Two Boys one Fate

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
L Matt Mello Near Watari
16.04.2020
16.04.2020
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“Mami! Mami!” Sie rennt einfach raus, in das Feld mit den kleinen Knöpfen, die alles in die Luft jagen was ihnen zu Nahe kommt. Meine Mami hat mir gesagt ich soll mich verstecken, hier in dem Haus. Von dem Haus fehlen ein paar Stücke, große Stücke. Wir wollten abhauen, raus hier, “Weg von diesem schrecklichen Ort”, hat Mami gesagt. Ich sitze in einer Mülltonne die umgekippt ist, sie ist noch nicht ganz voll gewesen, ich passe gut rein. Von meinem Versteck aus beobachte ich die kaputte Mauer, durch die Mami eben verschwunden ist. “Die bösen Männer kommen!”, hat sie gerufen. Ich weiß nicht, warum sie sich nicht auch versteckt. Mir hat sie gesagt, dass es draußen zu gefährlich ist. Kurz horche ich, aber es ist ganz still. Die Vögel haben schon vor langer Zeit aufgehört zu zwitschern. Vielleicht wollte Mami noch schnell Papi suchen bevor wir fahren. Vor zwei Wochen hat sie mir gesagt, wir haben ihn verloren. Dann hat sie geweint. Ich wollte nicht, dass sie weint. Wenn ich etwas verliere und dann weine, sagt Mami mir, ich soll aufhören zu weinen, weil man alles wiederfinden kann. Ich hab sie in den Arm genommen, sie ist eingeschlafen. Die Mülltonne stinkt, ich bin dreckig. Mami hat mich gestern erst gewaschen, sie wird nicht froh sein mich so zu sehen. Ich will einen Blick nach draußen werfen und frische Luft schnappen, ich glaub die bösen Männer sind weg. Ich höre sie nicht. Ich krieche aus der Tonne, die Luft riecht verbrannt und nach Gefahr, aber so riecht es seit ein paar Wochen, also mache ich mir nicht so viele Gedanken. Ich komme an der Mauer an, da passiert auf einmal so viel. Ich sehe meine Mami aus der Ferne, sie winkt mir zu. Ich freue mich, endlich kommt sie zurück und wir können hier weg. Ihr Winken wird immer schneller, sie muss sehr glücklich sein, mich zu sehen. Aber dann zeigt sie nach rechts, links neben mich. Dort sind die bösen Männer! Die bösen Männer kommen auf mich zu, sie sind so schnell. Ich renne ganz schnell zurück ins Haus, in die Mülltonne, mache sie ein kleines Stück auf um zu sehen was geschieht. Durch eine kleine Spalte sehe ich Mami mit den bösen Männern, sie rennen immer noch zu mir, ich hoffe sie finden mich nicht. Meine Mami ist so schnell, das hätte ich nie gedacht. Sie ist schon fast genau hinter ihnen, da schaut sie auf den Boden. Ganz nah sind drei von den gefährlichen Knöpfen, meine Mami hat gut aufgepasst, sie kann drüberspringen und schneller als die Männer bei mir sein. Mami schafft das! Aber... sie springt nicht! Sie läuft auf die Knöpfe zu, sie könnte die Männer mit der Hand greifen, so nah ist sie ihnen schon. Sie schreien, ich verstehe sie nicht ganz, ich habe solche Angst, ich will hier weg, aber ich kann nicht aus der Tonne. Mami soll die Männer vertreiben. Hier bekomme ich ganz schlecht Luft, ich will zu meiner Mami! Sie springt, endlich! Aber sie springt falsch. Sie weint. Sie schreit. “Mihael!”, schreit sie, “ich liebe dich!”. Wieso wartet sie damit nicht bis sie bei mir ist, bis die Männer weg sind? Sie fällt, fällt auf die Knöpfe, erst sehe ich rot, dann nichts mehr. Der Deckel wird zugedrückt, sie fliegt weg, es knallt ganz laut und ich höre mich selbst schreien, ich höre mich schreien aber ich merke es nicht. Die Mülltonne knallt gegen etwas und ich fliege raus und stoße mir meinen Kopf. Es brennt, das Haus ist zerstörter als vorher. Ich stehe auf, mir ist ganz schwindelig, es fühlt sich an wie damals, als alles noch gut war und ich mit Mami und Papi auf einem Karussell war. “Mami? Mami? Mami! Ich bin hier! Komm doch her Mami! Oder bleib a, ich komme zu dir!” Ich laufe los, meine Füße tun weh, mein Kopf auch. Der Boden brennt ein wenig, ich sehe etwas vor mir. Haare, sieht aus wie Haare. Ich nehme sie in die Hand, es hängt noch etwas dran. Ich drehe die Haare um. Es ist Mami. Es ist Mami! Es ist ihr Gesicht, ihr Kopf, wo ist der Rest, wo ist meine Mami?! Meine Mami ist weg, meine Mami ist weg und sie kommt nie wieder. Ich weine und schreie, mein Kopf pocht, ich fühle mich als wäre mein Kopf in Watte gepackt. Ich falle auf den Boden. Ich ruhe mich aus, ich schlafe, und dann ist der böse Traum vorbei. Dann sind Mami und Papi bei mir, halte mich und sagen mir, dass alles gut wird, ich höre schon ihr Stimmen. Ja, jetzt schlafe ich und dann ist alles wieder gut, so wie immer. Dann wird alles dunkel. Ich komme Mami. Ich komme Papi.
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