Love is a devil

GeschichteRomanze, Familie / P16
Andromeda Tonks Nymphadora Tonks OC (Own Character) Petunia Dursley Remus "Moony" Lupin Severus Snape
05.04.2020
02.07.2020
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53.630
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Dieses Kapitel
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30.06.2020 1.835
 
Ihr merkt ja, dass ich aufgehört habe, Datumsangaben in den Kapiteltitel zu schreiben. Sollte es also mal unklar sein, wo und wann wir uns befinden, meldet euch einfach :)
Grindelwald ist nicht nur ein mächtiger, fieser Magier sondern auch ein Ort in der Schweiz. Wird im Laufe des Kapitels kurz wichtig xD
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Severus Snape war ein Mensch, der auf seinen Instinkt hörte. Auf sein Bauchgefühl. Deshalb liebte er die hohe Kunst des Tränkebrauens. Neben den vielen Berechnungen, Versuchen und Regeln gehörte auch eine gehörige Portion Instinkt dazu, einen Trank verbessern oder sogar erfinden zu können.
Mit den Dunklen Künsten verhielt es sich genauso. Es gab die Zauberformel und die erprobte Wirkung. Und es gab die kleinen Veränderungen, die man durch eine andere Betonung oder eine andere Bewegung mit dem Zauberstab herbeiführen konnte.
Sein Instinkt hatte Severus schon oft das Leben gerettet. Damals, als er noch ständig vor James Potter und seiner Bande fliehen, sich gegen ihre Demütigungen zur Wehr setzen musste. Danach bei den Todessern. Im Duell, im Konkurrenzkampf mit anderen Anhängern des Dunklen Lords.
Nur einige, wenige Male hatte sein Instinkt ihn schmählich im Stich gelassen. Als er fast von Lupin in der Heulenden Hütte zerfleischt worden wäre. Als er diese dumme Prophezeiung belauscht und an den Dunklen Lord weitergegeben hatte.
Dank seiner Forschung über Werwölfe, auf Basis derer er den Wolfsbanntrank verbessern wollte, wusste er inzwischen sicher, dass Lupin überhaupt keine Kontrolle über sich gehabt hatte in jener Nacht. Dazu hätte er nämlich eins sein müssen mit seinem Wolf. Ihn akzeptieren. In Symbiose mit ihm leben. Doch Lupin verabscheute das Wesen, zu dem Greyback ihn gemacht hatte, genau wie fast alle Werwölfe. Und diejenigen, die ihre tierische Form nicht verabscheuten, nutzten sie aus.
Inzwischen fragte Severus sich sogar, ob der Wolfsbanntrank tatsächlich die optimale Lösung darstellte. Das Ministerium würde da nie drüber nachdenken, die waren froh über diesen Trank zumindest die Hälfte der Werwolfpopulation unter Kontrolle zu halten. Vielleicht... Wenn Severus ein Versuchsobjekt hätte. Einen frisch gebissenen Werwolf...
Andererseits träumte er immer noch von dieser Nacht in der Heulenden Hütte und es waren keine schönen Träume. Beim Anblick eines verwandelten Werwolfs, selbst sicher hinter Gitterstäben aus Eisen, wäre er vermutlich kaum mehr in der Lage, sich auf irgendwelche Forschungen zu konzentrieren. Es gab nur wenige Sachen, die Severus Angst machten, und Werwölfe gehörten definitiv dazu!
Drei Tage bevor die Schüler und Lehrer endlich in ihre wohlverdienten Ferien starteten - nun, zumindest die Lehrer hatten sich diese verdient, fand Severus - wachte er morgens um vier Uhr mit einem ganz miesen Gefühl im Bauch auf.
Er schaute aus dem Fenster, das hier im Kerker natürlich verzaubert war, ähnlich wie die Decke der Großen Halle. Die Sonne schickte gerade ihre ersten Strahlen auf die Erde, der Himmel färbte sich rosa, gelb, orange und ganz langsam auch blau. Der Vollmond war noch zu sehen, doch sobald die Sonne aufging, verlor er seine Wirkung.
Severus dachte nicht lange darüber nach, er vertraute einfach seinem Instinkt. Rasch spritzte er sich ein wenig Wasser ins Gesicht, putzte die Zähne, zog dann seine übliche schwarze Hose und ein schwarzes Hemd an. Den Umhang ließ er liegen. Um diese Uhrzeit liefen ohnehin noch keine Schüler durch die Gänge, die ihn in diesem Outfit sehen und seinem Ruf schaden könnten.
Auf dem Weg vom Schloss runter zum großen Tor genoss er die kühle Morgenluft. Tagsüber wurde es inzwischen drückend warm. Severus hasste den Sommer. Die einzige Wohltat des Sommers bestand in der klugen Erfindung namens Sommerferien, ohne welche Severus seine Schüler vermutlich in einigen Wochen in die Luft gesprengt hätte. So, wie diese es ständig mit den armen Kesseln taten.
