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Sternengekrönt

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Aragorn Frodo Gandalf Haldir Legolas OC (Own Character)
06.04.2020
12.05.2021
45
131.897
32
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
04.05.2021 3.012
 
Eine Nachfahrin der Valar



So meine Lieben,
ein weiteres Kapitel ist vollendet und ich kann euch sagen, dieses hatte es beim Schreiben mal wieder ganz schön in sich. Drei Mal habe ich es von vorne angefangen, aber ich bin endlich zufrieden damit.
Ihr werdet sicher schnell erkennen, warum das Kapitel mir ein wenig Schwierigkeiten bereitet hat.
Ich hoffe, dass ihr es nun ebenso sehr mögt wie ich. Lasst mir gerne eine Review da!
Und nun wünsche ich euch wie immer viel Spaß beim Lesen!
LG Bibi


Legolas bremste den schnellen Galopp von Arod und sah sich suchend in der wüsten Ebene von Mordor um. Vor ihm lag das Trümmerfeld, welches einst die dunkle Festung gewesen war. Nun waren jedoch die Mauern und der große Turm nur noch einer Ruine.

Langsam glitt Legolas von Arods Rücken und rief Elerínas Name, während er seinen Bogen in die Hand nahm. Die vergangenen Stunden waren für den Elb eine Zerreißprobe gewesen.

Während die Schlacht vor dem schwarzen Tor gewütet hatte, waren Legolas Gedanken immer wieder zu der Kriegerin im Inneren von Barad-dûr gewandert. Mehr als einmal war es daher pures Glück gewesen, dass er nicht durch die Klinge eines Orks den Tod gefunden hatte. Es hätte nicht viel gefehlt und der Elb wäre am Ende trotzdem noch besiegt worden, hätte nicht in diesem Moment die Erde zu beben begonnen. Schlagartig waren die Kämpfe dadurch zum Erliegen gekommen und alle hatten gespannt in Richtung Mordor geschaut. Als dann schließlich der Schicksalsberg ausgebrochen war und eine Explosion Barad-dûr erschüttert hatte, flohen die Orks kopflos in alle Richtungen und die Menschen des Westens begannen zu jubilieren. Einzig Legolas hatte kaum Freude oder Erleichterung empfinden können. Natürlich war er dankbar, dass Frodo offensichtlich den Einen Ring zerstört hatte, doch seine Sorge um Elerína schmälerte den Siegestaumel. Es hatte Aragorns, Gandalfs und Gimlis geballte Kraft bedurft, um Legolas davon abzuhalten sofort in die dunklen Lande zu reiten und Elerína zu suchen. Stattdessen waren die Adler losgeflogen, um die dunklen Lande von oben zu erkunden, während Aragorn seinen Heermeistern neue Aufträge verteilte. Die berittenen Rohirrim waren ausgesandt worden die flüchtenden Orks zu verfolgen und so viele wie möglich zur Strecke zu bringen. Die Fußsoldaten hingegen waren auf dem Schlachtfeld zurückgeblieben und suchten nach Überlebenden.

Schließlich waren die Adler zurückgekehrt. Der Schicksalsberg war von Lava-Strömen bedeckt, doch verlief sich das glühende Magma in der weiten Ebene von Mordor und da Barad-dûr auf einer Erhöhung lag, war der Weg dorthin weitestgehend frei geblieben.

Während Gandalf mit den Adlern erneut losgeflogen war, um nach Frodo und Sam zu suchen, hatte nun auch Legolas niemand mehr aufhalten können. Aragorn hatte seinem besten Freund gerade noch einen neuen Köcher mit Pfeilen reichen können, dann war der Elb auch schon auf Arod gesprungen und durch das eingefallene Schwarze Tor geritten.

Hoffnung und Verzweiflung kämpften in Legolas um die Oberhand. Die Explosion im Barad-dûr, bei der einige Blitze nach außen gedrungen waren, war eindeutig Elerínas Werk gewesen, also musste sie am Leben sein. Doch nun, wo er am Rande der schwarzen Festung angekommen war und die Zerstörung dieser erblickte, siegte die Verzweiflung in Legolas. Ein großer Teil des Turmes war eingestürzt, überall lagen schwere Felsbrocken verstreut und bildeten scharfkantige Hindernisse. War es möglich, dass Elerínas Blitze, die Sauron besiegt und den Turm zum Einsturz gebracht hatten, der Kriegerin ihr eigenes Grab erschaffen hatten?

