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Narnianische Kurzgeschichten

von KatWolfLW
KurzgeschichteAllgemein / P12 / Gen
Lucy Pevensie Peter Pevensie Prinz Kaspian X. Susan Pevensie
11.04.2020
15.12.2020
3
2.978
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11.04.2020 1.070
 
Lucy saß an ihrem Schreibtisch und dachte über einen Aufsatz nach, den sie für Englisch schreiben sollte. Schreibt über eine Person oder eine Gegend / Ort, den ihr vermisst.
So sehr sie überlegt, fiel ihr nur Narnia und ihrer Bewohner ein. Über Zentauren, Faune, sprechende Tiere oder einem Land, das auf dieser Erde nicht existierte, konnte sie nicht schreiben. Es war kein Aufsatz über Fabelwesen oder Fantasieländer. Nur, dass Narnia für sie keine Fantasie war. Die Lehrerin und Mitschüler wussten dies nicht. Wie sollten sie es auch.
Dieser Aufsatz musste, sie so gut wie möglich schreiben. Sprachlich hatte sie kein Problem. Doch mit ihren Gedanken verfehlte sie den Inhalt. Wahrscheinlich war es trotzdem besser über Narnia zu schreiben, anstatt gar keinen zu schreiben. Doch dann konnte sie nur mit einem D rechnen, wenn sie vorlesen sollte. Ihre guten Noten waren ihr wichtig. Warum also musste sie an so einer einfachen Aufgabe scheitern. In Narnia hatte sie in einem Krieg gekämpft und jetzt schaffte sie es noch nicht einen Aufsatz zu schreiben. Welch eine Ironie.
Die Narnianen als Mensch zu tan fühlte sich wie Verrat an und als würde sie über Fremde schreiben.

"Was ist los, Lucy", fragte Peter hinter ihr und setzte sich auf Lucys Bett. Ohne sich den Schrecken anmerken zu lassen, drehte Lucy sich um. In Narnia hatte sie immer die kleinsten Geräusche war genommen, doch hier schaffte sie es noch nicht einmal ihre Zimmertür zu hören. Im Gegensatz zu manchen Geräuschen im Wald war sie laut.
"Ich komme mit meinem Aufsatz in Englisch nicht weiter. Ich kann schlecht über Narnia schreiben. Die anderen meinen so schon, dass ich in meiner eigenen Welt lebe", seufzt Lucy.
"Ich weiß Lucy. Wir alle vermissen Narnia. Jeder von uns hatte Probleme hier wieder anzukommen. Doch dir fällte es am schwersten. Du hängst immer noch zu sehr an Narnia."
"Ich habe Angst sie alle zu vergessen", flüsterte Lucy traurig.
"Ach Lucy. Auch wenn ich nicht so oft daran denke, werde ich nie Aslan, Mr. Tumnus und all die anderen vergessen. Nie wird einer von dem Abenteuer in Narnia vergessen. Doch machte es auch nicht leichter, immer daran zu denken. Hier müssen wir uns die Zukunft selber aufbauen. Es gibt keine Prophezeiung, die uns den Weg zeigt."
"Aber ich vermissen keinen Ort so sehr wie Narnia."
"Denk einfach den Ausgangspunkt unseres Abenteuers." Mit diesen Worten stand Peter auf und ging zur Tür.
"Das Haus vom Professor gehört für mich zu Narnia", erwidert Lucy ehrlich.
"Dann gibt es doch ein wenig Narnia in dieser Welt, über das du schreiben kannst." Peter lächelt sie an und verlässt den Raum.
In diesem Moment war sich Lucy sicher mit dem Hochkönig Peter gesprochen zu haben und nicht mit dem Schuljungen aus dieser Welt. Er hatte eine Macht, Gerechtigkeit und Wissen ausgestrahlt, wie in Narnia. Lächelnd wandte sich Lucy wieder ihren Aufsatz zu. Sie würde den Vorschlag von Peter heute noch umsetzten, aber erst musste der Aufsatz für Englisch fertig werden. Das andre hatte noch Zeit.
In Gedanken an das große Haus vom Professor Digory Kirke schrieb sie den Aufsatz.
Zufrieden lehnte sie sich zurück, nachdem sie fertig war. Kurz schloss sie die Augen und atmete tief durch. Zur Sicherheit ließ sie den Text noch einmal durch. Mit keinem Wort hatte sie Narnia erwähnt und den Wandschrank erwähnte sie auch nur in einem Nebensatz.

