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CRAWLING  Teil 2

von Nicole49
GeschichteFreundschaft / P12
Brad Delson Chester Bennington David "Phoenix" Farrell Mike Shinoda OC (Own Character) Rob Bourdon
08.04.2020
20.09.2020
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67.578
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08.04.2020 6.535
 
Kapitel 1 Der erste Anschein trügt

21,03,1998, 12:45
Wie besprochen war Chaz frühzeitig im Studio, doch anstatt das man ihn nach seinem Namen fragte drückte man ihm einen Zettel in die Hand.
„Sehen sie sich den Text an“, war alles was der Typ da zu ihm sagte.
Chaz zuckte mit den Schultern. Er hätte jetzt sagen können dass er herbestellt war, doch er fragte sich ob es etwas bringen würde.
Wortlos reihte er sich hinter den anderen ein und besah sich den Text. Der war nicht einmal schlecht.
Der Stil gefiel ihm, war genau das was er suchte, mal abwarten wie die Musik dazu war. Die Noten waren zwar dabei und er ging sie in seinem Kopf auch schon durch, doch er war auf die Jungs gespannt.
Er hatte noch gut eine Stunde Zeit sich den Text von „In the End“ einzuprägen und wenn er eins drauf hatte dann war das definitiv Texte in kürzester Zeit zu lernen.
Er lehnte mit geschlossenen Augen an der Wand und summte leise die Melodie vor sich hin als er ein unglaublich genervtes „Der nächste bitte!“ vernahm.
Chaz musterte den Typ mit den unglaublich dunkelbraunen Augen, der ihn entsetzt ansah.
„Noch ein Punk!“ entfuhr es Dave.
Chaz zog die Augenbrauchen hoch und musterte Dave leicht abschätzend, dann zuckte er mit den Schultern, zerknüllte den Text und drehte sich wieder um.
Mit dieser Reaktion hatte keiner der fünf gerechnet.
„He, warte doch“, griff Rob, der jüngste unter ihnen ein und warf Dave einen wütenden Blick zu, den dieser beleidigt erwiderte.
„Warum? Sieht aus als ob ihr etwas anderes sucht“, erwiderte er schlicht.
„Na das kannst du doch gar nicht wissen wenn du nicht einmal vorsingst“, versuchte Rob in zu überzeugen. Warum wusste er selber nicht so wirklich.
„Oh nun lass Punky schon in Ruhe. Bringt doch eh nur Stress“, sagte Dave.
„Sag ich doch!“, erwiderte Chaz und wollte gehen.
„Sing doch wenigstens. Schlechter als das was wir heute schon gehört haben kannst du definitiv nicht sein“, versuchte Rob es erneut und Chaz musterte ihn nachdenklich.
„Und du hältst die Klappe Phoenix“, zischte Rob.
Chaz seufzte leise.
„Was soll das bringen?“
„Weiß nicht, aber versuch es wenigstens, bitte. Deshalb bist du doch hier oder nicht?“
„Sagen wir mal, ich wurde gebeten herzukommen. Also gut“, gab Chaz sich geschlagen und Rob reichte ihm einen neuen Text.
„Danke, aber brauch ich nicht. Ich warte ja schon lange genug!“, konterte er und ging in den Glaskasten.
Dass er trotzallem super aufgeregt war sah man ihm keine Sekunde lang an. Er hatte Mike versprochen sein bestes zu geben und genau das würde er tun und danach würde er einfach gehen.
Sie wollten ihn nicht, dann wollte er eben auch nicht.
Er setzte seine Kopfhörer auf und hörte in die Musik rein. Der erste Part war ein Rap, und doch setzte er genau richtig ein. Er hatte den Text genau im Kopf und er lieferte mit dem Rücken zur Band mächtig ab.
Nicht nur Mike klebte gerade mit der Nase an der Scheibe, sondern auch Rob und selbst Dave hatte es bei dieser Stimme die Sprache verschlagen.
Sie waren total geflasht und als der Song zu Ende war drehte Chaz sich um.
Er sah wie sie ihn anstarrten und zuckte mit den Schultern.
Er hängte die Kopfhörer zurück, nickte ihnen zu und ging einfach.
Keiner von Ihnen war fähig ihm nachzugehen.
Als Mike endlich aus seiner Starre erwachte war Chaz längst weg.
„Ich will den und keinen anderen!“ sagte er und rannte raus, doch Chaz war nicht mehr da.
„Fuck!“ entfuhr es ihm und er ging zum Tresen.
„He, der Punk der da eben raus ist, hat der ne Anmeldung ausgefüllt?“ wollte er wissen.
Er suchte kurz in seinen Unterlagen und reichte Mike dann das Blatt.
„Danke“, sagte Mike und wandte sich an die restlichen.
„Danke, aber wir haben unseren Sänger“, sagte er und kehrte in den Proberaum zurück.
„Fuck. Jungs, wisst ihr wer da gerade gesungen hat? Das war der Typ der extra aus Phoenix gekommen ist. Hier steht die Adresse vom Hotel drauf. Wir werden uns jetzt etwas ausdenken und uns dann bei ihm entschuldigen“, entschied Mike und sah zu Rob.
„Hey, danke dass du ihn wenigstens zum Singen bekommen hast. Der ist absolut genial und im Gegensatz zu uns hat der bereits Bühnenerfahrung“, Mike war völlig aus dem Häuschen und Dave wusste dass er ganz schön Mist gebaut hatte.
„Was haltet ihr von Pizza. Die könnten wir mitbringen und …“, meinte Rob.
„Ja, und Dave bezahlt“, meinte Brad.
Dave verzog zwar das Gesicht nickte aber.
„Ok. Phoenix, hier ist die Adresse. Du legst dich dort auf die Lauer und sagst uns Bescheid wann er ins Hotel kommt“
„Strafe muss sein!“, fügte Joe hinzu und Dave seufzte.
„Ist ja schon gut“, murrte Phoenix und machte sich auf den Weg.

Chaz hatte den Nachmittag am Strand verbracht und darüber nachgedacht ob er nicht überreagiert hatte.
