielleicht sollte ich eine andere Taktik fahren um weitere Information zu erhalten.//

Unerwartet ging Chrollo vor dem Jungen in die Hocke und griff mit Zeigefinger und Daumen unter das Kinn des Jünglings und brachte ihn durch leichten Druck zum aufschauen.
„Also Kalluto stimmt das, hast du meinem Team geholfen mich von diesen Ketten zu befreien?“ Die Pupillen des Angesprochenen weiteten sich vor Erstaunen, denn die gesamte Ausstrahlung seines Gegenübers hatte sich verändert. Weg war die kaltblütige Aura, sie war ersetzt worden durch eine sanfte beinahe einlullende.
Auch die Stimme des tätowierten Mannes war nun melodischer.
Irgendwie erinnerte ihn diese Manipulative Art an seinen ältesten Bruder.
//Will er dass ich meine Deckung fallen lasse? Ist das ein Test? Was wenn ich nicht bestehe? Was soll ich tun?// Kalluto brachte kein Wort zustande und nickte stattdessen nur.
Chrollos Lippen formten ein Lächeln.
„Dann danke ich dir.“ Mit diesen Worten ließ er das Kinn los. Strich den Pony des Jungen nach hinten so dass dessen Stirn zum Vorschein kam und platzierte dort einen sanften Väterlichen Kuss.
Kallutos Herz blieb beinahe stehen bei dieser zärtlichen Berührung.

Chrollo hörte wie seine Freunde hinter ihm ihren Atem den sie scheinbar in sich gehalten hatten raus ließen.

„Nun denn Kalluto ich habe aber immer noch nicht deinen vollen Namen erfahren.“ Bei diesen Worten schluckte sein Gegenüber.
„Ich heiße … Kalluto Zolydck.“ Nun war es der Anführer der Erschrak. Seine Augen verengten sich für eine Sekunde, bevor er weitersprach: „Also bist du die Brut von Silva Zolydck?“
„Ja, Sir“, antwortete der Junge gehorsam.
„Weiß dein Vater, dass du mit meiner Truppe unterwegs bist?“
„Nein, Sir.“ Die Antwort kam sehr leise, sodass nur Chrollo sie hören konnte.
„Warum bist du dann hier? Dein Vater wäre wahrscheinlich nicht erfreut darüber. Du solltest zurück nach Hause.“ Mit diesen Worten richtete sich der Ältere wieder auf und schritt zu seinen Kollegen, doch etwas zog an seinem Mantel und hielt ihn auf.
Sein Kopf wandte sich wieder der zierlichen Gestalt zu und sah ihn fragend an.

Der Junge fiel ohne ein weiteres Wort auf die Knie und legte seine Stirn in Demut auf den Boden so wie es im asiatischen Raum üblich war und sprach mit zittriger Stimme: „Bitte Sir, lehnen Sie mich nicht einfach so ab. Ich versichere Ihnen, dass ich Ihnen und der gesamten Truppe hilfreich sein kann. Sie fragten mich nach meinen Intentionen. Ich will stärker werden, stark genug um meinen großen Bruder zurückzuholen und wenn ich Jahre dafür brauche. Sie haben meinen Vater mal besiegt gehabt und deshalb will ich von Ihnen und den anderen lernen.“ Er redete wie ein Wasserfall drauf los und hoffte, dass es reichen würde.
„Tz …“ Chrollo schnaubte und erwiderte dann „ich will hier eines klar stellen, ich bin kein Lehrmeister.“ Kallutos inneres verzog sich. Es war vorbei.
„…Aber wenn du mir versprichst deinem Vater zu schreiben und ihm mitteilst dass es dir gut geht ohne zu erwähnen, dass du ein Mitglied von uns geworden bist, dann darfst du bleiben. Und bitte nenne mich einfach Chef oder Boss, Sir hört sich so alt an.“ Der Junge sah mit Freude strahlenden Augen auf und nickte sofort.
„Natürlich ich verspreche es. Du wirst deine Entscheidung nicht bereuen … Boss.“  
Ein lautes „Juhuu!“ war von den anderen zu vernehmen, die das Szenario fiebernd mit verfolgt hatten. Sie liefen zu Kalluto hin und nahmen ihn freudig in die Arme. Nun war er endgültig ein offizielles Mitglied von ihnen.
Selten hatte sich der Junge so willkommen gefühlt.

