Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Miss Fishers Mysteriöse Mordfälle meets Babylon Berlin

von Daedun
CrossoverKrimi, Liebesgeschichte / P16 / Gen
16.04.2020
23.09.2020
23
72.070
1
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
16.04.2020 5.593
 
„Er ist was?“ Phryne glaubte sich verhört zu haben, doch Hugh  wiederholte noch die Worte, die sie fassungslos nach Luft schnappen ließen. „Inspektor Robinson ist vor einer halben Stunde ins Hospital eingeliefert worden. Man hat ihn angeschossen. „ Er lebt!“ beeilte er sich zu versichern, weil er fürchtete die beiden Frauen vor ihm würden gleich zu schreien anfangen. Miss Fisher die sonst absolut gar nichts schockieren konnte, außer Spinnen die ihr zu nahe kamen, waren komplett die Gesichtszüge entglitten. „In welches Krankenhaus ist er gebracht worden?“ fragte sie heiser. „Ins St. Mariens Miss.“ Sie drehte sich ohne ein weiteres Wort um und verließ mehr rennend als gehend die Polizeistation. Dot, die versuchte ihr zu folgen, nahm sie gar nicht war. „Soll Hugh uns nicht besser fahren Miss?“ Sie erkannte mit einem Blick, dass der Zustand ihrer Chefin grade alles andere als gut für ihre ohne hin rasante Fahrweise war. Zum Glück dachte ihr frisch angetrauter Ehemann das gleiche. „Lassen sie mich ans Steuer Miss.“ Wortlos kam sie seinem Befehl nach. Ein weiterer Beweis mehr, das ihr mentaler Zustand nicht der beste war. Die Fahrt dauerte nur fünfzehn Minuten, aber die Zeit nutzte Phryne um  alles an Informationen aus dem Konstabler herauszuquetschen die er ihr sagen konnte. „Es gab eine Schießerei draußen in Gilles. Inspektor Robinson war nur zufällig dort, weil er mit dem hiesigen Chief Inspektor was zu besprechen hatte. Plötzlich ist ein Kerl in die Wache gestürmt und hat um sich geschossen. Einer der Männer verdankt dem Inspektor wohl sein Leben, weil der geistig gegenwärtig vor ihn gesprungen ist, leider hat er dabei wohl ne Kugel abbekommen.“ Phryne presste die Lippen aufeinander. „Ist es sehr schlimm?“ fragte sie leise, doch Hugh konnte nur hilflos mit den Schultern zucken. „Keine Ahnung Miss. Ich weiß nur das er lebt, mehr kann ich ihnen leider auch nicht sagen.“ Die restlichen Minuten fuhren sie stumm bis die Auffahrt zum Krankenhaus erreichten. Phryne wartete gar nicht erst ab bis der Wagen stand, somit war sie längst ins Gebäude geeilt, noch bevor Dot und Hugh den Wagen geparkt hatten. Vor dem Anmeldetresen in der Vorhalle des großen Krankenhauses kam sie keuchend zum stehen. „Ich suche Inspektor Jack Robinson. Er muss hier vor kurzem eingeliefert worden sein. Mit einer Schussverletzung!“ Die müde aussehende Schwester hinter dem Tresen blickte sie durch dicke runde Brillengläser an. „Sind sie eine Verwandte?“ Phryne deren Nerven blank lagen, schnaufte nur  „Das spielt doch jetzt keine Rolle. Ich will wissen ob er hier ist und ob es ihm gut geht!“ Die Frau schien nicht im Mindesten daran interessiert. „Ich darf nur Informationen von Patienten an Verwandte und Ehepartner heraus geben. Sind sie seine Ehefrau?“ Phryne dachte nicht eine Sekunde nach „Ja da bin ich und jetzt sagen sie mir schon wie es meinem Mann geht.“ Die Schwester deute mit ausgestrecktem Zeigefinger den leeren Flur hinunter. „Station 1 Zimmer 4, aber warten sie ich brauche noch ihren vollständigen Namen!“ doch Phryne war schon ihrem Finger gefolgt und den Flur hinunter gehastet. Endlich tat sich eine Tür mit einer Messingnummer 4 vor ihr auf. Als sie nach dem runden Knauf fasste um rein zu gehen merkte sie erst wie sehr ihre Hände zitterten. Hoffentlich war es nicht so schlimm, hoffentlich war er nicht! Sie riss die Tür auf im gleichen Moment drehte sich jemand zu ihr um. „Jack!“ Der Anblick seines verdutzen Gesichts ließ eine unbeschreibliche Welle der Erleichterung über sie herein brechen. “
Zwar war er auffallend blass aber er saß aufrecht und das wichtigste er lebte. „Miss Fisher? Was machen sie denn hier?“Mit schnellen Schritten war sie neben dem Bett, an dem eine leicht erschrockene Schwester grade dabei war eine heruntergefallene Mullbinde wieder aufzuheben, die ihr bei Phrynes stürmischen Erscheinen aus den Händen gelitten war. „Hugh hat mir erzählt was passiert ist und wo sie sind, da bin ich sofort hier her gefahren.“ Bestürzt sah sie auf seinen nackten Arm den eine frische Naht zierte. „Ist nichts schlimmes nur ein Streifschuss.“ Beruhigte er sie, dann erst fiel ihm auf das er ja mit vollkommen nacktem Oberkörper da saß. Mit einem Ausdruck des Unbehagens wandte er sich an die Schwester. „Nun ich muss noch verbunden werden also,“ doch Phryne unterbrach sein hilfloses Gestammel. „Das kann ich machen.“ Sie blickte das eingeschüchterte Mädchen an, das sich mittlerweile wieder aufgerappelt hatte, wie die berühmte Schlange das starre Kaninchen. „Ich war früher Hilfsschwester an der Front. Ich habe mehr Männer verbunden als sie hier vermutlich je zu Gesicht kriegen werden. Ich weiß wie das geht.“ Ohne eine Erwiderung abzuwarten nahm sie ihr die Mullbinde aus der Hand. „Dann kann ich sie ja alleine lassen oder?“ ihr fragender Blick huschte zu ihrem Patienten hinüber der nur wortlos nickte.