Erneut rief Legolas ihren Namen, erhielt jedoch keine Antwort. Vorsichtig umrundete er einige der Trümmer und kletterte auf einen eingestürzten Teil der Mauer. Von seinem erhöhten Standpunkt aus, sah Legolas sich um. Vor ihm lag ein kleinerer Hof, doch nicht die Eingangspforte von Barad-dûr. Offensichtlich befand er sich auf der falschen Seite des Turmes. Legolas wandte sich ab und kletterte die Mauer wieder nach unten. Dann machte er sich auf den Weg, die Festung zu umrunden, was sich als schwieriger herausstellte, als er angenommen hatte. Je näher er dem vorderen Teil und der Eingangspforte kam, desto größer wurden die Hindernisse, die ihm im Weg lagen. Außerdem hatten die Trümmer den sandigen Boden aufgewirbelt und eine dicke Staubwolke hing in der Luft.

Als er über eine abgebrochene Zinne kletterte und sich abstützte, schnitt Legolas sich an einer scharfen Kante in die Hand. Fluchend hielt er inne und betrachtete das Blut, welches sich in seiner Handfläche sammelte. Der Schnitt war nicht sonderlich tief, trotzdem riss er einen Stoffstreifen seines Hemdsaumes ab und wickelte es um seine Hand.

Das Geräusch von Hufgetrappel ließ Legolas aufschauen. Durch den aufgewirbelten Staub sah er einen großen dunklen Schatten auf sich zukommen. Legolas kniff die Augen zusammen und tastete nach einem Pfeil.  Der Schatten teilte sich und schließlich konnte der Elb die Umrisse zweier Pferde erkennen. Die Tiere waren schneeweiß und kamen mit sicherem Schritt zwischen den Mauerresten auf Legolas zu.

Dieser erkannte in dem kleineren der beiden Pferde Vaiwa. Auf dem Rücken der Stute lag eine bewusstlose Gestalt. Legolas brauchte nicht erst das Aufleuchten von weißer Kleidung oder den Ansatz von goldenem Haar zu sehen, um zu wissen, dass es sich bei der Person um Elerína handelte. Wen sonst würde Vaiwa mit solcher Ruhe auf ihrem Rücken dulden?

Der Elb ließ jede Vorsicht fahren und eilte zu der bewusstlosen Kriegerin.

„Elerína“, hauchte er erleichtert und strich ihr eine Haarsträhne aus der Stirn. Die Haut der Kriegerin glühte, eins ihrer Handgelenke war geschwollen und ihr Atem kam nur stoßweise. Was Legolas jedoch am meisten Sorge bereitete, war Elerínas linke Seite. Der Stoff war dort zerrissen, einzig die silbernen Mithrilfäden woben noch ein feines Muster im Kleid. Darunter war Elerínas Haut zu sehen, auf der sich ein großer dunkelvioletter Fleck ausbreitete.

„Sei unbesorgt. Sie ist stark. Sie wird überleben.“

Legolas löste den Blick von der Kriegerin und wandte sich dem zweiten Pferd und seinem Reiter zu.

Das Tier war größer als Vaiwa, wenn auch ebenso weiß. Es trug ein goldenes Zaumzeug und einen reichverzierten Sattel, an dem ein großes Horn aus Elfenbein hing. Der Reiter trug einen weiten grauen Umhang, unter dem ein grünes Gewand hervorblitzte. Er war größer als Legolas. Würde er von seinem Pferd steigen, würde er den Elb noch immer um mehr als einen Kopf überragen. Als er Legolas sein Gesicht zuwandte, stolperte der Elb einige Schritte zurück. Feine Gesichtszüge, wie Legolas sie noch nicht einmal bei seiner eigenen Sippe gesehen hatte, zierten die Mimik des Fremden. Doch es waren seine silbrigen Augen und die Strähnen goldenen Haares, die unter der Kapuze hervorfielen, die Legolas erstarren ließen. Der Mann vor ihm wies so viel Ähnlichkeit mit Elerína auf, dass der Elb nicht lange überlegen musste, wen er vor sich hatte. Wenn überhaupt noch Zweifel bestanden hätten, so hätte das große Jagdhorn und das edle weiße Tier Legolas verraten, wer der Reiter war.

Vor ihm stand Orome, der große Jäger der Valar und Elerínas Vorfahre.

„Wie… wie ist das möglich?“, fragte Legolas und fühlte sich in einen Traum versetzt.

Orome sah den jungen Elb aus alten weisen Augen an und antwortete mit einer tiefen, kraftvollen Stimme: „Für dein Volk und dich mag der Weg von hier nach Aman lang und beschwerlich sein, doch meine Geschwister und ich haben andere Pfade, die wir beschreiten können. Mein Bruder Lórien erschuf zu diesem Zweck Olóre Malle, den Zauberpfad, und über diesen kam ich nach Mittelerde, um ihr zu helfen.“

Legolas folgte dem Blick des Vala zu Elerína, die nach wie vor bewusstlos auf Vaiwas Rücken ruhte.

