I´m only human

von MrsHarnik
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
05.04.2020
18.10.2020
14
16.097
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03.07.2020 1.135
 
Ohne besondere Vorkommnisse landete das Team wieder in Virginia.

Evan hatte seine Kollegen für den Abend zu sich nach Hause eingeladen, um endlich seinen Einstand vernünftig zu geben, nachdem er an seinem ersten Tag in der Bar einfach rausgelaufen war als die Sprache auf seine verstorbenen Teammitglieder kam.

„Sollen wir irgendetwas mitbringen? Getränke? Vielleicht Nachtisch oder so?“, bot Tanto an, der neben Evan geparkt hatte und jetzt seine Tasche in den Kofferraum bugsierte.

„Nein, danke. Ich fahre gleich einkaufen und bereite alles vor. Bring einfach genug Hunger mit“, lächelte der Blonde, sah Tanto einen Moment zu lange an.

„Das sollte machbar sein. Bis später“, grinste der Größere, strich Evan kurz über den Arm, bevor er sich auf den Fahrersitz schob und mit quietschenden Reifen davonfuhr.

#

„Au! Verdammt!“

Grummelnd steckte sich Evan den schmerzenden Finger in den Mund, der unliebsame Bekanntschaft mit der heißen Pfanne gemacht hatte.

Immer wieder warf er einen Blick auf die Uhr. Es hatte länger gedauert als gedacht den Einkauf zu erledigen und die Vorbereitungen für den Abend zu treffen.

Während das Gemüse im Ofen schmorte und die Suppe vor sich hinköchelte, räumte Evan noch etwas auf. Alte Zeitschriften landeten im Müll; Socken, die unter dem Sofa hervorlugten, schmiss er achtlos ins Schlafzimmer.

Den Tisch hatte er bereits gedeckt, das Bier war kaltgestellt und der Nachtisch im Kühlschrank.

Wieder ein Blick zur Uhr. Noch eine Viertelstunde. In seiner Ausbildung hatte er zum Glück gelernt schnell zu duschen, so dass er nach fünf Minuten schon wieder im Schlafzimmer vor seinem Kleiderschrank stand.

Er fuhr sich durch die feuchten Haare, ließ seinen Blick über die Fächer gleiten. Etwas Legeres? Oder doch lieber sportlich-elegant?

Schlussendlich griff er nach einer schwarzen Shorts, einer schwarzen Hose und einem dunkelblauen, engen T-Shirt, das nicht nur seine Muskeln gut zur Geltung brachte, sondern auch seine blauen Augen betonte.

Zurück im Badezimmer föhnte er sich schnell die Haare, die schon wieder etwas länger geworden waren und ihm leicht in die Stirn fielen.

Auch ein paar Spritzer seines liebsten Aftershaves durften nicht fehlen.

Zufrieden sah sich Evan im Spiegel an, nickte sich anerkennend zu. Den Gedanken, dass er sich hauptsächlich für Tanto etwas mehr ins Zeug gelegt hatte, verdrängte er gekonnt in die hinterste Ecke seines Bewusstseins.

Ein paar Minuten später kündigte die Klingel seine Besucher an.

Schnell sah sich Evan nochmal in seiner Wohnung um, kickte noch eine vergessene Socke weiter unter das Sofa und öffnete die Tür.

„Hey Jungs! Kommt rein!“

„Hey“, lächelte Tanto, der als Letzter eintrat und Evan fest an sich zog. Der erwiderte die Umarmung einen Augenblick länger als bei den anderen, löste sich räuspernd.

Neugierig sahen sich seine Freunde um. „Eine typische Junggesellenbude“, urteilte Logan im Anschluss als sie alle am Tisch saßen und Evan die Vorspeise, eine einfache Hühnersuppe, serviert hatte.

„Ich bin eh kaum hier und für mich alleine ist es mehr als ausreichend“, zuckte Evan mit den Schultern. „Zieh doch mit Tanto zusammen“, grinste Logan und ignorierte dessen warnenden Blick. „Der hat sogar einen Billardtisch.“ „Echt? Habe ich gar nicht gesehen.“

Fragend sah Evan den Schwarzhaarigen an. „Der steht im Keller“, erklärte er, löffelte seine Suppe und berührte wie durch Zufall Evans Knie mit seinem.

„Ich muss mich um das Essen kümmern“, murmelte Evan, stand auf und verschwand in der Küche. Lautlos seufzend starrte Tanto in seine Suppe. Wieso wich Evan seinen Annäherungsversuchen immer wieder aus? Er bemerkte doch dessen Blicke, die eindeutig mehr wollten.

