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Was du liebst, lass frei...

von IceEyes
KurzgeschichteAllgemein / P12 / Gen
Mercutio Tybalt
16.04.2020
16.04.2020
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Joar nu…es ist mitten in der Nacht und ich hatte die Idee, diese kleine Geschichte zu schreiben. Ich weiß nicht, ob ich es jemals hochladen werde.

Die Liebe lässt ein Manchmal Dinge tun, die man normalerweise niemals tun würde. Ob es die Liebe wohl auch schaffen wird, den Hass zu bekämpfen?! Nun…wer weiß das schon?!


Ein kleines Hirngespinst, welches mich nicht in Ruhe lassen wollte, bis ich es aufgeschrieben habe xD


Meine Vorlage ist das Deutsche Musical aus 2009 mit Mark und Rasmus ^^


~*~Was du liebst, lass frei…~*~


Es dauerte nicht lange, bis sich die Neuigkeit verbreitet hatte. In dieser Stadt blieb nichts lange geheim.
Eine Capulet und ein Montague.
Und dann auch noch diese beiden.
Romeo Montague und Julia Capulet.
Sie liebten sich.
Wie konnte sie es wagen. Julia. Seine Julia!

Tybalt zerris es vor Wut und…Enttäuschung. So lange schon liebte er Julia. Vergötterte sie. Seine Julia. Er hätte alles für sie getan. Sein ganzen Stolz hätte er für sie hinter sich gelassen. Er wäre ein treues Schoßhündchen geworden, wenn sie nur einmal seine Zuneigung erwidert hätte. Wenn sie nur einmal gemerkt hätte, was er für sie empfand. Er fühlte sich beschmutzt. Gedemütigt. Wie konnte sie einen Montague ihm vorziehen? Und auch noch diesen? Es war überall bekannt, dass Romeo so oft liebte, wie die Sonne auf und unterging. Genau wie seine beiden Hunde. Wie sie herumhurten.

Dass Tybalt nicht besser war und selbst viele Nächte eine andere Frau hatte, ignorierte er gekonnt.
Es gab keinen besseren als ihn! Er beschützte Julia. Er kannte sie besser als jeder andere. Ja Tybalt war der Meinung, dass kein Mensch dieser Welt besser für seine Cousine wäre, als er selber.

Der Capulet fühlte nur den Hass. Die Wut. Das verlangen, den jungen Montague zu töten. Sein Blut sollte auf das dreckige Pflasterstein der Stadt tropfen.

Es war Nacht. Tybalt konnte nicht schlafen. Natürlich nicht. Wie sollte er auch, mit diesem Wissen ruhig schlafen können? So streifte er durch die dunklen Straßen und Wege Veronas. Er wollte irgendetwas zerschlagen. Seine Wut irgendwie rauslassen. Am liebsten würde er zu den Montagues gehen, in Romeos Zimmer spazieren und ihn sofort die Kehle durchschneiden. Selbstverständlich konnte er dies nicht. Allein wegen des Gesetzes des Fürsten, konnte er es nicht. Aber er war sich sicher, sollte er das blau eines Montague sehen, würde er ihn töten.

"Sieh an. Kann da Jemand nicht schlafen?!", es war die letzte Stimme, die Tybalt gerade hören wollte. Die letzte Person, die Tybalt grade begegnen wollte. Aber gut. Immerhin konnte er einen Teil seiner Wut raus lassen.
"Was macht ein Hund auf der Straße, so ohne sein Herrchen?", tybalts Stimme triefte vor Sarkasmus und Spott, während er sich zu seinem Rivalen drehte. Mercutio. Natürlich, wer sollte auch sonst mitten in der Nacht durch die Straßen streifen, wenn nicht er. "Du wirkst ja schon beinahe interessiert.", feixte der halb Montague und hatte ein belustigtes Grinsen auf den Lippen. Ihn amüsierte es scheinbar, den Capulet so aufgebracht zu sehen.

