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When the night is darkest 1 – Verletzt

von Tilajasar
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Het
Caboose Greaseball OC (Own Character) Pearl Rusty
06.04.2020
26.04.2020
23
26.530
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22.04.2020 1.190
 
„Rusty!!!”, schrie Pearl entsetzt als sie ihn zu Boden sinken sah. „Aus dem Weg!“ Jetzt schob sie Greaseball, der sich auch gerade nach Rusty umsah, einfach zur Seite. Sie war so besorgt um Rusty, dass sie gar nicht merkte, dass der Diesel die Scheune verließ.

„Rusty, Rusty!” Sie kniete neben ihm nieder. Er sah so blass aus und überall war so viel Blut. Was hatte Greaseball getan? Und sie hatte ihm am Morgen doch tatsächlich geglaubt. Pearl war den Tränen nahe. Erleichtert sah sie, dass Rusty noch atmete und er begann auch schon sich zu bewegen. Als er die Augen öffnete und sie ansah, war sie überglücklich und ihre Tränen bahnten sich ihren Weg.
Rusty erwiderte ihr Lächeln. „Schön, dich zu sehen“, flüsterte er.
„Oh, Rusty, es tut mir so leid, dass ich dir nicht gleich geglaubt habe.“
„Du hast wohl deine Gründe gehabt.” Rusty setzte sich vorsichtig auf, dennoch konnte Pearl sehen, wie sich sein Gesicht vor Schmerzen verzog. Als er saß, sah er ihr tief in die Augen. „Ich bin froh, dass du mir jetzt glaubst.“
„Oh, Rusty!” Sie schlang die Arme um ihn. Er stöhnte auf vor Schmerzen und sie ließ ihn sofort los. „Tut mir leid!”
„Ist schon ok“, versicherte er ihr.
Sie lächelte ihn an und er lächelte zurück. In dem Moment wusste sie, dass zwischen ihnen alles wieder so war, wie es sein sollte.  

---

Caboose sah Greaseball wutschnaubend näher kommen. Er überlegte kurz, ob es nicht klüger wäre, das Weite zu suchen, entschied sich dann aber dagegen. Ob er sich ihm nun jetzt stellte oder später machte keinen Unterschied. Immerhin hatte er sein Ziel erreicht.

„Caboose!“, fauchte Greaseball ihn an. „Was war in dem Drink, den du mir vorhin spendiert hast?“
„Wovon redest du?”, fragte Caboose unschuldig.
Greaseball machte ein wutschnaubendes Geräusch. „Rusty war genau dort, wo du ihn vermutet hattest. Ich wollte ihn eigentlich nur ein bisschen aufmischen, aber dann bin ich richtig wütend geworden. Ich hätte ihn umbringen können. Ich hab ihn damit geschlagen.“ Er erhob die blutbeschmierte Eisenstange, die er noch immer in der Hand hielt. „Und ich hab ihn gequält, viel schlimmer als ich es normalerweise tun würde. Das fühlte sich an, als wäre das gar nicht mehr ich. Wenn Pearl nicht aufgetaucht wäre, hätte ich ihn umgebracht! Ich war sogar kurz davor sie zu schlagen.“ Greaseball verstummte und stellte sich offenbar die möglichen Folgen vor.
„Vielleicht bist du ja so wütend geworden, weil er nicht auf deine Warnung gehört hat”, bot Caboose eine Erklärung an.
Aber Greaseball schüttelte entschieden den Kopf. „Er hat mich schon oft zur Weißglut gebracht, aber deshalb wollte ich ihn noch nie mit ’ner Eisenstange totprügeln. Ich meine, klar verpasse ich ihm gern eine kleine Abreibung, aber dies Mal wollte ich ihn wirklich umbringen…“
Caboose merkte, dass Greaseball zutiefst schockiert war über seinen Gewaltausbruch. „Na gut, was soll’s, ich werde es nicht leugnen. Da war was in dem Drink.“
„DU!” Greaseball erhob drohend die Stange. Caboose wich zurück aber Greaseball machte nur ein wütendes Geräusch und schleuderte die Stange in hohem Bogen davon. Offenbar war er zu der Erkenntnis gekommen, dass er seine Mithilfe brauchte, um aus seiner heiklen Lage wieder herauszukommen. Er sah Caboose abschätzend an. „Ich hab keine Ahnung, was das alles soll. Aber dank dir habe ich jetzt ein Riesenproblem.“
„Mach dir keine Sorgen.“ Caboose grinste. „Ich habe da schon eine Idee.“

---

Rusty war froh, dass Pearl ihn auf dem Rückweg nach Victoria unterstützte. Zu seiner eigenen Verwunderung schien er nicht wirklich schwer verletzt zu sein. Dennoch schmerzte jede Bewegung, sein Kopf brummte und er fühlte sich benommen, als ob alles um ihn in Nebel gehüllt war.

