Das Geheimnis der Drachenflamme

von Kinira
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P18
Bloom OC (Own Character) Valtor
07.04.2020
11.10.2020
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77.844
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07.04.2020 5.371
 
1. Kapitel: Ein merkwürdiger Traum

Es war dunkel. So dunkel. Hätte es Farben gegeben, so hätte man die Dunkelheit als das schwärzeste Schwarz, das je einer gesehen hatte, beschrieben. Doch in dieser Dunkelheit existierte nichts. Kein Wind, keine Sonne, kein Geräusch, kein Atemzug. Man möge meinen, dass diese Dunkelheit keinen Willen hätte… Doch es hatte einen Willen.

Das Wesen mochte selbstverständlich seine Dunkelheit. Es umhüllte ihn und gleichzeitig war er eben diese Dunkelheit. Nichts würde diese Dunkelheit vertreiben. Die Dunkelheit war überall. Er war glücklich darüber und sehnte sich nicht einmal nach Abwechslung in seinem ewigen Leben.

Die Dunkelheit existiert schon seit Ewigkeiten und doch schien die Zeit still zu stehen. Gab es überhaupt Zeit? Er wusste nicht, was Zeit bedeutete. Zeit… Was ein komisches Wort es doch für ihn war. Zeit… Es gab keine Zeit. Warum sollte es sie auch geben? Er wollte, dass es immer so blieb. Und doch… und doch hatte er einmal, aber nur ein einziges Mal, sich geäußert, dass er das Konzept von Zeit begreifen wollte. Doch dieser Gedanke verflog schnell wieder und die Dunkelheit selbst beschäftigte sich nicht länger mit dieser Frage.

Ewigkeiten und doch keine Ewigkeiten vergingen und die Dunkelheit dachte nicht mehr über seine Frage nach, hatte sie sogar ganz vergessen.

Plötzlich spürte er wie sich etwas änderte. Die Veränderung war zuerst ganz klein, und doch hatte er es bemerkt. Die Veränderung wurde größer und größer bis sie den ganzen Raum erfüllte. Selbstverständlich mochte die Dunkelheit diese Veränderung nicht, da sie eben seine Existenz veränderte. Und zum ersten Mal sah er etwas…

-*-*-*-

Unruhig wechselte eine rothaarige Fee, genannt Bloom, in Alfea ihre Schlafseite. Sie trug ein einfaches, bauchfreies, weises Oberteil ausgestattet am Rand mit hellblauen Rüschen. Ihre Schlafhose war ebenfalls weiß und reichte ihr bis knapp unter die Knie. Die rosa Haut war mit Schweiß überzogen als eben diese Fee träumte. Wieder drehte sie sich auf die andere Seite, nahm ihr Kissen und drückte dieses an ihren Oberkörper. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten, dann entspannten sie sich wieder.

Es war qualvoll mit anzusehen, was Bloom träumte. Doch niemand als sie allein wusste, was sie träumte. Doch ihr Traum war merkwürdig.

Ihr Körper war anders und sie sah nichts außer Dunkelheit. Sie flog einfach. Ihr war heiß und gleichzeitig kalt. Sie spürte wie etwas anderes sie noch begleitete. Doch sie wagte sich nicht zu fragen, was das andere war. Es umhüllte sie und war ein Teil von ihr, doch zur selben Zeit war es kein Teil von ihr. Bloom fragte sich, warum dies der Fall war. Warum dieser Teil von ihr sich anfühlte als wäre es einer und doch sich anfühlte als wäre es keiner. Sie fand es wirklich merkwürdig.

Erst jetzt bemerkte die junge Fee, dass ihr Körper gar nicht existierte. Es war eine Gestalt, die sie noch nie erlebt hatte. Sie fühlte sich so als würde ihr Körper aus purer und reiner Magie bestehen, was auch der Fall war, wie sie mit Erschrecken feststellen musste. Sie hatte keinen physischen Körper mehr. Panik stieg in ihr auf, doch etwas Beruhigendes summte in ihren Ohren.

Es war eine Stimme. Leise und doch stark. Sanft und doch kräftig. Einfühlsam und doch grob. Sie konnte es nicht einordnen. Solch eine Stimme hatte sie noch nie gehört. Es beruhigte sie auf einer merkwürdigen Art und Weise. Diese Stimme erinnerte sie etwas an die beruhigende Stimme ihrer eigenen Schwester Daphne. Aber auch nur etwas. Diese Stimme hatte etwas Geheimnisvolles und Verführerisches an sich.

Bloom beruhigte sich und versuchte zu entziffern, was genau die Stimme zu ihr sagte. Immer mehr konzentrierte sie sich auf diese Stimme, doch sie konnte sie einfach nicht entziffern.

