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Bloodred Roses

von hime11
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18
Inu-Yasha Kagome Kikyou
05.04.2020
22.11.2020
31
135.693
11
Alle Kapitel
154 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
 
05.04.2020 5.553
 
Hii^^


Mit diesem Kapitel startet eine neue FF von mir, die ich euch voller Freude präsentiere :)

Ich will euch auch gar nicht weiter aufhalten und hoffe sehr, dass euch das erste Kapitel gefällt :D


Sooo... Nun viel Spaß bei Kapitel 1 !!!






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1. Ein neuer Auftrag



In tiefem Violett und Rot war der Himmel gefärbt. Die frühen Morgenstunden waren angebrochen, bald würden die ersten Sonnenstrahlen den silbrigen Mond endgültig vertreiben. Aufgrund der frühen Stunde war es recht ruhig auf Tokyos Straßen. Eine Ruhe, die ihr ganz gelegen kam.
Der Rauchschwaden einer Zigarette wehte hinauf in die kühle Luft. Den Glimmstängel hatte sie sich zwischen die leicht geschminkten Lippen gesteckt, beobachtete mit zusammengekniffenen Augen zwei Personen, die mit einigen Metern Abstand durch den kleinen Park liefen. Auf diesen hatte sie einen wunderbaren Blick, hatte sich auf ein Hochhausdach zurückgezogen, dass sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite befand.
Sie nahm einen tiefen, letzten Zug ihrer Zigarette, bevor sie den glimmenden Stummel einfach lässig über das hohe Geländer schnippte. Ihre Hand ließ sie anschließend zum Bund der schwarzen Jeans wandern, schob die offene Lederjacke etwas zur Seite. Sie holte die kleine, silberne Pistole heraus, die sie zuvor schon geladen hatte. Anschließend entsicherte sie die Waffe, die mit einem Schallschutz ausgestattet war. Wichtig, immerhin war es noch sehr früh und sie wollte gewiss nicht alle Personen in der Nachbarschaft aufwecken.
Ihre braunen Augen lagen nach wie vor auf den beiden Menschen, die sie zuvor schon einige Minuten beobachtet hatte. Es handelte sich bei diesen um ein junges Mädchen, dass bestimmt soeben von einer Party heimging, und einen Mann, der sicher der Vater dieses Mädchens sein konnte. Sie wusste aber ganz genau, dass es sich dabei nicht um diesen handelte. Genaugenommen hatte jener Mann auch nur Interesse an jungen Mädchen und Kindern, wenn er sich an diesen vergreifen konnte. Dies hatte er in den letzten Wochen einige Male getan, ging immer nach dem gleichen Muster vor. Endlich hatte sie dieses durchschaut und wusste daher sicher, dass sie den richtigen Mistkerl im Visier hatte.
Der Mann beschleunigte soeben seine Schritte. Am Ende des Parks gab es eine dichtbewachsene Stelle mit Büschen und Bäumen. Perfekt für die miesen Machenschaften des Perversen geeignet. Doch diese würden heute ein für alle Mal ein Ende haben.
Leicht kniff sie ihr linkes Auge zu, streckte ihre Arme aus. Sie visierte den Kopf des Manns an, der soeben stehengeblieben war. Er schaute sich um, wollte wahrscheinlich sichergehen, dass niemand ihn beobachtete. Was das anging wähnte er sich wohl in trügerischer Sicherheit. Diese Chance wollte sie sich nicht entgehen lassen, drückte daher ohne zu zögern ab. Die Kugel flog auf sein Ziel zu, welches sie wie erwartet nicht verfehlte. Das Geschoss durchbohrte den Kopf des Perversen, er sackte sofort in sich zusammen.
Zufrieden ließ sie ihre Waffe daher wieder sinken, steckte diese zurück in ihre Gürtelhalterung. Eilig wandte sie sich ab, lief mit schnellen Schritten über das Dach. An dessen Seite befand sich eine Feuerleiter, die ihr wirklich wie gerufen kam. Mit klackernden Schritten lief sie diese herunter und verschwand wenige Sekunden später unbemerkt vom Ort des Geschehens.

Gehend zog die junge Frau ihre lederne Jacke aus, warf sie einfach achtlos auf das Sofa im Wohnzimmer. Anschließend lief sie über die hölzerne Treppe ins obere Geschoss des Hauses, öffnete die Tür zu ihrem Schlafzimmer. Auch das durchgeschwitzte schwarze T-Shirt verließ ihren Körper, landete auf ihrem ungemachten Bett. Ums Aufräumen würde sie sich später kümmern, hatte kurz nach Mitternacht ihr Haus verlaufen, um sich um den Idioten im Park zu kümmern. Das hatte sie zum Glück erfolgreich erledigt, war wirklich zufrieden mit dem Ausgang dieses Auftrags.
Suchend schaute die Schwarzhaarige durch ihren Kleiderschrank, der mit dunklen Klamotten gefüllt war. Sie mochte diesen Stil, zudem war es in ihrem Job durchaus von Vorteil, wenn man nicht allzu sehr in seinen Sachen auffiel. Die Entscheidung war schnell auf ein dunkelgrünes T-Shirt gefallen, welches sie sich flink über den schlanken Oberkörper zog. In der Sekunde begann ihr Handy zu klingeln, welches sie in der Hosentasche ihrer schwarzen Jeans hatte. Schnell nahm sie es heraus, konnte sich schon denken, wer der Anrufer war.
„Hey, was gibt´s?“ fragte sie und zog sich die langen, gewellten Haare aus dem Kragen ihres Oberteils.
„Guten Morgen meine liebe Kagome. Hast du alles erledigen können?“ hörte sie die muntere Stimme ihres Chefs, der sich öfter bei seinen Angestellten über den Ausgang von Aufträgen informierte.
„Es ist alles bestens gelaufen.“ erklärte Kagome, was sicher sehr zur Zufriedenheit ihres Chefs war.
„Sehr gut, aber was anderes habe ich auch nicht von dir erwartet.“ erwiderte er auch gleich und sie konnte das zufriedene Lächeln in seiner recht hellen Stimme förmlich vor sich sehen. „Ich rufe aber nicht nur deshalb an.“
„Was anderes habe ich auch nicht von dir erwartet.“ schmunzelte die Schwarzhaarige und war wirklich gespannt, was ihr Chef noch für ein Anliegen hatte. Mit großer Wahrscheinlichkeit ging es um einen neuen Auftrag.
„Ich habe einen sehr interessanten Auftrag für dich.“ lautete seine Antwort auch gleich. „Kannst du zum Büro kommen?“
„Bin schon unterwegs.“ erwiderte die junge Frau, bevor sie auflegte. Ihre Worte wollte sie auch gleich in die Tat umsetzen, war sie doch durchaus gespannt, worum es bei ihrem nächsten Auftrag gehen würde.


