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Wolfsmond

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Het
Hidan Kaguya Ōtsutsuki Konan Madara Uchiha OC (Own Character) Yahiko / Pain
04.04.2020
29.05.2021
22
141.068
28
Alle Kapitel
55 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
17.04.2021 6.776
 
Hallo meine Lieben ^^



Da ich momentan echt viel um die Ohren habe, wie der ein oder andere schon mitbekommen hat, ist es mir total durch gegangen, das Kapitel an Hanami Yuki zu schicken, damit sie nochmal drüber liest. Deshalb möget ihr mir bitte verzeihen, dass dieses Kapitel nicht Beta-gelesen wurde ^^

Wie immer bedanke ich mich ganz herzlich bei meinen fleißigen Rewierschreibern zet-su, Jashingirl, und JaeylinShay. Eure Reviews sind ein wahrer Segen und bereiten mir unheimlich viel Freude. Gerade weil es bei mir die letzte Zeit sehr stressig ist, ist es schön, wenn man zwischendurch etwas hat, bei dem einem das Herz aufgeht oder man einfach nur herzlich Lache muss. Dafür danke ich euch sehr <3

Ich bedanke mich auch ganz herzlich bei allen, die die Geschichte in ihre Favoriten gepackt oder sie empfohlen haben, auch ihr zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht.

Ich freue mich sehr, dass die Geschichte so gut ankommt. Das letzte Kapitel wurde über 600 Mal aufgerufen ^^ Wenn ich das so mit den aufrufen von davor Vergleiche ist das ein stetiger Trend nach oben und somit gehe ich von sehr vielen stillen Lesern aus. Darüber freue ich mir natürlich auch einen Ast darüber ab.

Bleibt mir nur noch zu sagen, viel Spaß mit dem folgenden Kapitel ^^





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Ihr Blick glitt über ihre Schulter, zu dem Punkt, den Madara immer noch fixierte. Sie erkannte, wie die anderen auf der Wiese bereits wieder ihre menschliche Gestalt angenommen hatten. Dann erblickte sie was Madara so fixierte. Es waren ein weißer Wolf, ein brauner Wolf, sowie ein dunkelgrauer Wolf.



Sie erkannte, wie die Wölfe aus dem Wald gelaufen kamen, bevor sie einige hundert Meter vor ihnen zum Stehen kamen. >>Yuna wandel dich zurück.<< Yunas Augen sahen überrascht zu Madara und ihr Herzschlag beschleunigte sich. Nach kurzem Zögern leitete sie die Rückverwandlung ein. Die Schmerzen waren weitaus erträglicher und angenehmer, als die, bei der Wandlung von Mensch zu Wolf.



Das weiche Gras kitzelte sie an den Füßen und Beinen, als sie sich langsam aus der Hocke erhob. Ihr Blick suchte erneut nach den Neuankömmlingen, während sie sich etwas hinter Madara schob. Es war eine Sache, dass das Rudel sie nackt sah. Eine andere, wenn es völlig fremde Menschen waren. Das Rudel stand mittlerweile, mit etwas Abstand bei seinem Alpha. Nur Yahiko und Kakuzu waren noch an Madaras Seite getreten. Kakuzu links und Yahiko rechts von Madara.



Yuna erkannte, dass die drei Wölfe sich inzwischen auch in Menschen zurückgewandelt hatten. Sie hatten den Abstand zu Madara und seiner Gruppe stark verringert und blieben nun wenige Meter von ihnen stehen. Von ihr aus links stand ein großgewachsener Mann, mit weißen kurzen Haaren und roten Augen. Sein Blick war arrogant und seine Gesichtszüge wirkten unfreundlich. Seine leuchtend roten Augen gingen musternd durch die Reihe.



Kurz blieb sein Blick an Yuna hängen, doch die junge Frau konnte nicht sagen, was es mit seinem Blick auf sich hatte. Kakuzus breite Schultern schoben sich in ihr Sichtfeld, um dem weißhaarigen Mann die Sicht auf sie zu versperren und sie etwas abzuschirmen. Yunas Hände legten sich auf Madaras Rücken ab, suchten nach Sicherheit, wusste sie nicht, was es mit dieser Situation auf sich hatte. Ihr Blick linste durch die kleine Lücke, die zwischen den beiden Körpern war, da Kakuzu nicht auf Tuchfühlung mit Madara gehen wollte, um diese zu schließen.  



Die junge Frau spürte, wie Madara sich weiter anspannte und ein leises, dunkles Knurren seiner Kehle entwich, als sie den immer noch musternden Blick des Weißhaarigen auf sich spürte. Der Blick des Mannes legte sich abschätzig auf Madara, als ihn das Knurren ihres Alphas erreichte.



Yuna schluckte, während sie ihren Blick von dem Weißhaarigen losriss und auf den Mann in der Mitte richtete. Sie hatte den kalten Blick des Weißhaarigen nicht mehr ertragen können, hatte somit wegsehen müssen. Der Braunhaarige war genauso groß, wie der Weißhaarige, wirkte jedoch viel freundlicher. Seine dunklen Augen waren warm und gütig. Seine langen, braunen Haare fielen ihm locker über die Schulter. Seine Gesichtszüge waren weich und er blickte neugierig und freundlich zu der jungen Frau, welche sich nun etwas mehr hervortraute, bevor er den Mann neben sich mit einem leichten Stoß seines Ellenbogen tadelte.



Dieser rieb sich grummelnd über die Rippen, während er kurz zu dem Braunhaarigen sah und dann Madara fixierte. Yunas mischte sich in das Blickduell der beiden Männer nicht ein und sah nun zu der dritten Person, welche aus Yunas Sicht, rechts neben dem braunhaarigen Mann stand. Es war eine Frau mit ebenfalls braunen Haaren und schwarzen Augen. Ihre Gesichtszüge waren streng und nur kurz huschten ihre Augen zu Yuna, bevor sie wieder auf Madara lagen.



