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Wolfsmond

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Het
Hidan Kaguya Ōtsutsuki Konan Madara Uchiha OC (Own Character) Yahiko / Pain
04.04.2020
29.05.2021
22
141.068
28
Alle Kapitel
55 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
13.02.2021 5.864
 
Hallo meine Lieben,



und wieder sind drei Wochen rum ^^



Wie immer ein fettes Danke an dich liebe Hanami Yuki, dass du dir die Zeit genommen hast um Beta zu lesen <3



Weiterhin danke ich von ganzem Herzen Zet-su, Jashingirl, JealynShay und KateEvans. Wie immer erfüllen eure Worte mein Herz mit ganz viel Wärme und ein riesiges Grinsen bildet sich auf meinen Lippen. Ihr motiviert mich so sehr, dass könnt ihr euch gar nicht vorstellen. Gerade im Augenblick habe ich ein kleines Motivationsproblem, welches mich etwas bremst an den anderen Geschichten zu schreiben, die noch hochgeladen werden sollen. Doch dann lese ich eure wundervollen Worte und schwups ist die Motivation wieder da und zack entstehen neue Kapitel <3 Fühlt euch ganz doll gedrückt. Ich bin euch so dankbar für die stetigen Rückmeldungen. Ihr seid Klasse.



Auch ein fettes Dankeschön an alle, die diese Geschichte lesen und sie in ihre Favoriten packen oder Empfehlen. Ich freue mich über jedes Sternchen und Herzchen was dazukommt und an der stetig und konstanten Leserzahl gehe ich mal davon aus, dass euch die Story gefällt ^^



So jetzt aber genug geredet, immerhin wollt ihr ja wissen was mit Hidan ist. Ich geh schonmal in Deckung XD



Viel Spaß beim lesen





__________________________________16_______________________________



Der verzweifelte Schrei der Blonden jagte Madara einen eiskalten Schauer über den Rücken. „Konan bereite im Keller alles vor! Kisame, Kakuzu ich brauche hier eure Hilfe!“ Vorsichtig überprüfte er mit zwei Fingern Hidans Puls. Langsam pumpte dieser gegen die Finger des Schwarzhaarigen, wurde zunehmend schwächer. Innerlich fluchend begann sein Herz etwas schneller zu schlagen. Das sah gar nicht gut aus! Madara konzentrierte sich und mahnte sich zur Ruhe. Er brauchte einen klaren Verstand, um Handlungsfähig zu bleiben. Hinter sich konnte er Kisames und Kakuzus schnelle Schritte hören. „Yuna mach dir keine Sorgen. Ich kümmere mich mit Konan um ihn. Kannst du nach den anderen sehen?“







Wie gebannt starrte sie auf den Silberhaarigen. Das Blut lief immer weiter über seinen Hals. Sie spürte die warme Flüssigkeit an ihren Händen. Spürte, wie sie durch ihre Finger quoll und von ihnen abtropfte. Normalerweise hatte sie kein Problem mit Blut. Oft genug war sie schon in solchen Situationen gewesen, als sie noch als Rettungssanitäterin unterwegs war, aber das hier war was anderes.



Sie hatte eine Bindung zu Hidan aufgebaut. Ihr fiel es unheimlich schwer die nötige Distanz zu wahren, um einen ruhigen Kopf zu behalten. Außerdem hatte sie Hidan verletzt. Nur ihretwegen, war er verletzt worden. Nur weil sie sich nicht unter Kontrolle gehabt hatte! Sie machte sich solche Vorwürfe.



„Yuna hast du gehört was ich gesagt habe?“ Langsam drang Madaras ruhige Stimme zu ihrem Hirn vor. Sie riss den Blick von dem Silberhaarigen und sah überfordert in zwei schwarze Seelenspiegel. Die Tränen rannen ihr bereits unkontrolliert über die Wangen. Sie hatte keine Chance auch nur eine einzige davon aufzuhalten. „Was-?“



Ihre Stimme war leise und brach, während sich ihr fragender Blick an seine ruhigen Augen klammerte. Madara legte seine Hand über ihre Hände. Dann zog er mit der freien Hand ihre Hände von Hindans Hals. Anschließend legte er die zweite Hand auch noch auf die Blutung um diese zu stoppen. Yuna ließ es geschehen, während sie seiner ruhigen Stimme lauschte.



„Ich sagte du sollst dir keine Sorgen machen. Konan und ich kümmern uns um Hidan. Sieh du bitte nach den anderen.“ Es dauerte etwas bis sie verstanden hatte, was er von ihr wollte. Dann nickte sie wie in Trance, bewegte sich aber keinen Millimeter. Erst als Kisame und Kakuzu den Silberhaarigen hochhoben machte sie Platz. Madara stoppte immer noch mit seinen Händen die Blutung. Er gab der Blonden ein aufmunterndes Lächeln, ehe er gemeinsam mit Kakuzu und Kisame den Silberhaarigen ins Haus verfrachtete.



Yuna sah ihnen hinterher, immer noch unfähig sich zu bewegen. Ihr Herz raste immer noch in ihrer Brust. Warum konnte es nicht normal laufen? Warum musste in letzter Zeit immer irgendeine Scheiße passieren, wenn sich die Wogen gerade glätteten? Als sie eine warme Hand auf ihrer Schulter spürte erschrak sie leicht und zuckte zusammen. Sie folgte der Hand auf ihrer Schulter und erkannte Itachi, der hinter ihr stand.