Flat Top sah sie als Erster und rief die anderen. So waren bereits alle versammelt, als sie die Einfahrt erreichten. Pearl kam zum Stehen. Rusty, der sich auf sie stütze, tat es ihr gleich.
Ashley kam ihnen entgegen und übertönte das Gemurmel der anderen: „Was zum Teufel ist mit ihm passiert?“ Doch Pearl kam nicht dazu zu antworten.
„Das war ich!“, ertönte Greaseballs Stimme über den Platz. Alle drehten sich zu ihm um. Pearl merkte, dass Rusty zu zittern begann und versuchte sich rückwärts zu bewegen, aber sie hielt ihn fest.

Dinah stellte sich Greaseball in den Weg. „Du warst das?“, fragte sie fassungslos. „Wieso …“ Aber er fuhr einfach an ihr vorbei.
Seine Worte hatten wie eine stolze Feststellung geklungen, als er jedoch näher kam, sah Pearl, dass er ganz und gar nicht so selbstsicher aussah. Aber sie war weit davon entfernt ihm etwas anderes als abgrundtiefen Hass entgegenzubringen.
„Was willst du?“, fauchte sie ihn an.
„Ich biete meine Hilfe an”, sagte er so leise, als ob er verhindern wollte, dass die anderen mithörten.
„Nach all dem was du getan hast?” Pearl war fassungslos. Sie sah kurz zu Rusty, der auf den Boden starrte und tief ein und ausatmete.
„Er muss repariert werden und allein wird er es wohl kaum zur nächsten Reparaturhalle schaffen. Ich biete euch an, euch hinzubringen. Über alles andere können wir danach reden.“

Zustimmendes Gemurmel wurde laut, auch wenn Pearl hier und da kritische Stimmen hörte. Sie starrte Greaseball an. Hätte sie nicht gesehen, was er Rusty angetan hatte, hätte sie geglaubt, dass er wirklich helfen wollte, aber so…
„Warum schlägst du ihn erst zusammen und bietest dann deine Hilfe an?“
„Ich…”, Greaseball schaute auf Rusty und fuhr mit unsicherer Stimme fort. „Ich habe es etwas übertrieben. Das wollte ich nicht.“ Er räusperte sich. „Aber wenn du meinst, er hat keine Durchsicht nötig, ist das auch ok.“
„Nein.“ Pearl war verwirrt. Das klang ja beinahe nach einer Entschuldigung. „Du hast Recht, wir brauchen eine Lok.”
„Nein!”, stieß Rusty hervor. Sein Geist war noch immer so vernebelt, dass er kaum dem Gespräch folgen konnte, aber er hatte mitbekommen, dass Pearl gerade zugestimmt hatte, dass Greaseball ihn irgendwo hinbringt. Beim bloßen Gedanken daran, in Greaseballs Nähe zu sein, zog sich alles in ihm zusammen.
„Ist schon gut“, sprach Pearl beruhigend auf ihn ein. „Ich komme doch mit.“
„Nein! Ich brauche keine Reparatur, nur Wasser! Mir geht’s gut!“ Um das zu beweisen, machte er sich von Pearl los. Er stand keine Sekunde, bevor er zu Boden ging.
„Rusty!”, rief Pearl erschrocken und kniete neben ihm nieder. „Dir geht’s nicht gut”, sagte sie leise.

„Wenn er solche Angst vor ihm hat, nehmt doch noch jemanden mit!”, schlug Dinah vor, während sie Greaseball wütend anfunkelte.
Greaseball seufzte. „Von mir aus, aber nur jemand der leicht ist.”
Dustin ließ seinen Arm wieder sinken. Jeder schaute betreten auf seinen Nachbarn. Viele Freiwillige schien es nicht zu geben.
„Ich komme mit”, sagte Dinah.
„Auf keinen Fall! Ich hab gesagt jemand, der leicht ist.” Greaseball sah sich suchend um. „Caboose!“
Caboose rollte langsam heran.
„Nicht er”, flüsterte Rusty. Pearl sah Caboose an. Er schien nicht gerade glücklich darüber zu sein mitkommen zu müssen. Eigentlich traute sie ihm nicht, aber andererseits hatte er ihr bisher geholfen.
„Ist schon ok”, flüsterte sie zu Rusty. „Er ist auf unserer Seite. Er war es, der mir gesagt hat, dass du auf mich wartest.“
„Gut”, sagte sie laut. „Wo ist die nächste Reparaturhalle?”
„In Naiva“, antwortete Caboose und grinste.
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