Außerhalb der Appariergrenze angekommen drehte er sich auf der Stelle, konzentriert, um nicht zu zersplintern, aber weiterhin nur seinem Bauchgefühl folgend. Er zog überrascht eine Augenbraue hoch, als er in Godrics Hollow landete. In der Nähe des Pfarrhauses.
Severus hatte es immer begrüßt, dass dieses Pfarrhaus, im Gegensatz zu vielen anderen, nicht direkt neben der Kirche stand. Sonst wäre sein Blick bei jedem Besuch bei Samuel immer und immer wieder auf den Friedhof gefallen. Auf ihr Grab.
Heute jedoch zog es ihn komischerweise zuerst zum Friedhof, obwohl er doch vor Samuels Wohnsitz aufgetaucht war. Schnellen Schrittes lief er durch die Straßen, betrat den Friedhof und näherte er sich dem Grab der Potters. Severus schenkte der Inschrift keine Beachtung, verdrängte die Schuldgefühle, die ihn jedes Mal an diesem Ort überkamen und hockte sich mit gerunzelter Stirn neben den großen Blutfleck.
Ein einfacher Zauber reichte, um festzustellen, dass es sich um Menschenblut handelte. Menschenblut mit magischen Spuren, es war also nicht Samuel Silbersteins Blut. Severus führte noch einige weitere Zauber aus, machte Fußabdrücke auf dem Boden und Magie in der Luft sichtbar.
Vor dem Grab hatte ein Tier gestanden, dann gelegen. Ein Wolf. Daneben, vermutlich sitzend, ein Mensch. Ein Zauberer oder eine Hexe, mit einer blutenden Wunde. Auf die beiden zugekommen war eine Raubkatze. Severus kannte sich nicht genug mit Spuren aus, um Löwenpfoten von Tigerpfoten zu unterscheiden, war sich jedoch ziemlich sicher, beide normalerweise in Großbritannien nicht in freier Wildbahn zu finden.
Als die Abdrücke der Raubkatze mit einem Mal verschwanden und zu Menschenfüßen wurden, tippte Severus spontan auf einen Animagus. Ein Animagus, der den anderen Menschen mitgenommen hatte, per Apparation, denn vom Friedhof runter führten nur noch die Spuren des Wolfes.
Er spürte, wie sich ein Magengeschwür bei ihm zu bilden begann. Was auch immer hier geschehen war, er würde die Erklärung dafür nicht mögen. Jetzt musste er allerdings erst einmal nach Samuel gucken. Erstaunt stellte Severus fest, dass er sich tatsächlich Sorgen um den Priester machte.
Vor dem Pfarrhaus stand ein Streifenwagen, der Severus vorhin überhaupt nicht aufgefallen war. Eigentlich durfte man Muggel nicht verhexen... Ein kurzer Verwirrzauber genügte, damit sie ihn nicht ins Haus schlüpfen sahen.
Im Flur befand sich ebenfalls Blut, allerdings viel weniger und bereits angetrocknet. Severus hörte Geräusche aus dem Obergeschoss und folgte ihnen. „Mein Gott!“ Samuel griff sich ans Herz, als Severus in seiner Schlafzimmertüre auftauchte. „Mr. Snape reicht. Obwohl ´Gott´ durchaus schmeichelhaft ist...“ Samuel grinste, doch es wirkte mehr als jämmerlich.
„Sie packen?“ Die Türen des Kleiderschrankes standen weit offen, auf dem Bett lagen zwei kleine Koffer und ein Rucksack. „Haben die zwei netten Herren dort draußen etwas mit Ihrem überstürzten Aufbruch zu tun?“ Samuel schmiss nervös seine Hosen in den einen Koffer. „Indirekt."
Severus wandte unauffällig einen Diagnosezauber an. Das Ergebnis verwirrte ihn nur noch mehr. Dem Priester waren im Laufe der Nacht offenbar zwei Rippen gebrochen und mehrere Wunden zugefügt, jedoch auch bereits wieder geheilt worden. Durch Magie! Die wenigen Kratzer, die er jetzt noch besaß, reichten nicht einmal für das Blut im Hausflur, weshalb dieses vermutlich von der anderen verletzten Person stammte und Samuel es nur am Körper gehabt hatte.
„Was verbinden Sie mit dem Begriff ´Grindelwald`?“, stellte Severus die offizielle Überprüfungsfrage, durch die sich herausfinden ließ, ob jemand von der magischen Welt wusste. Samuel seufzte. „Ich habe schon länger vermutet, dass Sie einer von denen sind“, gestand er Severus. „Wo unterrichten Sie? Hogwarts?“
Es kam nicht oft vor, dass Severus vollkommen geplättet war... Aber die Erkenntnis, dass der Muggelpriester, dem er so viel anvertraut, so viel erzählt hatte, von der magischen Welt wusste... Das haute ihn um! Er ließ sich neben die Gepäckstücke auf das Bett fallen.