~*~


Kagome drückte etwas mehr aufs Gas, schaltete in einen höheren Gang. Galant und etwas schneller als erlaubt manövrierte sie ihren schwarzen Porsche durch den Stadtverkehr von Tokyo. Der wendige Sportwagen war ein Geschenk ihres Bosses gewesen, aufgrund ihrer ausgezeichneten Arbeit, die sie in den letzten Jahren geleistet hatte. Eine Arbeit, der sie wirklich voller Leidenschaft nachging… auch wenn es sich dabei nicht unbedingt um einen klassischen Job für eine junge Frau handelte.
Kagome war frische 23 Jahre alt, klug, sportlich, attraktiv… und eine der besten Auftragsmörderinnen in einem, zugegebenermaßen, nicht ganz legalen Unternehmen, dass vor wenigen Monaten vom Sohn ihres alten Chefs übernommen worden war. An ihrer Arbeit hatte sich dadurch nichts geändert, ihr neuer Chef Shippou Kitsune vertrat die Ansichten seines Vaters und führte diese nahtlos fort. Ansonsten würde wohl keiner der Profikiller weiterhin im Unternehmen arbeiten, waren sie doch keine gefühllosen Mörder, die jeden umbrachten der ihnen vor den Pistolenlauf kam.
Ihr Service hatte sich auf den Abschaum der Gesellschaft spezialisiert. Sie mischten sich nicht in politische Konflikte, oder berufliche Auseinandersetzungen ein. Ihre Ziele waren lediglich Menschen, die eine Gefährdung für das Gemeinwohl darstellten.
Bereits seit ihrem 18. Lebensjahr arbeitete die junge Frau als Auftragsmörderin. Inzwischen zählte sie zu den Besten des ganzen Unternehmens und hatte sich auf eine bestimmte Art von Aufträgen spezialisiert. Sie kümmerte sich in erster Linie um Männer, die man wohl eher als Schweine bezeichnen sollte. Kinderschänder, Vergewaltiger, Schwerverbrecher. Ab und an regelte sie auch mal eine eheliche Auseinandersetzung, vor allem dann, wenn der Mann seine Frau misshandelte, schwer alkoholabhängig war, oder ihr auf andere Art und Weise Leid zu fügte.  
Schon seit frühester Kindheit hatte sie einen großen Hass auf das andere Geschlecht, der im Laufe ihres Lebens nur noch schlimmer geworden war. Ihr Vater war nach dem Verlust seiner Arbeit schwer alkoholabhängig geworden, hatte vor ihren Augen des Öfteren ihre eigene Mutter verprügelt. Nach seinem Tod hatte diese immer wieder ein schlechtes Händchen für Männer gehabt, war dadurch depressiv geworden. Einige Jahre später war sie schließlich schwer erkrankt und kurz danach verstorben. Wirklich getroffen hatte dies Kagome damals nicht, war ihre Mutter doch auch zuvor nie wirklich für sie da gewesen. Sie hatte sich allein durchschlagen müssen, hatte aber immerhin das Schreingelände ihrer Familie und das darauf stehende Haus vermacht bekommen.
Um über die Runden zu kommen hatte sie damals einen Job bei einem echten Mistkerl angenommen, der einen kleinen Laden gehabt hatte. Dieser hatte ihr einige Male an die Wäsche gewollt, hatte ihren Hass gegenüber Männern nur noch verstärkt, mit denen die junge Frau zudem ebenso viel Pech gehabt hatte, wie ihre Mutter zuvor. Vielleicht lag dies ja irgendwie in ihren Genen.
Jedenfalls war sie kurz nach ihrem 18. Geburtstag aus ihrem Elend herausgeholt worden. Das ausgerechnet ein Mann ihr geholfen hatte, war dabei ziemlich ironisch. Doch der alte Herr Kitsune und sein Sohn, der schon immer eine angenehme, kindliche Art an sich gehabt hatte, hatten Kagome aus dieser schlimmen Lebensphase befreit.
In ihrem Job verdiente sie nicht nur recht ordentlich, sondern konnte sich an all den Schweinen auf dieser Welt rächen. Für sich selber und für alle anderen Frauen, die unter Männern zu leiden hatten. Und genau aus diesem Grund konnte sich Kagome wirklich keine schönere Arbeit vorstellen.