„Es ist schön dich endlich wiederzusehen Madara. Entschuldige, dass wir so unangemeldet erscheinen, aber du warst auf deinem Telefon nicht zu erreichen.“, die freundliche Stimme des braunhaarigen Mannes erfüllte die Stille, ließ Yuna erneut ihren Blick zu dem Sprecher wandern. „Warum entschuldigst du dich Bruder. Seine Leute sind auch unangekündigt-“



Yuna sah erstaunt zu, wie ein freundlicher Seitenblick des Braunhaarigen den Weißhaarigen Mann zum Schweigen brachte. „Entschuldigt Tobiramas Verhalten. Er hat in letzter Zeit viel Stress, außerdem haben wir die Sache ja beim letzten Treffen bereinigt. Das muss meinem Bruder wieder entfallen sein.“ Der braunhaarige Mann lächelte entschuldigend in die Gruppe, während Tobirama nur missmutig vor sich hin grummelte.



Yuna sah, wie Madara einen kurzen Blick zu Tobirama warf, bevor er dem Braunhaarigen zunickte. „Was führt dich zu uns Hashirama? Es ist selten, dass du Tobirama und Toka zu unseren Treffen mitbringst.“ Hashirama kratzte sich verlegen am Kopf, während er kurz zwischen seinen beiden Begleitern hin und herschaute. Wie konnte dieser Mann nur so eine Autorität ausstrahlen, wenn er gleichzeitig so harmlos wie ein Reh wirkte? Es war faszinierend und Yuna kapierte überhaupt nichts mehr.



„Wie immer entgeht dir nichts. Ich weiß Tobirama und du ihr habt eure Differenzen, aber Toka und er haben Neuigkeiten, die dich interessieren könnten.“, hörte sie Hashirama sagen, bevor seine Stimme einen ernsten Unterton bekam. „Wir wollten mit dir über den Streuner sprechen, von dem du mir letztens erzählt hast.“ Hashiramas Blick kreuzte Yunas und er lächelte mild. Die junge Frau verkrampfte sich kurz. Meinte er mit Streuner etwa Damian? Was wusste Hashirama über ihn?  Neugierig sah sie zu dem fremden Alpha, während ihr Herz aufgeregt in ihrer Brust zu klopfen begann. Wie von selbst und ohne es zu merken gab sie ihre Position hinter Madara und Kakuzu auf und füllte nun die Lücke, die Kakuzu gelassen hatte. Jedoch lagen ihre Hände immer noch an dem Körper ihres Alphas, suchten weiterhin nach halt. Die Neugierde war dennoch größer als der Scham.



„Es überrascht mich im Übrigen, dass du eine Gefährtin hast. Warum hast du mir denn nicht von ihr erzählt? Ich freue mich für dich Madara.“ Der Blick des Braunhaarigen lag auf ihrem Alpha, bevor er sich erneut auf sie legte. „Ich bin Hashirama.“ Die dunkle Stimme des Braunhaarigen war sanft und Yuna lächelte Hashirama freundlich entgegen, bevor sie sich ebenfalls kurz vorstellte.



Sie sah wie Hashiramas Lächeln breiter wurde, nachdem er ihr freundlich entgegennickte und sein Wort an Madara richtete. „Bring sie bei unserem nächsten treffen doch gerne mit, dann kann sie meine Gefährtin Mito kennenlernen.“  Sie spürte wie das Madaras Körper immer noch zum Zerreißen gespannt war, bevor er zu sprechen begann.  



„Danke. Yuna muss erst noch lernen sich zu kontrollieren. Sie ist erst seit kurzem ein Wolf und ich wollte ihr noch etwas Zeit zum eingewöhnen geben, deshalb habe ich dir noch nichts von ihr erzählt. Aber wir kommen bestimmt auf dein Angebot zurück, wenn sie soweit ist.“ Die junge Frau spürte, wie Madara ihre Hand ergriff und seine Finger mit den ihren verschränkte. Die Anspannung die sie an ihrer Haut spürte war äußerlich nicht zu erkennen. „Ich würde vorschlagen, dass wir das Gespräch in mein Arbeitszimmer verlagern.“



Hashirama sah kurz zu seinen Begleitern bevor er nickend zustimmte.





Madara war angespannt, als er seine Gäste, sowie Kakuzu und Yahiko in sein Arbeitszimmer begleitete. Den Weg von der Lichtung zu seinem Anwesen hatten sie schnell und ohne Probleme zurückgelegt. Wobei es für Yuna sehr befremdlich sein musste, dass sie sich nun auch vor fremden Wölfen wandeln musste. Er hätte es ihr gerne erspart, aber in ihrer Wolfsgestalt waren sie nun mal schneller am Anwesen. Madara musste unbedingt wissen, was Hashirama zu berichten hatte.



Yuna war oben am Duschen. Madara hatte Hidan gebeten ein Auge auf sie zu haben, während er mit seinen Gästen sprach. Natürlich hatte sie ein Recht bei diesem Gespräch dabei zu sein, aber er wollte sie nicht unnötig beunruhigen. Er würde ihr alles Berichten, wenn seine Gäste das Haus verließen. Hashirama und seine Leute waren mit dem Auto gekommen und hatten dann seine Fährte bis zur Lichtung verfolgt. Dementsprechend hatten sie ihre Kleider am Auto gelassen und sich dort kurz umgezogen, als sie das Anwesen erreicht hatten.



Seine Backenzähne mahlten leicht übereinander, als er an Yunas säuerlichen Blick dachte, bevor sie ins Badezimmer gegangen war. Sie war absolut nicht begeistert, dass man sie aus dem Gespräch ausschloss und er konnte es verstehen, doch es war besser so. Was wenn sie auf Grund der Informationen die Nerven verlor und somit die Kontrolle. Das konnte er sich vor Hashirama nicht leisten und schon gar nicht vor dessen Bruder Tobirama. Er hatte erst seit wenigen Jahren Kontakt zu dem Alpha des benachbarten Rudels und das Verhältnis zwischen ihnen war immer noch sehr zerbrechlich. Außerdem wartete dieser Kotzbrocken von Tobirama nur darauf, dass Madara einen Fehler machte den er ihm dann Ewigkeiten vorgehalten konnte.



