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Never say never

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Bill OC (Own Character)
13.04.2020
18.10.2021
33
80.668
11
Alle Kapitel
79 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
06.09.2021 2.633
 
Danke an @Juicy98, @Orhideja, @Ninifee1702 und @Marina1990 für die Reviews♥

Derzeit verzeichnet die Geschichte ganze 8.127 Aufrufe, 10 Empfehlungen, 40 Favoriteneinträge und 64 Reviews! Ihr seid klasse!

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Eine Woche.
Eine Woche war seit ihrer Rückkehr nach Hamburg vergangen. Das normale Leben würde am Montag wieder Einzug halten, wenn der Urlaub vorbei war und die Realität des Arbeitslebens zurückkehrte. Luana konnte sich nicht erinnern, jemals in ihrem Leben so fehl am Platz gewesen zu sein, wie in ihrer eigenen Wohnung. Das Sommercamp war in ihrem Kopf, jede einzelne Sekunde davon hatte sich dort festgesetzt und tyrannisierte sie Tag und Nacht. Vor wenigen Tagen war das Camp für beendet erklärt worden, seitdem tummelten sich wilde Geschichten im Netz über ein Mädchen, dass mit einem Bandmitglied geschlafen hatte, selbst von einer Schwangerschaft war die Rede. Luana hatte ihren Namen mehr als einmal in den anonymen Posts gelesen und gleich darauf ihre Profile auf sämtlichen Netzwerken heruntergenommen. Die Campteilnehmer waren gewiss zu Schweigen verdonnert worden, keiner außer Jasmin, Hanna und Luana selbst kannten die Wahrheit, doch zu spekulieren war eine der Hauptaufgaben der Fans geworden.

Natürlich hatte die erste Stellungnahme der Band nicht lange auf sich warten lassen. Sie traten vor die Kameras, professionell und locker wie immer und sagten ihre auswendiggelernten Sätze. Das überhaupt nichts an den Gerüchten dran wäre, die Theorien Lügen seien und im Sommercamp nichts mit Fans gelaufen war. Besonders Tom berichtete begeistert von der Zeit mit den Fans, Georg merkte die sichtliche Belagerung mancher Verrückter an und Gustav schien sogar ganz froh, dass es vorbei war. Einzig Bill war es, der auffällig wenig dazu sagte, obwohl Luana seinen Namen am häufigsten las. In Zusammenhang mit Fangeschichten, Affären und Schwangerschaftsgerüchten um eine Teilnehmerin. Auf die Frage, was davon denn wahr wäre, antwortete Bill immer mit demselben Satz. „Gar nichts. Ich habe mit keinem Fan eine besondere Beziehung gehabt, sie waren mit uns dort, für einen unvergesslichen Sommer. Mehr nicht.“ Danach lächelte er strahlend und reichte das Mikrofon weiter.
Gar nichts. Die Worte steckten im Kopf der Rothaarigen fest und wollten nicht verschwinden. Natürlich musste Bill das sagen. Er musste die Gerüchte abflauen lassen und seinen Text plappern, um nicht in Verruf zu geraten. Irgendwann bemerkte Luana, wie weh es ihr tat, die Band zu sehen. Nun waren sie wieder hinter einem Bildschirm, weit weg von ihr. Es war, als hätte der Sommer nie stattgefunden, wäre nur ein ferner Traum ohne Bedeutung gewesen. Doch so war es nicht. Er hatte seine Wunden hinterlassen, zu tiefe Wunden, um ein Traum gewesen zu sein.

Ein lautes Klopfen ließ die Rothaarige auf ihrem Sessel vor dem Fenster herumfahren. Konnte Hanna es tatsächlich schon wieder versuchen? Seit der Rückkehr vom Camp, machte Hanna sich Sorgen um Luana. Diese wusste, dass sie ihrer Freundin viele Gründe gab, aber sie wollte keine Gesellschaft und Hanna meinte, über das Sprechen zu müssen, was passiert war. Meist schwiegen sie sich dann so lange an, bis die Blondine es aufgab. Luana wollte nicht darüber sprechen; sondern vergessen.
„Luana!“, hämmerte Jemand an der Tür und die Rothaarige zuckte zusammen. Das konnte nicht wahr sein… Was wollte ihr Bruder denn hier!?

