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Spielsucht

von Skillz
GeschichteSuspense, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Han / Han Jisung Lee Felix Seo Changbin
15.04.2020
20.12.2020
49
124.501
16
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
01.11.2020 3.091
 
Normalerweise hat Felix einen Plan. Auf Pläne ist Verlass, auf Menschen nicht.

Dennoch kann er sich nicht genau vorstellen, wie er Changbin ansprechen soll. Verdammt, er weiß nicht einmal, wann er der passende Zeitpunkt ist. Immerhin darf er nicht allzu auffällig sein. Obwohl … wenn Changbin doch so verliebt in ihn ist, sollte er keinen Verdacht schöpfen. Liebe macht bekanntermaßen blind.

In der großen Pause erspäht er Changbin, der gerade mit Ryujin redet. Er ist sich sicher, dass er keine bessere Gelegenheit bekommt, um ihn anzusprechen, daher fasst er Mut und geht auf die beiden zu.

,,Hyung?”

Überrascht schaut ihn Changbin an.

Ryujin grinst und gibt Felix ein High-Five. Sie ist klug, weswegen es nicht lange dauert, bis sie sich mit einem ,,Muss los. Bis später, Binnie!” verabschiedet. Ohne zu zögern lässt sie ihren irritierten Freund stehen. Sobald der jedoch den Rücken zu ihr gekehrt hat, gestikuliert sie wild, um Felix irgendetwas zu bedeuten.

Jedoch kann er kaum erkennen, was ihre Intentionen sind.

,,Was gibt’s?”, fragt Changbin und lehnt sich gegen die Wand. Neugierig sieht er Felix an.

Der wird nun erstaunlich nervös. Vor drei Sekunden hat er noch grobe Sätze in seinem Kopf geformt, um nicht wie ein vollkommener Depp dazustehen. Jetzt ist aber sein Oberstübchen komplett leer.

,,Alles gut?”

,,Ja, klar”, bringt er endlich hervor, ,,Ich hab’ nochmal darüber nachgedacht. Ich würde dir gerne bei deinem Projekt helfen.”

Nun ist Changbin völlig baff. ,,Im Ernst?” Er lächelt breit, bis ihm etwas einfällt. ,,Gestern hat mich Chanmi nochmal gefragt, ob wir das Projekt zusammen machen, aber … naja, du könntest uns ja trotzdem helfen.”

Nein, wenn Chanmi dabei ist, hat Felix ganz sicher keine Lust. ,,Wenn ich helfe, dann helfe ich dir. Ich kenne Chanmi überhaupt nicht”, argumentiert er und verschränkt die Arme, ,,Wenn schon, will ich mit dir alleine sein.”

Dass die Aussage ein bisschen falsch rüberkommt, realisiert er erst, als Changbin anfängt zu schmunzeln. Etwas peinlich berührt tritt er einen halben Schritt zurück. ,,Ich mag es einfach nicht, mit fremden Leuten zusammen zu sein.”

,,Ja, sicher. Das lässt sich organisieren.”

,,Dann morgen bei mir?”

Changbin nickt. ,,Okay, ich schreibe dir nochmal.”

Und das war’s. Felix unterdrückt den Drang, sich umzudrehen und davon zu rennen. Daher bemüht er sich um einen lässigen Gang und ist froh, Jisung zu entdecken. Der steht gerade bei Chaeryeong (seit wann haben die beiden miteinander zu tun?). Trotzdem nimmt er sich das Recht bei ihm aufzukreuzen und für sich zu beanspruchen.

,,Was ist los? Du bist ja ganz rot”, kommentiert Jisung sogleich.

Felix seufzt. ,,Ich … ach, vergiss es.”

,,Ich hab’ dich gerade bei Changbin stehen sehen.”

Verlegen presst Felix die Lippen aufeinander und versucht, auszuweichen.

Neckend stößt Jisung ihm in die Seite. ,,Na los, rede mit mir!”

Felix schaut sich um als hätte er Angst, dass man sie belauschen könnte (und ja, das ist paranoid). ,,Möglicherweise habe ich Changbin angeboten, ihm bei seinem Projekt zu helfen.”

