Call Me Sir

von Maya88
GeschichteRomanze / P18 Slash
Jungkook RM
11.04.2020
23.05.2020
4
20.441
18
Alle Kapitel
30 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
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23.05.2020 6.186
 
Hallo ^^/)

Willkommen zurück zum nächsten Kapitel :D
Vorweg möchte ich den Review-Schreibern danken, die mir zum letzten Kapitel geschrieben haben: Artisaba, jasbir, briannafabienne, White Lily, Makani-Chan, Cookie und Jasso - vielen lieben Dank an euch alle ♡
Außerdem ein großes Danke für die neuen Favo-Einträge und 4 neue Sterne :) !!
Ihr macht mich sehr glücklich~ !

Aber nun zum Kapitel ^^
Jeongguk trifft das erste Mal auf Jimin und Taehyung und hat seine allererste Lehrstunde bei Namjoon :D !
Die Kink-Liste, die Jimin Jeongguk gibt, könnt ihr hier finden: https://docs.google.com/document/d/1GbtIJk2qJVhvj0mj6C5FmkD4wvx9uATSupl3CxDiZqE/edit?usp=sharing
Die habe ich selbst zusammengestellt und ist sehr einfach - in einem späteren Kapitel gibt es mehr ;)
Für die Lehrstunde hier noch zwei Bilder zu Gegenständen, die Namjoon verwendet:
Leather Restraints: https://ae01.alicdn.com/kf/H81fd400a9512462fa09c5aa5f5d42366y/Female-Leather-Handcuff-Neck-collar-Wrist-strap-Fetish-Bondage-Erotic-sex-toys-Bdsm-Restraint-sex-toy.jpg_q50.jpg
Rope Cuffs (with ring): https://i.etsystatic.com/16759092/r/il/98a673/1595509726/il_794xN.1595509726_6gmv.jpg
Anmerkung: Das Seil ist eigentlich etwas länger, schwarz und die Schlaufen am Ende haben keine Ringe - ich habe nur leider nicht genau das Seil online gefunden, was ich meine ^^°

Ich habe außerdem die vorläufige Kapitelanzahl der Geschichte auf 16 festgelegt (sofern meine Planung aufgeht), aber mit einem Fragezeichen versehen, weil es durchaus auch 15 oder 17 (oder 18) werden können ^^°





Call Me Sir
Kapitel 4
Teil: 4/16 (?)

Warning: BDSM, Boys Love, Smut, Slow Burn
Rating: MA (explicit sexual content, light & hard BDSM)

Tags: Exhibitionism (mentioned), Masochism (mentioned), Degradation (mentioned), Voyeurism (mentioned), Bondage (Rope Bunny, Water Bondage, St. Andrew's Cross, Shibari; mentioned), Bondage Gear (Handcuffs, Collar, Body Harness; mentioned), Bondage Gear (Bondage-Tape, Wristbands, Rope, Spreader Bar, Neck & Cuffs Restraint; used), Subspace

Personen: Kim Namjoon, Jeon Jeongguk, Kim Seokjin, Min Yoongi, Park Jimin, Jung Hoseok & Kim Taehyung, Kim Youjin (KNK, mentioned)
Pairings: Namjoon x Jeongguk, Yoongi x Jimin, Hoseok x Taehyung
Disclaimer: Keiner der hier erwähnten Musiker gehört mir und ich verdiene kein Geld hiermit

Viel Spaß beim Lesen!
Maya


Jeongguk wusste nicht, ob er am nächsten Tag unbedingt 'besser' drauf war, aber auf jeden Fall nervöser. Er hatte versucht, den Tag über in der Uni konzentriert und aufmerksam zu sein, und war später auch noch einmal zu Youjin gegangen, um sich für das verpatzte Training zu entschuldigen. Der hatte ihm schnell verziehen, machte aber auch deutlich, dass er ihn beim morgigen Training wieder in Topform erwartete, was Jeongguk ihm versprach. Nach der Uni war er in die Bibliothek gegangen und hatte sich dort einige Stunden verbarrikadiert, in der Hoffnung, seine Nerven zu beruhigen. Ablenkung durch Arbeit war eine bewährte Methode, doch je später es wurde und sein Treffen mit den zwei unbekannten Subs näher rückte, desto vergeblicher wurde seine Mühe, seine Gedanken auf Hausarbeiten zu fokussieren.

Er sah auf die Uhr und trommelte ruhelos mit seinen Fingern auf die Tischplatte; die Studentin, die ihm schräg gegenüber saß, warf ihm einen bösen Blick zu. Jeongguk lächelte nervös und legte die Hand in den Schoß, bevor er wieder auf sein Handydisplay starrte.

In nicht einmal 30 Minuten musste Jeongguk die Bibliothek verlassen, um rechtzeitig bei seinem Treffen mit Jimin und Taehyung in der Kneipe zu sein. Es war dieselbe Kneipe, die er und das Team erst letzten Donnerstag zum Feiern aufgesucht hatte, und war nicht weit weg. Namjoon hatte ihm gesagt, dass die beiden Subs an ihrem Stammtisch in der Ecke sitzen und auf ihn warten würden. Unruhig rutschte er auf seinem Stuhl herum. Vielleicht hätte er darum bitten sollen, erst einmal nur einen von ihnen zu treffen? Der Gedanke, zwei erfahrenen Subs gegenüber zu sitzen, war doch etwas einschüchternd. Was hatte er sich nur dabei gedacht? Sie würden ihn für den letzten Trottel halten! Er unterdrückte ein verzweifeltes Wimmern und warf der Studentin einen entschuldigenden Blick zu, als er den Tisch beim Aufstehen anrempelte und sie aussah, als würde sie ihn erwürgen wollen. Sie war wohl heilfroh, als er sich schleunigst davonmachte.