Er hatte auch schon mit Mike und Jay telefoniert und mit Matt gesprochen. Sie meinten er sollte morgen einfach noch mal hingehen und vielleicht dieses blöde Missverständnis aus dem Weg räumen und wenn nicht, dann sollte er sich noch ein paar schöne Tage machen und wieder nach Hause kommen.
So oder so, sie waren ihm nicht böse und Chaz seufzte.
Er hatte die beste Familie der Welt, da war so ein kleiner Rückschlag einfach unwichtig.
Es war schon kurz nach zwanzig Uhr als er ins Hotel zurückkehrte und feststellen musste, dass er kein Abendbrot mehr bekam, da die Küche bereits alles abgeräumt hatte.
„Na klasse“, murmelte er und ging auf sein Zimmer.
Er stöberte in seiner Tasche und fand noch eine Tafel Schokolade und ein paar Kekse die eindeutig von Benny stammten.
„Besser als gar nichts“, seufzte er und ging zuerst einmal unter die Dusche.
Danach setzte er sich zu seinem nicht nur mageren sondern auch recht ungesundem Abendessen und holte sich noch eine Flasche Wasser aus seinem Rucksack.
Vielleicht sollte er doch noch mal raus. Ganz in der Nähe hatte er einen Burgerladen gesehen. Höchstens ne halbe Stunde von seinem Hotel.
Also schaute er nach was er noch an Geld hatte und war sichtlich überrascht.
Mike hatte ihm ne ganze Menge in den Umschlag gepackt. Damit hatte er gar nicht gerechnet.
Gerade wollte er sich ein frisches Shirt suchen als es an seine Zimmertür klopfte.
„Chester, bist du noch da?“ hörte er eine Stimme die ihm vertraut vorkam.
Überrascht öffnete er die Tür und sah in Robs Gesicht.
Hinter ihm standen die restlichen vier Bandmitglieder.
„Wir, nein, eigentlich ich will mich für meine blöden Sprüche entschuldigen. Das wir dich nicht aufgehalten haben als du gegangen bist lag einfach daran das wir alle ziemlich geflasht waren. Lässt du uns rein?“ Dave sah ihn mit einem schiefen Grinsen im Gesicht an.
Chaz überlegte nicht lange und trat zur Seite.
„Ich werde mich für nichts und niemand verbiegen!“, sagte er und Dave nickte.
„Und ich bin alles, aber kein Punk!“
Nicht nur Dave merkte dass er ihn mit diesem Spruch echt verletzt hatte.
„Chester, du bist genau das was wir suchen. Hier, wir haben dich ja aufgenommen, so wie alle anderen auch und haben mein Part mit eingespielt. Und das ist nur zusammengestückelt. Hör rein und sag dass das nicht genial ist“, sagte Mike und reichte ihm die CD.
Chaz nahm seinen Discman und legte die CD ein und hörte wirklich rein. Sein Gesicht war wie eine steinerne Maske als er sich umdrehte.
„Das kriegen wir aber besser hin!“ meinte er und Mikes Augen wurden groß.
„Heißt das du machst mit?“
„Nur wenn ich ein Stück Pizza bekomme! Die Küche hat schon zu!“ erwiderte er grinsend und die ganze Meute fiel über ihn her.
„Nochmal Sorry. Ich bin Phoenix“, stellte Dave sich dann vor und Chaz nickte.
„Schon ok. Hätte ja auch nicht gleich gehen müssen. Noch was, sagt Chaz, sonst fahr ich wieder nach Hause“
Sie lachten und stellten sich dann nach und nach vor.
„Rob ist der jüngste von uns und manchmal leider auch der vernünftigste“
„Ist mir schon aufgefallen“, grinste Chaz und wieder verzog Dave das Gesicht.
„Er sitzt an den Drums“, fügte Mike hinzu.
„Dave ist unser Bassist, Brad spielt die Gitarre, Joe unser DJ, ich spiel Keyboard und die Raps sind von mir“, erklärte Mike.
„Und du bist?“
„Mike“, grinste der und musterte Chaz Tattoos.
„Spielst du auch ein Instrument?“ erkundigte Joe sich.
„Ja. Klavier und Gitarre“, antwortete er und musterte die Fünf.
„Ihr kennt Euch schon lange, oder?“ wollte er wissen.
„Wir vier kennen uns schon aus dem Kindergarten. Joe kam zu uns als er ungefähr 12 war. Erst mochten wir ihn nicht bis wir festgestellte hatten das er genau so ein Chaot ist wie wir und haben ihn in unserer Mitte aufgenommen“ erzählte Mike munter drauf los.
„Ihr wollt also wirklich dass ich bei Euch einsteige?“ fragte Chaz nochmal und die fünf nickten sofort.
Chaz sah sie nachdenklich an, doch dann zuckte er mit den Schultern.
„OK, bin dabei. Wie nennt Ihr Euch eigentlich?“
„Noch Xero. Sind aber schon auf der Suche nach was anderem“, gab Mike zu und Chaz nickte.
„Habt ihr schon Bühnenerfahrung?“
„Nein, leider nicht, aber du, oder?“ wollte Mike wissen.
„Auf kleineren Bühnen und Festivals. Nichts Großes“, antwortete er ihnen.
„Immerhin mehr als wir“, nuschelte Rob.
„Bah, das Küken ist schon am essen“, murrte Joe.
„He, dachte die ist für mich“, grinste Chaz und Robs Wangen röteten sich.
„Hunger!“ murmelte er und sie lachten los.
Mike stellte die Pizza auf den Tisch und sie vielen wie die wilden Tiere darüber her.
„Habt Ihr noch mehr Texte?“ wollte Chaz nach einer Weile wissen.
„Na klar. Würde schon mal für eine ganze CD reichen. Schreibst du auch?“ erwiderte Mike und Chaz nickte.
Er deutete auf den Rucksack neben Rob.
„Ist mein Textbuch drin“
„Dürfen wir?“ fragte Dave vorsichtig.
„Klar. Vielleicht könnt Ihr ja was gebrauchen“, meinte er und nahm das Buch an, das Mike ihm reichte.
