I´m only human

von MrsHarnik
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
05.04.2020
18.10.2020
14
16.097
7
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03.05.2020 1.066
 
Die nächste Woche verlief ungewöhnlich ruhig, doch die Jungs freuten sich auch, dass sie so viel Zeit Zuhause und bei ihren Familien verbringen konnten.

Tanto sah Evan nur bei der Arbeit und dort hatte er den Eindruck, dass er ihm aus dem Weg ging. Über die Sache am Strand hatten sie kein Wort verloren.

Die meiste Zeit versuchte Evan seine neuen Kollegen auf Abstand zu halten, doch da hatte er die Rechnung ohne Logan und Rocker gemacht, die ihn in den Trainingseinheiten immer wieder zu Challenges herausforderten.

Diese nahm der Blonde auch immer an, gab alles, verausgabte sich und doch war er weiterhin schweigsam.

Er war nie mit seinem Teamführer zusammen in der Umkleide, geschweige denn in der Dusche. Auch als Trainingspartner mied er ihn wie der Teufel das Weihwasser.

Stirnrunzelnd beobachtete Tanto Evan als sie gemeinsam beim Essen saßen. Der Jüngere beteiligte sich nicht an den zugegebenermaßen sinnfreien Gesprächen seiner Kollegen, seine Mundwinkel zuckten nur hin und wieder.

Seufzend schob Tanto seinen Teller von sich weg, fuhr sich mit einer Hand durch die Haare. Er würde mit Evan reden müssen, das war ihm klar, aber wie sollte er dieses Gespräch beginnen?

Bevor er sich weitere Gedanken machen konnte, brüllte John quer durch den Raum: „Denkt an das Barbecue heute Abend bei mir!“ Und an Evan gewandt sagte er: „Meine Frau macht die besten Salate und Saucen, die du dir vorstellen kannst und ich bin ein Meister am Grill. Ich wäre also persönlich beleidigt, wenn du nachher nicht auftauchst!“

Besonders glücklich sah Evan nicht aus, doch er konnte sich auch nicht erwehren, da ihm auf die Schnelle keine Ausrede einfiel.

#

Pünktlichkeit war eine von Evans Stärken, so dass er einer der ersten Gäste war.

Für die Dame des Hauses hatte er einen schönen Blumenstrauß und Pralinen besorgt, John drückte er eine Flasche Hochprozentigen in die Hand.

„Danke für die Einladung“, lächelte er leicht, folgte seinem Kollegen durch das Haus in den Garten.

„Natürlich! Du gehörst doch jetzt zur Familie“, strahlte Caroline, Johns Frau, ihn an und zog ihn in ihre Arme. „Du hättest aber nichts mitbringen müssen, mein Lieber.“ „Gehört sich so“, zuckte Evan mit den Schultern.

Caroline stellte ihm die anderen Gäste vor, die nach und nach eintrudelten. Die meisten von ihnen hatte er bereits auf der Basis gesehen, war aber noch nicht großartig mit ihnen ins Gespräch gekommen, da sie in anderen Teams waren oder andere Funktionen hatten.

Viele hatten ihre Frauen und Kinder oder ihre Freundinnen mitgebracht, so dass es im Garten langsam lauter und voller wurde.

„Tanto!“ Johns dunkle Stimme schallte über die Lautstärke hinweg.

Aus sicherer Entfernung beobachtete Evan wie die Beiden einschlugen und sich kurz, aber herzlich umarmten. Tanto drückte Caroline einen Kuss auf die Wange und begrüßte die anderen Gäste.

Natürlich war Evan nicht entgangen, dass Tanto ebenfalls ohne Begleitung erschienen war.

Er wusste, dass John und Logan verheiratet waren und Kinder hatten; Todd war mit seiner Freundin in einer ständigen On-Off-Beziehung und Rocker plante gerade seine Hochzeit. Von Tantos Privatleben wusste er absolut nichts, da der sich sehr bedeckt hielt und kaum etwas preisgab.

Sich auf die Unterlippe beißend, ließ Evan seinen Blick über den Teamführer gleiten.