Eine zweite Stimme gesellte sich zu ihr. Sie klang stark, aufrichtig und beschützend. Die junge Fee beruhigte sich mehr und mehr. Noch immer versuchte sie die Stimmen zu entziffern. Doch sie konnte es nicht.
Plötzlich wurde ihr Körper von Schmerz gefoltert. Unglaublicher Schmerz. Ihr Körper wandte und krümmte sich unter dem Schmerz und sie ließ ein… Brüllen? … von sich. Bloom war doch kein Tier. Warum ließ sie ein Brüllen von sich? Aber das war jetzt nebensächlich. Dieser Gedanke wurde vertrieben und sie dachte nur noch an eins. Sie wurde angegriffen. Die stark klingende Stimme rief etwas und im nächsten Moment spürte die junge Fee, dass etwas von ihrem Körper getrennt wurde. Verzweiflung stieg in ihr auf. Sie wollte nicht, dass das Etwas sich von ihrem Körper trennte. Verzweifelt versuchte sie dieses etwas wieder an sich zu reißen. Doch zu spät. Das Etwas trennte sich von ihr und entfernte sich mit rasender Geschwindigkeit.

Ihr Körper wurde gerüttelt und schlagartig öffneten sich ihre Augen. Ihr Oberkörper schoss nach vorne, während sie schnell ein und ausatmete. Ihre Decke hatte sich in ihren Beinen eingefangen und ihr rotes und langes Haar klebte an ihren nackten Rücken. Warte, nackt? Träumte Bloom etwa immer noch? Stöhnend wollte sie sich wieder in das Bett hinlegen. Sie wollte endlich aus diesem komischen Traum aufwachen. Doch sie konnte es nicht. Etwas hinderte sie daran.

Die junge Fee spürte wie eine Hand auf ihre Schulter wanderte und unweigerlich zuckte sie zusammen. Langsam blickte sie zu demjenigen und atmete erleichtert auf. Sie war also nicht allein in diesem Bett. Moment mal! Sie sollte beunruhigt sein, dass sich jemand komplett Fremdes in ihrem Bett befand! Und doch fühlte sie kein Unbehagen. Ganz im Gegenteil, der Fremde schien sie zu beruhigen.

Die Augen der jungen Fee musterten ihr Gegenüber, doch sie konnte nur seine Silhouette ausmachen. Sie konnte nicht einmal die Augen sehen.

„Was ist los?“, fragte der Fremde sie sorgevoll.

Machte sich ihr Gegenüber Sorgen um sie? Das wollte sie nicht! Doch warum? Ihr machte es nichts aus, wenn sich jemand Sorgen um sie machte. Doch in diesem Moment wollte sie einfach, dass er sich keine Sorgen um sie machte.

„Mir… mir geht es gut…“, hauchte Bloom leise.

So leise, dass die Silhouette den Kopf zur Seite legte. Eine große Hand streckte nach ihr aus und berührte ihre Wange. Ganz sanft strich der Fremde ihr mit dem Daumen über die Wange. Liebevoll, beruhigend.

„Ich glaube dir das nicht.“, sprach ihr Gegenüber.

Tränen sammelten sich in ihren Augen und unweigerlich flossen sie hinunter. Der Fremde strich ihr die aufkommenden Tränen weg und legte einen Arm um sie, ehe sie zu seiner Brust gezogen wurde. Die junge Fee spürte wie er seinen Kopf auf ihren legte und sie sanft hin und her wiegte.

„Ich… ich hatte wieder diesen Traum…“, schluchzte sie.

„Scht… Es ist alles in Ordnung. Es war nur ein Traum.“, versuchte er sie zu beruhigen und festigte seinen Griff um sie, indem er nun den anderen Arm um sie schlang und sie fester an seine Brust drückte. „Es war nur ein Traum.“

„Ich weiß… Aber ich verspüre jedes Mal diese tiefe Trauer, wenn ich-“, sie brach ab und schluchzte laut auf.

Der Mann, von dem die junge Fee aus ging, dass es einer war, drückte sie noch fester an sich und strich ihr mit der Hand über ihr Haar.

„Schlaf weiter.“, empfahl er.

„Du weißt schon, dass ich danach wieder nicht einschlafen kann.“

„Gut. Ein einfacher Schlafzauber dürfte da-“

„Wag es ja nicht mich wieder unter einen Schlafzauber zu stellen!“, keifte Bloom, woraufhin er lachen musste.

Sie musste daraufhin auch lachen. Dies tat ihr sehr gut. Bloom wusste nicht warum sie überhaupt lachte. Eigentlich müsste sie sich darüber aufregen… sich sogar ängstigen, dass sich ein wildfremder Mann, noch dazu eine Silhouette, in ihrem Zimmer befand. Sie tat es allerdings nicht, denn aus irgendeinem unbekannten Grund beruhigte dieser Fremde sie sehr.

Die junge Fee folgerte deshalb, dass der Mann ihr etwas bedeuten könnte. So irrsinnig wie dieser Gedanke auch war. Sie kannte ihn nicht. Seine Silhouette ließ ja wirklich viel über ihn schließen. Nämlich rein gar nichts.

„Ist etwas?“, fragte der Fremde sie.

