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Unrequited

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 Slash
Amerika England Preussen
16.04.2020
23.04.2020
2
7.894
 
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
16.04.2020 3.922
 
Ein freundliches Hallöchen an jeden, der sich hierher verirrt hat und den meine Geschichte interessiert!
Ich bin wieder da, nachdem ich eine sehr lange Zeit gar nichts im FanFiction Bereich geschrieben habe...
Fast 6 Jahre ist mein letztes Update her °____°
Auch wenn ich aber lange Zeit nichts habe von mir hören lassen, habe ich das Schreiben nie aus dem Kopf verloren. Dies ist eine Geschichte, über die ich schon sehr lange nachdenke und nun hatte ich endlich die Motivation sie zu Papier zu bringen. Daher bin ich auch unglaublich froh euch heute das erste Kapitel präsentieren zu können!
Viel Spaß beim Lesen!


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Ein unliebsames Klingeln des Weckers riss Arthur aus dem Land der Träume. Nicht, dass er die Nacht hätte besonders gut schlafen können, aber trotzdem war es durchaus unangenehm nach fast 2 Monaten wieder in aller Frühe raus zu müssen. Verschlafen blicke er auf die Uhr des digitalen Weckers. 6:30 Uhr, noch genug Zeit um in Ruhe aufzustehen, sich anzuziehen und gemütlich einen Tee zu trinken, bevor er auch schon aufbrechen musste.

Das letzte Semester war ziemlich erfolgreich verlaufen. Als er gerade angefangen hatte zu studieren, musste er noch drittes Horn spielen. Obwohl er zu seiner Schulzeit zu den besten Hornisten in seiner Region gezählt hatte, war das Niveau auf der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien etwas etwas ganz anderes. Nur die Besten der Besten schafften es auf diese Uni und denjenigen, denen ein Abschluss gelang war eine erfolgreiche Karriere in der Musikbranche gewiss. Arthur hatte meh als hart gearbeitet um die Aufnahmeprüfung zu bestehen. Er hatte sogar ein ganzes Jahr nach seinem Schulabschluss ausgesetzt um sich ganz auf die Prüfung vorzubereiten und trotzdem musste er bangen. Am Ende war zwar alles gut gelaufen und er hatte den schriftlichen Teil mit Bravour gemeistert, aber trotzdem war die Konkurrenz sehr stark und die Studienplätze heiß begehrt. Nachdem er das Vorspiel der anderen gehört hatte, war er sich selbst nicht sicher, ob er tatsächlich gut genug war. Schließlich hatte es für die Aufnahme an der renommierten Universität gereicht, aber beim Vorspiel in der ersten Probe hatte es für das erste Horn nicht gereicht. Nun, in seinen nunmehr 4 Semestern in Wien hatte er bis zum Umfallen geübt und es trotzdem geschafft in der Theorie unter den den Besten zu bleiben. Mit dem Ende der Prüfungen von letzten Semester durfte er endlich aufsteigen und heute beginnend die Waldhörner leiten. Daher musste das Semestereröffnungskonzert heute auch unbedingt ein Erfolg werden. Dafür hatte er in der vorlesungsfreien Zeit jeden Tag geübt. Denn nachzulassen und jemand anderen seinen Posten zu überlassen war keine Option für den ehrgeizigen Briten.

Zu Beginn seines Studiums hatte er noch Zweifel, ob er Anschluss finden würde. Auch wenn er ziemlich gut alleine klarkam und eigentlich auch lieber alleine war, war es doch eine große Bürde so ganz alleine in einem fremdem Land mit fremder Sprache zu sein. Zwar waren seine Veranstaltungen auf Englisch und so ziemlich alle Studierenden sprachen seine Sprache auch, aber Wien war nicht gerade sein kleines Dorf in Südengland, in dem er aufgewachsen war. Alles war anders und neu. Die Menschen hatten eine andere Einstellung, die Infrastruktur von Österreich war anders, die Kultur und auch die Küche.