Kaum hatte sich die Tür hinter der Schwester geschlossen, sang Phryne neben den verletzten Jack aufs Bett. Mit routinierten Griffen fing sie an den Verband vorzubereiten. „Wie genau ist das passiert?“ fragte sie leise, während sie vorsichtig Jod auf die Fäden strich. „Hugh meinte sie hätten Jemandem damit das Leben gerettet?“ Jack schnaufte nur matt. „Constable Collins übertreibt. Jeder andere in meiner Situation hätte genauso gehandelt.“ „Ganz bestimmt.“ sagte Phryne ohne mit der Ironie hinter dem Berg zu halten. „Sie hätten Tod sein können.“ „Bin ich aber nicht und außerdem, Aua!“ er verzog schmerzvoll das Gesicht. Sie hatte in ihrer Erregung den Mull ein wenig zu fest angezogen. „Entschuldigung!“ es tat ihr ehrlich leid „Waren sie damals im Krieg auch so ruppig?“ Sie machte ein vielsagendes Gesicht „nur zu den Lebendmüden.“ „Ich bin nicht lebensmüde Miss Fisher, ich bin Polizist und als solcher ist es meine Aufgabe.“ „Was zu tun?“ unterbrach sie ihn aufgebracht „Sich für andere umbringen zu lassen?“ Er verstand ihre Erregung nicht. „Es ist doch nur ein Streifschuss nicht mehr!“ „Aber es hätte mehr sein können!“ Ihre grünen Augen funkelten ihn wütend an. „Viel mehr und dann?“ Plötzlich verschleierte ein Tränenfilm ihre Sicht. Jetzt war er es der Bestürzt drein schaute. „Phryne,“ sie spürte wie er nach ihren Händen griff, die immer noch das lose Ende des Verbandes hielten. Für ein paar Sekunden war es still zwischen ihnen, dann gab sie sich einen Ruck. „Ich weiß jetzt was sie gemeint haben.“ Flüsterte sie leise, während sie den Blick auf seine langen Finger gerichtet hielt die angefangen hatten sie beruhigend zu streicheln. „Was genau?“ fragte er ebenso leise zurück. „Als sie dachten, ich hätte in diesem Autowrack gelegen und nicht Görti.“ Langsam hob sie den Blick. Seine blauen Augen blickten sie ernst an. „Sie sagten, dass es kaum auszuhalten war. Genauso war es jetzt auch für mich. Kaum auszuhalten.“ Ihre Stimme stockte „Weil ich nicht wusste ob… und diese Angst wenn ja….“Noch immer waren da seine sanft streichelnden Finger auf ihrer Haut „Das klingt sehr ernst.“ Sie erkannte ihre Worte wieder und musste Lächeln, als sie die Wahrheit dahinter erkannte. „Das ist es auch, fürchte ich“ Plötzlich merkte sie wie sein Gesicht immer näher kam und dann als wäre es das natürlichste der Welt küsste er sie. Langsam und vorsichtig. Sie schloss die Augen und genoss das Gefühl seiner weichen Lippen die noch viel sanfter waren als seine Finger. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit lösten sie sich voneinander. „Da hat das Loch in meinem Arm doch noch was Gutes gebracht.“ Hörte sie ihn murmeln, während sie sich daran machte endlich den Verband zu befestigen. Ihr Lächeln war nun breit und strahlend. „Ich nehme an du bist damit einverstanden das du die nächsten Tage bei mir untergebracht wirst?“ Überrascht sah er sie an.“Dieser Verband muss täglich gewechselt werden. Außerdem wirst du Hilfe beim Ankleiden brauchen und beim Auskleiden natürlich auch.“ Fügte sie schelmisch hinzu. Bevor er etwas darauf erwidern konnte wurde die Tür erneut geöffnet und die Schwester von der Anmeldung erschien im Türrahmen. „Ah ich sehe Lernschwester Susan hat nicht untertrieben. Ihre Frau scheint ja mit der Krankenpflege wirklich bestens vertraut zu sein.“ „Meine Frau?“ fragte Jack verdutzt, doch Phryne versetzte ihm einen wahrnenden Stoß bevor sie aufstand. „So ist es und da ich die Pflege meines Mannes auch genauso gut zu Hause weiterführen kann, werde ich ihn nun mit nehmen. Falls die Ärzte nichts dagegen haben.