The love of a Jedi

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
Ahsoka Tano Anakin Skywalker / Darth Vader Obi-Wan Kenobi OC (Own Character) Padmé Naberrie Amidala Yoda
15.04.2020
30.06.2020
11
41.228
18
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Dieses Kapitel
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30.06.2020 3.729
 
Guten Tag,
Ich habe für dieses Kapitel sehr lange gebraucht, weil ich nicht wusste,
in welche Richtung ich gehen will.
Immer nur Schlacht um Schlacht ist auch nicht besonders spannend, daher gibt es für euch
jetzt die Schrecken des Krieges.
Wann das nächste Kapitel kommt weiß ich nicht, dauert aber hoffentlich nicht ganz so lange :=)
Wenn ihr was zu dem Kapitel sagen wollt, schreibt doch gerne ein Review :)
Falls ihr die Geschichte super findet, schickt sie doch Freunden, sodass wir noch mehr Leser bekommen :)
Kleiner Bonus wäre natürlich, die Geschichte zu empfehlen :)

LG



Horror of war

„Mama ich hab fürchterlichen Hunger“, quengelte ihre Tochter nun schon zum hundertsten Mal an diesem Tag.
Verübeln konnte Ylva es der kleinen nicht, litten sie doch schon seit Wochen unter Hunger.
Seit die Separatisten Lianna gewaltsam eingenommen hatten, war der Planet von jeglichem Nachschub abgeschnitten.
Die Kampfdroiden hatten grausam gewütet und fast die komplette Lebensmittelproduktion zerstört.
Nun mussten alle schaun, wie sie ihre Familie ernähren sollten.
Sie vergrub ihr Gesicht in ihren Händen.
Wäre doch nur ihr Mann Halvar da… doch sie wusste nicht einmal ob er noch lebte.
Er war Soldat und als die Separatisten kamen, zog er in den Kampf, trotz der Aussichtslosen Lage der Armee von Lianna.
Die Menschen von Lianna waren friedliebend… keine Kämpfer.
Die Armee bestand nur aus etwa zweihunderttausend Soldaten, welche oft eher als Sicherheitskräfte benutzt wurden.
Die Kämpfe hatten nur etwa eine Woche angedauert, dann kapitulierte der Rat von Lianna und die Soldaten gingen in die Gefangenschaft.
Ylva hoffte, dass ihr Mann auch nur gefangen war und nicht irgendwo tot in einem Graben lag.
Allerdings wusste sie, dass viele Soldaten im Kampf ihr Leben gelassen hatten.
„Mutter, ich brauche dringend etwas zu Essen…“, stöhnte ihr Sohn Hjalmar, der Müde auf dem Sofa im Wohnzimmer lag.
Sie blickte ihn an und es zerbrach ihr fast das Herz.
Ihr Junge bestand nur noch aus Haut und Knochen.
Nach der Kapitulation kamen die Kampfdroiden und besetzten die Stadt.
Sie durchsuchten jedes Haus nach flüchtigen Soldaten, zerstörten Fahrzeuge und nahmen alle Arbeitsfähigen Männer und die Hälfte der arbeitsfähigen Frauen mit sich, um Verteidigungsanlagen zu bauen.
Auch Hjalmar war mit seinen sechzehn Jahren mitgenommen worden.
Seinen Erzählungen nach hatten sie Bunker gebaut, Schützengräben ausgehoben und Städte zu Festungen ausgebaut.
Essen hatte es fast keines gegeben und viele der älteren Männer und Frauen waren umgekommen.
Sie konnte Hjalmars Blick kaum ertragen, denn alles war er erlebt und durchlebt hatte, hatte sämtliches Kindliche und Jugendliche aus seinen Augen gerissen.
Seine Augen hatten zu früh, zu viel Schlimmes gesehen.
Nachts hatte er Alpträume und manchmal konnte sie ihn schreien oder weinen hören.
Er sagte ihr zwar das es ihm gute gehe, doch Ylva wusste wie sehr er unter dem Erlebten litt.
„Ich gehe und versuche noch etwas zu Essen zu bekommen“, sagte sie und stand auf.