„Die Kurzfassung: Ich bin ein Werwolf, aber ein Muggel. Da es Werwölfe gibt, muss es den Rest ja auch geben, so bin ich auf eure Welt gestoßen. Gestern wurde ich von der Polizei angeklagt, mehrere Kinder missbraucht zu haben. Der anonyme Hinweis dazu kam vermutlich von eurem Ministerium. Vor dem ich jetzt übrigens auf der Flucht bin, weil vor wenigen Stunden hier in der Nähe ein Kind von einem Werwolf gebissen wurde. Allerdings nicht von mir, ich habe versucht, das Kind zu beschützen und kann mich zudem kontrollieren.“
„Was das Ministerium Ihnen sicher nicht glauben wird“, murmelte Severus verstehend. Er fixierte Samuel mit einem stechenden Blick. Der Priester erwiderte den Blick gelassen. „Mein lieber Severus... Ich verurteile Sie nicht! Ich erzähle Ihre Geheimnisse auch nicht weiter! Ich möchte Ihnen nur einen letzten Rat mit auf den Weg geben.“
Argwöhnisch wartete Severus auf diesen letzten Rat. „Öffnen Sie Ihr Herz. Sie sind kein schlechter Mensch. Im Gegenteil. Sie sind ein sehr mutiger Mensch. Wenn Sie nicht jeden, der hinter Ihre mürrische Fassade schauen möchte, direkt von sich stoßen würden... Sie haben vermutlich mehr Freunde als Sie glauben. Und, wenn Sie es mir gestatten: Trauern Sie Lily nicht mehr allzu lange hinterher. Irgendwann wird eine Frau kommen, die Sie wirklich versteht! Die wirklich zu Ihnen passt. Übersehen Sie diese Chance auf Glück bitte nicht, weil Sie immer noch an einer Toten hängen.“
Im ersten Moment wollte Severus den Mann anschreien, was er sich erlauben würde. Samuel kannte Severus nicht und er hatte kein Recht, so über seine Gefühle für Lily zu sprechen! Doch dann wurde Severus klar, dass Samuel ihn sehr wohl kannte. Vermutlich genau so gut, wie Albus ihn kannte, wenn nicht noch besser. Also nahm er die Worte des Priesters einfach hin und zog es vor, gar nicht darauf zu reagieren.
„Ich wage es kaum, darum zu bitten, aber könnten Sie mir helfen, unauffällig bis zur nächsten Bushaltestelle zu gelangen?“ Jetzt kam auch der Rest von Samuels Erklärung bei Severus an. Der Priester war ein Werwolf! Aber bereits wieder in Menschengestalt. Kein Grund für Severus, durchzudrehen. Außerdem war das Ministerium hinter dem armen Mann her.
Severus kannte das Rechtssystem dieser Gurkentruppe nur zu gut. Zwei Wochen hatte er damals in Askaban sitzen müssen, bis er aufgrund von Dumbledores Aussage freigesprochen worden war. Keine Untersuchungshaft in einer Zelle ohne Dementoren, kein Veritaserum bei der Verhandlung...
Es war im Endeffekt egal, wer das Kind letzte Nacht gebissen hatte. Samuel würde so oder so dafür belangt werden. Und als Muggel vermutlich mit dem Tod bestraft werden. Einfach verschwinden. Gab ja keine Angehörigen, die ihn vermissen würden.
„Vertrauen Sie mir?“ Überrascht hörte Samuel auf, seinen Koffer zusammen zu quetschen, um ihn schließen zu können. „Ob ich Ihnen...? Ja, natürlich!“ Severus dankte Merlin, dass er keinen Unterricht mehr zu geben hatte. „Wir reisen auf Muggelart, damit das Ministerium Ihre Spur nicht findet. Um die Muggelpolizei abzuschütteln werde ich hin und wieder einen kleinen stablosen Zauber anwenden.“
Severus trat ans Fenster, betrachtete kritisch den davor stehenden Baum und nickte. „Da runter!“ Samuel setzte sich den Rucksack auf, nahm einen Koffer in die Hand, Severus ließ den anderen stablos zu Boden schweben. Noch auf dem Fensterbrett hockend fragte Samuel ihn: „Wohin reisen wir denn?“
„Frankreich! Es gibt da ein Haus, das unter Schutzzaubern stehen, weil ich vor Jahren schon mal jemanden außer Landes geschafft habe. Ich hoffe, Sie sind mit einem Mitbewohner einverstanden?!“ Das kleine Haus am Stadtrand von Paris gehörte eigentlich Lucius, aber Severus hatte damals einen Gefallen von dem Malfoy eingefordert und seitdem gehörte es ihm.
Er stellte sich gerne Lucius´ Gesichtsausdruck vor, wenn dieser erfahren würde, wen Severus in dem Haus untergebracht hatte. Wäre der Malfoy bisher nur sauer gewesen, würde er jetzt vermutlich ziemlich un-malfoyhaft ohnmächtig werden.
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