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Spielsucht

von Skillz
GeschichteSuspense, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Han / Han Jisung Lee Felix Seo Changbin
15.04.2020
20.12.2020
49
124.501
16
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22.11.2020 2.834
 
,,Lix, was machst du denn hier?” Jisung freut sich offensichtlich über den Besuch. ,,Ich hoffe, du hast ihn nicht genervt.” Mahnend sieht er seinen großen Bruder an, der noch immer ziemlich verlegen ist.

Der sagt nichts und widmet sich wieder seinen Unterlagen.

,,Komm, lass uns hoch gehen.”

Felix folgt Jisung die Treppen hinauf und fiebert währenddessen darüber, was er nun zum anderen sagen soll. Wo soll er anfangen? Es gibt doch keinen Durchblick mehr bei all dem Durcheinander.

Sie betreten Jisungs Zimmer und hocken sich - wie so oft - auf das Bett.

,,Also, wo brennt’s?”, fragt Jisung und sieht ihn abwartend an.

,,Du … Du warst bei Changbin und Chan?”

,,Jep. Wir haben noch die letzten Parts aufgenommen und jetzt mischt Chan das Ganze ab” erläutert Jisung und neigt den Kopf zur Seite. Er merkt natürlich ganz genau, dass Felix unwohl ist. Daher übernimmt er vorerst das Ruder in der Konversation: ,,Hey, falls es um ihn und Woojin geht …”

Felix nickt. Ja. Doch. Genau darum geht es. Er ist so froh, dass er es nicht selbst aussprechen muss.

Langsam nickt Jisung und seufzt anschließend laut. ,,Weißt du, heute Morgen, bevor wir uns bei Woojin getroffen haben, wollte Chan mich sehen”, erzählt er, was Felix aufhorchen lässt. Nun zögert Jisung. Er wirkt weder verletzt noch verzweifelt. Eher … peinlich berührt? Ist es das?

,,Und er hat sich bei mir entschuldigt. Er meinte, dass wir nicht als Paar zusammenpassen, sondern viel besser als Freunde harmonieren.”

Überrascht blinzelt Felix und muss fast erleichtert aufatmen. Er hätte Chan so einschätzen müssen. Der Ältere geht immer Probleme direkt an und vertuscht sie nicht. Selbstverständlich ist er so erwachsen und klärt alles auf, bevor jemand verletzt werden kann.

,,Es ist lustig, dass er es angesprochen hat”, fährt Jisung fort, ,,Weil ich seit einer Weile auch so empfinde.”

Das wiederum lässt Felix fast die Kinnlade herunterklappen. ,,Im Ernst?!”, entkommt es ihm. Warum zur Hölle hat er nichts davon gemerkt? Offensichtlich ist er über die Zeit taub und blind geworden, oder wieso kann sein bester Freund all diese Dinge mit Bravour vor ihm verbergen?

,,Ja.” Jisung lacht leise auf. ,,Seit ich dich geküsst habe, ist mir bewusst geworden, dass ich Chan auch nahe sein will, weil er mir viel bedeutet. So wie ich dir nahe sein will. Aber das heißt nicht zwingend, dass wir zusammen sein müssen.” Er überlegt kurz. ,,Es ist etwas anderes als Freundschaft, aber keine Romanze, verstehst du? Da ist etwas Besonderes zwischen uns, aber dafür müssen wir uns nicht küssen und Händchenhalten. Das passt nicht zu uns.”

Das leuchtet Felix erschreckend schnell ein. Es klingt ziemlich logisch und wirr, was sich absolut widerspricht. Aber er hat schon immer das Empfinden gehabt, dass Jisung in Wahrheit etwas zwiegespalten wegen seiner Gefühle ist. Wenn man etwas Großes empfindet, stempelt man es schnell als Verliebtheit ab, obwohl es auch etwas ganz anderes sein kann. Es gibt nicht nur die Schubladen Freundschaft und Romanze.

Jisung zögert. ,,Ich weiß nicht, ob ich dir etwas sagen darf, aber nachdem was heute beim Abschied passiert ist, spielt es wahrscheinlich sowieso keine große Rolle.” Er wird etwas rot und räuspert sich. ,,Chan hat mir dann außerdem gestanden, dass …” Erneut räuspert er sich und wird rot, während er nervös auf seiner Unterlippe kaut. Nebenbei fummelt er mit dem Bettlaken. ,,... dass er gestern bei der Abschiedsparty mit Woojin geschlafen hat.” Er muss nun seine Peinlichkeit weglachen und Felix ist einmal mehr überrascht, dass Chan nichts ausgespart, sondern mit offenen Karten gespielt hat. Sehr offenen Karten.