Vor der Kneipe blieb er noch einen Moment stehen und nahm sich die Zeit, tief durchzuatmen. Er war ein paar Minuten zu früh, aber er wusste, dass man ihn schon erwarten würde, sobald er durch die Tür trat. 'Jetzt oder nie', sagte er sich, umklammerte den Griff seiner Tasche und betrat die Kneipe. Es war überraschend voll für einen Dienstag und seine Augen huschten automatisch zu dem großen Tisch rechts vom Eingangsbereich, an dem er einige Tage zuvor mit seinem Team gesessen hatte. Eine Gruppe junge Männer – wahrscheinlich Studenten wie er – saßen dort, unterhielten sich, tranken und lachten im nächsten Moment lautstark über einen Witz. Er wandte den Blick ab und ging weiter nach hinten durch und als er eine kleine Gruppe Männer in Anzügen bei ihrem Feierabendbier passierte, konnte er den Tisch in der Ecke erspähen. Zwei junge Männer saßen an dem Tisch, einer mit blonden Haare und einer mit braunen. Als ob er Jeongguks Blick gespürt hätte, sah der Mann mit den helleren Haaren ihn an, lächelte und winkte ihm. Der Student war für einen Augenblick verwirrt, trat aber näher heran und erwiderte das Lächeln schüchtern.

Der Mann, der ihm gewinkt hatte, erhob sich von seinem Platz und streckte ihm die Hand entgegen. „Hi!“, grüßte er ihn enthusiastisch, „Du bist Jeongguk, richtig?“ Immer noch leicht perplex ergriff er die dargebotene Hand. „Eh, ja, hi“, erwiderte er und sah, wie das Grinsen des anderen noch breiter wurde, „Und du bist...?“ „Jimin“, stellte er sich vor und sie setzten sich an den Tisch, wo Jimin auf seinen Nebenmann deutete, „Und das ist Taehyung. Freut uns, dich kennenzulernen!“ Jimin hatte weiche, freundliche Gesichtszüge und volle Lippen, während Taehyung definierter, etwas kantiger war und aussah wie ein Laufsteg-Model. Davon abgesehen, sahen beide absolut normal aus und Jeongguk wäre nie auf den Gedanken gekommen, dass es sich um Mitglieder der BDSM Community handeln könnte. Aber was hatte er auch erwartet? Lack und Leder? Leinen und Halsbänder? Sie waren ganz normale Menschen, genau wie Namjoon. … Nur, dass sie darauf standen, dominiert und ausgepeitscht zu werden. Völlig normal.

„Namjoon sagte, dass du dich erst seit einigen Wochen für das Thema interessierst und noch keine persönlichen Erfahrungen hast“, begann Jimin das Gespräch und Jeongguk nickte. „Eh, ja, erst seit ein paar Wochen“, wiederholte er unbeholfen und sah die beiden dann interessiert an, „Darf ich... Ich meine... Wie lange...?“ Jimin lächelte freundlich und ignorierte sein Gestotter. „Wie lange wir schon dabei sind? Lass mich nachdenken... Hm, das dürften jetzt so drei, dreieinhalb Jahre sein.“ Er strahlte und wandte sich dann an Taehyung, der dies als Aufforderung zu antworten verstand. Er schürzte die Lippen und dachte einige Sekunden lang nach. „Bei mir dürfte es jetzt so ein Jahr sein, aber Jiminnie und die anderen kenne ich erst seit einigen Monaten, nachdem ich mit Hoseok zusammengekommen bin.“ Hoseok; Jeongguk kannte den Namen. Laut Namjoon war er die Anlaufstelle, wenn er sich mehr mit Masochismus und Exhibitionismus auseinandersetzen wollte – und er erinnerte sich, dass er einen Sub erwähnt hatte, der auf Exhibitionismus und Schmerzen stand. Hatte er Taehyung damit gemeint? Er wollte nicht danach fragen und wunderte sich, ob es überhaupt angemessen wäre. Doch war er nicht hier, um sich mit anderen Subs 'auszutauschen', wie Namjoon es ausgedrückt hatte?

Jimins Augen funkelten verschmitzt. „Na los“, sagte er und Jeongguk blinzelte irritiert, „Frei von der Leber weg. Ich kann dir an der Nasenspitze ansehen, dass du Fragen hast.“ Seine Ohren glühten und er verwünschte seinen Körper, dass er ihn so schamlos verriet. Er räusperte sich und überlegte, wie er die Frage am besten formulieren sollte. „Ich glaube, Namjoon sagte, dass einer von euch... auf Schmerzen und... Exhibitionismus steht. Und er sprach auch von Hoseok und, na ja, ich habe mich einfach gefragt, ob du damit gemeint warst...?“ Er warf Taehyung einen vorsichtigen Blick zu. Der sah absolut ungerührt aus, lediglich eine seiner Augenbrauen glitt elegant in die Höhe. „Oh. Ja, das bin dann wohl ich. … Wann hat er mich denn erwähnt?“ Jeongguk war vielleicht neu, was BDSM anging, aber er verstand dennoch die eigentliche Frage, die der andere stellte: 'In welchem Kontext ist mein Name gefallen, dass Namjoon dir ausgerechnet von meiner Neigung zu Schmerzen erzählt hat?' Peinlich berührt versuchte Jeongguk eine bequemere Haltung auf seinem Platz zu finden, um seine Antwort hinauszuzögern, und seine Augen auf etwas anderes zu lenken, als die beiden Subs vor ihm. Er war sich hundertprozentig sicher, dass diese ihn durchschauten, doch keiner von ihnen drängte ihn. „Na ja“, begann er schließlich, weil er wusste, dass er nicht darum herumkam, „Ich hatte ihm das Ergebnis des Tests gezeigt, den er mir empfohlen hat –“ Und noch ehe er weitersprechen konnte, machte Jimin ein Gesicht, als wäre ihm etwas Wichtiges eingefallen. „Stimmt!“, stieß er aus und sah ihn aus großen, neugierigen Augen an, „Er sprach davon, dass du den Test gemacht hast – aber er wollte uns nicht ohne dein Einverständnis vom Ergebnis erzählen.“ Er sah beinahe aus, als wolle er anfangen zu schmollen, doch dann riss er sich zusammen und lächelte wieder. „Hast du das Ergebnis dabei? Darf ich es sehen?“ Jeongguk verzog gequält das Gesicht und brachte den anderen damit zum lachen. Aber er kam der Bitte nach. Er kannte Jimin gerade erst ein paar Minuten und wusste jetzt schon, dass er einer dieser Menschen war, denen man einfach nichts abschlagen konnte. Also suchte er den Screenshot in der Galerie heraus und schob ihm das Handy über den Tisch. Jimin nahm es entgegen und Taehyung beugte sich zur Seite, sodass er über die Schulter des anderen ebenfalls auf das Display sehen konnte.

