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Eine merkwürdige Freundschaft zwischen Luchs und Panther

GeschichteAllgemein / P12
Aomine Daiki OC (Own Character)
04.04.2020
14.04.2020
2
1.698
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04.04.2020 727
 
Die Nacht ist erleuchtet von den ganzen Lichtern, die Tokio nicht schlafen lassen. Müde Menschen pilgern vorbei in ihr eintöniges Leben. Ich halte das nicht länger aus. Schnell ist das Fenster geöffnet und mit routinierten Griffen und Schritten bin ich von der Feuerleiter schnell auf das Dach gelangt. Die frische Nachtluft weckt mich auf. Das strecken und dehnen war ca. innerhalb einer viertel Stunde erledigt.
Ich atme noch einmal die versmokte Luft Tokios ein und ziehe mein schwarzes Halstuch über meinen Mund. Dann laufe ich los.
Vor meinen Füßen tut sich eine Schlucht auf, in der sich bedrohlich die Dunkelheit der Nacht zu sammeln scheint. Aber ich stoppe nicht. Fuß vor Fuß bis zu dem Abgrund. An der Kante spring ich ab.
Und dann fühlt sich plötzlich an als wäre auf einmal alles in Zeitlupe. Der Wind, der meine kinnlangen grauen Haare verwuschelt und mich grüßt wie einen alten Freund, meine Arme die sich nach vorne bewegen, um die Landung abzufangen, oder das Rauschen des Straßenflusses.
Doch so schön der kurze Moment auch ist, so schnell ist er auch vorbei. Mit einer Rolle Feder ich den Sprung ab und komme wieder auf die Füße. Schnell laufe ich weiter. An Schornsteinen vorbei, über Treppen und Geländer und an Wänden hoch. Nach einer Weile bleibe ich auf einem niedrigem Dach stehen und verschnaufe etwas. Ich setzte mich auf ein Schornsteinähnliches Gebilde und versuche den Mond zu sehen.
Plötzlich stellen sich meine Nackenhaare auf. Kurz blicke ich mich um bis ich ihn sehe. Kraftvoll aber elegant steigt er aus der Dunkelheit empor auf das Dach. Seine Aura ist gefährlich und die eines unbezwingbaren Panthers.
Als er aus dem Schatten tritt, kann ich ihn besser sehen. Seine Haut ist dunkel wie geschmolzene Vollmilchschokolade, die Haare blau wie der Nachthimmel und ein Blick aus seinen ebenfalls dunkelblauen Augen als wenn sich Schatten an ihnen festgebissen hätten.
Müde und gelangweilt will er sich wohl auf das Schornsteinding setzten, bis er mich entdeckt. Der Junge ist groß und breit wie ein Schrank, spannt aber trotzdem seinen gesamten Körper an und kommt misstrauisch einen Schritt näher. „Was hast du hier zu suchen?“, sagt er passiv-aggressiv. Trotz einer gewissen Routine die er auf diesem Dach zeigt, scheint er sich nicht oft auf diesem zu bewegen. „Als ob du besser bist als ich.“, kommt spöttisch zurück. „Dann Versuch doch mal mich zu fangen.“, fordere ich ihn heraus. Als erstes wollte er dieser Herausforderung nicht wirklich annehmen, merkte aber schnell, dass ich anders jedoch nicht beabsichtige „sein“ Dach zu verlassen. Anfangs relativ lustlos nimmt er die Herausforderung an, merkt aber nach 5 Minuten, dass es definitiv schwieriger ist als gedacht. Ziemlich ehrgeizig jagt er mich jetzt fast 20 Minuten über dieses Dach. Um die Schornsteindinger herum, über Rohre und Kabel und unter einer etwas erhöht gebauten Solaranlage hindurch. In eine Ecke gedrängt bleibe ich erstmal stehen. Obwohl wir beide ziemlich viel Ausdauer haben, stehen wir schwer atmend da. Triumphierend meine er nun: „
Von wegen du bist besser als ich. Am Ende hab ich dich doch. Der einzige der mich schlagen kann, bin ich selbst.“ Der letzte Satz war wieder kalt und verbittert gesagt. Doch nun war es wieder wie in Zeitlupe. Er stürmte die letzten zwei Meter auf mich zu, während ich mich umdrehte und den recht kurzen Abstand bis zur Kante sprinte. Ich sprang ab und flieg wieder durch die Nacht. Der Wind zieht an meiner Hose, doch er hält mich nicht auf. Wieder mit einer Rolle abgefedert stehe ich auf dem Nachbardach. Ziemlich verdutzt steht der Panther auf der anderen Seite. Ein Blick auf meine alte Taschenuhr verrät mir, dass es doch später geworden ist als gedacht. Ich muss dringendsten nach Hause. „Der einzige der mich schlagen kann, bin ich selbst.“, rufe ich noch rüber mit meiner rauen, etwas kratzigen Stimme. Ich will mich schon umdrehen, um den Rückweg anzutreten, als noch zurückgerufen kommt: „Treffen wir uns wieder? Das nächste mal krieg ich dich bestimmt.“ Ein Lächeln schleicht sich unter dem Schal auf meine Lippen. Niemals wird er das schaffen, aber es ist eine nette Abwechslung für zwischendurch. Aber bestimmt nicht hier. Warte kurz… kennst du die Tōō Gakuen, ca. drei Blöcke entfernt? Das Dach ist ein guter Startpunkt. Gleiche Uhrzeit wie heute, verstanden Panther?“, rufe ich noch rüber. Ein etwas irritiertes Kopfnicken reicht mir. Schnell laufe ich los und verschwinde in der Nacht.
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