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When the night is darkest 1 – Verletzt

von Tilajasar
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Het
Caboose Greaseball OC (Own Character) Pearl Rusty
06.04.2020
26.04.2020
23
26.530
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19.04.2020 1.123
 
Sobald Rusty weggefahren war, hatte Dustin begonnen Pearl zu suchen. Zwar hatte er sie heute noch nicht gesehen, aber da Greaseball und die anderen Mädchen da waren, konnte sie nicht unterwegs sein. Zunächst wollte er also in ihrem Depot nachsehen.

Er hatte noch nicht einmal die Hälfte des Weges dorthin zurückgelegt, als ihm Greaseball in den Weg fuhr und sich vor ihm aufbaute.
„Was glaubst du was du hier machst?”, fragte der Diesel herausfordernd.
„Ich…Ich…”, stammelte Dustin. Er mochte Greaseball nicht, weil er sich immer einen Spaß daraus machte andere zu ärgern, speziell Rusty und Rusty war sein Freund, trotz alledem. „Ich fahre nur ein bisschen rum.“
„Das hoffe ich doch.“ Greaseballs Stimme klang bedrohlich. „Es wäre sehr dumm von dir wenn du mit Pearl sprichst.“
„Ok“, erwiderte Dustin kleinlaut. Dann würde er es eben später versuchen.
„Meine Jungs beobachten dich!”, fuhr Greaseball fort. „Also halte dich fern von ihr, sonst könnte etwas Schlimmes passieren.“ Er grinste böse und fuhr davon.
Dustin schaute sich um und sah ein paar Jungs aus Greaseballs Gang herumhängen. Sie beobachteten ihn wirklich. Das war schlecht. Er wollte Rusty helfen, aber unter diesen Umständen würde er nicht unbemerkt zu Pearl kommen. Vielleicht war das aber auch gar nicht nötig. Die anderen Mädchen hatten Rustys Bitte ja auch gehört. Sie würden sie sicher an Pearl weiterleiten.

Während er sich langsam zurückzog, bemerkte er, dass Caboose auf ihn zurollte.
„Hallo Caboose“, grüßte Dustin freundlich, obwohl er eigentlich nicht mit ihm reden wollte, weil er immer so komisch war.
„Hi Dustin“, erwiderte Caboose, „Hast du schon mit Pearl gesprochen?“
„Nein.”
„Aber du machst es noch?”
„Ich glaube nicht, dass ich das schaffe“, antwortete Dustin zögerlich. „Greaseball will nicht, dass ich Pearl treffe und er hat überall seine Späher.“
„Verstehe“, erwiderte Caboose aber Dustin war nicht sicher, ob ihm seine Antwort nun gefiel oder nicht. Aber wie auch immer, er war froh, als er wieder davonfuhr.

---

Dinah saß mit Pearl in ihrem Depot. Pearl hatte noch kein Wort gesagt, seit sie sie überredet hatten, sich nicht vor allen mit Rusty zu treffen. Sie saß einfach da und starrte zu Boden. Ihre Wangen waren feucht von ihren Tränen. Als jemand draußen heranrollte hob sie den Kopf, einen Hoffnungsschimmer in den Augen. Aber das Geräusch verklang.

„Glaubst du wirklich, dass er herkommen wird?“, fragte sie leise.
„Warum sollte er sonst herkommen, wenn nicht, um mit dir zu reden?“
„Aber warum dauert das so lange?”, fragte Pearl verzweifelt.
„Vielleicht muss er erst den anderen Rede und Antwort stehen.”
Pearl stand plötzlich auf. „Ich sollte auch da sein!” Sie war drauf und dran zur Tür zu rollen, aber Dinah stellte sich ihr in den Weg.
„Warte! Wir hatten doch besprochen, dass es besser ist, wenn du ihn allein triffst. Oder willst du das alles vor allen erörtern… vor dieser Liz?“
„Nein, aber was ist, wenn er nicht kommt?“
„Wenn du hier bleibst, schaue ich draußen mal nach, ok?”
Pearl stimmte zu und Dinah rollte hinaus.

Der Erste den Dinah sah, war ein Diesel aus Greaseballs Gang. Sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er einer der netteren war, also fragte sie ihn nach Rusty. Die Antwort war nicht die, die sie erwartet hatte. Greaseball hatte Rusty davongejagt. Dinah beschloss sich zunächst noch die Version der anderen Mädchen anzuhören, bevor sie mit dieser katastrophalen Nachricht zu Pearl zurückkehrte.