„N-Nein.“, kurz schüttelte sie ihren Kopf. „Ich war nur in Gedanken versunken.“

„Schlaf. Morgen wird es ein anstrengender Tag werden.“

„Ich weiß.“, erwiderte sie und schloss die Augen, bevor sie aufseufzte. „Wir haben morgen viel vor.“

Ehe sich die junge Fee es versehen konnte, hatten sich seine Lippen auf ihre gelegt… Obwohl es ein Traum und sie es sich bewusst war, setzte Panik in ihr ein. Warum küsste er sie jetzt? Warum? Seine warmen Lippen hinderten sie daran einen klaren Gedanken zu fassen. Er schien zu ahnen welche Macht er eigentlich über sie hatte, denn er lächelte gegen ihren Mund. Ihr verräterischer Körper begann den Kuss zu erwidern, während etwas tief in ihrem Inneren aufflammte. War das etwa ihre Drachenflamme, die da freudig in ihr tanzte? Ohne wirklich nachzudenken, trennte sie sich von ihm, sehr zum Protest ihrer Drachenflamme, die anscheinend vibrierte, als würde sie knurren. Die junge Fee packte ihr Gegenüber an den Schultern und schob ihn von sich weg. Doch anstelle ihn wegzuschieben, wurde sie von einer unbekannten Kraft vom Bett geschleudert.

Verdutzt blinzelte Bloom mehrmals. Sie lag auf den Boden ihres Zimmers. Die Decke hatte sich wie in ihren Traum zwischen den Beinen verfangen. Befand sie sich jetzt wirklich in der Realität oder war das wieder ein Traum in einem Traum? So recht konnte sie das nicht sagen. Ein Fiepen erklang neben ihr und schon im nächsten Moment sprang ein Hase auf ihre Brust.

„K-Kiko?“, nannte sie das Tier verwundert.

Ihr kleiner Hase erschien doch nie in einem Traum. Wiederum… Es war auch das erste Mal gewesen, dass sie von einem unbekannten Mann träumte, der sie sogar geküsst hatte! Wieso träumte sie so etwas eigentlich? Sie träumte doch nie von so etwas. Selbst von ihrem Freund Sky, der Kronprinz von Eraklyon, träumte sie nie. Wieso also träumte sie von einem Mann, der sie obendrein auch noch geküsst hatte und auf sie eine merkwürdige Wirkung hatte? Und wieso hämmerte ihr Herz bloß so? Und wieso schien ihre Drachenflamme in ihrem Inneren zu tanzen? Es erschloss sich ihr einfach nicht.

Schwer seufzend blickte sie zur Seite und schaute auf ihren digitalen Wecker. In roten Zahlen stand dort 05:50, was heißt, dass dieser in zehn Minuten klingen würde zum Beginn ihres letzten Schultages dieses Jahres. Zeugnisse würde es geben in Fächern, die es eigentlich auf einer normalen Schule von der Erde nicht geben würde. Allgemeine Magie, Alte Magische Sprachen, Metamorphosesymbiose und Zauberphilosophie. Es gab aber auch ein paar Fächer, die auf der Erde unterrichtet wurden, wie Geschichte oder Psychologie. Allerdings waren diese Fächer anders gestaltet und der meiste Unterricht fand in Alfeas Bibliothek statt, da die Schüler die benötigten Informationen selbst herausfinden sollten.

Doch der letzte Schultag in einem Schuljahr war immer anders. Die Leitung veranstaltete immer eine Party. Dieses Mal auch deswegen weil der Winx Club einen gefährlichen Gegner besiegt hatte… Trotzdem. Anders als im letzten Jahr wollte Bloom nicht feiern. Sie erholte sich nämlich immer noch von Darkar und dem Schattenvirus.

Schon alleine der Gedanke an dem Schattenphönix ließ sie erschaudern und sie kroch wieder in ihr Bett. Fest legte sie ihre Decke um sich und stellte den Wecker aus. Sie würde nicht mehr einschlafen. Konnte es sogar nicht, denn der Traum, den sie hatte, ängstigte sie etwas.

Mit einem weiteren Seufzer beobachtete sie Kiko, wie er auf ihrem Bett hopste und sich dort einkugelte. Bloom streckte eine Hand nach ihm aus und strich ihm über sein weiches, blaues Fell. Ihre Gedanken wirbelten immer wieder um diesen einen Traum.
Kurz huschte ihr Blick zu ihrer Freundin Flora, die seelenruhig schlief. Bloom wünschte sich, dass sie auch so unbeschwert durch ihr Leben gehen würde wie ihre Freundin.

Immer schien es so zu sein, dass sie den ganzen Frieden der Magischen Dimension auf ihren Schultern trug, weil sie eben die Trägerin und Hüterin der Drachenflamme war. Jene magische Essenz, die das gesamte Universum erschuf. Sie würde immer das Ziel von unzähligen Angriffen sein, egal wer der Angreifer eigentlich war. Manchmal, ja manchmal, wünschte sie sich sogar, dass sie die Drachenflamme gar nicht besessen würde.

Blooms Gedanken wanderten noch ein bisschen bis ihre Augen sich auf die Uhr fixierten, die jetzt 06:10 anzeigte. Kurz blinkte sie, dann schoss sie aus dem Bett. Es war doch keine allzu gute Idee gewesen den Wecker auszumachen. Jetzt hatten sie den Schlamassel. Da ihre fünf Freundinnen und sie ein einziges Badezimmer teilten, würden alle zu spät kommen. Warum auch musste sie immer diejenige sein, die die anderen weckte? Ganz einfach. Stella und Musa waren Langschläfer, Layla würde den Wecker mit ihrer Faust zerstören und weiter schlafen, Tecna hatte solch einen tiefen Schlaf, dass sie gar nichts bemerkte, wenn mal der Wecker klingelte und Flora konnte ihre Freundinnen nicht wecken, da sie sie einfach nicht aufwecken konnte.