„Wie gefällt dir unsere Stil?“ wollte Brad wissen.
„Genau das was ich gesucht habe. Ich bin gern mal laut, doch es muss halt alles passen“, sagte er und Mike nickte nachdenklich, während er Crawling las.
„Wow. Der ist Mega gut“, murmelte er und reichte Dave und Rob das Textbuch.
„Ist das einzige was ich nicht alleine gemacht hab. Der Text ist von mir, die Melodie von meinem Stiefbruder“
„Hmh, meinst du wir dürften uns den mal ausleihen?“
„Ich glaub kaum das Matt was dagegen hat. Ich ruf ihn demnächst mal an und dann setzen wir was Schriftliches auf“
„Du denkst weit voraus“, meinte Joe.
„Ich will keinen Ärger, deshalb halte ich sowas gerne schriftlich fest. Wenn du einmal auf die Fresse gefallen bist passt du beim nächsten Mal eben besser auf“ er zuckte mit den Schultern und widmete sich Mikes Textbuch und dem vorletzten Stück Pizza.
„Deine Texte sind gut“, meinte Chaz.
„Aber?“ wollte Mike wissen.
„Wenn du das ein oder andere Wort austauscht hört sich das ganze flüssiger an.
Hier schau mal, bei Papercut. Wenn du die beiden Worte auswechselst ist das perfekt“ er zeigte Mike was er meinte und der war augenblicklich damit einverstanden.
„Leute, ich muss nach Hause, sonst steht meine Mum gleich vor der Tür und macht nen Höllenlärm“,
Rob verabschiedete sich ebenso wie auch Joe, Brad und Dave.
„Ich würd gern noch bleiben wenn du nichts dagegen hast“, Mike war nachdenklich geworden.
„Man Mike, mach mal Feierabend. Pass auf Chaz, Mike ist ein Workaholic“, brummte Dave.
„Passt. Meine Familie meint ich sei ein Perfektionist!“ grinste Chaz und Dave stöhnte.
„Gute Nacht“, maulte er und verschwand mit den anderen.
„Was hast du vor?“ fragte Chaz.
„Gehen wir die Texte durch? Vielleicht fällt dir ja noch mehr auf“
„Ok. Willst du ein Bier? Zwei hab ich noch“
„Nur wenn ich die Nacht hier schlafen kann. Hab mein Auto unten stehen“
„Kein Problem. Bett ist groß genug“
„Ok, dann ruf ich schnell zu Hause an und sag Bescheid das ich nicht komme“, meinte Mike und rief seine Mutter an, während Chaz bereits den nächsten Text durch ging und sich Randnotizen machte.
Sie arbeiteten noch bis weit nach Mitternacht, bis Chaz echt zu müde war.
„Also ich geh ins Bett“, sagte er und streckte sich.
„Ich auch“, Mike gähnte und sah zu wie Chaz sich auszog und mit Boxershorts ins Bad schlurfte.
Wow, hatte der Kerl eine Figur!
Und diese Tattoos erst. Die Machten ihn echt an. Aber noch mehr wenn er unbewusst mit seinem Piercing spielte.
Oder war es vielleicht doch bewusst?
Als Chaz aus dem Bad kam lag Mike bereits im Bett und musterte ihn.
Im ersten Moment war Chaz irritiert.
„Sag mal, gräbst du mich grad an?“
„Jepp“
Chaz grinste.
Also abgeneigt war er ganz und gar nicht. Mike gefiel ihm.
„Jemand am Start?“ fragte er also doch Mike schüttelte grinsend den Kopf.
„Nö. Anna hat vor zwei Tagen schluss gemacht und selber?“
„Niemand“, konterte Chaz und musterte ihn mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
„Hast du was da?“
„Rucksack“
„Ah, also allseits bereit!“ Mike kramte in Chaz Rucksack und fand was er suchte.
Gleitgel und eine Packung Kondome.
Chaz kam näher und musterte ihn.
„Normal lass ich mich nicht beim ersten Date flachlegen!“ grinste er.
„Also unterversorgt. Das können wir ändern“
„Ganz schön von dir eingenommen!“
„Erst ausprobieren, dann nölen!“ Mike setzte sich auf und Chaz kam näher.
Irgendwie wirkte Mike ein kleines bisschen unbeholfen und Chaz ergriff die Initiative.
„Schon mal nen Kerl am Start gehabt?“ fragte er leise und Mike nickte.
„Is aber lange her“, gestand er nun.
Ihre Gesichter näherten sich und wieder spielte er mit diese verfickten Piercing.
Chaz kannte die Reaktion darauf. So hatte er nicht nur Matt früher immer rumgekriegt. Er wusste was er tat und das wurde auch Mike gerade bewusst.
Chaz sah ihn noch einmal an.
„Sicher?“ fragte er vorsichtig.
„Und wie“, murmelte Mike mit rauer Stimme.
Seine Erektion war eindeutig und Chaz küsste ihn. Zuerst vorsichtig, dann immer fordernder und Mike erwiderte es.
Das war genau das was er jetzt brauchte, wonach er sich all die letzten Jahre gesehnt hatte. Doch seinem Vater zuliebe hatte er die Beziehung mit Anna aufrecht erhalten.
Jetzt aber gab er sich ganz und gar dem blonden Stachelkopf hin, der ihn von einem Höhepunkt zum nächsten brachte, als würde er fliegen. Er hatte noch nie so intensiv gefühlt.
Chaz wusste wirklich genau was er tat und er achtete auf ihn. Er kundschaftete aus was ihm gefiel und was ihm dann nicht so ganz geheuer war. Schnell hatte er herausgefunden was Mike die größte Befriedigung verschaffte und nach einer Weile wurde auch Mike mutiger.
Jetzt wurde er aktiver und suchte nach Chaz Vorlieben die er wundersamer weise genauso schnell gefunden hatte wie Chaz bei ihm.

Am nächsten Morgen lag Mike schlafend in Chaz Armen und hatte sich an ihn gekuschelt, während Chaz die Nacht Revue passieren ließ. Das war der verdammt beste Sex den er seit Matt je gehabt hatte und um ehrlich zu sein, hoffte er dass sie diese Nacht wiederholen konnten.