Mit einem Ruck, bei dem sie beinahe die Tür aus den Angeln gerissen hätte, öffnete Luana die Wohnungstür und blickte ihrem Bruder Dennis entgegen. Er sah gut aus, zumindest nicht mehr so ungesund wie damals, als die Familie ihn in den Alkohol getrieben hatte. Er trug einen weißen Pullover und dunkle Jeans mit weißen Sneakers. Luana hätte ihn beinahe nicht wiedererkannt.
„Was willst du denn hier?“, fragte sie wenig freundlich und trat zur Seite, um ihn vorbeizulassen. Dennis funkelte sie an. „Unser Bruder hat mich angerufen. Bill sagte, du gehst seit Tagen nicht an dein Handy, sogar Papa fragt schon nach dir und wenn Mama davon erfährt, haut sie noch aus der Klinik ab.“ „Ich war im Sommercamp, ich hab euch allen geschrieben“, murmelte Luana und ließ die Tür ins Schloss fallen. „Das Camp ist seit fünf Tagen vorbei und wir haben alle auf deine Nachricht gewartet, dass du wieder Zuhause bist. Papa möchte mit dir reden. Bei Bill und mir war er schon.“
„Lass mich raten“, sagte Luana wütend. „Er will mal wieder die Familie zusammenführen. Und uns seine neue Affäre vorstellen.“ „Sowas in der Art. Er möchte wieder Kontakt zu seinen Kindern und ist der Meinung, wir seien emotional Instabil, seit Mama in der Klinik ist“, berichtete Dennis und nahm eine Tasse aus dem Schrank in der Küche, als wäre sie hier der Gast und nicht er.

„Wie kann man nur so sein“, murmelte Luana und Dennis stelle die Tasse unter die Kaffeemaschine. „Du kennst doch Papa. Wenn er seine Familienphase hat, sollen wir alle plötzlich die Vergangenheit vergessen.“ „Das kann er knicken“, fauchte Luana, die die Dreistigkeit ihres Erzeugers nicht fassen konnte. „Erst bringt er Mama in die Klinik und dann will er uns um den Finger wickeln.“
Dennis zuckte die Schultern. Bei ihm war das Verhältnis zu seinem Vater schon immer schwierig gewesen.

„Also Schwesterchen“, meinte ihr Bruder lässig und schmiss sich auf die Couch, so dass der Kaffee bedenklich schwappte. „Was ist passiert, dass es so ruhig um dich wird? Sonst waren du und dein Zwilling doch immer ein Herz und eine Seele.“ „Dennis, das ist schwierig“, murmelte Luana und ließ sich wieder in ihren Sessel sinken. „Würde Bill mir jemals eine Beziehung zu jemand ausreden, obwohl ich ihn offenkundig lieben würde?“
Dennis musterte sie verdutzt. Damit hatte er ganz klar nicht gerechnet. „Nur wenn er ein Arschloch wäre. Aber selbst dann, wäre das doch deine Sache, oder? Weder Bill noch mich geht das etwas an.“ „Ganz recht“, bestätigte die Rothaarige nur und bemerkte, wie ihr Bruder den Kopf schieflegte. „Luana, was ist geschehen? Du antwortest auf keine Nachricht, deine Freundin beantwortet keine Fragen und im Netz heißt es, dass Teilnehmerinnen früher abgereist sind. Warst du dabei? Und wenn ja, warum?“ „Was schert es dich?“, murmelte Luana leise. „Es könnte dir egal sein.“ „Ist es aber nicht. Wir haben nicht das Bilderbuchverhältnis zwischen Geschwistern, aber du kannst mir trotzdem sagen, wenn etwas nicht stimmt.“
Luana blickte ihren Bruder abwartend an. Dennis war immer ein eher gefühlskalter Mensch gewesen. Als ältester Bruder hatte er am meisten zwischen dem Ehekrieg ihrer Eltern miterlebt und so manches eingesteckt. Er war geprägt von einer gewaltsamen Kindheit und dennoch spielte er weiterhin den großen Bruder, der durch halb Deutschland reiste, um seine arme Schwester zu besuchen. Er und Bill mussten sich wirkliche Sorgen machen.

