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When the night is darkest 1 – Verletzt

von Tilajasar
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Het
Caboose Greaseball OC (Own Character) Pearl Rusty
06.04.2020
26.04.2020
23
26.530
1
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41 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.04.2020 1.239
 
Achtung, dieses Kapitel ist nur etwas für Leute mit sadistischer Ader (wie mich ;). Wer Gewaltdarstellungen nichts abgewinnen kann, der sollte beim nächsten Kapitel weiterlesen. Inhaltlich entgeht euch nichts Wesentliches, wenn ihr dieses Kapitel überspringt.

***

Rusty lag regungslos am Boden und hoffte, dass Greaseball ihn jetzt in Ruhe lassen würde.
„Spiel hier nicht den Toten!“
Kaum hatte er die Worte des Diesels vernommen, durchzog ein stechender Schmerz seine Seite. „Steh auf!“, forderte Greaseball und trat noch einmal kraftvoll zu. „Du sollst aufstehen, hab ich gesagt!“
Rusty spürte wie Greaseball seine Haare ergriff. Als er ihn daran nach oben zog, schrie er vor Schmerz auf. Mit Mühe schaffte er es auf die Räder zu kommen, so dass ihn Greaseball endlich losließ.
Jetzt standen sie sich gegenüber und starrten sich wortlos an. Greaseballs Gesicht war wutverzerrt, in seinen Augen blitzte der Hass. Rusty konnte förmlich spüren wie er ihn in Gedanken zerlegte. Er musste etwas tun. Ohne richtig darüber nachzudenken, rammte er Greaseball seine Faust in den Magen. Der Diesel taumelte kurz und Rusty eilte an ihm vorbei in Richtung Tür.


Das war zu viel! Greaseball fand schnell seine Balance wieder und spurtete Rusty hinterher. Als er beinahe die Tür erreicht hatte, bekam er seine Kupplungsringe zu fassen und zog ihn zurück.
„Dafür wirst du bezahlen!“
Rusty schrie, wehrte sich und versuchte ihn abzuschütteln, aber das würde ihm nicht helfen. Greaseball war jetzt so wütend, er wollte ihm einfach nur Schmerzen zufügen. Er riss ihn mit ganzer Kraft zur Seite und ließ ihn los. Wie erwartet ging Rusty sofort zu Boden.
„Hör auf damit!”, stöhnte er.
In Greaseballs Ohren hörte sich das wie ein Befehl an und das machte ihn noch wütender. Rusty war ihm unterlegen, er sollte ihn fürchten. Das würde er ihn noch lehren. Aber Tritte reichten dafür nicht aus. Greaseball ließ seinen Blick über die Wände der Scheune gleiten. Er suchte irgendetwas, um Rusty eine Lektion zu erteilen und er fand etwas.


Als Greaseball die lange Eisenstange von der Wand nahm, wurde Rusty beinahe schlecht vor Angst. Wenn er die benutzen würde, würde er ihm den ganzen Rahmen brechen. „Was willst du damit?“, fragte er mit zitternder Stimme.
Greaseball sah ernst zu ihm hinunter und ließ die Stange in seine Handfläche klatschen. „Ich habe dir doch gesagt, dass du bezahlen wirst.“ Langsam kam er näher.
Rusty bewegte sich so schnell es ging rückwärts aber spürte schon bald wieder die Wand in seinem Rücken. Jetzt gab es kein Entkommen mehr.
Greaseball blieb vor ihm stehen und starrte ihn an. „Betrachte es als Bestrafung dafür, dass du Pearl betrogen hast! Steh auf!“
Aus Angst davor, was Greaseball tun würde, bewegte sich Rusty nicht.
„Steh auf, oder ich zieh dir gleich eins über!” Greaseballs Tonfall machte klar, dass er seine Drohung umsetzen würde. Rusty stemmte sich langsam nach oben, ohne den Diesel dabei aus den Augen zu lassen.
„Gut, jetzt dreh dich um!”
Rusty spürte, wie sein ganzer Körper zitterte, er hatte kaum die Kraft stehen zu bleiben. Wollte Greaseball ihn umbringen?
Greaseball holte aus. „Eins…”, begann er drohend zu zählen.
„Greaseball, bitte…” Rusty konnte die Worte nur flüstern.
„Zwei…”
Rusty drehte sich langsam um. Sein Atem ging so schnell, dass ihm schwindelig wurde. Er stütze sich mit den Händen an der Wand ab und wünschte sich verzweifelt ein Teil von ihr zu sein.
„Drei!”
Rusty kniff die Augen zu.

---

Als Caboose Rustys qualvollen Schrei hörte, wusste er, dass er etwas tun musste. Warum war Pearl auch noch nicht hier? Er hatte doch alles so schön eingefädelt. Sie musste aufgehalten worden sein. Caboose stöhnte. Immer diese tratschigen Weiber. Sie würden seinen ganzen Plan zu Nichte machen.
Als er keine weiteren Schreie aus der Scheune hörte, beschloss er Pearl suchen zu fahren. Mit etwas Glück würde Greaseballs Aggressivität in der Zwischenzeit wieder auf Normalniveau sinken.

