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YOUTH - "Black & White" (20.)

von Rainhoe
KurzgeschichteAllgemein / P12
06.04.2020
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487
 
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My Demons, my mind

Meine Augen fixieren einen verschwommenen Punkt an meiner Zimmerdecke, weiße Punkte flimmern in meinem Sichtfeld. Doch mein Kopf und meine Gedanken scheinen keinen Halt zu finden. Sie rasen und wachsen über sich hinweg. Gleichzeitig machen sich Panik und Melancholie in meinem Inneren breit. Mein Herz scheint in Flammen zu stehen und in meinem Bauch breitet sich immer mehr dieses schwammige Brennen aus, das einen Teil von mir zu zersetzen scheint.

Und doch kann ich nicht festmachen was dieses Wirrwarr in mir auslöst; irgendwie ist es immer nur da, wenn es da ist. Es objektiv zu ergründen, zu begründen oder zu beschreiben scheint eine unglaubliche Herausforderung für mich zu sein. Nicht einmal in Gedanken kann ich mir das Ganze selbst erklären. Manchmal bahnt sich diese Rastlosigkeit über Stunden hinweg an; ein anderes Mal reicht ein einziger Satz und die emotionale nicht greifbare Welle reißt mich mit sich.

Im Nachhinein finde ich nichts Negatives an diesen Momenten, sie tun mir nicht weh. Von Zeit zu Zeit tut es sogar gut mich im Strudel der Eindrücke treiben zu lassen. Sie gehören schon immer zu mir. Anders kenn ich es nicht. Gerade deshalb versuche ich meist gar nicht anderen Menschen das Chaos, das ab und zu in mir herrscht zu beschreiben.

Nicht weil es mir an Vertrauen zu ihnen mangelt oder ich meine Gefühle lieber in mich hineinfressen möchte.
Viel eher, weil ich sie nicht besorgen will; denn ich weiß, dass ich diesen Aspekt meines Lebens niemals loswerden kann. Und ich muss es ebenso wenig.

Trotz allem verspüre ich zeitweise etwas, das mit diesen Phasen einhergeht und mich runterzuziehen scheint. Auch wenn es nur für einen – möglicherweise kurzen – Moment anhält, überwältigen mich diese Gedankenüberschwemmungen manchmal. Und dennoch kann ich sie nicht greifen und anderen Menschen – Menschen, die mir nahe stehen – nicht zeigen, was in mir vorgeht. Es tut mir weh mich nicht mitteilen zu können und mich manchmal in einem Raum voller Menschen, die mir viel bedeuten, einsam oder besser gesagt isoliert zu fühlen.

Möglicherweise ist dies einer der Gründe warum ich es oftmals vermeide direkt über mich selbst zu schreiben. So trete ich fast schon beabsichtigt eine solche Welle los, die zu viel auf mich einkrachen lässt. Fetzenlose Gedanken schwirren durch meinen Kopf und lassen mich mich regelrecht verkrampfen.
Kopfschmerz breitet sich in mir aus und ich scheine kein Ende mehr zu finden. Auch wenn die Emotionen rein positiv sind, kann ich sie wieder loslassen noch ergreifen. Mein Kopf dreht sich und ich verliere mich im Schreiben. Alles andere scheint zwischenzeitlich nebensächlich zu sein und die Tinte aus dem Füller, den meine Hand über das Papier jagt kommt meinen Empfindungen kaum hinterher.

Ich muss es festhalten. Alles. Sonst verliere ich mich möglicherweise in den Tiefen meiner Psyche, die sogar mir manchmal unergründlich vorkommen.

Und all das im Bruchteil einer Sekunde.
Manchmal über Stunden.
Mal einfach in einem Wimpernschlag vorüberziehend.

Nur so fühle ich mich lebendig. ∞
 
 
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