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Bloodred Roses

von hime11
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18
Inu-Yasha Kagome Kikyou
05.04.2020
27.12.2020
36
155.584
13
Alle Kapitel
182 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
12.04.2020 3.488
 
Hii^^


Ich spiele heute mal Osterhase und bringe euch ein neues Kapitel, dass ihr aber natürlich nicht erst mühselig suchen müsst ;D

Es freut mich auf jeden Fall sehr, dass das erste Kapitel viele von euch neugierig gemacht hat^^


Vielen Dank also für eure lieben Reviews <3


Sooo... Nun viel Spaß bei Kapitel 2 !!!






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2. Papierkram und Pläneschmieden



Sorgfältig heftete Kagome die Unterlagen zusammen, die sie so eben durchgearbeitet hatte. Es handelte sich dabei um die Monatsabrechnung eines Geschäfts, dass der Sounga Company gehörte. Wie von ihr gewünscht hatte sie eine kleine Statistik zu den Daten erstellt, die sie später Herrn Takahashi zukommen lassen würde. Sie wunderte sich zwar, warum sich dessen Sohn scheinbar nicht selbst um die Abrechnungen kümmerte, wollte aber nicht weiter nachfragen. Zum einen, weil sie das nichts anging und zum anderen, weil es sie auch nicht interessierte. Immerhin war sie nur zum Schein die Sekretärin des Unternehmenserben, machte ihre Arbeit zwar gründlich, aber ohne großes Interesse.
Inzwischen waren einige Tage vergangen seit sich die Auftragsmörderin in ihre Scheinstelle eingeschleust hatte. Sie verbrachte ihre Tage in ihren Räumlichkeiten im Apartment, bearbeitete irgendwelche Unterlagen, nahm Telefonate entgegen und informierte den jungen Mann über anstehende Termine. Zudem kümmerte sie sich um einige Aufgaben, die mit den Belangen der Firma zu tun hatten. Eigentlich hatte sie das Gefühl, dass diese eher ihr Chef übernehmen sollte, aber dieser gab die abgegebenen Akten und Unterlagen immer gleich an ihren Schreibtisch weiter. Sie fragte nicht weiter nach, machte einfach ihre Arbeit. Besonders anspruchsvoll war diese nicht, aber immerhin war sie so viel in der Nähe ihres Ziels und das war die Hauptsache. Schließlich hatte ihr eigentlicher Job nichts damit zu tun seine Sekretärin zu sein, auch wenn sie sich in ihrer Rolle wirklich Mühe gab, um keinen Verdacht zu erwecken.
Nachdem die Schwarzhaarige die Unterlagen in einem Umschlag verpackt hatte, erhob sie sich von ihrem ledernen Bürostuhl. Sie hatte alle Aufgaben erledigt, die am heutigen Tag angefallen waren. Da sie als persönliche Assistentin des Takahashi-Spross fungierte hatte sie keine genauen Arbeitszeiten, oder ein klar festgelegtes Arbeitsfeld. Ihre Aufgabe war es ihn in verschiedenen Belangen zu unterstützen. Wenn alles erledigt war wurde sie am Anwesen nicht mehr gebraucht. Dies kam ihr auch ganz gelegen. Sie durfte auf keinen Fall zu viel Verdacht erregen und wollte nicht mehr Zeit mit dem Auftragsziel verbringen als notwendig. Schließlich hasste sie genau diese Art von Männern über alles, die Frauen schlecht behandelten und zu ihrem Vorteil ausnutzten. Sie war daher jedes Mal froh, wenn sie gehen konnte.
„Herr Taka… Inu Yasha.“ sprach die Schwarzhaarige ihren Chef an, der gleich am ersten Tag darauf bestanden hatte, dass sie die höflichen Umgangsformen wegließen und sich beim Vornamen nannten. Etwas ungewöhnlich, wenn man bedachte was für einen Stand er in der Gesellschaft hatte. Aber ihr sollte es recht sein, schlussendlich war es ihr vollkommen egal, wie sie diesen Kerl nennen sollte. „Ich habe alle Unterlagen bearbeitet. Gibt es sonst noch etwas zu tun?“ wollte sie wissen, stand in der verglasten Flügeltür, die meistens offenstand. Er schien daher keinen besonders großen Wert auf seine Privatsphäre zu legen, immerhin arbeitete sie nur wenige Schritte entfernt in ihrem kleinen Büro.
„Nein, du kannst gerne gehen.“ antwortete er etwas abwesend, saß auf einem der Sessel und las sich irgendeinen Zeitungsartikel durch.
Er wirkte wie meist etwas desinteressiert, wollte ihre Arbeit nicht einmal kontrollieren. Sie hatte nichts dagegen, beruhte dieses Desinteresse doch auf Gegenseitigkeit. Für sie war er lediglich ihr neues Auftragsziel und sie wohl bloß irgendeine Frau für ihn, die ihm den lästigen Papierkram abnahm.
„Dann bis morgen.“ verabschiedete sie sich noch von ihm. Er erwiderte diese leise, bevor sie sich mit klackernden Schritten davon machte und wirklich froh war, wenn dieses ganze Schmierentheater sein Ende haben würde.

