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Never say never

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Bill OC (Own Character)
13.04.2020
14.09.2021
29
68.866
10
Alle Kapitel
67 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
14.09.2021 2.691
 
Danke an @Orhideja für das Review♥

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„Frau König!“, bellte der Marktleiter in den Gang mit den Marmeladen und Luana schnitt sich beinahe in den Finger, beim Versuch die Verpackung aufzuschneiden. „Ich bin hier!“, sagte sie laut und hörte seine Schritte näherkommen. „Zum zweiten Mal diese Woche passiert das jetzt! Diese Leute, die hier anrufen und nach Ihnen fragen.“ „Ich weiß, ich kann doch nichts dafür“, meinte Luana gereizt und knallte die Himbeerkonfitüre ins Regal.
Ihr ärgerlicher Chef runzelte die Stirn. „Dann rufen Sie zurück. Ich bin nicht Ihre Sekretärin!“ „Es tut mir leid. Ich kümmere mich darum, versprochen“, versicherte die Rothaarige mit einem Kloß im Hals, der es erschwerte zu sprechen. „Von mir aus. Machen Sie das fertig, die Milchprodukte warten im Lager schon auf jemanden, der endlich Zeit findet“, zickte der Marktleiter wieder und tippte etwas auf seinem Handy. „Na super, schon wieder ein Testeinkäufer angekündigt. Als ob ich nicht genug zu tun hätte! Frau König, laufen Sie zu den Kassen und warnen Sie vor.“ „Natürlich“, antwortete Luana, nun doch etwas scharf. Sie ließ ihren Chef stehen und stiefelte zur Kasse. Wie sehr sie ihren Job auch liebte, es war anstrengend im Einzelhandel und sie wusste, wie viele Leute das unterschätzten.

Sie verstand ihren Chef. Da sie Hanna vor vierzehn Tagen verboten hatte, die Nachricht der Veranstalter zu beantworten, versuchte man über alle Ecken Kontakt zu ihr aufzunehmen. Ihre Mails explodierten beinahe, sie hatte in allen sozialen Netzwerken ihren Accountnamen geändert und als die Band ihr auf Instagram gefolgt war, hatte sie sogar das Profil vom Netz nehmen müssen. Viele Fans reagieren gar nicht gut darauf, wenn die Band jemand fremden Aufmerksamkeit schenkte und was sie jetzt am wenigsten brauchte, war ihr Name in den sozialen Netzwerken. Nicht auszudenken, wenn jemand herausfand, dass sie hier arbeitete und irgendwer hatte es bereits herausgefunden. Nicht umsonst wäre der Marktleiter beinahe explodiert, als der zweite Anruf gekommen war. „Da wollen Leute mit dir sprechen. Wer braucht dich denn so dringend?“, hatte er genörgelt und sich dann weiter an die Inventur gesetzt. Die Rothaarige war froh, dass in ihrem Geschäft die Leute ahnungslos waren. Hamburg war eine große Stadt, sie nur eine kleine Verkäuferin.
Vor wenigen Tagen war das Maß schließlich voll gewesen. Nach einem langen Telefonat mit ihrem Vater, der sie für seelisch beschädigt hielt, wegen ihrer traumatischen Kindheit, hatte sie sich ihre Haare dunkelrot gefärbt. Das zuvor leuchtende Orangerot, war nun dunkel wie eine Kirsche.