Ylva hatte zwar selbst kaum noch Kraft, doch sie musste versuchen etwas Essbares für Hjalmar und Thyri zu finden.
„Mutter, es ist viel zu gefährlich“, meinte Hjalmar besorgt, was sie lächeln ließ.
„Du musst etwas essen, Hjalmar“, sagte sie nur und ging zur Tür.
Plötzlich begann die Erde unter ihren Füßen leicht zu zittern und Thyri schrie erschrocken auf.
Dann erklang ein Donnern, wie sie es noch nie zuvor gehört hatte.
Was bei Gott war da los?
Sie öffnete die Tür und blickte sich um.
Die Kampfdroiden waren verschwunden und nur ein paar verschüchterte Nachbarn trauten sich auf die Straße.
„Es ist die Republik, sie kommen zu unserer Rettung“, rief jemand.
„Die sind doch niemals durch die Verteidigungen gekommen und selbst wenn, brauchen Tage oder Wochen hier her“, erwiderte ein Anderer.
„Ylva“, rief eine Stimme und sie wandte ihren Kopf nach rechts.
Sigrid kam auf sie zu und gab ihr eine Notration für Soldaten.
Eine Notration für Soldaten war etwa so groß wie ein Schokoriegel, hatte aber Nährstoffe und Kalorien in sich, die einen erwachsenen Mann drei Tage satt hielt.
„Wie bist du da drangekommen?“, fragte Ylva fassungslos und blickte ihre Nachbarin an.
Diese blickte traurig zurück.
„Yorick hat sie mir gegeben, bevor er… bevor er in den Krieg gezogen ist“, antwortete ihre Freundin und Ylva nickte.
„Aber warum gibst du es mir?“, fragte sie immer noch verwundert.
„Du hast Kinder, ich nicht“, erklärte ihre Freundin und Ylva nickte dankbar.
Plötzlich ertönten Schreie und am Anfang der Straße erkannte sie Kampfdroiden.
Allerdings waren es nicht irgendwelche Kampfdroiden, sondern Kommandodroiden.
Diese waren wesentlich effektiver und brutaler als ihre normalen Kollegen und Halvar hatte sie vor ihnen gewarnt.
„Zurück ins Haus, schnell“, sagte sie und Sigrid huschte zurück über den Gartenzaun zu ihrem Haus.
Ylva warf auf dem Absatz noch einen Blick zurück und sah, wie die Kommandodroiden in jedes Haus einbrachen und ihr schwante schreckliches.
Die Droiden kamen erschreckend schnell näher und Ylva ging schnell zurück ins Haus.
„Mama, was ist da draußen los?“, fragte Thyri, welche sich zu ihrem Bruder gekuschelt hatte.
„Kommandodroiden kommen, bringt euch oben in Sicherheit“, sagte sie und Thyri begann zu weinen.
„Hjalmar, bring sie bitte nach oben“, sagte sie und er stand langsam auf.
Er war wirklich sehr schwach und konnte sich kauf auf den Beinen halten.
„Schnell jetzt!“, sagte sie energisch und scheuchte die beiden zur Treppe, doch es war zu spät.
Die Tür wurde kurzgeschossen und glitt nach oben.
Drei Kommandodroiden kamen mit gezogenen Waffen herein.
„Sofort stehenbleiben Bürger und keine Bewegung“, forderte sie der erste Droide auf und sie gehorchten.
„Was hast du da in deiner Hand, Bürgerin!?“, fragte der Droide und kam direkt auf sie zu.
Mit Schrecken stellte Ylva fest, dass sie immer noch die Notration von Sigrid in der Hand hielt.
„Das ist nichts“, versuchte sie den Droiden von seinem Vorhaben abzubringen, doch er stellte sich direkt vor sie.
„Händigen sie sofort das Objekt aus!“, befahl er und streckte seine Hand aus.
„Nein, bitte… Es ist doch nur etwas zu Essen“, flehte Ylva mit Blick auf ihren Sohn.
Ohne dieses Essen, würde er vielleicht verhungern.
Der Droide hob seine Waffe und richtete sie direkt auf ihr Herz.
„Widerstand wird nicht geduldet, händigen sie uns sofort das Objekt oder wir wenden Gewalt an“, drohte der Droide.