Nein es war das Beste, wenn er ihr alles in Ruhe erzählte, wenn seine Gäste weg waren. Außerdem wollte Madara nicht, das Yuna irgendeinen Gedanken an Damian verschwendete und schon gar nicht, dass die Konstellation zwischen ihnen und wie sie zueinander Standen irgendwer außerhalb des Rudels erfuhr. Äußerlich gelassen lehnte Madara sich an seinen schweren Schreibtisch und sah mit verschlossenem Blick in die Runde. Tobirama brauchte es nicht zu interessieren, dass er innerlich vor Neugierde platzte. Die Sporthose lag unangenehm eng an seinen Beinen an und am liebsten würde er sie wieder ausziehen. Diese Situation gefiel ihm nicht und das ließ ihn seine innere Bestie deutlich spüren. Hashirama kam nie unangekündigt bei ihm vorbei. Es konnte nur schlechte Nachrichten bedeuten. Erneut rieben seine Backenzähne übereinander. „Also was habt ihr über Damian zu berichten?“



Kurz herrschte Stille, während Hashirama seinem Bruder andeutete das Wort zu übernehmen. Madara sah, wie Tobirama luftholte, bevor er zu sprechen begann. „Nach eurem ungebeten betreten unseres Reviers, haben wir den Fluss nochmals abgesucht.“ Tobiramas rote Augen sahen zu Madara, während er eine dramatische Pause einlegte. Wie Madara diesen Kerl doch hasste. Konnte er nicht einfach sagen, was er zu sagen hatte, ohne sich dabei aufzuspielen und das ganze unnötig in die Länge zu ziehen.



Der Alpha musste sich ein genervtes Seufzten verkneifen und blickte Tobirama stur und unterkühlt entgegen, während er wartete, dass dieser fortfuhr. Es vergingen weitere Augenblicke, bevor Tobiramas Stimme den Raum erneut erfüllte. „Wir haben tief in unserem Revier eine Blutspur am Flussufer gefunden, die zu eurem Streuner passt.“ Madara verdrehte innerlich, aufgrund von Tobiramas dramaturgischen Pause, kurz die Augen, bevor die Information sein Hirn erreichte und sein Puls sich beschleunigte. Die Dunkelheit in ihm regte sich und seine Haut begann unangenehm zu spannen. Eindeutig schlechte Nahrichten. Mal abgesehen davon, war es ja nicht so als wäre Damian ein reines Problem seines Rudels gewesen. Immerhin hatte der verdammte Mistkerl auch in Hashiramas Gebiet gewildert. „Nur um es kurz klar zu stellen, Damian ist ein gemeinsames Problem.“



Tobirama schnaubte, als er Madaras kurzen Einwand hörte. „Ja, das ist möglich, nur dass du und deine Leute bisher unfähig wart ihn zu erledigen.“ Madaras dunkles knurren erfüllte den Raum. „Überleg dir gut, wie du in meinem Haus über mein Rudel sprichst! Mal abgesehen davon, hast du es ja bisher auch nicht geschafft dich dem Problem anzunehmen.“, seine Worte waren kalt und ruhig ausgesprochen, doch er wusste, dass Tobirama den drohenden Unterton heraushören würde. Wie gerne würde er seinen inneren Wolf von der Leine lassen, doch er wusste sich zu beherrschen. Kakuzu, welcher neben Madara stand verspannte sich, als Tobirama Luft holte um zu kontern. Doch erneut stieß Hashirama ihm seinen Ellenborgen in den Rippenbogen.



Aus dem Augenwinkel sah er Yahikos amüsiertes Lächeln, als Tobirama kurz schmerzerfüllt das Gesicht erzog und er selbst spürte ebenfalls Genugtuung über den Tadel, den der Beta von seinem Alpha kassiert hatte. Während er sich erneut über die Rippen rieb, sprach Tobirama weiter. „Naja es war eine nicht unerhebliche Menge an Blut. Wir sind ihr gefolgt, jedoch ohne Erfolg. Die Spur hat sich irgendwann verloren. Sie führte aber weg von eurem Revier, tiefer in unseres. Ich gehe davon aus, dass es keinerlei neuen Probleme für euch geben wird.“



Madara schnaubte leicht. Diese Aussage war mehr als unzufriedenstellend und vage noch dazu. Woher wollte dieser Volltrottel wissen, dass Damian nicht erneut Probleme machen würde. Er wusste ja nicht mal ob er Tod oder lebendig war. Wie hatte dieser Bastard es nur wieder geschafft unterzutauchen?



„Madara wir werden weiterhin unser Revier nach ihm absuchen und dir natürlich Bescheid geben, wenn wir ihn finden. Immerhin ist unser Revier auch von ihm betroffen gewesen.“ Hashiramas Beschwichtigungsversuch zeigte nur bedingt Wirkung, denn Madara war innerlich immer noch angespannt. Dennoch riss er sich äußerlich zusammen und ließ sich nichts anmerken. „Ich danke dir für eure Hilfe. Wir werden unsere Grenzen in den kommenden Wochen verstärkt patrouillieren. Zusätzlich werde ich ein Kopfgeld auf ihn aussetzen. Ich würde nur zu gerne wissen, wie es dieser Köter geschafft hat, mal wieder ohne jegliche Spur von der Bildfläche zu verschwinden.“



„Ob du es glaubst oder nicht er hat Kühe benutzt. Er hat sie mit seinem Blut vollgeschmiert und sie von der Weide in alle Richtungen laufen lassen. Ab der Weide verliert sich seine Spur also, denn wir haben jede einzelne Kuh aufspüren können.“ Hashirama lehnte sich in seinem Sessel zurück und lehnte seinen Kopf auf seinem aufgestellten Handballen ab, nachdem er seinen Satz beendet hatte. Madaras Finger gruben sich in seinen Bizeps, was eindeutig nicht unbemerkt blieb. Das durfte ja wohl nicht wahr sein! Das alles war mehr als unzufriedenstellend. Der Bastard hätte Tod sein müssen! Er musste mit Yuna reden und vor allem dafür sorgen, dass Damian und sie sich nicht über den Weg liefen. Zumindest, in den kommenden Wochen. Yahiko schien seinen Gedankengang zu folgen. Der Beta wusste nur zu gut, wovor sich Madara fürchtete.



„Mal abgesehen davon, dass dich dieser Streuner ganz schön vorgeführt hat, warum willst du ihn jetzt noch mehr Tod sehen, als zuvor schon.“ Madara spürte, wie die Wut in seinem inneren zu Brodeln begann. „Tobirama!“



Hashiramas zornige Stimme drang an Madaras Ohr, während Madara den weißhaarigen Beta mit leuchtenden Augen fixierte. Dieser Kotzbrocken musste sich aber auch in alles einmischen! „Es hat mit deiner Gefährtin zu tun oder?“



Die weibliche Stimme riss Madaras Blick von Tobirama weg. Toka. Seine Augen musterten die Wölfin. Er kannte sie nicht gut, doch sie war ihm bei den letzten Treffen mit Hashirama bereits aufgefallen. Eine sehr stille und ungeheuer intelligente Frau. Gewiss nicht ungefährlich, wenn er nach der Schärfe in ihrem Blick urteilen konnte.  