Der Anfang war auch alles andere als einfach, aber trotz seiner Zweifel hatte der Blondhaarige nicht nur Anschluss, sondern auch ein paar gute Freunde hier gewonnen. Nicht, dass dies sein oberstes Ziel gewesen wäre. In erster Linie wollte er erfolgreich werden und seinen Traum erreichen von seiner Musik leben zu können. Dafür war es essentiell, dass er einen guten Abschluss bekam. Dennoch konnte auch er nicht die ganze Zeit alleine sein. Zwischen den ganzen Proben, dem Üben und den Theoriestunden war es doch ganz schön mal abschalten zu können und sich mit jemandem anderen zu unterhalten.  

Während der Einführungsveranstaltungen war er noch ziemlich unbeholfen gewesen und wusste nicht genau, wie er sich den anderen nähern sollte. Nach einigen Getränken während der Kneipentour war er aber gesprächiger geworden. Dies war sowohl ein Segen als auch ein Fluch zugleich. Man hatte ihm immer gesagt, dass sich sein Charakter unter Alkoholeinfluss um 180° drehen würde. Nüchtern war er mürrisch, sarkastisch und schnell gereizt. Nicht gerade die besten Attribute in der Öffentlichkeit. Aber bereits nach wenigen Getränken hellte sich seine Stimmung auf. Er lachte, machte Witze und hatte kein Problem mehr mit Körperkontakt. Andere beschrieben ihn dann immer als gesellig. Allerdings war es ein schmaler Grad zwischen gesellig und anstrengend, dass wusste er selbst nur zu gut, konnte aber die Getränke, die ihm während der Kneipentour angeboten wurden trotzdem nicht ablehnen. Erst ging das gut und er konnte sich mit allein möglichen Leuten gut unterhalten.

Unter diesen Leuten war Francis, ein überaus begabter Violinist. An diesem Abend hatten sich die beiden sehr gut unterhalten können und auch einige Gemeinsamkeiten entdeckt. Francis hatte Arthur damit aufgezogen, dass Blechbläser eigentlich die größten Trinker und Stimmugsmacher waren,  dass dies aber überhaupt nicht auf den Grünäugigen Briten zutraf. Die beiden hatten sich den Abend noch gezankt und übereinander lustig gemacht, was auch in den kommenden Wochen und Monaten nicht nachgelassen hatte. Allerdings konnten beide aufeinander zählen, wenn es drauf ankam. Arthur bezeichnete ihn durchaus als Freund, auch wenn er das nie laut sagen würde, schon gar nicht in dessen Gegenwart. Er hatte noch groß erzählt, dass er es beim Vorspiel direkt ans erste Pult schaffen würde, was natürlich nicht passiert war. Diese Tatsache hatte Arthur getröstet, als er selber nicht die gewünschte Position bekommen hatte, denn insgeheim empfand er den Franzosen als technisch extrem begabt. Die Genugtuung die Worte zu hören gönnte er ihm dennoch nicht.

Ein anderer guter Freund war ihm Ludwig geworden. Ihn hatte er zusammen mit Francis in den Einführungsveranstaltungen kennengelernt. Bis heute war es ihm ein Rätsel, wie der Deutsche so viel trinken und trotzdem keine Miene verziehen konnte. Arthur hatte selbst schon fast auf dem Tisch gelegen, während Ludwig noch nicht mal rote Wangen vom Alkohol hatte. Der Blauäugige war grundsätzlich eine seltsame Persönlichkeit. Arthur empfand ihn nicht als unangenehm, aber er hob sich trotzdem vom Rest der Studenten ab. Während die anderen versuchten neue Bekanntschaften zu schließen und Arthur quasi mit ihren Fragen löcherten, war Ludwig still und schien alles eher zu beobachten, sodass ihn Arthur nicht wirklich einschätzen konnte. Allerdings genoss er auch gerade die Tatsache, dass Ludwig ihn eher in Ruhe ließ und keine unnötigen Dinge sagte. Obwohl er am Abend der Kneipentour die ganze Zeit in Arthurs nähe gesessen hatte, hatte der Brite nicht viel über ihn erfahren. Umso überraschter war er, als er dessen Spiel auf dem Fagott beim Vorspiel gehört hatte. Die Tiefen Töne klangen unglaublich rein und sanft, ganz im Gegensatz zu seinem männlichem und erwachsenem Aussehen. Je länger er ihn aber kannte, umso mehr empfand er seine Wahl des Instrumentes als passend für den jungen Deutschen. Vom Charakter her war er genauso sanft und zart, wie die Klänge seines Fagotts.

