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Erzählungen von Fuchs und Eule

OneshotAllgemein / P12
07.04.2020
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Erzählungen von Fuchs und Eule

Eines frühen Morgens verspürte ein kleiner Fuchs furchtbaren Hunger. Unzufrieden hielt er sich mit seinen schwarzen fellbesetzten Tatzen den Bauch. Schon seit zehn Tagen hatte er nichts mehr zu Futtern gehabt, weswegen er sich für heute eine Idee ausdachte. Er könne doch die großen grauen Steine in der Mitte des Waldes über sich rollen lassen und so Beute anlocken. Ja, das war eine gute Idee. So machte er sich auf flinken Pfoten auf den Weg, begleitet von gieriger Vorfreude. Angekommen, trat er kräftig gegen einen großen Stein, der nur wenige Zentimeter vor dem Fuchs stoppte, sodass dieser sich drunter legen konnte.

Ein paar Stunden vergingen, bis der Rotpelzige neben den lauten Geräuschen des großen Waldes, Flügelschlagen wahrnahm. Es konnte nur ein Tier sein, freute er sich siegessicher. „Oh Eule“, rief der Fuchs gespielt traurig und fuchtelte mit den Pfoten umher, „So bitte helft doch dem armen Fuchs, der doch so erbärmlich von den riesigen Felsen begraben wurde.“ Leicht grinste der Fuchs in Gedanken, es kam immer gut an, wenn man so erhaben sprach. Verwundert hielt die Eule in ihrem Tun inne und musterte den überrollten Rotpelz. Ein bisschen Mitleid bekam das schlaue Tier da schon, weshalb es ganz vorsichtig auf dem Stein landete und fragte: „Wie hast du es denn in diese Lage geschafft, werter Fuchs?“ „Nun, du musst wissen, ich hatte so schrecklichen Hunger, dass ich nicht aufpasste wohin ich lief“, antwortete der Fuchs hämisch und Sprang unter dem Stein hervor, drauf und dran die Eule gierig zu verschlingen. Doch das Federvieh reagierte rechtzeitig und erhob sich empört in die Lüfte. „Lügner!“, schimpfte die Eule, bevor sie davon flog.

„So ein Mist aber auch! Gebracht hat es nichts, nur das ich jetzt noch mehr Hunger verspüre“, dachte sich der Fuchs grimmig und machte sich auf zum See. Wenigstens Fisch wollte er verspeisen, auch wenn die schuppigen Tierchen nicht satt machten. Verärgert saß der Fuchs am See und hielt die Pfoten ins kühle Nass. Ihm lief schon das Wasser im Mund zusammen, als er die mickrigen Forellen vor sich sah. Beherzt wollte er einen schnappen, fiel jedoch mit Schwung und einem lauten Platschen ins kristallklare Wasser. „Hilfe!“, schrie er, „Hilfe! Ich kann nicht schwimmen!“ Bitte, irgendwer sollte kommen und ihn befreien, sonst würde der Fuchs bald das Leben aushauchen müssen. Da sah er die Eule schnell und gereizt über sich kreisen. „Was? Schon wieder?“, fauchte sie angesäuert und flog ärgerlich weiter. „Nein, nicht! Bitte Eule, diesmal ist es wahr“, jammerte der Fuchs ängstlich, doch sein flehen wurde nicht erhört. So ging er unter, einen einzelnen Gedanken denkend. „Wer einmal lügt dem glaubt man nicht, selbst wenn er die Wahrheit spricht.“
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