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When the night is darkest 1 – Verletzt

von Tilajasar
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Het
Caboose Greaseball OC (Own Character) Pearl Rusty
06.04.2020
26.04.2020
23
26.530
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18.04.2020 960
 
Je näher sie Victoria kamen, desto unwohler wurde Rusty. Er war nicht drauf und dran in Tränen auszubrechen wie noch vor ein paar Minuten aber er hatte eine düstere Vorahnung und verspürte den starken Wunsch sich irgendwo zu verstecken.
„Werde nicht langsamer“, hörte er Liz  hinter sich sagen. „Du schaffst das!“
Dankbar für ihre Aufmunterung beschleunigte er wieder.

Als sie einfuhren sah er sofort, dass seine schlimmsten Befürchtungen wahr waren. Beinahe alle Züge und Waggons hatten sich versammelt. Nur Pearl und Dinah fehlten.
„Du hast ja Nerven hier aufzutauchen!” Greaseball kam mit beängstigend hoher Geschwindigkeit auf ihn zu und hielt nur wenige Zentimeter vor ihm an. Rusty musste sich zwingen nicht zurückzuweichen. „Ich dachte, ich hatte klar gemacht, dass es für dich hier nichts mehr zu holen gibt“, fügte Greaseball mit bedrohlich leiser Stimme hinzu.
„Geh mir aus dem Weg, Greaseball! Ich muss mit Pearl sprechen.“
„Meinst du nicht, du hast ihr schon genug angetan?”, hörte er Ashley rufen und Buffy fügte hinzu: „Sie will dich nicht sehen!“
„Du hast sie gehört, also hau ab!” Greaseball schubste ihn zurück. „Und nimm deine neue Freundin mit!“ Aus den Reihen der Züge und Waggons erklang zustimmendes Gemurmel. Rustys Mut sank. Er ließ seinen Blick über die Reihen der Anwesenden schweifen, um jemanden zu finden, der ihn unterstützen würde, aber alle sahen ihn feindselig an, sogar die Hip Hopper. Wenn nur Papa da gewesen wäre. Dann fiel sein Blick auf Dustin, der halb hinter Flat Top stand. Er lächelte als Rusty ihn fixierte.
„Lass ihn doch erstmal alles erklären“, ergriff Liz das Wort. Sie wurde jedoch sofort von den Zügen aus Greaseballs Gang ausgebuht, so dass nur Greaseball ihre nächsten Worte hören konnte. „Du bist doch an alledem schuld!“ Rusty machte eine Geste um sie zum Schweigen zu bringen aber Greaseball war schon bei ihr und schubste auch sie kraftvoll zurück.
„Verschwinde! Du bist hier nicht erwünscht!”  
Liz stolperte und Rusty ergriff ihre Hand um sie vor dem Fallen zu bewahren, was ihm noch mehr Buhrufe einbrachte.

„Wir sollten fahren“, flüsterte er ihr zu. Sie wollte widersprechen aber Greaseball stand schon wieder vor ihnen und schubste nun beide in Richtung Ausfahrt.
„Lass das, Greaseball!“, wehrte sich Rusty und fuhr von allein rückwärts. „Noch eine Sache, bevor wir fahren.“ Er blickte zu dem einzigen freundlichen Gesicht in der Menge und rief: „Dustin, bitte sag Pearl, dass ich mit ihr reden möchte. Sie weiß wo sie mich findet.“
„Du kapierst es nicht“, zischte Greaseball wütend. „Sie ist fertig mit dir!“ Er griff nach Rusty, zog ihn zu sich heran und flüsterte: „Wenn ich dich hier noch irgendwo finde, mach ich dich fertig und deine Freundin gleich mit!“ Greaseball ließ ihn wieder los und Rusty spürte wie Liz sich ankuppelte. Ohne ein weiteres Wort oder einen Blick zurück fuhr er zur Ausfahrt.

