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Babylon Berlin  Gereon und Charlotte

von Daedun
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P16 / Gen
16.04.2020
16.04.2020
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„Sie sollte jetzt nicht alleine sein Rath.“ Mit diesen Worten wandte sich Zörgiebel  ihm wieder zu. Er sah an ihm vorbei, durch die Glasscheibe hin durch, hinter der Charlotte an seinem Schreibtisch saß. Den Kopf auf einen Arm abgestützt. Die Augen geschlossen, als ob sie schliefe. Sie musste wirklich zu Tode erschöpft sein. Er nickte zögernd. „Natürlich sie haben Recht. Ich lass mir was einfallen.“ Damit ließ er den dicken Polizeirat stehen um in das Büro hinüber zu gehen. Charlotte reagierte nicht, anscheinend war sie tatsächlich eingenickt. Behutsam berührte er sie an der Schulter. Erschrocken fuhr sie zusammen, um ihn dann blinzelnd von unten her auf an zu starren. „Oh Entschuldigung ich,“ bei ihrem verlegenden Gesicht musste er schmunzeln. „Schon gut. Das war ja auch eine anstrengende Nacht.“ Er sah kurz über die Schulter, doch Blitsch und Plum waren gerade damit beschäftigt ihre Berichte ins Reine zu schreiben, sie bekamen nichts mit. „Ich habe die Anordnung sie ins Bett zu bringen.“ Erst als der Satz schon draußen war, merkte wer wie zweideutig das klang. Ihr verdutztes Gesicht bestätigte das noch. „Also nicht so, ich soll nur dafür sorgen, das sie sich ausruhen.“ Beeilte er sich klar zu stellen „Anweisung von oberster Stelle.“ Sie nickte. Ihre blassen Wangen und die dunklen Ringe unter ihren Augen machten ihm Sorge. Das alles musst sie doch mehr mitgenommen haben, als sie zu geben wollte. Ihr Starrsinn hatte ihn weiß Gott schon oft genug zur Weißglut gebracht, doch andererseits war es doch genau dieser Charakterzug an ihr der ihm besonders imponierte. Dazu ihr gewitzter und messerscharfer Verstand von dem sich so mancher hier mal eine Scheibe von abschneiden sollte. Er half ihr in den Mantel, dann traten sie auf den Flur hinaus. „Dann also bis Morgen.“ Murmelte sie leise und wandte sich ab. „Hey nicht so schnell.“ Er faste nach ihrem Arm. Verwundert drehte sie sich zu ihm um. „Sie kommen jetzt erst mal mit, zu mir.“ Ihre großen braunen Augen wurden noch größer. „Wie bitte?“ Er lächelte schief. „Das ist kein unmoralisches Angebot. Sie haben doch zur Zeit e keine Bleibe und bei mir ist genug Platz.“ Ihr Zögernd ließ ihn zu dem Satz hinreißen. „Ich hab ein Grammophon und Wein, reicht das oder muss ich noch was drauf legen?“ Endlich verzogen sich ihre Lippen zu einem frechen Grinsen. „Aber nur wenn ich die Musik bestimmen darf.“ „Einverstanden.“
Als er wenig später die Tür zu seiner Wohnung aufsperrte verfluchte er sich innerlich dafür, dass er nicht aufgeräumt hatte. Im Wohnzimmer lagen immer noch die schmutzigen Hemden vom Vortag, die er längst in die Reinigung hatte bringen wollen und auch in der Küche stapelte sich das schmutzige Geschirr in der Spüle. Ihr belustigter Blick ließ ihn kurz rot werden. „Ne echte Junggesellenbude.“ Mit spitzen Fingern hob sie eins der Hemden vom Boden auf. „Das gehört aber nicht zum Deal, das ich die waschen und bügeln muss.“ Verärgert entriss er ihr das Hemd. „Als ob sie das könnten.“ „Was waschen und bügeln? Besser als sie auf jeden Fall.“ Sie sahen sich kurz an, dann prusteten beide los. „Haben sie Hunger?“ Sie schüttelte den Kopf. „Aber Durst.“ Er nickte, dann lief er in die Küche um kurz drauf mit einer Flasche Wein und zwei Gläsern zurück zu kommen. Sie hatte sich auf dem Sofa niedergelassen und sah stumm dabei zu wie er einschenkte, dann hob er sein Glas. „Auf die Lösung des Falls. Frau Kriminalassistentin Ritter.“ Sie ließ ihr Glas gegen seines klirren. Beide tranken. Im Stillen fragte er sich ob sie all das, was geschehen war, so ohne weiteres weg stecken konnte. Er für seinen Teil konnte das nicht. Er dachte an den Moment zurück wo er glaubte sie verloren zu haben. Als er es nicht schaffte sie aus dem sinkenden Auto zu befreien. An ihr verzweifeltes Gesicht, als sie beschloss es zu beenden und dann ihr leblosen Körper am Ufer. Schmerzhaft verzog er den Mund. „Alles in Ordnung?