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When the night is darkest 1 – Verletzt

von Tilajasar
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Het
Caboose Greaseball OC (Own Character) Pearl Rusty
06.04.2020
26.04.2020
23
26.534
1
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41 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
06.04.2020 1.245
 
Die Ursprungsversion dieser Geschichte war vor über drei Jahren meine erste Starlight Express Fanfiction, geschrieben zu meinem persönlichen Vergnügen. Deshalb hatte ich sie hier auch nicht lange online (ebenso wie Teil drei und vier der Tetralogie). Da ich aber jemand bin, der halbe Sachen nicht ausstehen kann, habe ich die Geschichte jetzt ein bisschen überarbeitet, so dass ich sie einigermaßen guten Gewissens wieder einstellen kann.

Dennoch eine Warnung: Achtung Drama P16 und der Titel ist Programm. ^_^

***

Es dunkelte bereits als Greaseball, gefolgt von seiner Gang, in Victoria einfuhr. Normalerweise waren sie um diese Zeit ausgelassener Stimmung, aber heute herrschte auffälliges Schweigen unter den Dieselloks. Greaseball gefiel das gar nicht. Was ihm noch weniger gefiel war, dass Pearl mit ernstem Gesicht direkt auf ihn zukam. Auch hinter sich vernahm er Geräusche und gemurmelte Flüche, die genau das ausdrückten, was er gerade empfand.

„Ruhe!“, zischte er nach hinten, bevor er sein freundlichstes Lächeln aufsetzte und Pearl entgegenfuhr. „Pearl, was…” Aber Pearl fiel ihm ins Wort.
„Hast du Rusty gesehen?” Ihre Stimme klang besorgt.
„Ja”, antwortete Greaseball noch immer lächelnd. „Nach dem Mittag hab ich seine Strecke gekreuzt. Da war er mit dem Frachtzug unterwegs.”
„Hast du ihn später noch irgendwo gesehen?”
Greaseball schüttelte den Kopf aber er spürte, dass sie ihm nicht glaubte und fügte scherzhaft hinzu: „Du denkst doch nicht, dass ich lüge, oder?“
„Nein,… ich…“ Pearl blickte unsicher zwischen ihm und dem Boden hin und her. „Ich weiß nicht. Es ist nur…“ Offenbar suchte sie nach den passenden Worten. „…Ich habe das Gefühl, dass er nicht gut mit dir auskommt seit dem Rennen.“
„Ach, ich ärgere ihn nur ein wenig“, beeilte sich Greaseball zu versichern. „Was ist denn los? Wird er vermisst?”

Pearl sah zu Boden. „Ich weiß nicht, wo er ist. Er war bis zum Nachmittag mit den Hoppern unterwegs aber danach hat ihn niemand mehr gesehen. Ich habe den ganzen Yard abgesucht, hier ist er nicht. Wir…“ Sie seufzte. „…haben uns heute Morgen gestritten und ich habe Sachen gesagt, die ich nicht hätte sagen sollen. Ich hoffe er hat nicht irgendetwas Dummes gemacht.“ Sie sah ihn wieder an. „Greaseball, bitte, wenn du irgendetwas weißt…“
„Ich habe ihn heute nur mit dem Frachtzug gesehen”, wiederholte Greaseball schulterzuckend. „Die letzten Stunden hab ich mit meinen Leuten trainiert, stimmt’s?“ Er wandte sich zu den anderen um, die in respektvollem Abstand warteten, und sie äußerten Zustimmung.
Wie er Pearl aber so traurig gucken sah, fügte er aufmunternd hinzu: „Mach dir keine Sorgen. Vielleicht brauchte er nur ein bisschen frische Luft. Er taucht bestimmt bald wieder auf.“
Pearl nickte und Greaseball bedeutete seiner Gang, dass es weiterging. Er sah nicht, dass die meisten Pearls fragendem Blick auswichen.

---

Dinah beobachtete, wie Greaseball seine Gang quer durch den Bahnhof führte und dabei laut verkündete, dass sie sich jetzt noch einen schönen Abend machen würden. Sie seufzte, hatte sie doch gehofft, dass er sich heute mal eher von seinen Leuten trennen und den Abend mit ihr verbringen würde. Aber wahrscheinlich war er noch sauer, weil sie ihm Mittags eine Szene gemacht hatte und jetzt wollte er ihr eins auswischen, indem er sie mit seiner Abwesenheit strafte. Aber gut, sollte er nur mit seinen Jungs rumhängen. Dinah wandte den Blick von ihnen ab und schaute in Richtung der Personenwagendepots. Sie hatte auch Freunde, mit denen sie eine schöne Zeit verbringen konnte. Entschlossen fuhr sie los. Doch kaum hatte sie ein paar Meter zurückgelegt, sah sie aus den Augenwinkeln Pearl, die mit gesenktem Kopf auf sie zukam.

