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Spielsucht

von Skillz
GeschichteSuspense, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Han / Han Jisung Lee Felix Seo Changbin
15.04.2020
20.12.2020
49
124.501
16
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Dieses Kapitel
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04.10.2020 2.513
 
Felix holt zwei Gläser aus dem Schrank und stellt sie auf den Tisch, ehe er Wasser hinein gießt. Dabei taxiert er Jisung mit einem undefinierbaren Blick. ,,Du hast ihn einfach gekorbt?”

,,Mehr oder weniger? Ich weiß nicht …” Verzweifelt schaut Jisung sein Glas an. ,,Ich wollte ihn ja küssen. Glaube ich.”

,,Aber?”

Erneutes Schweigen.

Felix seufzt und setzt sich vor seinen besten Freund. Eigentlich wollen sie gemeinsam Physik Hausaufgaben machen, aber das Problem hier hat wohl erst einmal Priorität. Zumal Jisung ziemlich fertig wirkt.

,,Ich … glaube, ich bin echt schlecht im Küssen.”

Die Antwort lässt Felix die Stirn runzeln. ,,Du hast nie jemanden geküsst. Woher willst du das wissen? Unerfahrenheit heißt nicht gleich, dass du schlecht darin bist.”

Zögernd zuckt Jisung mit den Schultern. ,,Chan ist halt älter. Bestimmt hat er schon Erfahrung …”

,,Na und? Er kann ja wohl nicht erwarten, dass du sofort mit auf den Zug springst.” Felix lehnt sich zurück und verschränkt die Arme. ,,Außerdem ist Chan der Letzte auf dieser Erde, der einen deswegen verurteilt.”

Daraufhin nickt Jisung langsam. ,,Das macht alles rational gesehen auch Sinn.”

,,Aber du hast trotzdem Angst”, stellt Felix fest.

Erneutes Nicken.

,,Also … Soll ich dir sagen: ,Sei du selbst`?”

Jisung rollt mit den Augen, ehe er lacht. ,,Ich denke nicht, dass mir das viel weiterhilft.” Er kaut auf seiner Unterlippe. Dabei wird er scharf von Felix beobachtet.

,,Okay, spuck’s aus.”

,,Was?” Überrascht sieht Jisung ihn an.

,,Ich kenne dieses Gesicht. Irgendetwas willst du noch sagen”, konfrontiert Felix ihn unmittelbar. Er schmunzelt. ,,Na komm schon. Mir kannst du’s doch sagen.”

Unruhig scharrt Jisung über den gefliesten Boden und trommelt mit den Fingern auf der Tischplatte. Er ringt mit sich und schaut sich suchend im Raum um, als könnte der ihm die Antwort liefern. ,,Okay”, sagt er langsam, ,,Das hört sich wahrscheinlich komplett bescheuert an.”

,,Du hast schon viele bescheuerte Dinge in deinem Leben getan und gesagt. Das wird der Quote nicht sonderlich schaden”, neckt Felix ihn, in der Hoffnung, ihn somit zum Reden zu bewegen.

Tief atmet Jisung durch. ,,Gut, ich wollte fragen, ob … du …” Die Worte sterben in seiner Kehle aus.

Sofort macht es bei Felix Klick. Aha. Was für eine Klischee-Situation.

,,Du meinst, wir sollten uns küssen?”, hakt Felix nach, um sicher sein.

Jisungs roten Wangen sind definitiv Antwort genug.

Bei dem Anblick prustet Felix los. ,,Im Ernst? So eine Art Kusstraining?”

Jisung fängt an zu jammern. ,,Du hattest eben schon einen Freund. Und ich bin eine ungeküsste Jungfrau.”

Felix schmunzelt noch immer über das Szenario und stützt das Kinn auf seiner Handfläche ab. ,,Jungfrau bin ich auch noch.”

Als Antwort zuckt Jisung mit den Schultern. ,,Trotzdem hast du etwas mehr Erfahrung. Ich hab’ einfach ein bisschen Bammel.”