Das war jetzt das zweite Mal, dass Jeongguk das Ergebnis mit jemandem teilte und es war ihm noch genauso peinlich wie beim ersten Mal. Er selbst hatte sich das Testergebnis sooft angesehen, dass er die ersten Zeilen mittlerweile auswendig kannte: ' 91% Degradee, 82% Submissive, 78% Rope Bunny, 62% Masochist, 59% Exhibitionist, 55% Voyeur'. Er hatte die Definitionen nachgeschlagen und wusste, was damit gemeint war, doch auch nach wiederholtem Durchlesen fiel es ihm schwer, diese Dinge als Teil von sich zu akzeptieren. Die beiden Subs vor ihm schienen dies jedoch geschafft zu haben.

Jimin und Taehyung nickten, nachdem sie einen Blick auf das Ergebnis geworfen hatten, sahen aber weiter unbeeindruckt aus und gaben ihm das Handy zurück. „Weißt du, was die Begriffe bedeuten?“, hakte Jimin nach, „Degradee, Rope Bunny und so?“ Anstelle seiner Ohren glühte jetzt Jeongguks ganzes Gesicht. „Eh, ja, ich meine, ich habe es nachgelesen, also...“ Er wusste nicht wirklich, wie er den Satz beenden sollte, also ließ er ihn unvollendet in der Luft zwischen sich und den beiden Subs hängen und verstummte. Namjoon wollte, dass er seine Scham verlor und lernte, darüber zu reden, und Jeongguk war sich sicher, dass er das Treffen mit Jimin und Taehyung vereinbart hatte, in der Hoffnung, dass es ihm helfen würde – doch es fiel ihm so unglaublich schwer. Jetzt gerade wollte er einfach nur von einem Loch im Boden verschluckt werden.

Zu seiner Überraschung war es Taehyung und nicht Jimin, der über den Tisch griff und seine Hand behutsam über die seine legte. Jeongguk sah auf und mit einem Mal wirkten die Gesichtszüge des Mannes viel weicher als zuvor. „Ich weiß, das alles hier ist neu für dich“, meinte er und seine tiefe Stimme klang verständnisvoll, „Aber du kannst absolut offen und ehrlich zu uns sein. Und nur, weil dich der Gedanke erregt, gefesselt, erniedrigt und geschlagen zu werden – zumindest im sexuellen Kontext – macht dich das weder zu einem Freak, noch zu einem schlechten Menschen. Glaub mir, es ist noch nicht lange her, da ging es mir genauso wie dir. … Aber ich habe mich damit abgefunden und ich genieße jede Sekunde, die ich mit Hoseok verbringe. Und du wirst diesen Punkt auch irgendwann erreichen. … Wir sind für dich da, also zögere nicht, dich an uns zu wenden, wenn du was brauchst, okay?“ Sie sahen sich in die Augen und als Taehyung lächelte, wäre er ihm am liebsten in die Arme gefallen. Die Worte des anderen hatten ihn berührt und es war in der Tat tröstlich, zu wissen, dass da noch jemand war, der genau verstand, was in ihm vorging und ihm zur Seite stehen würde. „D-Danke“, flüsterte er und Taehyung drückte ihm kurz die Hand, ehe er sich wieder zurücklehnte. Jimin strahlte und schmiegte sich etwas näher an seinen Freund und Jeongguk fühlte, dass da eine besondere Bindung zwischen ihnen bestand, die er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht begreifen konnte, aber sich darauf freute, sie zu verstehen zu lernen.

„Oh! Da fällt mir ein, ich habe da noch was mitgebracht“, rief Jimin sich in Erinnerung und zog ein paar zusammengefaltete Blätter Papier aus seiner Hosentasche, „Mir ist zu Ohren gekommen, dass du zum nächsten Mal eine Kink-Liste mitbringen sollst und da ich nicht wusste, ob und was für eine du zur Verfügung hast, habe ich dir die mitgebracht, die ich selber damals ausgefüllt habe!“ Er faltete das Papier auseinander und nahm von Taehyung den Kugelschreiber entgegen, den er ihm reichte, und rutschte dann auf seinem Platz etwas weiter nach vorne, näher an Jeongguk heran.