„Komm lass uns nach den anderen sehen.“ Itachis Stimme war wie gewohnt monoton, doch beruhigte sie seine Anwesenheit etwas. Er zeigte auf Sasori, und Yahiko, die neben Deidara knieten. Seine gewohnt gefasste und entspannte Haltung ließ sie hoffen. Solange Itachi die Nerven nicht verlor, würde alles gut werden oder? Zumindest hoffte sie das, immerhin konnte sie sich gerade an nichts anderes klammern. Sie schüttelte kurz den Kopf, um ihre Gedanken zu ordnen. Sie vertraute Madara und Konan. Sie würden Hidan retten! Sie musste sich jetzt erstmal um die anderen kümmern.



Ihr Blick glitt zum Rest des Rudels. Deidara war scheinbar inzwischen wieder bei Bewusstsein. Ein Rinnsal aus Blut floss ihm vom Haaransatz über die Wange. Mit schmerzverzogener Miene hielt er sich mit einer Hand seine Schulter.  



Yuna stand auf und gemeinsam mit Itachi ging sie zu den anderen. “Ist irgendwer von euch verletzt?“ Der Blick der Blonden glitt fragend durch die Runde, traf auf das ruhige braun von Sasori, bevor sie auf das silberliche lila des Betas traf. Kurz verharrten ihre Augen auf Yahikos. Dieser schien sie ebenfalls zu mustern. Seine Augen glitten einmal über ihre Körper, bevor er erneut in ihre Augen sah. Sie hatte keinen Plan warum er das getan hatte, spürte sie die Prellung an ihren Rippen nicht, welche sich bereits bläulich verfärbte.



Sie riss sich von seinem Blick los und sah zu Deidara. Äußerlich konnte sie nur an ihm blutende Verletzungen erkennen. „Uns geht es gut. Wir haben nur ein paar blaue Flecke, die ein oder andere Prellung oder Schramme aber Deidara hat ein bisschen mehr abbekommen.“ Yahikos Stimme war ruhig, während er Yuna etwas Platz machte.  



„Wo hast du schmerzen Deidara?“ Sie kniete sich neben den Blonden und sah ihm fragend in die Augen. Natürlich sah sie die Platzwunde am Kopf, aber sie wollte mehr von dem Blonden erfahren. „Ich glaube ich habe mir die Schulter ausgekugelt. Ansonsten Kopfschmerzen, dass wars.“ Deidara deutete mit dem Kopf in Richtung seiner Schulter und verzog leicht das Gesicht. Die Blonde musterte Deidara ausgiebig. Seine Schulter war etwas bläulich verfärbt und hing reglos herunter. Ihre Hand legte sie vorsichtig auf diese und er zuckte etwas zusammen. Ja, so wie es sich anfühlte, war sie aus der Gelenkpfanne gesprungen und musste eingerenkt werden.



„Okay kannst du aufstehen. Wir sollten dich ins Haus bringen um dich zu versorgen.“ Der Blonde nickte und langsam erhoben sie sich gemeinsam. Deidara biss die Zähne aufeinander und Yuna konnte seine Kiefermuskulatur arbeiten sehen. Er hatte eindeutig Schmerzen. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg ins Haus und weiter ins Wohnzimmer. Auf dem Boden waren überall kleine, rote Tropfen zu sehen, die durch das Wohnzimmer in den Flur führten. Yuna schluckte hart und ging zügig auf die Couch zu. Sie musste sich zusammenreißen, musste sich auf ihre Aufgabe konzentrieren! Madara und Konan würden Hidan retten.



Deidara hatte sich mit knirschenden Zähnen auf der Couch niedergelassen und verzog schmerzerfüllt das Gesicht. „Ich wasche mir kurz die Hände und bin dann sofort wieder bei dir.“ Yunas Stimme klang ruhig, doch innerlich war sie immer noch aufgewühlt. Sie machte sich auf den Weg in das Gäste-WC, den roten Blutstropfen in den Flur folgend. Ihr Herz zog sich schmerzhaft, bei dem Anblick der kleinen roten Tropfen zusammen.



Als sie den Weg in den Keller passierte, lief Yuna ein eiskalter Schauer über den Rücken. Die Sorgen um Hidan waren mit einem Schlag wieder da, drängten ihr die Bilder des gesehenen auf. Nahmen ihr fast die Luft zum Atmen, als sie daran dachte, wie er vor ihr gelegen hatte. Wie das Blut aus seinem Hals gequollen war. Wie er immer blasser wurde und dann das Bewusstsein verloren hatte. Sein Lächeln kam ihr in den Sinn. Er hatte gelächelt, bevor er die Augen geschlossen hatte, so als hätte er mit allem abgeschlossen. Ein fetter Kloß bildete sich in ihrer Kehle und das flaue Gefühl in ihrem Magen nahm zu. Ihre blauen Augen senkten sich auf den Keller. Betroffen lagen ihre Augen auf dem Kellereingang und sie blieb wie angewurzelt stehen.  



„Ich besorge uns mal ein paar Klamotten.“ Yahikos dunkle Stimme, riss sie aus ihren Gedanken. Sie hatte hier nur ein paar Sekunden gestanden, doch es kam ihr vor wie eine Ewigkeit. Ihr Blick glitt zu Yahiko, welcher gerade das Wohnzimmer verließ und an ihr vorbei ging. Er schenkte ihr einen kurzen Seitenblick, bevor er um die Ecke Richtung Treppe einbog. Der kühle Luftzug der entstanden war, als Yahiko sie passiert hatte, strich über ihre Haut. Seine Worte drangen in ihr Hirn vor. Sie sah an sich herunter und weitete überrascht die Augen. Sie hatte überhaupt nicht gemerkt, dass sie alle Nackt waren. Kurz spürte sie das altbekannte Schamgefühl aufsteigen, dieses unangenehme Gefühl nackt vor „fremden“ Menschen zu stehen.  Doch so fremd waren die anderen ja eigentlich gar nicht mehr, dennoch war es ihr etwas unangenehm. Als sie Deidaras schmerzerfülltes Fluchen aus dem Wohnzimmer wahrnahm, war mit einem Schlag das Unwohlsein wie weggeblasen. Sie musste sich jetzt zusammenreißen. Deidara brauchte ihre Hilfe!