Die Schiebetür öffnete sich, sodass Kagome in das große Gebäude treten konnte, dass sich Mitten in Tokyos Innenstadt befand. Es handelte sich dabei um das Call-Center eines großen Netzwerkanbieters. Doch was die meisten Menschen und auch die Angestellten des Centers wohl nicht einmal erahnen konnten, war die andere Nutzung des Gebäudes. Die oberen Stockwerke gehörten nämlich zu jener Organisation, für die Kagome seit fünf Jahren arbeitete.
Sie lief schnell durch das Foyer, steuerte auf den Fahrstuhl zu. Diesen betätigte sie, achtete stets darauf allein einzusteigen. Nachdem sich die Türen geschlossen hatten, holte sie den kleinen, silbernen Schlüssel aus ihrer ledernen Jacke. An der Knopfleiste des Fahrstuhls befand sich ein Schlüsselloch, neben welchem eine Plakette mit ‚Wartung‘ angebracht worden war. Wie so oft steckte sie ihren Schlüssel in dieses, drehte ihn zur Seite. Da das Haus einige Stockwerke hatte glich die Knopfleiste fast schon einer Tastatur. Sie betätigte drei der Knöpfe, gab damit den Code ein. Erst nach diesen beiden Schritten setzte sich der Fahrstuhl in Bewegung, eine Sicherheitsmaßnahme des Unternehmens.
Auch wenn sie vom Staat geduldet wurden, so war das was sie taten natürlich nicht legal. Da sie sich nur um die bösen Jungs und Mädchen kümmerten, die der Justiz und Regierung sowieso ein Dorn im Auge waren, ließ man sie im Verdeckten agieren. Dennoch waren sie sehr auf Sicherheit bedacht, für das Unternehmen, aber auch für die Profikiller, die in diesem arbeiteten.
Nach einem leisen ‚Ping‘, öffneten sich die Fahrstuhltüren. Sie war im oberen Stockwerk angekommen, hoch über den Dächern von Tokyo. Ein Außenstehender würde die hellen und lichtdurchfluteten Räumlichkeiten wohl niemals für eine Firma für Auftragsmord halten. Auf den ersten Blick wirkte alles wie ein stinknormales Büro. Es gab einen Vorraum, in welchem sich lederne Sitzmöglichkeiten befanden und zwei Sekretärinnen an ihren Schreibtischen arbeiteten. Pflanzen schufen eine gemütliche Atmosphäre, es gab einen Zeitungshalter und einen Wasserspender. Alles wirkte vollkommen harmlos… zumindest, wenn man nicht hinter die Fassade dieses Unternehmens schaute.
Die ledernen Absatzstiefelletten hallten auf dem hellen Fliesenboden wieder, während Kagome durch den Eingangsbereich lief. Die Sekretärinnen nickten ihr freundlich zu, während sie auf den Flur zu steuerte, von dem einige Türen abgingen. Sie führten zu den Büros der Koordinatoren, die die Aufträge überprüften, die ersten Informationen sammelten und diese schließlich an die Auftragsmörder weitergaben. Kagome hatte, als eine der wenigen, das Privileg immer direkt mit dem Boss zusammenzuarbeiten. Dies hing vor allem damit zusammen, dass Shippou in den letzten Jahren ein richtiger Freund für sie geworden war. Daran hatte sich auch nach seinem Antritt der Nachfolge seines Vaters nichts geändert.
Sein Büro befand sich am Ende des Gangs und war verständlicherweise das Größte. Eine dunkle Flügeltür aus Eichenholz führte zu den hellen Räumlichkeiten, in denen sie schon oft zu Gast gewesen war. Wie immer klopfte sie an, immerhin war Shippou ja dennoch ihr Boss, bei dem sie nicht so einfach ins Büro platzen wollte.
„Herein.“ hörte die Schwarzhaarige nach wenigen Sekunden, sodass sie eine Seite der Flügeltür öffnete. Wie gewohnt saß der junge Mann mit den roten Haaren hinter seinem massiven Schreibtisch. Durch sein jugendliches Äußeres und die frechen grünen Augen würde wohl niemand auf die Idee kommen, dass ausgerechnet er der Boss von dutzenden Profikillern war. „Kagome, schön, dass du so schnell hier bist. Unsere neue Klientin ist bereits im Besprechungsraum.“ kam der Rothaarige auch gleich zur Sache, der meist nicht erst um den heißen Brei herumredete. In einer großen Stadt wie Tokyo hatten sie zudem viel zutun, meist mehr Anfragen als sie erledigen konnten. Eine bittere Tatsache, wenn man genau darüber nachdachte.
„Du hast gesagt, dass dieser Auftrag wirklich interessant ist.“ meinte die junge Frau als sie gemeinsam das Büro verließen. Die Besprechungsräume befanden sich auf der rechten Seite des Foyers, sodass sie zusammen durch den breiten Flur liefen.
„Oh ja und ich habe dieses Mal kein bisschen übertrieben.“
„Das behauptest du immer.“ schmunzelte Kagome, hatte aber irgendwie das Gefühl, dass es sich dieses Mal nicht um leere Worte handelte.