Die Fee der Drachenflamme schoss regelrecht aus dem Bett und weckte Flora, die sich müde über die Augen rieb. Sie murmelte etwas Unverständliches und wollte sich weiter einkuscheln, doch Bloom zog ihr die Decke mit ihrer Magie weg und ließ anschließend den Inhalt einer Gießkanne auf sie hinab regnen. Die Augen der schlafenden Fee schossen auf und wenig später schon benutzte sie ihre Magie und holte sich ein Handtuch und ihre Kleidung, ehe sie rasend schnell in das Badezimmer eilte.

Bloom seufzte. Flora war immer so, wenn man sie zu spät aufweckte. Die Fee der Natur war so schnell im Bad, dass man nicht einmal Amen sagen konnte und noch schneller war sie wieder draußen. Fertig angezogen, Haare gekämmt und dezentes Make-Up auf ihrem Gesicht. Die Schnelligkeit hatte aber auch einen Grund. Die Fee der Natur musste jeden Morgen ihre Pflanzen in ihrem Zimmer gießen.

Die Fee der Drachenflamme entschied sich als zweites ins Bad zu gehen. Schnell suchte sie sich die passende Kleidung aus und eilte ins Bad. Dort warf sie sich kaltes Wasser ins Gesicht und wusch sich somit die Müdigkeit raus. Obwohl es bei ihr meistens nicht funktionierte. Dann zog sie ihr Pyjama aus und betrachtete sich im körpergroßen Spiegel. Sie war schon immer relativ schlank gewesen, hatte lange Beine und eine dünne Taille und ihre Oberweite war auch etwas größer als normale junge Frauen ihres Alters.

Nein… Sie war nicht normal. Sie war die Hüterin der Drachenflamme. Selbst für Feenstandards war sie nicht normal. Sie war das stärkste Mitglied des Winx Clubs, sie war die beste Schülerin Alfeas, sie war eine Prinzessin Dominos.

Bloom legte ihre Stirn an das Glas und schloss mit einem Seufzer die Augen. Wie sehr sie doch ihre leiblichen Eltern sehen wollte. Sie wollte wissen wie Oritel und Marion so waren. Waren sie freundlich? Würden sie sie lieben, wenn sie jemals auf sie trafen? Wussten sie überhaupt, dass ihre älteste Tochter ein Geist war? Wussten sie, dass Bloom jetzt die Trägerin der Drachenflamme war?

Sie öffnete wieder ihre Lider und betrachtete ihre blauen Augen im Spiegel. Sie wirkten niedergeschlagen und traurig. Sie zeigten noch den Horror von vor wenigen Tagen. Sie zeigten Angst. Angst, dass sie erneut ein Schattenvirus besetzte und ihr anderes Ich hervorbrachte. Warum besaß sie eigentlich ein anderes Ich?
Jemand klopfte ungeduldig an die Tür und sie hörte wie Stella rief:

„Bloom! Beeil dich!“

Bloom schloss die Augen und stellte sich ihre Haare in ihrer Frisur vor. Magie floss von ihrem Herzen über den Hals und anschließend den Kopf bis hin zu jeder Haarspitze. Binnen weniger Sekunden waren ihre Haare gemacht. Die Fee der Drachenflamme lächelte leicht. Magie war doch sehr praktisch im Alltag. Mit Magie konnte sie sogar sich schnell anziehen.

Plötzlich fiel ihr etwas in ihrem Spiegelbild auf. Oberhalb ihrer Brust befand sich ein kleiner, roter Fleck. Verwundert blinzelte sie. Es war kein Pickel oder eine Verletzung. Ihre Hand wanderte zu diesem merkwürdigen Fleck und drückte etwas die Haut ein. Es tat nicht weh, aber sie hatte einen kurzen Impuls gespürt.

Ihre Hand fiel zur Seite, ehe sie einen erneuten Impuls spürte. Diesmal sogar stärker als hätte etwas ihr geantwortet. Komisch…

„Bloom!“, drängte nun Musas Stimme an ihr Ohr. „Wir müssen uns auch noch fertig machen!“

„Entschuldigung.“, antwortete sie und zog sich mit ihrer Magie die Kleidung an.
Binnen weniger Sekunden befand sie sich im Gemeinschaftsraum, wo vier genervte Feen standen und sie vorwurfsvoll anblickten. Noch bevor eine ihrer Freundinnen etwas sagen konnte, klopfte es an der Tür, die zum Gang ging.

-*-*-*-

Griselda  wanderte durch die Gänge. Wandern war vielleicht das falsche Wort. Sie ging durch die Gänge der Feenschule. Normalerweise würde sie dabei sehr grantig gucken und jede Schülerin mit einem ermahnenden Blick zum Schweigen bringen. Doch heute zeichnete ihre sonst so ernsten Züge Sorge.