Das kann Felix zwar nicht ganz nachvollziehen, aber er versucht, irgendwie Empathie aufzubauen. immerhin handelt es sich hier um seinen besten Freund, der sich gerade wegen völlig trivialer Dinge den Kopf zerbricht. Dennoch braucht er wohl eine helfende Hand. Oder einen helfenden Mund. Wie auch immer.

,,Willst du deinen Kuss nicht lieber jemanden geben, in den du tatsächlich verliebt bist?”, erkundigt sich Felix vorsichtshalber. Es wäre immerhin schade, wenn Jisung sich der Konsequenzen in diesem Moment gar nicht richtig bewusst ist.

Unerwarteterweise grinst Jisung. ,,Wo könnte mein erster Kuss besser aufbewahrt sein als bei meinem besten Freund?”

Die Antwort trifft Felix unerwartet, aber sie nimmt ihm zumindest die Sorgen. Um ehrlich zu sein, wünscht er sich, dass das ebenso sein erster Kuss wäre. Ihm wird übel, wenn er daran denkt, dass Sungjin diesen kleinen und doch besonderen ersten Moment gestohlen hat.

,,Gut. Mir macht’s nichts aus”, meint Felix und steht auf, ,,Lass uns in mein Zimmer gehen. Hier in der Küche fühle ich mich immer so belauert.”

Sobald er sich zwischen seinen eigenen vier Wänden befindet, ist ihm schon deutlich wohler. Die Küche ist immerhin für jeden jederzeit zugänglich, daher fühlt es sich dort schon fast öffentlich an. Er hockt sich auf sein Bett und klopft neben sich.

Jisung lässt sich neben ihn fallen. Er wirkt relativ locker und dennoch registriert Felix seine leicht zitternden Hände.

,,Angst?”

,,Ne”, entgegnet Jisung, ,,Eher auf Adrenalin. Ich weiß nicht.” Er zuckt mit den Schultern. ,,Irgendwie ist es aufregend.”

Ja, es ist aufregend. Felix weiß nicht einmal genau, wieso. Vielleicht, weil sie beste Freunde sind und das mehr oder weniger als Tabu gilt. Gleichzeitig vertrauen sie sich. Was kann da also großartig schiefgehen? Wenn Jisung seinen ersten Kuss jetzt will, soll er ihn eben bekommen.

Felix fühlt sich ein bisschen geehrt, dass der andere daran gedacht hat, diesen Moment mit ihm zu teilen, weil er dort sicher aufgehoben sei. Deswegen hat er das plötzliche Bedürfnis, dieses Erlebnis möglichst schön zu gestalten. Auch wenn er selbst nicht wirklich weiß, wie sich ein Einsplus Kuss anfühlt.

,,Irgendwelche Regeln?”, fragt Felix, ,,So etwas wie keine Zunge?”

Jisung lacht laut los bei der Frage. ,,Dann sind es aber keine echten Bedingungen.”

,,Dieses ganze Szenario ist alles, nur nicht unter echten Bedingungen. Du hast gefragt”, argumentiert Felix grinsend.

,,Ja, stimmt. Aber ich will es nicht noch seltsamer machen, als es ohnehin schon ist.”

Die beiden lachen und schauen sich an.

,,Gut”, murmelt Felix, ,,Na dann. Auf geht’s.”

,,Auf geht’s.”

Ihre Gesichter nähern sich. Stück für Stück. Zentimeter für Zentimeter. Atemzug für Atemzug.

Bis sie schließlich in Lachen ausbrechen.

,,Das ist deutlich schwerer als ich dachte”, bringt Jisung glucksend hervor.

,,Ja, das stimmt”, meint Felix, ,,Vielleicht sollten wir uns jemand anderen vorstellen, damit es einfacher ist.”

,,Also während du mit mir knutscht, stellst du dir Changbin vor? Ist ja krank.”

Daraufhin boxt Felix ihm gegen den Arm.

,,Ich glaube nicht, dass ich mir jemand anderen vorstellen werde”, meint Jisung, ,,Ich hab doch gesagt, dass mein erster Kuss bei dir gut aufgehoben sein wird. Deswegen küsse ich jetzt dich und nicht Chan.”