Von draußen drang nun Kampflärm an ihre Ohren, anscheinend war die Republik tatsächlich schon hier und war gerade dabei die Stadt zu befreien.
Zögernd streckte sie ihren Arm aus um dem Droiden die Ration zu geben, doch offenbar war es zu spät.
Die Maschine packte sie an der Kehle und hob sie vom Boden hoch.
Sie bekam keine Luft mehr und versuchte verzweifelt die metallenen Finger von ihrer Kehle zu lösen, doch Ylva hatte keine Chance.
Sie spürte, wie ihre Bewegungen schwächer wurden und der Drang zu atmen unerträglich wurde.
Mit letzter Kraft warf sie einen Blick auf ihre Kinder und ein Lächeln bahnte sich den Weg auf ihre Lippen.
Im nächsten Moment wollte sie schreien, doch sie konnte nicht.
Hjalmar stürzte sich mit letzter Kraft gegen den Droiden, der sie gepackt hielt und schaffte es, dass er sie loslassen musste.
Ylva stürzte zu Boden, holte hustend und röchelnd Luft und fasste sich an die schmerzende Kehle.
Ihr Blick suchte Hjalmar, der gerade versuchte wieder aufzustehen.
Ein Droide packte ihn am Arm und riss ihn mit solcher Wucht herum, sodass der Arm mit einem scheußlichen Knacken brach.
Hjalmar schrie vor Schmerzen.
Noch während er schrie, schoss der Droide ihm direkt in den Kopf und ihr Sohn, Hjalmar verstummte für immer.
Er sackte leblos zu Boden, sein Kopf fiel in ihre Richtung und leere, tote Augen starrten sie an.
Ylva schrie lauter und schmerzvoller, als unter jeder Folter.
„Nein, nein bitte“, schluchzte sie und krabbelte zu ihrem toten Sohn.
Unfähig noch einen klaren Gedanken zu fassen warf sie sich fast schon über ihn, so als ob sie ihn noch schützen könne.
Dann fiel ihr Blick auf Thyri, welche mit entsetztem Blick, stumm weinen auf der Treppe saß.
Als nächstes wurde Ylva wie Hjalmar auf den Rücken gedreht und blickte direkt in den Lauf der Waffe, welche Sekunden vorher ihren Sohn getötet hatte.
Sie verspürte keine Angst, nur die panische Sorge um Thyri.
In der Hand hielt sie immer noch die Essens Ration und es kam ihr so lächerlich vor.
Hätte sie sie ihnen doch nur gegeben, dann würde ihr Sohn noch leben.
Sie sah wie der Droide zielte und machte sich bereit zu sterben.
„NEINNNNNNN!“
Mit einem Krachen wurde die Tür aufgestoßen, zwei Gestalten kamen herein und erledigten die beiden Droiden, welche an der Tür standen mit ihren Lichtschwertern.
Der Droide, welcher sie hätte töten sollen, wurde durch den Raum gestoßen und donnerte gegen die Wand.
Ihr Blick schnellte zu ihrer Tochter, welche mit panischem Blick und ausgestreckten Armen dastand.
Ylva war zu schockiert um sich weiter Gedanken darüber zu machen was passiert war.
Die Jedi mit dem blauen Lichtschwert ging zu Thyri hinüber, während die andere, mit grünem Lichtschwert, zu ihr kam.
„Sind sie verletzt?“, fragte die junge Jedi und kniete sich neben sie.
Ylva erkannte, dass sie eine Togruta war, nicht älter als Hjalmar.
„Hören sie mich, sind sie verletzt?“, fragte sie erneut.
Ylva war unfähig zu sprechen.
Ihr Blick fiel wieder auf Hjalmar und Tränen begannen über ihr Gesicht zu laufen.
„Wir haben etwas zu Essen und medizinische Versorgung, kommt mit uns“, sagte die junge Togruta und endlich fand Ylva die Kraft zu sprechen.
„Etwas zu essen? Etwas zu ESSEN?“, rief sie und warf die Essens Ration, welche sich immer noch in ihrer Hand befunden hatte, weg von sich.
Ihr Gegenüber zuckte zurück.