Am nächsten Morgen ließ sie sich kurz vor dem Stundenanfang auf ihren Stuhl fallen. Es war ihrer Meinung einfach viel zu früh. Wie auch immer sie in Narnia immer so früh hatte aufstehen können. Generell hatte sie in Narnia nicht so viel Erholung gebraucht. Sie kramte ihre Englischsachen aus der Tasche und ließ den Kopf auf die Tischplatte sinken.
Schon kam Ms. Abbot, die Englischlehrerin, in die Klasse. Augenblicklich war es ruhig.
"Guten Morgen", begrüßt sie die Schüler.
"Guten Morgen, Miss Abbot", antworteten die Schüler im Chor.
"Lucy, lies deinen Aufsatz vor."
Lucy las ihren Aufsatz vor. Am Anfang noch etwas unsicher, doch dann wurde es besser. Lieber regierte sie ein Land, anstatt einen Aufsatz vorlesen zu müssen.
"Wann wart ihr da und mit wem warst du da.?", fragte die Lehrerin, nachdem sie geendet hatte.
"Ich war dort mit meinem Geschwister während des Kriegs. Unsere Mutter hat uns dorthin geschickt." Die Lehrer nickte nur und machte sich eine Notiz in ihr Notenheft. Lucy hoffte auf ein B. Weiter Schüler lasen vor. Danach wurde in der Klasse kurz über die Texte diskutiert und dann ging es mit dem normalen Unterricht weiter.

Nach Stundenende blieben die Schüler sitzen, die vorgelesen haben.
"Leo, von dir hatte ich mehr erwartet", sagte Ms. Abbot frei heraus. "Bei dir habe ich nicht gemerkt, dass du den Ort vermisst. Du musst noch stärker im Ausdruck werden. Deswegen gebe ich dir ein C-. Streng dich auch im restlichen Unterricht an, dann kannst du deine Wunschnote noch erreichen." Die drei weiteren Schüler bekamen ihre Noten genannt.
"Nur zu dir Lucy, sprachlich war es wie immer einwandfrei. Du hast sehr schön zum Ausdruck gebracht, wie sehr du den Ort vermisst. Da bestehen für mich absolut keine Zweifel. Auch war es der beste Text, denn ich seit langen von einem Schüler gehört habe. Deswegen gebe ich dir dafür auch ein A+."
Ungläubig starrte Lucy ihre Lehrerin an. Ms. Abbot gab sehr selten ein A+. Da musst auch schon alles stimmen.
Noch etwas verwirrt packte Lucy ihre Tasche und machte sich auf zum Physikraum. Die Pause war fast um. Hinter ihr tuschelten die andern über ihre Note. In den nächsten fünf Minuten würde es die ganze Klasse wissen. Lucy war es egal.

Grade angekommen, klingelte es auch schon zur nächsten Stunde. Mr. Smith brauchte mal wieder etwas länger.
"Wir alle dachten, dass du wieder über dein Traumland erzählst. Du vermisst diese Nana doch so schrecklich?", fragte Josie sie abwertend.
"Es heißt Narnia. Es lebt in dem Gebäude. Meine Geschwister und ich haben es zum Leben erweckt.", erwiderte Lucy.
Josie schnaubte. "Du wirst nie Erwachsen oder?"
"Doch. Aber Kindheitsträume erinnern einen immer daran, wer man ist." Die meisten wunderten sich, warum Lucy auf einmal so erwachsen klang. Wollte sie nicht ein kleines Mädchen bleiben?

Königin Lucy die Tapfere, hatte auf ihr gesprochen. Sie war erwachsen.
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