Madara blies die Luft aus seinen Lungen, um sich etwas zu entspannen, während die erwartungsvollen Blicke seiner Gäste auf ihm lagen. Er selbst hatte überhaupt nicht gemerkt, dass er die Luft angehalten hatte. Selbst Hashirama schien auf eine Antwort zu warten, als sein Blick den des Alphas traf. Eigentlich hatte er nicht vorgehabt, ihnen diese Information zukommen zu lassen. Doch nun ging es um Yunas Schutz. Wenn er Hashirama davon nicht erzählte, wie konnte er dann Unterstützung von ihm erwarten? Außerdem war Hashirama jemand, dem man Vertrauen konnte. „Er ist ihr Erschaffer. Aber wir sind aufeinander geprägt worden.“



Toka sog scharf die Luft in ihre Lungen, bevor völlige Stille herrschte. Es dauerte einen Moment ehe Hashirama sich erhob und auf Madara zukam. Die große Hand des Alphas legte sich auf Madaras Schulter. Die Blicke der beiden Rudelführer trafen sich. „Wir bekommen ihn Madara. Wir werden dafür sorgen, dass er nicht in ihre Nähe gelangt.“



Der Schwarzhaarige wusste Hashiramas Worte mehr als zu schätzen. Der andere Alpha würde ihm helfen, dass Damian keinen Fuß mehr in sein Revier setzte, doch trotzdem beruhigte ihn diese Tatsache nicht. Er hatte gehofft, dass man die Leiche des Mannes finden würde, der seine Gefährtin gewandelt hatte. Doch warum sollte es auch zur Abwechslung mal einfacher werden. Nicht in seinem Leben.



„Ist das auch der Grund, warum du nach Erfahrungsberichten zu Menschen mit Wolfsblut gefragt hast?“ Seine dunklen Augen trafen auf die gütigen Augen seines Gegenübers. Hashirama war der ausgeglichenste Wolf, dem Madara je begegnet war und innerlich bewunderte er ihn für diese Ausgeglichenheit. Madara nickte nach kurzem Zögern.



Sie hatten bei ihrem letzten Treffen viel über Damian gesprochen und Madara hatte Hashirama erklärt, dass der ungefragte Grenzübertritt seines Rudels nötig gewesen war. Erst zum Schluss hatte er ihn auf die Frage angesprochen, ob er Informationen oder Erfahrungsberichte über Menschen wie Yuna hatte. Er hatte versprochen sich umzuhören und Madara war gespannt, ob Hashirama mehr darüber herausfand als Itachi oder jemand anderes aus seinem Rudel.



Hashirama lächelte ihn an, als er zu sprechen begann. „Na dann freut es mich doch, dass ich auch noch ein paar gute Neuigkeiten für dich habe. Ich habe mal meine Kontakte spielen lassen und wie es der Zufall will habe ich einige Interessante Rückmeldungen dazu bekommen.“



Interessiert hob Madara seine Augenbrauen, während der Rest im Raum gebannt den Worten des Alphas lauschte. „Es gibt zwei geprägte Pärchen in meinem Kontaktkreis, welche ebenfalls mit jemandem zusammen sind, die Wolfsblut in sich haben. In einer Beziehung, hat die Wölfin ihren menschlichen Partner gewandelt und in dem anderen Fall, lebt der Wolf mit seiner menschlichen Gefährtin zusammen.“



Madara verschlug es die Sprache, also war Yuna keine Ausnahme gewesen und ein Wolf konnte sich auf einen Menschen Prägen, wenn ein Elternteil wölfisches Blut besaß. Höchst interessant. „Es wird noch besser. Die Wölfin, die ihren Partner gewandelt hat, ist vor kurzem Mutter geworden.“ Hashirama holte kurz Luft, bevor er weitersprach. „Ihr Baby ist ein geborener Wolf.“



Er hörte, wie sich Yahiko an dem Glas Wasser verschluckte, welches er sich und Toka gerade eingeschenkt hatte. Madaras Herz klopfte aufgeregt in seiner Brust. Geborene Wölfe waren höchst selten. Er war davon ausgegangen, dass wenn er mal mit Yuna Kinder haben würde, diese wie Yuna, Menschen mit Wolfblut, sein würden. Doch diese Tatsache änderte alles. Diese Informationen waren mehr als Interessant. Sie waren unglaublich.



Auch wenn Madara und Hashirama schon beide ein gewisses Alter hatten und auch einen großen Wissensschatz über Werwölfe besaßen, so waren diese Informationen neu. Denn ihre Werwolfsgemeinschaft war so gut wie nicht vernetzt. Es existieren hier und da Rudel, doch der Großteil der Streuner war größer. Das Einzige, an das sie sich alle hielten war die Regeln, die vom Wolfsrat, hautsächlich geborene Wölfe, aufgestellt wurden. Es waren zwar nicht viele regeln, doch diese wurden konsequent verfolgt. Zu dessen Ratsmitgliedern zählte auch seit kurzem Hashirama, der als gewandelter Wolf eine der wenigen Ausnahmen im Rat war. Er hatte auch Madara vorgeschlagen, doch der Rat war ihm gegenüber skeptisch und dass verstand der Alpha nur zu gut, wenn er an seine Vergangenheit dachte.



Die geborenen Werwölfe gaben nicht viel von sich Preis und Madara versuchte schon seit Jahren herauszubekommen, was geschah, wenn ein gewandelter Wolf, Kinder mit einem geborenen Wolf bekam. Wenn zwei gewandelte Wölfe einen geborenen Wolf zeugen konnten, dann war die logische Konsequenz, dass es bei einem gewandelten und geborenen Wolf ebenso war.