„Was ist mit ihr passiert?“, fragte Legolas besorgt.

„Sie hat einen schweren Sieg errungen“, antwortete Orome. „Aber sie wird genesen. Gib ihr nur etwas Zeit.“

Einen Moment lang unterbrach der Vala sich, während ein trauriger Schatten über sein Gesicht huschte. Dann wandte er sich erneut an den Elb. „Ich kann leider nicht bleiben. Doch sage ihr, dass es ihr nun frei steht nach Aman zu kommen, sollte dies ihr Wunsch sein.“

„Ihr meint nun, da sie euch ihren Wert bewiesen hat?“

Orome starrte Legolas an, der ohne groß Nachzudenken gesprochen hatte. Und obwohl dem Elb bewusst war, dass er mit einem mächtigen Vala sprach, fuhr er unbeirrt fort: „Ihr wisst, dass Elerína ihr Leben lang davon träumte zu Euch und dem Rest ihrer Familie zu reisen. Sie hat seit ihrer Geburt dafür gekämpft und alles getan, um sich Euch und euren Geschwistern würdig zu erweisen. Aber das hat Euch nie interessiert! Ihr habt sie zurückgelassen und ihr niemals Eure Gunst erwiesen. Erst jetzt, wo sie beinahe den Tod gefunden hätte, meint Ihr ihren wahren Wert zu sehen. Doch ihr kennt Elerína nicht. Ihr wisst nichts von ihrer Güte, von ihrer Leidenschaft und von ihrem Schmerz, den sie stetig in sich trägt.“

„Wie kannst du es wagen, Junge?“, fragte Orome mit donnernder Stimme. „Wie kannst du es wagen uns solche Vorwürfe zu machen? Du weißt gar nichts von dieser Welt!

Ich verzeihe dir deine Worte für den Moment, da sie von deiner Liebe zu meiner Enkelin zeugen, doch wage es nie wieder an meinen Geschwistern oder mir zu zweifeln.

Wie kannst du behaupten, dass Elerína uns gleichgültig wäre? Sie ist meine Enkelin und gehört zu meiner Familie!

Du glaubst, ich würde ihren Schmerz nicht kennen, dabei trage ich den gleichen Schmerz in mir, seit ich meine Tochter Nieliqui von ihr trennen musste. Ein Jahrhundert lang haben wir um Elerína getrauert. Jeden Tag ging ich zu Manwe, an den Ort, der ihren Namen trägt und mich jederzeit an unseren Verlust erinnerte. Ich flehte Manwe an sie zu uns zu holen, aber es stand nicht in seiner Macht.

Sie musste sich uns gegenüber niemals beweisen. Das war nicht der Grund, warum Elerína nicht nach Aman kommen durfte. In ihrem Blut fließt eine große Macht, das Erbe eines Maiar und einer Tochter der Valar. Es war wichtig, dass Elerína verstand, welche Gefahr sie für andere darstellen könnte und dass sie diese Tatsache akzeptierte. Elerína musste sich ihrer Selbst bewusstwerden. Deswegen darf sie nun eins eurer Schiffe nehmen und Heim kehren. Vorher mochte sie sich ihrer Macht bewusst gewesen sein, doch versuchte sie immer diese zu unterdrücken, wodurch die Gefahr, die sie für unsere Welt darstellte, unberechenbar wurde. Nun hat sich das gewandelt, weil sie sich selbst lieben kann. Sie akzeptiert jetzt die Dunkelheit in sich selbst.

Und wenn du denkst wir hätten sie je in Stich gelassen, dann irrst du dich, Junge! Glaubst du es ist Zufall, dass sie seit jeher ein Mearas als Gefährte hatte? Ich schickte diese Tiere Elerína, wann immer sie einen Begleiter brauchte. Ist dir nicht aufgefallen, dass ihr bei eurer Reise auf dem Anduin oder als ihr nach Minas Tirith unterwegs wart, sehr viel schneller als erwartet vorankamt? Das habt ihr Ulmo zu verdanken, der das Wasser der Flüsse zu euren Gunsten lenkte. Und die Adler mögen in Olorins Schuld stehen, doch es war Manwe, der sie bei dieser letzten Schlacht zu euch sandte. Du siehst also, wir kümmern uns um unsere Familie und würden Elerína niemals einfach im Stich lassen.

