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Schwarzer Sand

von Caelena
GeschichteFantasy, Freundschaft / P12 / Gen
Jack Frost OC (Own Character) Pitch
08.04.2020
09.05.2020
12
8.631
2
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22.04.2020 767
 
Mit meinem Block und der Zeichenkohle machte ich mich auf den Weg zum See. Dort setzte ich mich auf den Baum, auf dem ich nun immer saß seit ich vor ein ein-halb Wochen das erste Mal Jack dort getroffen hatte. Eben dieser ließ auch nicht lange auf sich warten. Seit besagtem Tag war ich fast täglich hier gewesen und hatte mich mit Jack getroffen. Meistens unterhielten wir uns, während ich ihn zeichnete. Manchmal war auch Baby Tooth mit dabei, dann zeichnete ich die beiden zusammen. Ich liebte diese Nachmittage. Die Unbeschwertheit und die Geschichten, die Jack zu erzählen hatte. Ich hörte ihm unglaublich gerne dabei zu, wie er von seiner Vergangenheit erzählte und ihm schien es gutzutun, all die Jahrhunderte mit jemandem teilen zu können. Jetzt ließ er sich wieder Mal mir gegenüber nieder und begrüßte mich mit einem Lächeln. Er legte seinen Kopf auf die angewinkelten Knie und ich sagte begeistert. „Bleib genau so!“ Er sah mich nur lächelnd an und fragte: „Was soll ich dir heute erzählen?“ So lief es schon seit einigen Treffen. Ich lächelte auch und überlegte kurz, dann antwortete ich: „Erzähl mir von deiner Schwester!“ Er sah etwas erstaunt aus nickte dann aber und begann zu erzählen. Während er sprach begannen seine Augen zu glitzern und ich strahlte. Ich versuchte genau diesen Blick einzufangen. Diesen Blick voller Liebe für seine Familie. Meine Finger umklammerten den Stift und dieser flog regelrecht über das Papier, während ich ihm zuhörte, wie er mir von all den Spielen und Nachmittagen mit seiner kleinen Schwester erzählte. Als ich das Bild fertig hatte, lehnte ich mich zurück und hörte ihm einfach zu, ohne dass er bemerkte, dass ich aufgehört hatte zu zeichnen.
Als es ihm schließlich auffiel, ließ er seine Geschichte ausklingen, ohne abrupt zu enden und sah mich dann gespannt an. Ich lächelte und zeigte ihm das Bild. Ich war sehr zufrieden mit meiner Arbeit, denn ich hatte es tatsächlich geschafft das Glitzern in seinen Augen einzufangen.

Ich sah auf meine Armbanduhr und zuckte zusammen. „Ich muss los!“, sagte ich. „Es ist schon verdammt spät. Ich habe mal wieder die Zeit aus den Augen verloren!“ Jack nickte und wollte mir das Bild zurückgeben, doch ich schüttelte nur den Kopf. „Behalte es!“, meinte ich. Er sah mich dankbar an und umarmte mich. Dann stieg ich von dem Baum und machte mich auf den Weg nach Hause.

Als ich den Wald verließ, spürte ich eine mir unbekannte Kühle. Sie war nicht unangenehm aber doch anders als die, die von Jack ausging. Ich sah mich um, doch konnte nichts Ungewöhnliches erkennen. Die Bäume hinter mir warfen lange Schatten und hinter dem Wald ging die Sonne unter. Und dann bemerkte ich es. Einer der Schatten bewegte sich. Ich betrachtete den dazugehörigen Baum und erkannte, dass sie dahinter jemand versteckte. „Wer ist da?“, fragte ich und war froh, dass meine Stimme fest klang, obwohl ich nervös war. Die Gestalt löste sich von dem Baum und kam auf mich zu. Ich erkannte den Mann sofort. Dunkle Kleidung, helle Haut, goldene Augen. „Pitch“, stellte ich mit noch immer fester Stimme fest. Er sah mich überrascht an: „Du siehst mich und kennst auch noch meinen Namen?“, fragte er mich verwundert.

Offensichtlich hatte er nicht vor mich anzugreifen also blieb ich ruhig. Ich hatte schon immer eine seltsame Sympathie für den schwarzen Mann empfunden. „Natürlich kenne ich dich!“, erwiderte ich schlicht. Ich ließ mir nicht anmerken, ob das eine positive oder negative Aussage war, aber das schien ihn auch gar nicht zu interessieren. „Wieso hast du keine Angst vor mir und kannst mich trotzdem sehen?“, fragte er mich geradeheraus. „Ganz einfach“, antwortete ich ihm „Ich sehe dich, weil ich an dich glaube und ich habe keine Angst vor dir, weil ich dich schon immer eher faszinierend als furchteinflößend fand!“ Jetzt sah er mich fassungslos an. Ich schaute wieder auf meine Armbanduhr und fluchte. „So schön ich es finde dich kennenzulernen“, sagte ich „meine Mom wird mich umbringen, wenn ich nicht pünktlich zum Abendessen zuhause bin, also tschau!“ und noch bevor er sich von dem Schock erholen konnte, dass ich scheinbar wirklich keine Angst vor ihm hatte, war ich schon in der Kleinstadt verschwunden und rannte nach Hause.
Als ich dort ankam holte ich erstmal tief Luft. Mein Gehirn schien jetzt erst zu verarbeiten, was da eben geschehen war. Ich muss das morgen unbedingt Jack erzählen, beschloss ich. Der Hüter würde schon wissen, wie mit dieser doch sehr fragwürdigen Begegnung umzugehen war.

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Hallihallo,
hier kommt das nächste Kapitel. Ich hoffe es gefällt euch und wie immer würde ich mich wahnsinnig über Rückmeldung freuen!

Liebe Grüße: Caelena
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