„Das sind wirklich mal sehr gute Neuigkeiten.“, hörte er Kakuzus Stimme. Er nickte dem Dunkelhaarigen zustimmend zu. „Gut, da wir das geklärt haben, denke ich machen wir uns auf den Rückweg. Das Rudel wartet bestimmt schon ungeduldig auf uns Bruder. Denk dran Mito feiert heute ihren Geburtstag nach.“ Madaras Blick sah vom Sprecher, Tobirama, überrascht zu Hashirama. Er rechnete dem anderen Alpha hoch an, dass er zu ihm gekommen war, um mit ihm zu sprechen, gerade wenn Mito heute ihren Geburtstag feierte. Die rothaarige Wölfin konnte schon recht angsteinflößend sein, wenn sie wütend wurde. Und das hieß schon was, wenn selbst Madara das empfand.



„Na, wenn das so ist, will ich euch nicht weiter aufhalten. Danke für deine Hilfe Hashirama, wenn du etwas brauchst, lass es mich wissen. Ach ja und richte bitte Mito meine Glückwünsche aus.“ Er ging auf den angesprochenen zu und legte ihm seine Hand auf die Schulter. Sein gegenüber nickte ihm dankend zu und kurz darauf, waren seine Gäste verschwunden.  Doch nicht ehe Madara Hashirama noch eine Kleinigkeit für Mito mitgegeben hatte. Immerhin wollte er es sich mit der rothaarigen Wölfin nicht verscherzen. Puhh. Die neuen Informationen musste er erst einmal verarbeiten und er musste sich überlegen, wie er es Yuna erzählte.









Die junge Frau kochte innerlich vor Wut und sie spürte, wie ihr inneres Biest sich zu Wort meldete. Sie wollte wissen, welche Neuigkeiten es über Damian gab. Warum verbot ihr Madara nur an dem Gespräch teilzunehmen? Verschwieg er ihr etwa irgendetwas oder wieso war er dagegen? Sie verstand es nicht.



Er hatte sogar Hidan auf sie angesetzt, doch sie hatte dem Silberhaarigen zu verstehen gegeben, dass sie duschen und dann telefonieren wollte, weshalb er sie in Ruhe ließ. Zumindest war er nicht mit ins Zimmer gekommen, doch sie konnte seine Präsenz deutlich im Flur wahrnehmen. Immer noch angepisst, pfefferte sie das Handtuch in den Wäschekorb, während sie sich anzog und den Blick in den Spiegel richtete. Diese Wut in ihr war neu und es viel ihr schwer sie zu unterdrücken. Was war denn nur mit ihr los? Seit wann wurde sie denn so wütend?



Wäre sie noch ein Mensch, wäre sie Madaras Worten vermutlich nicht so „freiwillig“ nachgekommen, wie sie es jetzt getan hatte. Wobei man hier auch nicht wirklich von Freiwilligkeit sprach, sondern von Instinkt. Immerhin war er ihr Alpha und sein Wort war das, was am Ende zählte. Doch er konnte sich sicher sein, dass sie sich damit nicht zufriedengeben würde. Das letzte Wort war noch nicht gesprochen und auch wenn er ihr Alpha war, so musste er verstehen, dass sie gewisse Dinge in einer Beziehung erwartete.



Dazu zählte es, dass sie gemeinsam Probleme lösten. Immerhin hatte er nach ihrer Wandlung zum Wolf darauf bestanden, dass es in Zukunft so sein würde. Er hatte sie gefragt, warum sie ihm nicht gesagt hatte, dass Damian am Telefon gewesen war und sie hatte verstanden, weshalb er seitdem darauf bestand, dass sie ehrlich zueinander waren. Dinge gingen höllisch schief, wenn man sie mit sich selbst ausmachte.



Sie atmete einmal durch, bevor sie sich ihr Telefon schnappte. Sie wollte nicht sauer auf Madara sein, er hatte bestimmt seine Gründe, dass er so handelte, doch es störte sie dennoch. Als ihr der gesuchte Name im Display erschien drückte sie auf anrufen, während sie sich auf das weiche Bett setzte. Mitsu hatte ihr in den letzten Tagen auf ihre Nachricht geantwortet. Sie würde sich jetzt erstmal die Zeit nehmen, um nach Mitsus befinden zu Fragen. Sie hatte ein schlechtes Gewissen, dass sie ihren besten Freund so vernachlässigt hatte. Außerdem würde sie das Gespräch bestimmt von dem Gespräch in Madaras Arbeitszimmer ablenken.



Das Freizeichen in ihrem Ohr wiederholte sich zwei, dreimal, bis sie die angenehme Stimme ihres besten Freundes hörte. „Ich hoffe du bist dir im Klaren, dass du mir so einiges schuldest, wenn wir uns das nächste Mal sehen. Weißt du eigentlich, wie sehr ich dich vermisse und du dumme Nuss vernachlässigst mich.“ Sie konnte sein raues Lachen deutlich heraushören, als er den Satz beendet hatte.



„Alles was du willst. Ich weiß ich war in den letzten Wochen eine grauenhafte Freundin, aber es ist so viel passiert, außerdem gibt es da etwas, was ich dir erzählen muss. Doch zunächst erzählst du mir, was es mit diesem K.O.-Tropfenzeugs auf sich hat. Geht es dir gut?“



„Oh glaub mir, den Satz mit dem „alles“ wirst du noch bereuen, dafür sorge ich.“, das Lachen in seiner Stimme verstummte, als er weitersprach. „Mir geht es gut und ich bin echt froh, deine Stimme zu hören. Das mit den K.O-Tropfen war schon eine echt üble Sache. Ich kann dir gar nicht genau sagen, was währenddessen passiert ist, aber als ich wach war lag ich im Krankenhaus und hatte den Schädel des Jahrtausends.“



Kurz wurde es am anderen Ende der Leitung Still und Yuna bekam das Bedürfnis, sofort zu Mitsu zu fahren und ihn in den Arm zu nehmen. Sie bemerkte gerade, wie sehr er ihr in den vergangenen Wochen gefehlt hatte. Außerdem traf ihn das Geschehene wohl mehr, als er zugeben würde. „Wie genau hast du die Dinger denn abbekommen. Du sagtest etwas von irgendeiner Frau.“



Sie hörte, wie Mitsu Luft holte, bevor er zu sprechen begann. „Ich war feiern, den Namen von dem Laden weiß ich nicht mehr. Ich war da zum ersten Mal mit den Jungs. Naja, jedenfalls wurde ich von einer verdammt attraktiven Frau angesprochen. Ihre langen weißen Haare und ihr sinnlicher Blick waren unglaublich.“