Also ja, deine Worte seien dir verziehen, doch vergiss niemals, was ich dir gesagt habe. Elerína ist eine Nachfahrin der Valar und du solltest dich besser ihrer würdig erweisen.“

Orome wendete sein Pferd und ritt davon, ohne noch einmal zu Legolas zurückzusehen.

Der Elb spürte, dass er den Vala beleidigt hatte und sein Kopf schwirrte, von Oromes Worten. Er dachte an all die Momente auf ihrer Reise zurück, bei denen sie sich glücklich geschätzt hatten, doch nun sah er diese Tage in einem neuen Licht. Die Gefährten hatten nicht einfach Glück gehabt, sondern waren von den Valar gesegnet worden. Elerínas Familie hatte die Kriegerin nie verleugnet, sondern stets beschützt und ihr nach besten Möglichkeiten zur Seite gestanden. Legolas trat wieder zu Elerína und betrachtete sie nachdenklich. Was würde diese Offenbarung für ihre Zukunft bedeuten? Er war sich nicht sicher und nun war nicht die richtige Zeit, um länger darüber nachzudenken. Er musste Elerína zurück ins Lager und zu einem Heiler bringen.

„Ich hoffe du erlaubst mir auf dir zu reiten“, wandte Legolas seine Worte an die Stute und packte seinen Bogen wieder weg. Vaiwa sah ihn aus ihren unergründlichen Augen an, doch dann senkte sie den Kopf als würde sie ihm ihre Erlaubnis geben. Vorsichtig schob Legolas Elerína ein wenige weiter nach vorne und schwang sich dann hinter der Kriegerin auf den Pferderücken. Langsam richtete er Elerína auf und lehnte ihren Körper an seine Brust. Mit einem Arm umschlang er die Kriegerin und stützte sie, während er mit seiner zweiten Hand in Vaiwas Mähne griff.

„Bring uns fort von hier“, bat er die Stute, die sofort lostrabte und sich ihren Weg zwischen den Trümmern von Barad-dûr suchte.

Als sie schließlich an die Stelle kamen, wo Legolas Arod zurückgelassen hatte, folgte der Schimmel Vaiwa, ohne zu zögern. Sobald sie auch die letzten großen Felsbrocken hinter sich gelassen hatten, verfielen die Pferde in einen schnellen Galopp und brachten Legolas und Elerína fort aus den dunklen Landen.

~*~


Als sie schließlich das Lager der Menschen erreichten, war Elerína noch immer nicht erwacht. Legolas machte sich mit jeder verstrichenen Minute mehr Sorgen und war froh, dass Aragorn ihm in der Mitte des Lagers entgegentrat. Noch während der Elb vom Rücken der Stute glitt, fragte der Dunadan: „Ist sie am Leben?“

Legolas nickte nur.

„Den Valar sei Dank“, murmelte Aragorn und bemerkte nicht, wie Legolas bei diesen Worten kurz zusammenzuckte. „Bring sie in mein Zelt. Gandalf konnte Frodo und Sam retten, doch um sie steht es auch nicht sonderlich gut. Die Heiler, so wie Elladan und Elrohir sind bereits dort. Sie werden sich auch um Elerína kümmern.“

„Ich danke dir“, seufzte Legolas und trug Elerína auf seinen Armen zu dem großen Zelt in der Mitte des Lagers.

Im Inneren waren, wie Aragorn angekündigt hatte, bereits einige Leute versammelt. Direkt neben dem Eingang standen Éomer und Gimli, die sich beide sichtlich fehl am Platz fühlten. Gandalf, Elladan und Elrohir beugten sich über zwei Lagerstätten, auf denen die Hobbits lagen. Auch sie waren ohne Bewusstsein. An einem breiten Tisch stand ein Heiler und zerstieß Kräuter mit einem Mörser in einer steinernen Schale.

Als die Anwesenden Legolas und Elerína gewahr wurden, brach sofort Hektik aus.

„Wie geht es ihr?“, wollte Gimli sofort wissen und folgte dem blonden Elb zu einer dritten Lagerstätte, deren Decke Elladan zurückschlug, damit Legolas Elerína dort ablegen konnte.

„Sie ist schwer verletzt, aber genaues kann ich nicht sagen“, antwortete Legolas und beobachtete, wie Elladan und der Heiler, der seine Arbeit unterbrochen hatte, Elerína untersuchten.

„Ihr Handgelenk ist gebrochen und sie hat hohes Fieber“, stellte der Gondorer fest.