„Mein Sohn wurde vor ein paar Minuten erschossen… wegen einer Essens Ration“, schluchzte sie und blickte wieder auf Hjalmar.
„Das schlimmste was dir als Mutter passieren kann, ist es ein Kind zu verlieren“, wimmerte sie und blickte nun der Jedi in die Augen.
Diese kämpfte offenbar sehr mit sich, denn sie blinzelte oft.
„Es… tut mir so leid was passiert ist, aber sie haben noch eine andere Tochter“, flüsterte sie und Ylva begann zu zittern.
Thyri.
Sie stürzte zu ihrer Tochter hinüber und schloss sie fest ihn ihre Arme.
Der kleine Körper in ihren Armen begann herzzerreißend zu zittern und Thyri krallte sich an ihr fest wie eine Ertrinkende.
„Es ist alles gut meine Kleine, es ist alles gut“, flüsterte Ylva und strich ihr sanft über den Kopf.
Sie drehte den Kopf zu den beiden Jedi.
„Ich danke euch, ohne euch hätten sie Thyri und mich getötet“, sagte sie und versuchte zu lächeln.
Hjalmars Tod schob sie in ihrem Kopf so weit weg wie möglich.
Sie würde trauern, aber nicht jetzt.
Thyri brauchte sie!
„Wenn wir nur früher da gewesen wären… dann hätten wir ihren Sohn retten können“, sagte die Togruta mit zitternder Stimme.
„Nein, ihr tragt keine Schuld daran“, sagte Ylva und fügte hinzu, „verzeiht, ihr kennt meinen Namen überhaupt nicht, ich bin Ylva und das ist meine Tochter Thyri.“
„Das ist Padawan Olee Starstone und ich bin Padawan Ahsoka Tano“, meinte die Togruta namens Ahsoka.
„Ihre Tochter ist Machtsensitiv, wussten sie das?“, fragte Olee und in Ylvas Kopf setzte sich ein Puzzle zusammen.
Thyri hatte den Droiden mit der Macht weggestoßen.
Auch als Thyri sehr klein war, oder heute wenn sie sich aufregte, passierten merkwürdige Dinge.
„Ja ich weiß, dass sie etwas besonderes ist“, sagte sie lächelnd.
„Dann müssen wir sie mit zum Tempel nehmen, damit sie eine Jedi werden kann“, meinte Olee und Ylva erschrak.
Instinktiv drückte sie Thyri fester an sich.
„Olee, am besten holst du etwas essen und trinken“, meinte Ahsoka und Ylva erkannte, dass sie ihre Kollegin ziemlich böse anfunkelte.
Diese hob abwehrend die Hände und verließ das Haus.
„Ich entschuldige mich für meine Kameradin. Keiner wird ihnen Thyri wegnehmen, wenn sie dem nicht zustimmen“, meinte sie lächelnd.
Ylva stand auf und ging zu Hjalmar.
Sie wollte ihn ins Schlafzimmer im Nebenraum bringen, da sie den Anblick seines toten Körpers nicht ertrug.
„Warten sie, ich mach das“, sagte Ahsoka und ließ den Körper auf das Bett im Schlafzimmer gleiten.
„Danke“, sagte Ylva und schloss die Tür.
Sie setzte sich an einen Tisch und nahm Thyri auf den Schoß, als Olee wiederauftauchte.
„Die Stadt ist wieder unter unserer Kontrolle, die Droiden ziehen sich zurück“, verkündete sie und gab Ylva ein paar Essens Rationen und eine große Flasche Wasser.
„Morgen trifft mehr Nahrung hier ein, dann werden provisorische Hilfszentren errichtet“, erklärte sie.
Thyri griff sofort nach einer Essensration und verschlang sie innerhalb von Sekunden.
Die kleine hatte seit Tagen nichts mehr gegessen.
Ylva nahm sich ebenfalls eine, schlang aber nicht so wie ihre Tochter.
„Wenn es etwas gibt, was wir für sie tun können…“, sagte Olee und Ylva lächelte dankbar.
„Ich würde meinen Sohn gerne beerdigen, dabei könnte ich Hilfe gebrauchen“, sagte sie und die beiden Jedi nickten.
Die Tür ging auf und drei Soldaten kamen herein.