Nach dem Feierabend wartete Hanna bereits mit zwei Kaffee auf dem Parkplatz und begrüßte Luana umständlich winkend. „Du siehst echt fertig aus“, murmelte ihre blonde Freundin mit einem Blick auf die dunklen Augenringe. „Hast du es dabei?“, fragte Luana, ohne auf ihre Worte einzugehen und Hanna öffnete zögerlich ihre Tasche. „Ich weiß nicht, ob du das lesen solltest…“, sagte sie ehrlich. „Es wird dir nicht helfen, ihn besser zu verstehen. Bill hat dich kennengelernt, er ist der Mensch, der er ist. Was in diesem Buch steht, sollte deine Meinung über ihn nicht ändern.“ „Aber vielleicht hilft es“, flüsterte Luana und obwohl ihr Herz ihr prophezeite, dass es ein Fehler war, nahm sie Hanna das Buch ab. „Ich habe es gelesen. Es ist krass. Das Leben von Bill und Tom mag glamourös und aufregend sein, aber letztendlich sind sie Menschen, die froh sind, dass sie das alles überlebt haben.“ „Du willst, dass ich zurückrufe“, unterbrach Luana recht steif und ihre Finger strichen über den Einband.
„Carrer Suicide“, murmelte sie und schluckte schwer. Hanna seufzte. „Ich finde, du solltest ihm die Chance geben. Er weiß, dass er einen Fehler gemacht hat, Luana. Reicht das nicht, um wenigstens mal zusammen zu sitzen?“ „Und wofür? Damit er alle Wunden wieder aufreißt?“ „Tu doch nicht so, als hättest du das alles weggesteckt. Er beschäftigt dich jeden Tag!“, fauchte Hanna und Luana zog überrascht die Augenbrauen hoch. Ihre Freundin wurde selten zickig, nur wenn sie sich wirklich aufregte.
„Tu mir den Gefallen, lies das Buch erst, wenn du mit Bill gesprochen hast. Vielleicht würde er nicht wollen, dass du das liest. Er würde es dir lieber selbst erzählen, da bin ich sicher“, sagte Hanna etwas ruhiger und lächelte Luana ermutigend an. „Du brauchst nicht aufzugeben, nur weil Bill eben Bill Kaulitz von Tokio Hotel ist. Du kennst ihn, du weißt, wer er ist.“ „Das dachte ich mal“, murmelte Luana. „Bis er das mit Jasmin gemacht hat.“

Ein erdrückendes Schweigen entstand zwischen ihnen. „Ich will keine Ausrede für das finden, was da passiert ist…“, meinte Hanna zögerlich. „Aber alles wegzuwerfen, nur weil du Angst hast, ihm und seinem Leben nicht gewachsen zu sein, finde ich feige von dir.“
Das war so ehrlich, dass Luana erschrocken aufatmete. „Du hältst mich also für einen Feigling?“ „Ich halte dich für die stärkste Frau, die ich kenne. Aber Autobiografien lesen, Anrufe unbeantwortet lassen und Profile im Netz löschen? Du rennst davon, Luana, weil du dich dem nicht gewachsen fühlst.“ „Nein, ich fühle mich dem nicht gewachsen. Bist du jetzt zufrieden?“, gab die Rothaarige zurück. Hanna verschränkte die Arme vor der Brust. „Nein, bin ich nicht. Was in dem Buch steht wird dir nicht helfen. Du hoffst, dass du ihn danach verstehst, aber das wirst du nicht. Du hast dieses Leben nicht geführt und urteilst über jemanden, den du eigentlich besser kennst. Rede mit ihm, Luana. Verschwende nicht deine Zeit.“
Und sie schnappte sich das Buch aus Luanas Händen zurück und drückte ihr den Kaffee, den sie notdürftig auf dem Dach des Autos abgestellt hatte, wieder in die Hände. Luanas Finger zitterten, als sie den heißen Becher an ihre Lippen führte.