“ „Absolut nicht, wir sind für jede Entlastung mehr als dankbar.“ Während Phryne Jack in sein kaputtes Hemd half und ihm die Krawatte umband schwiegen sie einträchtig. Erst als sein Arm sicher in einer Schlinge verstaut und sie auf dem Weg nach Draußen waren, kamen ihnen Dot und Hugh aufgeregt entgegen. Ihr Anblick verursachte Phryne sofort ein schlechtes Gewissen, sie hatte in all der Aufregung und der Ereignisse die beiden vollkommen vergessen, doch sie schienen nicht im geringsten verärgert darüber zu sein. „Alles in Ordnung Sir?“ wollte Hugh sogleich wissen und musterte dabei besorgt den verbundenen Arm seines Chefs. „Alles gut Collins nur ein kleiner Streifschuss. Ist in ein paar Tagen erledigt.“ Beruhigte ihn Jack „Da bin ich aber froh Sir. Soll ich sie nach Hause fahren?“ Obwohl er grade einen Schuss abbekommen hatte wirkte der Inspektor grade zu gut gelaunt. „Nicht nötig, meine Frau, äh ich meine Miss Fisher ist so nett und nimmt mich ein paar Tage bei sich auf.“ Die Augen seines Untergebenen wurden groß „Zur Krankenpflege Hugh, der Arm muss geschont werden und ich habe ja genug Gästezimmer.“ Meldete sich nun Phryne zu Wort, die Jack untergehackt hatte. „Verstehe, dann hol ich mal den Wagen.“ Dotti und er verschwanden gemeinsam und Jack wandte sich an Phryne „Wenn ich als Kind krank war durfte ich mir immer was wünschen.“ „Tatsächlich, was denn zum Beispiel?“ Er tat so als überlegte er „Och meistens Eis.“ Der Ausdruck auf ihrem Gesicht wurde vielsagend „Was Süßes habe ich immer im Haus.“

„So da sind wir.“ Geräuschlos öffnete Phryne die Haustür um erst Jack und dann Hugh mit dem Koffer durch zu lassen. Auf dem Weg nach Hause hatten sie noch kurz einen kleinen Abstecher eingelegt um aus dem kleinen Apartment des Inspektors ein paar frische Kleidungsstücke mit zu nehmen. Den Einwand „Den Koffer kann ich selber tragen Collins“ hatte der Constable gefliesslich überhört. Er trug ihn sogar bis ins Gästezimmer hinauf, bevor er sich mit einem letzten Gruß und Genesungswünschen verabschiedete. Phryne schloss seufzend die Tür hinter ihm. Bevor sie zu Jack in den Salon trat dachte sie noch einen Moment lang nach. Wie würde es jetzt weiter gehen? Sie hatten sich geküsst, noch vor wenigen Minuten und bei der Erinnerung daran wurden ihre Knie weich. Während sie zu der offenen Tür hinüber glitt schickte sie ein kleines Stoßgebet zum Himmel. „Bitte lass es nicht einmalig gewesen sein.“ Jack hatte auf dem kleinen Sofa Platz genommen. Er wirkte immer noch mitgenommen auch wenn er es hinter einem Lächeln zu verbergen versuchte. „Ein kleiner Drink auf den ganzen Schrecken tut gut würde ich sagen.“ Sie nickte „Hervorragende Idee Martini?“ „Gerne“. Mit den fertigen Drinks in der Hand ließ sie sich neben ihn nieder. „Alles gut?“ Nur mit Mühe widerstand sie dem Impuls ihm eine Strähne aus der Stirn zu streichen die sich dort hin verirrt hatte. Er wirkte müde und erschöpft. „Im Großen und Ganzen schon.“ Er kurz blickte auf seinen verbunden Arm. „Mir wir nur grade wieder einmal die eigentliche Sterblichkeit bewusst.“ Es klang als bekenne er sich zu einer peinlichen Schwäche. Sie wusste sofort was er meinte. Dieses Ereignis schreckten alte Geister wieder auf. Geister die man in Frankreich zu rückgelassen glaubte. Doch Erinnerungen dieser Art verschwanden nicht, dafür hatte sie sich zu tief in die Seele gegraben. Vorsichtig ließ sie die Gläser aneinander klirren. „Auf das Leben und all das Glück das es mit sich bringt.“ Er erwiderte ihren Blick und plötzlich war die Müdigkeit aus seinen Augen verschwunden.