Mike hatte ihn in Sphären gebracht die sonst nur Matt drauf hatte.
Er beobachtete ihn seit gut einer Stunde als Mikes Telefon klingelte.
Leise nörgelnd kramte er mit geschlossenen Augen danach und meldete sich murrend.
„Wo bist du? Stehe vor deiner Tür“, brummte Phoenix.
„Chaz. Hotel“ erwiderte er und legte auf.
Chaz grinste und stellte sich gerade Daves Gesicht vor.
„Na los, aufstehen bevor er in der Tür steht“, forderte Chaz ihn leise lachend auf.
„Bah, wie kannst du nur so munter sein? Wir haben kaum ein Auge zugemacht“ nörgelte Mike und zog die Decke über den Kopf.
„Na los, komm schon, ab unter die Dusche. Ich hol uns Frühstück“, erwiderte er und Mike öffnete maulend die Augen.
„Und du?“
„War schon duschen. War nötig!“ grinste er und Mike verzog das Gesicht.
„Klasse, hast du noch ne Shorts für mich?“ seufzend schälte er sich aus dem Bett und Chaz musterte ihn.
„Hmh, bei dem Anblick… bleib nackt!“
„Nee, geht nicht, kriegen die Jungs nen Ständer!“ konterte Mike frech und Chaz lachte laut.
„Den hab ich schon. Schau in meiner Tasche nach. Da müsstest du genug Klamotten finden. Ich geh jetzt Frühstück besorgen“, meinte er und schnappte sich seine Jacke.
„Bevor ich noch auf dumme Gedanken komme“, fügte er hinzu.
Mike schmunzelte.
„Kannst gerne wieder über mich herfallen“, antwortete er und seine Wangen röteten sich.
„Ich nehm dich beim Wort“, gab Chaz zurück und verschwand.
Mike seufzte leise.
Was war das für eine Nacht gewesen. Am liebsten würde er gar nicht mehr aus dem Bett.
Seufzend stand er doch auf, kramte sich ein paar frische Klamotten aus der Tasche und verschwand im Bad wo er ausgiebig duschte und sich danach anzog. Er schaute nach was Chaz so an Deo und so hatte und schnüffelte.
Das roch definitiv nach ihm.
Er dachte an letzte Nacht zurück und an das was Chaz da mit ihm gemacht hatte und bekam sofort wieder einen Ständer.
Er verzog das Gesicht und schlüpfte in das frische Shirt, ließ es allerdings über die karierte Baggies hängen.
Er sah an sich herunter und musste lachen.
Er liebte diese Art von Hosen, stand aber eindeutig mehr auf einfarbig. Er hätte ja auch seine eigene angezogen, aber irgendwie war die verschmutzt. Da musste wohl ein Kondom drauf gelandet sein.
Er seufzte und trat mit noch nassen Haaren aus dem Bad und war sichtlich überrascht das Chaz längst zurück war und den Tisch gedeckt hatte.
„Seit wann bist du denn schon wieder da?“
„Der Supermarkt ist doch direkt um die Ecke“, konterte er und grinste als er Mike in seinen Klamotten sah.
„Also einfarbig steht die besser“
„Jepp. Allerdings ist die nicht mehr zu gebrauchen. Muss erst mal in die Waschmaschine“
„Ich weiß. Hab aufgeräumt während du gepennt hast“, erwiderte Chaz und hielt ihm einen Kaffee hin.
„Danke“, seufzte er und nahm die Tasse entgegen.

Sie waren kaum fertig mit Frühstück als es auch schon an die Tür klopfte.
„Ist offen“, rief Chaz und kurz darauf standen Rob und Dave im Zimmer.
„Cool, Frühstück“
„Greif zu. Is genug da“, meinte Chaz während Dave Mike mit großen Augen musterte.
„Sag mal, ist da was zwischen Euch gelaufen?“ wollte Dave wissen und Mike sah ihn grinsend an.
„Und Anna?“
„Hat Schluss gemacht. Schon vor ein paar Tagen“, erwiderte er schulterzuckend. „War eh nur noch mit Ihr zusammen wegen meinem Alten“, meinte Mike.
„Wenn der das rauskriegt setzt er dich vor die Tür“, meinte Dave nachdenklich und diesmal sah man auch bei Chaz eine Regung. Er sah überrascht aus.
„Ganz ehrlich Phoenix? Ich scheiß drauf“, antwortete er und Dave sah ihn fassungslos an.
„Muss ja ne heiße Nacht gewesen sein“, grinste Rob.
„Eher eine kurze. Wir haben bis fast eins noch an den Texten gearbeitet, dann wollte Chaz ins Bett. Na ja, hab ein bisschen an ihm gegraben und bekommen was ich wollte“, erklärte Mike und Chaz seufzte.
„Ist normal nicht meine Art“, gab er zu und Mike grinste.
„Ich weiß schon wie ich was bekomme!“ konterte er und Dave schüttelte den Kopf.
„Heißt also unsere beiden Frontmänner vögeln miteinander?“
„Was dagegen?“ fragte Mike knapp.
„Nein, warum sollte ich? Ich bin ausgelastet“, Dave grinste.
„Vielleicht wird er jetzt mal ein bisschen entspannter!“, fügte Rob hinzu und Mike streckte ihm die Zunge raus.
„Du bist doof. Phoenix, sag ihm das er doof ist“
„Nee, hoffe er hat recht!“, stimmte Dave Rob grinsend zu.
„Hmh, … hängt nicht alleine an mir“, Mike sah zu Chaz der mal wieder unbewusst mit seinem Piercing spielte.
„Boah, lass das nach, sonst bin ich gleich wieder rattig“, brummte Mike und Chaz sah ihn grinsend an.
„Wirkt immer“, meinte er und begann dann den Tisch abzuräumen.
Rob sicherte sich noch das letzte Brötchen.
„Kann ich?“
„Klar. Was weg is is weg“, meinte Chaz und wartete bis er fertig war. Dann räumte er alles weg, machte den Tisch sauber und räumte Mike hinterher.