Der letzte Freund, den Artur in nun 2 Jahren seines Studiums kennenlernen durfte war Gilbert, der ältere Bruder von Ludwig, wenn auch ihre erste Begegnung nicht gerade eine sehr schöne gewesen ist. Als sich besagter Kneipenabend langsam dem Ende hin neigte hatte sich Arthur nicht mehr wirklich auf den Beinen halten können. Ihm war zwar nicht schlecht, aber das was aus seinem Mund kam war mit jedem Guiness eher peinlich als charmant gewesen. Bis heute schämte er sich dafür und würde es am liebsten vergessen. Er war gerade inmitten einer Streiterei mit Francis gewesen, als der ältere Deutsche in die Kneipe gekommen war. Er war mit seinen Freunden aus den höheren Semestern selbst unterwegs gewesen und wollte mit seinem Bruder noch ein letztes Getränk trinken, bevor sie zusammen heimgehen würden.  So hatte er auch Arthur kenngelernt und wohl auch gemerkt, dass er gut einen über den Durst getrunken hatte. Im Gegensatz zu Francis hatte er den Briten aber nicht damit aufgezogen, sondern war verständnisvoll gewesen. Als sich die letzten bereit machen die Bar zu verlassen und er gesehen hatte, dass es Arthur eher schlecht als recht ging, hatte er darauf bestanden, dass er ihn nach Hause bringen würde und auch keine Widerworte hingenommen. Er hatte gemeint, dass sein fantastisches selbst es ihm nicht erlauben würde einen neunen Stunden alleine nach Hause gehen zu lassen, wenn er nicht mehr gerade aus laufen konnte. Bis heute konnte sch Arthur nicht wirklich daran erinnern, was er dem älterem Studenten erzählt hatte, als sie auf dem Heimweg waren. Gilbert hatte es aber zum Glück auch nicht mehr erwähnt, nachdem sie sich in den kommenden Wochen bei den Proben gesehen hatten. Dafür war ihm Arthur auch mehr als dankbar.

Ihre Freundschaft hatte sich zwar mehr daraus entwickelt, dass Arthur gut mit Ludwig klarkam, aber dennoch hatte sich in den letzten 2 Jahren eine Verbindung zwischen den beiden Musikern entwickelt, die der Brite nicht mehr vermissen wollte. Gilbert war höflich, redete nicht zu viel und hatte dennoch immer einen coolen Spruch auf den Lippen. Seine Gesellschaft war Arthur nie unangenehm gewesen. Eher um Gegenteil. Er schätze jede Gelegenheit, in der er mit dem Weißhaarigen Zeit verbinden konnte. Und seine Fähigkeit mit der Querflöte umzugehen war nicht von dieser Welt. Arthur hatte schon viele gute und viele sehr gute Musiker gesehen, aber einer von Gilberts Kaliber war ihm noch nicht unter die Augen gekommen.  Zum ersten Mal hatte er ihn bei seinem ersten Semestereröffungskonzert gehört, bei dem er selber noch Zuhörer gewesen war und war vom ersten Augenblick an fasziniert gewesen. Seine Technik war überragend und seine Töne waren so rein, dass man jeden einzelnen Oberton hören konnte. Von so einer Technik konnte Arthur nur Träumen. Was ihm aber noch mehr den Atem raubte, war das Gefühl, dass der eigentlich sonst so gelassene Deutsche mit seinem Instrument an den Tag legen konnte. Auch heute noch verzauberte ihn jedes Stück, dass Gilbert spiele wie das erste Mal, als er ihn spielen gehört hatte.