“ Ihre besorgte Stimme holte ihn zurück in die Wirklichkeit. „Ja, ja alles gut.“ Er wischte sich kurz mit der Hand über die Augen. „Ich bin nur müde das ist alles.“ „Ich auch.“ Sie gähnte herzhaft und streckte sich. „Kann ich mich hier ausbreiten?“ Er setzte sich auf. „Nein. Ich meine ich nehme natürlich das Sofa. Sie können mein Bett haben.“ Wieder verzogen sich ihre Lippen zu diesem Lächeln. Es brachte ihre Augen zum strahlen und sein Herz dazu plötzlich schneller zu schlagen „Na dann gehe ich vorher noch mal ins Bad.“ Damit entschwand sie seinen Blicken. Als er das Wasser rauschen hörte, wagte er es auszuatmen. Himmel was war denn bloß los mit ihm? Er schenkte sich noch mal ein Glas ein um es fast mit einem Zug zu leeren. Das war alles nur eine Folge der Anstrengungen der letzten Tage. Es wurde Zeit endlich mal wieder mehr als zwei Stunden zu schlafen. Damit machte er sich daran sich ein Kissen und eine Decke herzurichten. Hinter ihm konnte er wieder die Badezimmer zu klappen hören. Als er sich umdrehte war sie bereits im Schlafzimmer verschwunden. Plötzlich fiel ihm ein, dass er seinen Wecker vergessen hatte. Vorsichtig klopfte er an die Tür. „Ja?“ Er öffnete und erstarrte. Sie hatte bereits angefangen ihre Bluse zu öffnen. Die Sonne schien durchs Fenster und brachte die Konturen ihrer weichen Brüste zur Geltung, als gäbe es gar keinen Stoff mehr. Er merkte erst, dass er sie anstarrte, als sie verschämt die Arme verschränkte. Erschrocken und Peinlich berührt riss er den Kopf hoch. „Der Wecker, ich hab den Wecker vergessen.“ Er drängte sich kurz an ihr vorbei um sich die kleine Uhr vom Nachttisch zu schnappen, dann drehte er sich um und stolperte zurück ins Wohnzimmer. Die Erektion zwischen seinen Beinen verfluchend machte er sich daran möglichst schnell unter die Decke zu kommen. Er drehte sich auf die Seite und kniff die Augen zu. Schlaf einfach ein du Idiot, oder zähl Schäfchen. Grade wollte er damit anfangen, als er neben sich eine Diele knarzen hörte. Er schmiss sich herum. Vor seinen Augen schwebten zwei nackte Beine, langsam wanderte sein Blick nach oben. Sie hatte den Kopf zur Seite geneigt, die Bluse hatte sie immer noch an. Nur noch die Bluse so wie es aussah. „Gereon,“ ihre Lippen bewegten sich kaum. Ihr Blick alleine reichte um das was sich grade erst unterhalb seiner Gürtellinie beruhigte hatte wieder auferstehen zu lassen. Er musste erst Schlucken bevor er ihr antworten konnte, also nickte er nur. „Ich kann nicht schlafen.“ „Ich auch nicht.“ Hörte er sich murmeln und kam sich dabei wie ein Volltrottel vor. Ihre Mundwinkel hoben sich leicht. „Vielleicht sollten wir es zusammen versuchen?“ Anstatt einer Antwort hob er nur die Decke ein Stück weit an. Als ihr warmer Körper sich auf dem schmalen Sofa an ihr schmiegte, war es mit seiner Selbstbeherrschung endgültig vorbei. Er griff nach ihrem Gesicht um es fest zuhalten. Dann begann er es mit Küssen zu bedecken. Jeden einzelenden Zentimeter davon bis er  bei ihren Lippen angekommen war. Sie waren so herrlich weich und schmeckten so gut. Ihre Zunge begann ihn zu necken und er verstand die Aufforderung. Er spürte wie ihre Hände sich auf die Suche machten, bis sie fanden was sie haben wollten. Stöhnend schloss er die Augen und genoss ihre Zärtlichkeit, bis er spürte das es ihn fast in den Wahnsinn trieb. Sanft löste er ihre Finger um seinerseits ihre wunden Stellen zu erkunden. Ihr leises Keuchen ließ ihn wissen, dass er nichts falsch machte. Es war als  wäre Nichts fremd, als wüssten sie von ganz allein was dem anderen gefiel. Wie ein lang einstudierter Tanz glitten sie ineinander. Als er sie um sich herum fühlte, wollte  er mit jedem Stoß mehr, er wollte mit ihr nicht nur eins werden, er wollte sich in ihr auflösen. Mit ihr verschwimmen und nie wieder ganz werden. Als der Moment kam war es wie eine nie gekannte Explosion, die ihn und sie erfasste.
Als sie wenig später erschöpft eng umschlungen nebeneinander lagen glaubte er immer noch die Engel im Himmel singen zu hören. Ihre Haare kitzelten ihn in der Nase. Er seufzte als er ihren Duft einzog und war sich sicher ohne dem niemals wieder schlafen zu können.

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