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Meine Auszeit

von JCypher
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Erza Scarlet Gajeel Redfox Gray Fullbuster Lucy Heartfilia Natsu Dragneel
06.04.2020
22.01.2021
4
9.055
5
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Dieses Kapitel
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06.04.2020 2.593
 
Die Vögel weckten mich auf, die Sonne schien durch die Vorhänge und doch zog ich mir die Decke über den Kopf und wollte einfach nur weiter schlafen.

Schon wieder.

Schon wieder musste ich gerettet werden. Es war immer das Gleiche. Ich spuckte große Töne, wollte nicht immer die Prinzessin sein, die gerettet werden musste und im Endeffekt war es doch immer gleich.

Ich konnte mich nicht selbst beschützen, ich musste gerettet werden. Ich wusste, dass es niemanden störte. Sie machten es gerne, sie liebten mich und zeigten es mir jeden Tag und doch hatte ich genug davon.

Ich war nicht so ein Powerhouse wie die anderen und das wusste ich, das störte mich auch nicht. Aber das ich nicht ansatzweise mithalten konnte, dass war mein Problem.

Ich setzte mich auf und schlug mir auf die Wangen. Es reichte wirklich. Es war genug, rum zu liegen und zu heulen. Genug, so zu tun als könnte ich daran nichts ändern.

Ich versuchte es doch nicht mal, fiel nur immer und immer tiefer in den Strudel des Selbstmitleids. Und ich hatte wirklich genug davon.

Ich fasste einen Entschluss.
War das überstürzt? Vielleicht, aber es war das richtige. Also duschte ich mich und machte mich fertig, ehe ich Virgo rief.

"Bestrafung, Hime?".
"Nein, kannst du vielleicht meine Sachen packen und in der Stellarwelt lagern?".

"Natürlich, Hime. Ziehst du um?".

Ich lächelte leicht und zuckte mit den Schultern. Ich hatte absolut keinen Plan, was ich tun würde, aber ich wusste, wo ich anfangen würde.

"Ich mache mich an die Arbeit".

"Danke Virgo, du kannst dann zurück gehen, wenn du fertig bist".

Sie nickte und ich verließ meine Wohnung, machte mich direkt auf dem Weg zur Gilde. Natürlich machte mich der Entschluss traurig, aber hey, es war etwas dass ich tun musste.

Ich öffnete die Türen und begrüßte die Magier, die mir sofort ein liebevolles "Guten Morgen" entgegneten. Sie liebten mich wirklich huh.

"Morgen, Lucy! Das Übliche?", fragte Mira sanft, doch ich schüttelte den Kopf und fragte "Ist Meister in seinem Büro?".

Ihre Augen zogen sich leicht zusammen, sie wurde sofort skeptisch.
"...Ja... wieso?".

Ich winkte ab, schenkte ihr ein warmes Lächeln und lief die Treppen hoch. Jetzt oder nie, Lucy Heartfilia. Du hast dich schon entschieden, also hab den Arsch in der Hose, es auch durch zu ziehen!

Ich klopfte an.
"Bitte?".

Ich öffnete die Türe und er sah von seinen Papieren auf, lächelte warm "Lucy mein Kind! Geht es dir besser?".

Ich nickte, setzte mich auf den Stuhl vor ihm und atmete tief durch. Oh Meister, das hier fällt mir verdammt schwer. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer wird, sobald ich es ihm ins Gesicht sagen würde.

"Meister, ich würde gerne die Gilde verlassen. Es..."

"WAS?!", er sprang von dem Stuhl auf den Tisch und sah mich an, große Animetränen bildeten sich in seinen Augen und er fiel auf die Knie, ergriff meine Hände.

"Nein, mein Kind! Wieso? Hat dich jemand schlecht behandelt? Bist du nicht glücklich? Soll ich-"

"Meister!", rief ich kichernd und lächelte beruhigend, während ihm Tränen in Form eines Wasserfalls aus den Augen liefen. Ja, ich würde es durchziehen. Für Fairy Tail, die immer wieder an meiner Seite standen. Ich musste für sie stärker werden.

"Ich bin sehr glücklich hier und alle behandeln mich wunderbar. Und bevor du mich unterbrochen hast, wollte ich sagen, dass es nicht für immer ist. Ich würde nur eine Weile weg gehen, auch wenn ich nicht weiß, wie lange und wohin", den letzten Satz murmelte ich nur leise.

Ich hatte wirklich absolut keinen Plan.