,,Dann mach”, fordert ihn Felix heraus.

Jisung schubst ihn zurück, sodass Felix auf seinen Rücken fällt. ,,Idiot”, erwidert er, ,,Setz mich nicht unter Druck!” Er lehnt sich über den Jüngeren und grinst ihn an.

,,Ach, kein Stress. Ich geh’ hier nur so vor mich ein”, erwidert Felix und knufft ihm in die weiche Wange.

Die beiden atmen tief durch, fast unisono, und schauen sich einfach an.

Felix blinzelt hin und wieder, weil ihn das Licht durch das Fenster ein wenig blendet. Es wird jedoch verdeckt, als Jisung sich nach vorne lehnt und ganz vorsichtig die Lippen auf seine legt.

Es ist warm, so wie alles an Jisung warm ist.

Felix muss lächeln bei dem Gedanken und erwidert den Kuss zaghaft.

Nach nicht einmal fünf Sekunden löst sich Jisung und grinst verlegen. ,,Das war ... “

,,Nicht schlecht”, erwidert Felix.

,,Irgendwelche Tipps?”

Felix überlegt. ,,Entspann dich? Keine Ahnung. Du wirkst ziemlich verkrampft.”

Jisung stützt die Unterarme neben seinem Kopf ab und küsst ihn nochmals. Dieses Mal ist er ein bisschen mutiger und bewegt die Lippen vorsichtig gegen Felix’ Mund.

Felix geht darauf ein und fasst zögerlich in Jisungs Haarschopf.

Eine Weile liegen die beiden so da und tauschen sanfte, schüchterne Küsse aus.

,,Hm, besser”, kommentiert Felix, als Jisung ihm eine Pause lässt, ,,Besser als Sungjin allemal.”

,,Echt jetzt?”

,,Jep”, erwidert Felix. Er spürt viel Wärme, wenn er Jisung küsst. Es ist die Art von Wärme, die er auch sonst von ihm kennt. Zum Beispiel wie beim Kuscheln, wenn er sich mit Jisung irgendwelche Horrorfilme geben muss.

Er fasst mit beiden Händen an Jisungs Gesicht. ,,Viel besser.” Dieses Mal initiiert er den Kuss.

Es fühlt sich gut an. Nicht die Art von gut, die Schmetterlinge in seinem Bauch fliegen lässt, aber zumindest fühlt sich Felix sicher. Anders als bei seinen vorherigen Erfahrungen. Hier handelt es sich nämlich um Jisung.

Jisung sammelt erstaunlich schnell Selbstvertrauen (das ist auch irgendwo sein Ding) und er küsst Felix fast ein bisschen ungestüm zurück. Voller Neugierde. Als wäre er ganz fasziniert von diesem neuartigem Gefühl.

Felix blinzelt überrascht, als er für eine Millisekunde die Zunge an seiner Unterlippe spürt. Bevor er weiter darüber nachdenken kann, öffnet er seinen Mund.

Die Einladung nimmt Jisung erstaunlich schnell an und gleitet mit der Zunge hinein. Er ist etwas gierig und Felix muss ihn im Zaum halten, weil es erst einmal ziemlich nass und einfach nur komisch ist.

Aber sie stimmen sich Stück für Stück aufeinander ab und finden einen einheitlichen Rhythmus.

Felix hat es bisher noch nie erlebt, dass jemand nicht völlig egoistisch küsst. Er mag es, wie Jisung mit ihm umgeht. Es zeigt Kompromissbereitschaft. Außerdem merkt er, dass sein Gegenüber sich hauptsächlich darum bemüht, seinen Job gut zu machen - immerhin ist das eine Trainingseinheit.

Diese Trainingseinheit artet jedoch allmählich ziemlich aus, als Jisung anfängt an Felix Zungenspitze zu saugen.