„Und was schlägst du vor? Fliegen wir nach Los Angeles, kaufen ein Haus, kündigen unsere Jobs und hauen ab? Soll es so ablaufen?“, fragte sie dann und Hanna, die sorgenfreiste Person, die sie kannte, zuckte nur die Schultern. „Wieso nicht? Was gibt es denn hier, außer deinem Vater und deinen Brüdern? Ein wenig frische Luft täte uns ganz gut.“ „Du hast vergessen, Hanna, dass ich zwei Wochen im Sommercamp war und drei Wochen Urlaub hatte. Was meinst du macht mein Chef mit mir, wenn ich ihm verkünde, ich bräuchte unbezahlten Urlaub um nach Los Angeles zu fliegen und mich mit einem Rockstar auszusprechen?“
„Wie du es sagst, hört es sich doof an“, schmollte Hanna. „Wo bleibt dein Sinn für Abenteuer?“ „Der ist nicht vorhanden“, stellte Luana klar und biss sich auf die Lippen. „Ich habe keine Lust auf Theater, auf neues Drama und Tränen. Ich habe ein Leben, eine Arbeit und eine Wohnung. Alles, was ich mir wünschen kann. Es wird alles den Bach runter gehen, wenn ich diese Verbindung zu ihm zulassen und ihm eine Chance geben würde – uns eine Chance geben würde, Hanna. Es ist Wahnsinn!“ „Eben nicht“, fuhr ihre Freundin ihr über den Mund. „Das Einzige, was du willst, ist er. Bill ist es, den du brauchst und der dich glücklich machen könnte.“
„Und was kommt dabei heraus, in deinem hübschen Märchen?“, wollte die Rothaarige kalt wissen. „Sobald irgendwas davon bekannt wird, ist mein Gesicht auf den Zeitungen, die ich morgens bei den Kunden abkassiere. Ich könnte alles wegschmeißen und nie mehr vor die Tür gehen. Dann wäre Amerika meine einzige Flucht, wie damals bei den Jungs!“

Schweigen trat ein, da Hanna den Schmerz in Luanas Stimme hörte und nichts zu erwidern wusste. Der damalige Rückzug der Band, war die Hölle für die Rothaarige gewesen.
„Ich denke, sie werden herkommen“, meinte Hanna irgendwann sehr leise. „Keiner wird verlangen, dass wir nach Amerika fliegen.“ „Früher oder später schon.“ „Lu, keiner redet von irgendwelchen Beziehungen oder Hochzeiten. Gib ihm einfach eine halbe Stunde deiner Zeit, um mit ihm zu telefonieren und schau, was draus wird. Wenn du danach immer noch kein Wiedersehen willst, dann… dann kannst du die Idee schmeißen und ich werde tun, als hätte die Band und dieser Sommer nie existiert.“
Luana blickte ihre Freundin überrascht an. Hanna war es ernst, das Funkeln in ihrem Blick sprach Bände. Sie wollte, dass die Rothaarige es versuchte, über ihren Schatten sprang und anrief. Aber zu welchem Preis?

„Schön. Gib mir die Nummer, ich denke darüber nach“, murmelte Luana irgendwann und wortlos reichte Hanna ihr einen Zettel. „Ruf mich danach an“, verlangte die Blondine vorsichtig. „Kommst du nicht mit?“ „Nein, das solltest du alleine machen.“ Sie lächelte matt. „Immerhin habt ihr eure Privatsphäre verdient.“
Luana erwiderte das Lächeln eher halbherzig. „Glaub mir“, winkte sie dann ab. „Davon brauchst du mir nichts mehr zu erzählen.“

Es war Spätnachmittag, als die Rothaarige nach dem Treffen mit Hanna endlich nach Hause kam. Stundenlang hatten sie geredet, nicht über das Camp, die Band oder ihre Familien, sondern über die Kindheit. Über ihre gemeinsamen Erlebnisse und die Höhen und Tiefen ihrer Freundschaft. Nicht das erste Mal hatte die Rothaarige das Gefühl, dass einzig Hanna es war, die sie wirklich kannte. Besser, als jeder andere Mensch, besser sogar als ihre Brüder und Eltern zusammen.
Nun jedoch war sie allein mit ihren Gedanken und auch nach einer Dusche und dem Abendessen, schrien sie noch immer in ihrem Kopf und wollten ihr keine Ruhe lassen. Ein Teil von ihr wollte das Telefon greifen und die Nummer auf dem Zettel wählen, der auf der Küchenablage lag. Der andere Teil wollte eben diesen verbrennen, weil sie Angst vor dem hatte, was er zu ihr sagen könnte. Gefühlte Stunden dauerte dieser innere Kampf an, bis Luana schwer schluckte und die Nummer auf ihrem Display eintippte. Es wäre die letzte Chance, dann könnte sie abschließen. Oder aber, Bill Kaulitz würde wieder in ihr Leben treten und sie hatte keine Ahnung, ob dies gut oder schlecht wäre.