"Kind?", er legte seinen Finger unter mein Kinn und hob mein Gesicht sanft an, sah mich ehrlich besorgt an.

"Es ist ... dumm, aber ich möchte nicht immer und immer wieder gerettet werden müssen. Ich möchte stolz an der Seite meines Teams stehen und nicht von ihnen beschützt werden. Ich muss trainieren, unbedingt und in meiner Magie wachsen".

Die Worte waren mir besser bekommen, als gedacht. Ich habe wirklich geglaubt, ich würde mehr nachdenken oder stottern, aber das zeigte nur, wie lange ich schon mit diesen Gedanken kämpfte.

Seit Phantom Hive. Und seit dem war viel passiert.

"Mein Kind, du bist nicht schwach, das warst du nie. Jeder weiß, dass du eine der seltensten, vielfältigsten und mächtigsten Magien besitzt".

"Das mag stimmen", nickte ich und lächelte "Aber das bringt mir nichts, wenn ich sie kaum kenne".

Seine Augen weiteten sich.

"Ich habe nie wirklich die Zeit gehabt oder einen Lehrer, um in meiner Magie zu wachsen. Ich konnte sie nicht wirklich ausleben und zu einem intensiven Training kam ich auch nie. Ich möchte das Potenzial dieser Magie nicht verschwenden, allein schon aus Respekt vor meinen Spirits".

Seine Augen wurden wieder nass, aber er nickte leicht. "Das ist sehr edel von dir, Lucy. Ich kann verstehen, wieso du dich so entschieden hast. Ich möchte aber dass du weißt, dass dich niemand hier als schwach sieht. Wir alle lieben dich und wenn du nicht wirklich gehen willst, dann bleib".

Ich schüttelte sachte den Kopf.
"Ich möchte gehen. Für euch, für die Gilde und auch für mich selbst".

Er strich mir über die Hand, trug ein warmes Lächeln, auch wenn ich sah, dass er wirklich Tränen bekämpfte. Es war so süß und auch mich ließ das nicht kalt.

"In Ordnung. Das ist ehrenvoll und ich respektiere deine Entscheidung, auch wenn es mir im Herzen weh tut. Wie möchtest du das der Gilde sagen?".

"Um ehrlich zu sein", begann ich und kratzte mir den Hinterkopf unsicher. Er lachte leise, nickte und schien zu verstehen.

"Möchtest du, dass ich es Ihnen sage, dass du auf einer Trainingsreise bist und ich sie davon abhalte, dir zu folgen?".

"Dafür wäre ich dir sehr dankbar".

"Ich verstehe mein Kind. Was - hast du nun vor?".

Eine wirklich wirklich gute Frage.

"Keine Ahnung. Es gibt nicht mehr viele Stellarmagier, von denen ich lernen kann. Ich denke - ich suche mir einen Ort und versuchte selbst stärker zu werden".

"Es tut mir sehr leid Kind", nickte er und tätschelte meine Schulter. "Dass du keinen Lehrer oder Mentor haben kannst. Dass ist die Schande daran, dass Stellarmagie so selten ist. Lass mich dir zumindest noch einen Rat geben".

Ich nickte schnell und strich mir über die Augen, als sie nass wurden. Er ging über den Tisch und schrieb etwas auf einen Zettel, ehe er ihn mir reichte und lächelte "Gehe dorthin. Sie kann dir vielleicht helfen".

》Steloria. Frage nach Gardenia, sie lebt am Waldrand《

Ich sah lächelnd auf und nickte. Dann würde ich dort wohl anfangen.

"Denk dran, dass du immer zurück kommen kannst. Und egal wie weit wir voneinander entfernt sind, ich werde immer über dich wachen, mein Kind", eine Träne löste sich und er zog mich sanft in eine Umarmung.

"Ich hoffe, du kehrst schnell zurück. Ich werde dich vermissen, Lucy".

"Ich dich auch", flüsterte ich und genoss einen Moment die väterliche Zuneigung, ehe ich mich erhob und lächelte "Auf Wiedersehen, Gramps".

"Auf Wiedersehen, mein Kind. Bitte melde dich hin und wieder".

Ich nickte und verließ den Raum lächelnd. Ich steckte den Zettel in meine Tasche und seufzte leise. Das war geschafft.

Ich ging die Treppen runter und traf augenblicklich auf Gajeels Augen. Richtig, er konnte wahrscheinlich jedes Wort hören, dass wir besprochen haben. Ich schenkte ihm ein warmes Lächeln und flüsterte "Auf Wiedersehen".

