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Miss Fishers Mysteriöse Mordfälle meets Babylon Berlin

von Daedun
CrossoverKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
16.04.2020
23.09.2020
23
72.070
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26.04.2020 2.456
 
Es war schon weit als vier Stunde her, dass Charlotte und Gereon das Büro des Kuchenliebhabers Gennat verlassen hatte. Mittlerweile war  Mittag durch und die beiden hatten sich unter  dem Vorwand etwas essen zu gehen bei Aschinger an einen schmalen Tisch zurück gezogen. Während Charlotte sich eine Overstolz anzündete und sich bei Ausatmen des Rauchs eine Strähne aus dem Gesicht blies gab Gereon ihre Bestellung auf. „Ich glaub das einfach noch nicht.“ Sie wischte sich mit der freien Hand über die Stirn. „Hat er wirklich Australien gesagt?“ Gereon nickte und zündete sich ebenfalls eine an. „Die wollen uns wirklich ans andere Ende der Welt schicken? Zusammen?“ Dieser Umstand war das einzige, was ihm bisher an der Idee gefiel. Er und Charlotte sollten der Polizei des Bundestates  Victoria  das Konzept und die Methoden der von Genannt erdachten Mordermittlungsmethoden näher bringen und dabei helfen einen Mordbereitschaftsdienst aufzubauen. Charlotte musste seine Gedanken gelesen haben. „Sollen wir denen auch ein Mordbereitschaftsdienstauto zusammen bauen?“ Er musste grinsen. Er stellte sie sich grade in einem Blaumann vor, mit Schmiere auf den Wangen, die Ärmel aufgekrempelt,  selbst darin würde sie umwerfend aussehen.  Jetzt allerdings sah sie eher Verzweifelt aus. „Aber ich sprech kaum ein Wort Englisch.“ Er zuckte nur lässig mit den Schultern. „Ich auch nicht, aber wir haben ja die Reise über Zeit es zu verbessern.“ Das Essen kam und sie fingen an die heißen Buletten zu verdrücken. „Wie kommt man überhaupt nach Australien?“  fragte sie kauend zwischen zwei Bissen. „Mit dem Schiff nehme ich an.“ Er überlegte „Ich denke wir werden von Hamburg aus starten.“  Charlotte schüttelte erneut ungläubig den Kopf. Auch ihm kam das alles noch vollkommen unwirklich vor. Eben noch hatte er  geglaubt endlich würde mal so etwas wie Ruhe einkehren, da kam in Burg mit so was.  „Und wie lange braucht so ein Schiff bis wir da sind?“ Charlotte wischte sich den Mund ab und legte die Servierte auf ihren leeren Teller. Er staunte immer noch darüber, wie schnell sie essen konnte und welche Mengen, ohne dass man es ihrer Linie ansah. „Weiß nicht aber einen Monat bestimmt.“ „Einen Monat?“ ihr entsetzter Aufschrei ließ die Köpfe am Nachbartisch neugierig herumfahren. Er verstand ihre Aufregung nicht. „vielleicht auch länger, warum was ist denn?“ Jetzt sah sie wie ein verzagtes Schulmädchen aus. „Hoffentlich werde ik nich Seekrank.“  Murmelte sie tonlos. „Ik war noch nie auf einem Schiff.“
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Viele tausend Kilometer entfernt……

Phryne saß mit wippenden Beinen auf Jacks Schreibtisch. „Mal ehrlich Jack , du musst zu geben das die Sache nur gute Seiten hat.“ Er schaute erst auf ihre nackten Beine bevor er antworte. Der Stoff ihres Kleides war nach oben gerutscht. Ob absichtlich oder nicht, da war er sich nicht wirklich sicher. Dann schaute er zu ihr hoch. „Das kann man sehen wir man will.“ Sie machte ein verständnisloses Gesicht. „Warum?  Wir helfen dabei zwei Menschen zu schützen und gleichzeitig bekommt die Polizei von Melbourne die einmalige Gelegenheit  etwas zu lernen.“ Sie lächelte spitzbübisch. „Eine win win Situation.“  Er schnaubte nur. Sie lachte. „Gibt’s zu das einzige was dich wirklich daran stört ist das wir heute Abend gezwungen sind nette Konversation mit dem Polizeipräsidenten zu betreiben.“ Wie recht sie hatte. Als sie ihn in ihr Vorhaben eingeweiht hatte, war es bereits für Einwende zu spät gewesen. Sie hatte bereits alles in die Wege geleitet und er hatte mal wieder das Nachsehen gehabt. Fassungslos durfte er sich anhören wie sie es fertig bringen wollte den  hohen Tieren des Polizeiapparats des Bundesstaates eine Spende in Aussicht zu stellen, die darauf abzielte die Arbeitsmethoden eines gewissen Ernst Gennat zu übernehmen. Ein erfolgreicher Kriminalist aus Deutschland besser gesagt Berlin.  „Ich habe noch mal mit Edgar telefoniert und er hat mir einige nützliche Informationen geliefert. Unsere beiden Kandidaten, um die es geht, arbeiten in der Inspektion A die unter der Leitung dieses besagten Ernst Gennat  steht. Ein Mann Visionär auf dem Gebiet der Kriminalistik.“ Jack nickte. „Ich hab tatsächlich schon mal was davon gehört“ Sie fuhr fort „und da kam mir die Idee.  Wir erzählen deinem Ex Schwiegervater von den tollen Ermittlungsmethoden dieser Mordkommission und wenn er angebissen hat, komme ich mit einer großzügigen Spende um die Ecke um das ganze Vorhaben finanziell zu unterstützen.“ Jack war noch immer nicht überzeugt „Und was machen wir wenn er nicht anbeißt?“  Sie winkte ab. „Das wird er. Schließlich profitiert er ja auch davon,  wenn  die Aufklärungsrate steig.“ Was sie ihm noch nicht gesagt hatte, war das sie Mr. Butler bereits ein Telefongespräch mit Berlin  hatte führen lassen. Wenn sie seinen Worten glauben schenken durfte und daran bestand für sie kein Zweifel, dann hatte ihr Vorhaben reibungslos geklappt und dieser Kommissar Gereon Rath und seine Assistentin Charlotte Ritter schon bald auf dem Weg hier her. Sie würde sich also heute Abend alle erdengliche Mühe geben nett und überzeugend zu sein. Mit ihren Reizen würde sie es bei Rosis Vater nicht weit kommen. Da war Köpfchen gefragt. Sie beugte sich zu Jack hinunter, der immer noch sorgevoll drein schaute. „Keine Sorge, ich werde mich vorbildlich benehmen.“ Jetzt zuckten seine Mundwinkel. „Was für eine lustige Vorstellung.“ Sie zog eine Augenbraue nach oben und er seufzte. „Ich hab zwar einige Bauchschmerzen bei der Aktion, aber wenn ich ehrlich sein soll bin ich schon sehr gespannt darauf wie du den alten Fuchs um den Finger winkeln willst.“  Ihre Lippen verzogen sich zu einem breiten Lächeln, dann hüpfte sie von der Schreibtischplatte. Sie streckte ihm ihre Hand entgegen. „Na dann mach dich mal auf was gefasst.“ Er ergriff sie und ließ sich von ihr aus dem Stuhl ziehen. Gemeinsam verließen sie die Polizeistation, während über ihren Köpfen dunkle Regenwolken aufzogen.
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Berlin am frühen Abend….
Der Tag war in jeglicher Form aufregend. Erst die umwerfende Neuigkeit am Morgen und dann ging es am Nachmittag auch schon weiter. Kaum das Gereon und Charlotte von ihrem kurzen Besuch von Aschinger zurück waren, klingelte  das Telefon an Charlottes Schreibtisch ohne Unterlass. „Ja ich bringe ihnen gleich die Ausweise. Versprochen, sobald ich den Antrag auf Versetzung  fertig getippt habe.  Hallo? Vermittlung ? Ik brauche die Nummer des Reisebüros  Anderson bitte, danke“ Gereon der nicht viel weniger beschäftigt war huschte wie ein aufgescheuchtes Reh immer wieder an ihr vorbei. „Ja äh auch Moin hier,  Ritter mein Name, ich rufe wegen der Fahrkarten an, die bei Ihnen hinterlegt sein sollen. Hamburg /Australien mit der Queen of See. Zwei Personen.“ Sie lauschte in den Hörer, den sie sich unters Kinn geklemmt hatte. „Charlotte Ritter und Gereon Rath.“ Ihre Augen weiteten sich, während ihr Mund langsam aufklappte. Gereon hielt inne, als er sie nach Luft schnappen sah. „Äh ja danke, das wünsche ich ihnen auch.“ Fassungslos ließ legte die auf. „Was ist?“ Sie sah zu ihm auf. „Ik glaub,ik träume.“ Er musste grinsen. Immer wenn sie etwas erschütterte berlinerte sie besonders stark.  „Müssen wir im Frachtraum mitfahren?“  Sie schüttelte den Kopf. „Es sind zwei Kabinen für uns reserviert,“ keuchend fügte sie hinzu „erster Klasse“ Jetzt klappte auch ihm die Kinnlade runter. „Was? Das gibt’s doch nicht. Du hast dich bestimmt verhört.“ „Nein, wirklich der Mann hat grade laut und deutlich erste Klasse gesagt.“ Jetzt war sie es die grinste. „Ist das zu fassen?“  Er wollte gerade etwas erwidern als Gräf  herein spaziert kam. „Tag Gereon, Fräulein Ritter,“ er nickte Charlotte freundlich zu. „Mensch hast du ein Glück Junge und sie auch“ Beide nickten synchron ohne es zu merken. „Ja, wir können es selbst noch gar nicht glauben.