Nachdem die Rothaarige bereits einige Sekunden gewartet und nur das Tuten wahrgenommen hatte, spielte sie bereits mit dem Gedanken, einfach wieder aufzulegen und sich einzureden, es wenigstens versucht zu haben.
Doch natürlich, als hätte man ihre Gedanken gelesen, nahm genau in dieser Sekunde jemand ab. Jedoch war nicht der am Telefon, mit dem sie gerechnet hatte.

„Georg Listing“, meldete sich der Bassist ein wenig misstrauisch und Luana zuckte derart zusammen, dass sie beinahe von der Couch rutschte.
„Georg. Das ist also deine Handynummer“, hauchte sie und erwischte sich dabei, ein wenig dankbar dafür zu sein. „Wer ist da?“, fragte Georg scharf, sie hörte ein Geräusch im Hintergrund wie eine Tür, die ins Schloss fiel. „Ich bin‘s“, seufzte die Rothaarige und machte sich bereit für den großen Knall. „Luana.“
Es gab tatsächlich einen Knall, vermutlich aber nur, weil Georg das Handy wohl fallengelassen hatte. Das hässliche Geräusch von Metall auf Fliesen ertönte, dann sein Fluch und ein Knirschen. „Luana, bist du da?“, fragte Georg heillos verwirrt und die Angesprochene schluckte. Sämtliche Erinnerungen schlugen Alarm und es war nur der Bassist. Bill musste geahnt haben, dass es besser gewesen war, zuerst Georg vorzuschicken, um sie daran zu gewöhnen.

„Allerdings“, bestätige Luana leise. „Ihr habt uns über die Ticketnummer erreicht, bei der Buchung. Schon mal von Datenschutz gehört? Das war clever.“ „Not macht erfinderisch“, murmelte Georg, der nun so klang, als fühle er sich höchst unwohl in seiner Haut. „Wir wussten nicht, wie wir dich sonst erreichen sollten.“
„Ihr habt bei meiner Arbeit angerufen, Georg! Weißt du, was ich mir anhören durfte? Wieso habt ihr nicht gleich in der Tageszeitung der Region einen Suchauftrag geschaltet?“
„Bill wollte zu dir fliegen“, unterbracht der Bassist und nahm Luana damit den Wind aus den Segeln. Die Rothaarige verstummte überrascht. „Wie bitte?“ „Er wollte zu dir fliegen“, wiederholte Georg ruhig. „Bill hatte bereits alles geplant, schon an dem Tag, als sie wieder in Los Angeles waren. Tom konnte ihn abhalten, ins Auto zu steigen und zu dir zu kommen. Wir dachten, es wäre besser, wenn wir erstmal versuchen, dich anzurufen. Ich bin froh, dass du dich meldest. Lange hätten wir ihn nicht mehr bremsen können.“ „Tja, wie es aussieht habe ich keine Wahl, ob ich will oder nicht. Wenn ich nicht anrufe, kommt ihr trotzdem. Wieso akzeptiert Bill meine Entscheidung nicht? Ich habe die seine auch respektiert, als ich das Formular unterschrieben habe“, flüsterte Luana, ihre Stimme zitterte.
„Bill hat es verbrannt. Du hättest ihn sehen müssen, Luana. Noch nie habe ich ihn so erlebt, in all den Jahren nicht. Er stand völlig neben sich, als Tom reinkam und verkündet hat, ihr wärt abgereist.“ „Es war notwendig, Georg. Du weißt das. Es konnte nicht so weitergehen, ich habe die ganze Band gefährdet.“
„Ach komm, das wollte Tom dir nur einreden, damit er dich loswird“, meinte Georg hart. „Er hat auch ein schlechtes Gewissen, vor allem, als er die Heftigkeit der Gefühle bemerkte, die sein Bruder tatsächlich hat. Er ist ein Arsch, Luana, aber er wollte Bill beschützen. Er weiß, dass es falsch war.“

