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Spielsucht

von Skillz
GeschichteSuspense, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Han / Han Jisung Lee Felix Seo Changbin
15.04.2020
20.12.2020
49
124.501
16
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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18.04.2020 2.660
 
Felix will Jisung einerseits umarmen, aber auch verprügeln, dafür, dass er das Spiel gewonnen hat. Hauptsächlich ist er natürlich trotzdem dankbar, weil sein bester Freund jederzeit zur Stelle ist und ihn auf diverse Shoppingtouren begleitet, um das perfekte Geschenk zu finden. Auch hat er keinerlei Probleme mit ihm die Nacht durch zu telefonieren, einfach, damit sich Felix beruhigen kann. Zwar reden sie dann nicht nur über Changbin, aber es hilft trotzdem, da sich Felix dadurch bewusst wird, dass die Welt nicht unterginge, sollte er zurückgewiesen werden.

Was er übrigens noch immer für sehr wahrscheinlich hält.

,,Blumen sind zu kitschig, oder?”, fragt Felix und Jisung nickt.

,,Definitiv. Wobei ich glaube, dass Changbin Hyung ein ziemlich romantischer Typ ist. Für den ersten Versuch wäre das trotzdem ein bisschen zu viel.”

Für den ersten Versuch. Dass Felix nicht lacht. Nach einer Zurückweisung wird er sich so was von in die Ecke verkriechen und erst einmal vor sich hin sinnieren, bis er hoffentlich darüber hinweg käme. Niemals will er nochmals danach angekrochen kommen. Entweder es klappt jetzt oder gar nicht. So viel Stolz hat er. Mit sich spielen zu lassen, ist definitiv keine Option für ihn.

Jisung hat den Vorschlag, selber Schokolade zu machen, was ein eher semi-erfolgreiches Projekt ist. Die beiden sauen die Küche ziemlich ein, aber letzten Endes haben sie doch eine recht hübsche Tafel zusammengebaut (ja, gebaut, denn von kochen oder kreieren kann man da nicht wirklich sprechen), die Felix liebevoll in einer Schachtel verpackt.

Er beschränkt sich auf kleine und dezente Geschenke, daher kommt noch eine Karte hinzu und eine hübsche Schleife. In Rosa, weil Jisung darauf bestanden hat. (,,So viel Kitsch muss dann doch sein!")

Der Valentinstag-Morgen schlägt Felix ziemlich fest auf den Magen, weswegen er nicht einmal frühstücken kann. Er weiß nicht, wann er Changbin ansprechen soll, weil sie immer mit ihrer Gruppe unterwegs sind. Daher schmiedet er mit Jisung den Plan, ihn eventuell nach der Schule zu seinem Lieblingsladen Sweet & Sour  zu begleiten.

Mindestens zweimal in der Woche geht Changbin dort vorbei und holt sich die Sojamilch, die er so gerne trinkt. Meistens macht er das alleine, nur manchmal begleitet Chan ihn, weil der spontan Lust auf Erdbeermilch hat. Daher betet Felix einfach, dass Changbin auch dieses Mal alleine ginge.

Und tatsächlich: Das Glück lässt ihn nicht im Stich. Vielleicht ist Jisung doch ein Hellseher, zumindest wendet sich die Schicksalsgöttin endlich Felix wieder zu. Wobei dem nun ziemlich schlecht ist, da er weiß, dass nun keine Ausrede an dem Geständnis vorbei führt.

Nach dem letzten Schulklingeln reckt Jisung die Daumen hoch und sendet ihm einen ermunternden Blick, ehe er sich bei Chan einklinkt, um sicherzustellen, dass der sich nicht doch noch spontan dazu entscheiden könnte, Changbin zu begleiten. Die beiden können sich ohnehin stundenlang über ihre Musik unterhalten.

,,Changbin Hyung!”, ruft Felix ihn.

Angesprochener dreht sich überrascht um. ,,Felix”, entkommt es ihm überrascht.

Felix wird nun doch etwas nervös. Okay, ganz ruhig. Tief ein- und ausatmen. ,,Hast du etwas dagegen, wenn ich dich heute begleite? Ich habe auch Lust auf Milch.”