Er muss schon zugeben: Chan ist verdammt nochmal mutig.

,,Und das ist okay für dich?”, hakt er vorsichtig nach.

Jisung lacht. ,,Ich habe ihm danach gestanden, dass wir Zwei miteinander rumgemacht haben.”

Felix schlägt sich die Hand an die Stirn und stöhnt genervt auf. Wie soll er Chan jemals wieder in die Augen sehen können? Wirklich sauer ist er nicht, aber dennoch fragt er sich einmal mehr, wieso Jisung so ein kleines Plappermaul sein muss. ,,Du-”

,,Hey hey!”, wehrt Jisung ab und hebt die Hände, ,,Ich habe es getan, damit er sich nicht so schlecht fühlt. Ich wollte ihm klarmachen, dass es keinerlei Betrug war. Wir waren ja nie zusammen.” Er verschränkt die Finger ineinander und atmet lange aus. ,,Er hat nach Gefühl gehandelt und scheinbar diesen besonderen Moment mit jemandem geteilt, der ihm sehr wichtig ist. So etwas kann ich ihm nicht wegnehmen oder schlechtreden.” Langsam senkt er den Kopf und lächelt etwas bitter. ,,Ich meine, es tut ein bisschen weh, aber das kommt mit dem ganzen Gefühlschaos. Chan ist auch verletzt wegen vieler Dinge. Ich kann niemandem die Schuld geben.” Er zuckt leicht mit den Schultern. ,,Manchmal hat man einfach Pech und es wird seltsam. Aber ich glaube daran, dass das, was Chan und ich haben, stark genug ist, um das zu überwinden.”

Perplex schüttelt Felix den Kopf. ,,Jisung, du bist der Beste.” Er umarmt seinen Gegenüber und schaukelt ihn in seinen Armen, ehe er durch sein Haar streicht. ,,Ich bin so stolz auf dich. Ich glaube, das war deine erste, richtige Erwachsenen-Entscheidung.”

Jisung lacht. ,,Ja, übel, oder? Ich bin jetzt richtig krass!”

Daraufhin boxt Felix ihn und grinst. ,,Ja, du bist krass.” Er lehnt sich zurück und schaut ihn an. ,,Also keine Romanzen? Obwohl du sogar mit Minho getanzt hast?”

Jisung rollt mit den Augen. ,,Ich konzentriere mich vorerst auf die Musik. Das ist zur Sicherheit von allen.” Er stupst mit der Nase gegen die von Felix. ,,Auch wenn ich die ganzen Erfahrungen schön fand.”

Felix schmunzelt, ehe seine Miene etwas ernst wird. Wenn sie schon bei dieser kleinen Geständnis-Runde sind, dann kann er sie auch ordentlich beenden. ,,Ich muss dir auch etwas erzählen.”

Aufmerksam sowie gespannt sieht Jisung ihn an.

Also beginnt Felix etwas weiter vorne an. Nicht ganz vorne. Er will nicht zugeben müssen, dass er Chan und Woojin mehr oder weniger bespannert hat (immerhin weiß Jisung ohnehin, was zwischen den beiden vorgefallen ist). Daher beginnt er ab da, wo er wieder nach unten ins Wohnzimmer gelaufen ist, bevor er nach draußen wollte, um sich von dem ganzen Stress zu erholen. Stress definiert er nicht genau, aber das muss er auch gar nicht, weil er gleich zu dem Teil übergeht, in dem Changbin sich zu ihm gesellt hat.

,,Er hat ganz viel philosophisches Zeug gelabert”, setzt Felix seine Erzählung fort, ,,Und wir haben dann über Songtexte, Einsamkeit und Liebe geredet.”

,,Deep”, kommentiert Jisung und wartet gespannt ab.

,,Und dann wollte ich mit ihm über diesen Valentinstag sprechen. Ich dachte, es ginge mir dann besser, aber dann-”

,,Oh mein Gott, er HAT DICH GEKÜSST!” Gegen Ende kreischt Jisung schon fast die Worte.

Felix presst die Hand auf seinen Mund. ,,Keinen Grund, das durch die Gegend zu brüllen!” Er seufzt schwer.

,,Und dann? Und dann?”, drängt Jisung ihn.