„So, weiß er das“, murmelte Luana spitz. „Nach allem was vorgefallen ist, all der scheiße mit Jasmin, mit dem Sex und diesem billigen Gerede von Privatsphäre und Sicherheit, kommt ihr plötzlich auf die Idee, Bill könnte seine Gefühle doch ganz gut selbst einschätzen.“ „Wir kommen aus einer Branche, in der man niemandem trauen kann, wenn man ihn nicht genau kennt“, murmelte Georg beinahe schuldbewusst, obwohl nichts von diesem Zirkus wegen ihm geschehen war.
„Tom vertraut mir also? Und Bill auch?“, fragte die Rothaarige und bemerkte, dass die Frage empfindlich war, denn Georg seufzte. „Tom versucht sein Bestes. Bill… er hat sich schon so in die Vorstellung verrannt, dass du einen Freund haben könntest, dass er beinahe wahnsinnig geworden ist.“
Luana schluckte. Wo sie beim Thema Eifersucht wären…

„Es liegt nicht in seiner Hand, was ich mit wem tue. Bill war derjenige, der es am Strand mit Jasmin getrieben hat-“ „Weißt du das? Oder denkst du das nur?“, wurde sie unsanft unterbrochen. „Er sagte, es war kein Sex, nur beinahe. Das bedeutete einiges.“ „Zum Beispiel, dass er sie gestoppt hat, als er bemerkte, was er da tut“, stimmte Georg zu und man hörte, dass er langsam die Geduld verlor. „War es so?“, fragte Luana vorsichtig. „Jasmin ist schlau. Sie ist schlauer, als wir alle zusammen“, meinte der Bassist leise. „Sie wusste genau, was sie tut und weil weder sie, noch Bill ein Wort darüber verloren haben, was genau vorgefallen ist, musste sie nicht auch unterschreiben. Ich weiß, Luana, dass du unfair behandelt wurdest. Das wissen die Zwillinge auch und dafür möchte ich mich entschuldigen, okay? Es tut mir leid, wie wir mit der Angelegenheit umgegangen sind.“

Luana atmete einige Male tief durch und versuchte, sich zu beruhigen. Tausende Erwiderungen lagen ihr auf der Zunge; dass sie sich einfach raushalten sollten, Georg auflegen und nie wieder Kontakt aufnehmen sollte, bis hin zu einem Ausraster der Superlative, weil er die Situation als Angelegenheit bezeichnete. Würde sie nur den Prinzen Englands daten…das wäre wahrscheinlich unkomplizierter.

„Wo ist er?“, kam ihr die Frage über die Lippen, bevor sie sich bremsen konnte. Sie hörte Georg auf der anderen Seite ruhig atmen. „Oben. Ich kann ihn holen, wenn du willst“, bot er an. In seiner Stimme lag Vorsicht. Wahrscheinlich fürchtete er, es könnte zu viel für sie sein.
„Will er herkommen?“, fragte die Rothaarige, ohne auf seine Worte einzugehen. Der Bassist seufzte. „Wenn du das wollen würdest, wäre er sofort auf dem Weg. Er war nur nicht bei dir, weil er wusste, dass du nicht mit ihm reden willst. Ihm tut das alles leid, Luana. Es bringt ihn um, dass du gegangen bist und er nichts dagegen tun konnte.“ „Hast du deswegen deine Nummer weitergegeben und nicht seine? Hat er Angst?“ „Natürlich hat er das“, sagte Georg in einem Ton, als wäre es offensichtlich.
„Bill befürchtet, dass er das nie wieder geradebiegen kann. Mittlerweile hofft er, wenigstens ein letztes Mal mit dir reden zu können…“

Es wurde still zwischen ihnen, doch die Stille war erdrückend. Luana hatte die Augen geschlossen und dachte fieberhaft nach, was sie sagen sollte. Er wollte eine Chance. Gab es wirklich einen Weg? Vielleicht sogar eine Möglichkeit für sie beide? Oder sollte sie im Keim ersticken, was sie zu vernichten drohte?
Ihr Herz hatte sich schon lange entschieden, es schlug wild und schnell in ihrer Brust, als wollte es losrennen, einen Marathon laufen um sich auszupowern. Als Luana jedoch aufstand, zitterten ihre Beine so sehr, dass sie fürchtete umzukippen.

„Schön“, wisperte sie ins Telefon und hielt sich an der Fensterbank fest. „Du kannst Bill holen. Ich warte.“
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