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Spielsucht

von Skillz
GeschichteSuspense, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Han / Han Jisung Lee Felix Seo Changbin
15.04.2020
20.12.2020
49
124.501
16
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Dieses Kapitel
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15.04.2020 2.720
 
,,Lee-Loser!”

Der Ruf wird ignoriert.

Stattdessen geht Felix einfach weiter, damit er nicht zu spät zum Unterricht kommt. Gerade noch so durch die Tür schlüpfen, sich auf den Platz verkriechen und möglichst nicht auffallen.

An guten Tagen ist das kein Problem. An weniger guten Tagen wird hinter seinem Rücken über ihn geflüstert, hämische Notizen liegen auf seinem Tisch oder es kleben sogar bereits verwendete Kaugummis auf seinem Stuhl. Alles nicht sonderlich erfreuliche Dinge, um in den Tag zu starten.

Aber es gibt Schlimmeres. Die Unterrichtszeit ist wie ein rettender Anker, weil dort die Schüler sich halbwegs auf den Lehrer da vorne konzentrieren müssen. Außerdem sitzt Jisung neben ihm, seine andere Hälfte, die ihm die Atmosphäre im Klassenraum immer wieder versüßt, ihn angrinst, lustige Nachrichten zu schiebt oder ihm unter dem Tisch Bonbons zum Naschen gibt.

Zur Pause verschwindet Felix so schnell wie möglich mit Jisung und ist erleichtert, dass er draußen auf dem Gang Chan bereits erkennen kann. Der unterhält sich mit einem hübschen Mädchen, das sich immer wieder nervös die Haare hinters Ohr streicht.

Das Szenario ist nichts Neues. Chan wird umschwärmt von jedem. Kein Wunder: Er sieht gut aus, schreibt Topnoten und ist nebenbei auch noch super sportlich, womit er die Position des Schwimmclub-Kapitäns besetzt. Eine nahezu lächerliche Perfektion.

Trotzdem hat er nie sonderliches Interesse, wenn jemand ihn nach einem Date fragt. Dafür hat er viel zu viel anderes im Kopf, mitunter seine Freunde. Die haben bei ihm noch immer oberste Priorität. Daher scheint er sich nicht einmal schlecht zu fühlen, als er sich von dem Mädchen einfach verabschiedet, um sich zu Felix und Jisung zu gesellen.

,,Hey, wie war euer Tag bisher?”, erkundigt er sich.

Felix zuckt mit den Schultern. ,,So wie immer.”

Die Drei gehen auf den Pausenhof, wo sie auch dem Rest ihrer Freunde begegnen. Es ist irgendwie ironisch, dass Felix mit so manch beliebter Schüler abhängt.

Felix, der für sein Nerd-Dasein bekannt ist. Ein Ass in Mathe und Informatik, was sich daran zeigt, dass er bei naturwissenschaftlichen Schulwettbewerben ohne Probleme immer den ersten Platz belegt, sich in der Schach-AG engagiert und in seiner Freizeit verschiedenste Videospiele zockt.

Trotz dieser ziemlich ,,nerdigen” Eigenschaften, zählt zu seinem Freundeskreis zum Beispiel Hyunjin, der mit Chan in den Schwimmclub geht und als ,,Schulprinz” bezeichnet wird. Dass er zum Sterben schön ist, muss auch Felix zugeben. Aber ganz abgesehen davon findet er ihn echt nett. Die beiden haben sich schon im Voraus hin und wieder mal unterhalten, weil sie immerhin in dieselbe Stufe gehen. Das ist auch der Grund, wieso Felix sich irgendwann mit Seungmin angefreundet hat, der dieselbe Klasse wie Hyunjin besucht.

Zu den Jüngeren der Gruppe zählt auch Jeongin, der zuerst nur mit Hyunjin befreundet gewesen ist, bis er sich in die Gruppe eingeklinkt hat. Mit ihm kann Felix ab und an Handy-Spiele zocken.

Über Chan (mit dem er dank ihrem gemeinsamen Geburtsort Sydney von vorneherein scheinbar eine platonische Bindung aufgebaut hat) hat Felix irgendwann auch Minho aus der Tanz-AG und Woojin aus dem Chor kennengelernt, ebenso zwei ziemlich bekannte und beliebte Schüler.

Und dann gibt es noch Changbin.