Daraufhin schnappt Jisung nach Luft und grinst breit. ,,Na also! Geht doch.” Er legt den Arm um die Schultern seines besten Freundes. ,,Dann gehen wir später zu mir und schmieden einen Plan.”

Verwirrt sieht Felix ihn an. ,,Einen Plan? Wofür denn?”

,,Na, um ihn zu verführen!”

Nun wird Felix Blick stetig verzweifelter. Worauf hat er sich da nur eingelassen?






,,Letztes Mal, als wir irgendeinen Plan aushecken wollten, ist das ziemlich schief gelaufen”, erinnert Felix Jisung, während er die Früchte in den Mixer steckt. Er braucht Nervennahrung, sonst kann er nicht richtig denken. Überhaupt kommt ihm die ganze Situation unfassbar bizarr vor. Da meidet er Changbin die ganze Zeit und nun geht er in die Offensive.

Aber das gehört alles zu seiner Strategie. Auch wenn die noch nicht vollkommen ausgefeilt ist.

,,Tja, dann wird es eben Zeit für einen neuen Versuch!", beschließt Jisung hoch motiviert, während er zwei Gläser aus dem Schrank holt, ,,Außerdem glaube ich, dass unser Plan gut war. Nur Sungjin hat es versaut." Er verzieht das Gesicht, als er den Namen erwähnt. ,,Hast du Kontakt zu ihm?"

,,Er ruft mich manchmal an, aber … ich kann nicht mit ihm reden." Gegen Ende wird Felix leiser. Ab und an fragt er sich, ob das unwohle Gefühl in ihm Schuld ist. Kann er Schuld empfinden, obwohl Sungjin sich wie das größte Arschloch benommen hat? Scheinbar. Sonst wäre er nicht so verwirrt.

,,Er hat es auch nicht verdient, dass du mit ihm redest", wendet Jisung ein, um ihn aus seinen Gedanken zu reißen, ,,Er hatte mehrere Chancen und sie alle verspielt."

,,Tja, nicht alle Leute können auf dem Spielbrett bleiben." Felix gießt den Smoothie in die Gläser, bevor er aus der Schublade zwei Metall-Strohhalme greift. Sobald er die Getränke dekoriert hat, breitet er die Hände aus. ,,Tada."

,,Lass uns die Smoothies mit auf mein Zimmer nehmen. Dann können wir Aktion ,Changbin' starten!"

Augenrollend folgt Felix ihm nach oben, muss allerdings schmunzeln, weil er Jisungs Enthusiasmus wirklich niedlich findet. So ehrliche Freude zu sehen, tut ihm unbeschreiblich gut.

Sie stellen die Smoothies auf Jisungs Fensterbank ab und machen es sich auf seinem flauschigen Teppich bequem. ,,Also, erst einmal Dekoration. Wie wäre es mit Blumen?"

,,Jisung, ich helfe ihm dabei, eine Rampe zu bauen. Das ist kein Date", stellt Felix klar. Dennoch hält er Jisung nicht davon ab, aufzustehen und Stift sowie Papier zu holen.

,,Papperlapapp. Dann eben keine Deko. Weißt du schon, was du anziehen wirst?"

,,Jogginghose und T-Shirt?"

Strafend sieht Jisung ihn an.

,,Was denn? Ich will nicht overdressed sein", murmelt er und kratzt sich am Kopf. Eigentlich will er möglichst ,,natürlich" sein. Sofern das noch irgendwie ginge. Es sollte egal sein, was er trägt. ,,Ji, das ist absolut lächerlich. Das bringt doch überhaupt nichts", meint er schlussendlich und lehnt sich mit dem Rücken gegen die Seite des Betts.

Daraufhin schmollt Jisung. ,,Hab dich nicht so. Das ist die Chance!"

,,Was für eine Chance? Ich glaube, die ist schon längst verspielt worden." Felix schließt die Augen und legt seinen Kopf auf der Matratze ab. ,,Ich denke, es ist gut, wenn wir überhaupt mal wieder auf diese reguläre Freundschaftsbasis kommen." Irgendetwas an Changbins Präsenz macht Felix ziemlich nervös, daher ist er froh, wenn er das Treffen ohne Peinlichkeiten über die Bühne bringt.