Changbin scheint noch immer recht verwirrt, lächelt dann aber und nickt. ,,Sicher, gerne.”

Und so laufen die beiden gemeinsam zum Laden. Von der Schule aus ist es nur ein Fünf-Minuten-Weg. Generell liegt hier alles in der Gegend dicht beieinander, was extrem praktisch ist, da die Schüler auch in der Mittagspause sich gerne etwas von außerhalb kaufen.

Zuerst hat Felix Angst, dass peinliche Stille entstehen könnte, aber Changbin ist derartig gelassen und ruhig. Es fällt ihm schon bald einfach, zu reden, ohne sich wie ein Vollidiot zu fühlen.

Die beiden kaufen ihre Milch - Felix entscheidet sich für Banane - und setzen sich zusammen auf die Bank vor dem Laden, um weiter ihre Konversation zu betreiben.

,,Und so schreibe ich Lyrics”, beendet Changbin seine Erzählung, ,,Manchmal kommt es ganz spontan, deswegen trage ich mein Notizbuch fast immer bei mir. Wenn ich erst einmal nur eine Melodie im Kopf habe, summe ich sie und nehme das mit meinem Handy auf, damit ich nichts vergesse.” Er grinst. ,,Ist dann nur manchmal seltsam, das in der Öffentlichkeit machen zu müssen.”

Felix kichert und schart mit den Füßen über den Boden. Doch, das ist der Zeitpunkt. Er muss ihn jetzt nutzen. ,,Und Liebeslieder? Schreibst du die auch?”

Changbin lacht bei der Frage. ,,Hm, ich habe Texte, ja. Aber ich rede selten mit Jisung oder Chan darüber. Die beiden sind voll auf dieses Hip-Hop-Ding fokussiert.” Er legt den Kopf in den Nacken. ,,Es macht mir ja trotzdem Spaß. Auch wenn ich die ganze Lyrics irgendwann mal loswerden würde.”

,,Denkst du an eine bestimmte Person, wenn du diese Texte schreibst?”

Nun hebt Changbin die Augenbrauen und blickt Felix an. ,,Wieso fragst du?”

Felix schluckt und schaut weg, Schamesröte im Gesicht. Die Frage ist eine perfekte Vorlage. Er müsste nur so weiterreden. ,,Vielleicht wünsche ich mir ja, dass du dabei an mich denkst”, bringt er mit fast erstickter Stimme hervor, ist aber auch irgendwo stolz, dass er es überhaupt geschafft hat, diese Worte zu äußern.

Changbin wird ganz ruhig und sieht Felix schlichtweg an, unfähig sich zu bewegen.

Felix hält die Stille nicht mehr aus und öffnet seinen Rucksack, holt die Schokolade mit der Karte hervor und hält Changbin die Geschenke hin. ,,Für dich. Froher Valentinstag.” Sein Gesicht hat Flammen gefangen, so heiß fühlt es sich an. Er schwitzt ziemlich und traut sich kaum, seinen Gegenüber anzusehen.

Bevor Changbin irgendetwas sagen kann, hören sie Johlen. Gleichzeitig blicken sie auf und entdecken Sungjin mit seiner bescheuerten Truppe. Sogar ein paar Mädels haben sie im Schlepptau. Möglicherweise, weil Valentinstag ist?

Jedenfalls mag Felix keine der beiden Gruppen und will nur noch im Erdboden versinken, angesichts dessen, dass es ziemlich offensichtlich ist, was er da gerade tut.

,,Was ist denn das? Lee-Loser mit Changbin?” Es ist nicht verwunderlich, dass Sungjin Letzteren mit dem normalen Namen anspricht. Die beiden sind immerhin in derselben Stufe. ,,Wow, das ist ja echt krass.” Er pfeift und wirft einen Blick auf die Schachtel. Diese nimmt er und betrachtet sie skeptisch. ,,Sagt bloß, da läuft was zwischen euch.” Hämisch lacht er auf. ,,Sollte mich nicht wundern. Lee-Loser schmachtet auch noch Jungs hinterher, ist ja widerlich.”