„Sie hat ihre Blitze verwendet“, erklärte Legolas dem Mann. „Das ist normal.“

„Normal oder nicht, gesund ist es auf keinen Fall“, entgegnete der Heiler bestimmt und eilte zu einem Eimer mit kaltem Wasser, der in einer Ecke des Zeltes stand. Er tauchte ein Tuch hinein, wrang es aus und eilte dann zu Elerína zurück auf deren Stirn er es legte.

„Sie scheint außerdem eine gebrochene Rippe zu haben“, murmelte Elladan. „Zumindest lässt ihr stoßweises atmen darauf schließen. Und sie ist wohl auf einige Felsen gestürzt, wenn man den blauen Fleck an ihrer Seite betrachtet.“

Schließlich sah der Sohn Elronds auf und schenkte Legolas ein beruhigendes Lächeln. „Aber sie hat schon schlimmere Verletzungen gehabt, Legolas. Gib ihr etwas Zeit und Ruhe. Sie wird es überleben und sicher auch bald aufwachen.“

Obwohl Orome ihm etwas ganz Ähnliches gesagt hatte, beruhigten Elladans Worte Legolas sehr viel mehr. Er wusste, dass Elronds Söhne bewanderte Heiler waren und er sich auf ihr Urteil verlassen konnte.

„Vielleicht solltest du dich ausruhen und etwas essen“, schlug der dunkelhaarige Elb vor. „In der Zwischenzeit behandeln wir Elerína.“

„Ich würde lieber hierbleiben“, meinte Legolas, doch da wurde er von Gimli am Arm gepackt und aus dem Zelt geschliffen.

„Elladan hat Recht. Du musst auch erstmal wieder zu Kräften kommen, dann kannst du dich von mir aus zu unserer Kriegerin setzen und über sie wachen“, brummte der Zwerg.

Éomer, der den beiden nach draußen gefolgt war, schmunzelte leicht über Legolas missmutiges Gesicht, auch wenn er die Gefühle des Elben nachvollziehen konnte. Er hatte selbst lange gezögert, ehe er Éowyns Krankenlager hatte verlassen können und auch nur weil mehrere Heiler, Aragorn und Elerína ihm versichert hatten, dass seine Schwester genesen würde.

„Ist alles in Ordnung?“, fragte Aragorn die drei. Der Dúnadan war vor dem Zelt geblieben und hatte mit Halbarad darüber gesprochen frühstens am nächsten Tag das Lager abzubrechen und nach Minas Tirith zurückzukehren. Er wollte den Verletzten so viel Ruhe wie möglich geben.

„Die drei werden wieder gesund“, antwortete Éomer Aragorn.

„Wie geht es Frodo und Sam?“, fragte Legolas leise. Er war beschämt, dass er sich nicht früher nach dem Befinden der beiden Hobbits erkundigt hatte.

„Sie sind sehr geschwächt. Vor allem Frodo. Er hat außerdem einen Finger in den Schicksalsklüften verloren, doch was genau passiert ist, wissen wir noch nicht“, erzählte Aragorn Legolas. „Merry und Pippin waren ganz aufgeregt und kaum aus dem Zelt zu bekommen, ähnlich wie du. Wir haben sie schließlich losgeschickt mit den Heilern Kräuter suchen zu gehen. So können sie etwas Nützliches für Frodo und Sam tun und sind etwas abgelenkt.“

„Es ist unglaublich, dass die zwei Hobbits es tatsächlich geschafft haben, den Einen Ring zu zerstören“, murmelte Éomer. „Und dass Elerína Sauron besiegt hat. Er ist doch tot, nicht wahr?“

„Ja, ich denke dessen können wir uns sicher sein“, sagte Legolas. Er war sich sicher, dass Orome andernfalls nicht einfach in Mittelerde aufgetaucht wäre. „Und ohne den Ring wird er es dieses Mal auch bleiben.“

Erleichtert atmete Éomer aus.

Die vier Krieger suchten sich etwas zu essen, doch kaum waren ihre Schüsseln geleert hielt es Legolas nicht mehr aus und kehrte in Aragorns Zelt zurück. Elladan lächelte nur nachsichtig und verband weiter Elerínas Handgelenk, als der blonde Elb sich neben die Kriegerin setzte.

Ihre Seite war bereits verbunden worden und als Legolas Elerínas rechte Hand in seine nahm, merkte er, dass auch das Fieber bereits gesunken war.

Als Elladan damit fertig war Elerínas gebrochenes Handgelenk zu verbinden und sich leise von Legolas verabschiedete, nickte dieser dem Sohn Elronds dankbar zu und fuhr dann damit fort, wie Gimli es formuliert hatte, über die Kriegerin zu wachen.

~*~
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