Je heller die Nacht, desto dunkler der Tag

von Dllandau
GeschichteDrama, Romanze / P18
Deidara Itachi Uchiha Kakashi Hatake Konan Obito Uchiha Rin Nohara
14.04.2020
30.06.2020
12
35.221
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30.06.2020 3.225
 
Rin schafft es gerade noch sich in den Bus zu quetschen, als auch schon die Türen hinter ihr zuknallen. 12 Uhr nachts ist einfach keine gute Zeit, um sich auf den Weg zu einem der Clubs dieser Stadt zu machen.
Angelehnt am Fenster schweift ihr Blick über das Gedränge. Einige der Anwesenden haben sich einen Eimer voll Glitzer ins Gesicht geschmissen. Ihre Kleidung ist so bunt wie der Regenbogen nach einem starken Regenfall im Sonnenlicht und so knapp wie Hidans Moralvorstellungen. Neben dem durchschnittlichen Partyvölkchen befindet sich auch die komplett schwarz gekleidete Fraktion unter ihnen, die die Masse überblickt, als wäre sie kurz davor sich zu übergeben.
Die Hälfte wird wohl an der Tür abgewiesen, einfach, weil es geht. Der Club ist mittlerweile so beliebt, dass die Schlange um diese Uhrzeit den absoluten Rahmen sprengt. Hätte Obito sie nicht auf die Liste gesetzt, wäre sie jetzt definitiv nicht auf dem Weg dorthin.
Mit geschlossenen Augen lässt sie den Abend Revue passieren. Wenn sie an Deidara und Sasori denkt, verbreitet sich ein wohlig, warmes Gefühl in ihrer Herzgegend. Sie hatte schon nach dem Frühstück geplant, dass es nicht mehr so weitergeht. Manche Menschen muss man einfach zu ihrem Glück zwingen.
Als der Bus unerwartet bremst, werden mehrere Personen durch den Schwung gegen sie gedrückt. Für einen kurzen Moment bleibt ihr die Luft weg. So ungefähr hatte sie sich auch bei Hidans Auftauchen in der Bar gefühlt. Sie wollte es vor Deidara nicht zugeben, aber seine Anwesenheit hatte sie für einen kurzen Moment aus der Bahn geworfen. Davon war sie allerdings selbst überrascht. Schließlich hatte sie in den letzten Wochen kaum einen Gedanken an diesen Vollidioten verschwendet. Sie muss sich wohl doch eingestehen, dass es nicht so einfach ist, sich von Vergangenem zu lösen, besonders, wenn es einem etwas bedeutet hat. Immerhin hat sich durch die Aktion ihres Mitbewohners der Knoten etwas gelöst.
Sie grunzt in sich hinein. Hidans Visage wird sie so schnell nicht vergessen.

Die Schlange vorm Club ist fast noch länger als erwartet. Sie zwängt sich an den Wartenden vorbei bis sie vor einem kleinen Grüppchen zum Stehen kommt. Als sie hineingehen, machen sie den Blick auf zwei Türsteher frei. Während einer teilnahmslos an der Wand lehnt, lächelt der andere Rin bereits freundlich zu.

„Stehst du auf der Liste?“
„Ja, Obito hat mich raufgesetzt.“
„Kotetsu, schau mal nach!“
Mit verzogener Mine schlurft der Typ namens Kotetsu zu einem Pult und blättert durch ein paar Unterlagen. Unterdessen wendet sich sein Kollege der regulären Schlange zu.
„Name?“ Er mustert sie abschätzig.
„Rin.“
Kaum sichtbar zuckt seine Augenbraue.
„Du stehst nicht drauf.“
„Hast du auch genau geschaut?“
„Willst du sagen, ich mache meine Arbeit nicht richtig?“
„Was nein, ich meine nur, vielleicht hast du meinen Namen überlesen.“
Wieder zuckt die Augenbraue.
„Schau mal Kleine, wenn ich sage, du stehst hier nicht drauf, dann stehst du hier nicht drauf.“
Er legt den Papierstapel wieder zusammen.
„Hey, jetzt warte mal, kannst du nicht mal Obi-?“
„Was gibt es denn für ein Problem?“
Der zweite Türsteher dreht sich zu den beiden um.
„Sie steht nicht auf der Liste, Izumo, und sowieso, wo bleiben denn die anderen, um uns abzulösen? Immer machen wir diesen todeslangweiligen Job. Ist mir doch egal, wer hier reinspaziert.“
„Na wenn dir das egal ist, dann kannst du mich ja durchlassen!“
Er schnauft nur. Izumo fragt Rin ebenfalls nach ihrem Namen, bevor er den Stapel selbst durchschaut.
„Ne, er hat recht, du stehst nicht drauf.“
„Siehst du.“
„Okay, könnt ihr dann bitte einfach Obito fragen?“
Kotetsu baut sich vor ihr auf „Sehen wir aus wie ein Servicepunkt, oder was?“
Langsam kann sie diesen Hohlkopf nicht mehr ernst nehmen.
„Mach mal halblang, Kotetsu.“ Izumo legt eine Hand auf die Schulter seines Kollegen. „Nimm ihn nicht so ernst, er mag den Türdienst nicht so.“