Felix hat noch nie so stark den Drang verspürt, sich in Luft auflösen zu wollen. Das ist nicht nur demütigend, sondern absolut zerschmetternd. Weil er sich vor Sungjin blamiert, vor den dummen Ziegen blamiert, aber vor allem sich vor Changbin blamiert, der erst einmal nicht weiß, was er sagen soll.

,,Was andere Leute tun und lassen, geht dich absolut nichts an”, meint er schlussendlich, steht auf und schultert seine Tasche, ,,Lass uns gehen, Felix.”

Ein ,,Uhhh”, kommt von der anderen Gruppe zurück und Felix schämt sich so sehr. Er kann nicht fassen, dass in seine Unbeliebtheit auch noch Changbin mit reingezogen wird.

Der ruhige, kühle Changbin, vor dem alle sonst Respekt haben. Und er macht das kaputt. Mit seinem naiven Liebesgeständnis, das nicht erwidert worden ist. Ihm hätte von vorneherein klar sein müssen, dass das absolut dumm ist, Changbin die Gefühle zu offenbaren.

Felix ist ein Nerd. Ein ekelhafter Nerd.

,,Nein, schon gut”, murmelt Felix und packt seine Tasche, ,,Geh’ einfach alleine, Changbin.”

Verwirrt sieht ihn der andere an. ,,Was, aber-”

,,Geh! Ich will dich nicht mehr sehen!”, pflaumt Felix ihn an, selbst geschockt über diesen Ausbruch. Aber er ist so frustriert, so niedergeschlagen und so unendlich traurig.

Dieser Tag ist deutlich schlimmer geworden, als er erwartet hat.

Changbin bekommt einen recht neutralen Ausdruck, auch wenn Felix meint, in seinen Augen Schmerz aufflackern zu sehen. Er weiß, dass es nichts bringt, ihm gut zuzureden, daher nickt er nur und geht tatsächlich davon.

Felix will selbst nur noch nach Hause und drängt sich an Sungjin und dessen Anhängsel vorbei, wird jedoch am Handgelenk gepackt.

Das ist neu.

Hänseleien, beleidigende Kommentare, dumme Laute sind Standard. Felix ist das gewöhnt und hat keine Angst davor. Aber das. Das fühlt sich anders an.

,,Was wollt ihr noch von mir?” Felix sieht mit Tränen gefüllten Augen den Älteren an.

,,Ich will wissen, was das eben war. Das ist ja lächerlich. Jetzt belästigst du auch noch andere. Da dulden Leute dich in ihrer Gruppe und du verbaust es dir”, beginnt Sungjin und wedelt mit der Schachtel, ,,Changbin hatte immer einen guten Ruf, aber was glaubst du, wie sich das ändert, wenn herauskommt, dass er nicht nur schwul ist, sondern auch noch ausgerechnet auf dich steht?”

,,Er hat abgelehnt!”, bellt Felix zurück. So ganz stimmt das nicht, aber er hat seinen Schwarm ohnehin abgeschrieben. Unterbewusst will er auch nicht zulassen, dass Changbin einen schlechten Ruf erhält und selbst durch jeden Schultag leiden muss.

Sungjin lacht. ,,Ach, okay. Na dann. Wow, eigentlich hätte ich da selbst darauf kommen müssen. Wer will schon mit dir was anfangen? Guck’ dich doch an.” Er lässt die Schachtel fallen und tritt darauf.

Die Leute hinter ihm lachen mit.

,,Du bist ein ekelhafter, perverser Nerd, der Hentai-Figuren in seinem Zimmer stapelt und nichts anderes kann als Videospiele zu zocken. Wahrscheinlich trägst du immer so weite Sachen, um zu verstecken, wie schmächtig und unsportlich du bist. Kein Wunder, wenn du den ganzen Tag daheim hockst und nichts anderes zu tun hast, als vor deinen Computern zu sitzen.”

Das ist alles nichts Neues. Und doch entfacht es ein ganz neues Feuer in Felixs Brust. Es ist schlimmer als sonst. Eventuell, weil Sungjin jedes einzelne Wort in sein Gesicht spuckt und die anderen ihn auch noch dafür feiern. Es ist widerlich.