Yuna umfasste das Telefon etwas fester, als das Bild von Kaguya vor ihrem inneren Auge auftauchte. Diese Frau war echt das Letzte und dennoch drängte sich ihr Tod unangenehm in ihren Kopf. Sie schüttelte diesen, um die Bilder verschwinden zu lassen. Ein Glück, dass Mitsu das jetzt nicht sah. „Sie hat mich auf einen Drink eingeladen und den habe ich auch gerne angenommen. Und auf einmal, Zack. Licht aus. Ich weiß gar nichts mehr. Mein Bruder hat mich dann im Krankenhaus abgeholt und die Jungs meinten, ich wäre mit der Frau mitgegangen, doch kein Plan, was in der Zwischenzeit passiert ist.“



Sie hörte, wie sehr ihn der Gedanke an das Ungewisse quälte und sie hätte ihm so gerne von diesen Qualen befreit. Doch sie durfte nicht. Sie musste das Wissen über das Geschehene für sich behalten. „Scheiße Mitsu. Ich weiß grade nicht was ich sagen soll. Ich würde dich so gerne in den Arm nehmen.“



Sie hörte, wie er sich kurz räusperte, bevor er erneut das Wort an sie richtete. „Alles gut mein Engel. Was einen nicht umbringt und so weiter. Ich komm damit klar, ich hoffe nur, ich werde in neun Monaten nicht zufällig Vater oder so ein Scheiß. Aber genug davon lass uns bitte das Thema wechseln.“ Sie hörte ihn Lachen, bevor er mehrmals langsam durchatmete.



Und wie er damit klarkam…. Sie wollte ihn so unbedingt in den Arm nehmen, doch das ging im Moment einfach nicht. Sie knirschte erneut mit den Zähnen, bevor sie auf seine bitte einging. „Okay. Dann erzähl ich dir, warum ich in den letzten Wochen nur so wenig Zeit hatte.“



„Na auf die Erklärung bin ich ja mal gespannt. Du sagtest du seist bei Freunden aus der Uni. Bei wem genau? “, sein verschmitztes Lachen drang an ihr Ohr und sie konnte sein schiefes Grinsen förmlich vor ihren Augen sehen. „Ich stell dir Deidara und Sasori vor, wenn ich wieder in der Uni bin. Aber eigentlich wollte ich dir was anderes erzählen. Ich habe da jemanden kennengelernt.“



Sie hörte sein hartes Schlucken, während sie weitersprach und es sich auf dem Bett gemütlich machte. „Er heißt Madara. Er ist ein guter Freund der beiden. Reiß mir jetzt nicht direkt den Kopf ab, aber ich habe mich in ihn verliebt und wir sind seit ein paar Wochen zusammen.“



So. Jetzt war es raus. Sie hatte es gesagt. Kurz und schmerzlos. Hoffentlich würde Mitsu nicht völlig durchdrehen. Ihr bester Freund war nämlich sehr beschützerisch, wenn es um sie ging. Kurz herrschte Stille, bevor Mitsu das Wort erhob. Ihr Herz klopfte aufgeregt, wusste sie nicht, was Mitsu von dem Ganzen hielt. „Ich hoffe, dass er ein besserer Kerl ist, als dein letzter Freund. Den konnte ich im Übrigen noch nie leiden, wie du weißt.“



Sie atmete kurz tief ein, als die Erinnerung an Indra wieder hochkam. Es war ganze drei Jahre her, als ihr Ex fremdgegangen war und sie hatte eine ganze Weile gebraucht, um die Trennung zu verarbeiten. Die Bilder wie Mitsu ihm kurz nach ihrer Trennung die Nase gebrochen hatte, kamen mit einem Schlag zurück. Sie atmete langsam wieder aus. Madara würde seinen ganzen Charme einsetzten müssen, um Mitsu von sich zu überzeugen, sollten sich die beiden Männer in Zukunft kennenlernen.  „Er hat mich vor einem ziemlich üblen Typen beschützt.“



Kurz herrschte Stille am anderen Ende der Leitung, bevor Mitsu zu sprechen begann. „Mhhhh. Klassischer Heldenkomplex“, hörte sie ihn lachen, bevor er wieder ernst wurde „Das gibt ihm einen kleinen Bonus, aber wieso war es denn überhaupt nötig? Und das wichtigste ist, wieso erfahre ich erst jetzt davon? Du weißt, dass ich deinem Vater versprochen habe auf dich aufzupassen!“ Da war er wieder, ihr beschützerischer und sehr skeptischer bester Freund. In Bezug auf ihre Partner benahm er sich manchmal wie ein überführsorglicher großer Bruder. Sie wusste nur zu gut, wie ernst er seine Versprechen nahm.



„Tut mir leid, dass ich es dir nicht früher erzählen konnte. Es war in den letzten Tagen einfach sehr viel los hier. Außerdem wusste ich, dass du dich nur aufregst, wenn ich es dir sage. Die Einzelheiten würde ich dir gerne ersparen. Das Wichtigste ist, dass es mir gut geht okay.“ Sie wusste nicht, was sie ihm genau sagen sollte. Sie wollte ihn nicht anlügen, doch was konnte oder durfte sie preisgeben, ohne, dass sie ihr Geheimnis verraten würde? Verdammt! Sie musste unbedingt mit Madara darüber sprechen. Wieso hatte sie das nicht längst schon gemacht?!?



