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10. April: Düstere Gedanken [by Eiche]

OneshotSchmerz/Trost / P16 / Gen
10.04.2020
10.04.2020
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10.04.2020 620
 
Tag der Veröffentlichung: 10.4.2020
Zitat: Mit denjenigen, die an meinem Grab weinen, werde ich nie wieder ein Wort reden. (One Piece)
Titel der Geschichte: Düstere Gedanken
Autor: Eiche
Kommentar des Autors: Ein sehr ernster Text über ein ernstes Thema, und doch das erste, was mir zu diesem Zitat eingefallen ist.

Düstere Gedanken










„Alles gut bei dir mein Schatz?“
„Ja, alles ok. Mit geht es gut.“

Meine Mutter schließt die Tür. Ich sinke auf dem Schreibtischstuhl zusammen. Schon wieder diese Lüge. Ich weiß nicht, wie oft ich sie erzähle. Natürlich geht es mir gut. Natürlich.
Ihr müsst ja nicht wissen, dass ich Tag für Tag zerbreche. Ihr müsst ja nicht wissen, dass ich nachts im Bett liege, einsam und verzweifelt, und mich in den Schlaf weine. Ihr müsst nicht wissen, dass ich einfach nur noch alles beenden will.
Wie konnte mein Leben nur so außer Kontrolle geraten? Was ist mit mir passiert? Wo kommen diese Gedanken her? Woher kommt dieser Schmerz? Was hat all das ausgelöst? Warum hat mein Leben auf einmal allen Sinn verloren? Oder habe ich es erst jetzt gemerkt? Hatte dieses Leben überhaupt jemals einen Sinn? Spielt das überhaupt eine Rolle? Fragen über Fragen, und keine kann ich beantworten.
Und jetzt bin ich hier. Taub. Zerbrochen. Einsam. Es geht mir schlecht, sehr schlecht. Ich weiß einfach nicht mehr, wie es weitergehen soll. Keinen Sinn, kein Ziel, keine Hoffnung. In meinem Leben gibt es nichts mehr. Nichts, was es noch lebenswert macht.
Ich wünschte nur, es würde jemand sehen, wie schlimm es mir geht, wünschte, irgendwer würde mir einen Weg zeigen. Einen Weg in die Zukunft. Denn ich selbst finde keinen. Ich habe einfach keine Hoffnung mehr. Und so lebe ich, Tag für Tag. Aber ein richtiges Leben ist es nicht.
Könnte mir nur jemand helfen. Aber ich habe Angst, mich an jemanden zu wenden. Habe Angst davor, ausgelacht zu werden. Sie werden mich doch sowieso nicht ernst nehmen. Niemand wird mich verstehen. Sie kennen mich ja nicht. Nein. Sie sehen nur die Maske, die ich immer trage.

Warum bin ich noch hier? Warum zum Teufel bin ich noch hier? Ich will nicht mehr leben. Will nicht mehr auf dieser grausamen Welt sein. Aber was kann ich tun?
Der einzige Grund, warum ich noch hier bin ist, dass ich niemanden verletzen will. Sonst hätte ich all dem schon längst ein Ende gesetzt. Doch so bleibe ich hier. Bleibe für die, die mich lieben. Bleibe für die, die mein Tod treffen würde, auch wenn es nicht viele sind.
Aber ich kann nicht mehr. Und ich will nicht mehr. Wie lange halte ich das noch aus?

Ich habe einen Entschluss gefasst. Ich werde noch leben. Werde kämpfen, so lange, wie ich kann. Doch wenn ich es nicht mehr aushalte, werde ich aufgeben. Und dann werde ich auf niemanden Rücksicht nehmen. Aber ich will niemandem verletzen. Und deshalb werde ich mich abwenden. Ich werde mich von allen abwenden, denen ich etwas bedeute. Mit niemandem, der an meinem Grab weinen würde, werde ich mehr als nur ein paar Worte reden. Ich werde mich isolieren und jede Begegnung vermeiden. Wenn all das vorbei ist, wenn es jemals vorüber geht, werde ich es ihnen erklären. Aber bis dahin lebe ich nur für mich. Kämpfe nur für mich.
Aber im Hinterkopf werde ich die anderen behalten. Denn sie sind der eigentliche Grund, warum ich kämpfe. Kämpfe und lebe.





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Es sind wirklich düstere Gedanken, die diese Geschichte durchziehen. Eiche hat es ganz wunderbar geschafft die richtige Stimmung aufziehen zu lassen. Das Zitat finde ich hier sehr passend.

Eure lula-chan
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