Felix keucht leise auf und krallt sich in seinen Schultern fest, um ihn dichter an sich zu ziehen. Er merkt genau, dass Lust in ihm aufkommt, was so bizarr wirkt. Aber das Gefühl macht ihn so süchtig, dass er darauf eingeht und die Zunge gegen Jisungs drückt. Er fährt den schmalen Rücken hinab und greift an den Saum des Shirts, zieht es nach oben und bekommt die warme Haut zu fassen. Andächtig wandern seine Fingerkuppen die Wirbelsäule entlang und ziehen das Shirt dabei höher.

Das wiederum entlockt Jisung ein wohliges Seufzen. Er scheint selbst verloren im Kuss zu sein und genießt jede Sekunde davon. Er legt eine Hand auf Felix bebende Brust und streicht diese hinab. Seine Finger zögern, ehe sie den Hosenbund packen und die Knöpfe etwas ungeschickt aufmachen.

Als Felix das Geräusch von seinem sich öffnendem Reißverschluss hört, wacht er auf und löst sich von Jisung.

Der sieht ihn aus großen Augen an. Seine Wangen sind feuerrot. Er schaut nach unten und bewegt seine Finger weg von Felix’ Erregung. ,,Oh, ähm …”

Felix atmet etwas schwer und drückt Jisung von sich herunter. Unweigerlich denkt er an all die Momente zurück, in denen Sungjin ihn einfach angefasst hat, ohne auch nur nachzufragen.

Das hier ist anders. Jisung ist eine Vertrauensperson. Aber trotzdem fühlt sich Felix unfassbar schäbig. Bedroht.

,,Felix, es tut mir leid”, entschuldigt sich Jisung leise, ,,Ich habe keine Ahnung, was das war.”

,,Schon gut, schon gut”, beruhigt Felix ihn und hält sich die Brust, während er tief ein- und ausatmet.

Besorgt sieht Jisung ihn an. ,,Hey, alles okay?” Er rückt näher und beißt sich auf die Unterlippe. Es ist offensichtlich, dass Felix gerade sehr durcheinander ist. Und auch wenn er den Grund nicht versteht, weiß er, dass es einen tieferen Hintergrund gibt.

,,Darf ich dich umarmen?”, fragt er vorsichtig.

Felix sieht ihn mit verwirrten Augen an, ehe er ganz leicht nickt.

Sobald er Jisungs Arme spürt, schließt er die Augen und kann seinen Puls etwas beruhigen.

Alles gut. Es ist nur Jisung.

Nur Jisung.

,,Danke”, flüstert Felix.

Und er meint es auch so.





Der Vorfall ist ziemlich peinlich gewesen, aber wie immer ist auf Jisung Verlass. Daher macht er kein großes Drama. Es ist einfach, mit ihm die Freundschaft wie zuvor zu führen. Als wäre es nun mal ein weiteres, peinliches Geschehen in ihrer gemeinsam Geschichte. Und von denen gibt es ohnehin mehr als genug.

Felix ist trotzdem ziemlich durcheinander wegen so vieler Dinge. Dass er sich überhaupt bis zu diesem Ausmaße auf diesen Kuss eingelassen hat, ist irgendwie beängstigend. Außerdem findet er es ein bisschen traurig, dass er Jisung lieber küsst als Sungjin. Scheinbar kann man schmecken, ob Menschen Vollidioten sind oder nicht.

An diesem Morgen ist Felix zu früh in der Schule, daher will er in die Kantine, um sich etwas zu trinken zu holen. Allerdings wird er am Handgelenk gepackt und zur Seite gezogen. Sofort steigt Paranoia in ihm auf und er reißt sich panisch los.

Allerdings beruhigt er sich, sobald er Seungmin vor sich erkennt. ,,Oh mein Gott … Erschreck mich doch nicht so”, meint er und fasst sich an die Brust.

Seungmin sieht ihn mit undefinierbaren Blick an. ,,Dasselbe könnte ich von dir behaupten.” Er verschränkt die Arme und sieht ihn herausfordernd an.

Oh.

Die Jung-Sache.

Das hätte Felix schon fast wieder vergessen.