Bevor Rin darauf reagieren kann, öffnet sich eine Seitentür. Mit zwei Gläsern in der Hand betritt Kakashi die Bildfläche, nicht ohne Rin einen flüchtigen Blick zuzuwerfen. Heute trägt er keinen Schal. Auch ohne glitzert der Schweiß in seinem Gesicht.
Ohne weiter auf sie zu achten, drückt er den beiden Clowns vor ihr die Gläser in die Hand.
„Nächstes Mal holt ihr euch die allein.“ Er beäugt die Schlange vor sich, die mittlerweile um die Ecke herum verläuft. „Ich erinnere euch nur ungern daran, wie sehr sich Tsunade letztens über euer langsames Arbeiten aufgeregt hat.“ Kotetsu schluckt, während sich Izumo blitzschnell wieder dem Ende der Schlange zuwendet.

Kakashi steht bereits wieder an der Tür, als Rin ihre Stimme wiederfindet.
„Hey, Kakashi, kannst du Obito herschicken?“
Für einen Moment steht er regungslos da. Kotetsu runzelt die Stirn, Izumo starrt sie mit großen Augen an. Anscheinend ist es nicht üblich, dass Kakashi Leute an der Tür kennt, geschweige denn angesprochen wird.

„Komm‘.“
Kotetsu springt fluchtartig zur Seite. Irritiert schleicht sie an ihm vorbei direkt auf Kakashi zu, der von innen die Tür aufhält.
„Ähm, macht’s gut Leute.“ Sie winkt den beiden erstarrten Gesichtern zu, da versperrt auch schon die geschlossene Tür ihr Sichtfeld.

Ohne ein weiteres Wort an Rin zu verlieren, bewegt sich Kakashi vorwärts durch mehrere enge Gänge. Der Bass wummert dumpf durch die Wände.
Ihr läuft ein nervöser Schauer über den Rücken. Sie hat absolut keine Ahnung, ob sie etwas sagen soll oder nicht. Da er sie womöglich in diesem Labyrinth allein zurücklassen würde, entscheidet sie sich dagegen.
Sie biegen mehrmals ab bis er vor einer großen Stahltür anhält. Mit einer Handbewegung gebietet er ihr zu warten.
Er klopft einmal, als er auch schon die Tür öffnet und eintritt. Am Ende des Raumes sitzt eine blonde Frau, vielleicht Mitte vierzig, die ihre Beine auf einen riesigen Schreibtisch abgelegt hat. Während sie raucht, tippt sie auf ihrem Handy herum.

„Tsunade, du solltest Kotetsu und Izumo auswechseln, die Schlange an der Tür ist zu lang.“
Die Frau brüllt genervt, wobei sie ihr Telefon auf den Schreibtisch knallt.
„Ah, diese beiden! Ich habe heute niemand anderen. Schick Shikamaru zur Hilfe.“
„Der kann nicht, er muss Runner bleiben, sonst kommen wir an der Bar nicht hinterher.“
Abwesend tippt Tsunade auf ihrem Handy herum. Kakashi rührt sich keinen Zentimeter. Nach wenigen Sekunden rauft sich die Frau plötzlich wie wild die Haare und bekommt einen Wutanfall.
„Diese Kerle, wegen denen verliere ich noch!“
„Poker?“ Kakashi trommelt unterdessen mit den Fingern an der Tür.
Tsunade grunzt nur, was Rin als Bestätigung auffasst.
„Dann schick Shizune zusätzlich hin. Ich komme auch, wenn ich hier fertig bin.“ Sie winkt Kakashi hinaus, der daraufhin auch schon die Tür schließt.