Nachdem Arthur langsam aus dem Bett aufgestanden war, machte er sich langsam fertig, um dann noch zum Frühstück einen Tee trinken zu können. Im Bad angekommen schaute er erstmal in den Spiegel. Seine Haare waren zerzaust, so wie immer. Früher hatte er noch versucht seine Mähne zu zähmen, diese Versuche waren ihm allerdings misslungen und nun versuchte er gar nicht mehr sie zu bändigen. Das Gleiche galt für seine Augenbrauen. Eine Zeit lag hatte er sie jeden Morgen gezupft, aber sie wuchsen schneller, als er sie wegmachen konnte. Er hatte sogar das Gefühl, dass sie noch schneller wuchsen, wenn er sie wegmachte. Seitdem sich aber Francis darüber lustig gemacht hatte, dass ihm normale dichte Augenbrauen überhaupt nicht standen, hatte er es einfach sein gelassen. Während des Zähneputzens betrachtete er durch seine Smaragdgrünen Augen sein Spiegelbild. Helle, blonde Haare, grüne Augen und buschigere Augenbrauen, als er jeh bei jemandem anderen gesehen hätte. Mit seinen 172cm war er nicht gerade groß, schon gar nicht für Wiener Verhältnisse. Auch mit irgendwelchen Muskeln konnte er nicht glänzen. Insgesamt empfand sich der Brite einfach als gewöhnlich. Er hatte weder den Charme, den Francis ausstrahle, noch einen Körper wie ihn Ludwig hatte. Schon gar nicht das Charisma dessen älteren Bruders. Nicht, dass ihm sowas wichtig wäre, aber es lag einfach in der Natur der Menschen sich mit anderen zu vergleichen.

Als er mit reiner morgendlichen Routine fertig war, entspannte er sich noch ein wenig bei einer Tasse Tee. Normalerweise frühstückte er, aber an diesem Morgen hätte er vor Anspannung sowieso nicht wirklich etwas runter bekommen. Mit vollem Magen hatte er sowieso noch nie wirklich gut spielen können.

Nach der Tasse Tee fühle er sich direkt etwas ruhiger und entspannter. Er freute sich sogar auf das Konzert und auf die Möglichkeit zeigen zu können, wie hart er in der letzten Zeit gearbeitet hatte. Er warf noch einen kurzen Blick in die Partitur, bevor er sie samt seinem Notenständer und seinem neuem Doppelhorn in seinem Instrumentenkoffer verstaute. Es war zwar sehr teuer gewesen, aber auf dem Niveau, auf dem er mittlerweile spiele hörte er selbst den Unterschied zwischen einem günstigem und einem professionellem Instrument, was hieß, dass ihn die Dozenten erst recht hören würden. Es war langsam Zeit geworden in etwas angemessenes zu investieren, auch wenn es erstmal wehgetan hatte.

Er schnalle ich den Koffer fest auf den Rücken, holte sein Fahrrad aus dem Keller und stieg auf um den kurzen Weg zu Uni anzutreten. Erst hatte er überlegt sich ein Auto zu besorgen, aber in einer Großstand wie Wien war es eher unvorteilhaft, zumal er sich bis heute nicht wirklich an den Rechtsverkehr gewöhnen konnte. Da war es Herausforderung genug Ferrand zu fahren.

Gemütlich fuhr er über die bereits jetzt gut gefüllten Straßen Wiens. Zum Glück konnte er mehr oder weniger durch Wohngebiete auf dem Weg zu seinen Ziel fahren, denn seine Gedanken kreisten auch auf dem Weg nur um das Stück, dass er nachher auf dem Konzert spielen würde. Er hatte im letzten Semester vor allem so hart gearbeitet, weil er wusste, dass es dieses mal ein Hornkonzert bei der Semestereröffung geben würde und natürlich würde das nur der Beste spielen dürfen. Der Brite hatte es zwar geschafft sich beim Vorspiel durchzusetzen, aber trotzdem hatte er Zweifel daran, dass er es so spielen können würde, wie er es wollte.

Ganz in Gedanken versunken fuhr er die Straße entlang und konnte auch nicht mehr rechtzeitig reagieren, als um die Ecke eine Gestalt auftauchte und sich plötzlich vor seinem Fahrrad befand. Seine Reaktionszeit reichte gerade noch dafür aus das Lenkrad rumzureißen und und auf der Straße zum stehen zu kommen, allerdings nicht ohne dabei mit dem Gesicht voran vom Fahrrad zu fallen. Er schaffte es gerade noch so sein Gewicht so zu verlagern, dass sein Instrumentenkoffer oben lag und geschützt war, sodass sein eigner Körper den Sturz abfangen würde.