„Es ist ganz einfach“, erklärte er, „Das ist eine Liste von typischen BDSM Aktivitäten, unterteilt in sieben Kategorien. Daneben ist jeweils ein Kästchen für die Antworten 'Ja', 'Nein' und 'Vielleicht' und ein wenig Platz für eine Anmerkung. Du gehst die Liste also einfach durch und kreuzt an, was dich interessiert, was dich absolut gar nicht anmacht und was du vielleicht ausprobieren möchtest – also momentan weder ein klares Ja noch ein klares Nein ist. Klar soweit?“ Er schob die Blätter zu ihm rüber und Jeongguk überflog die Seiten einmal grob. Die Liste ging, seiner Meinung nach, ziemlich ins Detail; von Material, das benutzt werden durfte und sexuelle Praktiken, mit denen er sich einverstanden erklärte, bis hin zu Kleidung, die er vielleicht bevorzugte. Er war überrascht – oder auch nicht? – dass er viele Dinge kannte, aber er entdeckte auch Wörter, die ihm absolut gar nichts sagten. Er warf einen genaueren Blick auf die erste Kategorie, Bondage, und runzelte unsicher die Stirn. „Aber, Jimin, ich habe doch noch gar nichts ausprobiert. Woher soll ich dann wissen, welches Material ich zum Beispiel bevorzuge oder welche Art von Bondage? Was zum Henker ist denn bitte 'Water Bondage'?“ Er sah von der Liste auf und obwohl Jimin amüsiert schien, lachte er ihn nicht aus. „Genau wissen kannst du es natürlich nicht“, stimmte er ihm zu und stützte sich auf die Hand, „Aber wenn du zum Beispiel weißt, dass du auf keinen Fall wie eine Sushi-Rolle in Plastikfolie eingewickelt werden willst, kannst du da schon mal ein 'Nein' ankreuzen“, er lachte und steckte Taehyung und Jeongguk an, „So würde ich anfangen: Dinge, die dir überhaupt nicht zusagen, wegstreichen. Alles, was übrig bleibt, teilst du in deinem Kopf ein in 'Ja, das klingt geil, das will ich unbedingt' und 'Hm, ich bin mir nicht sicher, bin dem aber auch nicht abgeneigt, vielleicht probier ich's aus'. … So hab ich das damals gemacht!“ „Genau“, fügte der Sub mit den dunklen Haaren hinzu und nahm Jimin den Stift aus der Hand, um ihn Jeongguk zu reichen, „Und was du nicht kennst, erklären wir dir. Das ist auch erst einmal nur eine vorläufige Liste. Sobald du einige Dinge ausprobiert hast und du weißt, wie du dich damit fühlst, kannst du sie immer noch überarbeiten.“

Von den beiden Männern ermutigt, nahm Jeongguk den Stift zur Hand und ging die Liste mit ihnen durch – angefangen mit den Dingen, die für ihn gar nicht erst infrage kamen. Und der Rest war auch weit weniger peinlich, als er befürchtet hatte. Jimin und Taehyung machten die Situation für ihn so angenehm wie möglich, indem sie von ihren eigenen Erfahrungen mit bestimmten Techniken erzählten oder davon schwärmten, wie gut sich ein bestimmtes Material auf der Haut anfühlte oder wie heftig ihr Orgasmus gewesen war... Jeongguk wusste nun mit Sicherheit, dass ihm vor den beiden absolut nichts peinlich sein musste.

-


Mit dem zusammengefalteten Papier in der Hosentasche seiner Jeans, stand er Freitagabend vor Namjoons Tür. Sie hatten sich darauf geeinigt, dass diese... 'Lehrstunden' in der Wohnung des Älteren stattfinden würden. So mussten sie nichts unnötig durch den Flur tragen und gegebenenfalls mehrmals laufen, sollte etwas vergessen worden sein, und Namjoon hatte alles schnell und sicher griffbereit für den Fall eines Notfalls. Jeongguk konnte sich noch nicht genau ausmalen, was für ein Notfall dies sein sollte, doch das würde er wohl noch erfahren.

Als er an Namjoons Wohnungstür klopfte, konnte er immer noch nicht ganz glauben, dass er gleich seinen ersten richtigen Vorgeschmack auf BDSM kriegen würde...

Die Tür ging auf und Jeongguks Herz klopfte bis zum Hals. Trotz allem lächelte er und freute sich, als sein Nachbar die Geste erwiderte und ihn ohne Umschweife hereinbat. Als er sich im Wohnzimmer aufs Sofa setzte, fühlte er sich mit einem Mal etwas 'underdressed'; Namjoon schien noch seine Sachen von der Arbeit zu tragen – minus das Jackett. Er hatte die obersten Knöpfe seines Hemds geöffnet, die Krawatte gelockert und die Ärmel hochgeschoben und Jeongguk schluckte den Speichel hinunter, der sich plötzlich in seinem Mund gebildet hatte. Er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen und wartete darauf, dass Namjoon die Führung übernahm und die Lehrstunde offiziell eröffnete.