Er hatte auch vor Chrollos Zeit gelernt gehabt, das solche Momente bei der Phantom Truppe selten waren, aber ihm war es lieber, dass sie selten und ehrlich waren als gar nicht stattfanden wie in seiner eigentlichen Familie.
Er wusste, dass sein noch junges Leben auch bei ihnen ein frühes Ende finden könnte, aber irgendwie war ihm das egal. Die Liebe die er hier gefunden hatte genügte für tausend Leben die folgen mochten.

Am nächsten Tag in ihrem Versteck, während eines Kartenspiels kam der Schwarzhaarige erneut auf ihn zu.
„Kalluto.“ Der Angesprochene sah von seinen Karten zum Älteren auf.
„Ja, Boss?“
„Komm mit!“ Ohne ein weiteres Wort zu verlieren lief der Chef der Truppe in Richtung Ausgang. Der Junge legte die Karten sofort nieder und sprang auf um seinem Boss nachzulaufen.
„Da kriegt Jemand aber Ärger.“
„Pass auf dass du keinen Klaps auf den Popo kriegst“, hörte er die anderen hinter sich noch hämisch rufen. Er musste unwillkürlich schlucken, was wenn er wirklich was verbrochen und es nicht mal bemerkt hatte? War Chrollo wütend auf ihn? Würde er ihn nun doch wegschicken? Seine Hände verkrampften sich in seinem Kimono vor Anspannung.


Draußen angekommen erblickte er seinen Chef etwas abseits vom Ausgang.
„Boss, habe ich was …“ Er konnte den Satz gar nicht zu Ende sprechen.
„Greif mich an!“ Sein Herz blieb für einige Sekunden stehen.
„Wie bitte?“ Chrollos Gesichtsausdruck war hart wie Stein.
„Hörst du schlecht? Ich habe gesagt du sollst mich angreifen.“ Kalluto konnte gar nicht so schnell begreifen, da war der Ältere schon bei ihm.
„Wenn du es nicht tust dann tue ich es eben.“ Kalluto schaffte es zum Glück aufgrund des Überlebenstrainings seiner Eltern automatisch ohne weiteres zögern der Faust auszuweichen.
Sofort nahm er einen Sicherheitsabstand ein und sah sein Gegenüber fragend an.
Der Mann schmunzelte nur.
„Gut, dein Training beginnt heute Kalluto.“ Der Angesprochene brauchte ein paar Sekunden um das gerade gehörte zu verarbeiten.
Schock gemischt mit viel Angst, aber genauso viel Dankbarkeit durchfluteten seinen Geist. Meinte das ihr Leader ernst? Nahm er sich wirklich die Zeit, die er eigentlich für wichtigere Sachen nutzen könnte um ihn zu trainieren?
Leichte Tränen der Freude stiegen in ihm hoch, die er gekonnt wegdrückte.
„Danke, Boss.“ Chrollo hörte die pure Ehrlichkeit dieses Satzes, aber reagierte nicht darauf, stattdessen ließ er einen Teil seines Nens raus um seinen jetzigen Lehrling zu verunsichern.
//Wenn er gestern bereits vor meiner Energie Angst bekommen hat, dann wird es schwer für ihn sein mit anderen Gegnern zu kämpfen, wenn man auch noch bedenkt, dass es nur ein Bruchteil von dem ist, was ich eigentlich hervorbringen kann.//

Es wirkte auch … Kallutos Körper ging sofort in eine Verteidigungsposition.
Chrollos Augen verengten sich.
„Greif mich an!“ Der Junge gehorchte sofort. Er rannte Chrollo direkt entgegen.
//Ein frontal Angriff?// Der Kopf der Spinnen war überrascht über so eine Kopflose Entscheidung, revidierte den Gedanken jedoch sofort wieder als er Kalluto plötzlich vor ihm verschwinden sah, aber nicht ohne das er mitbekam wie dieser sich unter die Kleidung griff.
„Was?“
//Er kommt von rechts.// Der Leader wich um Haaresbreite dem Angriff aus, indem er einen Schritt zurückmachte. Im selben Moment sah er auch, den Gegenstand mit dem ihn Kalluto angegriffen hatte.
„Ein Fächer? Das hast du also hervorgezogen.“ Der Angesprochene der wütend darüber war es nicht geschafft zu haben den anderen auch nur zu berühren sah grinsend auf.
„Es ist nicht nur ein einfacher Fächer.“ Chrollo hob erwartungsvoll seine rechte Braue und sah gespannt zu wie das Zoldyck Kind ein paar Fetzen Papier in die Luft streute nur um sie dann mit dem verursachten Wind durch den Fächer auf ihn prallen zu lassen.
Chrollo wusste es besser diese Papierstücke nicht zu unterschätzen und wich erneut aus. Nur um dann zu beobachten wie sie den hinter ihm stehenden Baum in tausendteile zerfetzten.
Seine Augen weiteten sich vor Erstaunen.
//Nicht schlecht. Er besitzt also den Nen-Typ der Manipulation.// Kalluto der die Unaufmerksamkeit seines Chefs zu seinem Vorteil nutzen wollte griff erneut an. Diesmal aber wirklich frontal mit hervorgestrecktem Fächer.
Er sah wie die Überraschung das Gesicht des Anführers benetzte.
//Ja, diesmal habe ich ihn aber!// Ein triumphales Lächeln schlich sich auf die Lippen des jüngeren, kurz bevor er sein Ziel erreichte, verwandelte sich jedoch das verschreckte Gesicht des anderen in eine brutale Fratze.
//Verdammt, das war nur ein Trick.// Die Erkenntnis kam zu spät Kalluto konnte den Angriff nicht mehr stoppen.