 
„ Haben sie vielleicht noch einen Wunsch?“ fragte Mr. Butler als er die leeren Teller abräumte. Beide schüttelten die Köpfe. „Nein danke Mr. Butler es war großartig.“ Jack legte die Servierte bei Seite nach dem er sich damit den Mund abgetupft hatte. Phryne musste lächeln. Er hatte sich wirklich wie ein Kind über das Eis gefreut. „Ich werde dann gehen wenn es Recht ist.“ Meldete sich der Butler noch einmal zu Wort. „Natürlich gute Nacht Mr. Butler“ Sie hörten wie er zu nächst noch in der Küche herum räumte und dann als bald das Haus durch die Hintertür verließ. „Nun denn was fangen wir jetzt mit dem angebrochenen Abend an?“ Ihre Hand ruhte auf dem Tisch, dicht neben der seinen, deren Finger sich plötzlich dran machten die ihren zu berühren. „Ich weiß nicht aber ich hätte da eine Idee.“ Murmelte er leise. „Tatsächlich?“ Die Finger verschränkten sich in einander. „Hat es zufällig etwas mit Verbandswechseln zu tun?“ Sein Blick wurde durch dringend „Möglich.“ Beide erhoben sich zeitgleich von ihren Stühlen. „Dann würde ich vorschlagen, dass ich mir das oben mal genauer ansehe.“

Jack hatte sich zögern auf die Bettkante niedergelassen, während Phryne im Zimmer umhergegangen war um nach und nach die kleinen Lampen anzuknipsen, die überall im Raum verteilt waren. Ihre warmen Strahlen tauchte alles in schummriges Licht. Sie spürte wie seine Augen sie durch das Zimmer verfolgte, ihr Herz begann schneller zu schlagen. Sie war tatsächlich aufgeregt. Er war weiß Gott nicht der erste Mann mit dem sie vor hatte zu schlafen, aber sie konnte sich nicht daran erinnern wann sie das letzte Mal so aufgewühlt gewesen war. Langsam ging sie auf ihn zu, bis sie direkt vor ihm stand. „Darf ich?“ die Scheu in ihrer Stimme erstaunte sie selbst, er nickte zögernd und sie begann die Krawatte zu lösen, als er den Blick hob und sie dabei ansah hielt sie in der Bewegung inne. „Das letzte Mal als ich das gemacht habe da hast du mich irgendwann aufgehalten.“ Er lächelte schwach. „Glaub mir, damals hat es mich all meinen Willen gekostet das zu tun.“ Sein gesunder Arm faste nach ihrer Hüfte. Er zog sie an sich bis sein Kopf ihren Bauch berührte. Sie konnte durch den dünnen Stoff ihrer Bluse seinen Atem spüren. Ihrer Kehle entfuhr ein Seufzer, der alles verriet was in ihr vorging. Seine Finger packten fester zu, während seine Lippen anfingen sie mit Küssen zu bedecken. „Dann hoffe ich, dass du das hier nicht vorzeitig abbrichst“ Keucht sie und vergrub ihre Hände in seinen Haaren. Seine Finger hatten angefangen den Verschluss ihrer Hose zu öffnen. „Dafür ist es viel zu spät!“ hörte sie ihn nuscheln weil seine Lippen bereits wieder auf Wanderschafft waren. Sie warf stöhnen den Kopf in den Nacken, als sie den Punkt berührten, der sich schon viel zu lange nach danach gesehnt hatte.
Obwohl er nur einen Arm benutzen konnte, hatte Phryne das Gefühl er besäße mindestens vier davon mit genauso vielen Fingern. Sie konnte ihn auf jedem Zentimeter ihrer Haut spüren. und es brachte sie in immer höheren Sphären der Lust. Sie hörte wie er ihren Namen flüsterte, spürte seine Erregung zwischen ihren Beinen. Als sie sich endlich vereinigten, sich im gleichen Rhythmus bewegten, war es nicht nur die Ekstase die sie immer lauter werden ließ. Es war viel, viel mehr. Nach Luft ringend lag sie nach einer gefühlten Ewigkeit auf dem Rücken. Neben ihr spürte sie wie sich Jacks breite Brust hob und senkte. Sie konnte sich nicht daran erinnern sich jemals so glücklich gewesen zu sein. Leises Stöhnen ließ sie aufhorchen. „Wie geht es deinem Arm?“ Er gab ein heiseres Lachen von sich „Was für ein Arm? Ich spüre meine Beine nicht mehr.“ Sie drehte sich auf die Seite, stützte den Ellenbogen auf und sah ihn an. Das verschmitzte Lächeln auf seinem Gesicht ließ ihr Herz erneut höher schlagen und sie genoss seine sanften Fingerspitzen auf ihrer Wange, als er nach ihrem Gesicht faste. Plötzlich war es da, dieses alte längst vergessen geglaubte Gefühl das sie aus ihrem Leben zu verbannen versucht hatte, aber das längst zurück gekehrt war. Schon vor langer Zeit. Leise und still wie auf lautlosen Pfoten. Von ihr immer wieder energisch zurück gedrängt, doch unaufhaltsam und das sie nun überrollte wie eine alles niederreißende Welle. „Ich liebe dich“ hörte sie sich flüstern. Er küsste ihre Nasenspitze „und ich liebe dich“ erwiderte er ebenso leise, als dürfe diese Wahrheit nicht zu laut ausgesprochen werden. „Und nun?“ fragte sie während sie über seine Unterlippe strich. „Nun werden wir wohl hilflos abwarten müssen was diese Faktenlage für uns bedeutet.“ antwortete er trocken. Seine Hand glitt von ihrer Wange hinunter zu ihrem langen schlanken Hals, weiter über ihr Schlüsselbein… Sie spürte wie allein diese Berührung sie erneut in Erregung versetzte. „Wenn du das mit hilflos abwarten meinst bin ich dabei.“

Der Morgen begann strahlend. Die Sonne schien durch die geöffneten Fenster hinein und spiegelte sich auf der silbernen Klinge des Rasiermessers mit dem Phryne an Jacks Halsseite entlang strich. Stumm und starr ließ er sich Stück für Stück von den lästigen Bartstoppeln befreien. Nur das schabende Geräusch des kratzenden Messers unterbrach die Stille. „Fertig“ sagte sie endlich und ließ die Klinge sinken. Prüfend wischte sich Jack über das nun glatte Gesicht. „Perfekt“ sagte er anerkennend. Phryne hob provozierend die Brauen. „Wie alles was ich mache.“ Er schenkte ihr dafür nur einen vielsagenden Blick. Sie wandte sich um „Willst du wirklich schon heute zurück aufs Revier?“ Er nickte, während er nach seinem Hemd angelte. „Zum telefonieren brauche ich nur einen Arm und ein paar Sachen kann Collins auch für mich erledigen.“ Er schlüpfte vorsichtig mit dem verbundenen Arm in den Ärmel. Ihr besorgter Blick ließ ihn lächeln „Nur ein paar Stunden, dann lasse ich mich gerne wieder von dir versorgen.“ Sie schürzte die Lippen, während sie ihm das Hemd zu knöpfte und die Krawatte zur recht rückte. „Darum will ich auch gebeten haben, schließlich schuldest du mir noch etwas“ Fragend sah er sie an „Und was?“ „Viele noch unerfüllte Phantasien.“ Bekam er zu Antwort und das reichte um seine Phantasie an zu regen.