Von ihrer Neugier gepackt, fragt Rin, ob das die Besitzerin des Clubs ist. Kakashi, der mittlerweile wieder den Weg aufgenommen hat, antwortet nicht. Sie verlassen das Gebäude und treten auf den Innenhof des Clubs, der randvoll mit Menschen gefüllt ist, die sich beschwipst Getränke über die Klamotten schütten und sich lauthals unterhalten.
„Kakashi, bringst du mich zu Obito?“
Wieder keine Antwortet. Langsam wird sie sauer. Sie schlängeln sich durch die Menschenmassen, Kakashi vorne, Rin an seinen Fersen klebend. Es kommt ihr so vor, als würde er vor ihr wegrennen.

„Hey, ich rede mit dir!“ Mit einem großen Schritt schiebt sie sich vor ihm, wodurch er schlagartig stehen bleibt. „Jetzt benimm‘ dich doch nicht wie ein kleines Baby!“ Sie muss ihn fast anschreien, da die Musik so laut ist.
Überraschend packt er sie am Arm und zieht sie in einen kleineren Gang, der zwei Floors verbindet.

„Was ist eigentlich dein scheiß Problem?“, zischt er ihr entgegen.
„Du bist mein scheiß Problem. Kannst du mir nicht mal antworten?“
„Was willst du denn?“
„Na das du mir antwortest!“
„Ich bringe dich doch zu Obito, was willst du denn noch?“
„Häh, absolut gar nichts, glaub mir, von dir ganz sicher nichts.“ Sie verschränkt die Arme vor ihrer Brust, was gar nicht so einfach ist, da Kakashi ihr ziemlich nah gegenübersteht.
„Na dann sind wir uns ja einig.“
„Wo ist Obito nun?“
„Ach, jetzt willst du ja doch was.“
„Du verarschst mich gerade, oder?“ Rin kocht innerlich vor Wut. „Wovon rede ich denn die ganze Zeit?“
Kakashi schnaubt verächtlich. Alles, was sie von ihm sieht, sind seine Umrisse. Nur ab und an kreuzt ein Scheinwerferlicht sein Gesicht.

„Ich habe dir gesagt, du sollst dich von mir fernhalten.“
„Jetzt tu mal nicht so, als wärst du hier der Oberguru, okay?“
„Und was willst du eigentlich von Obito?“
„Bitte was? Das geht dich einen Scheißdreck an Mister halt-dich-aus-meinem-Leben-raus.“
Er hebt seine Hände in die Höhe.
„Bitte, mach doch was du willst.“
Genau in diesem Moment wird Kakashi von einer vorbeilaufenden Person Richtung Rin gedrückt. Reflexartig legt sie ihre Hände auf seinen Oberkörper, bevor ihre Köpfe gegeneinander knallen können. Ohne zu wissen, wie ihr geschieht, greift Kakashi plötzlich ihren Hinterkopf und drückt sie mit einem festen Kuss gegen die Wand. Schnell wird ihr klar, dass sich seine Lippen nicht wieder von ihren lösen wollen. Sie versucht ihn noch von sich wegzudrücken, doch im nächsten Moment zieht sie seinen Körper bereits fester zu sich heran.

Was zur Hölle passiert hier gerade? Sie versucht klare Gedanken zu fassen, aber alles, auf was sie sich konzentrieren kann, ist die Zunge an ihrem Hals und das Pochen zwischen ihren Beinen.
Seine Hand schiebt sich mittlerweile in ihre Hose, wo sich seine Finger fest durch die Spitzenunterwäsche in ihren Hintern krallen.
In Rins Brust bricht ein Feuerwerk aus. Diesen Moment konnte sie sich nicht mal in ihren feuchtesten Träumen vorstellen. Kakashis Körper so dich an ihrem lässt ihr Gehirn komplett aussetzen. Weich wie geschmolzenes Kerzenwachs lehnt sie an der Wand und lässt es geschehen. In diesem Moment versteht sie jede Frau, die sich jemals auf diesen unwiderstehlichen Vollidioten eingelassen hat.