„Evan, das riecht absolut fantastisch!“, rief John aus dem Esszimmer, während Evan in der Küche die Steaks anbriet und das Ofengemüse auf den Tellern verteilte, ein wenig helle Sauce darüber goss.

Er balancierte die Teller zurück an den Esstisch. „Wow! Du hast dich ja selbst übertroffen. Das Fleisch ist einsame Spitze!“

Das Lob von Todd dankend annehmend, lächelte Evan zufrieden. Auch er schnitt jetzt sein Steak an, dass in der Mitte noch fast roh war. Genießerisch ließ er es sich im Mund zergehen und beobachtete seine Kollegen und Teammitglieder, die das Essen nur so in sich hineinschaufelten.

Gesättigt lehnten sich die Sechs entspannt auf ihren Stühlen zurück.

Tanto genehmigte sich noch einen Schluck des guten Rotweins, den Evan in einem Kühler auf den Tisch gestellt hatte, während die anderen Bier und Evan Cola tranken.

„Bist du dir sicher, dass du deine Berufung nicht verfehlt hast?“, grinste Rocker, wischte sich den Mund mit seiner Serviette ab.

Lachend schüttelte Evan kurz den Kopf: „Absolut! Ich liebe das Kochen, aber nur als Ausgleich zum Türen eintreten. Es entspannt mich und ich probiere gerne neue Rezepte aus, aber hauptberuflich wäre es auf Dauer nichts für mich.“ „Ich melde mich freiwillig als Versuchskaninchen“, bot Rocker großzügig an, strich sich über seinen gut gefüllten Bauch.

„Ist notiert“, grinste Evan, der so locker wie noch nie war seitdem er zum Team dazu gestoßen war. Dies registrierten auch die anderen, die sich wohlwollend zunickten und mit dem Verlauf des Abends sehr zufrieden waren.

Sie unterhielten sich über alles Mögliche, aßen zwischendurch noch den Nachtisch, den Evan vorbereitet hatte. Ihre Familien, Anekdoten von ihrer Ausbildung zum SEAL, Lieblingsfilme, die besten Musiker und die besten Waffen wurden eifrig diskutiert bis Todd und John begannen lauthals zu gähnen.

Bedauernd sah John Evan an: „Ich würde gerne noch etwas bleiben, aber dein gutes Bier und das noch bessere Essen haben mich echt geschafft. Ich mache mich vom Acker.“ „Ich schließe mich an“, sagte Logan und auch Rocker und Todd erhoben sich.

Sie verabschiedeten sich, in dem sie Evan kurz umarmten und sich nochmals für das gelungene Einstandsessen bedankten.

Als Evan die Tür hinter ihnen geschlossen hatte, wandte er sich um, sah sich Tanto gegenüberstehen. „Ich helfe dir noch beim Aufräumen.“ „Musst du nicht“, sagte Evan, doch insgeheim freute er sich ein paar ungestörte Minuten mit dem Älteren zu haben.

Wortlos trugen sie das benutzte Geschirr in die Küche, räumten die Spülmaschine ein. Schnell spülte Evan die Töpfe und die Pfanne per Hand ab, die Tanto abtrocknete und in den Schränken verräumte.

Aufmerksam sah sich der Blonde um, doch es gab nichts mehr zu tun.

„Danke für deine Hilfe“, lächelte er und schenkte Tanto noch ein Glas Wein ein. „Gerne“, antwortete er, griff nach dem Glas, berührte dabei Evans Finger mit seinen.

Schlagartig begann sein Herz zu rasen, sein Mund wurde trocken als er Tanto so nah vor sich stehen sah; sein Aftershave stieg ihm in die Nase.

Langsam hob Tanto seine rechte Hand, legte sie an Evans Wange, der unweigerlich den Kopf gegen die warme Haut lehnte.

„Evan“, flüsterte Tanto, sah ihm in die Augen. „Dean“, raunte Evan heiser. Ein Schauer durchfuhr Tanto. Seinen richtigen Namen benutzte eigentlich niemand, doch aus Evans Mund klang er wunderschön.

Zentimeter um Zentimeter kamen sie sich näher; spürten den Atem des Anderen auf ihren Gesichtern.

Tanto sah noch wie Evan die Augen schloss und dann, endlich, berührten sich ihre Lippen.
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