,,Ich hab’ zurückgeküsst”, gesteht Felix kleinlaut.

Jisung ist mittlerweile ein enthusiastischer Flummi und kann sich quasi überhaupt nicht mehr beruhigen. Aufgeregt schüttelt er Felix’ Schultern. ,,Kann er gut küssen?”

,,Was? Ja … Nein, keine Ahnung. Das spielt ja auch keine Rolle.” Felix sieht ihn etwas verwirrt an und versucht, seine Gedanken zu sammeln. ,,Ich habe jedenfalls Panik geschoben und bin abgehauen.” Die Jacke hat er bisher auch noch nicht zurück gegeben.

Als hätte Jisung den Glauben an alle guten Geister verloren, schlägt er beide Arme über den Kopf. ,,Bist du völlig von Sinnen, mein Freund?” Die Art, wie er diese Aussage von sich gibt, lässt Felix lachen, was wiederum eher verzweifelt klingt.

,,Was hätte ich tun sollen?”

,,Keine Ahnung, aber ihm vor den Kopf zu stoßen, war jedenfalls nicht die ultimative Lösung.”

,,Danke, Captain Obvious.” Felix lässt sich mit dem Rücken auf die Matratze sinken und schließt die Augen.

Jisung wirft sich neben ihn und legt einen Arm über seinen Bauch. ,,Du bist noch immer so unfassbar verknallt in ihn."

Schweigen. Felix kann nicht argumentieren, wenn er nichts Kluges sagen kann. Deswegen bleibt er still. Er fragt sich ja schon die ganze Zeit, ob er noch so für Changbin empfindet.
Ach verdammt, wieso muss alles so kompliziert sein?

,,Ich glaube, ich will nicht nochmal so verletzt werden", gibt er nach einer Weile zu, ,,Das mit Sungjin kann ich nicht so schnell unter den Teppich kehren."

,,Sungjin hat dich angelogen und ausgenutzt. Aber Changbin war immer da." Jisung setzt sich auf. ,,Wenn es ihm nur um dein Aussehen ginge, hätte er längst aufgegeben."

Das leuchtet Felix ein. Aber aus dem Nichts kann er auch nicht wieder sein Vertrauen anknipsen. Ja, er fühlt sich sicher bei Changbin und ja, er mag es, bei ihm zu sein. Allerdings reicht es trotzdem nicht, um sich völlig fallenzulassen. Er hat keine Lust mehr, dieser naive Junge zu sein, den man spielend leicht austrickst. Vielleicht manipuliert er deswegen gerne. Um die Kontrolle zurück zu erobern, die er damals verloren hat.

Auf einmal erinnert er sich daran, dass Changbin zum Lasertech gekommen ist, als er mit Sungjin auf einem Date war.

Und dann flimmert die Szene, wie er ihn aus dem Labyrinth holt, wieder auf.

Schließlich der Moment, in dem er sich geweigert hat, Felix zu küssen, um es langsam angehen zu lassen.

Hunderte Augenblicke, egal wie klein, kommen Felix wieder in den Sinn. Und ja, er muss zugeben: Changbin ist immer da gewesen. Voller Geduld. Voller Verständnis. Voller Fürsorglichkeit.

Felix hat es überhaupt nicht verdient, nachdem er ihn immer und immer wieder von sich stößt. Eigentlich will er es nicht, aber alles in ihm schreit, sich von Liebe fernzuhalten. Im Endeffekt ist er so gut im Lügen, dass er sich mittlerweile schon selbst täuscht.

Möglicherweise redet er sich nun auch all diese Gefühle ein.

Sein ursprünglicher Plan ist es immerhin gewesen, Changbin zu ,,verführen”, nur um ihn schlecht da stehen zu lassen. Felix wurde schon von Sungjin verletzt - natürlich würden sofort alle glauben, dass man ihm mal wieder etwas Böses antut.

Und wenn er sich jetzt genau dank dieser Treffen frisch verliebt hat? Dann wäre das die größte Ironie des Jahrhunderts. Gott, er ist wirklich bescheuert.

,,Ich kann sehen, wie es in deinem Köpfchen rattert.” Leise kichert Jisung und wuschelt Felix durch die Haare. ,,Ich will dich nicht drängen, aber Changbin ist ein guter Mensch. Wirklich. Ich arbeite mit ihm seit Jahren.”

,,Und trotzdem konntest du nie herausfinden, ob er auf jemanden steht”, murrt Felix.