Sie sollte nämlich Bloom informieren, dass Faragonda sie sprechen wollte. Was genau wusste die stellvertretende Direktorin nicht, aber der Ton, den Faragonda widergegeben hatte, ließ daraus schließen, dass sie etwas sehr ernstes mit der Fee der Drachenflamme besprechen wollte. Normalerweise konnte Griselda erahnen, was Faragonda so dachte, denn sie kannten sich schon lange und erstere bezeichnete die Direktorin sogar als eine Freundin. Sie gingen gemeinsam zur Schule, doch lernten sich erst nach ihrer Schulzeit näher kennen. Faragonda war seit dem Verschwinden einer Schülerin der Liebling der damaligen Direktorin, während Griselda schon damals für Recht und Ordnung sorgte und viele Schüler, die mehr oder weniger heimlich das Gelände verlassen hatten, zu Recht gewiesen. Diese Schüler nannten sie Spießerin, doch das kümmerte sie kaum. Die verschwundene Schülerin selbst wurde nach ein paar Tagen tot aufgefunden. Bis heute wusste niemand wie sie umkam. Aber das war jetzt wirklich nebensächlich.

Mit einem Kopfschütteln vertrieb sich Griselda diese Gedanken. Sie musste die Bitte von Faragonda ausführen. Sie musste ihr Bescheid geben, dass Alfeas Direktorin etwas von ihr wollte.

Die stellvertretende Direktorin bog um die Ecke und ging noch ein paar Meter. Schließlich erreichte sie die Tür zu den Winx. Griselda starrte kurz auf das Holz. Ihr gefiel es nicht sonderlich die Mädels so früh am Morgen zu stören, doch sie hatte einen Auftrag zu erfüllen. Sie hob deshalb die Hand und klopfte mit der Erhöhung des gekrümmten Zeigefingers gegen die Tür dreimal. Keine Reaktion. Wieder klopfte sie mit dem Zeigefinger und wieder erhielt sie keine Reaktion.

Auf Griseldas Stirn bildete sich eine Falte und sie schob kurz ihre Brille mit dem Zeigefinger höher auf die Nasenwurzel, ehe sie mit der geballten Hand gegen das Holz klopfte. Jetzt mussten ja die jungen Feen sie bemerkt haben. Was auch der Fall war.
Die Tür wurde von Flora aufgemacht. Sie blinzelte überrascht mehrmals, da sie nicht glauben konnte, dass ihre stellvertretende Direktorin so früh am Morgen schon vor ihrer Tür stand.

„Was machen Sie hier? Und das so früh am Morgen?“, fragte nun Tecna, die zur Tür trat.

Anders als ihre Freundin sah sie so aus als wäre sie erst vor fünf Minuten aufgestanden. Ihre lila Haare waren total zerzaust. Die Fee der Technologie bevorzugte es eigentlich, wenn man sie gut eine halbe Stunde früher weckte als die anderen, da sie ein richtiger Morgenmuffel war. Warum? Weil sie bis spät in die Nacht hinein ihr technologisches Wissen verfeinerte oder an einem Gerät rumschraubt. Deshalb braucht Tecna häufig länger zum Aufstehen als die anderen.

Griselda schüttelte missmutig den Kopf. Die Mädels waren zu spät, das wusste sie jetzt schon. Mit einem unterdrückten Seufzer, der aus ihrem Mund kommen wollte, sprach sie:

„Miss Faragonda möchte Bloom sehen.“

Die zwei Feen blickten sie etwas an. Warum wollte die Direktorin ihre Freundin sehen? Bloom, die die kleine Konversation mitbekommen hatte, lugte um die Ecke und sah die stellvertretende Direktorin fragend an.

„Was möchte Miss Faragonda von mir?“, war ihre direkte Frage.

„Das weiß ich nicht.“, antwortete Griselda wahrheitsgemäß. „Sie sagte mir lediglich, dass ich dich zu ihr bringen soll.“

„Aber warum so früh am Morgen? Haben wir nicht gleich Unterricht?“, mischte sich nun auch Stella ein, die neugierig zwischen der stellvertretenden Direktorin und ihrer besten Freundin hin und her blickte.

„Bloom wird für heute vom Unterricht befreit.“, erwiderte die stellvertretende Direktorin.

„Am letzten Tag.“, meinte die Fee der Musik mit schmalen Lippen, während sie ihre Augen rollte.

Griselda rollte ebenfalls die Augen, aber eher durch Musas unfreundliche Art. Obwohl sie es nie offen zugeben würde, so mochte sie die Fee der Musik nicht. Wen sie aber besonders gerne mochte, obwohl sie es ebenfalls nicht offen zugeben würde, war Stella. Die stellvertretende Direktorin mochte den Modegeschmack von der Fee der Sonne und des Mondes. Heimlich wollte sie sogar einmal, dass sie ihr ein Outfit zusammenstellte. Neutral war Griselda gegenüber Layla, Flora und Tecna. Mit den dreien konnte sie nicht viel anfangen. Sie waren zwar sehr vernünftig im Gegensatz zu Stella, doch das war es auch schon. Die stellvertretende Direktorin bemitleidete allerdings Bloom, da sie doch schwere Last trug als die neue Hüterin der Drachenflamme.