„Ja, ich war eine von denen, die früher gegangen sind. Hanna und ich haben das Camp Donnerstag verlassen.“ Dennis nickte zögerlich. „Und weiter?“
„Ich habe mich verliebt“, sagte Luana schließlich und ihre Stimme zeigte deutlich, wie schwer diese Aussage ihr fiel. „In den falschen Mann, so wie Mama. Er hat mich weggeworfen wie ein Spielzeug und ich weiß nicht, wie ich jetzt weitermachen soll.“

Anhand der plötzlichen Ehrlichkeit schien ihr Bruder offenkundig verblüfft. „Du hast dich verliebt? Etwa in einen der anderen Teilnehmer?“ „Nein, Dennis“, sagte Luana mit einem leeren Lächeln. „In einen der Bandmitglieder.“
Kurz herrschte betretenes Schweigen, dann lachte ihr Bruder auf. „Das ist doch nicht dein Ernst? In einen Kerl von der Band? Und du dachtest, dass das gut ausgeht?“ „Ich brauche deine Belehrungen nicht, ich weiß selber, dass es dämlich ist. Aber ja, es ist so.“ „Welcher ist es?“, fragte Dennis, der langsam wieder ernst wurde. „Etwa der, der verheiratet ist?“ „Hast du dich mit denen auseinandergesetzt, weil ich keine Nachrichten beantwortet habe?“, fragte Luana bitter und seufzte. „Nein, nicht in einen von den Verheirateten. Es ist Bill. Der Sänger.“ „Ist der nicht schwul?“, fragte Dennis und bewies damit sein Talent, einfach auszusprechen, was er dachte, ohne Rücksicht auf die Situation. Hanna hatte einmal gesagt, dass sie nicht wusste, ob sie Dennis leiden konnte. Er mochte fürsorglich, beschützerisch und nett sein, konnte sich aber auch in ein sarkastisches, gefühlsloses Monster verwandeln.
„Offensichtlich nicht“, murmelte Luana betreten und ihr Bruder brauchte nur wenige Sekunden, um den Hinweis zu kapieren. „Oh Gott, das darf nicht wahr sein! Du vögelst mit einem berühmten Star in einem Sommercamp für Fans und darum schottest du dich komplett von der Außenwelt ab? Wegen einem Kerl, Luana? Deswegen heulst du hier rum?“ „Ich heule überhaupt nicht! Möglicherweise habe ich mit ihm geschlafen, aber da war mehr. Dennis, ich bedeute ihm etwas, wenn da nur nicht Tom wäre, der-“ „Nein!“, hob Dennis den Finger. „Nein, nein, nein. Falsch. Du bedeutest ihm nichts und weißt du warum? Weil er schon seine ganze Karriere über Frauen hatte, die ihn toll fanden und du warst eine davon. Das merkst du jetzt und deswegen verzweifelst du. Du bist wie Mama! Sobald ein Kerl daherkommt und dich nett anlächelt-“
„Das reicht!“, zischte Luana und Dennis verstummte überrascht. „Ich bin überhaupt nicht wie Mama und Bill ist nicht wie unser Vater. Er ist ganz anders, als Papa!“ „Ach wirklich? Inwiefern?“, fragte Dennis mit einem kühlen Lächeln. „Er würde mich niemals schlagen oder mir willentlich wehtun. Du kennst die ganze Geschichte nicht, Dennis. Urteile nicht über Menschen, die du nicht kennst.“ „Wenn er so anders ist, als Papa“, höhnte ihr Bruder. „Wo ist er dann? Wieso ist er nicht hier?“ „Weil…“, fing Luana an und suchte fieberhaft nach Worten. Dennis seufzte.