-

Ungeduldig fuhr Pearl in ihrem Depot hin und her. Wenn Dinah nicht bald zurückkommen würde, würde sie hinausfahren. Sie wollte ihn wiedersehen, wollte mit ihm reden.
Plötzlich wurde die Tür geöffnet aber es war nicht Dinah, die herankam.

„Caboose?!” Pearl war wenig erfreut über sein Auftauchen.  „Warum klopfst du nicht? Was willst du?“
Caboose lächelte sie unschuldig an. „Rusty möchte, dass du weißt, dass er an einem Ort, den du kennst, auf dich wartet.”
Pearl war überrascht. „Warum sagst DU mir das? Warum kommt er nicht selbst her?”
Caboose zuckte mit den Schultern. „Ich glaube er hat zu viel Angst vor Greaseball gehabt. Greaseball sorgt sich sehr um dich. Er denkt, dass es dir nicht gut tut, wenn du Rusty triffst.“
„Aber du tust das?”, fragte Pearl in verächtlichem Ton. „Was für ein Spiel spielst du?“
„Nein, nein!”, winkte Caboose ab. „Kein Spiel. Ich bin nur hier um dir zu helfen. Also, wenn du dich dazu entschließt zu Rusty zu fahren, dann erzähl niemandem davon. Weder Greaseball noch die Mädchen dürfen davon wissen. Glaub mir, nur so habt ihr eine Chance. Ich nehme an, Rusty wird die Nacht über warten, also keine Eile.“
Pearl sah ihn an aber sie war nicht in der Lage seine Mimik zu lesen und verstand auch sein Motiv ihr zu helfen nicht. Jedoch kannte sie Caboose gut genug um zu wissen, dass ihr weitere Nachfragen keine Antworten bringen würden.
„Gut, ich muss jetzt los. Viel Glück!“ Er drehte sich um und war schon verschwunden.
Pearl blieb mit gemischten Gefühlen zurück. Sie war glücklich, dass Rusty mit ihr reden wollte aber gleichzeitig hatte sie Angst vor dem, was er ihr zu sagen hatte. Wobei, konnte sie den Worten von Caboose überhaupt Glauben schenken? Sollte sie Geheimnisse vor ihren Freundinnen haben, nur weil er es ihr sagte?

---

Ein paar Gerätschaften hingen noch an den Wänden und hier und da lagen Strohreste auf dem Boden. Solange er zurückdenken konnte, war die Scheune verlassen gewesen. Sie war ein perfektes Versteck, nicht zu groß und nicht zu klein, nicht zu weit weg von Victoria und doch entlegen genug, als dass andere außer ihm und Pearl sie regelmäßig genutzt hätten. Sie hatten hier wunderschöne Stunden miteinander verbracht aber an diesen Erinnerungen konnte er sich jetzt nicht erfreuen.

Rusty saß an der hinteren Wand und starrte auf die geschlossene Tür. Er hoffte, dass Pearl kommen würde und fürchtete sich zugleich davor. Jedoch schwanden seine Hoffnungen mit jeder vergehenden Stunde. Es wurde schon langsam dunkel und bald fiel durch das morsche Dach und die beiden Fenster nur noch das Mondlicht. Rusty merkte, wie erschöpft er von dem anstrengenden Tag war und wollte eigentlich nur noch schlafen. Aber dazu war er viel zu angespannt.

Er schloss die Augen und überlegte, was er sagen würde. Zum hundertsten Mal. Aber was, wenn es nicht funktionieren würde? Er wünschte sich verzweifelt, dass jemand da wäre, der ihm helfen könnte. Er dachte daran den Starlight Express zu rufen. Aber er wusste ja bereits, dass er die Kraft in sich hatte, also würde er es allein schaffen.
Das stimmte, er konnte es schaffen. Er musste nur daran glauben. Rusty setzte sich aufrechter hin. Er hatte nichts Falsches getan. Außer, dass er Liz geküsst hatte, vielleicht. Aber dieser kleine Fehler durfte ihn doch nicht ins Verderben stürzen. Er würde Pearl wieder zurückgewinnen. Er musste.
Plötzlich riss ihn ein Geräusch von draußen aus seinen Gedanken.
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