„Komm“, flüstert er ihr ins Ohr, als er sie auch schon an der Hand quer durch den Club zieht, hinein in einen Raum, kaum größer als eine Abstellkammer. Ohne viel Aufwand hebt er sie hoch und setzt sie auf einen länglichen Kasten, der mit ziemlicher Sicherheit eine Tiefkühltruhe ist. Der Raum wird schwach von einer, im Takt der Musik, flackernden Lampe beleuchtet.
Kakashis Hände wandern inzwischen unter ihrem Shirt umher, ihre Beine umschlingen seinen Körper. Er könnte gar nicht näher an ihr dran sein, doch es ist nicht genug. Seine warmen Lippen ziehen auf ihrem Körper entlang, als ob sie jeden Zentimeter ihrer Haut erkunden wollen. Sie krallt sich in an seinem Rücken fest und beißt ihm in den Hals …

Plötzlich wird die Tür aufgerissen. Ein jüngerer Mann, die Haare zum Zopf gebunden, starrt direkt auf Kakashis Hände, die sich gerade an Rins Hose zu schaffen machen.
„Jetzt nicht“, knurrt Kakashi ihm entgegen.
Nach einem flüchtigen Blick auf Rin knallt die Tür auch schon wieder hinter ihm zu.
Kakashi, unbeirrt von dem Geschehenen, arbeitet sich weiter vor. Als er kurz davor ist Rins Hose herunterzuziehen, hält sie ihn auf. Die Unterbrechung hat sie wieder in die Gegenwart geholt, auch wenn ihre Gedanken immer noch verschwommen sind.

„Warte mal, was – was machen wir hier eigentlich?“
Kakashi schaut sie verwirrt an.
„Hast du noch nie im Club …?“
„Was, nein, natürlich.“
„Na dann“, flüstert er ihr zwischen mehreren Küssen zu.
„Oh scheiße, ich kann nicht klar denken.“ Sie schiebt ihn von sich weg, während sie von der Tiefkühltruhe rutscht.
Genervt geht er einen Schritt zurück. „Was ist denn los? Das wolltest du doch die ganze Zeit oder nicht?“
„Ja, schon, aber nicht so, das fühlt sich nicht richtig an.“
Er schnalzt mit der Zunge. Rins positive Gefühle verwandeln sich mehr und mehr in Unwohlsein.
„Ich meine, gerade findest du mich noch richtig scheiße und dann - “
„Machen wir noch weiter oder was wird das jetzt?“
Fassungslosigkeit steigt in ihr auf. Vor einem Monat hätte sie sich dem Scheiß noch hingegeben, aber jetzt kann sie das nicht mehr aushalten.
„Weißt du was, mach was du willst, sei das größte Arschloch der Welt, fick jeden hier in diesem Kabuff, gönn dir, wirklich, aber ich bin raus.“ Sie zerrt ihre Kleidung zurecht, bindet ihre Bauchtasche wieder um und legt bereits die Hand auf die Klinke, als Kakashi nochmal ausholt.
„Jetzt komm mal wieder runter und krieg dich ein. Als ob du nicht selbst in der Welt rumvögelst, als ob es keinen Morgen gebe.“
„Was… Darum geht es doch gar nicht. Wie fühlt es sich eigentlich an mich so zu behandeln, wie du es tust?“
Sie zerrt an der Türklinke, doch Kakashi bewegt sich keinen Zentimeter zur Seite. Sein verständnisloser Blick bohrt sich tief in sie hinein, was ihr Gänsehaut verpasst.
„Lass mich gehen.“ Ihre Stimme zittert.
Mit einem Schritt zur Seite gibt er seufzend die Tür frei.