Plötzlich klingelte es an der Haustür. Phryne blickte sich überrascht um. „Nanu schon Besuch am frühen Morgen?“ Sie machte sich auf den Weg nach unten, doch Mr. Butler hatte bereits dienstbeflissen die Tür geöffnet, vor der niemand anderes Stand als Hugh. „Guten Morgen Miss Fisher,“ der Constible strahlte wie ein Honigkuchenpferd. „Ich wollte den Inspektor abholen.“ Phryne war über so viel Fürsorge die Dottis Liebster für seinen Chef an den Tag legte gerührt, Jack nur genervt. „Hoffentlich lässt er mich wenigstens alleine auf die Toiletten gehen.“ Hörte sie ihn noch brummen, bevor er sich von ihr verabschiedete und durch die Haustür verschwand.

Der Gang zur Toilette war tatsächlich fast das einzige bei dem Hugh seinem Chef nicht seine Hilfe anbot. Kaum hatte Jack hinter seinem übervollen Schreibtisch Platz genommen schon stand der Constible an seiner Seite. Servierte im Kaffee oder ein Sandwich oder bemühte sich Akten entweder herbei oder fort zu schaffen. Alles was schriftlich abgefasst werden musste nahm er ihm ab, so dass Jack nur damit beschäftigt war Telefonate zu führen. Der Nachmittag war fast geschafft, als jemand ohne anzuklopfen  die Tür zu seinem Büro öffnete. Verärgert über das unhöfliche Benehmen hob er den Kopf, doch zu seiner Überraschung war der Gast kein Unbekannter. „Guten Tag Jack.“ Niemand anderes als der stellvertretene Polizeipräsident und zu dem noch sein Ex- Schwiegervater persönlich gab sich die Ehre eines unangekündigten Besuchs. „George? Was kann ich für dich tun?“ Der fast kahle Mann lächelte dünn, während er mit besorgten Blick Jacks verwundeten Arm musterte. „Ich habe von der schrecklichen Sache gestern gehört und wollte mich nach deinem Zustand erkundigen, umso überraschter bin ich, das du hier bist und nicht zu Hause.“ Jack vollführte eine abwehrende Handbewegung. „Nur ein Streifschuss, keine große Sache. Jedenfalls kein Grund nicht ins Büro zu gehen und ein paar Dinge zu erledigen.“ Die kleinen wachen Augen hinter den runden Brillengläsern funkelten ihn an. „Aber wäre es nicht besser jemand würde sich  um dich kümmern? Ich meine das muss doch versorgt werden.“ Er deutete jetzt mit seinem abgenommen Hut auf den Arm. „Rosi würde das gerne übernehmen.“ Aha dachte Jack daher wehte also der Wind. Anscheinend sah sein Ex-Schwiegervater in diesem Ereignis eine Chance etwas wieder zusammen zu führen, was längst nicht mehr zusammen gehörte. Besser er zog George gleich den Zahn. „Das ist sehr freundlich von ihr, aber du kannst beruhigt sein, ich werde bereits versorgt.“ Wie aufs Stichwort erschien nun Hugh hinter George in der Tür. Unsicher darüber ob sein Erscheinen störte oder nicht, blieb er unschlüssig im Türrahmen stehen. „Kommen sie rein Constible, was gibt es?“ Hughs Blick streifte Sanderson bevor er sich an seinen Chef wandte. „Nun Sir ich soll fragen ob sie für heute Abend einen bestimmten Essenswunsch haben.“ Obwohl er Hugh ansah war sich Jack sicher, dass sein Ex-Schwiegervater die Augenbrauen hochzog. Er antworte so ruhig wie möglich. „Lassen sie ausrichten, dass ich mich gerne überraschen lasse.“ Sein Untergebener nickte „Gut Sir“ und verschwand wieder. „Gestattest du mir die Frage wer dich heute Abend bekochen wird?“ Das geht dich eigentlich überhaupt nichts an alter  Knabe dachte Jack grimmig. Laut sagte er jedoch „Miss Fisher.“ Wieder dieses Augenbrauen hochziehen. „Miss Fisher? Ich hätte nicht gedacht, das dieses Frauenzimmer weiß wie man einen Herd bedient.