Die junge Frau setzte ihren Weg ins Gäste-WC fort. Dort schaltete sie den Wasserhahn ein und hielt ihre Hände unter das kühle Nass. Das Wasser vermischte sich mit Hidans Blut. Sie nahm sich etwas Seife und schrubbte es von ihrer Hand. Je mehr sie von dem Blut abwusch, desto mehr plagte sie das schlechte Gewissen. Ihre Entschlossenheit, sich zusammenzureißen, wurde mit jeder weiteren Sekunde weggewaschen und das schlechte Gewissen übernahm erneut die Führung. Es war alles ihre Schuld. Warum hatte sie auch nur die Kontrolle verlieren müssen?



„Ich hole mal den Verbandskasten“ Itachis dunkle Stimme, welche aus dem Wohnzimmer drang, riss sie aus erneut aus den Gedanken, bevor sie zu tief darin eintauchen konnte. Sie stellte das Wasser ab und trocknete ihre Hände, während das Gefühlschaos in ihrem Innreren ihr zu schaffen machte. Die Blonde hörte wie Itachi im Flur auf Yahiko stieß. „Itachi kannst du das den anderen mit runternehmen?“. Der Schwarzhaarige machte ein bejahendes Geräusch, bevor sie seine Schritte vernahm, die in den Keller führten.



Yuna verließ das Gäste-WC und traf im Flur auf Yahiko, der auf sie zu warten schien. In seiner Hand hatte er zwei schwarze, kurze Sporthosen und ein dunkles langes Kleid. Er selbst trug eine lange graue Sporthose. T-Shirts waren in dieser Situation wohl überbewertet. Während sie gemeinsam das Wohnzimmer betraten, reichte ihr der Orangehaarige das Kleid. „Hier zieh dir das drüber.“ Dann ging er weiter zu Sasori und Deidara. Während sie sich das Kleid über den Kopf zog, konnte sie den Blonden maulen höre. „Au! Mann Sasori kannst du nicht ein bisschen sanfter sein.“



„Ich bin nicht deine Krankenschwester. Sei ein Mann und stell dich nicht so an“ Sasoris dunkle Stimme klang amüsiert, als sie den raschelnden Stoff hörte. Das nächste was sie sah war, wie sich Deidara grummelnd auf die Couch sinken ließ. „Wir können dir ja gerne die Schulter auskugeln und dann helfe ich dir mal beim Anziehen. Mal sehen wie viel Mann wohl in dir steckt.“ Deidaras Stimme klang leicht pissig, während er Sasori anfunkelte. Yahiko beendete die kleine Debatte mit einem Blick.



„Haben wir Schmerzmittel hier, welches ich Deidara geben kann. Es ist sonst verdammt schmerzhaft, wenn ich ihm den Arm wieder einrenke.“ Die lilafarbenen Augen richteten sich auf die Blonde. „Soweit ich weiß, ist das meiste in den letzten Tagen für dich aufgebraucht worden. Das was noch da ist, wird Madara wahrscheinlich Hidan verabreicht haben.“



Betroffen senkte sie ihre blauen Augen auf den Boden. So eine Scheiße! „Ist schon okay Yuna. Ich halt das auch ohne Schmerzmittel aus.“ Ihr Blick richtete sich bei Deidaras Worten auf diesen. Der Blonde lächelte sie selbstbewusst an. Sie überlegte kurz. Ihr gefiel es nicht aber sie hatte keine andere Wahl, als ihm den Arm ohne Schmerzmittel einzurenken. „Okay. Dann leg dich bitte auf die Couch.“



Deidara legte sich mit Sasoris Hilfe auf den Rücken. Yuna stellte sich neben die Couch. Mit den Händen nahm sie Deidaras Arm. Dann legte sie ihren Fuß in seine Achsel. Sie würde das ganze so schnell sie konnte durchführen, damit der Blonde es hinter sich hatte. Mit einer kräftigen Bewegung, zog sie Deidaras Arm zu sich, dabei stemmte sie sich mit ihrem Fuß von ihm weg. Während sie das tat führte sie das Schultergelenk wieder in die Gelenkpfanne zurück. Ein lautes knacken war währenddessen zu vernehmen und Deidara kam ein erstickter Schrei über die Lippen.



Die Augen des Blonden hatten sich kurz vor Schmerz geweitet, dann entspannte er sich wieder. Yuna überprüfte ob alles wieder da war, wo es hingehörte und ließ dann Deidaras Arm los. „Wow Deidara. Ich hätte dich ja eher für ein kleines Weichei gehalten. Aber du bist ja doch ein Mann. Hut ab!“ Die kratzige Stimme am Wohnzimmereingang, ließ alle Augen auf diese richten.