Den  Changbin.

Er macht mit Chan und Jisung hobbymäßig Musik und ist normalerweise ziemlich ruhig. Daher wäre er Felix damals fast nicht aufgefallen, bis er gelächelt hat. Und seitdem bekommt Felix ihn einfach nicht mehr aus dem Kopf. Manchmal fühlt er sich lächerlich dabei, weil sich das ganze Tamtam seit einem Jahr schon zieht. Es ist für alle ersichtlich, was er empfindet, nur für Changbin scheinbar nicht.

Total frustrierend, aber Felix kann es herunterschlucken. Zumindest noch.

Jedenfalls ist das die süße Ironie. Obwohl Felix tagein, tagaus von allen möglichen Leuten schikaniert wird, hat er trotzdem Freunde, die hinter ihm stehen. Nur leider können die nicht immer für ihn da sein. Der Schulalltag bleibt somit auch weiterhin beschwerlich.

Felix schiebt die große runde Brille auf der Nase hoch, bevor er sich eher scheu neben Changbin auf die Bank setzt, der das aber kaum mitbekommt, weil er gerade dabei ist, neue Lyrics zu schreiben. Leise summt er vor sich hin und Felix Herz klopft im Rhythmus dazu mit, während seine Wangen sich erhitzen.

Changbin trieft für ihn nur so vor Attraktivität, was einerseits toll, andererseits aber wirklich zum Verfluchen ist. Felix bringt selten irgendwelche Worte heraus, aber er weiß, dass Changbin sein Wissen über IT scheinbar halbwegs interessant findet, weswegen er sich darauf manchmal stützt. Insgeheim weiß er allerdings, dass er auch für ihn der kleine Nerd ist. Nicht einmal im bösen Sinne. Aber er wäre wohl kaum ein Kandidat für eine Beziehung.

,,Und? Freut ihr euch schon auf Valentinstag?”, trällert Hyunjin und dreht eine albern aussehende Pirouette.

Die anderen lachen bei dem Anblick bloß.

,,Ich hab’ da überhaupt keine Lust darauf”, seufzt Chan und fährt sich durchs Haar.

,,Kein Wunder. Jedes Jahr quillt dein Schließfach fast über vor Liebesbriefen”, meint Woojin schmunzelnd.

Chan lacht auf. ,,Keine Sorge. Mein Herz gehört nur dir, Baby.” Er wirft dem Ältesten einen spaßhaften Luftkuss zu, was ebenso Gelächter erntet.

Woojin verdreht die Augen, muss aber noch immer lächeln. ,,Beruhigend.”

,,Valentinstag ist doch kompletter Müll”, murrt Seungmin und blättert in seinem Buch.

Hyunjin setzt sich zu ihm und schaut mit rein. Die beiden interessieren sich gleichermaßen für Literatur. Einer der Gründe, wieso sich die ungleich wirkenden Freunde insgeheim ziemlich gut verstehen. ,,Ich finde es toll”, redet Hyunjin weiter, ,,Es ist hübsch und rosa. Außerdem bekommt man Blumen und Schokolade~.”

Seungmin klappt das Buch zu. ,,Also lechzt du nach Aufmerksamkeit und suhlst dich im Angehimmel der Mädchen? Ist ja ekelhaft.”

Hyunjin schmollt. ,,Ich hatte eher geplant, dass wir alle zusammen Eis essen gehen oder so. Valentinstag ist der Tag der Liebe und diese Liebe schenke ich nur euch.”

,,Kitschig”, kommentiert Seungmin und rückt von ihm ab.

Felix weiß selbst nicht so genau, was er von diesem Tag halten soll. Eigentlich ist das purer Kommerz, aber ihn reizt die Vorstellung, diese Gelegenheit zu nutzen, um Changbin endlich zu sagen, dass er in ihn verliebt sei.

,,Hey, Lee-Loser!"

Felix seufzt schwer. Heute könnte er dem Ruf wohl doch nicht aus dem Weg gehen, welcher klar von der Sportlergruppe kommt. Jungs, die ins Fußball-, Basketball- oder Volleyballteam gehen. Ja, lauter Ballsportarten, die den Beliebtheitsgrad ganz weit oben auf der Messlatte setzen.

,,Lasst ihn in Ruhe”, zischt Chan und macht eine abwehrende Handbewegung.