„Sag mal, hinterlässt du immer ein Schlachtfeld wenn du im Bad bist?“ fragte er und Dave und Rob lachten auf.
„Unser Bärchen hier hat noch nie was von Ordnung gehört. Zuhause räumt Mami hinter ihm her“, meinte Dave und Mike streckte ihm die Zunge raus.
„Oh je. Bei mir zuhause würdest du untergehen“, meinte Chaz und Mike musterte ihn.
„Warum?“ fragte er neugierig.
„Großfamilie. Wir leben mit sieben Mann unter einem Dach. Oder eher acht wenn ich Damon mitzähle. Mein Stiefvater Mike, mein Stiefbruder Matt, sein angehender Mann Jay, dann die beiden Adoptivsöhne von Mike, Chris und Drake und mein vierjähriger Halbbruder Benny. Und meistens ist Damon noch da, der Freund von Drake. Meine Mum starb bei Bennys Geburt und mein Dad wurde vor zwei Jahren erschossen. Er war ein Cop, genau wie Mike und Jay“, erzählte er kurz.
„Und ihr lebt alle unter einem Dach?“ fragte Rob neugierig.
„Ja. Sind ein Männerhaushalt. Da hat jeder seine Aufgaben. Aber es funktioniert. Möchte die Zeit dort nicht mehr missen. Auch wenn wir uns ständig ums Bad streiten. Sieben Leute und nur zwei Bäder. Könnt ihr Euch sicher vorstellen dass es jeden Morgen ein Kampf ist. Aber es macht Spaß. Hab ne klasse Familie“, fuhr er fort und lächelte.
„Mike hat mir auch den Flug hier her bezahlt. Als kleines Geburtstagsgeschenk“
„Wann hast du denn?“, wollte Dave wissen.
„Ich hatte. Am zwanzigsten“, antwortete er.
„Dann dann herzlichen Glückwunsch. Sorry nochmal wegen dem blöden Spruch von gestern“, Dave lächelte kurz.
„Vergiss es einfach. Haben uns auf dem falschen Bein kennen gelernt. Und es stört Euch nicht wenn wir ab und an was miteinander haben?“ wollte Chaz wissen und Dave schüttelte den Kopf.
„Mich nicht“, meinte er.
„Ich auch nicht. Und Brad auch nicht. Der ist eh schon genervt weil Bärchen die ganze Zeit so rum zickt. Er war etwas unterversorgt“, pflichtete Rob ihm zu und verspeiste den Rest vom Brötchen.
„Und was machen wir jetzt?“ fragte er noch immer kauend.
„Studio?“ wollte Chaz wissen.
„Das hatten wir nur für zwei Tage. Wir haben kein Studio. Wir proben immer noch in Robs Garage“, gestand Mike nun.
„Hab ich lange nicht mehr“, Chaz schmunzelte.
„Habt ihr schon ein paar Auftritte gehabt?“ forschte er weiter.
„Nein. Warum? Hast du ein paar Connections?“ Dave wurde ganz zappelig.
„Schon. Kann ja mal nachhorchen. Habt ihr was gegen auf kleinen Festivals und so zu spielen?“
„Nein“, antworteten alle drei gleichzeitig.
„Hauptsache endlich mal spielen“, meinte Mike.
„Jaaa. Herausfinden ob unsere Musik überhaupt ankommt“, fügte Dave hinzu.
„Bis dahin müssen wir aber noch ne ganze Menge üben und vor allem muss Chaz unsere Songs mit Mike zusammen singen. Das gestern war schon Hammer, aber ihr habt noch nie zusammen gesungen“, meinte Rob.
„Ich muss erst mal sämtliche Texte lernen. Kann erst drei“, meinte er und Mike sah ihn konfus an.
„Wann hast du die denn gelernt? Wir waren doch irgendwie die ganze Nacht beschäftigt“, erwiderte er.
„Du schnarchst. Da kriegt man ja keine Auge zu. Also hab ich mir das Textbuch vorgenommen“, meinte er.
Mike blies die Backen auf und Dave grinste.
„Was hast du drauf?“
„Papercut, In the End und One Step Closer. Hab auch heute Morgen schon mit Matt telefoniert. Wir können Crawling für uns ausbauen, falls ihr Interesse habt“, meinte er und Dave sah ihn überrascht an.
„Und wann schläfst du mal?“
„Wird überbewertet“, grinste er und sah in die entsetzten Gesichter der drei.
„Schon ok. Hab ungefähr zwei Stunden geschlafen. Reicht mir erst mal.“
„Ok, Rob, du holst Brad und Joe ab und wir fahren schon mal zu dir, ok?“
„Klar. Mike, brauch deine Schlüssel“
Mike reichte Rob seine Autoschlüssel und Rob machte sich auf den Weg.
„Sag mal, können wir noch kurz bei mir vorbei? Würd mich gern schnell umziehen“
Chaz grinste und packte seine Sachen zusammen, griff seinen Rucksack und seine Gitarre und war startklar.
Er stieg hinten in den Wagen und schloss ein bisschen die Augen.
Hin und wieder summte er eine Melodie vor sich hin und seufzte leise.
„Ich brauch ne Wohnung und nen Job“, sagte er nach einer Weile.
„Robs Mum liest die Zeitung. Vielleicht kannst du da mal rein schauen“
„Wäre ganz gut Morgen muss ich aus dem Hotel raus. Und erst mal wieder nach Hause um alles weitere in die Wege zu leiten. Brauch ein paar Klamotten und meine Musiksachen. Hab ich ja nicht mitgebracht“, erwiderte Chaz nachdenklich.
„Was hältst du davon wenn wir alle zusammen fahren? Dann kannst du dir das Geld für den Rückflug sparen und der Sprit ist billiger, das können wir uns dann teilen“, schlug Dave vor.
Er wüsste gerne woher Chaz kam und wie seine Familie so war. Er wollte mehr über ihn wissen.
„Finde ich ne gute Idee. Ich bin dabei“, erwiderte Mike.