,,So wie du aussiehst und dich verhältst, holst du dir nur auf Pornos einen runter. Natürlich will dich niemand. Du bist ein Nichts, ein Nichts und Niemand, Lee-Loser. Und du wirst auch nie etwas erreichen.”

Das reicht. Felix hat genug.

Er weiß selbst nicht, was durch seinen Kopf geht, aber er zieht den Rucksack von sich herunter und schleudert ihn über seine Schulter, trotz des schweren Gewichtes, das von den ganzen Büchern kommt.

Die Tasche landet direkt in Sungjins Gesicht, mit so einer Wucht, dass er es knacken hört.
Geschockt steht er da und starrt auf die blutende Nase, die kurzerhand von Sungjins Hand bedeckt wird. Der Getroffene schreit laut auf und fängt automatisch an, zu weinen. Kein Wunder. Die Nase sieht ziemlich gebrochen aus. Außerdem scheint sein Auge auch etwas abbekommen zu haben.

Felix kann gar nicht reagieren und bekommt noch aus dem Augenwinkel mit, wie der Ladenbesitzer zum Telefon greift und die Polizei ruft.





Felix hat noch nie eine Strafe abgesessen, geschweige zum Nachsitzen gehen müssen. Er ist immer ein braver Junge gewesen, hat sich vorbildlich verhalten und sich stets als respektvoll gezeigt.

Daher können seine Eltern erst gar nicht glauben, dass er für die nächsten vier Wochen inklusive den Winterferien suspendiert wird.

Seine Schule ist an sich mit allen möglichen Regelungen locker, aber Gewalt, Drogenkonsum, Alkoholismus sind ein großes Tabu.

Felix darf den Stoff von zu Hause aus bearbeiten, weswegen er zumindest nichts nachholen muss. Da haben seine ganzen Jahre als 1A-Schüler sich immerhin irgendwie ausgezahlt. Es lohnt sich insofern auch, dass er von Jisung mitbekommt, wie kein einziger Schüler Sungjin glaubt.

Der versucht, Felix als aggressiven Freak zu verkaufen, aber jeder hat diesen jahrelang zurückhaltend erlebt. Da glaubt niemand, dass Lee Felix jemandem die Nase brechen und quasi krankenhausreif verprügeln könnte. Dass er suspendiert ist, bleibt natürlich trotzdem ein großes Rätsel.

Felix weiß gar nicht, was er von der ganzen Situation halten soll. Die ersten paar Tage versucht er, das Erlebte zu verarbeiten, wobei er immer wieder merkt, wie sehr ihn Sungjins Worte verletzt haben. Der Faktor, dass Changbin sein Geständnis nicht erwidert hat, verdreifacht den Schmerz.

Er hat zu fast nichts mehr wirklich Kraft. Zwar arbeitet er den Schulstoff nach, aber ansonsten liegt er auf seinem Bett und stellt sein gesamtes Leben infrage. Noch nie hat er sich so erbärmlich gefühlt. Alles erscheint ihm auf einmal belanglos, unwichtig und wie eine riesige Verschwendung.

Seine Mutter bemerkt recht schnell, dass etwas nicht mit ihm stimmt, und nimmt sich für die Woche frei, um sich um ihren Sohn zu kümmern. Sie fragt nicht direkt nach, was los sei, weil Felix ohnehin schweigsam ist und auch nicht wirkt, als würde er darüber reden wollen. Aber sie schaut immer wieder in sein Zimmer, kocht ihm leckeres und gesundes Essen und fragt ihn, ob er mit ihr spazieren gehen wolle. Zuerst lehnt Felix ab, bis er auftaut und sie sogar ab und an begleitet.

Es ist seltsam, viel Zeit alleine in Isolation zu verbringen. An sich dürften seine Freunde ihn besuchen, aber er stellt sich krank, um möglichst viel Kontakt zu vermeiden. Nur mit Jisung telefoniert er hin und wieder, um ihm zu versichern, dass er noch unter den Lebenden sei.