Schnellen Schrittes verließ Kagome das Anwesen der Takahashis. Noch im Gehen öffnete sie ihre Haare, die sie zu einem lockeren Dutt gebunden hatte. Schließlich musste sie auch durch ihr Äußeres wie eine Sekretärin wirken, trug eine rosafarbene Bluse mit schwarzem Stiftrock und ebenso schwarzen Pumps. Ihre Fassade musste perfekt sein, es durfte auf keinen Fall herauskommen wer sie wirklich war und dass sie gewiss nicht nur vorhatte irgendwelche Akten zu sortieren.
Bereits nach wenigen Schritten war Kagome bei ihrem Porsche angekommen. Das Gelände der reichen Familie lag bei einem kleinen Wäldchen, an dessen Rand sie geparkt hatte. So war sie von den neugierigen Blicken der Familie und deren Angestellten geschützt, konnte ohne großes Aufsehen verschwinden und herkommen.
Sie entriegelte den Sportwagen mit der kleinen Fernbedienung. Geschmeidig ließ sie sich auf den ledernen Sitz nieder, holte dabei ihr Smartphone aus der Rocktasche. Sie suchte die Nummer von Shippou heraus, hatte sie ihm doch versprochen nach einigen Tagen Bericht zu erstatten.
„Kagome, schön von dir zu hören.“ wurde sie auch gleich freundlich von ihrem Chef begrüßt, der wahrscheinlich auch schon ziemlich gespannt war, ob bisher alles glatt lief. „Und, wie läuft es?“ kam auch gleich die erwartete Frage.
„Es ist alles gut. Seine Familie schöpft keinen Verdacht, er genauso wenig.“ antwortete die Schwarzhaarige, die sich fast schon wunderte, dass man sie so schnell eingestellt und mit höchst internen Aufgaben betraut hatte. Bei den Millionen, die diese Familie auf dem Konto hatte, hätte sie mehr Misstrauen erwartet. Aber vielleicht waren es die Takahashis auch nur einfach leid überall auf der Welt Feinde zu sehen. Dumm für sie, hatten sie sich genau diesen doch nun in die eigenen Reihen geholt. „Ich konnte mich etwas in den Wohnräumen von Inu Yasha Takahashi umschauen. Ich habe auf jeden Fall auch Bilder von ihm und Kikyou gefunden.“
„Das ist schon seltsam, wenn man bedenkt, dass sie getrennt sind. Normalerweise würde ein verschmähter Partner solche Bilder doch wütend in den Mülleimer schmeißen.“
„Nicht, wenn man geradezu versessen auf diese Person ist. Noch dazu ist er der Sohn und Erbe einer der wohlhabendsten Familien des ganzen Landes. Wahrscheinlich ist er es nicht gewöhnt etwas nicht zu bekommen, was er haben will.“ ergänzte die 23-Jährige, die sich wohl nicht einmal ansatzweise vorstellen konnte, wie es war in solch einer Familie aufzuwachsen. Eigentlich wollte sie es aber gar nicht wissen. Bei den Superreichen war schließlich vieles mehr Schein als Sein und da bildete Inu Yasha Takahashi wohl auch keine Ausnahme.
„Wäre ja nicht das erste Mal, dass wir uns um einen reichen Sohn kümmern müssen, der den Hals nicht voll bekommt.“ stimmte Shippou ihr sogleich zu. Manchmal bekamen sie Aufträge aus der oberen Gesellschaftsschicht, die auch immer äußerst großzügig entlohnt wurden. Auch für diesen Auftrag würden sie eine ganze Stange Geld bekommen, je eher, desto besser. „Ich denke auch hier ist die Sache klar. Versuche am besten so schnell es geht einen ersten Versuch zu starten. Ganz einfach wird es nicht, aber du bekommst das bestimmt hin.“
„Da bin ich mir sicher.“ antwortete die erfahrene Killerin, die bisher jeden Auftrag ohne größere Probleme ausgeführt hatte. Da würde dieser auch keine Ausnahme darstellen, davon war sie überzeugt.