,,Seid ihr morgen allein daheim?"

,,Du weißt, dass meine Eltern ständig am Arbeiten sind. Also ja."

Nachdenklich tippt sich Jisung ans Kinn. ,,Wie sieht's aus mit Verhütung?"

,,Jisung!" Lachend wirft Felix ein Kissen nach ihm. ,,Du bist so komisch."

Empört stemmt Jisung die Hände in die Hüfte. ,,Ich will dich nur vor Problemen schützen!"

Dafür ist es wahrscheinlich schon zu spät, aber das sagt Felix natürlich nicht.

,,Na gut, wenn du nicht über die formalen Dinge sprechen willst …" Jisung legt seinen Block zur Seite. ,,Können wir ja das Küssen üben."

Abwehrend hebt Felix die Schultern. ,,Ich hab' nicht vor, ihn zu küssen." Aber ihm ist bewusst, dass Jisung eine Ausrede sucht. Ob es ihn stört? Er hat keine Ahnung. Die ganzen Gefühle, die sich in ihm anstauen, sind ein einziges Chaos.

,,Man sollte immer gewappnet sein."

Felix schnalzt mit der Zunge. ,,Was ist los mit dir? Hast du mir irgendetwas zu sagen?"

Ertappt lehnt sich Jisung zurück. ,,Oh … ähm …" Er legt die Hand in seinen Nacken.

,,Du stehst doch auf Chan. Ich versteh' nicht, was du von mir willst." Skeptisch schaute Felix seinen Gegenüber an. War irgendwie sein Zwillingsradar kaputt oder wieso fiel es ihm so schwer, Jisungs Gedanken zu lesen?

,,Ja, doch. Ich mag Chan echt gerne", beeilt sich Jisung zu sagen, ,,Es war nur echt nett, dich … zu küssen." Er nuschelt gegen Ende immer mehr, sodass Felix Probleme hat, ihn zu verstehen. Aber er ahnt ohnehin, was Jisung gesagt hat.

Und wie fühlt er sich selbst dabei?

Dass er den Kuss genossen hat, kann er nicht verneinen. Allerdings wäre es auch dumm und naiv, Bestätigung zurückzumelden.

,,Ich glaube, mir hat es gefallen, Chan so zu überraschen. Das war das erste Mal, dass ich ihm in irgendetwas voraus war."

Jetzt fällt der Groschen bei Felix. ,,Und du willst mehr Sachen austesten, um diese Überlegenheit zu behalten."

Jisung lacht. ,,Du bist mir selbst immer ungefähr fünf Schritte voraus." Sein Lachen ist so ansteckend, dass sich Felix mitreißen lässt.

,,Du bist unmöglich”, kommentiert Felix und steht auf, um sich seinen Smoothie zu greifen.

Die Konversation muss er erst einmal ein bisschen verdauen. Auch wenn er nicht mehr so beunruhigt ist wie zu Beginn, kann er nicht verneinen, dass ihm die Richtung ihrer Unterhaltung etwas Angst macht. Eigentlich vertraut er Jisung. Wahrscheinlich liegt es daran, dass er sich selbst nicht sicher ist, was er fühlt.

Er ist nicht verliebt in Jisung. Das hat er schon von Anfang ihrer Freundschaft festgesetzt. Dieser Bund zwischen ihnen … Nope, nein. Er kann nicht mit ihm zusammen sein. Dafür kennen sie sich schon zu lange. Und obwohl es wahrscheinlich gesünder wäre, mit ihm eine romantische Beziehung anzufangen und nicht mit einer anderen Person, liegt die tatsächliche Umsetzung so weit entfernt.

Nachdenklich saugt er am Strohhalm und beobachtet Jisung, der wieder eifrig auf dem Papier schreibt. Ist er noch immer so versessen darauf, eine Strategie zu finden? Er hat definitiv viel zu viel Spaß an dieser Sache. Um ihn von diesen Spielereien abzulenken, reicht er Jisung sein Glas.