„Also komm, Bloom.“, sprach Griselda.

„Okay.“, die Fee der Drachenflamme nickte ihre Freundinnen zu.

Warum bekam sie ausgerechnet am letzten Tag des Schuljahres eine Befreiung? War es etwa, weil sie sich kurzzeitig und ungewollt mit Darkar verbündet hatte? War es das? Wollte Faragonda und der Magische Rat sie deswegen verhaften? Wenn dies der Fall wäre, dann hätte sie wirklich Probleme. Kurz erwog sie sogar ihre Kräfte einzusetzen, um Griselda mit einem Schlafzauber zu belegen und um dann zu fliehen. Aber sie glaubte nicht, dass die Direktorin sie aus diesem Grund sehen wollte. So viel Vertrauen musste schon sein.

Als die zwei durch die Gänge zu Faragondas Büro gingen, schwiegen sie die ganze Zeit. Es war unangenehm für die Fee der Drachenflamme, dass Griselda sie so anschwieg. Hätte sie wenigstens etwas gesagt, so wäre die Anspannung nicht ganz so schlimm gewesen. Doch die stellvertretende Direktorin schwieg die ganze Zeit über.

Schließlich erreichten sie, was sich so anfühlte wie eine Ewigkeit, das Büro von Miss Faragonda. Höflicherweise klopfte Griselda an der Tür, ehe ein sanftes Herein erklang. Die stellvertretende Direktorin öffnete die Tür und ließ Bloom zuerst ein, bevor sie selbst folgte. Kurz nachdem sie den Raum betrat schloss sich die Tür wieder durch Magie.

Bloom bemerkte dies nicht wirklich. Vielmehr sah sie ein aufgeschlagenes Buch vor der Direktorin, welches sofort ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Im Buch selbst waren vier Bilder von Drachen zu sehen. Die Fee der Drachenflamme trat näher an den Tisch heran und begutachtete die Bilder. Eines zeigte einen chinesischen Drachen, ein anderes einen, der starke Ähnlichkeiten mit dem Dinosaurier Plesiosaurus hatte. Lediglich sein Körper war länger und dünner. Das dritte Bild zeigte einen vierfüßigen, grüngeschuppten Drachen mit großen Flügeln und Hörnern. Das letzte Bild zeigte einen Drachen, das die Rote Fontäne benutzte.

„Setz dich, Bloom.“, wies die Direktorin sie an.

Bloom befolgte die Anweisung, hielt aber ihren Blick immer noch auf das Buch. Es faszinierte sie sehr, da sie bis auf die Drachen der Roten Fontäne keine gesehen hatte. Doch die anderen hatte sie noch nie gesehen.

Um ihre Aufmerksamkeit zu erhalten schloss Miss Faragonda das Buch, wodurch nun endlich die Fee der Drachenflamme zu ihr blickte. Mit einer weiteren Handbewegung flog eine Papierrolle auf sie. Diese war mit einem roten Band versehen und wirkte sehr edel. Bloom nahm die Rolle in ihre Hände und schaute fragend zu ihrer Direktorin.

„Öffne es.“, forderte diese sie auf.

Die Fee der Drachenflamme tat wie befohlen und las das erste Wort laut, da sie es nicht glauben konnte. Mit schwarzen, kunstvoll geschwungenen Buchstaben stand…
„Abschlusszeugnis?“, fragte sie erschrocken.

„Ja.“, bestätigte Miss Faragonda es und stand auf.

Sie drehte ihr den Rücken zu und seufzte schwer, während in Blooms Kopf sich nur so die Fragen auftürmten. Warum erhielt sie jetzt ein Abschlusszeugnis? Hieße das, dass man nur zwei Jahre brauchte um eine Fee zu werden? Warum wurde dann immer gesagt, dass es drei Jahre brauchte? Außerdem sah das Abschlusszeugnis anders aus als bei anderen Schülern, die sie letztes Jahr gesehen hatte.

„Warum?“, brachte die Fee der Drachenflamme nur hervor.

Griselda wollte ihr antworten, doch ein mahnender Blick von der Direktorin ließ sie schweigen. Sie biss sich auf die Unterlippe und blickte zur Seite.

„Um zu Bestehen brauchst du etwas ganz bestimmtes, Bloom.“, begann Miss Faragonda ernst.

Ihr Tonfall gefiel Bloom überhaupt nicht. Es klang so unheilversprechend und düster vermischt mit einem Anflug von Traurigkeit. Einen Mischung, die die Fee der Drachenflamme überhaupt nicht mochte. Sie musste den trockenen Kloß in ihrem Hals erst einmal runterschlucken. Ihr Verstand sagte ihr, dass sie lieber fliehen sollte, als die Wahrheit zu erfahren, warum sie eigentlich jetzt und nicht erst in einem Jahr ihren Abschluss machte. Ein Teil von ihr wollte dies wirklich tun, nur um dann zu bereuen es getan zu haben. Der andere Teil schrie dazubleiben und es zu erfahren. Sie entschied sich, auch weil sie es später bereuen würde, wenn sie jetzt floh, auf den Stuhl sitzen zu bleiben und die Wahrheit zu erfahren.