~*~


Kurz schaute der junge Mann zur Eingangstür seines Apartments, aus dem seine Sekretärin soeben verschwunden war. Bisher machte sie auf ihn wirklich einen kompetenten Eindruck, auch wenn er zugeben musste, dass sie für ihn nicht wie eine stinknormale Assistentin wirkte. Von diesen hatte Inu Yasha in seinem 24-jährigen Leben schon so einige kennengelernt. Diese Frau hatte eine andere Ausstrahlung, leistete aber ebenso gute Arbeit. Vielleicht hatte er dieses Gefühl auch bloß, weil sie nicht so steif wirkte, noch dazu recht jung war. Die Sekretärinnen seiner Eltern waren meist schon ältere, erfahrene Frauen gewesen. Nun hatte der junge Mann selbst eine Gehilfin an seiner Seite und hatte irgendwie das Gefühl, dass seine Eltern bewusst eine Frau in seinem Alter gewählt hatten.
Dachten sie, dass er sich so besser an die neue Situation gewöhnen würde, oder endlich mehr Pflichtbewusstsein entwickelte?
Lieblos warf der 24-Jährige die Zeitung auf den gläsernen Couchtisch. In dieser war ein Artikel über einen neuen Firmenzweig der Sounga Company veröffentlicht worden. Sein Vater hatte ihm am gestrigen Tag nahegelegt sich diesen anzuschauen. Ausnahmsweise hatte er sich an die Bitte des alten Herrn gehalten, hatte den Artikel aber lediglich desinteressiert überflogen.
Seine goldenen Augen glitten für einige Sekunden zur Bürotür von Kagome, hinter welcher sie die meiste Zeit saß und ihre Aufgaben erledigte… die zum größten Teil eigentlich seine Aufgaben waren. Inu Yasha war aufgestanden, hatte sich in den Türrahmen des Büros gestellt. Ordentlich gestapelt lagen ein paar getackerte Unterlagen auf diesem. Buchhaltung, Finanzplan, Kopien von Verträgen… all die Dinge, die nun mal wichtig waren um ein solches Imperium zu leiten. Und der junge Mann musste sich langsam aber sicher wirklich eingestehen, dass es bald ganz allein er sein würde, der diese Verantwortung übernehmen musste.

