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Eine merkwürdige Freundschaft zwischen Luchs und Panther

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Aomine Daiki OC (Own Character)
04.04.2020
14.04.2020
2
1.698
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14.04.2020 971
 
10 Minuten warte ich schon auf den Panther bis er endlich kommt. In der Zeit hab ich schon mit dem aufwärmen angefangen. Trotzdem bin ich nicht in bester Stimmung als der blauhaarige endlich das Dach betritt. Dementsprechend bekommt er auch als Begrüßung kein „Hallo" sondern einen Schlag auf den Rücken „Ahhh, wofür war das denn jetzt?", kommt von dem Jungen welcher nun nicht mehr ganz so cool wirkt. „Du bist zu spät.", erwidere ich nur. „Also lass uns anfangen.", möchte der Panther sofort. „Noch nicht. Du bist noch nicht aufgewärmt.", halte ich dagegen.

Kurz versucht der Junge noch zu diskutieren, gibt sich aber doch recht schnell geschlagen. Anscheinend hat er eingesehen, dass die Verletzungsgefahr zu groß ist. Neben ein paar runden über das Dach joggen und dem dehnen erkläre ich ihm noch ein paar Sachen, wie die Rolle zum abfedern von Sprüngen oder wie man problemlos kleinere Mauern überwindet. Jetzt kommen noch ein paar Regeln.

„Parcours hat eigentlich keine festen Regeln. Wichtig ist aber das aufwärmen. Selbst Profis müssen das machen. Andernfalls solltest du versuchen dich von Privatgrundstücken fernzuhalten. Auf jeden Fall die mit Überwachungssystem. Mir ist auch Anonymität sehr wichtig, da es, wie gesagt, nicht überall erlaubt ist aufs Dach zu gehen. Hast du eigentlich an einen Schal oder ähnliches gedacht.", frage ich noch nebenbei, was der Panther verneint. Da ich mir sowas schon gedacht hatte, hole ich aus meiner Jackentasche etwas raus und werfe es dem Jungen zu. Mit Leichtigkeit fängt er es und breitet den Stoff aus. Es ist ein dunkel blau-schwarzer Schlauchschal, so einen wie Motorradfahrer ihn benutzen. Es ist das selbe Modell welches ich habe nur blauer und größer. „War ein Fehlkauf. Kannst du haben.", meinte ich Schulterzuckend und richtete meinen eigenen noch mal. Bisher hab ich ihn immer noch nicht einmal abgenommen.

„Auch wichtig ist, dass du niemals länger als maximal eine Stunde auf einem Dach bist. Die Polizei muss von der Adresse die ihnen gegeben ist aus suchen, wenn man aber schon drei Dächer weiter ist, hat man einen Vorsprung. Solltest du verfolgt werden, nimm nie den direkten Weg zu deinem Startpunkt, Zuhause, Versteck, etc. Logisch, oder? Wirst du aber trotzdem erwischt, verrate niemals mit wem du unterwegs warst. Verstanden? Das ist die allerwichtigste Regel von allen. Schwöre sie einzuhalten, egal was passiert, oder du wünscht dir du würdest mich das letzte mal in deinem Leben sehen.", beende ich meinen Monolog. Leicht irritiert davon, dass ich am Ende so dringlich und ernst geworden bin, verspricht er dicht zu halten.

Da wir nun endlich beide aufgewärmt sind, fangen wir an. Das Schulfach hat verschiedenen Ebenen, da da kann man viel springen, Leitern und Treppen nutzen und Sitzmöglichkeiten wie Bänke benutzen. Wir toben da oben lange rum, doch zu fassen bekommt er mich nicht. Irgendwann legen wir eine Pause ein und setzen uns auf eine Bank. Das vergnügte funkeln in seinen Augen ist schön.

Mit ein bisschen Kleingeld welches ich noch in der Tasche hatte, kaufe ich zwei Wasserflaschen aus dem Automaten. Nicht sonderlich viel, aber es reicht fürs erste. Da es trotz herbstlicher Nachtluft ziemlich warm ist, ziehe ich den Reißverschluss meiner Kapuzenjacke auf. Schweigend reiche ich ihm sein Getränk und setze mich neben ihn. Zum trinken wende ich den Kopf ab und ziehe die Ninjamaske, wie ich den Schal eigentlich nenne, ab, nur so weit runter wie nötig und sofort wieder hoch wenn ich fertig bin.

„Wie soll ich dich eigentlich nennen? Für mich hast du ja schon einen Spitznamen.", fragte der Junge gelassen. „Wie schon gesagt, Anonymität ist mir sehr wichtig.", erwidere ich etwas unsicher. „Ein damaliger Mitläufer wurde erwischt und hatte damals meinen Namen verraten. Die Polizei hat kurze Zeit später an der Tür geklopft und mich wegen Hausfriedensbruch mitgenommen. Zum Glück hatte ich mit Mathenachhilfe ein Alibi und war minderjährig. Also mussten sie mich laufen lassen. Deshalb möchte ich dir meinen Namen vorerst nicht verraten, ok?", erzähle ich ihm. Die Geschichte war mir ziemlich unangenehm, aber wenn der Panther mein neuer Mitläufer werden will, muss ich ehrlich sein. Ruhig hat er mir zugehört , doch dann fällt sein Blick auf mein Shirt. „Dann nenn ich dich eben Luchs."', beschließt er kurzerhand.

„Häh?", rufe ich verwundert, bis ich ebenfalls auf mein Shirt gucke. Anscheinend hatte ich mal wieder nicht hingeguckt was ich anziehe, weshalb auf dem schwarzen Shirt groß Luchs steht. Ein kleiner Laden in meiner Heimatstadt hat das Design als Parodie auf Puma gemacht.

„Na gut du Panther, jetzt habe ich aber auch mal eine Frage. Wo liegen deine Wurzeln?" „Ich wusste die Frage kommt irgendwann.", stöhnt der dunkelhäutige, „Eigentlich reiner Japaner, aber mein Vater ist Halbsüdafrikaner, Halbjapaner. Also liegen meine Wurzeln irgendwo in Südafrika und Japan. Der Fakt, dass ich viel Zeit draußen verbringe und viel Sonne abbekomme hielt auch nicht viel mit dem dunklen Ton." Kurz streckt er sich, bevor er sich aufsetzt. „Und du? Du bist auch kein „reiner" Asiate, oder?", fragt er nach. „Ertappt. Meine Mutter und ich sind beide gebürtige Kanadier. Mein Vater ist Japaner und wegen seinem Job sind wir vor drei Jahren hergezogen.", sage ich mit etwas stolz in der Stimme als ich Kanada erwähne. Ich liebe mein Land und vermisse es.

Ein Blick auf meine Armbanduhr verrät mir die Uhrzeit. „Ich muss los. Morgen wieder treffen? Wenn du Lust hast können wir auch eine kleine Tour machen.", sage ich zu dem Jungen. „Klar und wo?", fragt er mit etwas Vorfreude. Ich gebe ihm eine Adresse und eine grobe Beschreibung wie er aufs Dach kommt. Zum Abschied hält er mir die Faust hin. Mit einem leichten Lächeln gebe ich den Brofist zurück. Während ich über die Dächer verschwinde, merkt der Panther frustriert, dass er mich heute ebenfalls nicht zufassen bekommen hat.
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