Kisames raubtierhaftes Grinsen blitze ihnen entgegen. Neben dem Blauhaarigen stand Kakuzu an den Türrahmen gelehnt. In seiner Hand hielt er den Erste Hilfe Kasten, den Itachi holen wollte. Seine Augen beobachteten stillschweigend die Situation und ihm wahr nicht anzusehen, was er dachte. Yuna versuchte aus seiner Mimik irgendetwas über Hidans Zusatnd zu lesen, doch ohne Erfolg. „Ach halt´s Maul Kisame!“ hörte sie den Blonden verärgert kontern. Doch davon ließ sie sich nicht ablenken. Immer noch lagen ihre Augen musternd auf Kakuzu. Was hatte es zu bedeuten, dass Itachi unten im Keller geblieben war und Kisame und Kakuzu jetzt hier oben waren?



Der Dunkelhaarige musste den Blick der Blonden bemerkt haben. Seine grünen Augen blickten direkt in ihre Blauen. Yuna wusste nicht was es zu bedeuten hatte, doch als sie seine ruhige Stimme vernahm hörte sie aufmerksam zu. „Madara und Konan sind noch mit Hidan beschäftigt. Momentan scheint er stabil zu sein. Itachi assistiert den beiden.“



Yuna wusste nicht ob sie diese Antwort jetzt beruhigen sollten oder nicht. Ihr Herz, welches sich inzwischen etwas beruhigt hatte, begann schneller zu schlagen. Irgendwie hatte sie kein gutes Gefühl dabei, dass Itachi im Keller geblieben war. Nein gar kein gutes Gefühl. Der Stein in ihrem Magen wurde schwerer und Yuna ballte die Hände zu Fäusten. Schmerzhaft bohrten sich ihre kurzen Fingernägel in ihre Haut.



Als Yahiko wieder das Wort erhob, wurde sie erneut aus ihren Gedanken gerissen. „Kisame, Sasori, ihr kommt mit mir. Wir müssen uns noch um Kaguya kümmern.“ Ihre Augen weiteten sich und sahen leicht schockiert zu Yahiko. Meinte Yahiko damit das, was sie dachte? Würden sie ihre Leiche jetzt verschwinden lassen. Aus irgendeinem Grund wurde ihr jetzt erst bewusst, dass sie gerade eben mit angesehen hatte, wie Madara die Wölfin getötet hatte. Wie sich sein Kiefer um ihren Hals gelegt hatte und wie er ihr die Kehle aufgerissen hatte.



Kurzzeitig stand sie unter Schock, spürte ihren eigenen Körper nicht mehr. Es fühlte sich an wie in einem schlechten Film. Yuna schluckte hart. Ihr Mund war staubtrocken. Ihre menschliche Seite war entsetzt, vollkommen perplex und wusste nicht, wie sie damit umgehen sollte. Ihre innere Bestie allerdings lehnte sich entspannt zurück und zuckte nur mit den Schultern. Sagte ihr, dass alles in Ordnung sei. Yuna atmete mehrere male durch. Sie erinnerte sich daran, dass sie jetzt kein Mensch mehr war. In der Welt in der sie jetzt lebte, herrschten andere Regeln. Sie würde etwas brauchen aber sie würde sich wohl oder übel daran gewöhnen müssen. Irgendwie gefiel ihr der Gedanke nicht. Es fühlte sich falsch an.



Die aufkommende Unruhe riss sie abermals aus ihren Gedanken. Gerade noch so sah sie, wie Yahiko mit Kisame und Sasori das Wohnzimmer verließen. Dann hörte sie die Haustür. Ungläubig starrte sie ihnen hinterher, bevor sich Kakuzus kräftige Brust in ihr Blickfeld schob.



Sie sah zu dem Dunkelhaarigen, welcher ihr den Verbandskasten hinhielt. Seine grünen Augen musterten sie kurz, doch kein Wort verließ seine Lippen. Sie konnte beim besten Willen nicht sagen, was ihm durch den Kopf ging. Nach kurzem zögern, nahm sie ihm den Kasten dankend aus der Hand. Sie sah, wie er sich gegenüber von Deidara auf die Couch setzte und sich entspannt zurücklehnte. Sein musternder Blick lag auf ihr. Nur allzu deutlich spürte sie die grünen Iriden auf ihrer Haut.



Die junge Frau machte sich daran, die Wunde an Deidaras Haaransatz zu versorgen. Sie nahm sich einen Tupfer und tränkte ihn mit etwas Desinfektionsmittel. „Das könnte jetzt etwas brennen.“ Ihre Stimme war sanft. Vorsichtig tupfte sie über den Haaransatz und reinigte die Wunde. Deidara sog etwas die Luft ein, als der Alkohol auf die Wunde traf.



Sie begutachtete den kleinen Cut an der Stirn. Er war nicht tief, musste nicht genäht werden. Ein Pflaster müsste reichen. Die Blonde drehte sich zu der Box und kramte ein großes Pflaster und eine Schere hervor. Nachdem sie das Pflaster zugeschnitten hatte, klebte sie es auf die Wunde. Sanft drückte sie die Kleberändern an der Haut fest. Zufrieden begutachtete sie ihr Werk, bevor sie fortfuhr.  