Weinend versucht sie die größtmögliche Distanz zwischen sich und Kakashi zu bringen. Sie drängt sich an den Clubgestalten vorbei auf der Suche nach der nächstgelegenen Toilette. Ohne auf die anstehenden Menschen zu achten, quetscht sie sich an ihnen vorbei und schlüpft in die nächste freie Kabine. Den darauffolgenden Beschimpfungen schenkt sie keine Beachtung.
Sie knallt ihren Kopf gegen die Kabinenwand, während ihr die Tränen über das Gesicht laufen. Tief ein- und ausatmend versucht sie ihren Körper unter Kontrolle zu kriegen und ihren Herzschlag zu beruhigen. Egal in welche Richtung sie denkt, sie kann das Geschehene nicht begreifen.
Sie lässt sich auf den Klodeckel fallen, zumindest auf den Teil, der noch nicht rausgebrochen ist, und starrt an die Tür, die mit tausenden Stickern und Schmierereien verziert ist. Die Tränen fließen weiter, ihre Hände vergraben sich in ihren Oberschenkeln. Sie ist so wütend und gleichzeitig so verletzt. In den letzten Monaten hatte sie einige Erniedrigungen über sich ergehen lassen, aber das gerade war mindestens unter den Top drei.

Nachdem sie eine undefinierbare Zeit lang so dagesessen hat, klopft es an ihrer Tür.
„Hey da drinnen, alles klar?“
Die Stimme kommt ihr merkwürdig bekannt vor. Es klopft nochmals.
„Ja, hey, ich bin gleich soweit.“
Da sich kein Klopapier auf der Toilette befindet, versucht sie sich mit der Jacke die Tränen aus dem Gesicht zu wischen und mit Hilfe der Handykamera ihr Make-Up zu richten. Dennoch bleiben ihre Augen gerötet, das Haar verschwitzt und ihr Herz unruhig.
Als sie die Tür öffnet, starrt ihr Kotetsus genervtes Gesicht entgegen. In der einen Hand hält er einen Mopp und in der anderen einen Eimer.

„Aha, du schon wieder.“
„Ja, ich schon wieder.“ Sie schiebt ihn zur Seite. Blitzschnell greift er ihren Arm.
„Alles okay? Hast du was genommen?“
Musternd betrachtet er sie
„Nein, was, alles gut.“ Sie will ihn abschütteln, aber seine Hand bleibt fest an ihrem Arm.
„Sicher? Wenn ich mitbekomme, wie du dich zukokst, muss ich dich rausschmeißen.“
„Man, ich hab nicht gekokst!“ Sie reißt sich von ihm los. „Weißt du, wo Obito ist?“
„Hast du den noch immer nicht gefunden?“
„Hey, hier wollen auch noch andere aufs Klo“, schallt es aus der Reihe der Anstehenden.
„Ja, ja, jetzt chill mal du Knilch.“ Kotetsu begibt sich in die Toilette, die Rin bis eben noch okkupiert hat. „Schau mal bei der großen Innenbar, da war er zuletzt mit Kakashi und Kurenai.“
Kakashis Namen zu hören, ist wie ein Schlag in die Magengrube zu bekommen.
„Okay, danke!“, faucht sie ihm doller als nötig entgegen, bevor sie sich Richtung Innenbar aufmacht.

Rin schiebt sich durch die Massen zur Innenbar, wo sie Obito zum ersten Mal getroffen hat. Hinter der Theke stehen er und eine Frau, kein Kakashi. Obito ist gerade mit einer Bestellung beschäftigt, als Rin ihn über die Theke hinweg auf die Schulter klopft.
„Hey, wo warst du denn? Kotetsu meinte, du warst schon vor einer Stunde hier.“ Sein breites Lächeln ruft Schuldgefühle in ihr hervor.
„Ich -, ich weiß auch nicht, habe mich wohl auf der Tanzfläche für einen Moment verloren.“ Unruhig tippelt sie mit den Füßen hin und her. „Sag mal, musst du noch lange machen?“
Er stellt zwei Gläser vor eine Besucherin und kassiert sie ab.
„Ja, eigentlich schon. Sieh mal, wie voll es ist.“
„Aber du arbeitest doch schon länger als eingeteilt, oder?“
Obito mustert sie.
„Alles okay? Bist du aufgeregt?“
„Nein, ne, ich würde nur echt gerne gehen.“
„Was ist los, Rin?“
„Wirklich, ich bin doch nicht in Stimmung für Club, aber ist okay, dann fahre ich einfach nach Hause.“ Sie hält es keine Minute länger in diesen Hallen aus.
Obito kommt um die Theke herum und nimmt sie in den Arm.
„Hey, dein Herz schlägt ja ganz schnell.“
„Ich glaube, ich werde krank“, flüstert sie zurück.
„Okay, warte, ich frag Kakashi, ob ich gehen kann. Es kann bestimmt noch jemand anderes einspringen.“
„Kakashi, musst du den fragen?“
„Was, natürlich, er ist doch mein Boss.“ Lachend wendet er sich von ihr ab und begibt sich nochmals hinter die Theke zu Kurenai, bevor er in einem Gang hinter der Bar verschwindet. Rin stützt sich mittlerweile auf dem Tresen ab, als die Frau ihr ein Glas Wasser hinstellt.
„Hier, trink, du fällst ja gleich um.“
„Danke.“

