I´m only human

von MrsHarnik
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
05.04.2020
01.08.2020
9
9.189
5
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01.08.2020 869
 
Schweißgebadet und nach Luft ringend, schreckte Evan aus seinem unruhigen Schlaf. Es dauerte einen Moment bis ihm bewusst wurde, wo er war; dass er in Sicherheit war.

Seufzend ließ er sich zurück in das mittlerweile klamme Bettzeug fallen und fuhr sich mit einer Hand über die Augen. Nur langsam beruhigte sich sein schnell schlagendes Herz wieder und seine Atmung normalisierte sich.

Durch die Vorhänge fiel das schwache Licht des Mondes, es war also definitiv noch zu früh, um aufzustehen. Seufzend griff Evan nach dem Buch, das er im Moment las, schaltete die Nachttischlampe ein und hoffte, dass er durch das Lesen so müde wurde, dass er noch ein paar Stunden Schlaf fand.

#

Er musste tatsächlich nochmal eingeschlafen sein, denn dieses Mal riss ihn sein Wecker aus dem Schlaf.

Grummelnd tastete Evan nach dem Knopf, der ihn zum Schweigen bringen würde und seufzte tief. Hätte er Tanto nicht versprochen sich um das Frühstück zu kümmern, würde er sich jetzt einfach umdrehen und weiterschlafen.

Tanto!

Mit einem Schlag war Evan doch hellwach und setzte sich im Bett auf.

Ein sanftes Lächeln ließ ihn sacht den Kopf schütteln. Sie waren tatsächlich zusammen, obwohl Evan versucht hatte die aufsteigenden Gefühle für seinen Teamführer irgendwie zu unterdrücken und sich von ihm fern zu halten.

Aber es war ihm zunehmend schwerer gefallen als er vermehrt Tantos intensive Blicke wahrgenommen hatte, die ihn überall zu verfolgen schienen.

Wahrscheinlich hätten sie sich schon am Morgen nach dem Barbecue geküsst, hätte sich Evan nicht die Seele aus dem Leib gekotzt. Verdammter Alkohol! Er wusste schon warum er kaum etwas trank.

Schon wesentlich wacher und besser gelaunt, schwang er die Beine aus dem Bett und zog sich seine Laufsachen an, um erst seine angestammte Joggingrunde zu drehen und sich nach einer ausgiebigen Dusche um das Frühstück zu kümmern.

Mit klopfendem Herzen öffnete Evan die Tür, nachdem es geklingelt hatte.

„Hey“, lächelte Tanto und beugte sich leicht nach unten, um Evan sanft auf die Lippen zu küssen. „Hey. Komm rein“, deutete er hinter sich, schloss die Tür und wandte sich zu Tanto um.

„Gut geschlafen?“ Evan nickte verhalten. „Und du?“ „Sehr gut“, grinste Tanto, folgte Evan in die Küche, wo er das reichhaltige Frühstücksangebot mit großen Augen betrachtete.

„Du hast ja einiges aufgefahren“, lachte er, legte die Brötchentüte auf den Tisch und zog Evan in seine Arme. Der zuckte nur leicht mit den Schultern, schmiegte seine Wange an den weichen Stoff von Tantos Hemd.

„Wusste nicht genau was du magst“, murmelte er und schloss die Augen als er die große Hand des Älteren in seinen Haaren spürte. „Ich esse alles“, lachte Tanto erneut, schob Evan etwas von sich, um ihn sanft anzusehen. Evan erwiderte den Blick, reckte sich etwas, um Tantos Lippen erneut zu einem zurückhaltenden Kuss einzufangen.

„So gerne ich das auch weitermachen will, aber ich habe echt Hunger.“ „Dann setz dich. Ich kann ja nicht verantworten, dass du hier am Ende noch verhungerst. Kaffee?“, fragte Evan, griff nach der Kanne und goss ihnen etwas von dem schwarzen Getränk ein.

Während des Essens unterhielten sie sich etwas über ihre Familien und Freunde, über den letzten Kinofilm, den sie gesehen hatten und über die laufende NBA-Saison. Sie stellten fest, dass sie beide Fans der Brooklyn Nets waren und unbedingt zusammen ein Spiel sehen wollten.

„Mir ist es schon ein paar Mal passiert, dass ich Karten hatte und dann mussten wir zum Einsatz“, seufzte Tanto und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. „Dann müssen wir unser Glück mal versuchen, wenn wir Urlaub haben“, meinte Evan und begann das Geschirr zusammenzustellen.

Tanto half ihm schnell alles wegzuräumen, dann griff er nach Evans Hand und gemeinsam ließen sie sich im Wohnzimmer auf das gemütliche Sofa fallen.

„Komm her“, lächelte Tanto, zog Evan in seine Arme, der sich bereitwillig an den Größeren lehnte und seinen Kopf gegen Tantos Schulter sinken ließ.

„Ich mag das, weißt du?“, murmelte Evan, griff nach Tantos Hand und verschränkte ihre Finger miteinander. „Was genau?“

„Das hier. Mit uns. Dass du größer bist als ich zum Beispiel. Dass wir hier einfach sitzen können und schweigen. Wir haben einen der gefährlichsten Jobs der Welt. Wir können Menschen mit unseren bloßen Händen umbringen, was wir zweifelsohne auch beide schon getan haben. Wir sind gestandene Männer und doch können wir hier zusammensitzen und kuscheln miteinander.“

Verstehend nickte Tanto, strich Evan über den Oberarm und verbarg sein Gesicht einen Moment in dessen blonden Haaren.

„Ich weiß was du meinst. Es ist wichtig einen Ruhepol zu haben. Jemanden, der dich wieder erdet, wenn man vom Einsatz zurück ist. Ich will nicht nur dein Teamführer und dein Freund sein, Evan. Ich will dein Jemand sein, der dich erdet.“

Evan richtete sich auf bis er Tanto in die Augen sehen konnte. Er lächelte gerührt, legte seine Hand an dessen Wange. „Ich will auch für dich dieser Jemand sein. Dein Anker.“

Fasziniert beobachtete Evan wie ein strahlender Glanz in Tantos Augen trat. Ein glückliches Lächeln bildete sich auf seinem Gesicht und er zog Evan auf sich; seine Hände lagen ruhig auf dessen Rücken.

Es bedurfte keiner Worte zwischen ihnen.

Den Vormittag verbrachten sie kuschelnd und sich immer wieder küssend auf dem Sofa bis ihre Pager ansprangen und sie sich auf den Weg zur Basis machen mussten.
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