Grummelnd drehte sich Inu Yasha auf den Rücken. Er war tief in den Kissen seines großen Betts eingegraben, lediglich ein kleiner Sonnenstrahl erhellte die Räumlichkeiten, der durch einen Spalt in den bodentiefen, dunkelroten Gardinen fiel. Langsam öffnete er die goldenen Augen, fühlte sich noch ziemlich müde. Dennoch war er aufgewacht und verstand nach wenigen Sekunden auch was ihm aus dem Schlaf gerissen hatte. Er hörte deutlich das Klingeln an der Haustür, richtete sich daher im Bett auf.
Das weißsilbrige Haar stand in verschiedene Richtungen ab, verschlafen wischte er sich über die empfindlichen Augen. Kurz warf er einen Blick auf seinen Wecker, der auf dem Nachtschrank stand. Es war schon fast um 10, er hatte viel länger geschlafen als gewollt.
Eilig schwang er daher seine Füße aus dem Bett, ertönte doch soeben schon das nächste Klingeln. Scheinbar war der Besucher nicht gewillt zu verschwinden, bevor er aufgemacht hatte.
Inu Yasha zog sich einfach sein graues Hemd über den nackten Oberkörper, dass er am gestrigen Abend über die Sofalehne gehängt hatte. Die rote Jogginghose, die er zum Schlafen trug, ließ er einfach an, trottete etwas verschlafen in den Flur. Durch das Fenster neben seiner Haustür entdeckte der junge Mann wer der Störenfried war und verstand auch, weshalb dieser so beständig wartete. Kagome war pünktlich wie jeden Tag aufgetaucht, er hatte gar nicht an sie gedacht. Irgendwie war es immer noch befremdlich für ihn, dass er nun eine eigene Sekretärin hatte.
„Guten Morgen.“ wurde er sogleich höflich von der jungen Frau begrüßt, die wie immer adrett und munter wirkte. Die weiße Bluse mit den schwarzen, schmalen Längsstreifen wirkte frisch gebügelt und steckte ordentlich im dunkelblauen Stiftrock. Ihre schlanken Beine steckten in hohen, schwarzen Pumps und ihre dunklen Haare waren zu einem ordentlichen Pferdeschwanz frisiert. Die zwei Akten, die sie in ihrer Hand hielt, unterstrichen ihren Look noch weiter und ließen ihn erahnen, dass es auch heute wieder viel zutun gab… sehr zu seinem Unmut. „Du siehst aus als wärst du gerade eben erst aufgestanden.“ bemerkte sie mit hochgezogener Augenbraue, während er einen Schritt zur Seite machte, damit sie das Apartment betreten konnte.
„Könnte daran liegen, dass ich gerade erst aufgestanden bin.“ murmelte der Hellhaarige, der am Morgen meist nicht besonders gut gelaunt war. „Vielleicht sollte ich dir einen Schlüssel geben, dann weckst du mich wenigstens nicht.“ fügte er noch hinzu und fuhr sich durch das wirre Haar.
„Ich brauche dich aber im wachen Zustand, diese Unterlagen bearbeiten sich schließlich nicht von allein.“ erwiderte Kagome pflichtbewusst und hielt die beiden Akten hoch, die sie bestimmt von seinen Eltern ausgehändigt bekommen hatte. Er unterdrückte ein Seufzen, würdigte die Akten und auch seine Assistentin keines Blicks, lief einfach an ihr vorbei.
„Ich bin mir sicher, dass du das alleine hinbekommst. Du hast in den letzten Tagen gute Arbeit geleistet.“
„Ja, ich habe deine Arbeit gut erledigt, da hast du Recht.“ antwortete die Schwarzhaarige und schien durchaus durchschaut zu haben, dass ihre bisherigen Aufgaben über das eigentliche Arbeitsfeld einer Sekretärin hinausgingen. Bisher hatte sie dazu nichts weiter gesagt, einfach nur die anstehenden Sachen bearbeitet. Doch scheinbar schien sie sich langsam wirklich zu wundern, warum er keinerlei Interesse an all den Akten und Unterlagen hatte. „Ich will dir nicht zu nahetreten, weil es mich eigentlich nichts angeht… aber ich habe davon gehört, dass du recht bald die Nachfolge deiner Eltern antreten sollst. Wäre es da nicht gut, wenn du dich langsam mit den anfallenden Arbeiten vertraut machst? Schließlich wird ziemlich viel auf dich zu kommen und deine Eltern geben dir doch ganz bewusst immer mehr Verantwortung, damit du dich an diese Aufgabe gewöhnen kannst.“ traf die kluge Frau den Nagel auf den Kopf… und damit leider auch einen wunden Punkt seinerseits.
„Da hast du Recht...“ sagte der junge Mann leise, legte seine Finger an den obersten Knopf seines Hemds. Er hatte ihr den Rücken zugewandt, die hellen Ponyfransen verdeckten seine Augen. „Das geht dich nichts an.“ fügte er nur hinzu, wollte nicht weiter über dieses Thema reden. „Ich wäre dir sehr dankbar, wenn du dich heute wieder um die Unterlagen kümmern würdest.“ bat er sie anschließend, schließlich wurde sie dafür bezahlt ihm unter die Arme zu greifen.
Für ihn war das Gespräch an dieser Stelle auch beendet. Ohne auf eine Antwort ihrerseits zu warten, begann Inu Yasha im Laufen sein Hemd aufzuknöpfen und verschwand im Badezimmer. An diesem Morgen konnte er eine wohltuende Dusche wirklich dringend gebrauchen.