„Ok, hab nichts dagegen. Denkt Ihr ich könnte von Robs Eltern kurz zu Hause anrufen?“ wollte Chaz wissen.
„Ich glaube schon. Reden wir gleich mit den Jungs und dann wird geprobt“, entschied Mike als Dave bei ihm zu Hause hielt.
„Bin gleich wieder da. Zieh mich nur schnell um“, meinte er und Chaz grinste.
„Gute Idee. Bunt steht dir nicht“, sagte er.
„Ein bunter Vogel in der Band reicht“, konterte Mike grinsend und verschwand im Haus.
„Da hat er recht“, Dave grinste und Chaz lachte.
Dave mochte die offene Art von Chaz auch wenn er fühlte dass da wesentlich mehr noch dahinter steckte.
Er hatte nur oberflächlich von seiner Familie erzählt und er wunderte sich noch immer das er Mike an sich ran gelassen hatte. Doch irgendwie fühlte er auch dass er Mike gut tat. Er hatte sich in der letzten Zeit zurückgezogen und Dave war sicher dass es an Mikes Vater hing. Er war ein traditionelle Japaner und er kam nicht damit zurecht das Mike Musik machen wollte und Grafikdesign studierte, anstatt in Daddys Firma einzusteigen.
Mike litt sehr darunter, doch er ließ es sich meist nicht anmerken. Abgesehen von dem einen oder anderen Familienfest wo Mr. Shinoda stolz die beiden jüngeren Brüder Jason und Steven vorführte und Mike ignorierte.
Jason war 14 und Steven 12 und noch leicht zu beeinflussen. Bei Mike schaffte er es nicht mehr und somit war er für Mr. Shinoda das schwarze Schaf der Familie.
Seine Mum dachte anders darüber, doch sein Dad hatte das Sagen.
Wütend wurde die Haustür aufgerissen und Mike hatte eine große Tasche in der Hand und einen Rucksack und noch eine Gitarre.
„Wenn du jetzt gehst Michael, dann brauchst du nicht wieder zurückzukommen!“, sagte Mr. Shinoda mit eiskalter Berechnung.
Mike nickte und reichte Dave und Chaz seine Sachen.
„Dann sollte ich meine Unisachen wohl mitnehmen“, erwiderte er knapp und verschwand wieder im Haus.
Mr. Shinoda warf Dave und Chaz einen missbilligenden.
„Verschwindet. Welche wie ihr seid hier nicht erwünscht“, fuhr er die beiden Jungs an und Chaz nickte schlicht und packte Mikes Sachen in den Kofferraum.
Kurz darauf kehrte Mike auch schon mit seinen Unterlagen für die Uni zurück.
„Mike“, hörte er Jason rufen und wandte sich noch einem um, seinen Vater ignorierend.
„Geh bitte nicht“, bat er ihn leise.
„Geh sofort ins Haus, Jason“, drohte Mr. Shinoda und Jason zuckte zusammen.
„Tut mir leid Kleiner. Doch ich halte das hier nicht mehr aus. Du weißt wie du mich erreichen kannst. Pass auf dich auf“, erwiderte Mike und ging.
„Du machst alles kaputt“ zischte er seinen Vater an und der hob die Hand als Chaz auch schon da stand.
„Wagen sie es nicht zuzuschlagen, solange ich noch in der Nähe bin“, sagte er gefährlich leise und Mr. Shinoda sah ihn überrascht an und trat einen Schritt zurück. Diese Zeit nutzte Jason um ins Haus zu flüchten.
„Chazzy, wir können“, sagte Mike leise und Chaz nickte, wandte sich ab und stieg ins Auto.
Mr. Shinoda sah ihnen zu wie sie davon fuhren, dann kehrte er ins Haus zurück.
„Was hast du zu ihm gesagt, Chaz? Ich hab noch nie erlebt dass er zurückweicht“, flüsterte Mike und sah ihn an.
„Nicht so wichtig. Ich schätze mal, er kann  mich jetzt gar nicht mehr leiden“, erwiderte er knapp.
„Woher …“ Mike sprach nicht weiter als er Chaz Gesichtsausdruck sah.
Dave sah kurz in den Rückspiegel und er schloss genau dasselbe daraus wie Mike.
Chaz wusste genau was abging weil er es selber durchgemacht hatte.
Kein Wunder das er so ein bunter Vogel war.
Fünf Minuten später hielten sie vor Robs Haus.
„Was hast du jetzt vor?“ wollte Dave wissen.
„Kann ich meine Sachen erst mal bei dir unterstellen? Ich such mir was eigenes“
„Und wo willst du schlafen?“ fragte Chaz nachdenklich.
„Du kannst erst mal meine Couch haben. Wollte ich zwar Chaz anbieten…“
Chaz winkte ab.
„Kein Problem. Ich nehm den Bulli mit. Da kann ich drin pennen. Wäre nur gut wenn ich bei einem von Euch meine Gitarren bunkern könnte. Waren zu teuer um sie im Bulli zu lassen, wandte Chaz ein.
„Geht klar“, erwiderte Dave und Chaz nickte.
„Danke“, gab Chaz zurück und sie stiegen endlich aus.
Rob, Brad und Joe warteten bereits auf sie.
„Was denn mit Euch los?“ fragt Rob kauend.
„Bist du schon wieder am Essen? Du hast doch eben erst bei Chaz gefrühstückt“, erwiderte Dave und Rob zuckte mit den Schultern und klopfte sich auf den Bauch.
„Kanns vertragen“, meinte er und musterte Mike.
„He, is was passiert?“ fragte er, da Mike sonst immer darauf ansprang.
„Bin zu Hause rausgeflogen“, gab er zu und Rob sah ihn mit großen Augen an.
„Ernsthaft?“ Rob starrte ihn ungläubig an.
„Ja. Dave hat mir sein Sofa angeboten“, erwiderte er.
„Willst du trotzdem Proben?“ erkundigte Brad sich vorsichtig und Mike wusste nicht so wirklich was er antworten sollte.
„Was haltet ihr davon wenn wir es lassen? Dann kann ich die Texte lernen und Mike kann sich seinen Part für Crawling überlegen. Lenkt ein bisschen ab“, schlug Chaz vor.