„Schön“, sagte dieser schließlich und kam näher, „Dann lass uns mal anfangen. Hast du die Liste mitgebracht, um die ich dich gebeten hatte?“ Jeongguk befeuchtete sich die Lippen, nickte und zog das Papier aus seiner Hosentasche. Er strich die Seiten glatt und reichte sie Namjoon, der sich neben ihn setzte und begann, die Liste aufmerksam zu studieren. … Das war definitiv ein anderes Gefühl, als die Liste mit Jimin und Taehyung durchzugehen. Nervös fragte er sich, was der Dom davon hielt, was er mit 'Ja' oder 'Nein' angekreuzt hatte, und was er über ihn denken musste. Er hatte das Bedürfnis, etwas zu sagen, anzumerken, dass er sich bei vielem nicht ganz sicher war und dass er die Liste noch weiter überarbeiten würde – doch war ihm klar, dass Namjoon dies natürlich wusste. Es diente mehr dazu, seine eigenen Nerven zu beruhigen und die Stille zu vertreiben. Allerdings hielt er den Mund und versuchte die Situation auszuhalten. Als Namjoon schlussendlich nickte und aufsah, schluckte er nervös und wartete auf sein Urteil. „Das hast du gut gemacht“, kommentierte er die ausgefüllte Kink-Liste und Jeongguk ging das Kompliment runter wie Öl, „Die Dinge, hinter denen du 'Nein' angekreuzt hast, werde ich ignorieren und nicht zur Sprache bringen. Auf ein paar andere Sachen unter 'Vielleicht' werde ich später noch einmal zurückkommen, doch jetzt konzentrieren wir uns erst einmal auf die Bondage-Kategorie. Einiges, was du mit 'Ja' beantwortet hast, werden wir heute ausprobieren, damit du siehst, ob es dir wirklich gefällt. Aber wie ich schon sagte: Wir fangen langsam an und schauen erst einmal, wie du überhaupt darauf reagierst. Kommunikation ist wichtig“, wiederholte er, was er ihm bereits am Samstag gesagt hatte, „Du musst mir sagen, was in dir vorgeht. Verstanden?“ Jeongguk nickte. „Verstanden.“ Namjoon blieb noch einen Moment sitzen und sah ihn aufmerksam an, suchte vielleicht nach einer Lüge oder Anzeichen von Angst. „Okay“, meinte er dann, als er zufrieden schien und erhob sich vom Sofa, „Dann komm mit, ich habe im Schlafzimmer einiges vorbereitet.“

Mit Herzklopfen folgte Jeongguk dem Älteren hinüber in sein Schlafzimmer. Er wusste nicht, was er erwartet hatte, doch es sah ganz gewöhnlich aus; kein Andreas-Kreuz an der Wand, keine Spielzeuge, die an Haken hingen, und keine Ketten, die von der Decke baumelten. Das Einzige, was vielleicht nicht in jedem Schlafzimmer vorhanden war, waren die Gegenstände, die Namjoon aufs Bett gelegt hatte. Dieser nahm ihn sachte am Arm und dirigierte ihn zum Bett, wo sie sich im Schneidersitz gegenüber setzten. Jeongguks Augen streiften über die Dinge, die sein Nachbar auf der Decke ausgebreitet hatte und er schmunzelte, um seine Nervosität zu überspielen: „Was, keine Handschellen?“ Namjoon grinste und schüttelte den Kopf. „Oh, ich habe welche“, sagte er und zwinkerte, „Aber die sind tatsächlich eher weniger für Einsteiger geeignet.“ Interessiert hob Jeongguk eine Augenbraue. „Warum?“ „Na ja, sie sind ziemlich starr und zudem unbequem zu tragen und auch meistens nicht schnell zu lösen, weil man einen Schlüssel braucht. Das Metall kann in die Haut schneiden und die gefesselte Person kann nicht einmal die Handgelenke in ihnen drehen. … Das macht natürlich Sinn in ihrem eigentlichen Kontext, aber sie sind tatsächlich ziemlich unpraktisch und weit weniger sexy als viele denken.“ Der Student blinzelte überrascht. „Wow, das hab ich nicht gewusst.“ Namjoon lachte. „Na ja, deswegen bist du ja hier, oder? Um zu lernen.“ Jeongguk lächelte. „Richtig.“

„Also“, fuhr der Mann fort und griff neben sich, um etwas in die Hand zu nehmen, dass wie eine Rolle pinkes Klebeband aussah, „Das hier ist eines der Produkte, das für Einsteiger geeignet ist. Es nennt sich Bondage-Tape und haftet ohne Klebeschicht an der Haut, was auch das Entfernen später leicht und schmerzfrei macht. … Streck deine Hände aus.“ Wie von selbst hob Jeongguk seine Arme vor Namjoon in die Luft und hielt ihm die Handgelenke so hin, als würde er auf die zuvor erwähnten Handschellen warten. Der Ältere packte ihn ganz leicht und führte die Hände näher zusammen, ehe er den Anfang des Tapes von der Rolle löste und damit zweimal um seine Gelenke fuhr. Das Tape rollte sich ab und schloss sich sachte um Jeongguks Handgelenke. Überrascht stellte er fest, dass es sich nicht unangenehm anfühlte und tatsächlich hielt, obwohl das Band ohne Kleber funktionierte. Seine Gelenke waren zusammengebunden, doch er konnte sich trotzdem in seiner Fesselung bewegen, ohne dass es wehtat. „Gut?“ Jeongguk sah mit großen Augen auf. „Ja“, sagte er und klang dabei etwas verwirrt, „Es ist... seltsam angenehm.“ Namjoon lächelte. „Genau das ist der Punkt. Es ist bequem und wenn es richtig angewendet wird und keine Falten wirft oder sich verdreht, schnürt es einem nicht die Blutzufuhr ab und tut nicht weh. Und später“, er griff nach der Kante des Tapes und rollte es ohne Probleme von Jeongguks Handgelenken ab, „kann man es einfach so wieder abnehmen oder schnell durchschneiden.“