,,Oh, ganz große Worte”, kommt es von Sungjin, dem Kapitän der Fußballmannschaft. Eine Zeit lang hat er Nachhilfe von Felix nehmen müssen. Als es rausgekommen ist, ist es eine riesige Blamage gewesen, weil er eine Stufe über Felix ist, womit er den Status als ,,Mathe-Dummy” erhalten hat. Seitdem mokiert er Felix immer wieder und so bescheuert wie seine Truppe ist, zieht die natürlich mit.

,,Verpiss dich einfach”, entkommt es auch Jisung, der kampflustig aufsteht. Zum Glück zerrt Felix ihn sofort zurück. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich Jisung ein blaues Auge holt, weil er zu enthusiastisch an die Verteidigung geht.

,,Typisch, Lee-Loser. Versteckt sich hinter seinen Freunden. Wie lächerlich”, kommentiert Sungjin und wird unterstützt vom Lachen der anderen. Gott sei Dank ziehen sie recht schnell wieder ab, aber Felix schämt sich trotzdem. Jedes Wort trifft sein Ego.

Changbin legt sein Notizbuch zur Seite und platziert die Hand auf seiner Schulter. ,,Hey, mach’ dir nichts draus. Das sind einfach Vollidioten.”

Felix nickt zaghaft, während er glaubt, sofort umkippen zu müssen, weil es immer total toll ist, mit Changbin Körperkontakt zu haben.

Bevor er aber sterben kann, klingelt es zur nächsten Unterrichtsstunde.





Felix steht vor dem Schultor und spielt auf seinem Handy Candy Crush. Ja, selbst so kleine und scheinbar belanglose Spiele zockt er. Dabei sollte man diese nie unterschätzen.

Durch ihre simplen Mechanismen bekommt er ganz neue Anregungen zum Programmieren. Zum Beispiel hat er einmal ein eigenes Tetris gestaltet und damit den nationalen schulischen Informatikwettbewerb gewonnen, obwohl die Idee einfach gewesen ist. Auf die schlussendliche Umsetzung kommt es immerhin an.

Er lächelt und beendet das Level, ehe er aufsieht, um zu sehen, ob Jisung schon in Sicht ist. Der hat nämlich noch eine Nachbesprechung mit einem Lehrer wegen einer Präsentation.

Fehlanzeige.

Noch immer laufen viel zu viele Schüler über den Hof und freuen sich darauf, nach Hause zu kommen.

Felix seufzt und steckt das Handy weg. Er will noch mit Jisung in den Gamestop, weil endlich Zelda: Breath of The Wild  draußen ist und er sich das sofort holen will. Er zupft an seinem Oversize-Pullover und richtet die Latzhose, während er auf seinen besten Freund wartet.

Ein großes Privileg dieser Schule ist, dass man seine eigenen Klamotten aussuchen darf. Natürlich sollte man nicht im Bikini oder Clowns-Kostüm erscheinen, aber die Leitung nimmt es nicht sonderlich streng mit dem Dresscode. Der Ruf der Schule hält sich immerhin durch die zahlreichen Sport-Angebote, naturwissenschaftlichen Clubs und innovativen Projekte, um die Schülerköpfe anzuregen.

Felix immer weite Sachen, weil die einfach bequemer sind, aber zum Teil dafür ulkig aussehen.

Die Kommentare der Schüler prallen mehr oder weniger an ihm ab. Immerhin ist er es gewohnt. Gerade die Mädchen aus seiner Stufe konnten ziemlich schnippisch sein, darunter Heeyeon. Sie kann es sich nicht nehmen über Felixs Outfit zu lachen, bevor sie vom Hof geht.

Natürlich tut es weh, allerdings versucht Felix, sich nicht allzu sehr daran aufzuhängen. Er weiß, dass seine Präsenz nicht sonderlich charmant ist, aber für ihn gibt es keinen driftigen Grund, sich in irgendeiner Weise zu ändern, auch wenn er sich es manchmal insgeheim doch wünscht.

Zwischen den matten Schülergesichtern taucht Jisungs Sonnenlächeln auf. Jisung legt den Arm um seine Schultern. ,,Ich habe eine Drei Plus. Obwohl ich erst am Abend davor angefangen habe!”

Felix lacht. ,,Glück gehabt, du Vollpfosten.”

