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When the night is darkest 1 – Verletzt

von Tilajasar
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Het
Caboose Greaseball OC (Own Character) Pearl Rusty
06.04.2020
26.04.2020
23
26.530
1
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25.04.2020 905
 
Rusty blieb mit Pearl allein, obwohl er lieber weiter mit Liz gesprochen hätte. Er wusste nicht, was er zu Pearl sagen sollte, also starrte er einfach wieder an die Decke.
„Es wird alles gut werden“, versichert sie und drückte seine Hand. Er sah sie an und fragte sich, ob sie das wirklich glaubte, denn er konnte es nicht.
„Pearl, ich hätte dich nie anlügen dürfen“, begann er aber sie unterbrach ihn.
„Nein! Ich hätte DIR glauben sollen, nicht dem Geschwätz der anderen.“ Ihre Augen füllten sich wieder mit Tränen. „Ich weiß nicht warum ich es nicht getan habe.“
Rusty schwieg, denn das hatte er auch nicht verstanden.

Pearl wandte ihren Blick von ihm ab und sah auf seine Hand zwischen den ihren. „Du und ich… wir gehören zusammen. Das habe ich nach dem Rennen begriffen und ich wusste, dass du ebenso denkst. Aber als du angefangen hast über Nacht wegzubleiben und mich angelogen hast und ich von verschiedenen Zügen gehört habe, dass sie dich mit einem Waggon gesehen haben und du dann selbst erzählt hast, dass du sie liebst…“
„Nein…”, begann er zu widersprechen aber er verstummte, als Pearl ihn wieder ansah. Er wollte sie nicht mehr anlügen.
„Alle haben geglaubt, dass du mich betrügst. Es schien so viele Beweise zu geben. Rusty, es tut mir leid. Ich hätte wissen müssen, dass du das niemals tun würdest.“
Rusty konnte nur zustimmend nicken. Er wusste nicht, was er dazu sagen sollte, denn eine leise Stimme in seinem Kopf murmelte, dass er sie sehr wohl betrogen hatte, allein schon durch die Gefühle, die er Liz gegenüber empfand.

Pearl ließ seine Hand los, beugte sich zu ihm hinunter und küsste ihn. Zuerst war er ein wenig überrascht aber als er spürte, wie das angenehme Gefühl seinen ganzen Körper erfasste, ließ er sich gehen. Wie sehr er das vermisst hatte. Er zog ihren Kopf mit seiner Hand näher zu sich heran, damit sie nicht so schnell aufhörte. So nah bei ihr wünschte er sich verzweifelt, dass sie seine einzige Liebe wäre. Er küsste sie als ob es das letzte Mal in seinem Leben sein würde. Seine andere Hand auf ihre Hüfte gelegt, versuchte er ihren Körper näher heran zu ziehen.
„Rusty…“, flüsterte sie und leistete Widerstand. Er richtete sich ein wenig auf und brachte sie mit einem weiteren Kuss zum Verstummen. Augenblicklich merkte er, dass das ein Fehler gewesen war. Er ließ sie los und legte sich wieder hin, aber der Schwindel wurde schlimmer. Alles drehte sich. Er schloss die Augen und spürte, dass er den Bezug zur Wirklichkeit verlor.

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„Liz! Liz!”
Liz hörte Pearls Rufe und eilte zu ihr.
Nachdem Pearl ihr geschildert hatte, was geschehen war, prüfte sie Rustys Zustand. „Es wird schlimmer, wie ich erwartet habe. Ich kann nichts anderes tun als zu operieren.“
„Ich weiß”, erwiderte Pearl freundlich und fügte leiser hinzu: „Danke, dass du ihm nichts gesagt hast. Er wird zustimmen.“
„Gut. Dann sollte ich sobald wie möglich anfangen. Hol mich, wenn er wieder wach ist.” Sie drehte sich um und wollte die beiden alleine lassen. Kurz bevor sie das Zimmer verließ, fiel ihr ein, dass dies vielleicht die letzte Möglichkeit war, Pearl allein zu sprechen. Und es gab noch etwas, was sie ihr sagen musste. Sie stoppte und drehte sich noch einmal herum.
„Pearl… er liebt dich. Er hat es immer getan und wird es immer tun. Für uns beide gab es nie genug Platz in seinem Herzen.“ Obwohl sie wünschte, dass es nicht so wäre, wusste sie doch, dass das die Wahrheit war.

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Als Rusty die Augen öffnete, fühlte er sich noch immer schwindelig. Das war äußerst unangenehm, denn dadurch wurde ihm regelrecht übel. Er stöhnte und fuhr sich mit den Händen über das Gesicht. Leider half das nicht wirklich.
„Hast du Schmerzen?”, hörte er Liz’ besorgte Stimme.
„Nein”, antwortete er leise, „mir ist nur schwindelig.“
„Rusty, ich möchte sobald es geht, anfangen. Bist du damit einverstanden?“
Er versuchte sie anzusehen, aber ihr Gesicht begann sich zu drehen und verschwamm. Er glaubte sich gleich übergeben zu müssen und schloss die Augen. „Ja, mach was du willst“, murmelte er verzweifelt.
„Gut. Pearl, warte bitte draußen! Das wird eine Weile dauern. Ich hole dich, sobald ich fertig bin.“

Rusty konnte kaum auf Liz‘ Worte hören. Er kämpfte gegen den Schwindel und versuchte ruhig zu bleiben. Erschrocken fuhr er zusammen, als plötzlich jemand seine Hand berührte. Er öffnete die Augen und sah eine dreifache Pearl, der Tränen über das Gesicht liefen.
„Wenn alles vorbei ist, wird’s dir besser gehen“, sagte sie. „Ich warte auf dich.“
„Danke“, flüsterte er und gab sich Mühe sie anzulächeln.
Sie nickte. „Ich werde dich immer lieben.“ Sie ließ seine Hand los und eilte nach draußen. Rusty schloss wieder die Augen und wunderte sich kurz, warum sie es wie ein Lebewohl klingen ließ.
„Ich werde dich jetzt narkotisieren”, hörte er Liz’ Stimme.
„Warte kurz”, bat er sie, aber er merkte, dass sie das nicht tat.
„Dir wird’s bald besser gehen. Entspann dich. Glaub mir, es gibt keinen Grund Angst zu haben.“
Er öffnete die Augen und stellte erfreut fest, dass der Schwindel schwächer geworden war. Als er Liz ansah, lächelte sie aufmunternd.
„Danke für alles”, flüsterte er und merkte, dass seine Gedanken langsamer wurden. „Vielleicht können wir Freunde bleiben.“
„Vielleicht.” Liz blinzelte ein paar Mal. „Das wäre schön.”
Rusty schloss die Augen kurz bevor sein Bewusstsein erlosch. Er spürte nicht mehr, wie Liz sanft über sein Gesicht strich.
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