„Und was brauche ich?“, fragte Bloom.

„Ein Opfer.“, sprach die Direktorin in Rätseln.

„Ein Opfer?“, wiederholte sie und neigte ihren Kopf leicht zur Seite.

Wozu brauchte sie ein Opfer? Sollte sie anfangen jemanden zu mobben? Sollte sie ein bestimmtes Tier oder einen Menschen einem Gott opfern, von dem sie noch nie gehört hatte? Sollte sie eine bestimmte Pflanze suchen, um sie dann mit ihren Kräften zu zerstören? Sollte sie von einer Klippe runterspringen? Sollte sie sich selbst einen Gott opfern?

„Ja, ein Opfer.“, bestätigte Miss Faragonda es.

„Und was genau für ein Opfer?“, setzte die Fee der Drachenflamme mit ihren Fragen fort.

„Du musst jemanden retten und dafür dein Leben geben.“, erklärte die Direktorin.

„Das ist doch nicht schwer… Oder?“

Jetzt setzte sich ein ungutes Gefühl ein. Was war so schwer daran sich selbst für jemand zu opfern? Außer… um das Bestimmte zu erlangen, benötigte sie jemand bestimmtes. Und bei ihrem Glück war es der Fall. Musste sie also ihren Seelenpartner finden? Wenn es überhaupt so etwas gab. Aber sie lebte ja in einer Welt voller Magie. Da würde es doch Seelenpartner geben, oder?

„Du musst jemanden von deinem Heimatplaneten retten und dabei das Opfer bringen.“, meinte Miss Faragonda ernst. „Dann würdest du die finale Feenform erreichen, Enchantix.“

„Aber… alle Bewohner von Domino sind verschwunden. Das hieße dann, dass ich… niemals die finale Feenform erreichen kann.“

„Theoretisch könntest du es. Aber keiner von uns ist gewillt, einen Schwerverbrecher, der versucht hat die gesamte Magische Dimension zu unterjochen, aus der Omega Dimension zu befreien.“

Bloom hatte schon einmal von der Omega Dimension gehört. Es war ein Ort, wo wirklich nur die schwersten, der schwersten Verbrecher eingesperrt wurden, häufig auf Ewigkeit. Sie bräuchte als nur diesen Schwerverbrecher den Arsch zu retten und dabei ein Opfer zu bringen, damit sie Enchantix erreichen konnte? Nie im Leben würde sie einen Schwerverbrecher, obwohl er oder sie von Domino stammte, in irgendeiner Art und Weise das Leben retten. Aber eine Frage blieb ihr offen. Wer war dieser Schwerverbrecher?

„Wir möchten nicht darüber reden, wer diese Person war.“, beantwortete die Direktorin ihre unausgesprochene Frage.

„Gibt es aber keine Möglichkeit Enchantix für mich zu erreichen?“, fragte die Fee der Drachenflamme.

Miss Faragonda blickte zu Griselda, dann wieder zu ihr zurück. Sie bemerkte den Austausch der zwei und musste wieder einmal schwer schlucken. Ihr gefiel jetzt auch der Blick der Direktorin nicht.

„Es gibt Aufzeichnungen von einer Schülerin, die dasselbe Schicksal geteilt hatte.“, begann Miss Faragonda zu erzählen und ignorierte ihre Frage komplett. „Diese Schülerin stammte aus dem Planeten Omega, der jetzt bekannt ist als die Omega Dimension. Wie Domino auch wurde Omega einst von den Urahnenhexen angegriffen und in eine Eislandschaft verwandelt. Dies geschah allerdings vor mehreren hundert Jahren, weshalb die böswillige Magie der Urahnenhexen mittlerweile vom Planeten verschwunden ist. Um ihr Enchantix zu erreichen hat die Schülerin begonnen auf den Planeten Celsius zu trainieren. Letztlich hatte sie ihr Enchantix erreicht. In einem der Trainingssektionen jedoch verlor sie die Kontrolle über ihre Magie und tötete sich selbst.“

„Das heißt also, dass, selbst wenn ich es schaffen würde ein inkomplettes Enchantix zu erhalten, ich kaum bis keine Kontrolle über meine Kräfte hätte.“, schlussfolgerte Bloom und schloss die Augen.

„Selbst wenn du keine Enchantix-Fee werden kannst, würde ich dir einen Studiengang hier in Alfea anbieten.“, bot die Direktorin ihr an.

„Ein Studiengang? Über was? Als Lehrerin hier in Alfea?“

„Wie immer sehr scharfsinnig.“, lobte sie sie. „Ja. Ich biete dir einen Studiengang als Lehrerin hier an. Was sagst du dazu, Bloom?“

Sie überlegte lange und eingehend. Sie wusste, dass sie ohne Enchantix, selbst wenn es inkomplett war, nie ihre Heimat retten konnte. Sie wusste, dass sie zukünftige Gefahren für die Magische Dimension nur mit Hilfe von Enchantix bewältigen konnte. Sie wusste aber auch, dass zukünftige Gefahren immer Alfea angreifen würden, wenn sie hier als Lehrerin arbeiten würde. Sie wusste, dass bloß ihre Anwesenheit eine Gefahr für andere war. Egal wo, sie sich befand. Selbst auf der Erde bei ihren Zieheltern würde sie jemand finden.