„Ich muss deinen Arm noch schienen.“ Während sie sprach hatte sie sich erneut zu der Kiste umgedreht und kramte nach einem Dreieckstuch. Als sie es gefunden hatte, legte sie es dem Blondschopf fachmännisch an, sodass er seinen Arm schonen konnte. „Du solltest die nächste Zeit den Arm nicht belasten, da sonst das Gelenk wieder herausspringen kann.“



Deidara nickte und atmete einmal durch. Dann erhob er sich langsam von der Couch. „Danke Yuna. Wenn ihr nichts dagegen habt, verziehe ich mich jetzt in mein Zimmer. Mein Kopf schmerzt und ich denke ich sollte etwas schlafen.“



„Das ist eine gute Idee. Soll ich dich nach oben bringen?“ Yuna sah den älteren fragend an, doch dieser winkte mit seiner Hand nur ab. „Nein. Brauchst du nicht. Ich schaffe das schon. Gute Nacht.“  Damit verabschiedete sich der Blonde und verließ das Wohnzimmer. Yuna sah ihm kurz hinterher und seufzte leise.



Sie wollte gerade den Verbandskasten wieder schließen, als sie Kakuzus raue Stimme unterbrach. „Was ist mit deiner Schulter?“ Automatisch griff ihre Hand an die Stelle, an der Madara sie gebissen hatte. Erst jetzt spürte sie das leichte pulsieren der Wunde, sowie den dumpfen Schmerz. Sie konnte die kleinen Löcher ertasten, welche seine Fänge dort hinterlassen hatten. Die Wunde blutete zwar nicht mehr aber trotzdem musste sie versorgt werden.



Gleichzeitig begannen ihre Rippen zu pochen und ihre Hand wanderte von der Schulter auf ihre Seite. Sie verzog kurz das Gesicht und zupfte den Ausschnitt des Kleides etwas nach vorne um ihre Rippen zu betrachten. Grün und blau leuchtete ihr die Haut entgegen, doch beim drüber tasten, schien nichts gebrochen zu sein. Sie seufzte erleichtert. Wie hatte sie das ganze nur ausblenden können?





„Na los komm her, ich mach das.“



Überrascht fiel ihr Blick auf Kakuzu, der auffordernd seine Hand in ihre Richtung hielt. Ihr blauen Augen sahen in seine Grünen. Sein Blick war undefiniert und sie konnte nicht sagen, was dem sonst so mürrischen Mann durch den Kopf ging. Doch seine Gesichtszüge wirkten etwas entspannter als sonst. Langsam hob sie den Verbandskasten an und übergab ihn dem Dunkelhaarigen.



Dann stand sie auf und zögerlich umrundete sie den Tisch, bis sie die Couch erreicht hatte. Vorsichtig setzte sich neben Kakuzu auf das weiche Polster. Sie zog die Beine auf die Couch und drehte ihm langsam den Rücken zu.



Irgendwie war sie jetzt nervös. Ihr Bauch kribbelte aufgeregt und sie wusste nicht, was sie als nächstes erwarten würde. Ungeduldig wartete sie auf Kakuzus Reaktion. Sie konnte den Dunkelhaarigen immer noch nicht einschätzen. Auch wenn er sie im Rudel begrüßt hatte und auch wenn er sie damals aufgefangen hatte, so war es für sie ungewohnt, dass er sich jetzt so benahm. So führsorglich und ..... nett.



Als sie seine große Hand auf ihrem Rücken wahrnahm, zuckte sie überrascht zusammen. Vorsichtig streifte er ihre Haare auf die gegenüberliegende Schulter. Yuna hielt den Atem an. Sie spürte, wie seine rauen Hände sanft den Träger ihres Kleides zur Seite schoben, damit er besser an die Wunde kam. So viel Feingefühl hätte sie von ihm nicht erwartet. Angespannt blieb sie sitzen, während sie hörte, wie er in der Kiste kramte.



War der sonst so mürrische Mann vielleicht doch nicht so hart, wie er sich nach außen hin gab? Besaß er vielleicht sogar einen weichen Kern? Ihre Gedanken wurden unterbrochen, als sich das Polster hinter ihr leicht senkte. Dann spürte sie, wie er die Wunde mit einem Tupfer und etwas Desinfektionsmittel säuberte. Das warme brennen der Flüssigkeit erreichte ihr Hirn und das Pochen wurde stärker. Sie zog scharf die Luft ein, als die brennende Flüssigkeit in die kleinen Wundkanäle sickerte. Kakuzu stoppte in seiner Bewegung.



„Entschuldige.“, seine Stimme war leise und rau.



Hatte sie sich da gerade verhört? Yuna traute sich zuerst nicht zu antworten, doch dann fasste sie all ihren Mut zusammen. „Schon okay.“ Sie konnte sein verstehendes Brummen hören, während er erneut in der Kiste kramte. Behutsam klebte er ihr ein Pflaster über die Stelle. „So fertig. Was ist mit deiner Seite?“, ertönte seine zufriedene Stimme hinter ihr.



Vorsichtig drehte sie sich zu ihm um. Ihre Beine hatte sie immer noch auf der Couch. „Die Rippen sind etwas geprellt und blau, das heilt von selbst. Danke für deine Hilfe.“, sprach sie leise. Ihr aufrichtiger Blick traf auf die grünen Augen. Er beobachtete sie einige Minuten, dann lehnte er sich entspannt gegen die Lehne. Seine Gesichtszüge wurden kurz etwas weicher. „Du gehörst jetzt zum Rudel. In einem Rudel achtet man aufeinander. Genau so, wie du dich eben beschützend vor Hidan gestellt hast.“



Die Augen der Blonden weiteten sich überrascht, nahmen dann aber einen traurigen Ausdruck an. Die Schuldgefühle kamen mit aller Gewalt zurück „Ich habe ihn aber auch verletzt. Es ist meine Schuld, dass er jetzt da unten liegt.“, ihre Stimme brach während sie sprach. Der Kloß in ihrem Hals schnürte ihr die Kehle zu. Ihr Blick senkte sich auf das Polster der Couch. „Unsinn! Du hast ihm das Leben gerettet. Hättest du Kaguya nicht abgehalten, wäre er jetzt tot.“



Sie schlug vor Frust mit der Faust auf das Polster. „Das bedeutet gar nichts! Wenn ich mich unter Kontrolle gehabt hätte, wäre die Situation erst überhaupt nicht so eskaliert!“ Ihre Stimme war lauter geworden und Tränen sammelten sich in ihren Augen. Sie hatte Kakuzu nicht anschreien wollen, aber seit sie ein Wolf war, hatte sie ihre Emotionen nicht mehr im Griff. Die Wut in ihr, auf sich selbst, floss heiß durch ihre Adern. So wütend war sie normalerweise nicht. Zumindest nicht so, dass sie deshalb explodierte wie ein Vulkan.



