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Von Dieben und Meuchlern

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
15.04.2020
30.05.2021
9
35.565
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25.07.2020 2.392
 
2.

Der Weg war weit. Sehr weit. Za´Tesh hatte viel Abstand zu sich und dem Fürstentum Reach schaffen wollen. Nicht, dass er in anderen Umgebungen immer beliebter war, doch er hatte sich dort bisher besser durchschlagen können. Nichts trieb ihn in die Nähe von Maven. Er war auch immer davon ausgegangen, dass er, nicht einmal, wenn sein Leben davon abhing, sich dieser Stadt wieder annähern wurde. Doch jetzt war er hier. Er lief hinter dieser eigenartigen Echse her, den langen Weg zwischen den Bäumen entlang und zweifelte an seiner Entscheidung. Vielleicht wollte er ihn Maven auf den Präsentierteller ausliefern. Vielleicht war er besser beraten, den Argonier nun zu attackieren und dann die Flucht zu ergreifen, doch er wusste, dass er keine Chance hatte. Er wusste nicht, ob die Assassine ihn töten würde oder nur stark vergiften um ihn dann zur seiner Hinrichtung zu bringen. Za´Tesh wusste generell nicht, was nun die beste Entscheidung war. Er würde sich etwas einfallen lassen müssen, bevor es keinen Ausweg mehr geben würde. Doch Rifton kam näher und näher. Und sein Blick glitt nervös am Boden entlang, wann immer ihnen jemand entgegen kam. Zunächst waren das nicht viele. Nur ab und an freie Händler, welche auf Pferden saßen, die an ihnen vorbei trabten oder diese am Geschirr führten. Sie blickten ihnen kurz entgegen, doch wandten sich dann ihren eigenen Angelegenheiten zu. Irgendwann blieb Za´Tesh einfach stehen. Er konnte in ferne schon den Weg mit den angereihten Bäumen erkennen.
„Warum geht Ihr nicht weiter“, auch der Argonier stoppte, doch er drehte sich nicht um.
Za´Tesh starrte auf seinen Rücken, auf den schwarzen Umhang, der das Sonnenlicht einfing.
„Ich kann nicht näher“, antwortete Za´Tesh, „Ich kann nicht näher an Rifton heran. Selbst die Wachen werden mich umbringen, wenn sie mich sichten.“
„Oh ihr Götter, was müsst Ihr nur angestellt haben“, nun drehte sich der Argonier doch zu ihm herum.
„Ihr wusstet das“, antwortete Za´Tesh stumpf, „Ihr wusstet, dass ich mich Rifton nicht weiter als notwendig nähere. Und wie soll Euer Plan nun aussehen? Ich kann die Stadt unter keinen Umständen betreten. Es sei denn Ihr wollt Verwendung für meinen aufgespießten Kopf finden.“
„Nein, würde ich das tun, hätte ich das schon selbst erledigt“, ein ungewollter Schauer durchfuhr den Khajiit, als er den Argonier das Sagen hörte. Dabei hatte das Gift doch schon aufgehört zu wirken. Hatte es das überhaupt? Wo blieb sein Beweis dafür? Vielleicht lag es doch an seinem Alter, denn seine Gedanken verbohrten sich in seltsame, paranoide Kreise. Er war schon oft in die seltsamsten Lagen geraten und hatte die seltsamsten Aufträge erledigen müssen. Was sollte dieses mal anders sein? War es die Stadt? Ihre Umrisse waren in weiter Ferne schon zu erkennen. Große Gemäuer, in dunklen Schatten am Horizont. Ein üblicher Anblick für die großen Städte Himmelsrands und dennoch wurde ihm kalt und heiß zugleich, wenn er sie sah.
„Ich brauche jemanden, der jemanden für mich umbringt. Es darf nichts auf mich zurück zu führen sein.“
Immer noch verstand Za´Tesh den Sinn dahinter nicht ganz, warum er jemanden für einen Meuchelmörder umbringen sollte. Es kam ihm seltsam vor. Oder er hatte sich die dunkle Bruderschaft doch ganz anders vorgestellt?
„Ihr wollt es Euch mit Maven Schwarzdorn nicht verscherzen?“, fragte Za´Tesh schließlich. Er konnte zumindest nachvollziehen, dass das ein ernster Beweggrund für die seltsamen Gedankengänge des Assassinen sein könnte, dennoch lag Sarkasmus in seiner Stimme. Konnte er ihn eigentlich dazu beauftragen, sie umzubringen? Doch sicherlich würde seine Gilde nicht darüber erfreut sein, dass ihr größter Auftragsgeber starb und mit dem Sterben einer so mächtigen Person auch noch das Augenmerk auf ihnen liegen würde. Ihre Meuchelmörderschaft in Himmelsrand war im Gegenzug zu der in Morrorwind nicht legal. Immer noch bewegte sich die dunkle Bruderschaft in der eigentlich illegalen Zone. Andererseits wäre das Aufatmen nach Mavens Tod vielleicht so groß, dass sich niemand mehr um den Tod dieses fehlgeleitenden Weibs sorgen würde...
„Ich kann diese Aufgabe nicht selbst erfüllen, weil ich nicht gegen den Kodex meiner Gilde verstoßen kann. Ich kann nicht umbringen, wen ich will. Wenn so ein Mord ohne Auftraggeber auf mich zurückzuführen ist, wenn auch nur innerhalb der Gilde, werde ich Probleme bekommen. Vorallem, wenn es in Rifton geschieht. Und ja, Maven wird auch nicht begeistert sein. Sie bleibt auf den Laufendem bei den Geschehnissen der Gilde.“