Sie hörte Mitsu etwas schnauben. „Vielleicht magst du mir die Einzelheiten ja ein anderes Mal erzählen. Wissen deine Eltern denn wenigstens was passiert ist?“ Yunas Herz begann mit einem Mal kräftig zu schlagen. „Nein!  Wissen sie nicht und dass soll auch so bleiben. Ich möchte ihnen nicht die Reise versauen und sage es ihnen, wenn sie wieder zu Hause sind.“



Mitsu machte ein verstehendes Geräusch am anderen Ende der Leitung, was deutlich zeigte, wie wenig er davon hielt, bevor er zögerlich nochmal nachhakte. „Dieser Typ..also der vor dem du gerettet werden musstest… Hat er dich-“



Wieder herrschte Stille, als Mitsu seinen Satz unterbrach. Yuna überlegte kurz was er meinen könnte und als es ihr klar wurde, antwortete sie ihm zügig. „Bei Gott, nein! Er hat mich nicht vergewaltigt. Sagen wir mal so er wurde sehr aufdringlich und Madara ist dazwischen gegangen. Reicht dir das fürs erste?“



Sie konnte beinahe seinen Atem durch den Hörer auf ihrer Haut spüren, als er ein weiteres Mal laut ausatmete. „Eigentlich nicht, aber wenn du jetzt wirklich nicht darüber reden möchtest oder kannst ist das okay. Solange du mir versprichst, dass du es mir irgendwann erzählst okay?“



„Versprochen“, sagte sie, während sie wieder das schlechte Gewissen plagte. Wie gerne würde sie ihm alles erzählen, ihm die Wahrheit sagen, doch sie durfte nicht. Sie biss sich auf die Unterlippe. So eine Scheiße!



Zu allem Überfluss tauchten nun wieder diese Bilder in ihrem Kopf auf. Die Bilder von Damian, wie er sie in der Lagerhalle geküsst hatte kamen ihr in den Sinn und etwas tief in ihr regte sich. Es war so, als spürte sie seine Lippen immer noch auf den ihren. Fühlte, wie seine Zunge ihre Lippenkontur entlangfuhr. Sehnte sich danach, dass er es noch einmal-



„Okay, dann erzähl mal. Wie ist er so?“



Mitsus Stimme riss sie aus den Gedanken. „Was? Wer?“, kam es ihr verwirrt über die Lippen, während sie sich fragte, was sie da gerade gedacht hatte. Sie hörte Mitsus unvergleichliches Lachen. „Na dein Retter in der Not. Madara? Richtig?“



„Ja genau.“ Sie schüttelte kurz ihren Kopf um die Gedanken an Damian zu vertreiben, während sie weitersprach. „Er ist richtig toll. Du würdest ihn mögen.“ Wieder hörte sie Mitsu lachen.  



„Das werden wir sehen. Immerhin hast du das Gleiche bei Indra damals auch gesagt und da wusste ich schon nach der ersten halben Stunde, dass er ein Arschloch ist. Immerhin studiere ich Psychologie, du darfst meinem Urteil also ruhig vertrauen.“ Yuna verdrehte kurz die Augen, lächelte dann jedoch wieder, immerhin meinte Mitsu es nur gut und ja er hatte recht gehabt. Damals hatte er ihr gesagt, dass Indra ein Arschloch sei, doch sie war so blind vor liebe gewesen, dass sie es nicht erkannt hatte und auch nichts davon hören wollte.



Doch Madara war anders, er würde sie nie betrügen. Er besaß ein gutes Herz, auch wenn er selbst es nicht immer sah. Er war der Richtige für sie, im Gegensatz zu Damian. Wieder schüttelte sie den Kopf. Damian war ein kranker Bastard, auch wenn er attraktiv war. Dennoch fragte sie sich, wieso sie dieses Gefühl hatte. Sie konnte es nicht einordnen aber irgendwie viel es ihr mit einem Mal schwer Damian als das zu sehen was er war.



Sie seufzte. Nein! Er war ein Monster! Basta!



„Und? Erzählst du mir jetzt mehr von Madara.“ Wieder hörte sie Mitsu lachen, während sie Damian in die hinterste Ecke ihres Hirns verbannte. „Jaja ist ja gut.“, sie lachte und begann von Madara zu erzählen. Von seinem Aussehen, bis hin zu seinem Charakter schwärmte sie ihrem besten Freund von ihrem Gefährten vor.



„Na dann bin ich ja mal auf die Realität gespannt. Wann willst du mir deine neue Flamme denn vorstellen? Beziehungsweise, wann bist du wieder zu Hause?“ Yuna lachte, bevor sie abrupt die Luft anhielt. Das würde jetzt schwer werden. Kurz sammelte sie sich und suchte nach den richtigen Worten.



Wann würde sie wohl soweit sein, dass sie wieder unter Menschen könnte, ohne eine Gefahr für alle um sich herum zu sein? Sie erinnerte sich an Madaras Worte, als er ihr sagte, dass sie bis zum Ende der Semesterferien wohl soweit sein würde. Hoffentlich behielt er recht.



„So wie es aussieht, bin ich bis zum Ende der Semesterferien bei Madara. Ich verspreche dir, dass sobald ich wieder da bin, wir ganz viel zusammen unternehmen.“



Sie hörte Mitsu brummen, bevor er das Wort erhob. „Ist schon okay. Ich verstehe das. Du bist frisch verliebt und da habe ich Verständnis für. Trotzdem vermisse ich dich, es ist richtig langweilig hier ohne- Au!“



Yuna riss die Augen überrascht auf und verspannte ihren Körper.  Mit einem mal saß sie kerzengrade auf dem Bett. „Mitsu? Alles okay?“ Im nächsten Moment hörte sie ihn lachen, während sie ein rascheln und eine weitere männliche Stimme, auf der anderen Seite der Leitung hörte.



„Jaja, alles gut. Mein Bruder hat mir gerade mit der flachen Hand, einen Klaps auf den Hinterkopf gegeben und gesagt ich soll nicht so rumheulen, ich hätte ja ihn.“ Yuna begann nun ebenfalls zu Lachen.  „Wo wir gerade dabei sind. Ich muss jetzt leider aufhören. Haru und ich wollen noch zum Sport. Versprich mir aber, dass du dich bald wieder meldest okay.“



„Versprochen, ganz bald Mitsu. Ich wünsche euch viel Spaß. Ich hab dich lieb.“ Sie hörte, wie er ihre Worte erwiderte, bevor er auflegte und nur noch das Tuten zu vernehmen war.



Sie ließ sich nach hinten zurück auf den Rücken fallen und atmete einmal durch, bevor sie ein leises Räuspern an der Tür vernahm. Ihr Blick glitt zum Türrahmen und im nächsten Moment wusste sie nicht, ob sie immer noch sauer war, oder ihn am liebsten umarmt hätte.