“ Jack merkte wie ihn die spitze Bemerkung ärgerte. „Miss Fisher verfügt über viele Talente“ gut kochen gehörte wahrscheinlich wirklich nicht dazu, aber dafür war sie bei anderen Dingen wirklich phänomenal. Er merkte wie seine Gedanken abzuschweifen begannen, schnell versuchte er sie wieder auf das hier und jetzt zu lenken. „Ja sie ist so freundlich mir unter die Arme zu greifen. Sie hat im Krieg als Krankenschwester gedient und ich muss sagen, dass sie immer noch weiß wie man einen Arm fachmännisch verbindet.“ George Augen verengten sich. „Ihr pflegt also einen noch engeren Kontakt als ohne hin schon?“ Fast hätte Jack gegrinst. Oh ja einen sehr, sehr engen Kontakt und Gott allein wusste wie sehr er sich wünschte, dass das so blieb. Trotzdem hatte er jetzt genug von diesem Verhör „Sei mir nicht böse George aber ich finde, dass meine privaten Angelegenheiten dich nichts weiter angehen. Mit wem ich meine Zeit verbringe entscheide ganz alleine ich und nun entschuldige mich, ich habe Feierabend.“ Damit rückte er seinen Stuhl nach hinten und stand auf. Ohne auf das finstere Gesicht seines Gegenübers zu achten, nahm er Hut und Mantel vom Hacken und marschierte zur Tür.„Collins?“ „Ja Sir?“ „Währen sie vielleicht gleich so freundlich mich bei Miss Fisher abzusetzen?“

Phryne stellte gerade ihre Teetasse ab, als sie hörte wie Mr. Butler die Tür öffnete. Sie und Dr. McMillan, die ihr heute Nachmittag Gesellschaft geleistet hatte wandten sich zur Tür um, in der nun Jack erschien. Er begrüßte die Ärztin und Freundin von Phryne ehrlich erfreut. Sie hatten sich lange nicht mehr gesehen. „Alles in Ordnung bei ihnen Dr.?“ Die burschikose Ärztin hob amüsiert die Mundwinkel „Die Frage sollte ich doch wohl besser ihnen stellen Jack. Wie geht es ihrer Verletzung?“ Jack wollte mit den Acheln zucken, ließ es dann aber besser. „Den Vormittag über habe ich nicht viel gemerkt, aber jetzt stelle ich grade fest pocht es ein wenig.“ Phryne sprang alarmiert auf „Dann soll Mack sich das gleich mal ansehen. Ich hole schon mal neue Binden!“ damit huschte sie flotten Schrittes aus dem Raum. Mack biss sich auf die Unterlippe um ein Lachen zu unterdrücken. „Na da ist ja jemand hoch motiviert ihnen zu helfen was? Kommen sie machen sie schon mal den Arm frei, sonst übernimmt Phryne das auch noch. Nicht das ich ihr und ihnen das Vergnügen nicht gönnen würde, aber ich wäre lieber nicht zu gegen wenn sie sich gegenseitig an die Wäsche gehen.“ Jack fehlten bei so viel Unverblümtheit die Worte. Er musste an den Frauenverein denken den die beiden angehörten und dem Phryne als Präsidentin vorstand. Wenn die alle so drauf waren dann konnte sich die Männerwelt in Zukunft warm anziehen. Schnell machte er sich daran den Ärmel hoch zu krempeln
Phryne kam gerade wieder zur Tür herein, als die Untersuchung abgeschlossen war. „Und?“ fragte sie besorgt. „Hat es sich entzündet?“ Die rothaarige Ärztin schüttelte den Kopf. „Nichts was nicht normal wäre bei solch einer Wunde.“ Sie nahm ihrer Freundin das Verbandsmaterial aus den Händen und begann damit den Arm neu zu umwickeln. „Jeden Tag  zweimal  den Verband wechseln und schön ruhig halten, dann ist das hier in null Komma nichts ausgestanden. Die Fäden sollten allerding eine Woche drin bleiben.“ Sie besah sich noch mal Zufrieden ihr Werk, dann stand sie auf. „Ich muss dann auch mal los. Im Institut wartet noch ein wenig Arbeit auf mich. Wir sehen uns Ende der Woche Phryne. Bis dahin gute Erholung Jack und lassen sie sich noch ein wenig verwöhnen.“ Beim letzten Satz zwinkerte sie den beiden verschwörerisch zu, dann ließ sie sich von Mr. Butler in die Jacke helfen. „Tut nichts was ich nicht auch tun würde.“ Rief sie noch, dann war sie verschwunden.