Normalerweise war sie ein ruhiger Mensch, der schon mal lauter wurde, aber dann schnell wieder herunterfuhr. Nur war sie jetzt kein Mensch mehr. Sie war jetzt ein Wolf. Dennoch wollte sie ihre menschlichen Attribute nicht so einfach verlieren. Sie wollte sich kontrollieren können. Wollte keine Gefahr für die Außenwelt darstellen.



Aber es fiel ihr einfach unheimlich schwer nicht zu eskalieren, wenn man sie so reizte, wie es Kaguya getan hatte. Diese ganze Situation belastete sie schwer. Yuna spürte, wie ihre Haut bereits unangenehm spannte. Heiß rannen ihr die Tränen über das Gesicht. Sie war so wütend auf sich selbst und traurig, dass Hidan und Deidara wegen ihr verletzt wurden.



Sie hörte wie das Polster raschelte, als sich zwei starke Arme um sie legten und sie gegen eine warme Brust gezogen wurde. Überrascht riss sie die Augen auf. „Dich trifft keine Schuld. Du bist wie ein Welpe, du musst alles noch lernen. Kaguya wusste das und hat es für sich ausgenutzt.“ Ruhig und rau hörte sie seine Stimme nah an ihrem Ohr.



Völlig überrascht hielt sie den Atem an, nur für wenige Sekunden. Ihr Kopf ruhte auf Kakuzus muskulöser Brust. Sie konnte seinen starken, regelmäßigen Herzschlag hören. Berhuigend klopfte er gegen ihr Ohr. Dann stieß sie die Luft aus und ließ sich gegen ihn sinken. Ließ zu, dass er sie beruhigte und seine Wärme und Nähe ihr Trost spendete. Für einen kurzen Moment konnte sie sich fallen lassen.



Sie spürte, wie das Spannen ihrer Haut abnahm. Wie die Wut sich langsam senkte. Wie die Trauer das Steuer übernahm. Eigentlich kannte sie diese Entspannung nur bei Madara. Bisher hatte nur ihr Alpha es geschafft ihre Bestie zu zähmen. Sie wusste nicht, dass die Trauer um das Geschehene es Kakuzu ermöglichte, dies ebenfalls zu tun. Ihr Kopf schmiegte sich noch etwas mehr gegen die starke Brust, während ihre Hände nach Halt suchten. Ihre Arme schlangen sich um den massigen Körper und ihre Finger legten sich auf seinem Rücken ab. Sie ertastete etwas unebenes an seinem Rücken, doch realisierte sie die Narben als solche nicht. Sie spürte, wie er sie ein kleines Stück näher an sich drückte.



Seine Hand legte sich auf ihrem Rücken ab und zog beruhigende Kreise darüber. Die Tränen liefen ihr immer noch heiß über die Wange und tropften auf das weiche Polster. Sie hätte niemals gedacht, dass Kakuzu ihr einmal Trost spenden würde. Geschweige denn, sie so umarmen würde. Ungehemmt liefen ihr die Tränen immer weiter über die Wange. Beruhigend rieb seine Hand ununterbrochen über ihren Rücken, während ihr Körper von kleinen Schluchzern durchgerüttelt wurde.



Nur langsam beruhigte sie sich in seinen Armen. Hätte man ihr vor wenigen Wochen erzählt, dass sie einmal heulend in Kakuzus Armen liegen würde, hätte sie denjenigen für bekloppt erklärt. Hätte derjenige ihr dann noch gesagt, dass Kakuzu sie auch noch trösten würde, so hätte sie die Person höchst persönlich in die Klapse gefahren.



Die Minuten vergingen und Yunas Körper entspannte sich etwas, während der Tränenfluss langsam abnahm. Nur noch vereinzelt liefen ihr die warmen Tropfen von der Wange. Tropften in immer größer werdenden abständen auf das weiche Polster, bis sie schließlich versiegten. Langsam löste sie ihre Hände von seinem Rücken, doch die kreisende Bewegung auf ihrem blieb.



Zumindest so lange, bis sie sich langsam von Kakuzu löste. Ihr Blick war gesenkt. Starrte sie nur auf das Polster unter sich, während seine Arme sie losließen und seine Hand von ihrem Rücken verschwand. Dann hob sie langsam den Blick. Stück für Stück wanderten ihre Augen von seinem Bauchnabel nach oben über seine Brust. Bis sie schließlich sein Gesicht erreichten.