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Als Rusty mit Liz das Weite gesucht hatte, und sich die Waggons langsam zerstreuten, rollte Caboose unauffällig näher zu Ashley und Buffy heran.
„Meinst du Pearl sollte sich mit ihm treffen?”, fragte Buffy.
„Auf keinen Fall!”, entgegnete Ashley entschlossen. „Was würde ihr das bringen? Dass er sie betrogen hat, liegt doch auf der Hand. Mal ehrlich, hier mit seiner neuen Flamme aufzutauchen… was denkt er sich dabei?“
Buffy schüttelte den Kopf. „Ich verstehe das alles nicht. Aber ich denke, du hast Recht. Pearl würde nur noch mehr leiden, wenn sie das alles von ihm persönlich hört.“
„Das mit Sicherheit.”
„Dann sollten wir ihr ausreden sich mit ihm zu treffen.”
„Das müssen wir vielleicht gar nicht.”
Caboose sah, dass Ashley auf Greaseball deutete, der gerade zügig in die Richtung fuhr, in der Dustin verschwunden war.

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Nachdem sie Victoria verlassen hatten, hatte Liz eigentlich erwartet, dass Rusty anhalten würde, aber stattdessen beschleunigte er noch weiter.
„Verfolgt er uns?“, fragte er über die Schulter.
Liz sah zurück und verneinte. Sie konnte hören, wie Rusty aufatmete. Er wurde langsamer, hielt aber nicht an.
„Wohin fahren wir?”, fragte Liz.
Rusty zuckte mit den Schultern. „Ich bringe dich so weit weg wie möglich, damit Greenard dich nachher abholen kann.“
„Und du? Was machst du?“, fragte sie verwundert.
„Ich werde zurückfahren.“
„Das darfst du nicht! Darauf wartet er doch nur!”
„Mach dir keine Sorgen. Er kennt unseren geheimen Treffpunkt nicht und wird mich da auch nicht finden.“ Rusty schien sehr überzeugt davon zu sein.
„Aber was wenn doch? Ich traue ihm zu, dass er dich zu Tode prügelt und dann behauptet das war ein Unfall.“
„Das Risiko muss ich eingehen. Ich muss mit Pearl sprechen“, sagte er mit erstaunlich ruhiger Stimme. Das schürte ihre Sorge. Als sie vor einer halben Stunde zusammengesessen hatten, war er von Verzweiflung und Traurigkeit überwältigt gewesen, was Liz gut nachvollziehen konnte. Aber jetzt, abgesehen von seiner offensichtlichen Angst vor Greaseball, wirkte er ausgeglichen, beinahe teilnahmslos.

Als Victoria in der Ferne verschwunden war, kam Rusty zum Stehen. „Du kannst hier auf deinen Diesel warten“, sagte er tonlos und kuppelte sie ab. „Ich muss jetzt zurück.“
„Dann heißt es Auf Wiedersehen“, sagte sie traurig, aber er nickte nur und sah sie nicht einmal an.
„Gut“ Liz holte tief Luft. „Sei vorsichtig!“
„Das bin ich“, antwortete er und fuhr an.
„Rusty!”
Er bremste, schaute sich aber nicht um.
„Was auch immer geschieht, du kannst jederzeit zurück nach Naiva kommen… zurück zu mir.”
Nun drehte er sich doch zu ihr um. „Das werde ich nicht tun“, sagte er mit gesenkter Stimme. Sie konnte sehen, dass seine Augen feucht wurden. Jetzt machte sie sich wirklich Sorgen. Aber bevor sie ein weiteres Wort sagen konnte, drehte er sich wieder um und fuhr davon.
So sehr sie auch wollte, es gab nichts, was sie noch für ihn tun konnte. Sie konnte ihm nur Glück wünschen und auf ein Happy End hoffen. Aber irgendwie hatte sie diesbezüglich ein ganz schlechtes Gefühl.
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