Er legte das Tape beiseite und griff nach zwei Handschellen-ähnlichen Gegenständen, die er zwischen ihnen ablegte. „Das hier sind Manschetten. Sie erfüllen den Zweck von Handschellen, sind dabei aber erstens weitaus bequemer und zweitens schneller abzunehmen.“ Er hielt das erste Paar hoch, rot und schwarz, und ohne eine Aufforderung abzuwarten, hob Jeongguk erneut seine Arme. Namjoon schmunzelte, verkniff sich aber einen Kommentar. Stattdessen legte er ihm die Manschetten an und der Jüngere staunte nicht schlecht, als er spürte wie weich und warm sich das Material auf seiner Haut anfühlte. „Beweg deine Hände ein bisschen“, wies Namjoon ihn an und Jeongguk drehte seine Handgelenke und machte Anstalten, als wolle er entkommen – die Manschetten saßen fest und sicher, ohne ihm in die Haut zu schneiden. „Jetzt versteh ich, was du meinst“, sagte er, „Das... fühlt sich ziemlich gut an.“ Sein Gegenüber nickte zustimmend und wies auf das kleine Verbindungsstück. „Und du kannst in der Not die Manschetten selbst voneinander lösen, was dieses Modell besonders geeignet für Beginner macht“, erklärte er und Jeongguk probierte es aus. Tatsächlich konnte er mit den Fingern nach einem Verschluss im Verbindungsstück greifen, ihn lösen und die Hände auseinanderziehen. „Manchmal können gefesselte Menschen plötzlich Panik bekommen und sie fühlen sich... eingeengt und gefangen – aber nicht auf angenehme Weise. Oder es tritt ein Notfall ein und man muss sich schnell befreien können. Dann ist es gut, wenn man nicht auf fremde Hilfe angewiesen ist und sich selbst befreien und der Situation entkommen kann. Sicherheit steht immer an erster Stelle.“ Während Namjoon ihm dies erzählte, nahm Jeongguk sich selbst die Manschetten ab und nickte, um zu signalisieren, dass er zuhörte. „Verstehe. Dafür steht doch SSC, oder? 'Safe, sane and consensual'?“ Der Mann nahm die Manschetten von ihm entgegen und nickte zufrieden. „Genau. Oder auch RACK – Risk-Aware Consensual Kink. Viele Dinge bergen gewisse Risiken und man kann nie völlig ausschließen, dass etwas passiert, aber man kann dafür sorgen, dass alles so sicher wie möglich ist.“ Er legte ihm das zweite Paar Manschetten an, welches aus Leder bestand. Jeongguk wusste nicht genau, was es war, doch das Gefühl des Leders um seine Handgelenke, war ein völlig anderes, als das Neopren und sein Herz klopfte ein wenig schneller, als Namjoon die Riemen festzog. Es fühlte sich weniger warm und schwerer an, was vielleicht auch an der Kette zwischen ihnen lag, die dieses Mal keinen Verschluss aufwies. Vielleicht war es die Optik, die etwas leicht Verruchtes hatte, oder doch eher das Gefühl der Schwere und das Gewissen, dass er sich nicht einfach selbst befreien konnte, aber sein Hirn spielte mit einem Mal verrückt. Er schluckte und als er wieder zu Namjoon sah, hob dieser interessiert eine Augenbraue. „Das, eh“, er räusperte sich, „Das fühlt sich... gut an.“ „Gut“, antwortete der Mann und spielte scheinbar gedankenverloren mit der Krawatte um seinen Hals, „Du hattest 'Leather Restraints' mit 'Ja' angekreuzt und das scheint schon mal zu stimmen.“ Er hatte ein amüsiertes Funkeln in den dunklen Augen und Jeongguks Brustkorb zog sich zusammen. „Vergiss nicht, zu atmen, Jeongguk.“ Der Student holte tief Luft und bemerkte erst da, dass er den Atem angehalten hatte. Was war nur los mit ihm?

Er hätte beinahe protestiert, als Namjoon ihm die Leder-Manschetten abnahm und neben sich legte. Seine Gedanken klärten sich wieder etwas und er warf einen Blick auf die Gegenstände, die noch übrig waren: ein Stück roter Stoff, schwarzes Seil an einem silbernen Ring, etwas, das Ähnlichkeit mit den Manschetten aufwies und eine Spreizstange. … Würde er das überleben?

„Brauchst du eine Pause?“, bohrte Namjoon nach und sah ihn aus ernsten Augen an, „Sollen wir für heute aufhören?“ Hastig schüttelte der Jüngere den Kopf. „Nein! Nein, mir geht es gut, wir können weitermachen.“ Der Mann sah ihm forschend ins Gesicht und er spürte, wie ihm das Blut in die Wangen schoss. Er leckte sich über die trockenen Lippen und versuchte dann, seinen Blick ernst und entschlossen wirken zu lassen. „Bitte, Hyung“, sagte er, „Ich will es.“ „Du willst was, Jeongguk?“ Namjoons Stimme erschien ihm tiefer als noch vor ein paar Minuten und ein Schauer rieselte ihm über die Wirbelsäule. Er schluckte, hielt aber Blickkontakt. „Ich will die anderen Sachen auch ausprobieren. Ich will wissen, wie es sich anfühlt.“ Es herrschte einige Sekunden Stille, doch er schien Namjoon überzeugt zu haben, denn er nickte und sah neben sich, überlegend, was er als Nächstes auswählen sollte.

„Lassen wir das Leder erst einmal liegen“, neckte er ihn und griff nach dem Stück Stoff, „Die meisten haben keine Handschellen, Manschetten oder Seil zur Hand, wenn sie jemanden ans Bett binden wollen, also greifen sie zu üblichen Sachen wie Schals oder Krawatten.“ Er ließ den glänzenden Stoff sachte über Jeongguks Handgelenke und Unterarme gleiten. Wie kühles Wasser perlte es von seiner Haut ab und hinterließ ein prickelndes Gefühl, dass ihm eine Gänsehaut bescherte. „Das ist Seide“, erklärte sein Nachbar weiter und begann den Stoff um seine Gelenke zu binden, „Es fühlt sich mit am angenehmsten an, wenn es um Stoff geht, aber auch hier muss man darauf achten, dass man nicht zu fest zuzieht und irgendwas ein- oder abklemmt.“ Er schob zwei Finger zwischen die Seide und Jeongguks Haut und demonstrierte, was er meinte. Dann legte er den Streifen um das kurze Verbindungsstück, machte eine Schlaufe und zog das Ende zu sich heran, sodass Jeongguk einen leichten Zug verspürte. „So sollte man es eigentlich machen, aber viele, die sich nicht auskennen, zurren den Stoff einfach um die Gelenke und binden denjenigen dann am Bettgerüst fest – und am Ende haben sie taube Hände oder sogar Quetschungen. Es ist wichtig, ein wenig Spielraum zu lassen, sodass sich der Gefesselte nicht die Haut aufscheuert oder Nerven verletzt.“ Er zog ganz leicht an dem Stoff und Jeongguk stellte fest, dass die Seide nicht über seine Hände rutschte; er war trotz der etwas lockeren Fessel fixiert. Namjoon grinste. „Außerdem finden viele, dass Seide optisch sehr ansprechend ist und im Gegensatz zu Manschetten, könnte ich auch noch ein Muster um deine Unterarme und ein Schleifchen binden.“ Er zwinkerte und Jeongguk schnaubte belustigt. Doch dann sah er hinüber zu dem Seil mit dem Ring. „Ähnlich wie bei Seilen, oder?“, fragte er, „Ich meine, selbst Leute, die nicht auf BDSM stehen, kennen Shibari.“