„Dieses Mal habe ich Recht, glaub mir.“ beteuerte Shippou und wirkte fast so aufgeregt wie ein kleiner Schuljunge. Scheinbar waren sie wirklich dabei einen ganz großen Auftrag ans Land zu ziehen. Kagome wurde wirklich immer neugieriger. „Sagt dir ‚Jewel Industries‘ etwas?“ wollte er anschließend wissen, während sie eine Augenbraue hochzog.
„Welchem Bürger von Japan würde dieses Unternehmen nichts sagen?“ entgegnete die 23-Jährige sogleich. Schließlich handelte es sich dabei um eine große Juwelierkette, die auch international Erfolg hatte. Die Gründer waren eine japanische Familie, die schon seit einigen Generationen zur High-Society gehörten. Hatten diese etwa etwas mit dem neuen Fall zutun?
„Wenn alles gut geht, ist die Tochter des derzeitigen Chefs unsere neueste Klientin.“ frohlockte ihr Chef nahezu und auch Kagome konnte seine Euphorie nun vollkommen nachvollziehen. Denn umso reicher die Kunden waren, umso mehr sprang in der Regel für sie dabei heraus. Dies würde also ein äußerst lohnenswertes Geschäft werden. „Aber die Einzelheiten wirst du wohl von ihr erfahren.“ meinte Shippou, nachdem sie vor der braunen Holztür angekommen waren. Diese öffnete er sogleich, damit sie das Besprechungszimmer betreten konnten. In diesem befand sich eine gemütliche Sitzlandschaft aus rotem Leder auf welcher ihre Klientin bereits platzgenommen hatte. Es handelte sich dabei um eine junge Frau, wahrscheinlich in Kagomes Alter. Sie sah äußerst elegant aus, genauso, wie man sich die Erbin eines solchen Unternehmens wohl vorstellte. „Entschuldigen Sie die Wartezeit, Frau Ishida.“ begrüßte Shippou die junge Frau und gab ihr höflich die Hand.
„Kein Problem, immerhin haben Sie mir versprochen Ihre beste Mitarbeiterin mit meinem Anliegen zu betrauen. Dafür nehme ich gerne etwas Wartezeit auf mich.“ erwiderte sie und blickte dann zu Kagome, schien sie durchaus neugierig zu mustern. Daran hatte sich die Schwarzhaarige bereits gewöhnt, sah sie doch auf den ersten Blick nicht unbedingt wie eine kaltblütige Auftragsmörderin aus. Eine Eigenschaft, die wohl auch zu ihrer hohen Erfolgsquote beitrug. „Ich bin Kikyou Ishida, ich freue mich sehr, dass wir uns so schnell kennenlernen.“
Seltsame Worte, wenn man bedachte für welche Zwecke diese Kikyou sie einspannen wollte. Dies bedeutete aber auch, dass es ihr ein wirklich ernstes Anliegen war. Und auf dieses war Kagome sehr gespannt, schließlich konnte man sich ihre Dienste nicht nur mit Geld erkaufen. Sie tötete nur dann, wenn es auch einen triftigen Grund gab. Den musste Kikyou ihr erst einmal liefern.
„Ich bin Kagome.“ antwortete sie einfach, schüttelte ihrer Gegenüber die Hand. „Wobei soll ich Ihnen behilflich sein?“ wollte sie anschließend in Erfahrung bringen. Zu dritt hatten sie sich auf den Sitzgelegenheiten niedergelassen, saßen Kikyou Ishida gegenüber.
„Es geht um meinen Ex-Verlobten.“ begann sie auch gleich. Diese Aussage überraschte Kagome auch nicht. Eine Frau, wie sie, hatte wohl eher selten Probleme mit einem lüsternen Chef, oder irgendwelchen Verbrechern. „Ich habe mich vor kurzem von ihm getrennt, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe. Er war unglaublich eifersüchtig, hat mich irgendwann auf Schritt und Tritt verfolgt. Wenn ich in seinen Augen etwas falsch gemacht habe, ist er schnell handgreiflich geworden. Irgendwann wurde es immer schlimmer, ich hatte jedes Mal große Angst, wenn wir uns treffen mussten…“ Sie musste schlucken, es schien ihr nicht leicht zu fallen darüber zu sprechen. Das erlebte Kagome häufig wenn verzweifelte Frauen zu ihnen kamen, weil sie keinen anderen Ausweg mehr wussten. „Auch die Trennung hat nichts genützt, er versteht einfach nicht, dass er aus meinem Leben verschwinden soll. Deswegen habe ich mich dazu entschlossen genau das nun selber in die Hand zu nehmen.“ fuhr die Schwarzhaarige fort und natürlich war der Auftragsmörderin sofort klar, was ihre Klientin unter ‚verschwinden‘ verstand.
Diese griff nun nach dem ledernen Koffer, der zu ihren Beinen stand, legte diesen auf den Tisch. Sie öffnete die Schnallen, hob den Deckel an. Unweigerlich weitete Kagome ihre Augen als sie die Fülle an Geldbündeln betrachtete. Ihre Dienste waren nie billig, aber so viel Geld auf einem Haufen hatte sie noch nie gesehen.
„Kommen wir ins Geschäft?“ fragte Kikyou derweil, überschlug die langen Beine, hatte die kühlen braunen Augen auf ihre Gegenüber gerichtet.
Kagome und Shippou schauten einen Moment zueinander, verstanden sich in diesem Augenblick auch ohne Worte. Denn dieses Mal hatte ihr Chef absolut nicht übertrieben. Dieser Auftrag war wirklich mehr als nur interessant!