Nun, das leuchtete wohl doch ein. Doch wozu dieser Aufwand?
„Hört, Himmelsrand hat viele schöne Töchter. Lohnt sich dieses Risiko?“
Immerhin, der Argonier war ein freier Mann. Und ein sicherlich machtvoller. Er konnte in jede Stadt spazieren, jede Taverne besuchen und dort schöne Frauen kennenlernen. Warum eine Konkurrenz für eine einzige Frau ermorden? Mit dem Gedanken, dass das eigene Leben davon abhängen könnte, sowie der Status der Gilde, wenn dieser auffallen würde.
„Sie ist die schönste Frau in ganz Himmelsrand mein Freund. Ich habe noch nie ein solch entzückendes Wesen gesehen.“
Za´Tesh verschränkte die Arme vor der Brust.
„Wenn Ihr Euer siffiges Versteck öfters verlassen und Himmelsrand besser erkunden würdet, bin ich mir sicher, dass Ihr Eure Meinung schnell ändern würdet. Ich habe viele schöne Frauen gesehen und ich war jedes Mal davon überzeugt, dass es die Schönste ist. Doch dann wurde ich jedes Mal eines besseren belehrt. Es gibt immer Frauen die noch schöner sind und vielleicht sogar einfacher, den Umständen entsprechend, zu haben.“
„Da irrt Ihr Euch“, zischte die Assassine und Za´Tesh hatte für einen Moment Sorge, dass er etwas gesagt hatte, was seinen Gegenüber wütend machte.
Schnell wollte der Khajiit vom Thema ablenken. Außerdem interessierte es ihn nun schon, wer diese Frau war, für die der Argonier solch ein Risiko eingehen wollte. Immerhin kannte Za´Tesh viele Leute aus Rifton.
„Wo habt Ihr Euch kennengelernt? Ihr redet doch etwa nicht von Maven höchstselbst?“
Da war sich Za´Tesh nämlich sicher, dass es keine hässlichere Person in ganz Himmelsrand gab. Wahrscheinlich war ihm gar ein halbverwester Draugr eine freundlicherer Gesellschaft.
„Nein, nein...Ich habe Sie im Bienenstich zum ersten Mal getroffen“, da spitzte Za´Tesh die Ohren, als er dem Argonier zuhörte.
„Ist sie oft da?“
„Natürlich.“
Erst überlegte der Khajiit, dann sprach er seinen Gedanken doch noch spontan aus.
„Handelt es sich bei dieser Frau um...Saphir?“
Er könnte ihr nicht mehr unter die Augen treten und ohnehin keines Falls in irgendeiner Form mit der Diebesgilde erneut involviert werden. Doch der Argonier verzog, fast schon angewidert, das Gesicht. Er hatte noch nie soviel Mimik in einem argonischem Gesicht gesehen und ihm wurde wieder klar, warum man von humanoiden Tierrassen sprach, zur welcher er ja nun auch gehörte. Sicherlich sah die, dem Menschen zugeschriebende Gesichtsmimik, in Katzengesichtern aber immer noch natürlicher aus, als in dem Gesicht einer Echse, die ja sonst für ihre Starrheit bekannt waren.
„Nein, wo denkt Ihr hin?“, der Argonier schüttelte den Kopf, „Ich spreche von Keerava. Sie betreibt die Taverne.“
Ah, das hätte Za´Tesh sich eigentlich denken können. Es kam ihm ohnehin so vor, als würden Argonier mehr als jede andere Rasse, lieber unter sich bleiben. Vielleicht standen Schuppen, Kiemen und Hörner auch bei den anderen Arten nicht so hoch im Kurs.
„Bei dieser Konkurrenz handelt es sich dann um...“, für einen Moment musste der Kater noch einmal überlegen, bevor ihm der Name wieder ein fiel, „Talen-Jei, wenn ich den Namen recht entsinnen kann.“
„Gut kombiniert“, gab der Argonier wieder.
Der Kahjiit zuckte mit den Schultern, „Das trifft sich ohnehin gut. Am Anfang meiner Diebeskarriere musste ich mich mit Keerava anlegen, da sie ihre Schulden an uns nicht bezahlen wollte. Talen-Jei hat sich eingemischt und ich habe ihn etwas...Druck gemacht. Direkten Druck. Seither stehen wir nicht sehr gut miteinander.“
Tatsächlich hatte die Echse ihm nie verziehen, bis heute nicht. Wahrscheinlich war er über seinen Rausschmiss hoch erfreut. Von daher war es dem Kater nicht unrecht, ihn umzubringen, auch wenn er dies nicht zwingend von sich aus getan hätte. Nun denn eine starke Sympathie empfand er zu Talen-Jei nicht. Zumal er einmal Raufbolde auf ihn anlegte, nachdem er aus der Taverne, bei der Gelegenheit, noch etwas mitgehen lassen hatte. Dies tat er gar ein paar Male. Er hatte also noch eine Rechnung mit ihm offen. Wenn, dann sollte der Argonier sich gefälligerweise selbst mit ihm anlegen.
„Na dann, passt ja alles perfekt zusammen“, jedes „s“ glitt zischend aus dem Mund des Argoniers, bevor er sich wieder umdrehte, um weiter zu gehen.
„Wartet“, rief der Khajiit und brachte die Echse erneut zum Stehen.
„Ich kann immer noch nicht weiter!“, hatte die Assasine das schon wieder vergessen?
Der Argonier hatte ihm zwar wieder den Rücken zugedreht, doch er glaubte dennoch klar sehen zu können, dass er die Augen verdrehte.
