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When the night is darkest 1 – Verletzt

von Tilajasar
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Het
Caboose Greaseball OC (Own Character) Pearl Rusty
06.04.2020
26.04.2020
23
26.530
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14.04.2020 1.039
 
Caboose hatte Greaseball sicherheitshalber gesagt, er solle ihn später wieder abholen, aber er musste gar nicht lange warten, bis der Zug, den er abfangen wollte, ankam. Als Blacco in den Bahnhof einfuhr, winkte er ihm zu.
„Hallöchen”, begrüßte Caboose den Personenzug. „Ich muss einen Moment mit Becca reden. Es wird nicht lange dauern.”
Blacco sah ihn fragend an. „Gut“, meinte er dann und kuppelte Becca ab. „Aber wirklich nur kurz. Wir müssen in zehn Minuten weiter.”
„Was gibt’s denn?“, wollte Becca wissen.
„Erfährst du gleich.“ Caboose bedeutete ihr mitzukommen und rollte los.

Als sie außer Hörweite der anderen waren, kam er zum Stehen. „Wir haben nicht viel Zeit, also mache ich es kurz. Ich weiß nicht warum du Pearl gesagt hast, sie soll sich von Naiva fernhalten, aber ich finde es gut.“
Becca wollte widersprechen, aber Caboose unterbrach sie mit eindringlicher Stimme: „Hör zu, unsere Ziele sind dieselben. Warum arbeiten wir nicht zusammen? Das würde unsere Chancen erhöhen. Du musst nicht viel machen. Ich brauche nur ein paar Informationen und du musst versuchen etwas zu arrangieren.“
„Warum sollte ich das tun?“, fragte Becca misstrauisch. „Ich kenne dich doch gar nicht. Warum sollte ich dir helfen?“
„Es geht um Liz, oder? Du willst, dass Rusty bei ihr bleibt, habe ich Recht? Und du siehst eine Chance dafür, wenn Pearl nicht dazwischenkommt?“
Becca starrte ihn an.
„Ich könnte den beiden noch etwas Zeit verschaffen. Das ist doch genau das, was du möchtest, oder?”
Becca schien über seinen Argumente nachzudenken.
„Du hast nichts zu verlieren. Ich verspreche dass nichts, was du mir sagst oder tust auf dich zurückfallen wird.“
Becca nickte langsam.

---

Die Sonne verschmolz mit dem Horizont und tauchte die Wolken in dunkle Orangetöne. Es war eine wunderschöne Aussicht und Rusty genoss sie. Langsam änderten sich die Farben bis der Himmel einem roten Meer glich. Jemand berührte seine Hand. Obwohl er das eigentlich nicht zulassen durfte, zog er seine Hand nicht zurück. Liz‘ Finger umschlossen sie sanft. Das hatte er nicht erwartet aber es fühlte sich gut an. Zu gut. Er wusste, dass er den Kontakt sofort abbrechen musste, aber er konnte es nicht. Das angenehme Gefühl hatte sich schon in seinem ganzen Körper ausgebreitet. Es sollte nicht aufhören. Langsam umfasste er ihre Hand.

So standen sie eine Weile, Hand in Hand und beobachteten den Sonnenuntergang. Dann rollte Liz langsam vor ihn. Er sah sie an und spürte wie sein Herz heftig schlug. In dem roten Licht sah sie so schön aus. Sie lächelte ihn an. Er wusste nicht, was mit ihm geschah. Er dachte gar nicht darüber nach, was er tat. Langsam erhob er seine Hand und strich über ihre Wange. Er schloss seine Augen und küsste sie. Als sie den Kuss erwiderte wünschte er diesen Moment für immer festhalten zu können.