,,Tja, irgendwo hast du Recht. Dich zu haben, ist pures Glück. Sonst hätte ich die Präsentation direkt an den Nagel hängen können.” Jisung vergräbt die Nase in Felixs Schulter und lacht mit.

Die Schüler um sie herum betrachten sie skeptisch.

Jisung ist in der Schule als kleiner Raufbold bekannt. Eventuell macht ihn das allerdings bis zu einem gewissen Grad auch beliebt, einfach weil er offen und ehrlich und süß ist. Leute fragen sich regelmäßig, was er mit Felix, diesem ,,Langweiler und Looser” anfangen will.
Gott sei Dank hat ihn das Gerede nie sonderlich gestört.

Da Felix ihn tatkräftig bei seinem Projekt unterstützt hat, zahlt er sogar einen Teil des Spiels. Auf dem Nachhauseweg schwärmt Felix bereits davon, was er alles im Trailer gesehen hat, und kommt gar nicht mehr von seinem Euphorie-Trip herunter.

,,Weißt du, ich finde, dass der Begriff Nerd  gar nicht so sehr zu dir passt”, meint Jisung, ,,Immerhin sind Nerds meistens sozial eher inkompetent. Das ist bei dir nicht wirklich der Fall.”

Felix zuckt mit den Schultern. ,,Irgendwie doch. Mit euch komme ich klar, aber ansonsten bin ich zu ruhig. Ich weiß gar nicht, was ich bei einer großen Menge an Menschen sagen soll.”

,,Und deswegen versteckst du dich hinter dieser großen Brille?”, neckt Jisung ihn.

Felix rollt leicht mit den Augen. ,,Selbst wenn, ist das doch egal.”

,,Ja, aber ich habe dich noch nie ohne Brille gesehen.”

,,Weil ich ohne Brille blind wie ein betrunkener Fisch bin.”

,,Und was ist mit Kontaktlinsen? Hast du schon einmal daran gedacht?”

Felix schüttelt mit dem Kopf. Bei Kontaktlinsen wird ihm etwas unwohl. Er mag den Gedanken nicht, sich etwas ins Auge zu setzen.

Die beiden steigen die Treppen zu Felixs Wohnung hoch.

,,Hast du Lust, in den Winterferien was zu machen?”, fragt Felix, während er die Tür aufschließt.

,,Total, aber meine Eltern zerren mich leider auf so einen Kurztrip mit, deswegen können wir uns leider nicht sehen”, meint Jisung seufzend und kickt seine Schuhe ab. Er benimmt sich mittlerweile schon so als wäre das sein eigenes zu Hause.

,,Oh, schade”, murmelt Felix. Er kommt so oder so nicht oft raus, aber ohne Jisung wird er wahrscheinlich erst recht jämmerlich in seinem Zimmer verkümmern. Klar, könnte er auch was mit den anderen machen, aber die unternehmen meistens etwas in der kompletten Gruppe. Und dann auch noch in der Stadt. Das klingt nie sonderlich prickelnd für ihn.

Außer den beiden ist niemand da, weil Felixs Eltern beide auf der Arbeit sind. Aber er ist schon immer ziemlich selbstständig gewesen, weswegen seine Mutter und sein Vater guten Gewissens die Wohnung unbeaufsichtigt lassen können.

Die beiden Jungs setzen sich ins Zimmer. Felix zieht die Rollläden erst einmal auf, weil er es heute Morgen vergessen hat. Aber selbst mit dem Licht wirkt es recht düster durch die dunkelblauen Tapeten sowie der Tatsache, dass alles ziemlich vollgestellt ist. Ein ganzes Regal mit Videospielen, für jedes Gerät jeweils eine Reihe. Mario-Figuren, die sich auf der Fensterbank türmen, sowie ein beladener Schreibtisch, auf dem sich neben den ganzen Büchern und Heften zwei Computerbildschirme befinden.

Jisung muss immer wieder den Kopf darüber schütteln. ,,Und du willst nicht mal was von dem ganzen Kram loswerden?” Er betrachtet die Star-Wars-Poster über dem Bett.

Auf dieses hockt sich Felix und schnappt sich seine Nintendo Switch vom Nachttisch. ,,Wieso sollte ich? Das sind alles Sammlerstücke.” Er schmunzelt und schaltet das Gerät ein.

