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Höllenfeuertango

GeschichteHorror, Liebesgeschichte / P18 / Mix
08.04.2020
27.05.2021
5
17.796
10
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
08.04.2020 2.702
 
Titel: Höllenfeuertango
Autor: Poetic Justice
Prolog: Schicksalsspinner
Rating: P18
Typ: Geschichte
Status: In Arbeit
Genre: Fantasy • Romance • Religion
Warnung: Violence • Darkness • Religion • Smut
Website: Link
Trailer & FMVs: Vorerst keine.
Pinnwand: Link
Playlist: Link

Tropes: dark Romance • interspecies romance • cinderella • redundant romance attempt • ladykiller in love • one true love • bad boy • slap-slap kiss • bodyguard crush • furious attraction • the masochism tango • hot librarian• fallen cupid • mindlink mates • Dark Fantasy • beast & beauty • young mistress • forbidden love • paranormal • jealous • star-crossed lovers • fake relationship • age-gap romance • love transcends spacetime • mayfly-december romance

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Höllenfeuertango
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„Das Siechtum der Engel ist nichts Neues.
Ich habe sie gesehen wie Bienen kriechend,
ohne zu fliegen, auf ihren Zungen kauend, statt zu singen.

So lungern sie herum bei den Bus-Endstationen,
zeigen ihre Beine, verbergen ihre Flügel,
Scharwenzeln sich durch ihre kurze Erdenzeit“

-          Mark Strand



KAPITEL NULL: SCHICKSALSSPINNER
☙  ⭑ ⋆ ✩  ♕  ✩ ⋆ ⭑  ❧
⭒ ✵ ⭒


Grau in Grau lag der spärlich beleuchtete Raum vor dem Mann, der nun eintrat.
Eine Glühbirne flackerte, ehe ein offenes Fenster dazu führte, dass sie leicht an der Decke baumelte und ein Schattenspiel preisgab, das beinahe unheilverkündend wirkte.
Zahllose Flakons standen in Staub und Spinnennetzen umwoben herum; in Schränken, auf kleinen Tischchen und sogar auf dem Boden. Selbst vor den großen Bücherregalen, die farbverblasste Buchbände zu erkennen gaben, standen diese Fläschchen.
Das einzige, auf dem keine standen, war der kleine Sekretär, der gleich gegenüber der Tür stand und ausgeklappt war. Etliche Papiere lagen offen darauf herum, während auf den vielen Schubladen darüber Pergamentrollen gestapelt waren, die durch Siegel der verschiedensten Arten geschlossen wurden. Anscheinend hatte der Besitzer keine dieser Rollen gelesen.