„Rusty!” Papas Stimme ließ ihn zusammenfahren. Erschrocken ließ er Liz los.
„Schande über dich!“, fuhr Papa fort und Rusty sah, dass er nicht allein gekommen war.
„Pearl…“, flüsterte er. „Es ist nicht…“ Er wusste nicht, wie das erklären sollte. Hilfesuchend sah er zu Liz aber sie war verschwunden.
„Du bist so einen Enttäuschung!” Pearls Stimme war kalt wie Eis. „Nur gut, dass ich mit dir Schluss gemacht habe.“ Sie drehten ihm den Rücken zu und fuhren davon.
„Pearl!”, rief Rusty und wollte ihr folgen, aber er war plötzlich zu schwach um sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen. „Pearl!“, schrie er verzweifelt aber sie fuhren einfach weiter. „PEARL!!!”

Er erwachte von seinem eigenen Schrei und fuhr hoch. Es war dunkel um ihn herum. Er war nassgeschwitzt und fühle sich miserabel. Dennoch war er unglaublich erleichtert, dass alles nur ein Traum gewesen war. Aber was für einer. Er legte sich wieder hin. Warum träumte er so verrücktes Zeug. Dass er Liz küsste… das würde er niemals tun. Nicht, dass er sie nicht mochte. Es war nett sich mit ihr zu unterhalten und jetzt, wo er darüber nachdachte, fiel ihm auf, dass sie tatsächlich recht hübsch war. Wenn auch nicht so wie in seinem Traum. Noch immer empfand er einen Anflug dieses angenehmen Gefühls. Er fuhr sich mit den Händen über das Gesicht und durch die Haare. Der komische Traum kam bestimmt nur daher, da er abends noch mal mit ihr draußen herumgefahren war. Er schloss die Augen und schlief recht schnell wieder ein.

Als er am nächsten Morgen aufwachte freute er sich auf den Tag, denn Liz hatte versprochen, dass er das Bahnhofsgelände verlassen durfte, wenn er sich fit genug fühlte. Vielleicht schaffte er es ja schon nach Hause zu fahren. Die Tour am vergangenen Abend war dahingehend wesentlich erfolgversprechender gewesen als die am Vormittag und heute fühlte er sich noch besser.

-

Als Liz in den Raum rollte, sah sie, dass Rusty schon hin und her fuhr.
„Spar dir deine Kraft lieber”, begrüßte sie ihn.  
Er drehte sich zu ihr um und sah sie einen Moment seltsam an, dann lächelte er. „Muss ich nicht. Mir geht’s großartig.“
„Das ist gut“, erwiderte sie. „Ich habe eben erfahren, dass ich heute frei habe. Wir könnten also eine kleine Tour machen.“
„Vielleicht kann ich schon nach Hause fahren?”, schlug er hoffnungsvoll vor.
„Vielleicht“, gab sie zurück und zwang sich weiterzulächeln. Der Gedanke daran, was ihn in Victoria erwartete behagte ihr gar nicht. Er wäre am Boden zerstört, wenn er mitbekommen würde, dass Pearl tatsächlich nichts mehr von ihm wissen wollte. Liz hatte noch immer ein schlechtes Gewissen, dass sie ihm gestern gesagt hatte, Becca habe Pearl nicht angetroffen. Aber sie hatte es einfach nicht übers Herz gebracht mit der Wahrheit all seine Hoffnung zu Nichte zu machen. Sie selbst war ja schon unangenehm überrascht gewesen, als Becca Pearls Reaktion beschrieben hatte. Wie würde es dann erst Rusty gehen?
„Was ist los?” Er war stehengeblieben und sah sie verwundert an.
„Ach nichts“, erwiderte sie schnell. „Ich habe nur überlegt, dass es besser ist mit einer kleinen Runde anzufangen.“
„Wie du meinst“, stimmte er eifrig zu. „Dann lass uns losfahren.“ Er fuhr schnell zur Tür und wartete darauf dass sie ankuppelte. Als sie zögerte, wandte er sich wieder um. „Na komm schon. Das haben wir doch gestern auch schon gemacht und jetzt bin ich kräftig genug dich zu ziehen.”
Liz nickte lächelnd, ergriff seine Kupplungsringe und er zog sie hinaus.
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