Mit flinken Schritten lief Kagome über den gepflasterten Weg, der sie von Inu Yashas Apartment zur Villa seiner Eltern führte. Diesen wollte sie die durchgearbeiteten Unterlagen überbringen, um die sie sich den Tag über gekümmert hatte.
Die junge Frau hatte wirklich Glück, dass sie aufgrund ihrer Arbeit schon in einigen Unternehmen und Firmen gearbeitet hatte. Auch wenn ihre angeblichen Qualifikationen ausgedacht waren, so hatte sie doch ein wenig Ahnung von Buchhaltung und anderen Firmenbelangen. So konnte sie die anstehenden Arbeiten so gut es ging erledigen, wenn Inu Yasha die Aufgabe schon nicht selber übernahm.
Das Verhalten des Unternehmenserben verstand die Schwarzhaarige dadurch aber noch lange nicht. Heute Morgen hatte er nahezu angesäuert reagiert, als sie ihn auf das Thema angesprochen hatte. So gut es ging lud er die Aufgaben auf sie ab, schien sich bewusst aus den Firmenangelegenheiten herauszuhalten. Verwunderlich, wenn man bedachte, dass er genau diese in nicht allzu ferner Zukunft übernehmen sollte.
Vielleicht hatten seine Eltern einfach eine Menge falsch gemacht in seiner Erziehung. Er war im Luxus aufgewachsen, war wahrscheinlich auch nicht anders als die anderen reichen Schnösel, die sie in den vergangenen Jahren kennenlernen musste. Das Ehepaar Takahashi hatte ihn wahrscheinlich so gut es ging aus den Geschäften heraushalten wollen, damit er sein unbeschwertes Leben als Millionenerbe führen durfte. Nun wurde aber die Zeit knapp, sie versuchten ihn immer mehr in die Belange der Firma einzubeziehen, was ihm gar nicht zu gefallen schien.
Er war wohl niemand, der andere für sich entscheiden ließ. Bestimmte wollte er das alles immer nach seiner Nase lief, typisch reiches Söhnchen. Das hatte Kikyou Ishida am eigenen Leib erfahren müssen, sie war diesen Launen wohl ebenfalls zum Opfer gefallen.
Als Kagome an ihre Auftraggeberin dachte, kam ihr in den Sinn, dass sie sich bisher noch gar keinen genauen Plan überlegt hatte, wie sie sich um Inu Yasha kümmern sollte. Es durfte auf keinen Fall ein Verdacht auf sie oder ihre Auftraggeberin fallen. Es musste wie ein tragischer Unfall wirken, oder wie ein geplanter Anschlag eines Unbekannten. Bei einem reichen Erben, wie es Inu Yasha Takahashi war, war dies auf jeden Fall eine Möglichkeit. Es gab wohl genug Personen, die einen Groll gegen ihn oder seine Familie hegten. Kagome brauchte nur eine passende Möglichkeit um die Sache durchzuführen. Am besten in einer Vielzahl von Menschen, wo es potenzielle schwarze Schafe gab, denen man die Tat anlasten konnte.