Mit bedachten, doch schweren Schritten betrat der Mann mit den kurzgeschorenen Haaren und dem zart definierten Bart den Raum. Seine braunen Augen huschten überlegend über das Mobiliar, als suche er nach etwas bestimmten. Und so war es auch: Er benötigte eine Lösung, und jene sollte lieber rasch erfolgen. Er konnte es nicht wagen, dass Berith ihm zuvorkam.
Hastig bewegte er sich auf seinen Sekretär hinzu, ergriff eine filigrane Feder aus dem dazugehörigen Halter und ein leeres Stück Pergament, ehe er noch im Stehen ein paar Wörter darauf kritzelte.
Mit einem süffisanten Lächeln bedachte er sein Werk, wobei die Nasenflügel seiner geraden schmalen Nase leicht vibrierten. „Das muss wohl reichen.“ Er zeigte Zähne, bevor er seinen schwarzen Mantel zum Wallen brachte, durch dessen Luftzug ein paar Zettel hinunterflogen.
Noch immer seine Worte betrachtend, wandte er sich um und ging gen Bücherregal.
„Was macht Ihr?“, erklang da eine krätzige leise Stimme, die einem kleinen Wesen gehörte, das beinahe einer Echse glich. Doch nur beinahe: Seine Haut sah mehr aus, wie die dürre, rissige Erde der Savanne. Und auch seine Augen waren nicht dort, wo man sie sonst vermutete. Sie hingen an Fühlern, gleich an seinem Kopf angebracht, zu dessen Enden ein paar Schlitze waren. Jene dienten dem Atmen, als auch zum Hören.
„Ich suche das Konflexa“, kam es überlegend von dem Mann, wobei er sich einen Finger auf die schmalen Lippen legte, die ebenso von einem dunklen Bart umgeben waren.
Die Zunge des kleinen Wesens preschte hervor, gleich einer Peitsche, ehe er aus dem höchsten Regal eine kleine Schatulle herauszog, die er dem Dunkelhaarigen in die Hände schmiss. „Danke, Wasl.“
Wasl antwortete gar nicht, sondern verharrte weiter auf dem kleinen hölzernen Beistelltisch, der in der Mitte des Raumes stand, wobei er seine lange Zunge weiter herumpreschen ließ, bevor er sich eine Fliege schnappte und darauf herumschmatzte. Obgleich der kleine Dämon schon lange im Dienst des Meisters stand, waren seine Gedankengänge noch immer nicht transparent für ihn und deshalb stellte er neugierig und beharrlich seine Frage: „Was willst du mit dem Konflexa? Du weißt, das sind die letzten.“
„Geht dich nichts an! Hier, iss.“ Der Mann im Schwarzen Mantel stellte eine Schale mit Heuschrecken vor seinem Kumpanen ab, über die sich das echsenartige Wesen auch gleich hermachte. Allerdings zerstreute das nicht die Aufmerksamkeit des kleinen Dämonen, weswegen er – wenn auch fressend – beobachtete, wie der Mann in Schwarz sich eine der letzten vier Karten des Konflexa nahm und jene zwischen seinem Zeige- und Mittelfinger begutachtete.
Leise flüsternd bewegten sich die Lippen des Mannes, ehe die unbedruckte schwarze Karte in Flammen aufging. Das brennende Stück warf er im nächsten Moment auf den Boden, ehe sich ein kleiner Wirbelsturm darum auftat und eine Figur formte. Der Ruß bildete ein Kunstwerk von filigraner Feinheit, so zart und fein, dass jedes Detail erkennbar wurde: Es war das Abbild einer Frau.
„Dante? Was willst du von diesem Ding? Wer ist das?“ Wasl lugte neugierig über seinen Tisch, aber sein Kumpane ignorierte ihn und pustete stattdessen ein graues Pulver, das leicht schimmerte, über die Figur. Kleine Häuser, aber auch Palmen stiegen empor, sodass als bald eine Stadt um die Figur herum erbaut wurde.
„Wasl? Wo ist das?“
Der Angesprochene ließ seine Fühler starr auf die Gebäude- und Umgebungsstruktur fallen, ehe jene gelblich glühten und er kleinlaut preisgab: „Tel Aviv-Jaffa, 119 HaHashmonaim St.“
„Gut“, sprach Dante und stieß beabsichtigt und schwungvoll seinen Atem aus, sodass die Gebäude zerfielen und nicht mehr als ein glühendes, kokelndes Muster im Steinboden zurückblieb. Ein Pentagramm.
Zufrieden, gar triumphierend grinste der Dunkelhaarige, ehe er die Figur der Frau ergriff, die zurückgeblieben war und sie in seiner Tasche verstaute.
„Bis später.“ Und mit diesen Worten ergriff er die dreckigen Stiefel, die trotz Polierung nicht mehr sauber zu kriegen waren. Stattdessen wiesen sie ein altes, beinahe ranziges Leder auf, das an manchen Stellen schon einriss.
Kurzum streifte er sie sich über und deutete mit zwei Fingern an der Stirn eine Verabschiedung gen Wasl an. Dann schlug er die Hacken dreimal aneinander und verschwand in einem schwarzen Rauch.

Dunkelheit umfasste Dante, zerfraß das Gestein um ihn herum, sodass sich das Gebäude auflöste, bevor sich neue Steine auftaten, stapelten und zu einem Grundriss erbauten. Vom Geruch des Schwefels, das immer auf dieser Art zu Reisen aufkam, überkam ihn Ekel, weswegen er seine Lippen zusammenpresste, sodass jene einen Strich ergaben. Anschließend, so zwang er sich seine zittrigen Lider aufzubehalten, ehe er kurz blinzelte und bemerkte, dass er angekommen war.