Alles verlief ziemlich schnell und Arthur hatte eher instinktiv gehandelt. Das nächste was er bewusst spürte war ein dumpfer Schmerz an seinem Knöchel.

„Bloody hell…“ fluchte er leise vor sich hin und tastete erstmal nach seinem Instrumentenkoffer. Er atmete auf, als er ihn noch stabil und sicher an seinem Rücken spüren konnte.

„Oh heck, tut mir furchtbar leid, ich habe mich beeilt und nicht vor meine Füße geschaut!
Hast du dich verletzt?
Der Sturz sah schmerzhaft aus!
Komm, lass mich dir aufhelfen!“ Kam es von einer Stimme, die Arthur nicht richtig einordnen konnte.

Mit leicht schmerzverzogenem Geschichte blickte der Brite nach oben, direkt in 2 ozeanblaue Augen, die von einer Brille umrahmt wurden und ihm mit einem besorgen Blick ansahen.

Sie gehörten einem jungen Mann mit dunkelblonden Haaren, der eine Fliegerjacke, Sportschuhe und einen kleineren Koffer auf dem Rücken trug, dem Arthur aber nicht wirklich Beachtung schenkte. Generell war er eher unüblich für einen Local gekleidet. Das war allerdings das Letzte, an das Arthur in dem Moment gedacht hatte. Er war an einem so wichtigen Tag vom Fahrrad gefallen. Seinem neuem Instrument hätte was passieren können, sein Hose war hinüber und sein Knöchel schmerze zu dem auch noch. Schlimmer hatte der Tag wirklich nicht anfangen können und das war alleine die Schuld von diesem Typen, der ihn einfach umgerannt hatte.

Allerdings hatte ihn dieser noch bevor er auch nur ein Wort erwidern konnte an der Hand gepackt und ihn ziemlich unsanft und ruckartig nach oben gezogen, worauf Arthur noch einmal das Gesicht schmerzerfüllt verziehen musste.

„Ich hoffe wirklich, dass das nichts allzu schlimmes ist. Der Sturz sah ziemlich schmerzhaft aus“
sagte der Unbekannte mit einem dämlichem Grinsen auf dem Gesicht.

Am liebsten hätte Arthur etwas in Wut erwidert und angefangen zu Fluchen, aber die Sorge um sein Instrument und das Konzert, sowie der noch immer anhaltende Schmerz machten es ihm nicht möglich viel Energie in Wut zu legen. Mit einem genervten Blick hob er sein Fahrrad vom Boden auf, darauf bedacht kein Gewicht auf den schmerzenden Fuß zu verlagern und blickte ihn mit knirschenden Zähnen an.

„Pass einfach das nächste Mal besser darauf auf, was sich vor dir befindet…“ erwiderte er dann schließlich in einem fast schon feindseligen Ton, von dem sich der Größere der beiden aber nicht beeindrucken ließ.
Arthur wunderte sich ob er ihn nicht gehört oder einfach nur ignoriert hatte.

„Haha, du hast auch Recht, ich war wirklich viel zu schnell unterwegs, aber ich bin furchtbar aufgeregt und muss heute pünktlich sein! Ich kenne diese Stadt kaum und bin erstmal in die falsche Bahn gestiegen und das obwohl ich mir extra vorgenommen hatte heute mal pünktlich zu sein! Kaum zu glauben und nun renne ich auch noch in dich. Tut mir übrigens nochmal leid, es war wirklich keine Absicht!“

Der Blauäugige redete und redete und schien überhaupt nicht von Arthurs feindseligem Blick begeistert zu sein. Er schien grundsätzlich nicht wirklich auf seine Umgebung während seines Monologs zu halten. Grundsätzlich wirkte der Fremde auf Arthur eher etwas dümmlich. Müsste er ihn mit einem Begriff beschreiben, hätte er wohl hoffnungslos optimistisch gewählt. Obwohl dies ihre erste Begegnung war, mochte er  bereits jetzt sein Gegenüber nicht. Erst, als dieser einen zufälligen Blick auf seine Armbanduhr warf, änderte sich seine Stimmung wieder und sein Redefluss stoppte.