Die junge Frau klingelte an der breiten Haustür, nachdem sie am Haupthaus des Anwesens angekommen war. Zu ihrer Überraschung wurde ihr nicht von einer Haushälterin aufgemacht, sondern von Izayoi Takahashi persönlich. Anscheinend war sie sich nicht zu fein dazu auch selber an die Tür zu gehen.
„Frau Higurashi, kann ich Ihnen helfen?“ wurde sie sogleich höflich von der eleganten Dame angesprochen, die immer einen schicken Zweiteiler trug. Eben ganz, wie man es sich bei einer Millionärsgattin vorstellte.
„Ich soll Ihnen die durchgearbeiteten Unterlagen bringen.“ erklärte die 23-Jährige, nachdem sie ins Foyer des großen Hauses gebeten worden war. Frau Takahashi nahm ihr die Akten auch gleich aus der Hand, überflog sie mit kleinem Nicken, lächelte Kagome anschließend freundlich an. Ahnte sie vielleicht, dass es nicht ihr Sohn war, der sich um die Aufgaben kümmerte? Kagome konnte sich gut vorstellen, dass seine Eltern sehr wohl darüber Bescheid wussten, dass ihr Sohn sich lieber von seinen Pflichten fernhielt. „Können Sie Inu Yasha bitte ausrichten, dass morgen Abend eine Veranstaltung einer Partnerfirma stattfindet? Wir sind zu einem privaten Ball des Geschäftsführers eingeladen und er möchte, dass Inu Yasha ebenfalls mitkommt.“
„Natürlich, ich richte es ihm aus.“ antwortete die 23-Jährige so, wie man es wohl von einer persönlichen Assistentin erwartete. Schließlich gehörte genau das zu ihren Aufgaben.
„Und wenn es nicht so viel verlangt ist, würden mein Mann und ich Sie bitten, dass Sie unseren Sohn als seine Assistentin begleiten würden. Diese Anlässe sind für ihn noch recht neu, es würde ihm wahrscheinlich helfen, wenn Sie ihn dabei unterstützen würden.“ bat die Schwarzhaarige, die also wirklich zu wissen schien, wie zuwider Inu Yasha die ganzen Aufgaben waren. Da hatte er wirklich Glück eine so pflichtbewusste Sekretärin zu haben. Denn Kagome kam diese Veranstaltung, bei der eine Menge Leute von Rang und Namen kommen würde, wirklich mehr als nur gelegen.
„Ich werde ihn selbstverständlich begleiten und so gut unterstützen, wie ich kann.“ versprach Kagome daher und würde dieses Schmierentheater hoffentlich am morgigen Abend beenden können. Eine gute Gelegenheit stellte der Ball auf jeden Fall dar, jetzt musste sie diese nur geschickt nutzen. Aber das würde die erfahrene Profimörderin schon hinbekommen und ihren Auftrag damit endlich erledigt haben.