„Schon gut, Schwesterchen. Ich hab’s kapiert. Er ist der gute Ritter in deinem Köpfchen und natürlich wollte er nicht nur das Eine. Er ist sanft und würde dir niemals wehtun, hat er dir das gesagt?“ Dennis nahm einen Schluck Kaffee und blickte Luana wütend an. Sie wusste, was er dachte. Dass sie sich leichtfertig an einen Kerl rangemacht hatte, in der Hoffnung auf Liebe und Glück. An einen Superstar mit Geld und Reichtum, ein Mann wie viele Mädchen ihn gerne hätten. Doch er verstand nicht. Er wusste nicht, was geschehen war und welche Umstände sie zu dem Tag heute gebracht hatten. Dennis hatte nie Liebe für jemanden empfunden, abgesehen von familiärer Zuneigung hier und da, aber reine und tiefe Liebe, zu etwas Derartigem war ihr Bruder nicht fähig. Er würde es nie sein.

„Ich weiß, dass du dich darüber lustig machst. Aber ich weiß, dass er etwas für mich empfindet. Wäre da nicht Jasmin und sein Bruder gewesen, hätte er mich nicht aufgegeben.“ „Dann sieht es wohl so aus, als hättest du verloren“, prostete Dennis ihr zu. „Denn sonst wärst du nicht abgehauen, sondern hättest denen, die dir im Weg stehen ordentlich die Meinung gesagt. Seit wann gibst du denn so leicht auf, Luana. Hat dir der Kerl dermaßen den Kopf verdreht, dass du nicht mehr geradeaus laufen kannst?“ „Manchmal kann man eine Schlacht verhindern, wenn man schon weiß, dass man verlieren wird“, gab Luana matt zurück und ihr Bruder lehnte sich in ihre Richtung. „Fragt sich nur zu welchem Preis“, meinte er altklug und trank seinen Kaffee aus, in dem Moment, in dem die Türklingel ertönte. Luana stand auf.
„Das muss Hanna sein.“ „Dann gehe ich wohl besser“, sagte ihr Bruder, der mit Hanna eine Gegnerin im Diskussionen führen gefunden hatte, aber meistens verlor. „Ruf unseren Bruder an, er ist krank vor Sorge. Und melde dich auch bei Papa.“ Als er sah, wie Luana das Gesicht verzog, lächelte er ein wenig. „Wenn du nicht anrufst, fährt er am Ende her und wird eine Woche belagern. Willst du das?“
Luana seufzte ergeben. „Nein.“ „Gut, dann wäre das geklärt.“ Dennis ergriff seine Bikerjacke. Nun verstand Luana, was Hanna immer gemeint hatte. Sie konnte nicht einschätzen, ob sie ihren Bruder gut leiden konnte, oder ihm die Augen auskratzen wollte. Dennis war ein großer Bruder mit unendlich vielen Facetten.

Im Flur rannte ihr Bruder beinahe mit Hanna zusammen, die ihn gar nicht wahrzunehmen schien. „Bis dann, Dennis“, rief Luana ihm matt hinterher, jedoch war sie sicher, dass er eine Weile hierbleiben würde. Man fuhr keine vier Stunden und redete zwanzig Minuten mit der kleinen Schwester.
„Warte, das war Dennis?“, keuchte Hanna vom Treppensteigen und schaute das Treppenhaus hinunter. „Was wollte der denn?“ „Nach mir sehen“, antwortete Luana kurz angebunden. „Er hat mir geschrieben, ob es dir gutgeht“, murmelte Hanna und schlüpfte aus ihren Schuhen. „Ich hab gesagt, er soll dich selbst fragen, aber das er hierher fährt, wollte ich nicht.“ „Das weiß ich. Alles gut, wir haben nur geredet, dass Papa wieder mal Kontakt will. Er denkt, ich bin ein Psycho, weil ich nicht an mein Handy gehe.“ Hanna gab ein Geräusch von sich wie eine wütende Katze.