Der nimmt an und trinkt einfach so daraus, wobei er den Strohhalm ignoriert.

,,Du bist immer so messy.”

Jisung grinst bloß und Felix kann nicht ignorieren, dass er etwas vom Smoothie an seinem Mundwinkel hat. Seufzend fährt er mit dem Daumen darüber, wobei er ihn amüsiert anschaut.

Neckend schnappt Jisung mit dem Mund nach seinem Finger und zieht ihm am Handgelenk zurück auf den Teppich.

Fast verschüttet Felix das Glas, kann es aber noch rechtzeitig neben sich auf dem blanken Boden absetzen. Dann schaut er in Jisungs Gesicht, das verdächtig nahe seinem ist.

,,Weißt du”, murmelt Felix, ,,Ich hab’s noch gar nicht richtig gesagt, aber ich fand es auch schön, dich zu küssen.” Er drückt die Hand auf Jisungs Mund, als er das schelmische Grinsen sieht. ,,Aber ich habe keine Lust, dass das eine dieser klischeehaften Freundschaft Plus Geschichten wird, kapiert?”

Jisung nickt und nimmt seine Hand herunter. ,,Will ich ja auch nicht. Dafür bist du mir zu wichtig. Ich hab’ doch gesagt, dass es so wäre als würde ich meinen kleinen Bruder fi-”

,,Schhh, sag’s nicht. Ich will’s nicht nochmal hören”, unterbricht Felix ihn, ,,Das macht es nur noch komischer.”

,,Wie Inzest?”

Felix seufzt schwer. ,,Ich wollte es nicht so sagen, aber … vielleicht?” Er schüttelt den Kopf. ,,Oh Gott, nein. Nein, wir sind einfach beste Freunde.”

,,Einfach ist schön gesagt.” Jisung knufft ihn, woraufhin die beiden auf dem Teppich rangeln. Sie versuchen, sich gegenseitig zu kitzeln, kugeln durch die Gegend (wobei sie fast ihre Gläser umwerfen) und können nicht aufhören, zu lachen. Allerdings müssen sie sich bemühen, die Geräuschkulisse etwas leiser zu halten, weil Younghyun immerhin nebenan ist und sie keinen Streit anfangen wollen (einmal hat sein Bruder so heftig gegen die Tür geklopft, dass sie sich etwas aus den Angeln gelöst hat).

Felix atmet schwer aus. ,,Gut, versprich mir nur, dass das keine dummen Gefühlsduseleien sind. Du stehst auf Chan …”

,,... und du auf Changbin. Schon klar.”

Felix rollt mit den Augen. ,,Ich stehe nicht auf ihn. Ich stehe auf niemanden.” Er hat nämlich so was von die Schnauze voll von Beziehungen. Leicht neigt er den Kopf zur Seite. ,,Also, bist du bereit für Lektion Nummer Zwei?”

Verblüfft sieht Jisung ihn an. ,,Jetzt? Oh, das steht aber nicht auf meinem Unterrichtsplan.”

,,Quatschkopf.” Felix lehnt sich nach vorne und haucht einen Kuss auf seinen offenen Mund. ,,Ich bin der Lehrer, also entscheide ich, wann Unterrichtsbeginn ist.”

,,Wer weiß, vielleicht werde ich dich schon bald übertreffen. Dann kannst du von mir lernen.” Jisung setzt sich auf und zieht Felix in seine Arme, um ihn ordentlich durchzuknuddeln.

Felix erwidert die Geste und vergräbt das Gesicht in der Halsbeuge des anderen. Er fühlt sich - wie so oft - schlichtweg sicher. Er sollte aufhören, Jisung zu misstrauen. Jisung ist ein Mensch voller tiefsinniger Gedanken und trotzdem ist er … einfach. Beziehungsweise ist alles einfacher mit ihm.

Solange Jisung an seiner Seite ist, ist alles gut.