„Einstimmig angenommen erwiderte Joe nach einem kurzen Blickkontakt mit dem Rest.
„Wartet mal, da ist noch was. Mike und ich haben entschlossen Chaz nach Phoenix zu begleiten. Wir nehmen das Auto. Kommt einer von Euch mit?“
„Kann nicht. Familienfest“, erwiderte Joe. Auch Joe war asiatischer Abstammung, doch im Gegensatz zu Mike verstand er sich verdammt gut mit seiner Familie.
„Muss meine Eltern fragen. Wenn sie einverstanden sind, komme ich mit“, gab Rob zurück.
„Bin dabei“, antwortete Brad und Chaz nickte.
„Ok. Dann fahren wir morgen gegen sechs los“, entschied Chaz und Mike machte große Augen.
„Das ist ja mitten in der Nacht“, nörgelte er.
„Ja, aber dann sind wir gegen Mittag da“, gab Chaz zurück und wandte sich an Rob.
„Kann ich bei Euch mal telefonieren?“
„Klar, komm rein“, meinte Rob und die ganze Bande folgte ihnen.
Mr. Bourdon saß am Küchentisch und las die Zeitung, sah aber auf als er die Jungs sah.
Er war schon neugierig auf den Neuen und musterte ihn jetzt nachdenklich. Er war so ganz anders wie die Jungs.
„Dad, kann Chaz mal zu Hause anrufen? Ach ja, und Mike, Brad und Dave fahren morgen mit nach Phoenix, seine Sachen holen. Kann ich mit?“ fragte er in einem aufwasch und sein Vater musterte ihn überrascht.
„Wie lange denn?“
„Also bis zum Wochenende brauch ich schon um zu Hause alles zu regeln“, gab Chaz zu und Mr. Bourdon nickte.
„Also gut, ich denke drüber nach. Das Telefon liegt im Wohnzimmer. Hol es schnell mal her“
Rob nickte und verschwand kurz in dieser Zeit musterte Mr. Bourdon Chaz eingehend. Doch im Gegensatz zu seiner Vermutung wandte Chaz den Blick nicht ab.
„Ihr hättet eben sehen sollen was Chaz getan hat. Er hat sich zwischen Jason und meinen Dad gestellt. Jay wollte mich aufhalten, und meine Dad wollte ihm eine langen. Ich hab noch nie gesehen dass er zurückgewichen ist“, erzählte Mike leise Brad und Joe, die Chaz nun auch neugierig ansahen während Dave schwieg.
Mike war leise, doch nicht leise genug. Mr. Bourdon hatte es mitbekommen.
Bevor er jedoch seine Fragen stellen konnte war Rob mit dem Telefon zurück.
„Danke“, antwortete Chaz mit stoischer Ruhe und wählte die Nummer von Zuhause.
„Sikes?“, ging sofort einer ran und Chaz lächelte.
„Hi, Mike“
„Na Chazzy? Wie ist es gelaufen?“ wollte Mike sofort wissen und Chaz fiel brühwarm ein das Mike ja noch gar nichts wusste.
„Bestens. Mike und die Jungs kamen gestern Abend noch vorbei. Sieht aus als gehör ich jetzt dazu. Sag mal, kannst du den Flug von Morgen stornieren ohne Verlust?“ wollte Chaz wissen und stellte das Telefon auf laut.
„Klar, was habt Ihr den vor?“
„Wir würden alle bei dir einfallen. Ab gesehen von Joe, der kann nicht und Robs Vater ist noch nicht sicher ob er mir trauen kann oder nicht“, erwiderte Chaz schlicht und hörte Mike lachen.
„Wundert dich das?“ wollte er wissen und Chaz grinste breit.
„Nö. Hab ich ja auch nicht behauptet. Was dagegen das sie mitkommen?“
„Nein. Zwei können ins Gästezimmer und zwei auf deine Couch“, meinte nur.
„Kein Thema“, antwortete Chaz als er den Kleinen im Hintergrund hörte.
„He, was macht denn die Nervensäge zu Hause?“ wollte er wissen.
„Die Kita hat zu und die Tagesmutter Mums“, brummte Mike und Chaz lachte leise. Er schien alle anderen um sich herum vergessen zu haben.
„Chazzy reden“
Mike seufzte und reichte Benny das Telefon.
„Chazzy“, sagte der vierjährige und Chaz schmunzelte.
„Na du kleine Nervensäge? Geht es dir gut?“
„Kommst du nach Hause?“ fragte er und Chaz schluckte einen kurzen Moment.
„Ja, Morgen“, antwortete er.
„Beibst du?“
Chaz schwieg eine ganze Weile.
„Nicht lange“, gab er dann zu.
„Warum nicht? Will nicht das du fort gehst“, sagte er.
„Lass uns morgen reden, Kleiner“, erwiderte Chaz.
„Ist gut. Hab dich lieb“
„Ich dich auch. Gib mir mal Dad wieder“, sagte er ohne zu merken wie er Mike nannte.
„Der Kleine vermisst dich. Und Chris und Drake sind unausstehlich weil du einfach abgehauen bist“
„He, bin ich nicht“, murrte Chaz.
„Ich weiß, und sie wissen es auch. Die fangen sich schon wieder. Mach dir um die beiden Unruhestifter mal keinen Kopf“
„Oh je, was denn jetzt schon wieder?“ wollte Chaz neugierig wissen.
„Ach, du weißt doch wie die beiden sind. Haben sich mit den Footballidioten angelegt, oder eher die mit ihnen. Jetzt haben sie am Wochenende einen Quarterback weniger und der Schuldirektor fragte was ich unternehmen möchte. Ich hab im Gegenzug gefragt was er so vorhat und wieso ein ganzes Footballteam auf meine Jungs losgeht. Er hat die Backen aufgeblasen und ich meinte nur ich behalte mir rechtliche Schritte vor“, Mike hörte amüsiert an und Chaz lachte auf.
„Hat Jays Training also was gebracht. Warum sind die auf die Kleinen los?“ wollte Chaz wissen.