Mit wenigen geübten Handgriffen löste Namjoon den Stoff und er glitt von Jeongguks Gelenken. Es fühlte sich tatsächlich gut an, regte aber nicht direkt etwas in ihm, wie es bei dem Leder der Fall gewesen war. Vielleicht in einem sexuellen Kontext... Er konnte sich durchaus vorstellen, nackt von Namjoon mit der roten Seide ans Bett gefesselt zu werden.

Er schnappte aus seinen unangebrachten Gedanken, als Namjoon nach dem schwarzen Seil griff. „Ja, aber nicht mit diesem Seil“, meinte er und als er es ihm zeigte, sah Jeongguk auch warum. Als es auf der Decke gelegen hatte, hatte er nicht gesehen, um was genau es sich handelte, aber jetzt konnte er es deutlich erkennen. Es war ein recht großer, silberner Ring, an dem zwei kurze Stücke Seil angebracht waren. An jedem Ende des Seils befand sich eine kleine Schlaufe. Mit einer Handbewegung deutete Namjoon an, dass er die Arme heben sollte und Jeongguk kam der stummen Aufforderung nach. „Mit diesem Seil kann man kein Muster binden wie beim Shibari“, sagte er und zog eine der Schlaufen auseinander, sodass sie sich weitete und er sie um Jeongguks Handgelenk streifen konnte, „Es ist nur eine einfache Fessel für die Handgelenke.“ Er legte ihm auch die zweite Schlaufe um, hakte einen Finger in den Ring und zog ihn leicht in die Höhe. Die Schlaufen schlossen sich um seine Haut und seine Handgelenke baumelten in der Luft zwischen den beiden Männern. „Ich könnte jetzt mehr Seil holen, an dem Ring befestigen und dich von der Decke hängen lassen. Oder ich könnte eine Kette am Bett befestigen und hier einhaken. Ich könnte das auch hinter deinem Rücken anwenden und Gewichte dran hängen oder den Ring an einem Harness oder Halsband befestigen – es gibt einige Möglichkeiten.“ Mehrere Dinge schossen Jeongguk gleichzeitig durch den Kopf, aber was vor allem herausstach, waren die Worte 'Harness' und 'Halsband' und die Tatsache, dass er genoss, wie sich das Seil um seine Handgelenke anfühlte. Sehr genoss. Anders als die Leder-Manschetten, aber es hatte eine ähnliche Wirkung auf ihn; sein Puls beschleunigte sich und sein Atem stockte. Als er in Namjoons Augen sah, wusste er, dass er es wusste. … Er hoffte wirklich, dass er keinen Steifen bekam. „Worte, Jeongguk“, forderte er den Jüngeren auf und wie durch einen Nebelschleier erinnerte er sich daran, dass er ihm mitteilen sollte, was in ihm vorging. Seine Ohren glühten und er brauchte einen Moment, bis sein Mund ihm gehorchte. „Ich... Ich mag, wie das Seil sich anfühlt, Hyung. … Kannst du... Kannst du bitte mehr –“ Er kam nicht dazu, seinen Satz zu beenden, denn Namjoon ließ hauchzart einen Finger über seinen Unterarm gleiten und er glaubte, sein ganzer Körper erzitterte. „Nicht heute“, entgegnete er und sah ihm dabei tief in die Augen, bevor er langsam den Ring und Jeongguks Arme wieder sinken ließ.

Der Student atmete tief durch, als Namjoon das Seil beiseite legte und seine Hand nach dem Gegenstand aus Leder ausstreckte. 'Leder', wimmerte er in Gedanken und biss sich auf die Unterlippe. Vielleicht hatte er ja doch einen Leder-Fetisch. … Hatte er das auf seiner Kink-Liste angekreuzt? Er konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern, generell schien sein Hirn momentan nur auf Sparflamme zu arbeiten, im Gegensatz zu gewissen anderen Körperteilen. Wie auch die Gegenstände zuvor, hielt Namjoon es vor sich, dass er es zuerst betrachten konnte. „Das ist eher schon etwas fortgeschrittenes Bondage Gear, aber auch nichts allzu Wildes. Hier oben“, er deutete auf das obere Ende, das ein wenig wie ein T geformt war, „ist ein Halsband und hier unten, am anderen Ende des Riemens, sind zwei Manschetten für die Handgelenke. … Sicher, dass du es anprobieren möchtest?“ Der Jüngere von ihnen nickte und Namjoon stand vom Bett auf. Er war kurz verwirrt, aber dann ließ der Mann sich hinter ihm nieder und er hörte, wie die Schnallen leicht klimperten, als er das Material in seinen Händen zurechtlegte. „Nicht erschrecken“, warnte er ihn und führte dann die beiden Ende des ledernen Halsbands von hinten um seinen Hals. Er schloss den Riemen und Jeongguk spürte seine Augenlider flattern. Sein Herz klopfte ihm aufgeregt gegen den Brustkorb und ein Kribbeln kroch ihm über die Arme und Schultern. „Hände hinter den Rücken“, kommandierte der andere ihn sanft aber bestimmt und Jeongguk ließ seine Hände hinter sich wandern, wo der Ältere sie in Empfang nahm. Die Manschetten schlossen sich um seine Handgelenke und sein Hirn setzte beinahe aus. Er zwang sich, tief Luft zu holen. Fuck, seine Nippel waren hart. Wenn es schon ausreichte, ihn ein wenig zu fesseln, damit er erregt wurde, wie sollte er jemals eine Session überleben? Sein ganzer Körper schien zu glühen, das Gefühl des Leders, das sich um seinen Nacken schlang und seine Hände fesselte, machte ihn ganz dusig im Kopf.