~*~


Die Seiten raschelten leise als Kagome diese mit den Fingerspitzen umblätterte. Die braunen Augen ließ sie schnell über die Schrift wandern, versuchte sich alles einzuprägen.
„Das sind alle Informationen, die wir auf die Schnelle zusammentragen konnten.“ hörte sie Shippous Stimme etwas verzerrt aus dem Lautsprecher ihres Handys. Dieses hatte sie einfach auf das Armaturenbrett ihres Wagens gelegt. Sie hatte sich im weichen Ledersitz zurückgelehnt, hatte eine Mappe mit Unterlagen in den Händen. „Bei deinem Ziel handelt es sich um Inu Yasha Takahashi, dem ehemaligen Verlobten von Kikyou Ishida. Er ist 24 Jahre alt und Alleinerbe eines großen Familienunternehmens,  der 'Sounga Company', die schon seit vielen Jahren große Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene feiert. Die Takahashis gehören zu den einflussreichsten Menschen des ganzen Landes, haben mit ihrer Firma verschiedene Standbeine aufgebaut und sind auch ehrenamtlich engagiert. Derzeit sind noch die Eltern mit der Geschäftsführung betraut, aber es wird gemunkelt, dass Inu Yasha Takahashi in einigen Monaten die Nachfolge antreten soll.“ fuhr ihr Chef fort, der ihr diese Informationen auch noch einmal aufgeschrieben hatte. Zudem hatte er ein Bild ihres Auftragsziels beigelegt, welches sich Kagome neugierig anschaute.
Dieser Inu Yasha Takahashi war auf jeden Fall eine auffällige Erscheinung, ganz so, wie man es von einem Millionenerben erwartete. Helles, fast schon weißes Haar, dass ihm leicht über die Schultern fiel. Goldene Augen, fein geschnittene Gesichtszüge. Jede Frau würde diesen jungen Mann wohl als äußerst attraktiv beschreiben, aber Kagome war nun mal nicht wie andere Frauen. Ihr war es ziemlich egal wie gut dieser Kerl aussah, oder was für eine Stellung er hatte.
Kikyous Aussagen zufolge trug bei ihm der schöne Schein. Er war ein echtes Ekel, wenn er sie wirklich so schlecht behandelt hatte… und genau das galt es nun herauszufinden.
„Ich soll mich als Sekretärin einschleusen?“ fragte die 23-Jährige noch einmal prüfend nach.
Denn in ihrem Unternehmen gab es eine eiserne Regel, die niemals gebrochen werden durfte: Sie verließen sich nicht nur auf die Aussage ihrer Klienten, dies blind zu tun wäre wirklich fatal. Bevor sie den Auftrag in die Tat umsetzte musste sie sich sicher sein, dass Kikyous Worte der Wahrheit entsprachen. Aus dem Grund hatte Shippou nach einer geeigneten Möglichkeit für die geheime Recherche gesucht, schließlich musste sich Kagome ein ausführliches Bild ihres Ziels machen… so zuwider ihr das auch war.
„Ja, seine Eltern suchen seit geraumer Zeit nach einer persönlichen Assistentin für ihren Sohn. Er wird immer mehr in die Geschäfte eingeführt, steht zunehmender in der Öffentlichkeit. Sie wollen daher eine Person mit der Aufgabe betrauen ihn dabei zu unterstützen.“ erklärte Shippou, während sie einen kurzen Blick auf die Kopie der Stellenausschreibung warf. „Du wirst viel Zeit mit ihm verbringen, wirklich sehr von Vorteil.“
„Wenn du meinst.“ murmelte Kagome, die diese Aussicht nicht besonders prickelnd fand. Aber sie war äußerst professionell, würde demnach auch so agieren. „Wie ich sehe, hast du mir wieder einen schicken Lebenslauf verpasst.“ schmunzelte die Schwarzhaarige anschließend, nachdem sie ihre ‚Bewerbungsunterlagen‘ entdeckte, die in der Firma für sie zusammengestellt worden waren. Schließlich musste alles so echt wie möglich wirken, sie hatten daher einen Experten in ihrem Team, der täuschend echte Dokumente erstellen konnte.
„Du hast BWL studiert, hast anschließend als Rechtsanwaltsgehilfin gearbeitet. Anschließend bist du in die Buchhaltung eines großen Unternehmens gewechselt, fühltest dich dort aber unterfordert. Diese neue Stelle soll deinen Horizont erweitern und dir die Möglichkeit geben deine vielen Stärken zu zeigen.“ sagte der Rothaarige, während Kagome ihr Studienzeugnis anschaute, sowie eine Weiterempfehlung der Firma, in welcher sie angeblich gearbeitet hatte. Natürlich war all das erstunken und erlogen, was hoffentlich niemandem auffallen würde. Sie hatte schon öfter ähnliche Undercover-Aufträge gehabt und würde mit den Aufgaben dieser Assistentinnenstelle bestimmt klarkommen.
„Die Takahashis wären ganz schön blöd, wenn sie so jemand qualifizierten ablehnen.“ kam es scherzhaft von Kagome. „Ich mache mich dann langsam auf den Weg, in wenigen Minuten beginnt das Vorstellungsgespräch.“ fuhr sie fort, nachdem sie einen kleinen Blick auf die Uhr am Armaturenbrett geworfen hatte.
„Viel Erfolg!“ wünschte ihr Shippou noch, bevor sie auflegte. Die Mappe mit den Unterlagen verstaute die junge Frau im Handschuhfach, bevor sie aus dem Porsche ausstieg.
Sie strich noch einmal den grauen Stiftrock glatt, zu dem sie eine hellblaue Bluse und ebenso graue Pumps kombiniert hatte. Gar nicht ihr Stil, aber nun mal der einer guten Sekretärin. Schließlich wollte Kagome ihre Rolle so überzeugend wie möglich spielen, durfte auf keinen Fall aufliegen bis sie ihren Job ordnungsgemäß erledigt hatte.
Mit klackernden Schritten lief sie auf das große Anwesen der Familie Takahashi zu, holte beim Gehen eine Haarklammer aus ihrer Rocktasche. Eilig steckte sie sich noch das schwarze Haar nach oben, bevor sie durch das gusseiserne Eingangstor lief und dieses hoffentlich als Sekretärin ihres neuen Auftragsziels wieder verlassen würde.