Er verschränkte seine Arme, lächelte dann aber leicht und nickte knapp.

Ich wollte direkt zur Türe, aber Mira rief mich bereits zu sich.

"Lucy? Was war das? Worüber hast du mit ihm gesprochen?".

Ich hasste es zu lügen, mehr als alles andere. Aber ich wollte wirklich nicht, dass es alle hörten und mir sagten, ich muss es nicht tun und mich zurück halten.

"Ich musste ihm erzählen, was auf der Mission passiert ist. Du weißt schon, warum sie mich entführen wollten".

"Ahhh", sie nickte mitfühlend. Schön, dass sie mir glaubte.
"Soll ich dir einen Shake machen?"
"Das ist nicht nötig, ich wollte eigentlich wieder nach Hause und mich noch etwas ausruhen".

Sie musterte mich kurz skeptisch, lächelte dann aber warm und nickte "In Ordnung. Komm schnell zurück, die Gilde ist nicht das Gleiche ohne dich".

Oh Mira verdammt, warum musstest du das jetzt sagen? Ich zuckte über den Thresen und zog sie in eine Umarmung. Sie war zwar kurz überrascht, umarmte mich dann aber kichernd "Was ist denn los?".

"Nichts", murmelte ich und schloss meine Augen kurz. "Ich bin nur sehr froh, dass du meine Freundin bist".

"Ara ara, dass bin ich auch", lächelte sie melodisch und ich löste mich von ihr, hob meine Hand und verließ dann die Gilde. Ich warf einen letzten Blick gegen das Gebäude und lächelte dann warm "Auf Wiedersehen", ehe ich die Straßen entlang ging.



Ganze vier Tage dauerte meine Reise zur Stadt Steloria. Sie war fast am anderen Ende von Fiore und ich musste von Zug zu Zug rennen. Ich hoffte, das brachte etwas.

Zumindest brauchte ich mir wahrscheinlich keine Sorgen machen, hier gefunden zu werden. Ich könnte Fairy Tail dann also aus dem Weg gehen.

Gleichzeitig war ich besorgt.

Gramps Freundin war Porlyusica. Wenn Gardenia genau so drauf war, konnte das nicht gut enden. Hoffentlich verprügelte sie mich nicht auch mit einem Besen.

Ich seufzte leise und lief direkt durch die Stadt, hielt mich an nichts wirklich auf. Ich wollte sie nur treffen und wissen, wo ich dran war. Ich wusste, dass Capricorn schon einen Trainingsplan vorbereitet hat und würde Gramps Bekannte mir nicht helfen, hätte ich ihn.

Vielleicht könnte ich hier bleiben und einfach tief in den Wald gehen. Wer würde hier schon nach mir suchen?

... wobei.

Mein Team würde wahrscheinlich ganz Earthland absuchen und sie würden irgendwie einen Weg nach Edolas oder in die Stellarwelt finden.

Jap, wenn die alarmiert waren, dann drehten sie jeden einzelnen Stein um. Ich liebte sie so sehr, aber - ich wollte es ändern.

Ich wollte nicht hören 'Ich beschütze dich'.

Ich wollte hören "Ich bin stolz auf dich!".

Ich wollte nicht, dass sie sich sorgten, sondern sich anstrengten in einem Kampf gegen mich. Natürlich war es nur normal, sich zu sorgen und aufeinander auf zu passen, aber ich wollte es ihnen auch zurück geben.

Ich wollte Ihnen sagen können, dass ich ihren Rücken hatte und dass sie mir blind trauen konnten.

Ich suchte den halben Tag den kompletten Waldrand ab, bis ich eine kleine, einsame Hütte fand. Oh nein, das hier war Porlyusicas Haus etwas zu ähnlich.

Ich wusste, ich würde anklopfen und eine grimmige, alte Frau würde die Türe öffnen, mit dem Besen nach mir schlagen und schreien, wie sehr sie Menschen hasste und dass wir ale stanken.

"Augen zu und durch, Lucy", flüsterte ich leise und klopfte an. Vielleicht - war niemand da? Ich biss mir auf die Innenseite meiner Wange und verlagerte mein Gewicht von Fuß zu Fuß.

Dann hörte ich Schritte und die Türe öffnete sich. Eine große, ältere Frau sah mich an. Ich würde meinen sie war vielleicht ein kleines bisschen kleiner als Porlyusica, aber genau so alt.