„Nun gut. Ich werde Talen-Jei zu euch locken. Vertraut mir einfach. Ihr werdet ihn im Schutz der Dunkelheit töten, wie ein wahrer Meuchelmörder. Es gibt eine Höhle, nicht sehr weit von hier. Ich habe schon eine Idee, wie ich ihn dort her locken kann. Brecht dorthin auf, sobald es anfängt zu dämmern. Versteckt euch hinter den Felsen. Schärft eure Pfeile.“
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Es war schon eine Ewigkeit her, als er das letzte Mal hier war. Zwar waren es nur einige Monate gewesen und dennoch kam es ihm wie eine Ewigkeit vor. In dieser Zeit war zuviel passiert. Soviel, dass Airon es selbst kaum hatte verarbeiten können. Seit er in Himmelsrand angekommen war, jagte ein Ereignis das nächste. Und nun führte er sein Pferd zu den Ställen Riftons, um dort einer brenzligen Aufgabe nachzugehen. Der Dunmer führte sein schwarzes Tier neben sich her. An seinem Körper trug er die schwere Rüstung, welche jeden seiner Schritte Geräuschvoll begleitete. Sein kurzes, schwarzes Haar hatte er zurückgekämmt und seine roten Augen musterten die Umgebung, als er schließlich Hofgrir entdeckte. Der alte Nordmann hatte ihn ebenso bereits erblickt und rief aus der Ferne schon bereits seinen Namen. Neben seinem Haus befanden sich die Ställe Riftons, in welchen einige Pferde ungedulig schnaupften. Airon schenkte ihm ein Lächeln und hob zur Begrüßung eine Hand.
„Airon! Schön Euch zu sehen. Lang ist es her“, der Mann trat näher von der Treppe seines Hauses herunter, hinüber zu den jungen Dunkelelf, welcher sich nun mit seinem Pferd näherte.
„Hallo Hofgrir“, sagte Airon, als er mit seinem Tier zum Stehen kam.
„Sagt, was verschlägt Euch hier her?“, der alte Nord trug ein breites Grinsen im Gesicht. Sein Bart machte einen zotteligen Eindruck und auch die Kleidung an seinem Körper sprach nicht von großem Reichtum. Dabei ging es vielen Bewohnern Riftons deutlich schlechter als ihm. Die Stadt war von Armut geprägt, auch wenn es sicherlich einige Reiche gab. Recht viele sogar. Die Schere spaltete sich, wie sonst kaum irgendwo. Dabei prägten Korruption, unzuverlässige Wachen und die Diebesgilde die Stadt. Es war sicherlich ein oft hässlicher Ort. Airon war nur einmal über mehrere Tage hier gewesen und hatte dennoch viel gesehen. So viele Bettler und ein Waisenhaus, welches von einer skurrilen, alten Frau geleitet wurde. Erst vor kurzem wurde sie plötzlich ermordet. Anscheinend schien niemand wirklich ernsthaft zu ermitteln. Die Leiterin des Heimes war nicht wirklich beliebt gewesen, weder bei den Kindern noch sonst wo. Sie war eine grausame Frau gewesen. Dennoch war lag es so gut wie auf der Hand, dass die dunkle Bruderschaft in der Stadt ihr Unwesen trieb. Airon war sich sehr sicher, dass sie etwas mit den Mord zu tun hatte und die Stadt mit dieser Organisation kooperierte. Vielleicht fanden deshalb keine weiteren Ermittlungen statt? So oder so, es war besser, sich von Rifton fernzuhalten. Hofgrir hielt sein Job hier. Er verdiente sein Geld mit ehrlicher Arbeit, indem er Pferde verkaufte und gegen Geld Reisenden einen Unterschlupf für ihr Pferd anbot. Doch für Airon bot er diesen Unterstand inzwischen umsonst, nur, weil er ihn einmal einen Gefallen getan und sich auf seine Herausforderung zur Prügelei eingelassen hatte. Anscheinend vermisste Hofgrir seine Zeit als Abenteurer und seine Kämpfe gegen verschiedene Gegner in ganz Himmelsrand. Vielleicht möchte er Airon deshalb, weil er ein stetig Reisender war.
„Ich habe etwas dringendes zu erledigen“, erklärte Airon, nur konnte er ihm nicht zu viel sagen. Seine Mission hier sollte eigentlich streng geheim bleiben und würde schnellst möglich im Schutz der anfangenden Dämmerung beginnen.
„Wenn ich Euch behilflich sein kann, sagt mir gern bescheid“, antwortete Hofgrir, deutete dann aber auf einen freien Stall, „Lasst Euer Pferd so lang hier, wie Ihr wollt.“
Dankbar lächelte Airon und nickte höflich, für die Unterschlupfmöglichkeit seines Pferdes und dafür, dass Hofgrir keine weiteren Fragen stellte. Doch der Nord war zu weise und erfahren, um nicht zu bemerken, dass weitere Fragen unangebracht wären. Airon stellte sein Pferd unter das Holzdach des Stalles, wo die Stute ihre weiße Mähne ausschüttelte. Junge Hunde, welche nachts den Stall bewachten, bellten fröhlich und aufgeregt, rannten im Kreis hin und her.
„Ich beeile mich“, gab Airon leise von sich und klopfte seinem Pferd auf den Hals. Das Tier hob dabei den Kopf und wieherte laut, als hätte sie ihn verstanden.
Dann machte Airon sich schon auf den Weg, trat durch das große Tor, das für ihn von einem der Wachen geöffnet wurde. Er glaubte, dass sie ihn unter dem Helm merkwürdige Blicke zu warfen. Airon ignorierte sie und trat ein, in die Stadt der Lügen und des Verrates.