Ihr wässriges Blau traf auf das ruhige Grün, welches sie aufmerksam musterte. Zum ersten Mal viel ihr auf, wie schön seine Augen waren, wenn er nicht gerade grimmig schaute. Ihre Lippen formten ein stummes Danke, als sie Schritte im Flur hörte. Ihr Blick glitt automatisch zur Tür, in welcher Itachi nun stand. „Kakuzu. Wir brauchen mal deine Hilfe im Keller.“



Yuna konnte den Ausdruck in den Itachis Augen nicht deuten und Angst machte sie erneut in ihr breit. Die letzten Minuten und das Gespräch mit Kakuzu wurden abrupt verdrängt. Sie versteifte sich augenblicklich und spürte, wie ihr neue Tränen in die Augen schossen. Was hatte das zu bedeuten? Kakuzu stand ruhig auf, warf ihr nochmal einen kurzen Blick zu und ging dann zu Itachi. Yuna sah den beiden Männern hinterher, wie sie das Wohnzimmer verließen. Dann hörte sie, wie sie die Treppen heruntergingen.



Laut rauschte das Blut durch ihre Ohren und ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Die ersten Tränen bahnten sich erneut einen Weg über ihr Gesicht. Wann hatte sie das letzte Mal so geheult wie sie es heute tat? Yuna konnte sich nicht daran erinnern und es war ihr auch egal. Sie zögerte einen Moment unschlüssig was sie jetzt tun sollte. Dann wischte sie mit dem Handrücken die Tränen von ihren Wangen. Mehrmahls atmete sie durch, bevor sie sich erhob. Sie musste einfach wissen was los war.



Langsam bewegte sie sich auf den Eingang des Wohnzimmers zu. Schritt für Schritt kam sie der Tür näher. Sie konnte die Stimmen aus dem Keller wahrnehmen, die langsam die Treppe heraufgestiegen kamen, verstand aber den Sinn der Worte nicht. Als sie die große Tür erreichte, stoppte sie. Noch einmal atmete sie durch und legte ihre Hand, nach halt suchend auf den Rahmen. Vorsichtig linste sie um die Ecke.



Madara, Kakuzu und Itachi trugen Hidan vorsichtig die Treppen hinauf. Madara hielt Hidan an den Schultern, Kakuzu dessen Mitte und Itachi hatte die Beine übernommen. Hidans Haut war blass aber sein Brustkorb hob und senkte sich regelmäßig. Man hatte ihm eine dunkelgraue Hose angezogen und seinen Oberkörper vom Blut befreit.



Auch Madara und Itachi waren mittlerweile mit einer Sporthose bekleidet. Am Hals des Silberhaarigen konnte Yuna ein großes Pflaster erkennen. Seine violetten Augen hatte Hidan immer noch geschlossen.



Als ihr Blick zu Madara glitt, fiel ihr auf, dass sein Oberkörper immer noch mit Blut verklebt war. Zügig überwand Yuna die paar Meter zu den anderen. „Kann ich irgendwie helfen?“ Madaras Blick lag sofort auf ihr und seine Augenbrauen zogen sich etwas zusammen, als er sie mustere. “Danke wir schaffen das schon. Wir bringen ihn in sein Zimmer. Du kannst uns gerne begleiten.“ Die Stimme des Schwarzhaarigen klang ruhig, doch konnte sie die Sorge darin heraushören.



Yuna nickte und folgte dann den Männern in den ersten Stock. Nachdem sie Hidans Zimmer erreichten, legten sie den Silberhaarigen in dessen Bett. Yuna deckte Hidan vorsichtig zu. Sie setzte sich neben ihn auf das Bett und nahm seine Hand in ihre. „Ich bleibe bei ihm bis er wach ist.“, sprach sie leise.



Die Blicke der Anderen lagen auf ihr, doch dass bekam die Blonde nicht mit. Sie hatte ihren Blick auf das entspannte Gesicht des Silberhaarigen gerichtet. Kakuzu und Madara wechselten kurz Blicke miteinander, doch auch das war außerhalb von Yunas Kenntnis. Wie gebannt lag ihr Blick auf dem Pflaster, welches die Naht darunter verbarg. Nach kurzweiliger Stille erhob Madara das Wort. „Ich werde grade duschen gehen und komme dann wieder.“



Yuna nickte nur, sah den Schwarzhaarigen aber nicht an. Sie konnte ihren Blick einfach nicht von Hidan losreißen. Innerlich kämpfte sie gerade mit sich selbst. Mit der Trauer und der Angst und mit den Schuldgefühlen. Madara seufzte und verließ dann mit Itachi und Kakuzu das Zimmer.



Sanft ließ die Blonde ihren Daumen über die Hand des Silberhaarigen gleiten. „Es tut mir so leid Hidan. So unendlich leid.“ Ihre Worte waren kaum ein flüstern. Ihre Augen brannten und die ersten Tränen rannen erneut über ihre Wangen. “Es ist alles meine Schuld. Hätte ich mich doch nur besser unter Kontrolle gehabt.“



Ein lautes Schluchzen brach über ihre Lippen und erfüllte die Stille des Raumes. Ihr Körper schüttelte sich, während sie von den Gefühlen überrannt wurde. Sie machte sich solche Vorwürfe und das zu Recht. Kakuzus Worte waren bereits vergessen. Sie hätte Kaguyas Provokation erkennen müssen. Sie hätte nicht darauf eingehen dürfen. Sie hätte ihre Wut besser unter Kontrolle halten müssen. Sie hatte ihn verletzten wollen und es letztendlich getan. Sie hatte ihn gebissen.