,,Das ist auch nicht meine Angelegenheit. Changbin ist ein bisschen schweigsam, was das angeht, aber wenn man mal den Stein ins Rollen bringt, dann erzählt er dir die schönsten Geschichten.” Um seine Aussage zu unterstreichen, malt Jisung einen unsichtbaren Regenbogen in die Luft und blickt hinauf zur Decke, um die Geste dramatischer zu gestalten.

,,Ja, das mochte ich immer an ihm”, gibt Felix zu, ,,Er ist ein bisschen mysteriös. Man denkt, er ist er ein wenig stumpf, aber eigentlich ist er sehr nachdenklich. Poetisch.” Er seufzt schwer und vergräbt das Gesicht im Laken.

,,Ich muss mich korrigieren: Du bist nicht verknallt. Du bist sowas von verliebt”, neckt Jisung ihn sanft und legt sich auf ihn.

Daraufhin schubst Felix ihn von sich herunter und sie raufen sich ein wenig. Aber auch währenddessen kann Felix kaum seine Gedanken an Changbin verscheuchen.





In der Schule nimmt alles seinen gewöhnlichen Gang. Zumindest fast.

Dass Woojin nicht mehr da ist, macht sich schneller bemerkbar als gedacht. Schon dass Minho und Chan alleine in der Cafeteria stehen, sobald Mittagspause ist, wirkt so … fremd.

Leer. Seltsam.

Die beiden unterhalten sich dennoch gut gelaunt miteinander und winken den anderen zu.

Felix schafft es noch, Changbin zu erwischen und zieht ihn zur Seite. ,,Hyung.”

Etwas überrascht sieht Changbin ihn an und lächelt dann. ,,Hi.”

Verlegen reicht Felix ihm seine Lederjacke. ,,Die habe ich ja mit nach Hause genommen. Ich hoffe, du hast nicht allzu sehr gefroren.”

,,Schon okay.” Changbin nimmt die Jacke entgegen und betrachtet sie nachdenklich. ,,Und dir geht's gut?”

Leicht nickt Felix und atmet tief durch. Er spielt am Saum seines Shirts und schluckt schwer.

Es ist mittlerweile selten, dass man ihn so in Verlegenheit bringen kann, daher genießt Changbin den Anblick ein klein wenig.

,,Hör zu, es tut mir leid”, beginnt Felix langsam, ,,Ich wollte nicht … Also ich …”

,,Du musst dich nicht entschuldigen”, meint Changbin und winkt ab, ,,Entspann dich.” Er nimmt Felix’ Hand und lächelt ihn etwas traurig an. ,,Ich weiß, dass du durcheinander bist. Aber ich warte trotzdem.” Er zögert und muss schließlich doch schmunzeln. ,,Weil wir beide sehr gut zusammen passen, Lee Felix. Auch wenn du es noch nicht ganz siehst.”

Felix wird rot und kann ein Lächeln nicht unterdrücken. Die Last fällt nahezu augenblicklich von seinen Schultern und er kann ein wenig aufatmen. Zögerlich lehnt er sich nach vorne und legt die Arme um Changbin, ehe er ihn in dicht an sich zieht. ,,Danke, dass du mir von den Straßenlaternen und dir erzählt hast”, flüstert er und löst sich anschließend von ihm.

Changbin hält locker seine Taille und schaut ihn mit offenen Augen an. ,,Felix, ich-”
Er wird unterbrochen, als ihn jemand ruft. Leicht zuckt er zusammen und schaut hinüber zu Chanmi, die ihm zuwinkt.

,,Ah, das Projekt. Bald ist Abgabe und wir müssen noch einiges besprechen.” Changbin seufzt. ,,Danke übrigens für deine Hilfe. Die Entwürfe sind großartig geworden.”

,,Freut mich, dass sie dir gefallen”, erwidert Felix und grinst ihn an. In diesem kurzen Augenblick wirkt er mehr denn je wie sein altes Ich. Strahlend - wie ein kleiner Sonnenschein. Er ist wunderschön und niedlich, sodass es Changbin kurzzeitig den Atem verschlägt.

,,Gut, dann lade ich dich zum Essen ein. Als Dankeschön”, beschließt Changbin, ,,Keine Widerworte, Sonnenschein.” Er winkt ihm und joggt hinüber zu Chanmi.

Natürlich kocht die Eifersucht noch immer in Felix, aber er kann sich zurückhalten. Changbin hat häufig genug gezeigt, dass er kein Interesse an ihr hat. Darauf verlässt er sich. Es ist nur ein kleiner Schritt im Punkt Vertrauen, aber zumindest ist es ein Anfang.