„Und Oliver hat sich gemeldet“, gab Luana dazu und ihre Freundin riss die Augen auf. Der Ex-Freund war kein gutes Thema, hatte er die Rothaarige doch für eine achtzehnjährige Au-Pair aus Frankreich verlassen. „Er meint, er will einen Neuanfang. Fehler gemacht und so weiter“, winkte Luana ab und folgte Hanna ins Wohnzimmer.
„Was solls. Luana, ich hab Neuigkeiten“, murmelte ihre Freundin so leise, dass Luana nichts verstand. „Hä?“, erwiderte sie deswegen sehr laut und Hanna verdrehte die Augen. „Ich habe Neuigkeiten!“, wiederholte sie und schaute ihre Freundin ernst an. „Luana mich hat vorhin jemand angerufen. Ich stand an der Kreuzung nach meiner Runde und plötzlich klingelt mein Handy.“ Hanna machte eine Pause und starrte Luana unübersehbar vorsichtig an. „Auf der Buchungsbestätigung war meine Handynummer“, hauchte sie. „Ich habe sie angegeben, bei den Tickets im Shop. Am Telefon war der Veranstalter des Sommercamps, die Eigentümer der Seite, die für die Jungs alles organisieren.“ „Woher weißt du das? Es könnten irgendwelche Leute gewesen sein, die dich reinlegen wollen“, unterbrach die Rothaarige, die leichenblass geworden war. Hanna schüttelte den Kopf. „Er wusste sämtliche Buchungsnummer, den Ticketpreis und unsere Postleitzahlen und Adressen. Das würden irgendwelche Verrückten nicht rausfinden. Jedenfalls wollte er mir sagen, dass die Band Kontakt mit uns aufnehmen will. Es wäre… um Streitereien aus der Welt zu schaffen.“

Eine Weile schauten die beiden Freundinnen sich an. „Was hast du geantwortet?“, fragte Luana und Hanna schaute zu Boden. „Das es nicht meine Entscheidung ist. Ich sagte, ich würde es dir ausrichten. Scheinbar haben sie versucht, dich auf Instagram und Facebook zu finden, aber da du alles gelöscht hast. Die Nummer war das Einzige, was sie noch hatten.“ „Wieso rufen dann nicht Bill oder Tom direkt an?“, wollte Luana wissen und allein den Namen auszusprechen sorgte für ein Gefühl von Tausend Nadeln, die in ihr Herz stachen. „Weil sie wissen, dass wir das sofort abweisen würden“, erwiderte Hanna weise und fummelte an dem Loch in ihrer Jacke herum. „Was antworte ich ihnen?“ Luana lehnte sich zurück.
„Was wollen sie hören? Ich fange am Montag wieder an zu arbeiten und du auch, falls du das es vergessen hast. In unserem Leben ist kein Platz für reiche Stars und haarsträubende Geschichten und all das Theater. Ich bin dankbar, wenn unser Name nicht durchsickert, sonst kann ich direkt das Land verlassen. Hanna, der Sommer war unglaublich, auch wenn das Ende echt scheiße war. Aber ich kann nicht ständig daran denken, was ich dort erlebt habe und ein Gespräch wird nichts ändern.“ „Das weißt du nicht“, widersprach die Blondine hart. „Du hast Angst. Das weiß ich.“

Die Rothaarige zog die Beine an die Brust und umschlang diese mit den Armen. „Das stimmt, ich habe Angst. Angst davor, dass ich danach noch mehr von ihm träume und er noch mehr Gedanken in meinem Kopf verursacht. Alte Wunden aufzureißen ist niemals klug.“ „Aber vielleicht gibt es eine Lösung“, sagte Hanna und stand auf.
Luana starrte ihre Freundin ausdrucklos an. Eine Lösung? Waren sie nicht im Sommercamp vor der Lösung gestanden? Eine Verschwiegenheitserklärung und die Sache zwischen Bill und Jasmin. Da war die Lösung. Eine Entschuldigung brauchte sie nicht und darauf hatte sie kein Recht. Was Luana gerade wirklich brauchte, war Ruhe und Abstand. Dann würde sie auch mit diesem Rückschlag in ihrem Leben fertig werden.
Hanna setzte sich neben die Rothaarige und ergriff deren Hände.

„Bill liebt dich, Luana. Jetzt wo es zu spät ist, hat er es gemerkt.“
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