Schuld kommt in Felix auf. Obwohl Jisung so viel für ihn da ist, weiß er überhaupt nichts über Akumo, Sungjin oder Herrn Jung. Er kennt nur oberflächliche Fakten. Die hässliche Wahrheit darunter behält Felix lieber für sich.

Ist das feige? Oder will er Jisung lediglich beschützen? Leute mit hineinzuziehen wäre unnötig und vor allem gefährlich. Sollte jemals irgendetwas herauskommen, trägt Felix lieber die Verantwortung ganz und gar alleine dafür. Nur er hat sich in diese Scheiße geritten.

Ein wenig schuldbewusst sieht er Jisung an, bevor er sich nach vorne lehnt und auf ganz natürliche Weise die Lippen des anderen verschließt. Für ein paar Minuten sitzen sie auf dem Teppich und küssen sich ganz unbeschwert, lösen sich hin und wieder für ein paar Sekunden. Es ist sanft und geduldig - anders als das Mal zuvor.

Irgendwann merkt Felix jedoch, wie unruhig sein Gegenüber wird.

Jisung ist entweder schüchtern und zurückhaltend oder ziemlich stürmisch. Letzteres kommt zum Vorschein, als er Felix näher zu sich zieht und die Hände in seinem Nacken verschränkt.

Lachend atmet Felix in seinen Mund, stützt sich auf seinem schmalen Brustkorb und hält die Schultern fest. Willig lässt er die Lippen spalten und kommt der Zunge seines Gegenübers entgegen. Der Kuss ist ziemlich unkoordiniert, aber er macht Spaß und lässt Felix zwischenzeitlich alle möglichen Probleme vergessen. Er übergibt vorerst Jisung die Kontrolle, da der scheinbar Spaß hat, sich auszuprobieren und jeglichen Zentimeter zu erkunden.

,,Ich will mich aufs Bett setzen”, sagt Jisung irgendwann, woraufhin Felix aufsteht und sich auf die Matratze wirft.

Wohlig seufzend streckt er sich aus, bevor er die Unterarme auf dem Bett abstützt, um Jisung entgegen zu kommen.

Umsichtig fahren Jisungs Hände seine Seiten entlang, ohne ein Tabu zu berühren. Im Gegensatz zu seinem etwas aggressiven Stil, zu küssen, verhalten sich seine Finger zärtlicher, fast höflich.

Der Gedanke bringt Felix zum Lächeln und er erwidert mit Freuden. Der Kuss löst nicht viel anderes aus als das, was er sonst bei Jisung fühlt: Wärme, Komfort, Sicherheit. Einfach, weil es sein bester Freund ist. Er muss sich bei ihm nie großartig Kopf um das ,,Wenn” und ,,Aber” machen.

,,Nicht schlecht”, kommentiert er etwas atemlos, als sich Jisung von ihm löst, ,,Ein bisschen ungeduldig.”

,,Ist das schlecht?” Jisung grinst. ,,Ich dachte, du findest das heiß.”

,,Wow. Geht es nicht darum, was Chan heiß findet?”, neckt Felix.

,,Auch, ja. Ich teste die Techniken erst an dir und dann an Chan. Wenn man dich aus der Fassung bringt, dann ist das bei ihm kein Problem.”

Felix schnippt ihm gegen die Stirn. ,,Vollidiot.”

Jisung greift nach seiner Hand, woraufhin sie auf seinem Bett rangeln (wie auch sonst immer).

Dieses Mal liegt Felix auf ihm und schaut ihn ein wenig erwartungsvoll an. ,,Du hast Recht. Viel mehr kann ich dir nicht beibringen. Mein vorheriger Kusspartner war schrecklich.”

,,Das ehrt mich”, erwidert Jisung. Nachdenklich schaut er Felix an. ,,Okay, lass mich etwas ausprobieren.” Er zieht Felix näher zu sich heran und legt die Lippen auf seinen Hals. Langsam wandert sein Mund die empfindliche Haut entlang, bis er am Schlüsselbein ankommt. Anschließend haucht er federleichte Küsse auf die Stelle und gleitet schlussendlich wieder nach oben.

Felix kommt Gänsehaut und lässt es zu, bis sein Brustkorb sich so stark zusammenzieht, dass er zurückweicht.