„Ich werde trainieren, um Enchantix zu erreichen!“, sprach sie entschlossen und stand auf.

Miss Faragonda und Griselda lächelten.

„Ich bin wie immer beeindruckt von dir, Bloom.“, meinte die Direktorin. „Aber es ist sehr gefährlich. Den Planeten, wo du trainieren wirst, heißt Pyros, die Insel der Drachen, da deine Magie den von Drachen ähnelt.“

Die Direktorin projektzierte mit Hilfe ihrer Magie ein Bild von Pyros. Dort waren eine exotische Fauna und mehrere Drachen zu sehen. Ein Drache saß auf einem Felsvorsprung und brüllte laut auf.

Bloom musste schlucken. Ihr Herz klopfte schon wegen dem Anblick des brüllenden Drachens und ihre Hände verkrampften sich. Ihre Drachenflamme begann in ihrem inneren zu vibrieren, als würde sie selbst brüllen. Aber nicht aus Angst. Sie brüllte weil es den Drachen in der Projektion einschüchtern wollte. So komisch wie es der jungen Fee auch vorkam. Dann spürte sie ein ruhiges Summen. Kurz  wurde ihr Sichtfeld schwarz, dann blitzten rote Augen in der Dunkelheit hervor. Es bereitete ihr Angst. Unglaubliche Angst. Diese Augen erinnerten sie an Darkar und daran, wie er sie an einem Tisch gefesselt hatte und sie folterte bis sie ihrem dunklen Ich hingab.

Die roten Augen schienen etwas ruhig zu summen, als wolle der Besitzer dieser Augen sie beruhigen. Doch sie konnte es nicht.

„Lass… lass mich in Ruhe!“, schrie die Fee der Drachenflamme verängstigt.

Das Summen wurde lauter und andere Stimmen mischten sich ein. Ein brennender Schmerz an ihrer Wange ließ sie in die Realität zurückkehren. Völlig verängstigt blickte sie in die Augen von Miss Faragonda.

„Bloom, was ist passiert?“, fragte die Direktorin sie.

„Ich… weiß es nicht… Rote Augen… ein ruhiges Summen…“, versuchte sie zu erklären und musste schlucken.

Ihre Wange brannte, weshalb sie vermutete, dass einer der zwei ihr eine Ohrfeige gegeben hatte, um sie in die Realität zurück zu bringen. Oder sie hatten einen Zauber angewandt.

„Vielleicht sollten wir dich doch noch nicht nach Pyros schicken.“, meinte Miss Faragonda und legte ihr beruhigend eine Hand auf die Schulter.

„Nein.“, sie schüttelte den Kopf und schluckte ein paar Mal. „Ich werde nach Pyros gehen. Heute noch.“

„Heute nicht.“, widersprach sie. „Erst wird der Sieg über Darkar und das Ende des Schuljahres gefeiert.“

Die Fee der Drachenflamme nickte enttäuscht. Sie wollte unbedingt stärker werden. Aber wiederum. Wenn sie noch einen Tag hierbleiben könnte, könnte sie ihre Eltern informieren, obwohl sie sich dann riesige Sorgen um sie machen würden, und Flora bitten sich um Kiko zu kümmern. Außerdem könnte sie ein paar Zaubersprüche sich noch einprägen, die ihr vielleicht helfen könnten auf einen Planeten mit feuerspeienden Wesen.

Bloom nickte erneut zu Miss Faragonda und Griselda. Dann stand sie auf und ging. Auf dem Weg zu ihrem Quartier, um ein paar Dinge zu regeln. Auf dem Weg dorthin bemerkte sie wieder dieses Summen.

Die Fee der Drachenflamme hielt sich die Ohren zu und beugte sich nach vorne, während sie ihre Augen fest zukniff. Sie wollte dieses Summen nicht hören. Sie wollte diese roten Augen nicht sehen. Diese Augen erinnerten sie an Darkar. Sie wollte sich nicht an ihn erinnern. Auch ihre Drachenflamme schien sich nicht an Darkar erinnern zu wollen, denn sie begann heftig zu vibrieren.

Das Summen wurde lauter und lauter. Sie kniff die Augen fester zusammen und umschlang ihren Oberkörper mit den Armen.

„Lass mich in Ruhe…“, bat sie dieses Geschöpf leise. „Bitte. Lass mich in Ruhe. Ich habe schon jetzt genug Probleme.“

Das Summen wurde wieder leiser bis es komplett verschwand. Erleichtert atmete Bloom auf. Sie hoffte wirklich, dass sie diesem Geschöpf nie begegnen würde.

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Anmerkung: Mal sehen wie diese Fanfiktion so ankommt. Normalerweise schreibe ich nur zu Animes und Spielen Fanfiktions, aber ich dachte mir: Warum nicht einmal eine FF über mein Lieblingscartoon (naja bis zur vierten Staffel).
Edit: Wow. Innerhalb zwei Stunden die erste Empfehlung. Danke. ^^ Reviews sind trotzdem gerne gesehen. Ihr müsst aber nicht schreiben.
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