Nach wie vor standen ihm die schwarzen Haare leicht vom Kopf ab, die er versuchte mit Gel in Form zu bringen. Sein Bart war wie immer makellos gestutzt und glänzte leicht in der abendlichen Sonne.

Das weinrote, enganliegende Hemd umhüllte Tantos muskulösen Oberkörper wie eine zweite Haut. Seine Ärmel spannten bei jeder Bewegung über dem Bizeps und seine schwarze Hose, die ebenfalls recht eng saß, gab Evan einen guten Blick auf seinen knackigen Hintern.

Das Kribbeln in seinem Magen breitete sich in Evans gesamten Körper aus. Er spürte wie sein Herz schneller schlug, sein Mund wurde trocken.

Er konnte seine Augen nicht von Tanto lösen, dem von Rocker eine gekühlte Flasche Bier in die Hand gedrückt wurde. Gebannt beobachtete er wie Tanto die Flasche an die Lippen setzte, langsam den Gerstensaft trank; wie sich sein Kehlkopf bewegte.

Räuspernd sah Evan sich um, ob jemandem aufgefallen war wie er seinen Chef anstarrte.

Er wollte ihn, da konnte er sich nichts mehr vormachen. Letzte Woche am Strand als Tanto ihm so nah gekommen war, ihn so angesehen hatte… Nichts hätte Evan lieber getan als ihn zu küssen, aber wer weiß wie der Ältere reagiert hätte.

Er wollte nicht schon wieder in eine andere Stadt ziehen müssen, in einen anderen Bundesstaat! Sich wieder an ein neues Team gewöhnen.

Seufzend fuhr sich Evan mit einer Hand durch die Haare, ging zu den Kühltaschen, die im Schatten an der Hauswand standen und nahm sich ebenfalls eine Flasche Bier.

„Prost!“ John ließ seine Flasche gegen Evans schlagen, trank einen großen Schluck, deutete mit der Flasche zum Grill. „Die Steaks sind gleich fertig. Salate und so stehen in der Küche.“ „Okay“, nickte Evan, trank sein Bier leer und verschwand im Haus.

#

Drei Stunden und etliche alkoholische Getränke später, legte Evan John in einer vertrauten Geste den Arm um die Schultern.

„Muss schon sagen, Schon… John… Deine Schteaksss sind der Waaahnsinn!“

Logan, Rocker und Todd lachten angesichts Evans verwaschener Sprache. Der setzte grade das nächste Bier an die Lippen, doch Tanto griff nach seinem Handgelenk, sah ihn eindringlich an. „Reicht für heute, Kleiner.“

Einen Moment brauchte Evan bis er den Größeren fokussiert hatte, dann grinste er debil und torkelte auf Tanto zu. „Und duuuu… Du hasss so schöne grüüüüne Augen“, lallte Evan, lehnte sich an Tantos Schulter, während die Anderen in schallendes Gelächter ausbrachen und das Schauspiel amüsiert beobachteten.

„Alles klar, Evan. Ich bringe dich nach Hause.“

Tanto nickte seinen Freunden zu, winkte Caroline zum Abschied und griff nach Evans Oberarm, um ihn durch das Haus nach draußen zu seinem Auto zu führen.

„Will noch nicht nach Hause“, murmelte Evan, versuchte sich gegen Tanto zu stemmen, doch der schob ihn unnachgiebig weiter. „Du musst schlafen, Evan. Sag mir wo du wohnst“, forderte der Teamführer, half Evan auf den Beifahrersitz.

„Will nicht“, wiederholte er erneut. Seufzend fuhr sich Tanto mit einer Hand über den Bart. „Komm schon, Kleiner. Sag mir deine Adresse.“ „Nö“, grinste Evan und streckte ihm die Zunge raus.

Leise schmunzelnd startete Tanto den Wagen, nachdem er Evan mit einiger Mühe angeschnallt hatte, der ihm immer wieder mit seinen Händen durch die Haare gefahren war.

„Hast schöne Haare“, lallte Evan undeutlich, lehnte sich aber endlich im Sitz zurück als Tanto losfuhr und schloss die Augen.
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