Madara stand im Türrahmen, die Arme versschränkt und an das helle Holz gelehnt. Gott wie sie es liebte, wenn er sie mit diesem durchdringenden Blick musterte. Langsam stieß er sich vom Türrahmen ab und kam auf das Bett zugeschritten, seine Miene zeigte ihr mal wieder nicht, was er dachte und sie war sich nicht sicher, wie sie auf ihn reagieren sollte. Langsam setzte sie sich wieder auf, während sein Blick von ihr auf das Telefon wanderte. „Hast du mit Mitsu telefoniert?“



Seine Stimme klang ruhig, während er sich direkt neben ihr niederließ. Sie spürte, wie sich die Matratze unter seinem Gewicht senkte, die Bettwäsche leicht raschelte, während sie als Antwort nur nickte. „Ihm geht es gut, aber ich weiß nicht genau, was ich ihm über unser Kennenlernen erzählen kann und was nicht. Ich habe ihm bisher nur gesagt, dass du mich vor einem ziemlich üblen Typen beschützt hast. Wo wir wieder beim Thema Damian wären oder willst du mir nicht erzählen, was ihr besprochen habt?“



Wieder kamen ihr die Bilder in den Kopf und sie knirschte leicht mit den Zähnen, was er wohl als Verärgerung wahrgenommen hatte, denn er legte seine Hand beschwichtigend auf die ihre. Seine Berührung beruhigte ihr aufgewühltes Gemüt augenblicklich.



Ihre blauen Augen sahen zu ihm, sie spürte den Ärger darüber, dass er sie ausgeschlossen hatte. Doch als sie auf das dunkle Obsidian seiner dunklen Iriden traf, war der Ärger wie weggeblasen, genauso wie die Gefühle für Damian, die sie nicht einordnen konnte. Sie atmete erleichtert aus. Wahrscheinlich waren diese Gefühle nur Hirngespinste gewesen. Immerhin war in den letzten Tagen so viel passiert, dass sie es einfach auf den Stress schob.

„Wie wäre es, wenn du ihm einfach das berichtest, was passiert ist, nur dass du die ganze Werwolfsache weglässt. Damit bist du wohl am nächsten bei der Wahrheit.“ Er seufzte kurz, bevor er weitersprach. „Ich weiß, dass du sauer bist, dass ich dich aus dem Gespräch ausgeschlossen habe und es tut mir leid. Ich wollte nicht, dass du eventuell vor Hashirama die Nerven verlierst. Wir sind erst seit kurzem in einer Allianz und das Verhältnis ist noch sehr “zerbrechlich“. „



Sie drückte seine Hand, deren Finger immer noch die ihren Liebkosten. Sie verstand was er meinte und sie hatte dafür auch Verständnis. „Ich weiß, dass ich erst seit kurzem ein Wolf bin und ich verstehe dich, doch wir sind Gefährten Madara. Du hast selbst gesagt, dass wir von nun an unsere Probleme gemeinsam lösen, dementsprechend erwarte ich von dir, dass wir das auch tun. Ich will deine Autorität als Alpha nicht untergraben, aber ich erwarte, dass wir als Team agieren. Also was ist jetzt mit Damian?“



Sie sah wie er nickte, bevor er seine Hand von ihrer löste und seinen Arm um sie legte. Im nächsten Augenblick wurde sie an ihn gezogen und kurz darauf erwiderte sie die Umarmung, während sie darauf wartete, dass er ihr von dem Gespräch berichtete. „ Wir können nicht davon ausgehen, das Damian Tod ist. Hashiramas Leute haben seine Fährte am Fluss aufnehmen können. Sie führte tief in sein Gebiet hinein, verlor sich dann aber wieder. Ich gehe davon aus, dass er noch lebt.“



Ihr Herz machte einen stolpernden Aussetzer, bevor es aufgeregt weiter schlug. Madara löste sich von ihr und sah ihr Ernst in die Augen. „Mach dir keine Sorgen. Wir sorgen dafür, dass er keinen Schritt mehr in unser Revier setzt. Mit Hashirama Unterstützung wird er dir und deiner Familie nicht zu nahekommen.“



Sie nickte verstehend, doch sie wusste nicht, wie sie genau reagieren sollte. Einerseits stieg leichte Panik in ihr auf, andererseits klopfte ihr Herz positiv aufgeregt in ihrer Brust. Die Gefühle waren so Gegensätzlich, dass sie völlig regungslos und wie versteinert auf dem Bett saß, während in ihrem Kopf das Chaos ausbrach. Madara beobachtete ihr Verhalten. Schien zu merken, dass sie völlig überfordert mit der Situation war, denn seine Hände umfassten ihr Gesicht und zogen sie im nächsten Moment an seine Lippen.



Yuna ließ es geschehen und nahm die Ablenkung dankend an. Irgendwie war sie jetzt froh, nicht bei dem Gespräch dabei gewesen zu sein. Denn dort hätte er sie definitiv nicht so ablenken können, wie er es jetzt tat. Sie wusste, dass das Thema noch nicht gegessen war und sie drüber reden mussten. Doch jetzt brauchte sie erst einmal Ablenkung, um die neuen Informationen zu verdauen.



Wie eine ertrinkende, drückte sie sich gegen ihn, sodass er nun unter ihr auf dem Bett lag, während sie sich bereits an seiner Kleidung vergriff. Ihm die Klamotten wortwörtlich vom Körper riss. Das reißen des Stoffs erfüllte ihr Ohr, während sie ihre Lippen fordernd auf seine legte und sie dankte Madara innerlich dafür, dass er ihr das gab was sie gerade mehr als alles andere auf der Welt brauchte. Geborgenheit, Liebe und Sicherheit.



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So, das war es mal wieder mit dem Kapitel.

Einige von euch lagen also Gold Richtig, dass es Hashirama und seine Leute sind, die Madara einen Besuch abstatten. Ich muss sagen am meisten Spaß hat mir an diesem Kapitel die Bitcherei zwischen Madara und Tobirama gemacht. Das schrieb sich wirklich wie im Fluss ^^ Und auch etwas weiteres Wichtiges ist hier passiert. Yuna hatte endlich die Zeit sich bei Mitsu zu melden.



Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ihr mich an euren Gedanken, Theorien oder Verbesserungswünschen teilhaben lasst.

Wenn euch die Geschichte gefällt lasst mir doch gerne eine Empfehlung da oder packt sie in eure Favoriten. Ich bin echt gespannt ob ich die dreißig Empfehlungen noch knacken werde ^^

Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende

Bleibt gesund

Eure Kawaiikiri <3
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