Während sie so in Gedanken versank wanderten ihre Hände automatisch zu seinem Arm hoch, in welchen sie ihn gebissen hatte. Er hätte ausweichen können, doch er tat es nicht. Er ließ zu, dass sich ihre Fänge in sein Fleisch gruben. Weitere Tränen rollten über ihre Wangen und tropften auf das Laken. Hinterließen dunkle kleine Flecken auf dem hellen Stoff. Sanft strich sie, wie hypnotisiert immer wieder über die Ränder des Pflasters.  „Ich hoffe du kannst mir verzeihen.“



Die Worte kamen nur gestückelt über ihre Lippen, da sie immer wieder schluchzen musste. Ihr Kopf hing betroffen runter, während sich ihr Körper immer wieder schüttelte. Ihre Tränen benetzten unaufhörlich den weißen Stoff der Decke.



„Hör bitte auf zu weinen Kleines. Ich kann es nicht ertragen, dich so zu sehen.“



Die dunkle Stimme des Silberhaarigen erfüllte ihre Ohren. Sie klang mitgenommen und erschöpft. Yuna stockte. Mit geweiteten Augen blickte sie in die violetten Augen, die sie besorgt musterten. Immer noch rannen ihr die Tränen über die Wangen. Immer noch tropften die kleinen Perlen auf das Laken. Bevor sie wusste was sie tat, lag sie schon auf ihm und umarmte ihn.



Ihre Arme schlangen sich um seinen Nacken und sie drückte ihren Körper fest auf seinen. Erneut fing sie an zu schluchzen, als sie spürte wie sich seine Arme um sie legten. „Es tut mir so unendlich leid Hidan. Es ist alles meine Schuld. Ich bin so froh, dass du noch lebst.“, flüsterte sie neben seinem Ohr.



Ihre Tränen tropften von ihren Wangen auf seine. „Alles gut Kleines. So schnell bekommt man mich nicht klein.“ Sein aufmunterndes Lächeln erfüllte ihr Blickfeld. Beruhigend strich seine Hand über ihren Rücken, während er weitersprach. „Dich trifft keine Schuld. Du bist eben wie ein Welpe.“



Yuna sah ihm gebannt in die Augen, bevor sie mit brüchiger Stimme das Wort erhob. „Das hat Kakuzu auch gesagt aber ich hätte mich trotzdem mehr zusammenreißen müssen. Außerdem habe ich dich gebissen.“ Sie schluchzte erneut.



Sie hörte Hidan glucksen. „Kuzu und ich wissen auch wovon wir sprechen. Außerdem habe ich dich mich beißen lassen. Ich hatte gehofft, dass du dich danach wieder etwas beruhigst.“ Seine Stimme drang sanft an ihr Ohr, während er sie etwas näher an sich drückte. Yuna verstand nicht, was er damit meinte, dass Kakuzu und er wussten, wovon sie sprachen. In diesem Augenblick war es ihr auch egal, sie ließ es zu, dass er sie noch mehr an sich drückte und sah ihn mit wässrigem Blick entgegen.



„Ich hoffe du kannst mir verzeihen.“ Die Stimme der Blonden war leise und klang gebrochen. Hidan legte eine Hand auf ihren Kopf. Warm und schwer ruhte seine große Hand auf ihrem Haarschopf. „Es gibt nichts zu verzeihen. Du hast dich zwischen Kaguya und mich gestellt. Du hast mir das Leben gerettet. Ich bin dir sehr dankbar und jetzt hör bitte auf zu weinen. Das macht mich fertig.“



Er nahm ihr Gesicht in seine Hände und wischte mit den Daumen ihre Tränen von den Wangen. Seine Stimme klang rau und belegt, dabei sah er ihr tief in die Augen. Yuna beugte sich ein kleines Stück nach vorne und gab Hidan einen sanften Kuss auf die Stirn. „Danke Hidan. Du bist mir echt ans Herz gewachsen.“



Hidans Augen hatten sich überrascht geweitet, als er ihre weichen Lippen auf seiner Stirn spürte. Dann lächelte er. „Du bist mir auch ans Herz gewachsen Kleine. Ich bin froh, dass du zur Familie gehörst.“ Warm füllten seine Worte ihren Brustkorb und Yuna entspannte sich.



Das dunkle Räuspern an der Tür, ließ beide überrascht aufsehen und zum Verursacher schauen.



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So damit wären wir auch wieder am Ende dieses Kapitels. *Aus der Deckung herauslinst*

Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen. Hidan lebt! und ich bleibe am leben XDD, wer hätte das gedacht ^^



Ach, wenn ihr wüsstet, was noch alles auf euch zukommt *Mit einem diabolischen Grinsen wieder in Richtung Deckung verschwindet* XD

Es bleibt spannend versprochen!



Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir eure Meinung zum Kapitel dalasst. Traut euch gerne ^^  Wie hat euch Yuna Interaktion mit Kuzu/ Hidan gefallen?

Und was mich auch interessieren würde, ist die Kapitellänge okay/ zu lang/ zu kurz? Ich tue mich da momentan ein bisschen schwer das einzuschätzen? Hangle mich da so an meinen Lieblingsbüchern entlang, was die Seitenzahl angeht XDD

Wenn euch die Geschichte gefällt, dann lasst mir doch gerne einen Favo da oder eine Empfehlung oder gleich beides <3



Ps.: Wer meinen Schreibstil mag und es nicht bereits getan hat, es lohnt sich auch in meine anderen Geschichten zu lesen. Vielleicht könnt ihr für euch damit die Wartezeit auf das nächste Kapitel ja etwas verkürzen ^^



Bleibt mir nur noch euch ein schönes Wochenende zu wünschen. Wir lesen uns wie gewohnt in drei Wochen. Bis dahin bleibt gesund <3



Eure Kawaiikiri
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