Höflich gab Kagome dem Unternehmerpaar die Hand, nachdem sie im luxuriösen Eigenheim der beiden angekommen war. Dieses nutzten sie, nach eignen Angaben, für berufliche und private Zwecke, waren scheinbar Workaholics durch und durch. Ein Gefühl, dass Kagome durchaus verstehen konnte. Sie lebte schließlich auch für ihre Arbeit, ein Grund, weshalb sie sich in so kurzer Zeit zu einer der besten Auftragsmörderinnen gemausert hatte. Eine Tatsache, mit der sie sich natürlich nicht vor den Eltern ihres neuen Ziels brüsten wollte.
„Kagome Higurashi, sehr erfreut Sie kennenzulernen.“ stellte sich die Schwarzhaarige auch gleich vor. Es war fast schon ganz normal geworden, dabei war dies nicht einmal ihr richtiger Name.
Als Kagome Shigurashi war sie aufgewachsen, hatte ihr altes, trostloses Leben vollkommen aufgegeben, nachdem sie von Herrn Kitsune eingestellt worden war. Seitdem war sie Kagome Higurashi, auch wenn sie nicht einmal sagen konnte, wer dieser Mensch genau war. Schließlich wechselte sie unter diesem Namen ihre Identitäten, wie manche ihre Unterwäsche. Da in ganz Japan eigentlich niemand mit jenem Namen existierte, konnte die Firma alle Daten über sie ohne Probleme löschen, ihr wieder ein völlig neues Leben unter ihrem Pseudonym verpassen. Inzwischen fühlte es sich für die junge Frau aber gar nicht mehr so an als wäre dies ein falscher Name. Sie war nun mal viel lieber Kagome Higurashi als Kagome Shigurashi, die sie am liebsten vollständig hinter sich lassen wollte.
„Wir freuen uns auch sehr darauf Sie nun näher kennenzulernen. Mein Mann und ich waren auf der Stelle von Ihnen angetan, nachdem wir Ihre Qualifikationen gesehen haben.“ erwiderte Izayoi Takahashi, nachdem sie gemeinsam in einem freundlichen Empfangszimmer platzgenommen hatten. Es befand sich im Erdgeschoss der hellen Villa, welches lediglich für offizielle Anlässe genutzt wurde. Zumindest hatte ihr dies die Haushälterin erklärt, die sie an der eichenen Haustür in Empfang genommen hatte. „Und ich muss wirklich zugeben, dass ich bei Ihnen sofort ein gutes Gefühl hatte. Sie haben eine sehr besondere Ausstrahlung und ich bin mir sicher, dass Sie unseren Sohn wirklich unterstützen können.“
„Davon bin ich überzeugt.“ antwortete Kagome selbstbewusst und war wirklich froh, dass sie einen so guten ersten Eindruck hinterlassen hatte… oder, dass das Ehepaar Takahashi eine wirklich schlechte Menschenkenntnis besaß. Aber das war ja nicht ihr Problem, sondern genaugenommen ein großer Vorteil. Von der Einstellung hing schließlich der komplette Auftrag ab. Als seine persönliche Sekretärin würde sie schnell genug Informationen sammeln können, Inu Yasha Takahashi kennenlernen und einschätzen können. Dies war unglaublich wichtig, um keine leichtfertige Entscheidung zu treffen. Immerhin entschied ihre Entscheidung über ein Menschenleben.
„Wenn mein Gatte mit mir übereinstimmt würde ich Sie sehr gerne für den Posten beauftragen.“ kam es dann auch wie erhofft von Frau Takahashi, die anschließend fragend zu ihrem Mann schaute. Dieser war bisher recht schweigsam gewesen, hatte das Gespräch und Kagome aber genauestens beobachtet.
„Dem möchte ich mich nicht entgegenstellen.“ antwortete er glücklicherweise und eine gewisse Anspannung fiel von Kagome ab. Bisher lief die ganze Sache ja wie am Schnürchen.
„Vielen Dank für Ihr Vertrauen, ich freue mich sehr über diese neue Herausforderung.“ entgegnete die Schwarzhaarige lächelnd, während sie sich wieder von ihren Sitzmöglichkeiten erhoben hatten. Sie schüttelte erneut die Hände des Ehepaars, war wirklich erleichtert die erste Hürde überstanden zu haben.
„Glauben Sie mir, unser Sohn ist ganz pflegeleicht und nicht als Herausforderung anzusehen.“ erwiderte die Geschäftsfrau mit einem kleinen Schmunzeln auf den rotgeschminkten Lippen. „Wenn Sie möchten, können Sie ihn auch noch heute kennenlernen.“
„Das würde ich sehr gern.“ Dies war zwar eine glatte Lüge, aber umso eher sie mit ihrem neuen Ziel Bekanntschaft machte, umso schneller konnte sie die ganze Sache auch erledigen. Schließlich wurde ihnen eine Menge Geld für diesen Auftrag geboten, sie wollte daher so zügig wie möglich mit den Recherchearbeiten beginnen.
„Unsere Hausdame wird Sie zu seinem Apartment bringen.“ erklärte Izayoi Takahashi auch gleich. „Er wollte etwas mehr Freiraum und hat deswegen eigene Räumlichkeiten auf unserem Anwesen bekommen. Wir haben das ehemalige Haus der Bediensteten für ihn umbauen lassen, da wir dieses in Zeiten von Straßenbahnen und Automobilen nicht mehr benötigt haben.“
„Ich bin schon sehr gespannt darauf Ihren Sohn kennenzulernen.“ antwortete Kagome ganz brav und meinte diese Worte zumindest zum Teil ehrlich. Denn sie war wirklich schon sehr gespannt darauf, wie sich ihr neuester Auftrag entwickeln würde.