Eines Abends sitzt er auf seinem Bett und schaut sich Videos auf seinem Handy an. Es sind willkürliche Vorschläge von Youtube. Er hat keine Ahnung, wie er auf diesen Clip gelandet ist, aber er schaut sich die nationalen Taekwondo-Meisterschaften an. Bevor er es wirklich realisiert, starrt er wie gebannt auf den Bildschirm.

Es klopft leise an der Tür, weswegen er das Video stoppt und ,,Herein”, ruft.

Seine Mutter betritt das Zimmer und trägt einen Teller mit Obst hinein. Sie setzt sich zu Felix und streichelt seinen Kopf, ehe sie diesen küsst.

Felix weiß genau, dass sie sich die Schuld für seine Gewalttat gibt, da sie denkt, sie sei zu wenig für ihn da. Dabei ist sie neben seinen Freunden eigentlich die einzige Person, die ihn genau so akzeptiert wie er ist. Zwar versteht sie nicht immer seine Probleme, allerdings ist sie einfach da. Und es tut gut, sie um sich herum zu haben, weil sich Felix ausruhen kann, aber auch nicht alleine gelassen fühlt.

,,Was machst du?”, erkundigt sie sich. Abends reden die beiden ein bisschen miteinander, allerdings nicht für lange, da es an Felixs Energie zehrt.

,,Videos gucken.”

,,Worüber?”

,,Über Taekwondo.”

Überrascht hebt sie die Augenbrauen. ,,Ach, dabei läuft heute im Fernsehen doch Star Wars. Ich glaube, Episode … Eins? Ich dachte, dass du das vielleicht mit mir gucken willst.”

Felix lächelt schwach. ,,Danke, aber nein. Ich hab den schon hundertmal gesehen.”

Sie seufzt. ,,Ich weiß. Dann zeig mal wenigstens das Video.”

Daraufhin hält Felix ihr das Handy entgegen. Die beiden schauen den Wettkampf an und geben nur ab und an Laute von sich, wenn jemand doch recht stark getroffen wird.

Auf einmal schnippt seine Mutter mit den Fingern. ,,Vielleicht brauchst du ja so was.”

,,Wie?”, hakt Felix irritiert nach.

,,Ein wenig frischen Wind. Ich weiß, dass du deine Videospiele, Science-Fiction-Dinger und Animes liebst. Aber vielleicht macht dir auch was komplett anderes Spaß.” Sie lächelt. ,,Wenn dich Taekwondo interessiert, können wir nach einem Verein suchen und du kannst dir das mal angucken.”

Aus Reflex will Felix erst ablehnen, ehe er innehält.

Veränderung. Etwas Neues entdecken. Sich beweisen.

Felix ist sich nicht sicher, ob er für so einen Sport gemacht ist, aber er merkt, dass eine gewisse Aufregung in ihm brennt. Spontan hat er ziemlich große Lust, es auszuprobieren. ,,Ja, das wäre super.” Er umarmt seine Mutter und fühlt sich wieder wie ein Baby.

Sie legt die Arme um ihn und wiegt ihn etwas. ,,Ach, Felix … Es tut mir so leid, dass dir so was Dummes in der Schule passiert. Ich weiß doch, dass die Kinder dich ärgern.”

,,Dafür kannst du nichts. Die sind halt einfach doof.”

Sie lacht leise. ,,Das stimmt. Sie sind wirklich doof.” Sie drückt ihn zurück und nimmt sein Gesicht in ihre Hände, nachdem sie seine Brille abgesetzt hat. ,,Weil sie nicht sehen, was für hübsche Sommersprossen sich hinter diesen dicken Gläsern verstecken.” Liebevoll streicht sie ihm eine Strähne aus dem Gesicht. ,,Du bist wunderschön, genau so wie du bist. Trau’ dich ruhig, das der Welt zu zeigen.”

Die beiden reden noch ein bisschen, bevor Felix sich entschließt, eine Runde DotA zu spielen, wofür seine Mutter wieder das Zimmer verlässt. Allerdings kann er sich während der Runde kaum konzentrieren, weil ihm die letzte Aussage seiner Mutter einfach nicht aus dem Kopf gehen will.
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