Der Nachthimmel Israels begrüßte ihn mit einem angenehmen Windzug und funkelnden Sternen, die von keinem Wolkenzelt verborgen wurden. Ein schöner Anblick wie vermutlich die Menschen finden würden, doch für Dante war es nicht mehr als ein Lehrbuch. Die Sterne bildeten in seinen Augen nicht mehr als Wörter, die wiederum Sätze bildeten, die von Geschichten erzählten, die nicht wiederholt werden sollten. Eine Mahnung der Engel, hatte Sammael ihnen eingetrichtert.
Für die dunklen Wesen hingegen glich es einer Vorführung dessen, was sie verloren hatten. Etliche Kriege und andere Gräueltaten; Versuche die Menschen auf ihre Seite zu bringen und obgleich dieser Tage Hoffnung am Horizont schimmerte, wusste er: Das Spiel war noch nicht beendet.
Doch zuvor, so musste sich die Rangfolge der Hölle neu etablieren, um für den kommenden Krieg gewappnet zu sein. Und damit begann Dantes Plan, der sich selbst am nächsten war und ganz genau wusste, wie er sich profilieren konnte.
Mit starker Hand umklammerte er die Figur in seiner Manteltasche, während sich ein Lächeln auf seine Gesichtszüge schlich. Er war versiert in seinem Tun. Es würde ein leichtes Spiel werden. Nicht mehr, als einer seiner Züge in einer endlos langen Schlacht.
Bald schon, würde er nicht nur Herzog der Unterwelt sein, nein, er würde so viel mehr sein.


꧁ °❀•°:ꕥ:°•❀° ꧂


Eine schwüle Wärme herrschte im kleinen Café Casbah, das zumeist bis in die späten Abendstunden geöffnet hatte. Rote Steinwände, an denen Rundbögen aus groben rauem Stein angebracht worden waren, bildeten ein Urlaubsambiente, das nicht angenehmer sein könnte. Überall hingen kleine Regale mit Pflanzen, während Holzpaletten angebracht worden waren, auf denen die Angebote des Tages verkündet wurden. Für ein wenig Abkühlung sorgte normalerweise der riesige Deckenventilator, doch jener machte heute Probleme. Aufgrund dessen stand eine riesige Leiter in dem Café, auf der ein Mann mit freiem Oberkörper balancierte und verbissen an der Anlage herumschraubte, während er vermehrt Flüche ausstieß.

Ungeduldig, aber auch skeptisch, ob das überhaupt funktionieren würde, sah Nadi zu dem Mann. Sie saß am Rande des Cafés, an eine kalte Wand gepresst, mit einem Karottensaft vor sich. Durch ihren Strohhalm pustete sie unablässig in ihr Getränk, sodass kleine Bläschen aufblubberten.
Beiläufig studierte sie die Gäste, die in dem Café versammelt waren und sich allesamt Luft zu fächelten. Ein paar schienen alsbald die Hoffnung aufzugeben, dass der Ventilator wieder funktionieren würde und so war es kaum verwunderlich, dass sie das Café verließen und der Konkurrenz einen Besuch abstatteten.
Zurückblieben die quietschbunten Stühle an kunterbunten Tischen.
Kein Möbelstück passte zum anderen, aber gerade das machte dieses Ambiente aus.

Gestresst lief die Besitzerin an Nadi vorbei, wobei man ihr ansah, dass sie am Rande ihrer Kapazität angelangt war. Es war nicht ungewöhnlich, dass in diesem Café mal etwas ausfiel, aber so schlimm, war es noch nie. Just drehte sich die Chefin um und klatsche in die tätowierten Hände, auf dessen Handrücken Totenköpfe eingestochen waren. „Gut, eine Runde auf’s Haus ... für die Unannehmlichkeiten.“
Ein paar Gäste jubelten, aber der Kerl auf der Leiter wandte den Kopf zu seiner Chefin, sodass er nicht einmal hinsah, woran er herumschraubte: „Jamila, das ist absolut nicht nötig. Ich hab’s gl-“ Er brach mitten im Satz ab, wobei er kurz aufschrie und dann das Radio, sowie die Küchenmaschinen versagten. Hinzukommend flackerte das künstliche Licht, ehe die Lampen versagten und sie im Dunkeln saßen.
Jamila, die gerade am Mixer gestanden hatte und einen Smoothie zubereiten wollte, sah verärgert zu ihm: „Sag‘ mir, dass das nicht dein Ernst ist.“
„Ist nicht mein Ernst“, nuschelte der Angestellte und fummelte einfach weiter am Ventilator herum: „Hat vielleicht jemand eine Taschenlampe?“