Felix will sich gerade zu seinen Freunden gesellen, als ihm Yuna entgegen kommt.

Sie lächelt ihn breit an und bleibt vor ihm stehen. ,,Hey!”

Perplex erwidert Felix die Begrüßung.

,,Ich wollte mich nur nochmal bei dir bedanken. Ich habe die Rolle bekommen!”, freut sie sich und hüpft etwas aufgeregt, ,,Ohne dich hätte das niemals geklappt.”

Erleichtert sieht Felix sie an. ,,Ich bin froh, dass du die Rolle hast. Gratuliere.” Er schaut sich um und hält Ausschau nach Heeyeon, aber er kann sie nirgendwo sehen. Vielleicht besser so.

,,Heeyeon ist komplett ausgerastet.” Yuna lacht und gibt Felix ein Highfive. ,,Felix, du bist einfach so verdammt cool. Wir müssen wirklich mal alle was miteinander unternehmen.”

,,Das klingt super”, bestätigt Felix, ,,Ich richte es den anderen aus.” Ein Gefühl der Zufriedenheit breitet sich in ihm aus. Er hat nämlich Heeyeon eins auswischen können, ohne dass er großartig etwas selbst hat tun müssen. In dem Moment beschließt er, dass Yuna auf seiner Symapthie-Liste um einige Punkte höher gerückt werden muss.

In der Cafeteria holt er sich erst einmal eine Packung Saft, bevor er sich nun endlich zu seiner Gruppe stellen kann.

,,Ich habe so was von keine Lust auf nächste Woche”, beschwert sich Minho, ,,Dieses ganze Präventionsding gab es schon hundertmal und trotzdem kiffen und rauchen die Schüler noch genauso wie davor! Nie passiert etwas Spannendes. Der Rektor steht nur ewig vorne und labert. Dann kommt eine andere Person und labert. Blablabla …”

,,Am meisten nerven mich ja die Schülerbeiträge”, meint Seungmin, ,,Wenn sich dann Schüler nach vorne stellen und einem eine Predigt halten, obwohl sie selbst jedes Wochenende feiern gehen.”

,,Nur weil du ein kleiner Spießer bist”, ärgert Jeongin ihn, woraufhin Seungmin und er sich ein wenig kabbeln.

Felix will gerade ansetzen, etwas zu sagen, als jemand an ihm vorbeikommt und ,,Schlampe” hustet.

,,Wie war das?!”, fragt Jisung und ist sogleich auf Krawall gebürstet.

,,Lass ihn”, meint Felix und hält ihn am Ärmel fest, ,,Der Typ hat wohl nichts Besseres zu tun. Er ist’s nicht wert.”

Jisung sieht trotzdem so aus als würde er ihm einen Schuh hinterher werfen wollen. ,,Meine Güte, nur wegen eines Knutschflecks.”

,,Dessen Existenz mich nach wie vor gewundert hat”, mischt sich Hyunjin ein, ,,Na komm schon.” Er sieht Felix flehentlich an. ,,Wir sind doch so gute Freunde.”

Amüsiert rollt Felix mit den Augen. ,,Ich frage dich ja auch nicht, was du mit so mit Seungmin treibst.”

,,Mit der prüden Zimtzicke lässt sich ohnehin nicht viel machen”, setzt Jisung einen obendrauf und weicht sogleich zurück, als Seungmin einen bedrohlichen Schritt nach vorne setzt.

Lachend hält Hyunjin ihn fest und wiegt ihn in seinen Armen. ,,Nicht die Fassung verlieren, mein Schatz”, beruhigt er ihn, ,,Jisung ist nur neidisch, dass er niemanden hat.”


,,Oh, ich habe aber jemanden!”, entgegnet Jisung, ,,Ich habe den allerbestesten Freund der Welt. Küssen kann er übrigens auch ganz toll und wahrscheinlich viel besser als Seungmin.”

Es herrscht Stille in der Gruppe, als ihn alle (Felix miteingeschlossen) angaffen.

,,War nur ein Witz”, wehrt Jisung ab und streckt frech die Zunge heraus.

Daraufhin reden alle ein bisschen erzürnt, aber auch teilweise lachend auf ihn ein, stoßen Proteste aus und ziehen ihn auf.

Auch das ist einer dieser Momente, in denen sich Felix wie zu Hause fühlt.
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