„Drake ist nun mal schwul und steht nicht auf getünchte Barbypuppen. Können diese Dumpfbacken nicht mit umgehen. Haben den Kleinen allerdings unterschätzt. Er hat sich auch nur gewehrt und nicht selber agiert, sonst gäbe es gar kein Spiel am Wochenende“
Man hörte deutlich wie stolz er auf die beiden war und Chaz schüttelte grinsend den Kopf.
„Du bist ein Bulle und solltest ihnen nicht ganz so doll zeigen wie stolz du auf sie bist“
Mike lachte auf.
„Muss ich nicht. Macht Jay schon!“
„Ist auch ein Bulle“, konterte Chaz. „Haben die beiden fiel abbekommen?“
„Nicht im geringsten“, hörte er Drake im Hintergrund.
„Ah, die Plagegeister sind zu Hause!“
„Klappe Alter!, brummte Chris.
„Uh, der will sich schon wieder mit mir streiten!“ meinte Chaz zuckersüß und es herrschte absolute Stille.
Chaz grinste.
„Er zeigt dir grad den Mittelfinger“, sagte Drake.
„Boa, halt die Klappe du Kröte“, knurrte Chris und Chaz lachte leise.
„Na, den beiden scheints ja gut zu gehen. Wir sehen uns dann morgen Mittag, ok?“
„In Ordnung. Jay und ich haben Dienst, kommen erst später. Matt ist in seinem Laden. Machst du Essen und holst die kleine Nervensäge auf dem Revier ab?“
„Wieso auf dem Revier?“, wollte Chaz überrascht wissen.
„Geb ihn morgen unten in der Zentrale bei Ian ab. Der kümmert sich um ihn. Muss mir was einfallen lassen wenn du weg bist“, sagte er ernst.
„Und wenn du dem Job den Rücken kehrst?“ fragte Chaz hoffnungsvoll.
„Und was soll ich dann machen? Zu Hause sitzen?“
„Was, was nicht ganz so gefährlich ist?“ erkundigte Chaz sich und Mike atmete hörbar ein.
„Mir passiert schon nichts, ich bin vorsichtig“
„Ich weiß. Hat mein Dad auch gesagt. Jetzt liegt er drei Meter unter der Erde. Wir sehen uns morgen“, erwiderte Chaz und Mike seufzte leise.
„Fahr vorsichtig.“
„Machen wir. Sag mal, kann ich den Bulli fürs erste haben?“
„Warum habe ich nur mit dieser Frage gerechnet“
„Weil du mich kennst?“
„Wahrscheinlich. Er ist schon in der Werkstatt und darüber diskutieren wir nicht. Du bekommst ihn wenn er in Ordnung ist. Ansonsten sehen wir uns neu um und ich möchte jetzt nichts von dir hören“, sagte Mike und Chaz seufzte.
„Ist ja schon gut, ich sag ja nichts“
„Gut für dich“
Chaz verdrehte die Augen.
„Bis morgen. Freu mich“
„Wir uns auch!“ riefen die Kleinen und Chaz lächelte.
„Bis dann“, meinte er und legte auf.
„Danke“, er reichte Rob das Telefon und merkte erst jetzt dass sie ihm alle zugehört haben.
„Ihr habt ein gutes Verhältnis, oder?“ fragte Brad und Chaz nickte.
„Absolut“
„Kann ich dich mal was fragen?“ wollte Rob wissen.
„Klar.
„Du hast eben Dad gesagt und dann meintest du er wäre, also ich meine…“
„Mein Vater ist tot. Mike ist mein Stiefvater. Er hat vor vier Jahren meine Mum geheiratet. Die ist bei Bennys Geburt gestorben. Mein Vater wurde ein Jahr später erschossen. Er war ein Cop, genau wie Mike. Anfangs war Mike so eine Art Ersatzvater für mich, da Lee und ich nicht miteinander klar kamen, was sich geändert hat. Dann wurde er mein Stiefvater und das ist er immer noch. Und ich bereue keine Sekunde lang zu dieser Familie zu gehören“, erklärte er Rob, der ihm neugierig zuhörte.
„Also, möchten sie noch etwas wissen oder haben sie sich ihr Urteil über mich schon gebildet als ich hereinkam?“ wandte Chaz sich nun an Robs Vater.
Rob und die anderen Jungs sahen ihn überrascht an.
„Erst mal nicht. Ich hab nichts dagegen wenn Rob Euch begleitet“, erwiderte er dann und Chaz nickte.
„Ok. Dann morgen früh um sechs bei mir am Hotel?“ fragte Chaz und die Jungs nickten.
„Dann brauch ich jetzt dein Textbuch, Mike“, wandte er sich an den dunkelhaarigen und der reichte es ihm ohne zu zögern.
„Kann ich mich in den Garten verdrücken?“ wollte Chaz wissen und Mr. Bourdon nickte schweigend.
Chaz ging wortlos an ihnen vorbei und legte sich bäuchlings ins Gras und begann die Texte auswendig zu lernen.
Ab und an summte er die eine oder andere Melodie dazu und die Jungs sahen sich immer wieder an.
„Wie hat der das so schnell alles drauf? Ich hab ewig gebraucht bis ich die Texte konnte“, meinte Joe und Mike zuckte mit den Schultern.
„Keine Ahnung. Aber er ist echt gut“, meinte er und setzte sich mit seiner Gitarre dazu.
Er begann In the End anzustimmen und Chaz stieg sofort mit ein.
Zwar leise aber man hörte deutlich wie gut ihre Stimmen miteinander harmonierten.
„Mit Ihm könnten wir es wirklich schaffen“, murmelte Brad.
„Ja. Wir fangen richtig an sobald wir aus Phoenix zurück sind. Bis dahin können Chaz und Mike alles zusammen singen. Wartet es ab“
„Ich würde so gerne mit“, seufzte er.
„Das nächste Mal fahr ich im Mai runter. Mein Bruder und Jay heiraten. Könnt gerne mit“, rief Chaz und Joe sah ihn an.
„Der kann uns hören! Wieso kann der uns hören, Dave?“ fragte er und Chaz grinste.
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