Ihre weißen Rüstungen waren fast braun vor Staub und Dreck der Schlacht.
„Kommander, wir haben Befehl alle Zivilisten unverzüglich aus der Stadt zu bringen“, sagte einer der drei.
Ylvas Herz gefror zu Eis.
„Das können sie doch nicht machen, bitte… es ist unser zuhause. Mein Toter Sohn liegt im Nebenzimmer“, krächzte sie.
„Um die Toten kümmern wir uns, es werden bereits Massengräber ausgehoben“, erklärte der Soldat.
„WAS!?“, rief Ahsoka und sprang wütend auf.
„Wer würde einen solch grausamen Befehl geben!?“, fragte sie und auch in Olees Augen konnte Ylva Zorn und Unglauben entdecken.
„Kommander, es tut mir leid aber General Vanari persönlich hat das angeordnet“, erklärte der Soldat.
„Sie bleiben hier!“, sagte Ahsoka mit zitternder Stimme und stellte sich vor die Soldaten.
„Eure Entscheidung, aber ich muss General Vanari darüber in Kenntnis setzten.“
„Das mache ich selber!“, meinte Ahsoka und die drei Soldaten verschwanden wieder.
Ylva ging ans Fenster und blickte auf die Straße.
Aus allen Häusern kamen ihre Nachbarn und Freund, einige weinten stumm andere schluchzten laut.
Aus einigen Häusern trugen die Soldaten tote Körper, so auch aus dem Haus von Sigrid.
Ylva wurde schlecht und sie wankte zurück zum Tisch.
„Sigrid, meine beste Freundin ist tot. Nimmt das denn kein Ende!? Mein Mann, Hjalmar und jetzt auch noch Sigrid“, sagte sie.
Ihre Tränen waren verbraucht und sie blickte starr Ahsoka an.
„Was ist mit ihrem Mann passiert?“, fragte sie leise.
„Er war Soldat und ich weiß nicht was mit ihm passiert ist“, flüsterte sie, sodass die leicht schlummernde Thyri es nicht hören konnte.
„Es tut mir so leid“, sagte Ahsoka und Olee fügte hinzu, „wenn es etwas gibt, dass wir tun können…“.
„Nein, aber ich denke ihr solltet gehen. Ich bringe Thyri ins Bett und morgen beerdige ich Hjalmar“, sagte sie und nahm ihre Tochter auf den Arm.
Die beiden Jedi verließen das Haus, versprachen aber bei dem Begräbnis zu helfen.
Ylva ging mit Thyri nach oben und legte sie in ihr Bett.
„Mama, wir Hjalmar wieder gesund?“, fragte Thyri und blickte sie mit ihren großen, braunen Augen an.
Es zerriss ihr fast das Herz.
Thyri wusste nicht was der Tod war und dachte wahrscheinlich, dass Hjalmar nur krank war.
„Mein Schatz ihm geht es gut, er ist an einem besseren Ort“, flüsterte sie und nahm Thyri in den Arm.
„Wo ist er denn, kann ich zu ihm?“
„Er ist in deinem und meinem Herzen“, sagte sie und kämpfte gegen den Drang an, laut loszuschreien.
„Ist er dann bei Papa?“
„Ja Thyri und sie sind immer bei dir“, sagte Ylva.
„Aber ich kann sie nicht sehen und ich vermisse Papa doch so sehr“, wimmerte sie leise.
„Ich vermisse sie auch“.


Ahsoka

„Leon!“, rief sie, als sie ihn endlich gefunden hatte.
Er stand mit Jason am Stadtrand und begutachtete einige schnell errichtete Verteidigungsanlagen.
„Wir sollten hier noch einen Panzer in Stellung bringen. Die Männer sollen ihn mit Schutt bedecken, dann fällt er nicht wirklich auf“, sagte Leon gerade.
„Ah Ahsoka, was gibt es?“, fragte er und blickte sie an.
„Warum nimmst du den Leuten ihr zuhause weg!? Und lässt sie nicht mal ihre Toten beerdigen!?“, fragte sie und Enttäuschung schwang in ihrer Stimme mit.