---

Rusty lag wimmernd am Boden. Sein Rücken brannte wie Feuer und sein Kopf schmerzte heftig vom Aufprall auf die Wand.
„Steh schon auf!“, hörte er Greaseballs Stimme. „Das hat doch nicht wehgetan, oder?“
Rusty sah ihn nicht an und sagte nichts. Das hätte er gar nicht gekonnt.
„Steh auf, hab ich gesagt!” Greaseballs Stimme wurde energischer. „Ich will sehen, wie viel du einstecken kannst.“
Rusty stemmte sich so weit hoch, dass er Greaseball ansehen konnte. Der Gesichtsausdruck des Diesels ließ keinen Zweifel offen, dass er das wirklich ernst meinte. Er würde ihn komplett zusammenschlagen. Rusty spürte wie sich seine Brust bei der Vorstellung verengte. Er konnte keine Kraft mehr aufbringen sich zu bewegen.

„Das ist deine letzte Chance. Auf die Beine, Kohleschleuder!“, befahl Greaseball und stieß ihm das Ende der Eisenstange ungeduldig in die Seite. Der überraschend plötzliche Schmerz ließ Rusty aufstöhnen. Er wollte das nicht länger ertragen.
„Warum machst du das?“ Seine Stimme klang noch weinerlicher als er befürchtet hatte. „Ich habe dir nichts getan!“
„Du begreifst es einfach nicht, Rusty. So ein Schrotthaufen wie du hätte nie ein Rennen gewinnen dürfen! Du gehörst auf den Schrott und ich werde dafür sorgen, dass du da auch hinkommst!“ Ohne zweite Warnung holte Greaseball aus und ließ die Stange auf Rustys Rücken niedergehen.
Rusty schrie auf. Tränen füllten seine Augen, als sich der Schmerz bis zu seinen Armen und Beinen ausbreitete. Er konnte nicht anders als bei jedem Atemzug laut aufzustöhnen. Es tat so weh. Er war sicher, dass Greaseball ihn mit dem nächsten Schlag umbringen würde.
„Steh auf!”

Er konnte nicht mehr klar denken aber er wusste, dass er Greaseballs Aufforderung nachkommen musste. Jedenfalls musste er es versuchen. Mit zusammen gebissenen Zähnen schaffte er es sich in eine halb sitzende Position zu bringen.
„Das ist schon besser.“ Greaseballs Stimme klang als würde sie aus weiter Ferne kommen. „Komm, sieh mich an!“
Rusty wollte das nicht aber Greaseball schob ihm auffordernd die Eisenstange unter das Kinn. Widerstrebend folgte Rusty ihrer Bewegung. Als er Greaseball ansah, tat der als sei er betroffen.
„Oh, du weinst ja?”
Rusty konnte die Tränen nicht aufhalten, die seine Wangen hinabliefen. Er wollte sich abwenden, aber Greaseball ließ das nicht zu. „Meinst du nicht, du hast das verdient“, fragte er in ernstem Ton, „nach all dem was du Pearl angetan hast?“
„Ich habe nichts getan“, flüsterte Rusty. „Das war alles deine Schuld.“
Er sah das wütende Aufblitzen in Greaseballs Augen, spürte, wie das kalte Eisen über sein Kinn kratzte als Greaseball es schnell zur Seite bewegte. Seine Augen weiteten sich vor Entsetzen, dann schlug die Stange krachend gegen seinen Kopf. Diesmal nahm ihm der Schmerz den Atem. Ohne ein Geräusch von sich zu geben, fiel er zur Seite und blieb benommen liegen. Er spürte wie etwas Warmes sein Gesicht herunterlief.
„Du wirst es nie wieder wagen mich zu beschuldigen!”, brüllte Greaseball und erhob wieder die Stange.
Durch einen Schleier aus Tränen und all die Sterne die um ihn herum tanzten sah Rusty, dass Greaseball wieder auf seinen Kopf zielte. Er hob schützend die Arme, schloss die Augen und wartete auf den unvermeidlichen Schmerz.

Aber Greaseball schlug nicht zu. Er zögerte, ohne dass Rusty erkannte, warum. Dann hörte er plötzlich wie Pearls Stimme seinen Namen rief. Er sah, dass sie Greaseball anschrie aber er konnte kaum etwas verstehen. Viel zu laut rauschte das Blut in seinen Ohren. Er setzte sich langsam auf, doch sofort wurde ihm schwindelig. Er begann zu schwitzen während er zitterte. Seine Umgebung verlor an Farbe und es wurde dunkler. Greaseball und Pearls Stimmen verhallten in der Ferne. Das Letzte was er dachte war, dass er sich wohl besser wieder hinlegen sollte.
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