„Jeongguk“, hörte er Namjoon hinter sich und seine tiefe Stimme ließ ihn erschaudern. „Es – Es geht mir gut“, presste er mit zittriger Stimme aus seiner Kehle und versuchte, sich zu beruhigen. Ein leises Lachen an seinem Ohr ließ seine Wangen brennen. „Oh, das glaub ich dir“, zog ihn der andere auf und er konnte ein Wimmern nicht unterdrücken. Der warme Körper hinter ihm verschwand und kurz darauf war der Mann wieder in seinem Blickfeld. Er setzte sich vor ihm aufs Bett und betrachtete ihn schweigend. Jeongguk war vollständig angezogen, aber er hätte genauso gut nackt sein können, so entblößt fühlte er sich. Namjoon schien zu genießen, wie er sich leicht unter seinen Augen wand... und es war ein massiver Turn-On. Der Mann rückte näher heran und strich ihm sanft durchs Haar. „Du machst das so gut“, lobte er ihn und Jeongguk fühlte sich, als würde er schweben. „H-Hyung“, hauchte er, auch wenn er keine Ahnung hatte, was er eigentlich sagen wollte. „Denk dran, was ich gesagt hab, Jeongguk: Du kannst jederzeit aufhören“, rief Namjoon ihn in Erinnerung, „Möchtest du aufhören?“ Fahrig schüttelte er den Kopf. „Möchtest du weitermachen?“ „Ja. Bitte, Hyung.“

„Wie du wünschst“, meinte er und Jeongguk glaubte, ein liebevolles Lächeln zu sehen, ehe der Mann sein Gesicht abwandte, um den letzten Gegenstand heranzuholen. „Du hast angekreuzt, dass du an Spreader Bars interessiert bist. Also. Wollen wir doch mal sehen, wie es sich anfühlt.“ Er richtete sich leicht auf und half Jeongguk dann, sich nach hinten zu lehnen und aufs Bett zu legen. Der schloss für einen Moment die Augen und atmete durch. Sein Herz pochte laut und er presste die Lippen aufeinander, als er sich leicht bewegte und seine Nippel gegen den Stoff seines T-Shirts rieben. „Spreiz die Beine“, befahl Namjoon und er spürte ein Kribbeln in der Lendengegend, „Und sieh mich an.“

Jeongguk öffnete zögernd die Augen und begegnete dem Blick des Mannes, der vor ihm auf dem Bett kniete. Er holte zittrig Luft und öffnete langsam seine Beine. „Guter Junge“, kommentierte der Ältere und Jeongguks Ohren glühten. Unruhig bewegte er sich in seiner Fessel und spürte die Schwere des Leders. Namjoon platzierte den Spreizer auf Höhe seiner Fußgelenke, schob die Beine noch etwas weiter auseinander, bis der Abstand stimmte, und legte die Manschetten an. Als er die Riemen festzog, erschauderte der Pitcher und in seinem Hinterkopf drängte es sich ihm auf, dass er das Gefühl kannte, dass durch seinen Adern jagte. Namjoon packte die Stange und hob mühelos seine Beine, winkelte sie leicht an, und Jeongguk keuchte auf, bei dem Gedanken, was für einen obszönen Anblick er dem Mann bieten musste. High. Er fühlte sich high. Als würde er von einer Base zur nächsten sprinten, nicht wissend, ob er es schaffte, der kurze Moment in der Luft, wenn er sich zu Boden warf. Ein Gefühl von Leichtigkeit, beinahe schwerelos. Sein Blick wurde unfokussiert, als er versuchte, weiterhin Namjoon anzusehen. Er spürte, wie eine Hand über seinen Oberschenkel streichelte und dann hörte er eine besorgte Stimme seinen Namen nennen.

Seine Beine sanken zurück auf die Matratze und seine Fußgelenke wurden befreit. Im nächsten Moment war Namjoon direkt über ihm, eine warme Hand berührte seine Wange und er wollte sich an sie schmiegen. „Jeongguk? … Warte, ich mach dich los.“ Jeongguk wollte heftig widersprechen; er wollte noch nicht zurück, er wollte weiter auf seiner kleinen Wolke schweben, er wollte noch nicht zurück... noch nicht...

Er musste sein Zeitgefühl verloren haben, denn das nächste Mal, als er blinzelte und sich wieder klarer fühlte, lag er auf einmal auf der Seite in Namjoons Bett. Seine Arme lagen angewinkelt vor ihm auf der Matratze und das Leder um seinen Hals war verschwunden. Er war in eine weiche Decke gehüllt und ein Arm hatte ihn umschlungen und hielt ihn gegen eine starke Brust gedrückt. Jeongguk fühlte sich warm und müde, aber auch schrecklich verwirrt. Was war geschehen?
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