„Dafür ist leider keine Zeit und ich nehme ihnen ihre Häuser nicht weg, ich lasse sie in Sicherheit bringen“, erklärte er ungerührt.
„In Sicherheit bringen?“
„Die Droiden werden die Stadt sicher zurück erobern wollen und anders als uns, sind ihnen die Zivilisten vollkommen egal“, sagte er.
„Ylva hat alles verloren, ihren Mann, ihren Sohn welchen sie nicht mal beerdigen darf und nun soll sie ihr Zuhause auch noch verlieren?“, fragte Ahsoka mit erstickter Stimme.
„Ylva ist eine von tausenden dieser Stadt und alle haben schwere Schicksalsschläge erlitten“, meinte er nur.
Die Gleichgültigkeit erschütterte Ahsoka.
„Leon wie kannst du nur so kalt sein?“
„Ahsoka du wirst am Krieg zerbrechen, wenn du dir jede Schicksalhafte Geschichte so zu Herzen nimmst. Deine Entscheidungen werden beeinflusst und dadurch machst du Fehler. Ich verstehe dich, mir ging es genauso“, erklärte er und seine Stimme nahm einen sanfteren Ton an.
„Wir Jedi sollen den Menschen doch helfen, ihnen Frieden bringen…“, sagte Ahsoka und wünschte sich, Leons Worte nicht zu verstehen, doch sie tat es.
„Das werden wir auch. Diese Stadt hat über einhunderttausend Einwohner die noch am Leben sind. Wir glauben, dass etwa fünfzehntausend umgekommen sind während der Besatzung. Wie viele mehr werden in ihren Häusern sterben, wenn sie hierbleiben? So schlimm es klingt, aber wir können auch keine fünfzehntausend Gräber ausheben, dazu fehlen uns die Mittel. Leichen müssen schnell beerdigt werden, das weißt du“, erklärte er und legte ihr eine Hand auf die Schulter.
„Du sagst das alles so, als wenn du es selbst einmal durchgemacht hast“, meinte sie zögerlich und Leon nickte.
„Ich war fünfzehn und wir waren auf dem Rückzug. Mein Meister hatte mir das Kommando über eine kleine Einheit gegeben. Wir sind durch eine Stadt gekommen und die Bewohner hatten Hunger, viele waren krank. Mein Meister sagte mir, dass ich mich weiter zurückziehen solle. Die Bewohner flehten mich an, ihnen zu helfen…“
„Und hast du ihnen geholfen?“, fragte Ahsoka und blickte in Leons Augen.
Schuld stand darin, nichts als Schuld.
„Ja, jedenfalls dachte ich das. Wir haben sie mit Nahrung versorgt und ihre Kranken verpflegt. Sie haben uns behandelt wie Könige und ich habe mich gut Gefühlt ihnen zu helfen. Meine Männer waren Müde und so entschied ich, über Nacht dort zu bleiben. In jener Nacht bombardierten die Sith die Stadt, weil sie wussten, dass wir dort waren und den Menschen geholfen hatten. Tausende starben, auch viele meiner Männer. Wenn ich den Menschen dort nicht geholfen hätte, wäre die Stadt nicht zerstört worden und viele Leben währen gerettet worden. Manchmal hilft man Menschen mehr, wenn unmenschliches tut. Viele hier trauern und sich verzweifelt. Sie treffen keine rationalen Entscheidungen, also triffst du sie. Sie aus der Stadt zu bringen rettet viele Leben. Die Leichen so schnell wie möglich zu vergraben bedeutet das keine Krankheiten oder Seuchen in der eh schon schwachen Bevölkerung ausbrechen. Es ist unmenschlich menschlich“, sagte er und Ahsoka verstand.
„Warum töten die Separatisten so viele Zivilisten, dass ist doch sinnlos“, sagte Ahsoka.
„Krieg ist immer sinnlos und er bringt nur das schlechteste in einem zum Vorschein“, antwortete er.
Ahsoka wusste nun was sie zu tun hatte.
„Ich schicke Ylva aus der Stadt, sie sind nicht sicher hier“, meinte Ahsoka und Leon nickte.
Ahsoka ging zurück durch die Stadt, welche mittlerweile fast Menschenleer war, abgesehen von den Soldaten.
