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Der Hass

GeschichteFamilie / P16 / Gen
OC (Own Character) Tybalt
09.04.2020
09.04.2020
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Hallo und Willkommen,
ich habe es tatsächlich mal wieder zu stande gebracht etwas zu schreiben UND zu beenden. Dieser OS war schon einmal vor einigen Monaten online, jedoch nur für ein paar Tage, wei ich nicht zufrieden mit ihm war. Also hatte ich ihn wieder gelöscht, noch einmal vollkommen umgeschrieben. Vielleicht findet er ja ein paar Leser, die sich an ihm erfreuen.

Danke an meine tolle Betaleserin NamiraKayleighFaolan, dafür das du immer die Erste bist, die sich meinen geistigen Müll gibt.

So genug dummes Gelaber:
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Dunkel und kalt war die Welt, voll von Schmerz und Hass.
Früher hatte das Leben für uns so reizvoll ausgesehen. Doch auf einmal wirkte einfach alles farb- und tonlos. Wir hatten uns gefühlt wie die Herrscher der Welt, dochwaren wir in Wahrheit nichts weiter als die Sklaven des Schicksals. Verdammt zu einem Leben, welches uns jederzeit wieder entrissen werden konnte ohne Grund und Sinn.

Wie blind waren wir doch gewesen. Wie naiv.
Nun begreife ich endlich die Wahrheit. Alles, was man liebte, wurde einem früher oder später genommen. Als ich noch ein Kind war, wurden meine Eltern grausam ermordet. Alles, was mir geblieben war, warst du, Bruder. Das letzte Stück unserer Familie.

Wie sehr hatte ich dich vergöttert. Du warst allesgewesen, was ich mir von einem Bruder gewünscht hatte. Du warst immer der Stärkere von uns beiden, der mich tröstete, wenn ich um unsere Eltern trauerte. Du dagegen weintest nie. Jedenfalls nicht vor mir, oder jemand anderem. So eine Schwäche erlaubtest du dir niemals.
Du warst es gewesen, der mich vor allem Schlechten und Bösen beschützt hatte. Einmal hattest du sogar einem vorlauten Montague den Arm gebrochen, weil dieser mich in den Dreck geschubst hatte. Damals war ich so beeindruckt gewesen von deinerKraft. Du warst mir vorgekommen, wie ein unbezwingbarer Held, der nichts und niemanden fürchtete, Kein Kampf schien für dich zu schwer und nie sah ich so etwas wie Angst oder Zweifel in deinen Augen. Selbst als wir beide älter wurden und zu Männern heranwuchsen, konnte ich mit Stolz zu dir aufsehen. Auch wenn ich selbst nicht mehr so hilflos war, wie als Kind, denn du hattest mich das Kämpfen gelehrt. Hattest mir erklärt, dass es keinen Kampf zu scheuen gab und dass es keine größere Ehre geben konnte. alseines Tages im Kampf zu fallen.

Wie sehr hatte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn diesen Tag herbeigesehnt, an dem wir Seite an Seite kämpfen würden. Immer waren wir in meinen Träumen siegreich heimgekehrt, wurden jubelnd erwartet von den Frauen, die wir bangend zurückgelassen hatten. Doch die Wirklichkeit war kein heldenhafter Traum. Als blauäugiger Grünschnabel war ich dir in die Straßenkämpfe gefolgt.
Schneller als ich hatte schauen können, war ich von den verfeindeten Montagues umzingelt gewesen. Alles war so verflucht schnell gegangen. Ich hatte den Dolch nicht einmal kommen sehen. Du hattest mich zur Seite gestoßen und ich war gestürzt. Aus dem Augenwinkel konnte ich sehen, wie der Dolch nur ganz knapp an deinem Gesicht vorbeigeschrammt war und auf deiner Wange eine kleine Wunde hinterlassen hatte. Doch obwohl die Wunde blutete, hattest du gelächelt und dich auf den Montague gestürzt. Den Schreien nach hattest du ihm den einen oder anderen Knochen gebrochen.