„Verdammt, ist es etwa schon so spät? Mist wenn ich mich jetzt nicht beeile, schaffe ich es wirklich nicht mehr rechtzeitig!“
Mit diesem Satz setzte er sich auch schon direkt in Bewegung und ließ der perplex schauenden Arthur zurück.

„Wenn ich dich nochmal Wiedersehen mache ich das gut, aber jetzt muss ich unbedingt los!“ Rief er ihm zurück, als er sich noch einmal umdrehte und dann um die nächste Ecke verschwand.

Arthur hatte nicht einmal die Gelegenheit bekommen etwas auf die Aussage zu erwidern und wurde einfach mit seiner aufgerissen Hose und seinem schmerzendem Knöchel an der Straße zurückgelassen.

Sowas habe ich auch noch nicht erlebt…

dachte er sich, als er langsam anfing sein Fahrrad in Richtung der Konzerthalle der Universität zu schieben. Ans Fahren war jetzt nicht mehr wirklich zu denken, nachdem er so von seinem Drahtesel gesegelt ist. Noch so eine Erfahrung wollte er seinem neuem Horn nicht aussetzen und seinem Knöchel auch lieber nicht.

Der Weg zur Uni hatte danach deutlich länger gedauert und beinahe wäre der Brite auch zu spät gekommen. Nur gut, dass er immer mehr Zeit einplante, als eigentlich nötig wäre. Solche Ereignisse wie heute morgen zeigten, dass sich das auch lohnen konnte.
In der Konzerthalle angekommen, ging es erstmal zum Umziehen. Wenigstens könnte er seine Klamotten, denen man den Sturz ansehen konnte umziehen und müsste nicht in ihnen auftreten. Seine Haare allerdings sahen noch zerzauster aus, als sie es am Morgen sowieso schon gemacht haben.Er konnte nur hoffen, dass es keinem auffallen würde.
Das heute wirklich nicht sein Tag war bewies ein ihm nur zu gut bekannter Franzose schon sehr bald.

„Na was ist dir denn passiert Arthur? Bist du heute zur Konzerthalle schlafwandelt. Dein großes Konzert solltest du schon etwas ernster nehmen.“
War das erste, was er zu hören bekam, als er wieder aus dem Umkleideraum in die Versammlung rausgeschnitten war.
Natürlich hatte er es nicht verbergen können…

„Ist da jemand etwa neidisch, weil er dieses Semester wieder kein Stück als Solist bekommen hat?“
Erwiderte der Grünäugige in einem leicht gehässigen Ton nur in der Hoffnung, dass sie so das Thema wechseln konnten und er nicht erklären müssen würde, wie es dazu gekommen war, dass es nun so aussah.
Auch wenn es ihm überhaupt nicht gefiel, dass Francis nun dachte, dass er die ganze Sache nicht ernst nehmen würde, war es immer noch besser als zugeben zu müssen, dass er heute Bekanntschaft mit dem Bordstein gemacht hatte.

„Würde ich ein Instrument mit so wenig Konkurrenz wie du spielen, dann hätte ich mittlerweile 10 Soli gehabt ~“

Gerade als Arthur etwas darauf erwidern wollte, gesellten sich 2 weitere Gestalten zu den beiden Streitenden.

„Müsst ihr euch wirklich bereits in den ersten 5 Minuten des Semesters streite? Hier scheint ja wirklich nichts ohne mein fantastisches selbst zu funktionieren…“
Kam es neckend vom Gilbert, der gerade ebenfalls umgezogen in den Versammlungsraum getreten war, dicht gefolgt von seinem jüngeren Bruder Ludwig.