"Wieso kannst du nicht schlafen? Hm? Lässt dich deine liebe Julia etwa nicht ran?!", grinste Mercutio weiter, bevor Tybalt antworten konnte. Sofort merkte er, dass er mit Julia wohl voll ins Schwarze getroffen hatte. Die blauen Augen des Capulets fingen sofort an funken zu sprühen und verdunkelten sich. Mit schnellen Schritten ging er auf seinen Rivalen zu und packte ihn am Hals. "Wag es nicht, so über sie zu sprechen!", fauchte Tybalt, während sich seine Finger fest um den Hals des Braunhaarigen schlossen. Doch schüchterte er den Fürstenneffen nicht so ein, wie er es wollte. Denn dieser grinste noch immer. Sogar ein leises Lachen entglitt seinen Lippen. Auch wenn dieses Lachen erstickt wurde, durch die Hand, die seine Kehle zerdrückte. "Also hab ich doch richtig gedacht. Ach Tybalt. Eigentlich sind wir uns sehr ähnlich.", erwiderte der Braunhaarige grinsend. Langsam fiel es ihm schwer Luft zu bekommen. Und es wurde auch nicht leichter, da Tybalt den Druck nur verstärke. Doch wehrte er sich nicht. Er wusste, dass Tybalt ihn jetzt nicht umbringen würde. Sein Hass galt gerade Jemand anderem.

"Ich wüsste nicht worin wir uns ähneln sollten.", knurrte der Blonde und ließ endlich von dem Fürstenneffen ab. "Ich habe nichts mit einem Hund gemeinsam."
Er würde sein eigenes Grab schaufeln, sollte er den jungen Mann jetzt und hier umbringen. Doch es war mitten in der Nacht. Niemand würde es bemerken…

Mercutio hatte sich gegen eine Hauswand gelehnt, um wieder zu Luft zu kommen. Und doch musste er grinsen. Wenn Tybalt wüsste…

"Oh doch. Ich glaube schon. Du bist genauso ein Hund wie ich. Julias Hund. Ihr kleiner Beschützter. Und doch wirst du nie mehr für sie sein. Selbst wenn sie nicht mit Romeo zusammen gekommen wäre. Früher oder Später muss sie eh Paris heiraten…guck mich nicht so an. Ich bin der Neffe des Fürsten. Ich weiß alles, was hier geschieht!"

Tybalt konnte nichts erwidern. Mercutios Worte schnitten in sein Herz, wie ein Messer. Schnürten seine Kehle zu. Er hatte das Gefühl, dass er nun gewürgt werden würde. Und das schlimme war, das Mercutio recht hatte. Dieser verdammte Bastard hatte einfach recht mit dem, was er sagte. Nicht das Tybalt das je zugeben würde.

"Du verdammter Bastard hast keine Ahnung!", fauchte Tybalt stattdessen. Am liebsten hätte er sich umgedreht und wäre gegangen. Weggelaufen. Oder noch besser. Er hätte Mercutio zum schweigen gebracht. Für immer.

"Oh doch Tybalt.", mit langsamen, bedächtigen Schritten ging der Fürstenneffe auf ihn zu. Er wirkte gerade nicht gefährlich. Er wirkte schon fast…bedauernd. Warum?

Tybalt behielt ihn im Auge. Achtete auf jede Regung. Auf jede Bewegung. Es wäre ein leichtes sein Messer zu schnappen und es in Mercutios Brust zu rammen. Sein Blut würde auf die Straße trotzen. Bis zum Morgengrauen würde man nicht mal bemerken, dass er hier Tod liegen würde…

"Weißt du Tybalt…", Mercutios Stimme riss ihn aus seinen Gedanken. Wie konnte er nur diese herrliche Vorstellung zerstören?! Doch etwas war komisch an dem Braunhaarigen. Nicht das er sonst nicht komisch wirkte. Aber…Er…sah ernst aus. Kein Grinsen. Keine Albernheiten. Purer Ernst war in seinem Gesicht zu sehen. So hatte er den jungen halb Montague noch nie gesehen.
"...was du liebst, lass Frei. Und wenn es zu dir zurück kommt, darfst du es behalten, für immer. Wenn es nicht zurück kommt, hat es dir nie gehört. Das musste ich selber schmerzlich lernen. Nun auch du. Ich denke tatsächlich, wir sind uns ähnlicher, als du denkst. Als wir beide vielleicht denken.", zum Ende hin, stahl sich doch wieder ein Grinsen in das Gesicht des Braunhaarigen. "Wenn du Julia nicht glücklich machen kannst, dann lass es wenigstens Jemand anderes tun.", Mercutio sah ihm in die Augen. Es war das erste Mal, dass Tybalt nicht nur den Puren Hass darin sah. Sondern…Verbitterung? Trauer?
Was wollte er ihn mit den Worten sagen?!