~*~


Seufzend knöpfte sich Inu Yasha das weiße Hemd zu, dass ihm zuvor von einer Haushälterin gebracht worden war. Wie erwartet, hatten seine Eltern die Garderobe ausgesucht, die er zum heutigen Prestigeball eines befreundeten Firmenchefs tragen sollte.
Auf den bevorstehenden Abend hatte der junge Mann wirklich keine Lust. Ab und an war er schon mit seinen Eltern zu solchen Veranstaltungen mitgekommen. Doch er wusste, dass er inzwischen nicht mehr nur als Sohn des Ehepaars Takahashi eingeladen wurde. Nein, er sollte als Erbe und Stammhalter der Sounga Company auf diesem Ball aufkreuzen und bei diesem Gedanken drehte sich ihm der Magen um. Doch drücken konnte sich der Hellhaarige nicht, so sehr er sich dies auch wünschte.
Er zog sich mit missmutigem Gesicht das schwarze Jackett an, welches er zur gleichfarbigen Anzughose trug. Dieses knöpfte er sogar zu, so wie es sich bei diesen Anlässen gehörte, richtete anschließend den Kragen des weißen Hemds. Zu allem Überfluss musste er sich noch eine schwarze Fliege um den Hals binden, fühlte sich regelrecht verkleidet. Aber da musste Inu Yasha durch, ob er nun wollte oder nicht.
Einen Moment schaute er sich im Ganzkörperspiegel an, zupfte noch ein wenig an sich herum. Es war als würde er einen fremden Mann anschauen müssen, obwohl Inu Yasha ganz genau wusste, dass er bald genau jener sein würde. Ein Anzugträger, der Boss eines Millionenunternehmens.
Schnell wandte er den Blick wieder ab, musste sich langsam auf den Weg machen. Seine Eltern warteten bestimmt schon an der Limousine auf ihn, um mit ihm zusammen zur Veranstaltung zu fahren… während Inu Yasha einfach nur den Wunsch hatte, sich dem ganzen Mist auch heute entziehen zu können…


Das Röhren des Motors erstarb als Kagome ihren schwarzen Wagen in einer Seitenstraße zum Stehen brachte. Sie befand sich in der Nähe des Veranstaltungsorts, einem großen Gebäude in der Tokyoer Innenstadt, in welchem die High Society des Öftern Galen und andere Veranstaltungen stattfinden ließ.
„Ich bin vor Ort.“ sagte Kagome, die ihren Chef angerufen hatte. Sie hatte Shippou über ihren Plan informiert, war kurz nachhause gefahren um sich für den Ball umzuziehen, wurde doch auch von ihr als Assistentin ein angemessenes Auftreten erwartet.
„Sehr gut. Sag mir danach bitte Bescheid, ob alles glatt gelaufen ist.“ erwiderte der Rothaarige, während Kagome ihr Handschuhfach öffnete. In diesem befand sich eine besonders kleine, unauffällige Pistole, welche sie in die schwarze Clutch steckte.
„Mach ich.“ versprach sie, bevor sich die junge Frau von Shippou verabschiedete. Das Handy steckte sie ebenfalls in die ihre kleine Handtasche, stieg anschließend aus dem Wagen aus.
Die braunen Augen hatte sie auf das imposante Gebäude gerichtet. Eine große Treppe führte zu diesem, viele Menschen tummelten sich davor. In regelmäßigen Abständen fuhren Limousinen und Luxuskarren vor den ausgerollten roten Teppich, deren Besitzer stiegen im Blitzlichtgewitter der Presse aus, die natürlich auch vor Ort war.
Kagome straffte ihre Schultern und lief auf den Veranstaltungsort zu, würde durch einen Seiteneingang für die Angestellten ins innere des Gebäudes kommen. Dies war wichtig, wollte sie doch nicht, dass die Reporter über sie berichteten, sondern über ein tragisches Unglück, dass im Laufe des Abends passieren würde…








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Das war es auch schon wieder mit diesem Kapitel.
Wie die Veranstaltung ablaufen wird und ob Kagome ihren Plan in die Tat umsetzt, wird sich dann am nächsten Sonntag zeigen.


Ich wünsche euch allen, trotz der aktuellen Sitiation, ein schönes Osterfest!

Bis dann !!!


LG hime11
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