Ein lauter schmerzerfüllter Schrei, gefolgt von einem Knacken, erfüllte die Umgebung. Vögel und andere in der Gegend lebende Säugetiere, liefen verschreckt von dem Qualvollen Schrei weg.

„Chef, was ist …“ Shalnark und die anderen rannten aus dem Versteck um die Quelle des Jammerlautes zu identifizieren.

Vor ihnen lag Kalluto mit dem Bauch auf dem Boden und dem rechten Arm auf den Rücken gedrückt von Chrollo.
Letzterer hatte zudem sein Knie in den Rücken des Jungen versenkt und seine Lippen ganz nahe an dessen Ohr.
„Du bist zu langsam, daran müssen wir noch arbeiten.“ Als keine Reaktion Seiten des Jungen kam, zog der Dieb fester an dessen Arm und brachte ihn damit zum singen von lauten Schreien.
„Verstanden?“ Zwischen den schmerzerfüllten Lauten schaffte es der andere zu antworten: „Ja, Boss aber bitte…“ Er brauchte den Satz nicht zu Ende zu sprechen, denn Chrollo ließ bereits los und erhob sich vom kleinen Körper der weiterhin schwer atmend auf dem Boden verweilte.

„Keine Sorge dein Arm ist nicht gebrochen. Es wundert mich dass dein Vater dich nicht besser trainiert hat.“ Chrollo würdigte ihn keines Blickes mehr als er auf die anderen, die wie Salzsäulen dort standen zulief.
„…Oh oder hat er dich etwa nie für vollgenommen, weil du eh niemals sein Erbe annehmen würdest? Wenn du dein Bruder wiederhaben willst solltest du dir mehr Mühe geben.“ Und mit diesem Worten verschwand er im Versteck.

Kalluto der bei der predigt von Chrollo nur auf den Boden gestarrt hatte, biss die Zähne zusammen.
Ja, es stimmte sein Vater nahm ihn nie Ernst. Er war immer das Muttersöhnchen gewesen. Aber diesmal nicht! Chrollo hatte ihm eine Chance gegeben und er hatte verschissen.
Er musste dem Älteren beweisen, dass er es wert war, dass man in ihm Zeit investierte.
//Ich scheiß auf meinen Vater, Chrollo, denn ich will dass du mich Ernst nimmst!//  Ein paar Hände griffen nach ihm um ihm aufzuhelfen, doch er schlug sie aus.
„Ich schaffe das alleine“, spie er entschlossen und stand mit wackeligen Beinen auf.

„Ich werde euch und dem Boss beweisen, dass ich es Wert bin als vollwertiges Mitglied angesehen zu werden.“ Keiner der anderen erwiderte daraufhin noch was, wussten sie doch, das Kalluto niemanden etwas beweisen musste.

Sie ließen den Jungen alleine, der sofort damit begann seine Techniken zu verbessern.


Chrollo öffnete die Augen.
//Wieder so ein komischer Traum.//  Er erhob sich von seinem Schlafplatz und sah auf seine Mitglieder, die alle im festen Schlafe sich befanden.
Schnell fiel ihm jedoch auf das eine Person fehlte.
//Wo ist denn der Bengel?// Der Truppenchef lief aus dem Versteck und erblickte den besagten Jungen im Dunkeln trainieren. Er war komplett schweißgebadet und völlig außer Atem.
Die Bäume um ihn herum waren komplett zerstört.

//Ich wusste dass du Willen hast//, dachte der Schwarzhaarige stolz und begab sich wieder hinein.