„Es ist mehr als offensichtlich warum ihr so gut befreundet seid.“ sagte Jack trocken. „Wieso?“ fragte Phryne irritiert. „Nun wer euch reden hört weiß warum.“ Schmunzelnd sah er sie an. Phryne grinste frech zurück. „So sind sie eben die modernen Frauen.“ Sie holte noch schnell eine neue Tasse aus der Vitrine und goss Jack einen Tee ein. „Viel zu tun auf dem Präsidium?“ Jack winkelte ab. „Nur Papierkram, den Collins mir dankenswerter Weise abgenommen hat. Gott sei Dank sind die Mörder dieser Stadt gnädig und halten sich mit neuen Opfern zurück bis ich wieder heile bin.“ „Ansonsten hätte ich dich gerne vertreten.“ „Ich denke das befürchten die auch.“ Beide lachten. Jack hielt es für besser Phryne gleich von Georges Besuch zu erzählen, bevor sie es auf Umwegen erfuhr. „Der stellvertretende  Polizeipräsident hat sich heute auch die Ehre gegeben mir einen Krankenbesuch abzustatten.“ Sie ließ überrascht die Teetasse die sie grade zum Mund führen wollte wieder sinken. „Rosis Vater?“ Er nickte. „Er dachte ich bräuchte vielleicht Unterstützung.“ Er brauchte nichts weiter ins Detail zu gehen, Phryne verstand auch so worauf sich dieses Angebot bezog. Sie klimperte mit ihren langen Wimpern. „Und was hast du ihm diesbezüglich gesagt?“ Sein Blick fixierte ihren „Das ich bereits bestens gepflegt und umsorgt werde.“ Er konnte sehen wie sich Erleichterung auf ihren Zügen ausbreitete. Allerdings,“ er macht jetzt ein bekümmertes Gesicht „Was ?“ Er sah sie nun von unten herauf an „Fühle ich mich doch ein wenig vernachlässigt.“ Ihre Augen wurden plötzlich schmal während sie die Tasse abstellte. „Tatsächlich?“ Er nickte „Ja irgendwie ich weiß nicht genau was es ist was mir fehlt aber,“ Sie war bei seinen Worten langsam aufgestanden . Nun beugte sie sich langsam zu ihm hinunter. „Mal sehen ob ich nicht raus finden kann was es ist, was dir fehlt.“ Ihre Hände griffen nach seinem Kopf und noch eher er etwas erwidern konnte hatte sie ihn schon zu sich heran gezogen um ihn zu küssen. Als sie sich kurz von einander lösten hörte sie ihn murmeln. „Ja du bist schon auf der richtigen Spur.“ Seine Lippen nahmen ihre Arbeit wieder auf. Plötzlich unterbrach das Schrillen der Türglocke ihr munteres Treiben. Jack ließ s seufzend von Phryne ab. „Wenn das Collins ist, bring ich ihn um.“ Aber es war nicht Collins.
„Mr. Sanderson und seine Tochter Madam“ verkündete Mr. Butler und schon marschierten die unerwarteten Gäste in den Salon. Rosis scharf geschnittene Züge drückten ernste Besorgnis aus. „Wie konnte das denn bloß passieren?“ Sie eilte auf Jack zu und er beeilte sich aus dem Sessel hoch zu kommen, bevor sie ihn erreicht hatte. „Rosi, was machst du, ich meine was macht ihr beide hier?“ Sie faste nach seinem Arm, doch er wich ihr geschickt aus. Dabei versuchte er ihrem Vater einen wütenden Blick zu zuwerfen, ohne das sie es merkte. „Ich kann nichts dafür, kaum hatte ich ihr von Unfall erzählt war sie nicht mehr zu halten.“ Es war mehr als offensichtlich das es ihm alles andere als leid tat. „Du kannst natürlich bei uns, wohnen bis du wieder ganz hergestellt bist.“ Sie versuchte erneut nach ihm zu greifen, doch auch dieses mal wehrte er sie ab. „Ich weiß dein, euer Angebot zu schätzen aber ich versichere euch, dass es mir ausgezeichnet geht und das mich Miss Fisher bereits bei sich aufgenommen hat.“Erst jetzt schienen die beiden die Anwesenheit der Hausherrin überhaupt zu bemerken. „Oh,“ Rosis Wangen färbten sich kurz rosa, dann hatte sie sich wieder unter Kontrolle. „O Verzeihung Miss Fisher wie unhöflich von mir.“Sie schüttelten sich die Hände. „Schon in Ordnung Rosi, Jacks Unfall war ja für alle Beteiligten sehr aufregend.“ Ihr vielsagender Blick kreuzte sich kurz mit dem von Jack bevor sie sich an Rosis Vater wandte. „Nun Mr. Sanderson darf ich ihnen vielleicht etwas anbieten? Tee oder vielleicht einen Drink?“ Der alte Fuchs fixierte sie wie eine Maus auf die er es schon lange abgesehen hatte. „Gerne.“ So saßen sie einige Minuten später einträchtig um den kleinen Malachittisch herum. Phryne hatte demonstrativ auf dem kleinen Sofa neben Jack Platz genommen, so dass sie beide Knie an Knie einander saßen. Rosi und ihrem Vater blieben nur die beiden einzelnen Sessel von dem aus der alte Patriarchat sie beide nun grimmig anstarrte. Phryne tat als bemerke sie das nicht. Mit ausgesprochener Höflichkeit bot sie ihren Gästen ein Stück Kuchen an, bevor sie sich nach vorne beugte und wie beiläufig eine Hand unter den Tisch gleiten ließ. Jack spürte ihre langen schlanken Finger auf ihrem Knie. Unweigerlich zog er die Luft ein. „Alles in Ordnung?