,,Wie fühlt es sich an?”, fragt Jisung.

,,Ich weiß nicht.”

,,Nochmal?”

Felix nickt und schließt dieses Mal die Augen, um sich genauer auf die Empfindung zu konzentrieren. Nach einer Weile beschließt er, dass es ihm doch ganz gut gefällt. Manchmal kitzelt es und er muss die Schulterblätter zusammenziehen, um damit umzugehen. Aber ansonsten stachelt es ihn an - auf gute Weise.

Plötzlich fängt Jisung an, zu saugen, was Felix ein dumpfes Keuchen entlockt. Sein Gegenüber hört nicht auf und er weiß nicht, wie er zu reagieren hat. Einerseits weiß er, dass er stoppen sollte. Andererseits fühlt es sich erstaunlich prickelnd an. Daher lässt er es zu, dass Jisung einen roten Fleck auf seinem Hals hinterlässt.

,,Shit”, wimmert Felix und fasst sich an die gereizte Haut, ehe er die Hüfte auf Jisungs presst.

Die Aktion wirft Jisung aus der Bahn. Automatisch greift er an Felix’ Taille und stöhnt weich auf. Zuerst folgt er nur den Bewegungen des anderen, bis seine Finger zwischen seine Beine fahren und er die Handfläche auf Felix’ Schritt drückt.

Felix versucht jegliche Laute zu unterdrücken, allerdings entkommt ihm schlussendlich doch ein atemloses Stöhnen, weshalb er sich fest auf die Unterlippe beißt. Er hat irgendwann nicht mehr die Nerven, nur da zu sitzen. Daher langt er nach Jisungs Shirt und zieht es ein wenig hoch, um die warme Haut anzufassen.

Ehe er zu lange darüber nachdenkt, rutscht er Jisungs Oberschenkel entlang, bis er zwischen seinen Beinen sitzt. Dabei drückt er die Hand des anderen weg und hält sie fest. Fast quälend langsam wandert sein Mund den Bauch entlang, bis er damit beginnt, Jisungs Hose zu öffnen. Sein Kopf ist so durcheinander, dass er mehrere Anläufe braucht, um den Gürtel zu lösen. Er weiß nicht genau, was er vorhat, daher beschließt er, erst einmal mit der Hand unter den Stoff zu fahren.

Großartig weit kommt er jedoch nicht, da auf einmal die Tür aufschwingt.

,,Jisung, hast du schon wieder meine-”

Die beiden schauen auf und blicken in Younghyuns Gesicht.

Sofort zieht Felix die Hand zurück, allerdings ist der Schaden schon angerichtet. Peinlich berührt dreht er sich weg, während Jisung sich weiter aufsetzt.

,,Kannst du nicht klopfen?!”, ruft er empört aus.

,,Oh mein Gott, Jisung. Du kannst doch nicht-”

Jisung greift ein Kissen und wirft es seinem Bruder geradewegs an den Kopf. ,,Verpiss dich endlich!”

Younghyun wirkt selbst ziemlich überfordert und schließt mit feuerrotem Gesicht wieder die Tür.

,,Alles okay?”, fragt Jisung und hält Felix’ Hand fest, da der Jüngere hat aufstehen wollen.

,,Ja … Ja. War nur ungefähr der peinlichste Augenblick meines Lebens”, murmelt Felix.

,,Brian kann was erleben …”

Verlegen lächelt Felix. ,,Naja, dann hat er für heute den Unterricht beendet.”

,,Oh.” Etwas enttäuscht sieht Jisung ihn an. ,,Wirklich?”

,,Der Moment wurde gerade ziemlich gekillt, denkst du nicht?" Felix hebt eine Augenbraue an.

Jisung richtet sich auf. ,,Ach, den finden wir schon wieder!” Er schaut unters Bett. ,,Wo bist du, Moment? Komm’ raus!”

Das wiederum bringt Felix zum Lachen. Zum Glück hat er Jisung.

Jisung wird ihn immer zum Lachen bringen können, egal, was passiert.
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