~*~


Interessiert schaute sich Kagome auf dem weitläufigen Gelände der Takahashis um. Da sie sich am Stadtrand von Tokyo befanden hatte die reiche Familie ein üppiges Stück Land kaufen können, dass laut ihrer Recherchen schon seit mehreren Generationen im Besitz der Gründerfamilie war, die bereits vor einigen Jahrzehnten ihr Vermögen erworben hatte. Inzwischen war aus einem kleinen Familienunternehmen ein richtiges Imperium geworden, dass auf der ganzen Welt bekannt war.
Das große Haupthaus, in dem auch das Ehepaar Takahashi lebte, war der erste Blickfang. Das Gelände war mit einem eisernen Zaun und einigen Hecken umgeben, man lief durch ein großes, gusseisernes Tor und schaute direkt auf die prunkvolle Villa der Familie. Doch hinter diesem Gebäude erstreckte sich das Gelände noch viel weiter, bestand aus vielen Grünflächen, angelegten Beeten und einem steinernen Weg, der einen zu den einzelnen Gebäuden brachte. Auf dem Anwesen gab es mehrere Garagen, ein Gartenhaus für Veranstaltungen im Sommer und auch jenes Gebäude, welches einst von den Bediensteten genutzt worden war als diese, Anfang des vergangenen Jahrhunderts, noch mit bei der Familie gewohnt hatten, für die sie arbeiteten. Da dies, wie Izayoi Takahashi bereits erwähnt hatte, in modernen Zeiten überflüssig geworden war, lebte nun ihr Sohn in diesem. Das helle, moderne Haus hatte die junge Frau schnell entdeckt, lief zielstrebig auf dieses zu.
Die persönliche Hausdame hatte Kagome, aufgrund eines dringenden Anrufs, nicht über das ganze Gelände begleiten können. Dagegen hatte sie ehrlichgesagt auch gar nichts einzuwenden. Sie wollte sich lieber zunächst alleine ein Bild von Inu Yasha Takahashi machen.
Vor der weiß lackierten Eingangstür blieb die Schwarzhaarige schließlich stehen. Neben dieser befand sich ein bodentiefes Fenster, sodass sie einen Blick ins Innere des kleinen Hauses werfen konnte, dass eher einem Bungalow glich, weil es aus einer einzigen Etage bestand. Die Fassade war aus grauem Stein gefertigt worden, die Fenster, Türen und das Dach waren in schlichtem Weiß gehalten. An so einem Ort lebte es sich wahrscheinlich sehr gut, Inu Yasha Takahashi führte wie erwartet ein sehr privilegiertes Leben. Doch vom jungen Mann konnte Kagome nichts entdecken.
Auf ein Klingeln reagierte niemand, alles war ganz still in den Räumlichkeiten. Dies kam Kagome ehrlich gesagt sehr entgegen. Denn noch lieber als den Bewohner kennenzulernen, würde sie sich ungestört ein Bild seiner Wohnung machen wollen, nach ein paar nützlichen Informationen schauen, ein wenig hinter die Fassade des reichen Unternehmersohns blicken.
Sicherheitshalber schaute sich die junge Frau noch einmal um. Sie konnte auf dem weitläufigen Anwesen niemand in der Nähe entdecken. Daher griff sie in die Tasche des grauen Rocks, holte zwei kleine Drähte heraus, die ein ständiger Begleiter der Auftragsmörderin waren. Mit ein paar gezielten Bewegungen hatte sie das Schloss innerhalb weniger Sekunden geknackt. Zufrieden betätigte sie den vergoldeten Türknauf, drückte das weiße Holz auf.
Neugierig lugte sie anschließend ins Innere, stand in einem quadratischen Flur, der mit modernen Fliesen in einem hellen Grauton ausgelegt war. Auf der rechten Seite entdeckte sie auch gleich eine Tür, die aus Glas und weißem Holz bestand. Ein freundlicher Raum mit großem Schreibtisch und einigen Regalen befand sich dahinter. Von den Takahashis wusste sie bereits, dass es sich dabei um ihr eigenes kleines Büro handelte, in dem sie ihre Arbeit erledigen konnte. Sogar ein eigenes Badezimmer und ein kleiner Raum mit Schlafcouch waren daran angeschlossen, falls sie zu später Stunde noch da war. Sie schienen beim Umbau des Hauses wirklich an alles gedacht zu haben.
Ihre eigenen kleinen Räumlichkeiten wollte sie sich aber erst später zu Gemüte führen. Viel interessanter fand sie den Wohnbereich ihres neuen ‚Chefs‘, den sie schon durch eine weiße Flügeltür erahnen konnte, die ebenfalls gläserne Fenster eingesetzt hatte. Sie befand sich direkt gegenüber dem Eingang und war zu ihrer Überraschung nicht einmal verschlossen. Daher drückte sie die beiden Türen einfach auf und gelangte in einen großen Raum, der einen loftartigen Charakter hatte. Wohn- und Schlafbereich waren nicht voneinander getrennt, sie sah das große Bett aus massivem Holz, dass zusammen mit den anderen Möbeln einen starken Kontrast zur hellen Modernität des Apartments bildete. Es gab eine Sitzecke vor einem gemauerten Kamin, die aus einem braunen Ledersofa und zwei passenden Sesseln bestand. Ein Glastisch stand davor, auf dem einige Zettel herumlagen.