Sofort hielt Dinah und schaute ihrer Freundin fragend entgegen. „Irgendwelche Neuigkeiten?”
„Nein.“ Pearl schüttelte niedergeschlagen den Kopf. „Greaseball sagt, er hat ihn auch nicht gesehen.“ Sie schaute zum Himmel. „Es ist schon dunkel. Er kommt sonst nie zu spät nach Hause. Wo kann er nur sein? Oh, Dinah, ich mach mir solche Sorgen.“
Dinah nahm ihre Freundin in den Arm. „Ich weiß. Aber das ist doch nicht deine Schuld.“
„Doch, ist es!”, widersprach Pearl. „Ich habe dir doch erzählt dass wir uns gestritten haben. Ich war so wütend. Ich hab ihm gesagt, dass ich es nicht mehr ertragen kann, dass er mich anlügt. Ich… ich habe ihm gesagt, dass ich ihn nicht mehr wiedersehen will.“
Dinah ließ Pearl los. „Wow, dann musst du wirklich wütend gewesen sein.”
„Ich weiß. Und ich wollte mich ja bei ihm entschuldigen, aber dann war er weg und jetzt…” Pearl war den Tränen nahe.

So sehr Dinah ihre Freundin auch aufmuntern wollte, war sie nun doch neugierig geworden. „Du meinst, er lügt dich an? Das klingt nicht nach Rusty.”
„Ich weiß. Das ist ja das Schlimme.” Sie schluchzte und fuhr sich über die Augen. „Und es ist immer dasselbe. Er meldet sich am frühen Abend und sagt, dass er eine Nachttour reinbekommen hat und erst einen oder zwei Tage später zurückkommen wird. Ich hätte das nie angezweifelt aber dann habe ich zufällig mitbekommen, dass Control ihm gar keinen Auftrag gegeben hat.“
„Oh, Pearl.” Dinah war schockiert. Wenn es Greaseball gewesen wäre, über den Pearl gesprochen hatte, hätte sie sofort einen Verdacht gehabt, aber Rusty? „Du denkst doch nicht, dass er…” Sie konnte es nicht einmal aussprechen.

„Nein!”, erwiderte Pearl entgeistert, aber dann wich die Sicherheit aus ihrer Stimme. „Ich meine, ich kann es mir nicht vorstellen. Auf die Idee bin ich nicht mal gekommen, als ich ihn das erste Mal zur Rede gestellt habe. Ich dachte damals wirklich, er würde mir die Wahrheit sagen, wenn ich ihn darauf anspreche. Er weiß doch, dass er mit mir über alles reden kann. Aber er hat es nicht gemacht. Ich dachte, er würde schon seine Gründe haben, also habe ich es dabei belassen. Ich hatte gehofft, dass er mich nicht noch einmal anlügen würde. Aber er hat es getan.“ Pearl schwieg einen Moment bevor sie mit fester Stimme weitersprach. „Gestern Nachmittag hat er sich bei Buffy gemeldet und sie gebeten mir zu sagen, dass es später wird, weil er noch eine Tour fahren muss.“
„Er hat sich bei Buffy gemeldet?“
„Ja, aber das Schlimmste war, dass er am Abend gar nicht mehr nach Hause gekommen ist.“ Pearl atmete tief aus. „Er hat sich erst heute früh reingeschlichen und als ich gefragt habe, wo er war, wollte er das nicht sagen.“
„Das ist seltsam. Was hat er denn zu verheimlichen?“, fragte Dinah verwundert, dann kam ihr eine Idee. „Vielleicht kriegt eine von uns was aus ihm raus.”
„Wenn es nicht schon zu spät ist”, erwiderte Pearl mit tränenerstickter Stimme. „Ich liebe ihn und ich weiß, dass er mich liebt. Aber heute früh war ich dann so sauer, da hab ich ihn angeschrien. Und… du kennst ihn ja…”
„Ja.” Dinah konnte sich sehr gut vorstellen, dass es Rusty schwer getroffen haben musste von seiner Freundin angeschrien zu werden.

Pearl atmete tief durch. „Vielleicht liege ich falsch, aber ich habe das Gefühl, dass Greaseball etwas verbirgt.”
Dinah war überrascht über den plötzlichen Themenwechsel. „Wirklich?“, fragte sie misstrauisch. „Warum sollte er?”
Pearl zuckte nur mit den Schultern. „Ich kann mich irren, aber ich habe den Eindruck, dass Rusty in letzter Zeit versucht ihm aus dem Weg zu gehen.“
Dinah nickte. Sie wollte alles in ihrer Macht stehende tun um ihrer Freundin zu helfen, auch wenn das für sie wieder unangenehm werden würde. „Weißt du was, Pearl? Ich rede mal mit Greaseball, ok?”
„Danke. Ich fahre jetzt noch mal zu Dustin.“
Dinah nickte und lächelte Pearl aufmunternd an. „Mach dir keine Sorgen! Er kommt bestimmt bald zurück.“
Aber Pearl schien ihre Zuversicht nicht zu teilen.
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