Jisung wirft sich auf den knautschigen Drehstuhl. ,,Ich finde dein Zimmer cool, aber es ist ein bisschen arg voll.”

,,Außer dir ist sonst fast niemand hier”, kontert Felix und loggt sich ein, bevor er eine Datei anlegt. Er schaltet seinen Fernsehbildschirm ein, damit Jisung sehen kann, was er überhaupt treibt.

,,Du hast so viel Elektronik-Kram hier drin. Das ist so nice”, meint Jisung und schaut auf den Bildschirm.

,,Sind alles Geschenke meiner Eltern für meine Noten”, erklärt Felix und lächelt etwas stolz.

,,Hast du aber jemals darüber nachgedacht, wie Changbin reagiert, wenn er mal in dein Zimmer kommt?”

Felix wird etwas rot. ,,Das wird niemals passieren”, murmelt er, ,,Bis ich ihm meine Gefühle gestehe, bin ich hier schon längst ausgezogen.” Er lacht leise auf.

Jisung steigt ins Gelächter ein, ehe er wieder eine ernste Miene aufsetzt. ,,Nein, ernsthaft. Du solltest dir mal darüber Gedanken machen. Auch wenn es nicht Changbin sein sollte. Irgendwann wird dein Date hierher kommen …”

,, … und dann darauf klarkommen müssen, dass ich gerne Videospiele zocke, abends im Bett Sudokus löse und in meiner sonstigen Freizeit programmiere”, beendet Felix den Satz.

Jisugn seufzt erneut und steht auf, nimmt Felix die Switch aus der Hand und presst ihn aufs Bett, wobei er beide Handgelenke fest hält. ,,Und wenn du dann in so eine Situation mit deinem Schwarm gelangst?” Er lehnt sich weiter nach vorne. ,,Denkst du nicht, …” Er schaut zur Seite und nickt zur Batman-Maske, die an Felixs Wand hängt. ,,... dass der Herr da drüben zum Beispiel stören könnte?”

Felix hat gar nicht gemerkt, dass er die Luft angehalten hat und hebt den Kopf leicht an, nur um ihn wieder auf die Matratze fallen zu lassen. ,,Jisung …”

Angesprochener lässt von ihm ab und hockt sich neben ihm in den Schneidersitz. ,,Egal, ich wollte nur mal darauf hinweisen. Es ist noch immer dein Zimmer und deine Entscheidung.” Er lächelt. ,,Hast du dir trotzdem überlegt, was du am Valentinstag machst?”

Felix richtet sich auf und ordnet halbwegs seine nun ziemlich chaotische Frisur. ,,Was sollte ich denn tun?”

,,Keine Ahnung, ich dachte, wir überlegen uns jetzt einen Schlachtplan, um deine große Liebe zu ergattern.” Jisung reibt sich die Hände und grinst dabei schelmisch.

,,Und was ist mit dir? Hast du jemanden im Visier?”, erkundigt sich Felix.

Daraufhin winkt Jisung bloß ab. ,,Naaa, nicht der Rede wert.”

Felix weiß, dass der andere recht stur ist, weswegen er nicht weiter nachhakt. ,,Ich denke nicht, dass ich was unternehmen sollte …”

,,Aber wie dich Changbin heute angeguckt hat, nachdem die Typen dich geärgert haben!”, wendet Jisung vehement ein.

,,Das bedeutet gar nichts.”

Frustriert wirft Jisung die Arme in die Luft. ,,Was soll ich nur mit dir anfangen?” Er klackt mit der Zunge. ,,Vorschlag: Wir spielen Schere-Stein-Papier und wenn ich gewinne, dann sagst du es ihm, okay?”

Nach ein paar Diskussionsrunden willigt Felix ein. Immerhin ist er ein kleiner Glückspilz in solcher Art von Spielen, daher versteht er auch gar nicht, wieso Jisung ausgerechnet dieses Entscheidungsverfahren ausgesucht hat.

Aber was er wie immer Felix voraus hat, ist seine Intuition.

Daher verliert Felix ausgerechnet heute. ,,So ein Mist!”, lamentiert er, ,,Wieso lässt mich ausgerechnet jetzt mein Glück im Stich?”

Jisung freut sich derweil immens und grinst breit. ,,Ach, Lix. Das Glück wird sich bei dir wohl dieses Mal anders zeigen.”
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