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Eine Wette mit Folgen

von Jasso
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Jimin Suga
12.04.2020
15.03.2021
18
20.124
7
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Dieses Kapitel
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11.01.2021 1.026
 
Als ich das Badezimmer verlies, damit Yoongi ungestört baden konnte, bekam ich die Idee, uns einen gemütlichen Abend vor dem Kamin in meinem, beziehungsweise jetzt unserem Schlafzimmer vorzubereiten. So nahm ich all die Decken vom Bett und diverse Kissen und legte sie schön ordentlich und breit vor diesem aus und war gerade dabei das Feuer im Kamin anzuzünden, als es leise an meiner Tür klopfte. Sofort erkannte ich den Geruch von Taehyung, der sich gedämpft durch die Tür drückte.

Gespannt darauf zu erfahren, warum er mich um die Uhrzeit störte, öffnete ich die Tür und wurde sogleich von ihm aus dem Zimmer gezogen und sah sein besorgtes Gesicht vor meinem. „Ist etwas …“, war alles was ich gerade so noch herausbekam, bevor er mich mit einer starken Umarmung unterbrach und leise anfing zu weinen. Geschockt über die Tatsache, dass mein bester Freund anfing zu weinen und ich nicht wusste warum, machte mich so unglaublich wütend, dass ich mich von ihm losriss und meine Wut verpuffen ließ, als ich sein Kastenlächeln im Gesicht sah.

„Was stimmt gerade nicht mit dir? Hast du Drogen genommen? Obwohl die nicht einmal etwas bei uns anrichten könnten“, skeptisch zog ich meine Augenbrauen zusammen, da er anfing zu kichern und als knallharter General, der unsere Kämpfer trainierte, lachte er nicht sonderlich viel, es sei denn es ging um seinen Mate Jungkook. „AH! Es geht um Jungkook!“, kam mir der Geistesblitz und grinsend, bestätigte er meine Aussage und legte seine beiden Hände auf meine Schultern, während er die Spannung weiter in die Höhe trieb.

„Er ist Schwanger!“, platze es aus ihm heraus und ließ mich verwirrt die Stirn runzeln. „Er ist ein Mann. Wie können Männer schwanger werden? Ist das nicht gegen die Natur? Ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll und die Vorstellung ist schon leicht ekelerregend. Ich meine, kommt es aus dem Hintern?“, meine Fragerei, wurde durch einen Faustschlag von Taehyung unterbrochen, der mich voller entsetzten und Fassungslosigkeit betrachtete.

„Wie kannst du so etwas sagen? Er ist nicht ekelhaft! Wenn du es noch einmal wagen solltest meinen Gefährten so zu nennen, dann reiße ich dir den Arsch auf und mir ist es dann auch egal, dass du der stärkere von uns beiden bist!“, voller Wut, schrie er mich an, was dazu führte, dass ich in diesem Moment, meine gesagten Worte realisierte und Schuldgefühle aufkommen ließ. „Es tut mir leid! So war das nicht gemeint, dass musst du mir glauben!“, Taehyung nahm nickend meine Entschuldigung an und fing an all meine Fragen der Reihe nach abzuarbeiten.

„Nicht alle Männer können schwanger werden und die, die es können, schweigen meist darüber. Soweit ich weiß, kam es in der Vergangenheit nur unter uns Wölfen vor, doch denke ich nicht, dass es nur uns betrifft. Es gibt Männer, die einen weiblichen Wolf zugeteilt bekommen haben, genauso wie es Frauen gibt, die männliche Wölfe in sich tragen. Selten aber möglich. Kommen wir aber zurück zu den Männern.

Wie ich bereits gesagt hatte, tragen sie weibliche Wölfe in sich und können dadurch schwanger werden. In den ersten fünf Monaten wird die Schwangerschaft in menschlicher Gestalt durchgezogen und im sechsten und letzten Monat der Schwangerschaft, übernimmt die Wölfin die Aufgabe des Austragens und muss dafür in ihrer Wolfsgestalt bleiben. Die Wölfin gebärt die Kinder als kleine Welpen und schützt damit nicht nur die Kinder, sondern auch ihren männlichen Menschenpartner vor einer gefährlichen Operation.

Deswegen ist auch nichts Ekelerregendes daran und aus dem Hintern kommt der Nachwuchs auch nicht. Auch wenn sie dadurch gezeugt wurden, aber das ist ein anderes Thema. Also Jimin, wie kann etwas gegen die Natur sein, wenn sie es selbst vorgibt? Sag es mir“, forderte Taehyung mich auf.

„Nichts. Wenn es die Natur so will, hat sie sich schon etwas dabei gedacht. Nur warum habt ihr mir nie gesagt, dass es dieses Phänomen in unserer Rasse gibt und Jungkook dazu gehört? Wir hätten in der Vergangenheit besser auf ihn aufpassen können, so wie wir es jetzt machen werden, da ich nicht möchte, dass ihm und euren Kindern etwas passiert“, enttäuscht, blickte ich ihm in seine Augen und ich erkannte, seine Reue darin. „Ich konnte es dir nicht sagen, weil ich es meinem Mate versprochen hatte. Bis er es mir selbst erzählt hatte, waren wir bereits über ein halbes Jahr als Mate-Paar zusammen. Es ist leider nicht so normal für andere, wenn ein Mann schwanger werden kann und er wollte nicht als Missgeburt abgestempelt werden. Zusätzlich wollte er einfach als normaler Mann behandelt werden und nicht wie die Frauen und Welpen unserer Gesellschaft“, verstehend nickte ich auf seine Antworten, da es verständlich war. Keiner wollte anders behandelt werden, egal welcher Rasse er abstammte.

„Trotzdem müssen wir jetzt stärker auf ihn achtgeben und selbst wenn er jetzt sauer werden wird darüber, werde ich ihn in keinen Außeneinsatz mehr schicken. Das Risiko, dass etwas schief läuft ist eh schon immer hoch, doch jetzt ist es noch gefährlicher für ihn. Du kannst ihm also meine Glückwünsche zu eurem Nachwuchs ausrichten und ihm mitteilen, dass er jetzt wirklich nur noch der Buchhalter für uns sein wird“, fest schloss ich Taehyung in meine Arme und schickte ihn zu Jungkook zurück.

Mit dem Wissen, das Männer schwanger werden können, ging ich zurück ins Schlafzimmer und wünschte mir, dass Yoongi es auch werden könnte. Der Gedanke daran, dass unsere Rabauken hier herumwüten würden, zauberte mir ein breites Lächeln ins Gesicht und so machte ich mich auf den Weg ins Badezimmer, da Yoongi bereits eindeutig zu lange im Wasser badete.

Zu meiner Verwunderung, war das Wasser in der Badewanne bereits abgelassen und von ihm war keine Spur im Bad zu sehen. Irritiert, blickte ich mich im Schlafzimmer um, bis mein Blick auf das offene Fenster fiel und in mir machte sich eine Unruhe breit. Langsam lief ich auf das Fenster zu und konnte plötzlich meinen Mate nicht mehr spüren. Es war so, als ob er sich vor mir abschirmen würde und da wurde mir klar, dass er weggelaufen war.

Mein Herz zog sich schmerzlich zusammen und ich brülle vor Schmerz und Trauer so laut ich konnte auf, mit der Hoffnung, dass meine andere Hälfte mich hören und zu mir zurückkommen würde.
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