Sie entdeckte neben der Feuerstelle eine Anbauwand mit großem Flachbildfernseher und einigen Büchern, Bildern und anderem Kram, den sie sich bald genauer anschauen würde. Hinter der Sitzecke stand das große Bett, sie sah in der Wand die Türen eines Einbauschranks und neben diesem, jeweils links und rechts, einen weiteren Raum. Da die Türen offenstanden entdeckte sie ein weiteres Bürozimmer und ein modernes Badezimmer, in dem sich die grauen Fliesen wiederfanden.
Alles war aufgrund von bodentiefen Fenstern lichtdurchflutet und wirkte trotz der dunkelbraunen Holzmöbel und des Eichenparketts unglaublich modern. Kagome konnte durchaus verstehen warum dieser Inu Yasha Takahashi Freiraum gewollt hatte, aber dennoch auf dem Anwesen wohnen geblieben war. Bei solch einem schicken Heim würde sich wohl niemand in ein Apartment in die Innenstadt zwingen wollen. Denn anders als dort hatte man von hier aus eine schöne Aussicht auf die gepflegte Anlage, die grünen Baumkronen der einzelnen Bäume und auf die kleinen Beete, welche angelegt worden waren.
Doch Kagome war natürlich nicht hergekommen um das schöne Design dieses Apartments zu bewundern. Sie wollte sich ein erstes Bild von dessen Bewohner machen, schaute neugierig auf eine Holzkommode, die sich gegenüber des Bettendes befand. Darauf standen ein paar Bilder in silbernen Rahmen, von denen eines sofort ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Auf diesem entdeckte sie nämlich Inu Yasha Takahashi zusammen mit ihrer Klientin Kikyou Ishida.
Freundlich lächelten sie in die Kamera, sie hatte sich leicht an seine Schulter gelehnt. Dass er dieses Bild trotz der Trennung so zentral in seiner Wohnung stehen hatte, war auf jeden Fall ein erstes Indiz dafür, dass der junge Mann nicht gewillt war von ihr abzulassen. Dies deckte sich mit der Aussage von Kikyou, dass er ihre Trennung nicht akzeptieren konnte. Kagome hatte ihre Hand ausgestreckt, wollte den Bilderrahmen in die Hand nehmen… stoppte aber in ihrer Bewegung als sie plötzlich Schritte vernahm.
„Wer sind Sie und was machen Sie in meiner Wohnung?“
Ruckartig zog Kagome ihre Hand wieder weg und könnte sich für ihre eigene Unaufmerksamkeit schlagen. Sie war so im Gedanken versunken gewesen, dass sie gar nicht gemerkt hatte wie er hineingekommen war. Sofort wandte sie sich in die Richtung aus der die Stimme gekommen war, schaute in die goldenen Augen, die sie zuvor schon auf dem Foto gesehen hatte. Vor ihr stand Inu Yasha Takahashi, der sie sichtlich misstrauisch musterte. Verständlich, wenn man bedachte, dass sie ohne sein Wissen in sein Apartment eingedrungen war.
„Ich bin Kagome Higurashi und ab heute Ihre persönliche Assistentin.“ begann sie sich sogleich vorzustellen, ließ sich den Schreck kein bisschen anmerken. „Die Tür war nicht abgeschlossen, ich war der Meinung, dass Sie mein Klingeln nicht bemerkt haben. Ich wollte mich Ihnen natürlich so schnell wie möglich vorstellen, immerhin werden wir ab heute viel miteinander zu tun haben.“
„Da gebe ich Ihnen Recht.“ erwiderte der junge Mann und schien ihr die Ausrede einfach abzukaufen. „Ich bin Inu Yasha Takahashi, was Sie aber wahrscheinlich wissen, wenn Sie sich auf die Stelle beworben haben.“ fügte er noch mit einem kleinen Schmunzeln hinzu und schüttelte höflich die Hand, die sie ihm zuvor entgegengestreckt hatte. „Auf gute Zusammenarbeit.“ meinte er anschließend noch, während sich ein kleines, ausnahmsweise ehrliches Lächeln auf ihre Lippen legte. Hoffte Kagome doch wirklich, dass sie seinen Worten gerecht werden konnte.






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Ja, das war es auch schon mit dem Einstieg in die neue FF^^
Wie ihr merkt ist diese auch mal wieder eine Story der etwas anderen Art, in der es auch viel Spannung und Action geben wird :)


Ich hoffe natürlich, dass euch das erste Kapitel ein wenig neugierig auf die Weiteren gemacht hat :D
Das neue Kapitel wird wöchentlich am Sonntag erscheinen. Bei Änderungen gebe ich euch natürlich Bescheid!


Dann bis bald !!!


LG hime11
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