„Hey Ahsoka, warte“, rief eine Stimme hinter ihr.
Sie drehte sich um und erkannte Olee.
„Hey Olee, ich bin gerade auf dem Weg zu Ylva“, meinte sie und setzte ihren Weg fort.
„Hast du mit Meister Vanari gesprochen?“, fragte die blonde und Ahsoka nickte,
Sie erklärte Olee alles, was Leon ihr erzählt hatte und auch wenn sie ebenfalls geknickt war, kam sie zu derselben Einsicht wie Ahsoka.
„Der Krieg ist grausam“, murmelte Olee.
„Ja, ich hatte es mir nie so schrecklich vorgestellt“, murmelte Ahsoka.
„Ich mir auch nicht, einige Bilder gehen mir nicht mehr aus dem Kopf“, flüsterte Olee nun mehr, als das sie sprach.
„Dieser Soldat bei der Landung… Er hat nach seiner Mutter geschrien bis er gestorben ist…“, meinte sie und Ahsoka wusste genau von was sie sprach.
Die schreie waren mit das Schlimmste.
„Wir sind gleich da glaube ich, die nächste Straße recht oder?“, wechselte sie das Thema.
Plötzlich ertönten Sirenen und die Soldaten rannten los in Richtung Stadtrand.
Leon hatte alle angewiesen im Falle eines Bombenangriffs das Zentrum zu meiden und so weit wie möglich an den Stadtrand zu kommen.
„Das ist ein Bombenangriff, kommen sie“, rief einer der Soldaten und ein Blick in den Himmel offenbarte etwa zweihundert Bomber die rasend schnell auf sie zu kamen.
„Wir müssen Ylva und Thyri retten“, rief Ahsoka und rannte los, Olee dicht hinter ihr.
„Das ist zu gefährlich“, brüllte der Soldat noch, dann wurde seine Stimme vom donnern der einschlagenden Bomben verschluckt.
Der Boden begann zu zittern und das donnern kam immer näher.
Sie konnten Ylvas Haus schon sehen, es waren vielleicht noch etwa zwanzig Meter, als die Bomber über sie hinwegrauschten und links und rechts von ihnen die Häuser in Schutt und Asche verwandelten.
Ahsoka rannte wie in Zeitlupe auf Ylvas Haus zu.
Sie hörte Olee schreien, sah wie die rechte Hälfte des Hauses in Stücke gerissen wurde und wurde durch die Druckwelle zurückgestoßen.
Unsanft landete Ahsoka auf dem Rücken.
Sie rappelte sich, alle Schmerzen ignorierend wieder auf und rannte auf das Haus zu.
„Verdammter Mist“, hörte sie Olee fluchen.
Ahsoka betrat das, was vor zehn Sekunden noch ein Haus war und ihr Herz setzte aus.
Ylvas Körper war gegen die Wand geschleudert worden.
Granatsplitter hatten ihren Kopf abgetrennt und ihren Körper wie Schrapnelle durchsiebt.
Ihr wurde kotzübel und sie übergab sich auf der Stelle.
Ahsokas Beine wurden weich und sie sackte auf die Knie.
Ein leises Weinen drang an ihre Ohren und die Hoffnung, dass Thyri noch lebte gab ihr neue Kraft.
Zusammen kletterten sie die zerstörte Treppe nach oben und fanden das kleine Mädchen unversehrt in ihrem Zimmer.
Im Zimmer konnte man die Zerstörung des Hauses nicht sehen, denn bis auf ein paar herunter gefallene Bilder und zerstörte Fenster merkte man nichts.
„Wir müssen sie schnell hier wegbringen“, flüsterte Ahsoka und nahm die Kleine auf den Arm.
Das kleine Mädchen weinte leise, als sie das Haus verließen und durch die Zerstörte Stadt liefen.
„Was hast du jetzt vor?“, fragte Olee.
„Ich weiß es nicht, aber ich bin verantwortlich für das was ihr zugestoßen ist und ich werde mich um sie kümmern“, gab sie zurück.
Im Moment verdrängte sie die unverzeihliche Schuld, welche sich in ihrem Herzen ansammelte.
„Du meinst wohl wir“, verbesserte Olee sie mit trauriger Stimme.
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