Sie hatte dunkle, grüne Haare zu einem Zopf gebunden und sah mich aus hellen, braunen Augen an. Ich biss mir auf die Unterlippe, ehe ich meinen Mund öffnete.

"Spar dir die Luft, Balg. Der Alte hat mich schon kontaktiert und auf dich vorbereitet".

"Du bist nicht viel jünger als er", murmelte ich leise und sofort griff sie nach meinem Kragen, zog mich an sich ran, in die Luft und fauchte "WAS HAST DU GESAGT?!".

Ich schluckte, schüttelte schnell den Kopf und hauchte "K-Kein W-Wort, Ma'am".
"Mhhh", sie kam mir näher, unsere Nasen berührten sich und ich erzitterte leicht.
"Hab ich mir gedacht", damit ließ sie mich fallen und ich landete auf meinem Hintern.

Sie wandte sich ab und ging in ihr Haus, während ich mich aufdrückte und mir über den schmerzenden Hintern rieb.

"Worauf zur Hölle wartest du? Willst du draußen Wurzeln schlagen?!".

"I-Ich komme, Ma'am!", rief ich schnell, ehe ich eintrat und die Türe schloss, leise murmelte "Gramps hat wirklich keine normalen Freunde".

"DAS HAB ICH GEHÖRT!!".

Oh toll. Sie war wirklich genau so schrecklich wie Porlyusica. Aber zumindest hat sie mich noch nicht mit einem Reinigungsutensil angegriffen.

Oder das eine Mal, als Porlyusica mir und Wendy mit einer Sprühflasche nach lief, uns mit Wasser besprühte und schrie, dass wir stanken, nur weil wir um die Medizin für Macao gebeten haben.

Eine wirklich gruselige Frau.

Ich wandte mich dem Raum zu und biss mir auf die Unterlippe. Es war wirklich nur das nötigste vom nötigsten. Eine kleine Holzhütte. Ich stand in einem Raum, dass als Wohnzimmer und Küche diente.

Mehr oder weniger, denn eine Küche war das kaum. Dann konnte ich in einen Raum sehen, wo lediglich ein Bett und ein Kleiderschrank war und sah eine Tür, die wohl zum Bad führte.

Na das würde Spaß machen.

"Setz dich, du nervst wenn du nur da rum stehst", das würde Gramps mir büßen.
Ich kam dem aber nach und setzte mich auf das Sofa, dass überraschend bequem war.

"Der alte Mann denkt, ich kann dir was beibringen, huh. Stell dich vor, Balg".

Ganz ruhig, Lucy. Lass sie einfach reden und sei dankbar. Meister hätte dich nicht hierher geschickt, wenn er keinen Grund hätte.

"Lucy Heartfilia, ich bin Stellarmagierin".

Sie rieb sich über das Kinn und nickte leicht vor sich hin, musterte mich mit stechenden Augen und schnalzte mit der Zunge.

"Und du willst stärker werden? Denkst du es gibt nichts wichtigeres als Kraft und Macht?".

...Huh? Ich legte meinen Kopf leicht schief und musterte sie nun selbst eingehend. Es war eine Frechheit sowas zu unterstellen, wenn man jemanden nicht kannte.

"Ich machte das nicht für Macht oder damit ich grundlos kämpfen kann", widersprach ich und sie hob unbeeindruckt eine Augenbraue.

"Ich ... falle immer zurück mit meinen Freunden. Dabei halte ich sie auch zurück und bin eine Last. Sie sagen das zwar nicht und ich glaube auch nicht, dass sie so denken, aber ich will sie genau so beschützen können, wie sie mich".

Meine Worte änderten ihren Ausdruck nicht. Ihr Blick wurde nicht wärmer und sanfter. Viel mehr grunzte sie leise.

"Soll ich dass jetzt süß finden?".

"Mir doch egal wie du das findest!"

"Sei nicht frech in meinem Haus!".

"Tch".

Wir sahen uns stechend an, ich knirschte mit den Zähnen und verschränkte beleidigt meine Arme. Warum? Warum Gramps? Was habe ich dir je getan, um das zu verdienen? Oder ist das ein Trick, damit ich nach Hause komme?

"Ab Morgen fangen wir mit dem Training an. Du schläfst auf der Couch".

Ich verzog meinen Mund leicht, da grinste sie "Du kannst natürlich auch auf dem Boden schlafen oder im Wald".

Mein Ausdruck verdunkelte sich.
Aquarius würde sich prima mit ihr verstehen. Sie könnten zusammen meinen Untergang planen.
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