Kalluto hatte den Anderen gar nicht bemerkt. Zu tief war er in seiner Gedankenwelt.
Würde der Boss ihm noch eine Chance geben zu kämpfen? Oder dachte er das Zoldyck Kind wäre ein Hoffnungsloser Fall und die Mühe nicht wert?
Sein Herz verkrampfte. Er wollte unbedingt dass der Dieb ihn weiter trainierte. Egal welche Schmerzen oder Brüche er ertragen musste. Er würde es wie ein Mann hinnehmen, solange der andere ihn weiterförderte.

Am nächsten Tag beim Frühstück spürte er die besorgten Blicke seiner Kameraden auf sich.
Das festhalten des Löffels für sein Müsli tat höllisch weh, doch er versuchte es zu verbergen.

„Kalluto nachdem du zu Ende gegessen hast, geht es weiter mit deinem Training“, hörte er Chrollo von seinem üblichen Platz sagen.
Pure Erleichterung machte sich in dem Neuen breit.
„Jawohl Boss.“ Er fing plötzlich schneller zu essen an, schaufelte sich förmlich das gesamte Müsli in den Mund und schluckte ohne zu kauen.
„Chef, findest du nicht, dass du ihm heute mal eine Pause gönnen solltest“, rief Machi, die das Elend des Jungen nicht weiter mit ansehen konnte.
Der Angesprochene erwiderte nichts darauf im Gegenteil er stand einfach auf, zog seinen Mantel aus und lief mit Oberfreiem Körper hinaus in die Sonne.

Das Haupt der Truppe wollte nicht Respektlos oder gar eingebildet wirken, aber die anderen verstanden seine Intention nicht und er wollte sie nicht einfach laut preisgeben.
Klar, er wusste, dass der Junge auch mal Ruhe brauchte, aber würde er ihm Heute sein Training verweigern, so würde dieser dies einer Verstoßung gleichstellen. Und er wollte erst mal dessen Selbstbewusstsein stärken, welches seine Familie scheinbar komplett begraben hatte.  

Kalluto tapste mit schnellen Schritten nach draußen und sah
Erwartungsvoll zu seinem Meister. „Dann beginnen wir mal …“ Das bestialische Grinsen des Mannes konnte nichts Gutes heißen.

Es verging eine gewisse Zeit bis sich Machi aus Neugier auf den Weg nach draußen machte und Chrollo dabei beobachte wie er Kalluto Befehle und Anweisungen gab. Die dieser unter großer Anstrengung seiner Kräfte auch befolgte.
//Sie trainieren bereits seit fünf Stunden und man erkennt, dass der Bengel langsam an seine Grenzen kommt.// Besorgt schweifte ihr Blick zu ihrem Chef, der jedoch Regungslos zu dem Jungen sah, welcher unter allen Umständen ihn zu beeindrucken versuchte.

„Halte dein En aufrecht!“, befahl Chrollo desinteressiert von dem bereits geschwächten Zustand des Jungen.
Der Neue schaffte nur noch ein Nicken und versuchte dabei den Worten Folge zu leisten.

//Oh Gott, ich kann nicht mehr.// Schweißperlen trieften sein Gesicht herunter. Sein Verstand und sein zierlicher Körper schrien nach einer kurzen Pause.
Er hielt sein En erst seit 5 Minuten aufrecht und das nur auf dem Mindestabstand von 2 Metern.
Ein leises Kichern an seinem Ohr, ließ ihn kurz zusammen zucken.
„Also dein Großvater schafft es sein En auf ein Radius vom 300 Metern zu erweitern.“ Kalluto schielte zur Seite, zu den grauen Augen seines Bosses.
//Wie hat er es ohne dass ich es bemerke so nahe an mich heran geschafft?// Kalter Angstschweiß lief dem jüngeren den Rücken herunter.
„Ich erwarte mehr von dir als das.“ Kalluto schluckte.
„Jawohl, Vat … Chef.“ Sein Gesicht wurde Feuerrot bei seinem leichten Versprecher. //Oh nein, ich hoffe er hat es nicht bemerkt. Ich hoffe er hat es nicht bemerkt. Verdammt ist das peinlich!//
Er sah nicht mehr zum Älteren. Als keine Erwiderung seiner Seits kam, wog der Junge sich wieder in Sicherheit.
//Vielleicht hat er es auch gar nicht gehört//, redete er sich ein.

Doch Chrollo hatte es sehr wohl gehört, aber bevorzugte es darauf nur zu schweigen. Ihm war es im Grunde egal wie man ihn nannte.