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Hemlöle,

erst einmal ein kürzeres Kapitel, um wieder rein zu kommen. Leider durfte ich(Corona sei dank) bis heute hin jeden Tag durcharbeiten, da die Schule geschlossen wurde und somit aus der Ausbildung erst einmal wegfiel. Gut, jetzt hatte ich drei Wochen Urlaub(der ab Montag schon wieder um sein wird), dennoch blieb ich irgendwie unmotiviert, auch, da ich den Stoff, den wir sonst in der Schule gemacht hätten, neben der Arbeit und jetzt in meiner Freizeit, selbst lernen durfte/darf("Keine Sorge, sind nur 17 Seiten, neben den anderen 20 Seiten und den Nebenaufgaben aus den anderen Fächern und der Stoff, der in der Klausur vorkommen wird, die wir direkt am ersten Schultag schreiben werden, ", sagte er...nicht genauso, aber prinzipiell war es so...).
Aber genug mit den Ausreden, ich war einfach faul. Ich hoffe neue Kapitel werden demnächst schneller kommen.
Wir haben auch gleich einen neuen Chara etwas näher kennengelernt, der tatsächlich auch mein Hauptchara in Skyrim war, den ich hauptsächlich gespielt habe: und zwar den guten Airon. Was er in Rifton vorhat, kann sich vielleicht der ein oder andere schon denken.
Auch würde ich mich über Reviews freuen, weil nur so kann ich meinen Schreibstil verbessern.

Das wars dann erst einmal mit dem langen Nachwort!

Bis denne!

Smile.
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