Sie setzt gerade zu einem großen Schluck an, da kommt der Typ, der sie und Kakashi erwischt hat, mit mehreren Getränkekisten um die Ecke. Ein Ruck geht durch ihren Körper. Was, wenn …?
Sie springt ihm praktisch vor die Füße, weshalb er genervt zurückschreckt.

„Was ist denn dein Problem?“
„Hey, ähm, hi.“
Er braucht einen Moment bis er begreift, wer gerade vor ihm steht.
„Hi“, antwortet er emotionslos und drängelt sich an ihr vorbei hinter die Bar.
„Können wir kurz reden?“, ruft sie ihm hinterher.
Ohne eine antwortet zu geben, beginnt er Flaschen einzusortieren.
Da Rin sich nicht anders zu helfen weiß, schleicht sie ihm hinterher und hockt sich neben ihn.
„Hey.“
Keine Reaktion.
„Also, ich weiß, wir kennen uns nicht. Ich, es wäre cool, so unter Unbekannten, wenn du niemanden davon erzählen würdest, was du gesehen hast.“
Er seufzt aus. „Bitte. Ist mir doch egal, wen Kakashi im Nachfüllraum knallt.“
„Ja, okay, es wäre mir nur echt wichtig.“
„Du bist nicht die erste mit der er sich da vergnügt hat. Brauchst dich also nicht zu schämen.“
Diese Aussage hilft ihr nicht gerade dabei sich besser zu fühlen.
„Okay, mach’s bitte einfach nicht, ja?“
Er flüstert etwas in sich hinein, was sie nicht versteht.
„Was sagst du?“
„Wie nervig!“, wirft er ihr entgegen. „Aber ja, wenn dir das so wichtig ist, so unter Unbekannten. Ist ja nicht so, als ob das hier irgendwen interessieren würde.“
Rin widerspricht ihm in Gedanken.
„Danke, du hast was gut bei mir.“
„Sicher.“

Als sie wieder vor dem Tresen steht, kommt ihr auch schon Obito entgegen.
„Komm schnell, wir müssen los. Kakashi lässt mich zwar gehen, aber er hat extrem schlechte Laune. Keine Ahnung, was dem über die Leber gelaufen ist.“
Wenn du wüsstest, denkt sich Rin und grinst schief.
„Ich muss noch kurz meinen Kram aus dem Büro holen, treffen wir uns am Ausgang?“
„Ja.“
Auf halben Weg dreht er sich nochmal um.
„Hast du Bock auf Pizza? Hab bestimmt noch was im Tiefkühler. Und Film?“
„Bitte, ich kann es kaum erwarten hier wegzukommen.“

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Hallöle,

wilkommen (zurück)! ich kann eigentlich nicht soviel sagen, außer, dass ich das Kapitel trotz (oder genau wegen) seines Dramas sehr liebe.

Danke für die tollen Reviews zu den letzten Kapiteln. Es hat mich besonders gefreut, dass euch das Gaara-special gefallen hat.

In diesem Zuge vielen Dank für die neuen Favos! Es freut ich, dass immer wieder neue Leser*innen dazukommen!

Und wie immer, traut euch zu kommentieren! Auch über Nachrichten freue ich mich sehr :)

Liebste grüße an Maerzkind fürs betalesen! Wie immer lag ich vor Lachen unterm Tisch, als ich deine Kommentare gelesen habe.

Habt eine tolle Woche!

Dllandau
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