Es verging eine weitere Stunde. Nun hatten sich auch die anderen Mitglieder der Phantom Truppe, nach draußen gesellt und sahen ihrem neuen Mitglied beim Training zu.
Chrollo war dazu übergangen sich mit einem Buch zu beschäftigen, während Kalluto mit der Aufrechterhaltung seines ens tätig war.

Nach einer weiteren halben Stunde kippte die Stimmung, als allen bewusst wurde das Kallutos Kräfte schwanden.
//Ich bin so verdammt müde. Warum zerrt es so an meinen Kräften? Dabei bricht mein En jede 10 Min ab.// Er bemerkte wie jegliche Kraft aus seinem Körper wich und er zu taumeln begann.
//Nein, bitte nicht. Ich muss es ihm beweisen. Ich muss …// Der Satz verlor sich in seinem Verstand als alles um ihn herum schwarz wurde. Er erwartete den schmerzlichen Knall der jedoch nicht kam, stattdessen wurde er aufgefangen.
„Das war gut. Ich bin sehr stolz auf dich. Und nun ruhe dich ein wenig aus.“ Dies war das letzte was er hörte, bevor er in den erleichterten Schlaf fiel.

Chrollo der den Umschwung in den Kräften seines Schützlings bemerkte hatte, sah von seinem Buch auf und war so schnell wie ein Wimpernschlag an dessen Seite gewesen, um den kleinen Körper aufzufangen.

Seine Kameraden die das Szenario beobachtet hatten waren im Vergleich zu ihm viel zu langsam gewesen.
„Gute Reflexe, Boss“, lobte Shalnark ihn und sah dabei auf die schlafende Gestalt in dessen Armen.
„ Danke. Ich bringe den Wirbelwind rein. Könnt ihr mir später mein Buch mitbringen, welches ich dort liegen lassen habe.“
„Klar, Chef“, riefen alle wie im Chor und salutierten dabei kindlich.
Der Schwarzhaarige schüttelte nur den Kopf, aber konnte sich das schmunzeln auf seinen Lippen nicht verkneifen.


Seitdem wusste Kalluto, was die Spinnen an ihrem Chef mochten.
Er war Schützer, Zuhörer und Führer.

„Wie wäre es, wenn wir ihn zwei lange Tage einfach nur verwöhnen?“, schlug Shalnark vor, während er an seinem Daumennagel biss.
„Aber was meinst du denn mit verwöhnen?“, fragte Phinks mit hochrotem Kopf. Scheinbar fielen ihm viele Methoden der Verwöhnung ein.
Es herrschte für einige Sekunden pure Stille.
„Ihr meint doch nicht etwa … auf sexueller Ebene?“, rief Shizuku vor Schreck. Sie war noch nie die schnellste im Denken gewesen, dachten sich alle insgeheim.

Nun war es Shalnark der rot wurde.
„Naja, so meinte ich das nicht. Eigentlich wollte ich den Besuch eines Onsens Vorschlagen, aber wenn ihr das andere wünscht, dann wäre ich sogar bereit mich zu Opfern.“
„Hä wieso du?“, platzte es ungewollt aus Phinks, der dann schief von den anderen angeguckt wurde. Sich kurz räuspernd flüsterte er dann nur, „naja ich meine wir sollten an den Geschmack unseres Bosses denken.“
„Ach und du glaubst dein Aussehen trifft seinen Geschmack?“ Feitan konnte sich seine Seitenhiebe einfach nicht verkneifen.
„Der Boss bevorzugt im Grunde keinen von uns allen. Das wisst ihr alle selber“, erklärte Machi. Alle anderen stimmten ihr stumm zu.
Jeder von ihnen hatte es mal gewagt mit dem Boss zu flirten.
Chrollo war immer Gentleman genug niemand über den anderen zu stellen und war allen gleich offen gewesen.
Eifersucht oder gar Missgunst verspürte keiner von ihnen bei diesen Dingen.
„Warum lassen wir es nicht erst Mal auf uns zukommen“, riet  Franklin schlussendlich, woraufhin sie einen Plan zu Schmieden anfingen.

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Ja, ich weiß Kalluto ist etwas zu verweichlicht geworden, aber sowas wollte ich schon immer schreiben, zumal er auch nicht bei dem späteren „Spaß“ dabei sein wird, da er viel zu jung ist.
Also wie gesagt bitte, wenn euch die Handlung die später vorkommen wird, nicht zusagt. Hört ab hier auf zu lesen!!
Ich bedanke mich für die Chance die er der Story gibt und wünsche euch allen viel Gesundheit in dieser schwierigen Zeit.
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