,,Ich komme nach Hause und meine Eltern sind nicht bei der Arbeit, sondern sitzen in der Küche und schauen mich an als hätte man mich fast zu Tode auf der Straße geprügelt”, sagt Seungmin langsam und lehnt sich gegen die Wand, ,,Was. Hast. Du. Dir. Dabei gedacht?!”

Felix versucht, die Ruhe zu bewahren. ,,Ich habe getan, was richtig ist. Ich will Jung nicht nochmal davonkommen lassen.”

,,Davonkommen lassen? Letztes Mal ist er fast gestorben!” Seungmin bemüht sich, die Stimme ruhig zu halten. Er atmet tief durch. Es sieht ihm überhaupt nicht ähnlich, die Nerven einfach zu verlieren, daher ist Felix selbst ein bisschen schockiert von der Situation.

,,Warum bist du zur Polizei gegangen, ohne Bescheid zu sagen? Die wollen, dass ich ins Gericht gehe.”

,,Das ist gut! Hast du eine Ahnung, wie gering die Chance ist, dass solche Leute tatsächlich hinter Gitter kommen? Wir haben das Glück, dass wir Beweise haben.” Felix legt die Hand auf Seungmins Schulter. ,,Es geht nicht nur um diesen Fall, sondern um etliche Fälle. Wie viele wurden nicht beachtet, weil die Täter Autoritätspersonen sind oder Einfluss haben? Wenn dieser Fall durchkommt, werden die Leute endlich checken, dass so etwas real ist. Dass jeder  ein Täter sein kann.”

Seungmin runzelt zweifelnd die Stirn. ,,Das hier ist anders. Jung hat sein Gedächtnis verloren.”

,,Keine Entschuldigung für das, was er getan hat.”

,,Er ist nicht zurechnungsfähig.”

Felix versteht Seungmin nicht. Ihm wird Unrecht getan und er will nichts dagegen unternehmen? Dabei wird ihm die Lösung quasi auf einem Silbertablett serviert. Ins Gericht zu gehen ist der Highlight seines Plans. Und dieses Highlight sollte ausgekostet werden. Er will miterleben, wie Jungs Karriere endgültig den Bach hinunter geht.

,,Hör’ zu”, murmelt Seungmin, ,,Ich weiß, dass du dir Sorgen machst. Und dafür bin ich dankbar.” Er nimmt Felix’ Hand von seiner Schulter. ,,Aber was du getan hast, war unverantwortlich.”

Prüfend sieht Felix ihn an. ,,Ah, darum geht es.”

,,Was?” Irritiert schaut Seungmin ihn an.

,,Verantwortung”, antwortet Felix, ,,Du hast Angst.”

,,Ich versteh dich immer noch nicht.”

Felix schüttelt leicht den Kopf. ,,Du hast Angst davor, Verantwortung für das zu tragen, was dir passiert ist.”

Seungmin schaut ihn fast empört an. ,,Felix, ich habe nicht danach gefragt, sexuell misshandelt zu werden.” Dass er es so direkt ausspricht, jagt eine Gänsehaut über Felix’ Arme. ,,Ich … Ich habe mich schon so oft gefragt, ob ich nicht doch schuld bin. Vielleicht hätte ich nicht so provokant sein dürfen. Vielleicht hätte ich erst gar nicht mit ihm alleine in einem Raum sein dürfen. Vielleicht-” Er brach ab. ,,Hyunjin hat mir das ausgeredet und … und er hat Recht." Er sieht etwas zweifelnd aus.

,,Nein, so meinte ich das doch gar nicht”, erwidert Felix und sieht ihn entschuldigend an, ,,Natürlich hast du keine Schuld an dem, was passiert ist. Aber es liegt in deiner Verantwortung, etwas dafür zu tun, dass du darüber hinweg kommst.”

Seungmin presst die Lippen aufeinander. ,,Du hast keine Ahnung, wovon du redest.” Als hätte man ihm einmal fest gegen das Schienbein getreten, weicht er zurück.

,,Doch, ich hab eine Ahnung. Ich war mit Sungjin zusammen. Das spricht doch wohl schon für sich.” Ohne eine Antwort abzuwarten, dreht Felix sich um und geht.
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