Beide hatten ihre Instrumente bereits ausgepackt und hielten sie in den Händen. Gilbert wirkte in seinem Anzug elegant und vornehm. Ganz anders, als seine sonst so lässige Ausstrahlung. Aber auch diesen Look konnte er aufziehen und es stand ihm dazu auch noch unglaublich gut, wie Arthur zugeben musste. Auch Ludwig sag in seinem Anzug ordentlich aus, auch wenn er an ihm eher gezwungen aussah. Ein so männlicher Typ wie Ludwig sah ihn so ziemlich allem gut aus, aber im Anzug doch eher fehl am Platz.
Nachdem er die beiden in ihren Anzügen betrachtet hatte, ärgerte er sich umso mehr, dass er nun so spielen musste. Sogar Francis, wie Arthur seufzend zugeben musste, sah in seinem neuem Designeranzug gut aus.

„Es ist alles gut, Francis meint nur seinen Frust an mir auslassen zu müssen, weil er schon wieder kein Solo bekommen hat“
Antwortete Arthur dem Älteren hämisch lächelnd und holte nun auch sein Horn aus dem Koffer, dass einige Stühle hinter ihm stand.

Dabei achtete er darauf nicht zu viel Gewicht auf den einen Knöchel zu verlagern, immerhin musste er nich fast den ganzen Tag im Saal verbringen. Nach dem Konzert würden nämlich noch die Vorspiele der Erstsemester bei der ersten gemeinsamen Probe des neuen Semesters stattfinden.
Auch dies blieb Gilbert nicht verborgen.

„Arthur, du humpelst, ist etwas passiert?“
Fragte er mit seinem leicht besorgen Blick und näherte sich dem Briten in einigen Schritten.

Arthur hatte sich wirklich Mühe gegeben, damit die anderen nicht direkt sahen, dass etwas passiert war. Gilbet hatte allerdings schon immer ein Auge dafür gehabt, wenn etwas mit Arthur nicht stimmte.
„Es ist nichts. Heute morgen ist mir nur irgendein Typ vor das Fahrrad gelaufen. Ich konnte zwar noch bremsen, aber keinen Sturz verhindern. Es ist aber nichts Wildes. Meinem Horn scheint nichts passiert zu sein.“
Versuchte er es runterzuspielen und kratze sich dabei verlegen am Hinterkopf.

„Du solltest dir mehr sorgen um deine Gesundheit als um dein Horn machen,  Arthur. Ein Instrument kannst du ersetzen, dein Leben nicht“
Meinte er mit sanfter Stimme und legte dabei Arthur eine Hand auf die Schulter.

Diese Hand trieb Arthur eine ganz zarte Röte auf die Wangen, die wohl nur er selbst spüren konnte.
Jedenfalls hoffte er das.

„Ich bringe dich nach dem Konzert zur Krankenschwester und werde keine Widerworte annehmen. Denn wie du weißt, mein fantastisches selbst hat immer Recht!“

Mit den Worten ließ er Arthur Schulter los und wand sich auch wieder von dem Blondhaarigen ab.
Arthur konnte sich gerade noch so verkneifen nach diesen Worten zu lächeln und konnte sich beherrschen es bei einem Nicken zu belassen.
Kurz darauf kam auch schon der Dirigent, ebenfalls ein älterer Student kurz vor dem Abschluss in den Raum und verkündete, dass sich nun alle in ihre Instrumentengruppen  setzen würden und nochmal das Stück durchgehen würden.
Arthur verabschiedete sich von den anderen und wünschte Gilbert, der ebenfalls ein Solo haben würde viel Glück.

„Das Wünsche ich dir auch Arthur, du hast hart gearbeitet und hast dir dein Solo verdient. Wenn du so weitermachst, wirst du wenn du weiter übst vielleicht so gut wie ich, kesesese~“

Nun konnte sich Arthur das Lächeln nicht mehr verkneifen. Gilbert schaffte er immer die Stimmung aufzulockern.

„Pass auf, dass ich dich nicht überhole, bevor du den Abschluss hast…“

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So, das war auch schon mit dem ersten Kapitel ^^
Ich hoffe ich konnte eure Neugier wecken. Im nächsten Kapitel wird unser Lieblingsamerikaner mehr Sendezeit bekommen :3
Ich würde mich riesig über Feedback eurerseits freuen!
Jeder Autor kennt es, jegliche Kritik motiviert uns besser zu werden.
Bis zum nächsten Kapitel!

ArthurKirkland1997~
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