"Ich wusste gar nicht, dass dein weiches Gehirn zu solch Poesie fähig ist.", erwiderte Tybalt trocken, damit er nicht komplett Wortlos da stand. Es schmerzte so sehr, was Mercutio ihm sagte. Es schmerzte mehr, als jedes Messer es könnte. Wieso war der halb Montague so ehrlich zu ihm?! Er stand ihm nicht mit Hass gegenüber. Er war ganz neutral. Wie der Fürstenneffe sein sollte. Er war gerade kein halber Montague.
"Ich habe diese Erfahrung selber machen müssen, mein lieber Tybalt. Nur deswegen akzeptiere ich Romeos liebe zu einer Capulet. Weil er sie aufrichtig liebt. So wie noch nie. Ich musste es selbst erst mal verkraften.", erwiderte Mercutio ruhig.

Es schmerzte den Braunhaarigen, dass Romeo sich gerade eine Capulet ausgesucht hatte. Doch ihm war klar, dass Romeo niemals so empfinden würde, wie Mercutio es wollte. Es schmerzte zu sehen, wie der junge Montague die Capulet ansah. Anschmachtete. Vergötterte. Wieso nur, konnte Romeo IHN nicht so ansehen?!
kurz seufzte der halb Montague.

"Tybalt. Würdest du Julia ebenso lieben, wenn sie eine Montague wäre?", Tybalt war seltsam still geworden. Mercutio spürte, dass er etwas in dem Blonden ausgelöst hatte. Ob das nun gut oder schlecht war, würde sich noch zeigen. "Natürlich n…", doch hielt Tybalt inne.

Würde er Julia immernoch so lieben, wenn sie eine Montague wäre?! Aber der Hass, den Krieg den sie seit Jahrzehnten führen…

Auf Mercutios Gesicht breitete sich wieder ein Grinsen aus. Ja er hatte Tybalt zum nachdenken gebracht. Seinen größten Rivalen. Er könnte ihn jetzt einfach töten. Könnte ihn für immer los werden. Aber irgendwie…war ihm das zu einfach. Und, mal ganz ehrlich, ohne Tybalt und die Prügeleien die sie fast täglich hatten, wäre das Leben doch echt langweilig hier in Verona.

"Denk drüber nach Tybalt. Warum sollte Julia nicht selber entscheiden, wen sie liebt? Wer gibt dir das Recht, über sie zu bestimmen? Steh ihr lieber bei, als den Hass weiter zu schüren. Im Moment braucht sie jede Unterstützung, die sie kriegen kann. Und wer weiß, vielleicht werden sogar wir irgendwann Freunde.", tybalt sah ein freches Grinsen auf den Lippen des Braunhaarigen. Tybalt hätte Mercutio gepackt und eine reingehauen, wenn dieser nicht einen Satz nach hinten gemacht hätte. "Das wohl kaum. Verpiss dich, du Hund.", knurrte Tybalt ihn an. Er wollte nachdenken. Mercutios Worte hatten das ausgelöst, was er wollte. Aber…wieso hatte Mercutio das alles gesagt?! Sie hassten sich seit ihrer Kindheit?!

"Mercutio?!", rief er ihm hinterher, da der Fürstenneffe tatsächlich weggehen wollte und sich schon einige Schritte entfernt hatte. "Wieso das ganze? Deine Worte? Es klang schon fast neutral und friedvoll, was du sagtest?!", fragte Tybalt und diese Frage brannte ihn sehr auf der Seele. Was sollte das?

"Nun Tybalt…", fing der Braunhaarige grinsend an. "...ich bin der Neffe des Fürsten. Und so wie ich ein halber Montague bin…", sein grinsen wurde breiter.
"...bin ich auch ein halber Capulet.", und so drehte Mercutio sich um und ging in die Nacht hinein. Er ließ einen verwirrten Tybalt zurück, der nicht wirklich begreifen wollte, was er gerade gesagt hatte.

//Und um Romeos Leben zu retten, welches du ihm sonst nimmst…// fügte Mercutio in Gedanke hinzu, während er die Straßen zu seinem Haus ansteuerte.

Ja die Liebe lässt dich deinen Stolz und Hass so manches mal vergessen…
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