Keine fünf Minuten später, schloss das Café, weswegen sich Nadi in die schwüle Nacht begab und sich ihren Rucksack aufsetzte. Schlendernd betrat sie die asphaltierte Straße von Tel Aviv, auf welcher trotz der späten Stunde noch gut etwas los war. Obgleich es nicht das Zentrum war, tobte hier des Öfteren aufgrund der vielen Cafés das Leben, was diesen Hot Spot wohl auch für Touristen so begehrt machte.
Sie war fast schon erleichtert, dass die Ecke, in der sie lebte, mehr zu den gewöhnlichen Vierteln zählte und sie dort mehr Anwohner als Touristen antraf. Natürlich, der Weg war nicht angenehm, zumal die Wege nicht immer die beste Beleuchtung hatten, aber sobald man ein paar Nachbarn kannte, war man immer auf der sicheren Seite.
„Nabend“, grüßte sie ihren Nachbarn Javier, der um die späte Stunde noch seinen Hund ausführte und gerade ein Häufchen mit einer Tüte beseitigte.

Mit einem seligen Lächeln lief sie an der Nachbarschaft vorbei, während sie auf einen Bordstein zu lief, auf dem sie anschließend balancierte.
Etliche Fahrräder standen noch immer herum und waren angeschlossen, was wohl zeigte, dass nicht viele hier zwingend Autos hatten. Es war teilweise auch nicht wirklich nötig und eine teure Anschaffung. So war der kleine Nachbarladen, der Abiel gehörte, dazu übergegangen E-Bikes zu vermieten, was viele Leute in Anspruch nahmen.
Der Nachteil war, dass sie häufig den Gehweg blockierten.
Der erwähnte kleine Handy-Zubehör-Laden, der schräg unter ihrem Haus sein Geschäft hatte, erschien in der Ferne und hatte noch als einziger Licht. Vermutlich lag das daran, dass die Besitzer des Öfteren abends etwas Tee tranken und rauchten, während sie laute Musik spielten und den Abend ausklingen ließen.
Generell lebte die Frau in einer eher lauteren Gegend, was schon manchmal aufstieß. Doch Abiel – dem das Geschäft gehörte – graulte sie deshalb nicht. Viel mehr galt ihrer Wut der kleinen Bar daneben. Denn jene hatte zu fast jeder Uhrzeit Gäste und schenkte Alkohol aus, sodass man nicht selten Betrunkene, aber auch laute und pöbelnde Menschen antraf, die nur auf Tumult und Party aus waren.
Ein paar Ansässige genossen es, aber ein paar andere - so wie Nadi und ihr Großvater - hassten es und so hegten sie einen Groll. Und jener Groll nahm zu, als sich ihr kurz vor der Haustür ein Mann in den Weg stellte. „Hallo.“
Mit einem genervten seufzen ging sie auf diese Begrüßung ein: „Hallo“, ehe sie sich an dem Gast der Bar vorbeischlängeln wollte, aber jener stellte sich ihr einfach erneut in den Weg.
Irritiert sah sie ihn an, trat einen Schritt zurück und versuchte dann von links aus an ihm vorbeizukommen. Allerdings folgte der Mann auch dieser Bewegung, sodass sie erneut nicht vorbeikam. „Was wollen Sie?“
„Gut, dass Sie frag-“, ging er darauf ein, ehe sie erneut ansetzte sich an ihm vorbeizudrängen. „Bitte, nicht gehen. Sie bleiben hier.“ Seine Augen schimmerten für eine Sekunde Rot, sodass Nadi ein wenig zurückschreckte und ihn verdattert ansah. Kurzum schluckte sie, während sie sich selbst beherrschte und dann die Lippen zusammenpresste: „Okay.“
„Gut, neuer Versuch“, fing der Mann an, wobei seine Augen erneut in einem gewöhnlichen Braun schimmerten und er sich die Kapuze vom Kopf nahm, sodass seine dunklen kurzgeschorenen Haare zum Vorschein kamen. Sie hatten dieselbe Farbe wie sein filigraner Bart, der penibel definiert war und ihn femininer erscheinen ließ, obgleich er eigentlich recht maskulin war. „Also ich bin Dante, Dante Lion. Wenn Sie wohl einen Moment hätten?“