Ich war beeindruckt und beschämt zugleich. Deine Kraft und deine Schnelligkeit hatten mir erneut imponiert, doch gleichzeitig hatte ich mich geschämt. Geschämt, dass ich als dein Bruder so ein Schwächling war. Als wir uns auf dem Rückweg zur Villa von Onkel und Tante befanden, hatte ich mich kleinlaut entschuldigt. Mit hängenden Schultern und einem kindischen Zittern in der Stimme schwor ich dir, dich nie wieder derartig zu enttäuschen.Lachend hattest du mir deinen Arm auf die Schulter gelegt und gesagt, dass es doch als großer Bruder deine Aufgabe war, seinen kleinen Bruder zu beschützen. Dennoch hatte ich mich geschämt. Für meine jämmerliche Schwäche und dafür, dass ich mich nicht selbst hatte verteidigen können. Ich wollte nie wieder so eine Schwäche zeigen. So begann ich mehr und mehr zu trainieren. Alles, was ich wollte, war dich stolz zu machen. Wie sehr hatte ich mein ganzes Lebengehofft, einmal diese Worte von dir zu hören. Zu hören, dass du stolz auf mich warst. Denn ich war es immer. Für mich war es eine Ehre, der Bruder von Tybalt Capulet zu sein.

Damals hatte ich noch gedacht, es würde ewig so weiter gehen. Ich glaubte, dass nie etwas geschehen konnte, was all dies zunichte machen würde.
Als du heute diesen verfluchten Fürstenneffen endlich in die Hölle geschickt hattest, war mein Herz voller Genugtuung. Endlich, endlich war die Zeit unserer Rache da. Niemand würde mehr an uns zweifeln. Endlich hatten wir den Montagues gezeigt, wo ihr Platz war. Doch dann war wieder alles so verflucht schnell gegangen. Ich hatte mich gefühlt wie damals, als du mich vor der hinterlistigen Attacke beschützt hast. Doch dieses Mal war es nicht wie damals. Der Dolch traf nicht deine Wange. Du standest nicht dort und lachtest über den jämmerlichen Versuch, einen Capulet zu töten. Nein, dieses Mal nicht.

Wiein Zeitlupe sah ich deinen fallenden Körper, wie er hart auf den Boden schlug. Sofort war ich bei dir und kniete mich über dich. Ich rüttelte dich, schrie deinen Namen. Doch es war zu spät. Die Klinge war dir direkt in dein Herz gedrungen. Du warst tot.
Für einen Moment schien die Welt stillzustehen. Alles, an das ich bis dahin geglaubt hatte, hatte aufgehört zu sein. Als sie dann deinen toten Körper zur Kapelle trugen, war alles in mir wie betäubt. Ich war nicht mehr fähig zu einer Reaktion. Meine Welt war in sich zusammengestürzt. Alles hatte an Bedeutung verloren, denn was sollte noch irgendeine Rolle spielen, wenn ich nun endgültig alles verloren hatte, was mir wichtig gewesen war. Wie betäubt. stolperte ich an der Seite einiger Capulets hinter den Männern her, die dich trugen.

Noch immer kniee ich neben dir, an der Seite deiner aufgebahrten Leiche und will es nicht wahrhaben. Will und kann es einfach nicht begreifen.
Doch langsam, umso mehr die Erkenntnis, dass ich nicht träumte, in meinen Kopf vordringt, desto stärker wird auch ein anderes Gefühl in mir. Grenzenloser Hass breitet sich in mir aus und verbrennt alle anderen Gefühle. Hass auf Romeo und jeden verfluchten dieser verdammten Montagues. Sie waren schuld, dass es so weit gekommen war. Diese feigen Hunde, an jedem von ihnen klebte das Blut meines Bruders und jeder Einzelne würde dafür bluten.

Erst als ich mich erheben will, bemerke ich, dass neben mir Pater Lorenzo kniet und ins Gebet vertieft ist. Ich schnaube verächtlich. Ich konnte diesen Mannnicht leiden. Jeder wusste, wie sehr er den Montagues und besonders Romeo zugetan war. Für uns hatte er nie so ein offenes Ohr gehabt und selbst wenn, hätte er mir mit seinen dummen Sprüchen gestohlen bleiben können. Als mein Blick nun unfreiwillig auf dieLeiche von Mercutio fällt, durchdringt mich eine noch stärkere Welle des Hasses. Wie gern würde ich mit dem Dolch wieder und wieder auf dessen verfluchten Körper einstechen, auch wenn ich weiß, dass es nichts bringen würde.

Nun war auch der Pater ausseinem Gebet erwacht und schenkte mir ein mitfühlendes Lächeln, was offenbar so etwas wie Trost spenden sollte. Doch in mir löste es nur Ekel und Hass aus. Wütend spuckte ich vor der Leiche Mercutios aus, drehte mich auf dem Absatz um und verließ diese verfluchte Kapelle.
Immer noch trieb mich nichts als der Hass in meinem Inneren und ich wusste. es wurde Zeit, dass Verona diesen zu spüren bekam. Keiner würde meiner Rache entgehen und wenn ich diese ganze verfluchte Stadt dafür brennen lassen musste.
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