“ Charlotte schob ihren Stuhl zurück und stand auf. „Kann ich ihren Ausweis haben Herr Rath,“ sie streckte ihm die offene Hand entgegen, ihren eigenen Papiere hatte sie bereits in der andern. „Ja, natürlich,“ er zog seine Brieftasche hervor, beförderte die gewünschten Schriftstücke ans Licht und übergab sie ihr. Als ihre Finger sich bei der Übergabe kurz berührten, schoss ein leises Kribbeln in seinen Bauch. Auch sie erstarrte für einen Moment, als hätte sie einen Schlag bekommen, dann straffte sie die Schultern und verließ mit einem Gruß das Büro. Gräf und er sahen ihr kurz hinter her. „Pass ja gut auf.“ Die Worte seines Kollegen holten Gereon in die Wirklichkeit zurück. „Wie bitte?“ Gräf wandte sich ihm wieder zu. „Na das ihr zwei nicht verloren geht. Ist schließlich eine lange Reise und wer weiß, was euch erwartet.“ „Äh ja richtig. Ach wird schon schief gehen.“ Erst jetzt wo Gräf es laut ausgesprochen hatte wurde es ihm richtig bewusst. Er und Charlotte würden gemeinsam das Land verlassen, ach was den Kontinent. Zusammen ein Schiff besteigen und Gott weiß wie lange fort bleiben. Das Kribbeln in seinem Bauch wurde stärker. Ein Schiff mit Kabinen in der ersten Klasse. Eine Stimme, die ihren Ursprung zwischen seinen Beinen zu haben schien, seufzte leise. Hoffentlich lagen diese Kabinen neben einander.
Als Charlotte zurück kam war es bereits Zeit Feierabend zu machen. Sie war zuerst nach Hause gefahren um ihrer Familie von ihrer bevorstehenden Reise zu berichten. Ihr Schwager war natürlich wenig begeistert  gewesen und auch ihre Schwester gefiel der Gedanke gar nicht, dass sie alleine gelassen wurde. Einzig allein ihr Großvater freute sich für sie. „Ans andere Ende der Welt.“ Hatte er mit schimmernden Augen gemurmelt. „Was gebe ich drum.“  Erst als alle zu Bett gegangen waren, hatte sie sich davon gestohlen.
Mit klopfendem Herzen ging sie wenig später die Stufen zu seiner Wohnung hinauf.  Hoffentlich hatte sie ihn nicht falsch verstanden. Die Nacht und der Morgen waren doch eindeutig gewesen oder? Sie hatte ihn gerade heraus gefragt, aber hatte er ihr eigentlich eine klare Antwort gegeben?  So genau konnte sie sich nicht erinnern. Mittlerweile war sie vor seiner Tür angekommen. Sie atmete noch einmal tief durch.  In der Burg mussten sie so tun, als wäre alles wie immer zwischen ihnen. Eine rein berufliche Beziehung, aber nun war Feierabend. Es würde sich zeigen ob ihre Angst berechtig war oder nicht.  Sie klopfte. Die Tür ging so schnell auf, als hätte er direkt dahinter gestanden. Vor lauter Verblüffung vergaß sie für einen Moment  Hallo zu sagen.  Er lächelte scheu, aber da war dieses Funkeln in seinen Augen. Sie atmete aus und trat durch die weit geöffnete Tür.  Er zauberte eine Flasche Sekt hinter seinem Rücken hervor. „Wir müssen uns doch an die erste Klasse gewöhnen,“ meinte er Augenzwinkernd. Sie hob anerkennend die Brauen. „ Nicht schlecht.“ Sie zog ihren Mantel aus,  während er den Korken knallen ließ. Der prickelnde Inhalt sprudelte in zwei Sektschalen, die er aus dem hintersten Ecke des Geschirrschranks hervorholte. Vermutlich hatte Helga sie irgendwann besorgt. Schnell schüttelte sie den Gedanken an sie ab. Das war hoffentlich Vergangenheit, jetzt begann die Zukunft.  Sie strahlte  ihn mit leuchtenden Augen an, als er ihr das Glas in die Hand drückte um mit ihr anzustoßen. Wahnsinn. Gestern hatten sie noch  den gelösten Fall gefeiert, nun eine unerwartete Reise in die Fremde. Ein neues Abendteuer. „Aber ich möchte zu gerne wissen, wie die ausgerechnet auf uns gekommen sind.“ Sie nahm einen tiefen Schluck.  Es kribbelte auf ihrer Zunge. Er zuckte nur lässig mit den Schultern. „Wahrscheinlich weil wir so unglaublich gut sind.“ Er war in Hochstimmung. Geradezu euphorisch. Sie ließ sich von seiner Ausgelassenheit anstecken. „Genau! Wen hätten die denn sonst schicken sollen?“  Er lachte aus vollem Hals, keine Ahnung an wen er gedacht hatte. Charlotte stimmte ein. Es war alles so leicht in diesem Moment. So herrlich leicht.