Er tarnte es wohlbedacht als Frage, aber Nadi erkannte, dass er keinen Widerspruch dulden würde und so folgte sie seiner ausladenden Handgeste, die auf einen Tisch mitsamt Stühlen deutete, die zu der Bar unter ihrer Wohnung gehörten. „Fein, was wollen Sie?“
„Ich? Nur wenig, aber das ist derzeitig nicht von Belang. Die Frage ist, was du willst.“ Dante war mit Absicht ins Du übergegangen und hatte zeitgleich die Figur auf den Tisch gestellt, die Nadi wie aus dem Gesicht geschnitten schien.
Argwöhnisch nahm sie es zur Kenntnis und zog eine Augenbraue hoch, ehe sie sich räusperte: „Gerade will ich nur, dass Sie gehen.“
Ihr Gegenüber lachte kehlig auf, ehe er sich die Hand unter das Kinn legte und den Kopf anschrägte: „Das lässt sich umsetzen. Allerdings meine ich mehr deinen Herzenswunsch.“
„Ach so, so einer sind Sie.“ Nadi quittierte das alles mit einem Augenrollen und lehnte sich entspannt zurück, bevor sie die Arme ineinander verschränkte. „Ich habe keinen Bock auf solche Spiele. Also, was auch immer Sie für ein Triebtäter oder Perversling sin-“
„Das ist kein Spiel. Im Gegenteil, ich habe einen Job für dich. Die Frage ist, was du dafür willst.“
Verdattert sah sie ihn an und schimpfte: „Ich. Bin. Keine. Prostituierte!“
Erbost wollte sie aufstehen, aber Dante erhob seinen Finger, den er kurz daraufhin wieder schwungvoll hinuntergleiten ließ. Beinahe synchron war Nadis Körper seinem Befehl gefolgt, weswegen sie argwöhnisch ihre Beine begutachtete und sich sorgte, was das gewesen war.
„Das habe ich nicht angenommen“, stellte der Dunkelhaarige fest, „es handelt sich viel mehr um eine Tätigkeit als ... Babysitter. Nur ist das Baby schon größer.“ Ein süffisantes Grinsen stahl sich auf seine Gesichtszüge, wobei die Frau ihm nur halbherzig lauschte. Stattdessen fragte sie sich noch immer, was zuvor geschehen war, aber da sie vorläufig auf keinen Punkt kam, konzentrierte sie sich wieder auf diesen Mann: „Nein, Danke. Ich mag keine Kinder und Sie sind mehr als nur verdächtig.“
„Was, wenn ich dafür sorge, dass dein Adoptiv-Vater vom Krebs geheilt wird?“
Stille.
Es irritierte Nadi, woher der Mann davon wusste. Natürlich, der Arzt im Krankenhaus hatte mitbekommen, dass Salvatore Bianchi an einem Tumor im Herzen litt, aber, dass Salvatore nur ihr Adoptiv-Vater war, das wussten nur wenige.
„Also? Ich nehme an, das ist dein Herzenswunsch, oder?“ Provokant wackelte Dante mit den Augenbrauen, ehe er ihr „Wie?“ vernahm und sich selbstbewusst, gar arrogant über den Tisch beugte. „Das Wie ist gleich. Willst du das oder nicht?“
„Ja, klar, aber das ist unmöglich. Also, ist es egal. Wer sind Sie?“
Der Mann lächelte, obgleich ihr Ja nicht leicht herauszufiltern gewesen war, war das Wort erklungen und damit hatte er sie für sich gewonnen. „Unwichtig! Gut, ich melde mich dann in ein paar Tagen.“
„Nein, hallo? Ich habe nicht zugestimmt! Ich will diesen Job nicht!“
„Der mündliche Vertrag gilt. Auf dann.“ Dante lächelte und schnippte mithilfe seines Daumens und Mittelfingers, ehe die farblose Essenz des Nichts sie umnebelte.

Noch bevor Nadi sich versah und erneut wiederholen konnte, dass sie nicht zugestimmt hatte, wachte sie in ihrem Bett auf.

„Was für ein blödsinniger Traum.“
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