I´m only human

von MrsHarnik
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
05.04.2020
18.10.2020
14
16.097
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18.05.2020 855
 
Nach ein paar Minuten parkte Tanto sein Auto in der Einfahrt zu seinem Haus.

Er warf einen Blick hinüber zu Evan, dessen Kopf auf seine Brust gesackt war. Leise vernahm Tanto das Schnarchen.

„Na super!“ Augenverdrehend schloss Tanto zuerst seine Haustür auf, dann ging er zur Beifahrerseite des Wagens und löste den Anschnallgurt.

Sanft strich er Evan über die bärtige Wange und nur langsam öffnete der Blondschopf seine Augen. Müde sah er Tanto an, dessen Hand immer noch an seiner Wange ruhte.

„Komm, ich bringe dich ins Bett“, lächelte Tanto, half Evan schließlich aus dem Wagen, der sich schwer an ihn lehnte und gemeinsam torkelten sie zum Haus.

Mit Mühe und Not schaffte Tanto es schließlich Evan in das Gästezimmer zu bringen. Dort ließ er ihn wie einen nassen Sack auf das große Bett fallen, richtete sich schnaufend auf.

Genießerisch seufzte der Jüngere, schmiegte sich fest an das Kopfkissen, schlang die Arme darum.

„Nein, nein! Noch nicht schlafen, Evan! Komm, zieh dir wenigstens die Hose aus!“ Doch Evan kicherte nur albern, trat sich aber immerhin die Schuhe von den Füßen.

„Hast wirklich schöne Augen“, murmelte er noch undeutlich und schon war er eingeschlafen.

#

Mit hämmernden Kopfschmerzen und einem pelzigen Gefühl im Mund wachte Evan am nächsten Tag auf.

Mühsam drehte er sich auf den Rücken, legte eine Hand über seine Augen als er von der Sonne geblendet wurde, die durch die Fenster schien.

Nur langsam drangen Erinnerungsfetzen in seinen schmerzenden Schädel. Das Barbecue, der Alkohol, Tanto…

„Ach du Scheiße!“ Evan fuhr hoch, schloss jedoch gequält die Augen als es hinter seiner Stirn noch stärker hämmerte. Er atmete ein paar Mal tief durch, sah sich endlich um.

Er war definitiv nicht zu Hause, aber wo…

„Guten Morgen, Schlafmütze.“

Erneut viel zu schnell riss Evan den Kopf herum. Tanto stand barfuß in der Tür des Gästezimmers.

Er war lediglich mit einer weiten, grauen Jogginghose bekleidet, die Arme hatte er vor der nackten, durchtrainierten Brust verschränkt.

„Morgen“, krächzte Evan, dem bei diesem Anblick der Mund trocken wurde. Er war froh, dass er noch im Bett war, denn seine Knie waren so weich geworden, dass sie wahrscheinlich unter ihm nachgegeben hätten.

„Du kannst duschen, wenn du willst. Das Badezimmer ist gleich gegenüber. Ich habe dir ein Handtuch und eine Zahnbürste hingelegt. In der Küche gibt es Frühstück.“ „Auch Kaffee?“, sah Evan ihn hoffnungsvoll an, schlug die Bettdecke an die Seite.

Tanto hatte Evan am Abend noch die Hose und Socken ausgezogen, so dass er jetzt ein wenig abgelenkt war. Also nickte er nur, räusperte sich und deutete hinter sich. „Ich warte in der Küche auf dich.“

Evan blieb noch einen Moment im Bett liegen, bis er sich aufrappelte, seine Kopfschmerzen ignorierte und sich ins Bad schleppte.

Die anschließende Dusche weckte seine Lebensgeister und auch sein schmerzender Kopf war nicht mehr so unangenehm. Er putzte sich die Zähne, strich seine Haare glatt und nickte sich im Spiegel zu.

Das Handtuch um die Hüften gebunden, ging er zurück in das Gästezimmer. Zuvorkommend hatte Tanto ihm eine frische Shorts und ein Shirt auf das Bett gelegt, die Evan jetzt überzog.

Gähnend betrat er anschließend die Küche und sofort hielt Tanto ihm eine Tasse mit frischem Kaffee entgegen.

„Danke! Du bist mein Held!“, strahlte Evan ihn an, nahm ihm die Tasse aus der Hand. Die Finger der Beiden berührten sich kurz, ihre Blicke trafen sich.

„Kein Problem“, antwortete Tanto leise, trat einen weiteren Schritt auf Evan zu, der Tanto wie gebannt anstarrte. Der griff nach der Tasse, stellte sie hinter Evan auf die Anrichte.

Mit klopfendem Herzen sah Evan Tanto an. Er blieb ganz ruhig stehen als Tanto langsam seine Hand hob, sie wie am Abend zuvor schon an Evans Wange legte, mit dem Daumen über dessen Bart strich.

Unsicherheit flackerte in Tantos Augen auf. Tief durchatmend lächelte Evan leicht, legte eine Hand an Tantos nach wie vor nackte Hüfte, ließ seine Fingerspitzen über die warme Haut gleiten.

„Evan“, raunte Tanto, sah ihm fest in die Augen und kam ihm langsam näher.

Doch bevor sich ihre Lippen endlich treffen konnten, riss Evan panisch die Augen auf, schubste Tanto zur Seite und lief zurück ins Badezimmer, wo er sich über der Toilette erbrach.

Würgend klammerte er sich an der Porzellanschüssel fest, spürte wie ihm Schweiß auf der Stirn stand.

Keuchend ließ er seinen Kopf auf den linken Unterarm fallen, schloss einen Moment die Augen und atmete konzentriert ein und aus.

„Geht`s wieder?“

Erschrocken rappelte Evan sich auf, betätigte die Spülung und drehte sich zu Tanto um, der im Türrahmen lehnte und ihn mitleidig ansah.

Knapp nickend ging Evan zum Waschbecken hinüber, putzte sich erneut die Zähne und spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht.

„Ich trinke normalerweise kaum Alkohol. Deswegen vertrage ich auch so gut wie nichts“, erklärte er leise, sah Tanto entschuldigend an. Der hatte sich in der Zwischenzeit, sehr zu Evans Bedauern, ein T-Shirt übergestreift, nickte schließlich verstehend.

„Na komm. Der Kaffee ist noch warm und du brauchst etwas im Magen. Vielleicht ein Brötchen mit etwas Butter? Ich kann dir auch einen Obstsalat machen.“ „Ich versuche es erstmal mit dem Brötchen“, lächelte Evan vorsichtig und folgte Tanto zurück in die Küche.
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