Plötzlich war da sein Arm an ihrer Hüfte. Er zog sie an sich. Überrascht hielt sie kurz inne, doch dann, als würden sie voneinander gegenseitig angezogen, kamen sich ihre Gesichter näher und näher. Sein warmer Atem strich kurz über ihre Wange, dann schloss sie die Augen. Sie spürte seine weichen Lippen auf ihrem Mund und da war es wieder. Dieses unbändige Glücksgefühl, das sie durchströmte. Wie beim ersten Mal. Als hätte es niemals zuvor etwas anderes gegeben. Als müsste es immer so sein. Sie küssten sich, erst vorsichtig und sanft und dann immer fordernder.
Er spürte wie sie an seiner Krawatte zehrte, während er sich an den Knöpfen ihrer Bluse zu schaffen machte.  Sein ungeduldiger Freund drängte  sich gegen den Stoff seiner Hose. Herrgott er konnte einfach nichts dafür, dass ihn diese Frau so wahnsinnig machte. Zum Glück schien es ihr ähnlich zu gehen. Stöhnend warf sie den Kopf zu Seite als er anfing ihren Hals zu liebkosen. Er hatte ihr Dekolleté frei gelegt und die Reaktion ihrer Brüste ließen ihn ahnen, dass er nicht der einzige war, der vor Lust fast verging. Heute im Büro hatte er sich schon ständig dabei erwischt, wie er jede Gelegenheit genutzt hatte um in ihrer Nähe zu sein.  Ein Blick auf ihr Gesicht zu erhaschen,  auf ihre wilden Locken, ihren langen schlanken Hals. Immer wieder waren die Bilder der vergangenen Nacht vor ihm aufgetaucht. Knurrend griff er nach dem Reisverschluss ihres Rocks. Mit einem leisen Rascheln rutschte er auf dem Boden zusammen mit ihrer Bluse. Keuchend hielten sie einen Moment inne. Was für ein Anblick. Er dachte an ihre Zusammenkunft damals im Duschraum, als ihr in ihrer Erregung kurz das Handtuch verrutscht war.  Ganz vorsichtig, als fürchtete er, dass er sie zerreißen könnte, strich er die Träger von ihren Schultern. Sie schloss stöhnend die Augen, als er sie erst auf  die Schulter und dann aufs Schlüsselbein küsste. „Gereon“ hörte er seinen Namen. Er konnte fühlen, wie er langsam an seine Grenzen kam. Ihre feuchten Lippen an seinem Ohr machten es nicht besser.
„Ich will dich, jetzt!“  Seine Hose leistete ihrem Rock und ihrer Bluse Gesellschaft. Plötzlich versetzte sie ihm einen leichten Stoß. Verblüfft machte einen Schritt zurück.  Rittlinks landete er auf einem der Küchenstühle. Aber er hatte keine Zeit sich von ihrer unerwarteten Attacke zu erholen. Sie hatte sich bereits auf ihn gesetzt. Mit einem Laut, der ihn selbst erschreckte, ließ er sich von ihrem Schoss umfangen. Sie griff nach seinem Gesicht, während sie anfing sich rhythmisch auf  ihm zu bewegen. Er kam sich vor wie ein Tier, jede Art von Hemmung schien von ihnen abzufallen, während ihr Schreien immer lauter wurde. Er konnte fühlen wie sie um ihn herum erbebt und es dauerte keine Sekunde bis auch er für einen Augenblick Raum und Zeit hinter sich ließ. Es gab nur dieses Gefühl und ihren heißen schwitzenden Körper,  der sich gegen ihn presste. Er vergrub das Gesicht zwischen ihren Brüsten. Er konnte ihr Herz  hören,  wie es gegen ihre Rippen schlug, laut und wild.  Sein eigenes pochte ihm bis zum Hals. Wo sollte das nur Enden, dachte er während er langsam wieder zu Atem kam.
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