“fragte Rosi besorgt. Jack versuchte die wandernden Finger zu ignorieren, die sich daran machten von seinem Knie in höhere Gefilde abzuwandern. Er räusperte sich kurz „Alles gut, ich bin nur ein wenig erschöpft das ist alles.“ Sie nickte verständnisvoll. „Natürlich, ich denke wir sollten jetzt auch besser gehen und dir die Ruhe gönnen die du brauchst.“ Sie wandte sich an ihren Vater, der die beiden vor sich immer noch musterte wie eine Sphinx. Jack hatte das Gefühl die Augen hinter den funkelnden Brillengläser könnten direkt durch die steinerne Tischplatte sehen. Phryne blieb weiterhin die Freundlichkeit in Person. Sie stand auf und geleitete ihre Gäste zur Tür. Jack hörte sie flöten. „Hat mich gefreut sie mal wieder zu sehen Rosi, kommen sie doch mal wieder vorbei wenn sie Zeit haben. Bis dahin werde ich mir alle Mühe geben Jack die Pflege angedeihen zu lassen die er braucht.“
Als wie kurz darauf wieder in der Tür des Salons erschien, konnte er sich nur schwer das Grinsen verkneifen. Mühsam versuchte er ein ernstes Gesicht zu machen. „Also Miss Fisher ich bitte sie so ein Benehmen gegenüber dem stellvertretenden Polizeipräsidenten ist vollkommen inakzeptabel.“ Sie stutzte kurz, dann spielte sie mit. „Wie bitte? Ich habe keine Ahnung wovon sie sprechen  Inspektor.“ Allein der Klang ihrer Stimme brachte die Luft zwischen ihnen zum knistern. „Nein? Er erhob sich vom Sofa und kam langsam auf sie zu. „Ich fürchte, dass ich das nicht durch gehen lassen kann.“  Er stand jetzt so dicht vor ihr, dass ihre Nasenspitzen sich fast berührten. Sie sah ihn unter schweren Lidern an „Werde ich dafür bestraft?“  Er beugte sich noch ein Stück weiter vor. „Worauf du dich verlassen kannst.“

Kurze Zeit später ertönte die kratzige Melodie einer Jazzplatte durch das obere Stockwerk. Jack blickte zur Zimmerdecke empor, die ihm zuvor nie aufgefallen war. Nun, das war ja auch kein Wunder, schließlich hatte er ja auch noch nie zuvor in dieser Badewanne gelegen. Auf seiner Brust lag Phrynes Kopf, während der Rest ihres schmalen Körpers unter dem dichten Schaum des Badewassers verborgen lag. „Hübsches Muster“ Sie folgte seinem Blick „Danke ich hab es in einem kleinen Pariser Hotel gesehen und mir gedacht, dass es hier auch gut wirken würde.“ „In der Tat.“ Sein verbundender Arm lehnte über dem Rand des weißen Porzellans hinaus. Grade in diesem Moment gab es keinen Ort  auf dieser Welt, wo er hätte lieber sein wollen. Es war grade zu perfekt. Er lag im warmen Wasser, auf ihm die wohl schönste und aufregendste Frau die er je im Leben getroffen hatte und nach der er so verrückt war, dass es schon fast weh tat. Ihre weiche Haut schmiegte sich an seine, während sie sich wohlig ausstreckte. „Daran kann ich mich glatt gewöhnen.“ Murmelte sie leise.  Ihr warmer Atem blies ihm gegen das Kinn. „Ich mich auch.“ ´Er drehte leicht den Kopf und sie küssten sich.  Das Wasser schwappte kurz über den Rand, doch keiner von beiden schenke dem Beachtung. Auch als das Telefon anfing zu schellen unterbrachen sie ihr Treiben nicht, bis es plötzlich zaghaft an die Tür klopfte. „Miss Fisher?“ Die helle Stimme von Dott brachte beide dazu aufzusehen. Phryne musste sich erst räuspern bevor sie ihrer Assistentin antworten konnte. „Ja Dot.“ „Entschuldigen sie die Störung Miss, aber ihre Tante ist am Telefon und fragt ob sie auch an die Einladung heute Abend denken.“ Sie zögerte kurz „Die bei Mr. Scherold“  Jacks Blick wurde fragend doch Phryne verdrehte die Augen. „O Gott ja, sag ihr bitte das ich das natürlich nicht vergessen habe.“ Damit hörten sie Dottis eilige Schritte auf der Treppe verklangen. „Darf man Fragen wer Mr. Scherold ist.“ Jack bemühte sich um einen möglichst neutralen Ton, doch sie durchschaute ihn sofort. „Nun, ein Junggeselle der laut meiner Tante sehr gut zu mir passen würde.“ „Tatsächlich.“ Ihre Finger fingen an auf seiner Brust Kreise zu malen. „Ein Mann mit sehr viel Geld, Einfluss und dazu noch sehr gut aussehend, schade eigentlich,“ sie seufzte und er knurrte „Was genau?“  Ihr Schmollmund verzog sich zu einem frechen Grinsen. „Das die Bemühungen meiner Tante allesamt vergebens sind, da mein Herz längst vergeben ist.“  Er schluckte und versuchte sich zu konzentrieren, während andere Teile seines Körpers längst mit anderen Dingen beschäftigt waren. „Wirklich und an wen denn?“  Ihre Lippen kamen wieder näher. „An einen Detektiv den du sehr gut kennen solltest.“
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast